Pschmarie und Hans im Glüch. Die Geschichte einerJngendfreunbschaft von C. v. D o r n a u. Nachdruck und Ueberseyungsrecht in frenide Sprachen Vorbehalten. (Fortsetzung.) Phipp Kock) nahnr sich der Jugendfreundin gleichfalls nach Kräften an. Er besorgte ihr noch vor Schluß'des Jahres einen fünften, sehr korrekten und zuverlässigen Pensionär — eine Landsmännin noch dazu, die Tochter des heimatlichen Kreisarztes, ein bedächtiges, pomadiges Ding, das unter seiner nüchternen Außenseite die unbegreifliche Kühnheit besaß, sich in der Reichshauplstadt zur Klavierlehrern! ausbilden zu wollen. * Unter diesen Stammgästen tauchten dann vorübergehende Erscheinungen auf, Passanten, zufällig Hergeratene: auch wohl mal ein unsicherer Kantonist — so nannte es Marie >—, den man schleunigst wieder loszuwerden versuchte. Im allgemeinen waren fast alle Fremdenzimmer ständig besetzt, und das Geschäft ging, wie abermals Marie fest- stellte, geradezu glänzend. Nicht, daß es übermäßig viel einbrachte— ihr kain's eher vor, als ob sie dabei nicht unerheblich Geld zusetzte —, aber welche Fülle von Schaffensfreude. Arbeit und Sorge für andere brachte es ihr! Und wie glücklich fühlte sich die große Mehrzahl ihrer Gäste — wie prachtvoll schmeckte es allen! Es war, wie sie Hans Jmhoff schrieb, geradezu ein Genuß, ihnen bei den Hauptmahlzeiten zu- zusehen! In bh zweiten Februarhälfte wurde Hans Jmhoff ein Sohn geboren. Ein übersprudelnd glücklicher Brief brachte Marie die Freudenkunde. Alles war nberrascheud leicht und gut gegangen. Elfes Mutter, pünktlich erschienen, nahm sich der Pflege der jungen Wöchnerin mit Hingabe an. Der nächste Brief brachte gleich gute Kunde. Elfe sähe lieblicher aus denn je, blühe wie eine Rose und lasse sich nach Herzenslust verwöhnen. Das Kind gedeihe prächtig bei der tüchtigen Kathrin, Miekes verwitweter Schwester. Wann der kleine Heide getauft werden solle, wäre noch nicht bestimmt — Elfe behalte sich die Entscheidung darüber vor, bis sie wieder ganz wohlauf sei — «aber soviel sei ihnen beiden, seiner F§au und ihm, schon ganz gewiß: Marie müsse dann kommen und ihr Patenkind selbst über die Taufe fwiwn! Von da an wurden Hans Jmhoffs Briefe kürzer und flüchtiger. „Er hat jetzt keine Zeit mehr für mich," dachte Marie ergeben. Aber es war doch etwas anderes, was Hans die Feder wieder ungeduldig ans der Hand werfen ließ, sobald er sich zu einem Briese an die Jugendfreundin bereitgeseht hatte. Die Zeit fehlte it;Vn weniger, als Seelenruhe, Stimmung. Er litt in diesen Tagen und Wochen mehr, als er sich's selber je eingestand WaS fast alle Eheleute zu noch tnutflerer Liebe, zu noch tieferem Einverständnis zusammen^ ? führt: die Geburt des ersten Kindes — ihm brachte e? ein Gefühl erschreckender Entfremdung. Zum ersten Male Elfriedes steter Gegenwart entzogen, ihrem lächelnden Liebreiz, ihrer sanften Schmiegsamkeit entrückt, begann er auch zum ersten Male ernsthafter über sie nachzudenken. Sie ließ ihm Zeit dazu. Sie hauste die ersten Wochen mit ihrer Mutter in dem großen Schlafzimmer zur ebenen Erde; Kind und Amme wurden in einen kleine'.: Raum neben der Küche verbannt. Denn Elfe weigerte sich trotz Zureden von Arzt, Gatte und Mutter standhaft, den Kleinen selbst zu nähren, und behauptete, zu schwach zu sein, um den Kinoerlarm zu vertragen. A^lch nachdem sie das Bett verlassen hatte, Hans sie jeden Morgen nach oben trug in ihr geliebtes, von Winter- sonyenschein durchflutetes Prunkzimnier — auch da blieb sie am liebsten allein, nur von der Mutter gepflegt und bedient, die unermüdlich treppauf und treppab lies, um mit leckeren Gerichten, die sie trefflich zn bereiten verstand, der anspruchsvollen Patientin stets wachen Ltppetit zu befriedigen. — Mutter und Tochter verstanden sich vortrefflich. Frau Wiedenbrinck schien beseligt, den vergötterten Liebling wieder einmal nach Herzenslust verzieheil zn dürfen, und Elfriede ließ sichs lächelnd, behaglich — wie ein geschmeicheltes Kätzchen — gefallen. Nach dem Kinde fragte sie kaum, ließ sichs höchstens ein paarmal an: Tage bringen und schickte es rasch wieder hinaus, sobald es zu schreien begann. Die übrigen Hausgenossen schienen ihr vollkommen gleichgültig. Sie kümmerte sich um nichts roeiter als das eigene Wohlergehen. Auch für.Hans hatte sie nur ein zerstreutes Zulächeln — ebenfalls einen Auftrag, eine Forderung. Und zum Schluß immer das gleiche: „Arbeitest du auch fleißig? Ist denn die neue Geschichte immer noch nicht fertig? Dü mußt jetzt ja doch sür drei verdienen." Das jagte ihn dann stets mit verdüsterter Stirn -aus ihrer Nähe. Selten an die Arbeit zurück — die loollte ihm .wirklich, gar nicht mehr von der Hand gehen in dieser Zeit —, eher ins Freie, in die gedankenschwere Einsamkeit. Oder zu Philipp Koch, der, erquickend auznsehen für den treuen Freund, aufblühte, in der Gesellschaft des frischen, guten Jungen, beit er liebevoll in Haus und Herz anfgenom- men. Oder auch ins Wirtshaus, den Ratskeller oder eine kleine, behagliche Honoratiorenweinstube, in der er ein paar freundnche Stunden zn verbringen hoffen durfte, bei v inerrt guten Tropfen, in nicht gerade anregender oder gar aufregender, aber dock) gemütlicher Unterhaltung. — Alles war besser als die öd§ Unbehaglichkeit des eigenen Hauses! Elfriede, zum ersten Male in ihrem Leben wirklich trank, wenigstens pflegebedürftig gewesen, ließ sich noch immer ^ mit dem vollen Egoismus unerzogener Kranker rücksichtslos gehen. Ihre Mutter unterstützte sie darin. Halls erschrak manchmal geradezu, wie sehr sich die beiden in Meinungen, Ansichten, Ausdrncksweise ähnelten. Und seine Schwiegermutter war ihm von der ganzen Familie seiner Frait twm Anfang an am unsympathischsten gewesen.- 174 Gegen Mitte März, ungefähr fünf Wochen nach der Ge- burt des Kindes, kam er von einenn Sonntag-Bornrrttagv- spazieraange, dem sich der jetzt schon gewohnte rMhsäwppen an ge schlossen hatte, gegen Mittag i,n fern Haus zuruck, Er stieg, ohne aufzusehen, die Stufen zur, Haustür empor -- er unterließ es seit langem schon, sich über die wunderliche Architektur des HäuScl>ens zu freuen — er öffnete selbst mit bcm Drücker und strich leise, mit abgewandtem Kopfe an der halbasfenen Küchentür vorüber. Aus der Küche quock Etz- aeruch und die laute, breite Stimme seiner Schwiegermutter, die Miete ausschalt. Frau Wiedenbrinck war beute schon den ganzen Morgen über ohne sichtbaren Grund mißgestimmt gewesen, hatte mit den Leuten gezankt, mit Elfe geschmollt und sogar dom Sckiwiegersohn, dem sie sonst mit respektvoller Unterwürfigkeit begegnete, eine muffig?, saucrtöpsisc!)e Mcene gezeigt. Hans stieg die runde Treppe enwor, nicht in Spruw- gecr, wie damals, als er Marie «mgohott, sondern langsam, fast schtverfällig der Widerwille stieg mit ihm empor. Oben ging er sogleich ins Eßzimmer zu seiner Frau — denn Elfriede hatte seit einigen Tagen ihr schönes Südzimmer als zu schade für tägliche Benutzung auf Rat ihrer Mutter wieder abgeschlossen, und die bedeutend kältere und unfreundlichere Eßstube bildete seitdem wieder den allgemeinen Wohn- raum der Familie, Hans aber hatte sich, da sein kleines Schreibkabinett unheizbar war, schon seit den ersten kalten Herbsttagen ganz oben, in Maries ehemaligem Fremdenstübchen, mit seiner Arbeit einguariiert und schlief auch dort seit der Geburt des Kindes. „Ich Hab' mit dir zu reden, Elfe", sagte Hans sogleich beim Eintritt. „Deine Mutter ist unten, das paßt gerade — ick) komme ja kaum mehr dazu, etwas mit dir allein zu besprechen. — Wann soll Bubis Taufe sein? Mir müßten uns nun wohl endlich entscheiden! Ich war vorhin ein Biertel- stündchen bei Phipp, und da —" „Schon wieder!" unterbrach Frau Elfe grämlich. „Al'e paar Tage gehst du zu dem! Das ist doch übertrieben und hat gar keinen rechten Sinn mehr —" „Keinen Sinn? Na, erlaube mal — Phipp kann doch jetzt noch nicht gut wieder zu uns kommen! Ec will übrigens bald verreisen — auf ein paar Wochen zum mindesten — nach dem Süden — Doktor Miumler wünscht, das, und er kann sich's ja jetzt leisten, Haus und Apotheke sind bei Liese und seinem Neffen in guten Händen. Da er aber doch bei unserem Jungen Gevatter stehen soll, und ich ihn gern selbst dabei hätte —" Adermals fiel Elfriede dem Gatten ins Wort. ,Hch wünschte, du hättest ihm gar nichts davon gesagt!" ksgte sie mürrisch. Hans fand wieder, sie würde ihrer Mud- tcz ähnlich, sobald sie mißmutig aussah. Das reizte ihn. „Warum nicht?" fragte er ziemlich scharf. „Ich wäre wirklich begierig, zu erfahren, was dich plötzlich anderer Meinung gemacht hat! Deine Mutter vielleicht?" „Mama?" Elfriede lächelte erstaunt. „Wie kommst du aus die? Die hat doch gar nichts damit zu tun — über Bubis Katen haberr doch nur du und ich zu bestimmen." „So! Ich freue mich, daß du das einsiebst. Also — ehe sie wieder nach oben kommt: Wann soll die Taufe sein? In acht Tagen? Länger könnte Philipp keinesfalls warten —" Elfriede stand langsam auf — sie benahm sich inimer noch ein bißchen als Kranke, sie fand das sehr interessant — sie tat ein paar Schritte und blieb dann nachdenklich am Mitteltische stehen. „Ich wollte eigentlich bis nach Mamas Abreise warten!" sagte sie nach verdrießlichem Ueberlegen. „Sie ist doch' nun bald lange genug hier-es war ja sehr bequem für mich, aber es muß doch schließlich alles ein Ende haben!" Hans, der nach seiner Gewohnheit auf und ab gegangen war, blieb überrascht stehen. „Ich dachte, du würdest gerade wünschen, daß deine Mutter bis zur Taufe hierblieve — und am Ende muß sie doch wohl selbst Gevatter stehen — sie oder der Vater —" sagte er zögernd. Elfe schüttelte lebhaft abwehrend das hübsche Köpfchen. „Eins von den Eltern? O! Das fällt mir nicht ein! Was hätten wir wohl davon!" ries sie — „Aber — werden sie das nicht übelnehmen?" Die liebevolle Tochter zuckte gleichmütig die Achseln. „Möyen sie. Ich kann's nicht helfen. Ich werde doch un- serm Bubi nur Leute zu Paten aussuchen, von denen er mal wirklich was hat. Mama scheint sich freilich in der Tat eingebildet zu haben, daß wir sie oder den Vater bitten würden — sie sprach heute früh beim Aufstehen davon, daß Papa und Else doch wohl auch zur Taufe herkämen. Das sollte uns passen, nicht wahr? Ich habe ihr gleich erwidert, daß wir noch gar nicht wüßten, wann das sein sollte — und daß nur. nicht beabsichtigen, den Tag groß zu feiern. Seitdem ist sie schlechter Laune. Langrveilig, nicht wahr? Ich wäre ganz froh, wenn sie so bald als möglich abreiste!" „Das ist sehr unrecht von dir — deine Mutter ist sehr gut zu dir gewesen, diese ganze Zeit über, Elfe," sagte Hans vorwurfsvoll. Er tadelte sich selbst damit, denn er wußte insgeheim, daß auch er froh sein würde. Die kleine Frau schien ihin das aus dem Gesicht abzulesen. Sie flog plötzlich mit der alten spielerischen Leichtigkeit in seine Arme Utrd bot ihm lachend den Mund zum Kuß. „Tu nur nicht gar so brav — alter Brummbär!" sprach sie heiter. „Dir ist sie schon lange lästig geworden, das weiß ich wohl— bu ahnst gar nicht, was du manchmal für ein fürchterliches Gesicht aufsteckrest, wenn wir uns beim Essen oder nach dem Abendbrot zusammen unterhielten." Hans sah nicht ohne Rührung in das liebliche innge Gesicht. , ; „Da hast du doch also mal an mich gedacht, nicht nur an dich selber —" sagte er sinnend. „Na, man kanti doch nicht immerzu nur an sich selber denken! Also, du gibst zu, du gestrenger Gebieter, daß du auch gar nichts dagegen hast, erst wieder du Weilchen mit mir allein zu sein —" „Ich glaube, es wäre gut — für uns beide gut," sagte Hans mit einem Seufzer. „Deine Mutter— ohne es zu beabsichtigen natürlich — entfremdet dich mir —" ^ „O, du bist ja eifersüchtig!" rief Frau Elfe in helleni Triumphe. „Nein, nein — das nicht, du mißverstehst mich —" „Doch, doch — es ist so. Und ich finde das schrecklich nett von dir! Es tut mir wohl, weißt du. In der letzten Zeit warst du gar nicht mehr so nett zu mir wie sonst; also daran war Mama schuld! Und mit den Leuten verträgt sie sich auch nicht. Ich Hab' immer angst, daß die Mieke uns kündigt. Jetzt, wo sie endlich ein bißck-en Bescheid weiß. Und zu sparen versteht sie nicht — wir verbrauchen jetzt eine entsetzliche Menge Geld!" Ha,ns machte sich hastig aus den weichen Armen frei, die ihn zärtlich umschlangen. (Fortsetzung folgt.) KrWings! lumen. Von Dr. E. Scheibener. In so mancher Gegend glaubt das Volk ivoch gemeinhin an den Kornregein, der es mit aber glaub csck-ec Scheu erfüllt. Wir aber wissen es längst. Der „ftornregeu" rvird verursacht durch die Knöllchen eines unserer liebsten Früh!ingsgeioäch \t, des Scharbockskrautes (Nanunculus sicaria). Das Pflänzchen entwickelt diese Knöllchen in seinen Blattachsen, also — im Gegerrsatz zur Kartoffel — oberirdisch. Nachdem die Pflanze verblüht und die Blätter vergilbt, bleiben die Knöllck>en, die unterdessen sich losköst^n, auf dem Baden zurück, um im nächsten Jahre zu neuen Pflänzchen auszu- keimen. Da die Pflanze da, wo sie vorkommt, meist in großer Gesellschaft iwäckLt, so liegen nach Schlich ihrer VegetationsPeriode die Di öll che n oft in großer Zahl umher und so konnte der Glaube an einen „Kornregen" leicht entstellen Wer für das reizende Gewäcl)s sich lveiter interessiert, dem sei gesagt, daß eS nierenförmig gekerbte, settglänzende Blätter besitzt, weiterhin drei Kelch- und acht oder mehr tiefgelbe, glänzende Blütenblätter. Eine Unzahl von Benennungen kommen der Pflanze zu, das Schicksal eines jeden über luetoe Strecken verbreiteten Krautes. Die 'gebräuchlichsten sürd Feigwurz imd Scharbockskraut. Teö altberühmte Mediziner und Botaniker Rudolph Jakob Cainerariuß brachte da schon seine iErörterungen: „Die Erfahrung gibt, daß, dieses Kraut eine souderlick-e Eigenschaft hat, die Jeigivarzen zu vertreiben — danneuhero eg auch den Namen führet —, so daß man die frische Wurzel samt Blättern zerstoßet und überlegt, oder das Pulver darauf streuet. Die Wurzel wohl zerstoßen mit einein süßen, gebratenen Apfel vermisck-et und wie ein Pflaster übergeschlagen, stillet wunderlich die Schmerzen der Feigwar-en. Die Blätter dieses Krautes unter dem Salat gegessen sind gut wider den Schar- bock (Skorbut)." Daher rührt der Name Scharbockskraut. Noch beute dieneu indessen die Blätter des KvanteS als Hübnerfutter, so in Siebenbürgen, loo es Hänkelzelat (HänKck-Hühnchen) heißt. Der Kärntner nennt es Zigeunerkraut oder Zigeunersalat, iveil nach seiner- Meinung die Zrgeuner es m Salat beseiten. Leicht verständlich ist ums nach den gemaltstem Andeutungen des Oester- rcichecs Bezeichnung „Erdgerste" oder „Himmelsbrot". In einzelnen Gleichen werden die erwähnten Knöllchen gegessen. In Nordböhmen heißt die Pflanze Brrtterschmirgel, in Nioderüsterreich wohl 176 weg^n bcr Fcrrcke ifywr Mitten Sch-malzb'kmre, in Schwaben Stern- tiümle, in der Ccknottz Gliserli. ^ ^ ^ < In Busch!)o1z des Waldes beginnt letzt der Seidelbast (Daphne Mc-erenm) seine süßdust-cackerr, z-arten Blii.en anszubreiten. Manche Sage hat ihn Min (^gcrjuanb ihrer Kunde, insonderheit die chrflt- liche Legende. Nack> ihr soll er ernstnxals ein stolzer Baum gewesen sein. Da zimmerten die Inden Christi Kren» ans seinem Holze und vom göttlichen Flucht getrvssen, schwand er imn^er mehr dahin, bis er' zum bescl-eideiren Waldsträuchlttn io-urde. Immerhin hat er noch große Aöacht; bem der Tiroler- behaliptet heute noch Iteif und seit, haß. man mit Seidelbast den Gottseibeiuns selber festbinden könne, wol>er er denn auch die Pflanze „Wolfsbast" nennt. Der Wols war be3 Donar Begleiter, und da von Dlonar anr der altderitschen Mythologie vieles auf den Teufel überging, so wncke der Wolf auch des Bösen Begleiter. Die Be-eüÄinng „Wolfsbast", verrät also in diesem Zusauiiucürhcm.g mythiscljen Ursprung. Lieblicher lautet die grüxhist^ Sage. Der betäubend süßr Duft, die zarte Farbe her Blüten, der verborgene A^feittlxilt der PflarM im Walde, hatten es dem Botte d-? ' alten Griechen angetan. Und so ivar.sie nicht immer die besa-eidone Pflanze getvesen, denn einst lvar sie eure Nympl>e, deren Scl>önl-eit das Herz Apollos in Liel*e zu ihr entflammte. Sie aber schenkte seiirem ungestümen Werben kein Gehör Mid floh vor seinem Drängen. Immer heftiger verfolgt, bat sie inl Gebet Zeu.s um seinen Schutz, und so vern-arrdelte er sie in eine Pflanze, deren Namen Daphne ihr Gedelikcn auf etvig fottpflanzt. Aber wie so nianche Pflanze, die durch ihrer Blüten Schönheit uns erfreut, zugleich durch ihre Gistigkeit z.n Vorsicht uns ermahnt, so auch die lockende Daphne. Schon ihre Ri.stx lit ziemlich scharf Und äußert sich nach Durand durch lnenm.'bc? Kratzen in Mund und Hals, Durstgefühl, Erbrechen und Dnc.hchll. „3u schweren Fällen narkotische Nebemvinung m.ii Sstrwllckch, Betäubu-lg und Kämpfen, ja selbst Tod. Zehr: bis zwölf Beeren sollen einen Erwachsenen m töten vermögen. So ist tzlso der vielfach gebräuchliche, ichveizerrsche, Name „Gistbäi'.mli" nur allzu gerechtfertigt. Sonst heißt der Seidelbtist in der Schweiz auch Zeiland oder Z-erdel, woher e?vn die Benennung! Seidelbast. Zeiland uemrt ihn auch Gottfried ftvUer; tm Grünen Hcmttch spricht 'nan von der Pflanze Duft des Schönfund Pflegetochter. Die tLxnlUuft der VezcickMung Zeüaick ist nach Sohns nicht ganz sicher fes^ustellen, leitet sich euppedkr bo-rn Worte, zeidel her und bringt den Strauch somit den Bienen in Verbitckmng (alth. zi'oal, daher'zidalari-Zeidler, Bienenzüchter), die allerdings di? Blüten der Pflanzen genre aufsuchen, oder geht nach Grimm sogar auf Zin, den Gott des lichtem FrühlmgShimmels zurück, wenigstens mar im germanischen Altertume die Pflanze als fAio- Imta dem Ziu heilig. Die Oberösterveichrsche Benennung Zlvilinde und uaeb mehr die schnvi^erische Zibnrde (Giattal) niackjeni dre Grimm'sche Annahme in der Tat im hohen Gmde nmhrschein!ich. Dazu kommt noch, daß, auch der altuoevische Name „Tyridr", sie zu Ziu (altiwrdisch iTy) zu stellan und damit als Frühlingsblume zu bezeichnen sch int. In Siebenbürgen ecimlenr ihre Blätter an den Lorbeer; man il-tunt sie dort Waldlorbee?, in Nordböhmen aber Buschweih.', weil man dort ihre Blätter denen einer Weide vergleicht. Sonst heißt der Seidelbast allgemein auch Kellerhals. „Fischart" schreibt Söhns, „u.ck der Leipziger sind mit der Ableitung des Wortes bald fettig: ,.des Keller- Hals" erklärt jener zwanglos, dieser schon etioas gewaltsamer Kellersalz. Tie Wissenschaft leitet ab vom althochdeutschen erhellen, englisch quell--- quälen, plagen, macht den Kükerhalz also zu einem Krautze, dessen Genuß dem Halse unangenehm ist. Tatsächlich verursachen (nie ja bereits angeführt) die roten Beeren, wenn sie Lei Halskrankheiten als Gewaltmittel angeioendet werden, stattes Brennen. „Bitter, beißend mrd brennend ans den Zungen" meint Camerarius. Diese unangenehme Eigenschaft wird in inan che n Gegenden geradezu mit der des Pfefsers vkrglichen. PLperblume he itzt? daher die Pflanze in Ostfriesland und Mecklenchurg, Päper- busk (Busch) an der unteren Weser und Pfefferblümchen in der Eifel. Auch in der- Heilkunde spielte der Seidelbast seine Rolle. Irr früheren Zeiten allerdings wert mehr wie heutzutage, wo er meist nur noch zu Pflastern und Salben Verwendung findet, so in der Allopathie bei rheumatischen ruck gichtischen Leiden. Auch hat ihn die neuere Natu rheil künde wieder aufgenommerr, gegen Alters- schwäche, >Knochenhcrutcnt!zü.rrdrinaen, nässende Flechten, Gesichts- schmerzen, Rotlauf und Kvuchhusten. Ob es freilich voll Wert sein dürfte, derart gefährlich Mittel der breiten Masse zugänglich zu wachn, bleibe dahingestellt. Weit unschuldiger sind andere BolksanWendungen. So wird die Pflanze, das lieistt ein Absud davon, als Mittel zur Vertilgung des Ungeziefers verwendet, daher sie in Gera Lausblume heißt, auch Länsekraut oder' Lausholz, deshalb auch legt man im Gothaischen den Ziegen emnr aus Ruten des Strauches geflochtenen Ring um den Hals, da diese gerade am Halse sehr van Läusen geplagt iretten. ßtn St. Gallischen heißt der Strauch Warzenbast, tveil man da den M einer Art Pflaster errmnchlen Bast für ein wirksames Mittel gegen Warzen hält. In Tirol bindet lnan sie sich gegen Krämpfe Üm die Füße und die Belvohner der Nahegegend sind der cheichen Meinung. So heißt sie da Eleirdsblunve. „Elend" als Bczerchrung epüeptischer Krämpfe findet sich vielfach in deutschen Gatpen^ besonder- Jjäjul'ig m mrd um Bveinnr. Hoch oben in der Welt der Berge hat der Seidelbast seim Brüder, wo der wohlrieck>enüe Seidelbast (Tavbsre oneorum) daK Gestein schmückt. Er kstiwet dort omi Den Früh.ing, wenn sein talbewohnender Verwandter längst verblüht. Vevnissehtes. * Seltsame Eheschließungen. MS eine der aller- merkwürdigsten Formen von Eheschließungen sind sicherlich die M betraästen, bei denen der Ehevertrag sozusagen mu Blumen, Früchten oder Pflanzen, ja selcht mit Gerächchrcten. wie Basen oder Krügen, geschlossen wird. Bei der: Nemar ttt Nepal z. B. wird jedes Määdchen schon als Kind mit einer Bel-Frucht verheiratet^ die mffii dami rmch der Feierlichkeit in irgend einen chrli^en Fluß ,birst. Das schließt natürlich die spätere Gattzsrwaht nicht aus-'. Fällt aber die neue Ehe nicht nach Wünsch aus, so Sann die junge Frau sich selbst in sehr beguenrer Weise von ihrem reuen Ehemarm scheiden lassen. Sie braucht nur eine chtzel-Nutz unter das Kvch- kissen ihres Gatten zu legen rcnd Saun dann einsack von danueir gehen. Durch die Ehe mit der Bel-Frucht wird auch den Wittven die Wi^Xttverehelickung ermöglicht. Demi nach der Ausckmmng der Ne war kann ein Weib ihres Stammes überhaupt niemals eine «twe iwccden, da die Bel-Frucht, mit der sie Mer st vernrWt tvorden »viar, als immer noch existierend betrachtet wird. Bei den Kalva Km bis in Gujarat bestaun) die Sitte, daß dir Eldevrr ein heiratsfähiges Mädchen, für da- sich noch kein Nrmttigam gefm'deü l)atte, tmit cinem^ Blunvenstranß vermählten. Am nächsten Tags, wernr die Bühnen tzil «velksn beginnen, wirst man sie m einen Brunnen, und die Braut von gestern rvird von jetzt ab als Witwe betra-ck-iet. Da es iaber bei den KÄlva KunbiZ im Gegensatz M andern indischen Boiltzstammen Sein öffeittltches Aergernis erregt, tvenn eine Witwe sich Meder verheiratet, so kann sie sich »vieder ernert Gatten suchen, der ihr zusagt. Im imteren Himalayagebiet pflegt mosur and Konstanrinvpel - sich entschlössen. Anstzalt«r für ^ Bfltx telegraplste einzurlckten. Für die Uoberimttlimg, so teilt der . „Promerbeus" mit, kämen die TÄsgrvpheav- rmd Telephonlettungen in Betracht, die Telephonleitungen auf kürzere Strecken, nne ettva Berlin-Wien, während 'für die größeren Entfenrmvn, etma Berlm bis Konstantinopel, die Telegraplxmlinie l-era'we^gen wer cum müßte. Wenn etwa die zwischen Berlin und Wren bestttn'rcden Ferm sproästeitungen eine Viertelstunde lang so ge^'.alvn dan sie die Mdtelegraphenanstälten in den beiden Stv.dtert verbinden, dann würde dcrs genügen, rmr txrs Bild eines EreigrnsseS. das m am Nachmittag in Berlin abgespielt hat, be«':tS am nächttn Tage in den Wiener Morgen zeit! mgen brirrgeu zu könue,r. Ärcf der verhältnismäßig langen Strecke Berlin -Konstant««i^el würde unter Benutzung des hier im Betriebe befmdlcck-en Liemens-Erell» telegraphen in etma einer Stunde ein Bild übertragen werden können. Tie hauptsächlÄLten Kosten der telegraphischen Budüber tragung »vürden dre Bciurtzurigsgebühren für die Lettinig büdAt, die in den verkehrsfvesLN oder -armen Stmckc^tt ähnlich iw w.i den Briestelegrannnen, wohl zn ernrästi.-len Sät^n zur -e-a stlgnng gestellt tverden könnten; die Kosten einer Bikdteleg^ apheiv curstatt würden envrr .'>000 bis 6000 Matt betragen, u.w iür dre nur still udr' nweise erforderliche Bedienung eiiur svbhen An stall genügüm ein Ingenieur rock eilt iifer; die Stoffen_ iui den Betttebsström nick die plvtographisätzn Matecüflüx. st>ck um gerrua, so ba\\ ttzrs vorgeschlagene Urnentel/iuen n«E arm rckttl.'l. erscheint. Sache der großen. Ztttungeu tnäre es, sich v- •> vn’ schlag cs allzunehmen, aber auch dir R^ilermm der dctstmtm Staaten müßten daran mitarbeite-u. lheber den Wett des 176 als Werbemittel braucht kein Wort toeiter verloren zu tverden, und daß ein solches Werben durch Bilder gerade in den Ländern, die torr wirtschaftlich erschließen trollen, be onders zweckmäßig wäre, bedari auch keiner weiteren Erörterung. * Drahtlose Telephonie zwischen Newyor kund San Franzis ko. Von einem bedeutenden Fortschritte deö drahtlosen Tclephonie berichtet die neirgegründete, in Göteborg erscheinende Fachzeittmg für drahtlose Telegraphie und Telephonie ,,Rabio". Wahrend des Krieges soll es den Amerikanern gelungen sein, die gewaltige Entfernung zwischm Newyork und der San Franz csko-Bucht mit Hilfe drahtloser Telephonie zu über- Jjxnmeit, uni> der Vorsitzende. der American Telephone and Telegraph Company in Newyork soll sich bereits in einem drahtlosen Gespräck>e mit seinetn ersten Jnm'nieur unterhalten haben, als dieser sich auf Mare Island in der San Franziskobucht befand. Allerdings wurde das dralftlose Gespräch dabei nur in einer Nick-- tuug geführt, nämlich von Newyork aus über Arlington nach Mare Island, tourend der Ingenieur in umgekehrter Richtung die Telepl-onleitung benutzte. die zur Nachprüftmg nötig war. 7Die Sendeitelle hvar dabei iiicht in Newyork selbst, sondern in Arlington, so daß du tatsächlich überwuiidene Entfernung Arlington—Mare- Jsland rund 4000 Kilometer beträgtz Die beiden Serrde- rmd Emp- fangsstellen für drahtlose Telephonie, gleichzeitig aber and) einige andere würden aus die gleick>e Wellenlänge 6000 Meter abge- uimnll; die drahtlose Serrdung erfolgte dort antoinatisch aus dem Wege über die Drahtleitung Newyork—Arlington. Die Stärke des Antennenstrvmes belief sich während des Versuches auf etwa 100 Ampere. Anscheinend konnte das dvahtlosH Gespräch ans Mare Island vollkommen ausgenommen werden, ja andere Empfangs- stellen, die erheblich weiter entfernt liegen, tonnten Bruchteile des Gesprächs auffangen, so die in Tarien (Panama), und die im Pearl Harlar (Honolulu), womit Entfernungen bis zu 7800 Kilo- nretern durch die dra'Klose Telephonie überwunden wären; wenn sich die Nacknickten von biefen erfolgreichen Versuchen im vollen Umfange bestätigen, rückt eine dvcchllose Telephonie zwischen der alten und der neuen Welt in greifbare Nähe. Die Hmrptschwierig- knt. bte noch zu überwinden ist, liegt wohl in den störenden atmo- spl/ärischen Emflüssen. Ein amerikanischer Fachmann, dessen Name ans dem Gebiete der drahtlosen Telegraphie mrd Telephonie auch bei uns wohlbekannt ist, Professor Pupin, behauptet auch diese Schwierigkeit bereits überwunden zu haben. m )— Sterilisi ertc Butter. Als bestes Mittel zur Konservierung von Butter wird neuerdings das Verfahren der Sterilisierung empfohlen. Seine Vorteile bestehen, wie einer Schilderung von Marie Führer in der Deutschen Landwirtsckxrftlichen Presse ^u entirehmen ist, darin, daß sterilisierte Butter viel schmackhafter ift als die ausgelassene langeingekochte Butter, sowie daß sie hinsichtlich der Menge viel qusgiebiger ist. da sie nicht an Gewicht verliert wie beim Verfahren des Auslassens. Sowohl Süßrahmbutter wie Mich sauere Landbutter lassen sich leicht sterilisieren und halten sich dabei mindestens ebenso frisch und wohlschmeckend, wie wenn sie früher eingelegt lvurden. Zirm Zweck der Sterilisierung! die Butter in kleine Stücke geschnitten, die man in Einmach- gtäfer mit Gummiringen legt, wobei sie nicht höher als drei Finger unter den Rand reichen soll, damit die Gummiringe nicht burch daS aufsteigende Fett undicht gemacht werden können. Bei Mangel an regelrechten Konservengläsern kann man Mich gewöhnliche hohe Dunstgläser verwenden, die mit doppeltem, in beipes Wasser getauchtem Pergament:>avier überspannt werden. Tie so gefüllten Gläser werden in den Sterilifationsapfxrrcrt gebracht und vcwbleiben daselbst 30 Minuten bei 85 bis 00 Grad. Bei diesem Verfahren setzt sich die Milch 511 Boden. Wenn später die Butter gebrauch: rvird. stellt man das Glas in ivarmes Wasser, und sobald, der Jnlxrlt flüssig geworden ist. schüttet man ihn in eine Lchüftel. Bevor die Butter in dieser zu erstarren beginnt, wird sie mit der sich unten ansammelnden Milch ordentlich ver- rül/rt. so daß sich Milch und Fett wieder genau so verbinden wie tm* Naturzustände der Butter. Der Haupttvert der sterilisierten Butter liegt also darin, daß nichts von der Milch verloren gelst, wodurch die nick ihr geke>chten Speisen leichter gebräunt werden können, als mit eingekochter Butter. Zwisck)en fti scher und sterilisierter Butter ist demnach überhaupt kein UnterschiÄ) zu erkeunen. rmed er erlangter ^reihert im bürgerlichen Leben sich betätigen, daL ist der Inhalt des außerordentlich scannenden, tief schürfenden Buches. Tas Unterhaltungsbedürfnis des Diwchschnittsleiers wird durch tue spannende itzabel befriedigt, wie der Wunsch des anspruchsvolleren Lesers nach gedankenreicher Gestaltting durch die ferne Psi-chologle urrd durch die ausgespoochen soziale Note, die dem Roman eigen ist. — A l b e r t H. Rausch: Jonathan —Patroklus. — Verlag von Egon Flerschel & Co., Berlin W. — Preis 3 Mk. — Nach den zarten Dichtungen der „Flutungen", dieses frühen Buches, das alle Geschehnisse in den Gefühlen auslöst, aus denen sie entsprangen und mit Abftcht jede scharfe Kontur verivischt, nach der „Südlicher» Reise", dieser wurrdervollen Vision von dem, was wir den ,Süden^ zu nennen pflegen, offenbart uns Wert H. Rausch in seinem dritten Prosa-Buch: „Jonathan/Patroklus" eine ganz neue Sette seiner Kunstlerschaft. Jrn Frühjahr 1914 — also lange vor Ausbruch di-cies Krieges — beendet und in nichts durch ihn beeinflußt, gcht dieses neue Buch in seinen beiden Erzählungen, die sich an dre bekannten Heroengestalten der älteren jüdisckien und griechischen Gesckuiüte anlehnen, plastische, fast primitive Gestaltungen menfch- Ilcher Beziehungen, deren Hintergrund, deren - Atmosphäre, deren Rahnren und Lebcnselement der Krieg ist. Tie cinfaü-en, allgemein bekannten Gegebenheiten der Wassenbrüdersckwften Davids und ^onathans, Achilleus' und Patroklos' sind, wundervoll vertieft und erhellt, gesehen mit dem Auge des geborenen Dichters, das alle Entfernungen uub Fremdheiten längst versunkener Külturen leicht durchdriugi uno nur noch das rein Menschliche spürt und hervorholt, das vor tausenden von Jahren deilselben Gesetzeil unterlag- wie heute, denselben leidenschaftlichen Trieben, denselben Erliebuu^ gen, Erlösungen und Zerstörungen. Nur die Form seelischen Erlebens kann sich ändern, die Substanz der menschlichen Seele ist unwandelbar. — Beide Dichtungen sind voll tiefer, einfacher Tragik und Größe. Alles in ihnen ist auf die ganz schlichte, schmucklose, große Linie und Geste gestellt Die Sprache ist einfach, knapp, hin- ^lßend in Bild und Rhythmus. Sie verlangt nach dem gesprochenen Wort, sie durchbricht nicht die Gesetze des Prosastiles, aber sie ist dennoch nichts anderes als eine unendliche Strophe. — Der junge vornehme Deutsche, der werdende und der gewordene, und alle, die dem Sinn einer ganz reinen Krinst nahestehen, werden die Freunde dieses Buches und seines Schöpfers werden. — Hilfe für den kriegsbeschädigten Land - fturmmann. Auch unserer wackerer 'L-andstnrni hat gleich seinen jüngeren Kameraden nach Kräften dazu beigetragen, das Vaterlands zu retten. Die kriegsbeschädigten Landsturm leute und ihre Familien bedürfen daher ebenfalls der werktätigen Unterst ützcrng und Fürsorge. Es nmr daher ein ganz ausgezeichneter Gedanke der Pcinzeftm Sophie Charlotte von Preußen, der Ge- inahlrn des Prinzen Eitel Friedrich, ein Bilderbirch voni Laudstnrm- mann herauszugeben, dessen Reinertrag zur Unterstützung der kriegsbeschädigten Landstnrmle'nle und ihrer Familien bestimmt ist. Das 48 Seiten umfassende Buch, das in vortrefflicher Ausführung starkem Kartmr 24 farbige lustige Bilder aus dem Landsturmlebcn mit errtspr«henden Humorvollen Versen anfweist, ist soeben erschienen und znm Preise von 3 Mark in allen Buchhandlungen erhältlich. Von jedem verkauften Exemplar werden 60 Pfg. der Unterstützungskasse der Prinzessin Gitel Friedrich von Preußen für kriegsbesckwdigte Landstu ruckende zugeführt. — EinLillerRomanvonPaulOskarHöcker (Verlag von Ullstein u. Co., Berlin). (Preis 4.50 Mk. broschiert. 6 Mk gebunden). Das neue Werk Paul Oskar Höckers ist ein Zeitromans die umfassende Gestaltung des im Sturm der Kriegsjahre auS nächster Nähe Erlebten. Nicht das kleine Menscheuschicksal war hier entsckjs, mit heller, lustiger Sttaßeninusik an hebt. Seine gmrze Erzählerknnst hat Höcker für diese Figuren und Stimmungen aufgeboten. Ergänzukigsrärsel. VLchertisch. Hermann Wagner: Tie Rächer. Roman. — Verlag von Egon Fleisck>el L Co., Berlin W. — Preis 4 Mk. — Tiefer Roman ist gewissermaßen zeitlos. Als wenn die große Umwälzung, die unsere ß