Pechmarie und Hans im Glück. Die Geschichte einer Jugendfreundschaft von C. v. D o r n a u. Nachdruck und Uebersetzungsrecht in fremde Sprachen Vorbehalten. (Fortsetzung.) Marie saß gerade und steif auf einem Rohrstuhl ihr gegenüber und besah sich den ungebetenen Gast. Bisher war er' mit einer Gelenkigkeit und Flinkigkeit umhergehnscht, daß sie den undeutlichen Eindruck eines losgetaslenen lless- chens einpfing. Nun sah sie, daß das schmale Gesnhtcyen auch von geradezu affenartiger Häßlichkeit war. „Meta und ich, wir sind sehr, sehr innig befreundet/" plauderte ihre Besucherin unterdes. „Wir haben ja auch jedes nur noch das andere — wir stehen völlig allem und verlassen in der Welt. Das ist bitter und schwer zu ertragen r- nicht wahr, Fräulein Krumpa? Aber srellich — Sie werden davon nichts wissen —, Sie haben gewiß unzählige liebe Freunde und Verwandte —V „Da irren Sie doch," sagte Marie kühl „Mir geht's gerade so wie Ihnen. Nein, noch weniger gut: Meme alte Kamille ist der einzige Mensch, den ich in der Welt habe. JD, Sie Arme! Sie Aermste! Kamille-das ist Ihre alte Wirtschafterin, nicht wahr? Ja, von der werden Sie allerdings wohl kaum geistige Anregung empfangen! Da haven's Meta und ich doch wirklich besser. So verschieden wir sind wir sind sehr verschieden so gut verstehen wir uns doch. Wir lesen, wir Plaudern, wrr phllo,o- phieren. Sobald wir Feit haben, natürlich. >zch spbzrell habe ja natürlich viel zu tun. Obgleich unser Pensionat leider nicht voll besetzt ist. Nein, leider nicht. Sieben Zimmer und nur vier Logiergäste. Ja, es ist bitter. Wir müssen uns plagen. Mer wir tragen's doch gemeinsam - nicht wahr?" . ^ „Das ist die Hauptsache," sagte Maria, zum ersten Male sympathisch berührt. Sie übersah erst jetzt, wie fadenscheinig das schwarzseidene Mäntelchen, wie dürftig der Federschmuck auf dem Hute ihrer Besucherin war. Eine ehemalige Schauspielerin!'Die sich jetzt mühsam ihr tägliches Brot mit Zinnnervermieten verdiente! Mehr schien ihr „Pensionat" doch nicht zu bedeuten. Und die andere Freundin, die stolze, stattliche — Wenn sie wirklich die „namhafte" Sängerin wäre, für die sie sich -anscheinend selbst hielt, hätte sie wohl kaum nötig gehabt, den kümmerlichen Lebenserwerb der Freundin 51 t teilen. — —' — Ein warmes Mitteidsgesühl wallte in Marie aus. Unb, vielleicht zum ersten Male ein Dankgefühl gegen den tpten Wohltäter, der sie ans dieser Kleinlichkeitsmisere für immer hermtzögeh-o.ben, ihr die Möglichkeit der freien Selbstbestimmung gegeben hatte, Ihr Gast plauderte unentwegt tveitev, währen- sie nachdenklich .urzuhören schien. Hans Jmhoff hatte eS gesagt: Marie verstand so prachtvoll zuzuhören! Die Mitteilungen ver kteineii Schauspielerin wurden immer persönlicher, hmtter herzbrechender Dazwischen spazierten die munterer Aeuglein unbefangen im Zimmer hin und her durch die offene 9?ebeutür ins Speisezimmer hinüber, wo jetzt Krv- mille erschien und sorgsam den Eßtisch zu decken begann. „O, Sie haben's ant!" seufzte Fiddi Moll plötzlich — mitten in die rührselige Schilderung einer schmachvollen Intrige hinein, die sie einstinals vom Pyrmonter Kurtheater vertrieben hatte. „Sie habeu's gut — nicht tvahr? Ich sehe Ihre alte Wirtschafterin nebenan checken — wie pünktlich und eigen sie das macht! Sie ist sehr tüchtig —^ nicht lvahr? Wir haben immer schlechte Dienstboten —> Sie können sicb's gar nicht vorstellen, wie viel Not und Aerger ich damit habe — „O doch!" sagte Marie freundlich. „Ick) verstehe es sehr loohl. Ja, Sie haben recht, mir geht's gut mit meiner alten Kamille. Sie ist fteilich auch nicht eigentlich ein Dienstbote, sondern mehr eine alte, lieoe Freundin mto Vertraute." Sie stand auf, iutb der Gast erhob sich gleichfalls ellvas rstaunt. Es kanr Marie eben so vor, als ob der Besuch mn lange genn oürde außer si gedauert hatte, und sie nmßte, Kamille niivv uupci | mj sein, wenn dev Fischanflauf verdürbe. Üarie hatte ja nun bereits gelernt, daß ein Auflauf kem mg es Warten verträgt! t t .. Sie reichte Fräulein Fiddi Moll verabschiedend me and und versprach, bald einmal nach oben zu kommen und eit Besuch zu erwidern. Fräulein Fiddi faird nach kurzer lerlegenheitspause. ihren Redefluß wieder; sie sagte Marre och tausend Liebenswürdigkeiten, und so lchloß diese »taats- und Anstandsvisite zll beiderseitiger Zufriedenheit, vmille betrachtete die fortgehende Fremde, die mich chr och rasch ein paar Begrüßungs-Worte widmete, mit mrß- .anischer Unzufriedenheit. „Was is denn das? Was will denn das bei dir 2" rnniinte sie, als knapp die Wohnungstür ins Schloß geilten war. Marie setzte ihr auseinander, daß das Fräulein eine 'ensionsinhaberin aus dem dritten Stock und die Freundin er netten Dame sei, die sie heute vorniittag auf der Hinter- ?eppe kennen gelernt hätten. „So! Von der!" Kainille schien leidlich besänftigt. „Das ; ein vernünftiges Frauenzimmer. Ich kenne sie schm: ie ganze Welle. Wir reden öfters zusammen. Sie hat mich uch schon 'mal geftagt, lvas du eigentlich wärst und so den auzen Tag cnrftugst Aber ich habe ihr geantwortet, du itest gar nichts — lvir hätten das' nicht nötig, wir waren Rentiers! Damals hattest du noch nicht die närr'sche Idee lll dem Koche::- und Wirtschaften-Lernenckvollen " — — — Avei Tage später gab Fräulein Meta Stll- ng ihre Bisllenkarte ab, während Marie ihren tägliche^ ewewlrßten Ausflug uirternahm. Marie hielt's rmn doch rr angebracht, sich für soviel Aufmerksamkeit erkeimtlich % U6 - 51t zeigen, unb sie stieg qm selben Nachmittag in die dritte, Etage hinauf. Ein P-appschild trug die Namen, mit roter Tinte kalU- araphisch schön hingemalt: „Friederike Mollenbrecher und Meta Stilling, Pensionat für In- und Llltsllinder". Die Korridortür stand offen, unb eine kreischende Weiberstunme rief drinnen, ehe mxh Marie läuten tonnte: „Nein, das tue ich nicht! Hier lassen tue ich ihr nich! Wenn Sie die Wäsche nich bezahlen können, nehme ich ihr eben wieder mit." ^ ^ „Mer — liebe Frau Müller —", erhob sich llangvoll eine ziveite Stimme, die Marie als die des Fräulein Meta Stilling erkannte. „Sie müssen dort) gerecht sein? Meine Freundin, die die Kcrsse Mhrt, ist gerade ausgegangen, und ich Hab' zufällig kein Geld bei mir —" „Kennen wir! Kennen wir! Airsreden haben wir immer? Nee, nee, diesmal lasse ick mir nich wieder übers Ohr hauen, wie die beiden letzten Male —. da ts auch immer noch nichts von bezahlt! Die Wäsche nehm' ick mit — Punktum — un verklagen werde ick Ihnen auch —f" Marie wollte sich gerade wieder leise zurückziehen und ihren Besuch ans einen gelegeneren Zertpunkt verschieben, als die Tür völlig aufflog und die „liebe Frau Müller" hohnlachend erschien, hinter ihr nrit stiller Duldermiene die Dame des Hauses. Sie erblickte Marie und errötete in peinvotler Verlegenheit, und auch Marie spürte, wie ihr das Blut ins Gesicht stieg ans ehrlichem Mitgefühl. Rasch entschlossen trat sie an der Waschfrau vorüber in den schmalen Korridor und drückte Fräulein Stilling, ohne sie anzusehen, ihr eigenes Portemonnaie iu die Hand. „Bitte," flüsterte sie nrit herzklopsender Befangenheit, „nehmen Sie dies — ja? Tun Sie mir den Gefallen und bezahlen Sie die Frau davon — Sie geben nnr's gelegentlich wieder —" Es tvar schwer zu eirtscheiden, wer von den beiden anderen am erstauntesten ans sah. Die Sängerin faßte sich zuerst. „Sie sind — sehr gütig," stammelte sie. „Sie bekommen das Geld — sofort wieder „Es hat keine Me," sagte Marie frohen. Herzens' und wandte sich taktvoll ab, während Fräulein Stilling sehr rasch mit der Waschfrau abrerhnete. Frau Müller hatte sich von ihrem erstell lvortlosen Staturen erholt und benutzte die günstige Gelegeilheit, um sich auch noch die beiden aus- stehenden Wäscherechnungen bezahlen zu lassen. „Es sind im ganzen einundzlvanzrg Mark und siebzig Pfennige," tvandte sich Meta Stittilrg nrit wiedergewom rrener würdevoller Ruhe an ihre Geldgeberin. „Sie gestatten, daß ich Ihnen eine Bescheinigung darüber ausstelle." „Mer das ist ja ganz uno gar nicht nötig!" rief Marie eifrig, während sie ihre erleichterte Börse tvieder einsteckte. Krau Müller ging kopfschüttelnd die Treppe hinab und stellte nnerlich fest, daß es doch noch immer viel dumme Leute in )er Welt gebe. Marie wäre ihr am liebsten gefolgt — sie ühlte sich unsäglich befangen und wagte es kaunr, Frau- ein Meta anzusehen Mer diese selbst schien ihre anfängliche Verlegenheit airss glücklichste überwunden zu haben. Sie ging mit einem liebenswürdigen Lächellr über Ma>- ries Antwort himveg, öffnete eine Seitentür unb forderte den Gast etwas herablassend auf, näherzutreten. Kein Wort ftel mehr über die leidige Geldangelegenheit, und Marie lauschte erleichterten Herzens der würdig abgemessenen, mit Zitaten geschmackvoll verbrämten Unterhaltung ihrer neuen Bekannten. Nach kaum zwei Minuten öffnete sich vorsichtig die Tür und Fräulein Fiddi Molls pikantes Aefschengesicht lugte hinein. „Ist sie wirklich ganz fort?" hacuhte sie ängstlich. Ihre Freundin stand würdevoll auf. „Wir haben Besuch, Fiddi," erklärte sie kalt. Jetzt sah Fränlcm Fiddi Marie und hüpfte freudig erregt auf sie zu. „O, und solch lieben Besuch -- nicht wahr!" rief sie glückstrahlend. Marie entging mit knapper Not einer Umarmung. Sie saß etwas benommen unter dem Wortschwall, Vr sich über sie ergoß. „Ich habe mich in der Speisekammer versteckt gehabt; ich fürchtete, das rabiate Frauenzimmer könnte im ganzen Hanse nach mir herumschnüfseln," erklärte Fiddi Moll höchst offenherzig. „Solch eine Unverschämtheit, an der Bordertür Ifu klingeln, als ob sie ein Besuch »väre —> bloß weil ich ein paarmal die Küchentür nicht aufgemacht hatte — nicht wahr? Die Leute sind alle voll eurer Unkulanz. — Wret bist du sie eigentlich schließlich los geworden, Meta? Ich sah die Wäsche im Korridor liegen-" Fräulein Meta hatte vergebens versucht, einige warnende, znnl Schweigen mahnende Winke anzubringen. Marie fühlte tiefstes Mitleid mit ihr und stellte rasch eine Zwi- schensrage nach der augenblicklichen Besetzung der Pension, der Fräulein Fiddis Redestrom sofort rn andere Bahnen lenkte. Erfreulich ward die Unterhaltung freilich auch nicht gleich; Fiddi Moll klagte erheblich. Aber ihre Freundin schnitt ihr endlich das Wort ab urrd sprach witzig, geschcidt, in wohlgenuideten Sätzen über das Berliner Pensionats'- Wesen im allgemeineu. Sie wurde rite persönlich. Ihre glatte, elegallte Unterhaltung lieh ihrell Gast die ersten unangenehmen Eindrücke vergessen, und heiter und angeregt ging Marie schließlich davoil. Sie hatte seit längerer Zeit den Umgang mit einer gebildeten, unterrichteten Frau, völlig entbehrt — wohl überhaupt noch nicht viel genossen — verwöhnt war sie jedenfalls nicht im geringsten und in ihrer erstickenden Herzenseinsamkeit fand sie's ebenso neu wie köstlich, daß man ihre Gesellschaft suchte und wertschätzte, schätzte, wie es hier ganz zweifellos der Fall war. —, — Vielleicht sprach da auch etwas geschmeichelte Eitelkeit mit. Fräulein Fiddis Bewunderung zum mindesten war gar zu naiv-schwärmerisch, um nicht insgeheim wohlzutun — die Hauptsache aber blieb doch immer: hier waren Menschen, die ihr Freundliches entgegenbrachten, denen sie Freundliches erweisen durste! Sie fand bald und immer öfter Gelegenheit, sich den neuen Bekannten freundlich zu erweisen. Ihrem unter Ka- milles Anleitung geschärften Haussrauenblick entging nicht, auf wie schwachen Füßen das Unternehmen der beiden Frenn- dinnen stand, wie wenig sie die Fähigkeit und die Mittel besaßen, es ertragreich zu gestalten.-Ehrlich und demütig schlug .sich Marie an die Brust und bekannte: „Grad so wär's mir unter ähnlichen Verhältnissen ergangen! Und sie ertrug Kamilles häusliche Herrschsucht mit heiterem Gleichmut, ja mit Dankbarkeit. Sie lernte ihr eigenes Heim höher schätzen, seitdem sie Einsicht in das zerfahrene, schmuddlige Hauswesen der Anderen getan hatte. Sie spürte auch ihnen gegenüber etwas wie dankbare Rührung.- (Fortsetzung folgt.) Des Dichters Sonntag. Dort PaulAlexanderScheitler. Tie Sonne war heute besonders früh aufgestairden und schritt majestätisch durch die Straßen der Stadt. Für jedes Fenster hatte sie ein Lächeln bereit, über jede Blume streichelte chr goldener Finger. Bon ihrem goldroten Atlaskleid schimmerte irr die verborgensten Gäßchen ein Zipfelchen, urrd wie sie strahlend durch den Tag ging, königlich, musizierte das Orchester der Pögel und harfte der mutwillige Frühwind in den Bäumen eine Sonntags-- musik. Tie Menschen saßen im Gotteshaus und sangen zum Orgelklang. Bor den bmtten Kirchenfensteru aber stand die Soime und lauschte und ivartete utib malte zum Zeitvertreib lauter bunt flimmernde Heiligenbilder an die Altarwände, lauter glitzernde, glimmernde Heiligenscheine. Es n>au, als wollten sich die blinkenden Lichtringlein zu Ketten und Netzen verschmelzen, mit denen die Gleißende die Menschen einsing und sie mrt sich nahm, hinaus iu die freie Gottes Ivel t. Wie jener sagenhafte Rattenfänger schritt sie voran, und aus oer Stadt folgten ihr reichgeputzte Menschen in me Helle Flur, in Wiesen, Wälder und Berge. Junge und Alte strömten ihr nach aus der eiMn Stadt, den sonnigen Lag zu genießen. Nur einer folgte der Lockende,, nicht, obwohl sie lange vor seinem Fenster stand uird winkte, wie eine Liebste, die auf den Liebsten wartet. Ter Dichter, der droben im Mausardeustübchen 1>auste, dem Himmel näher als den Menschen^ er hatte das Fenier aufgestoßen mrd blieb wie gebannt von der köstlichen Morgen- rische des Sonntags am Fenster gestützt. Er sah in den weit gespannten, seidig glänzenden Archer, in dem das Sonuengold wie in einen, Tiegel schmolz und kochte, er sah das Lichtgold Berge und Wälder überrieseln, sah es über die Dächer sich ergießen mrd auf die Gassen tropfen, sah es im Spiegel der Fenster anfblitzen und. selbst in der trüben Lache des Straßengrabens wie flüssiges Gold schimmern und sprühen. In seinem eigenen Blute fühlte er's brodeln und sieden, in seinen Ohren sang und summte es, wie eine Sinfonie der Schönheit Er sah Jnuae mck> Alte mit feierlicl>em Gesicht ans den Türen treten und gravitätisch die Gassen hinabspazieren. Paattoeise oder iu Gruppen strebten sie hinaus in di« sonnenver-artberte Land- 147 ftfxiFt, Kinder tanzten singend Reigen und spielten vor den ftäte fern, ein weißgvauer Sck-äferhund lag woAs in der Sonne aus- gestreckt und schlief. Ueber die Dächer hin klang das Summen des Orgelspiels wie das Tönen und sanfte Brausen oes wedenden Lichtes. Versonnen urrd in Andacht versunken hockte der Dichter am Fenster. Und als unvermittelt ein Windstoß, ums Dach strich, in den Kamin blies und cur den Dachpfannen rappelte, fuhr der einsame Träumer auf und schloß das Fenster. Er rückte den Tisch an das Fenstergesimse und beugte sich emsig über einen großen Bogen weißen Papiers. Die spitze Feder naschte am Tintensaft und raschelte über die blanke Fläche, hiät ab )-.ch zu still in leisem Beben, nippte wieder am Tmtenglase imd raunte dem Papier geheimnisvolle Kunde zu, wispernd und knisternd. Wie im traumseligen Tanzschritt huschte sie über die Glätte des Bogens zierlich und anmutig, damt wieder riß sie sich zu einem wildeil Wirbel hin, daß das Papier aufkreischte vor^Ent- zücken, verweilte sinnend und raffte mit einem ärgerlichen Strich die wohlgebauten Figuren zusammen. Das um- der Sonnenhymnus, den die leichtfüßige Tänzerin mit ihrem schonrzen Füßchen auf des Dichters Geheitz ausführte, junt Rhythmus von Licht und Orgelklang und zur Melodie, die \n des Dichters eigenem Busen blühte und drallste. Und die Ntusik tönte bald leise, bald jauchzeird, immer neue Kreise und Figuren vollbirachke die Hüpfende im Schleifschritt, bis sie vom Tintengift betäubt und benommen von dem heißen Tawz- spiel auf dem weißen Papier müde auf den Tisch hinschlug. Tie Sonne stand hoch am Himmel und zitterte an der verblichenen Tapete in des Dichters armseligem Stübchen. Der Dichter aber sank auf das Ruhebett und grübelte imd träumte vor sich hm. Tann wieder sprang er auf. Fertig mußte er werden, heilte noch, solang es in ihm brauste und sang. Heftig riß er die Feder ou sich und stürmte mit ihr von neuern. dahin in wildern Tanz. Unter ^.Jauchtzen und Stöhnen, Jubel und Verzagen fügte sich Vers an Vers bis zum Ende. Müde faitf die Hand aufs Papier, die Linke strich über die Augem 9Wch einmal überlas sr das Gedicht, das rhu nun von ferne anlächelte, wie ein eigenes Wesen, das sich von ihm gelöst hatte. Er nickte und lächelt«, Ulld er fühlte in diesen Augenblicken, als trüge sein Haar eine Krone und er sei reich und mächtig. Er wandte den Kopf zur Gasse. Es ioar Llbeud geworden. Stunden hatte er an dem Gedicht gesessen. Die Sonne versank schwerflüssig und purpurn hinter dem Walde unb blmzelte mit einem letzten müden Gruß herüber. An leichten Wolken kränzen blieb ihr blondes Haar haftell, daß es wie MÜngetränkter Sctmee glällzte. Ueber die Dächer und an den Hauswänden entlang schlich sich ein purpurner Schatten. Tie ersten dlusflügler kehrten sonneu- erfrischt und tagesmüde l)eim von der Wanderung. Da riß der Dichter den Fensterflügel auf, um noch die Neige des smrnigell Tages zu kosten, den er dichtend versäumt und verträumt halte. Ein Windstoß fuhr unversehends in seine Kammer ünd wirbelte ihm die Blätter durcheinander. Das erste, dichtbeschriebene Blatt aber nahm er mit sich rmd warf es in die dlbend- rüst, drehte es und ließ es tit lustigem Zickzackfluge auf die Gasse niedersegeln. Es ftxtr das Blatt, über dem der Tichtcr den gamnt Tag gessesen Und das er in schaffeirder Qual beschrieben hatte. Sein Sonnenhymnus nahm durch Wiudesguaden den Weg ins Freie. Noch ehe der Dichter des Verlustes recht inne geivordeu, sah er, wie Knaben, die auf der Gasse lärmten, sich um das Geschenk des Windes rissen, ano ihm ein Papierschifftyen falteten und dies aus der trüben Pfütze des Grabens treiben ließen. 1lüd nÄhreird der Abend seine Sckrattettarme mürterlich um die Stadt legte, während sich die engen Gassen im Dunkel aneinander kauerteil, hörte der einsame Dichter noch das Jubeln der Buben am Gassengraben/ wo sie ein dummes Papierschifflein in detr Abeird lnnansscbwimmen ließen. Tommy Atkins im Spiegel seiner zeldpoftbriefe. Bis zu einein gewissen 6krade gleichen sich die Soldatenbriefe bei allen kriegführenden Völkern, aber bei jedem haben sie auch wieder? einen gewiisseil, sie scharf unterscheidenden Zug. Dir- der engltschen Feldpostbriefe ist ihre Nüchtermheit, ihre Sachlichkeit. Sie erinnern alt den englischen Geschäftsbrief, und mall kann mit einiger Ueber- treibung sagen, bat man einen britischen Feldpostbries gelesen, soi kennt man alle. Es ist, lvie Winfried Lüdccke in einem hübschen Aufsätze in der jüngsten Nummer von „Ueber Land und Meer" (Deutsche Verlagsanstalt in Stuttgart) sagt, nicht leicht, in Tommy Atkins Feldpostbriefen persönliche, besomdere Züge zu entdecken. Es ist bezeichnend, daß selbst die stärksten Eindrücke den englischen Soldaten sveirig erregen, und man immerhin überrascht, einen englischen Ajr tülerieoffizier seinen Brief mtit dien ÄÄorten beginnend zu sehen: „Wenn der Krieg einem eindrucksvolle Erregung verschaffen soll, so ist er eine Enttäuschung." Diese sonderbare irmerliche Unbeweglichkeit und Stnmpfbeit hindert bcu englischetr Sowaten allerdings! nicht, cs gelegentlich im Ausschneiden mit seinen Kameraden ans anderen Heeren aufzunehmen. Auch er versteht den Rtünchhauseir zu spielen.: „Entschuldige dieses Gekritzel — so schreibt z. B. einer—, die deutschen Granaten haben mich bereits sechsmal unterbrochen, mrd ich mußte zum Baionettangrisf Vorgehen, ety ich mein Schrei den ganz beenden konnte." Solcher Aufschneidereien unerachtet ist Tommy Atkins in seinen Briefen im allgelneinen von sachlicher Ehrlichkeit, und besonders bekew'* er viel aufrichtiges, als das ein Fralizose tun könnte, feine persönlichen Gefühle. Das es für 1917 entnervend nsirkt, wenn es zum ersckn Male in die Schlacht geht, wird offen bekannt; ein junger Soldat gesteht, er habe im ersten Gefechte zehnmal nach Adntter gerufen, und summarisch bemerkt einer: „Wenn einer erzählt, ihm sei in der erster! Schlacht ^nickst bange gctveseu, so können Sie sicher sein, daß er lügt. „Diese Sach lichkeit kennzeichnet in der Mehrzahl der Fälle auch die Urteile eines englisct-en Soldaten über unsere Feldgrauen, Msdrücke der Bervnnderung über die deutsche Disziplin sind häufig, Schmahioorte nach übler französischer Art fehlen ganz, und von Hunnen imd Barbaren ftndet sich in englischen Feldpostbriefen so gut wie garnichts. Ein Korporal beschreibt als unvergeßliches Ereignis einen deutschen Angriff, der in dicksten Massen im ruhigen Marschtempo unter dem l^esange des Liedes: „Deutschland, Deutschland über alles" erfolgte und bei dem eine eiserne Disziplin die Kolonnen zusammengehaltett habe. „Nach Berlin zu gelangen, wird kein billiger Ausflug sein", bemerkt der Brieflchreiber, dem die famosen Werbeplakate wohl den „Ausflug nach Berlin" in Aussicht gestellt hatten, sichtlich ernüchtert. Soviel geht aus den englifck-en Feldpostbriefen hervor, daß der Engländer, im Grunde genommen, -eine ziemlich unkriegerische Natur ist. Ein Offizier schreibt über seine Soldaten ganz offenherzig, es aäjbe ja tvohl Leute, die sich fchlützchr, als gut frühstücken, aber sie seien selten. Es ist Tommy Atkins nach mid nach ansgegangen, daß das Messer in diesem .Kriege England am Halse fitzt, und ev muß nun durch, wohl oder übel, aber das Heimweh zieht sich durch alle seine Briefe. Ein eigentümlicl>er englischer Zug ist schließlich die oft wiederkehrende sportliche Färbung der Briese. Man erhält wirklich oft den Eindruck, daß sie aus einem Heere von Sportsleuten stammen. Vergleiche aus dem. Fußball oder dem Kricket sind häufig und werden mit Kenntnis bis ins einzelne durckgeführk. Einer schildert z. B. ein ganzes Gefecht allein Fußballspiel: „Der Kämpf um den europäischen Ehrenbecher wird !wch ausgesprelt, und ich wage zu behaupten, es ist ein Rekordtor, vbtvvhl man vom Felde aus nicht dir Zuschauer sehen kann." In diesem Tone geht es lveiter und bis zu Ende, und so bleibt der Engländer auch im Schützengraben. ivaS er im Frieden ist, ein leidenschaftlicher Sportsmann. 3um Anbau von zrühgemiise uni» grübfattoffeln. Sehnsüchtig wartet. bei Gartenfreund auf besseres Wetter, um mit seinen Arbeiten zu beginnen. Mer zu ernster Besorgnis ist nock) rein Grund. Es »var schon manches Jahr so. und es ist doch noch aut geworden. Darum keine Uebereilung. 'Erst muß der Boden völlig aufgetaut und trocken geworden sein. Die kalte Witterung ist für die Vegetation durchaus nicht schlecht, sie hält alles noch in der Entirnckelung zurück. Vielleicht bringen uns dann die Spätfröste im Mai keinen Sckt-aden mehr. Und man hat dabei noch Zeit, zu überlegen, lvonrit mau die einzelnen Qrmr- tiere des -Gartens bestellen soll. Wenn sonst in Friedensräten die alten Kartoffeln im Haushalte zu Ende gingen oder nicht mehr gut schmecken wollten, bann erhielten nnv die Malta-Kartoffeln, bald darauf die italieuisckm mrd etwas später die ein* heimischen ans bevorzugteren Gegenden unseres Vaterlandes. Das ist aber alles im Kriege anders gen-orden. Wir inanen auf das Frühaennlse und auf die Frühkartoffeln aus südlichen Ländern verzichten; wir sind auf uns selbst angewiesen und müssen allen Bedarf int eigenen Lande erzeugen. Der Anbau der Frübgemüso- arteii verzögert sich dieses Jahr bei dem alllange anhaltendar Winter, so daß es spät wird, bis uns der Garten das erste Ge- müse in die Küche liefert. Zudem ist noch das im Herbste ausgestellte Frühgenrüse zum großen Teil erfroren. Diese Beete müssen umgearbeitet und neu bepflanzt werden. Unsere Gärtner fiitb fleißig bei der Arbeit, Setzpflanzen aller Art leranzuzieheu, bannt es an Pftanzmaterial nicht fehlt. Tomaten, die eigentlich wir ein Genuß aber kein -Nabnmg->mittel sind, sollte man rve- niger pflanzen, sie reifen bei uns auch zu späk und erfrieren dann! meist im Herbst: man denke mehr an Frulnvirsing, Koblrabi, Karotten, Erichen, Bvl-nen, Römisch Koi.i Weißkraut, Rolkraut usw. Ter Artbau von Frühkartoffeln in den Kleingärten bringt für die Städte in der Ernährung ihrer Be.rohuer während der schwierigen Sontmermonate ganz erhebliche Erleich.erungen, diavto» tln an pflanzen. Krim man auf diese Act oder dnrch Uiuko geeignete KnoUen zum Setzen tcicht er:ulten. Wer auf doo: Lande bekannt ist, kann sich auch dnrch einen Bezrmschein Saatkartosielu er schaffett, wennS ihm gelingt. Bei tx-r <^ladt Halm sich beveit. gegen 1ÖOO kleine Be sw Net gemeltxl, die gegen ütKXl Zauner Senior tvffeln zu brzielien wünschet,. Da dies alxr !voi>l raum annälernd möiilwfi fein wird, s- riehen di- hij'-a-n «K 5 ..Ü'L«N Treib- Häusern nach Anleitung des agrikutturcheimschen Instituts oer Universität K'artossclsetzlingspflanzen l^ran, die. nach^ni die Ens- inänner vorüber sind, in die kleinen ~L™ f rt ES pflanzt werden sollen, >me man sonst du- Tomaten, verpffauzt. ^ wird noch rechtzeitig in Versammlungen des Obst-und Gartenvau Vereins das Nähere darüber in chlssiihrllc^r W^se m&tn. Jetzt sei nur daraus hmgewresen, daß dws Versalien sich im vorigen Jahre in Frankfurt, Wiesbaden uitb anderen Orten mit Ä Slt H Es ist dies gewiß ein Notbehelf - aber nnt welckwm Ersatz behelfen wir uns eben nicht. .Wenn der Versuch auch hier bu gutem Wetter gelingt, so haben wir früher twu+Kar- tolseln als beim alten herkömmlichen Verfahren Mit dem Setzen oder Stecken der Kartoffel knallen in die Erde; gelangt es aber nicht, so kann mau das Beet immer noch mit etwas anderem bepflanzen. So al^ Notbetels ist das Stecklingsverfahren auch von der Ber Mlllungsabteitung der Reichskartoffel stelle m ^r?ur erwähnt für den Falt. dag die Setzkartoffeln fehlen. Die Re tch.ckartosselstelle betrachte! es als eine Ausgabe der Landes- und Provmzialkartoffek stellen und der Kommunalverbände, sich der Utemanbauer anzu nehmen und sie mit Rat und Tat zu unterstützen. Zufolge Ermach- tiguiig des Präsidenten des Kriegsenrahrnngsanrtes dürfen tu diesem Jahre die Kleinaiibauer die aiff einer.Flache von 200 Quadratmetern gezogenen Kartoffeln unelngeschrankt für sich ^ehalwn, auch wenn nach den bestehenden Vorschriften über dre Verbrcruchs-- reaelmig die geernteten Mengen großer sind als che -ahnen ^ sdebeud.ni Mengen. Auch werden die etwa erforderlich werdenden! Genelmngungen zur Ausfuhr derartiger Kartoffeln ftir den eigenen Bedarf in Zukunft anstmrdlos ben Klernambauern erteilt werden. ..Jetzt-!“ Aon K ll r t D i e tz. Jrgeirdroo war es draußen vorm Feind. . . . . . Grmraten und Schrappnells hatten tagelaiig schon den Boden misgerissen und durchwühlt. Kugeln warnt tont beiden ©eiten gekommen und hatten Wunden genssen rmd Lucken m dre Reihen — hüben und drübeii. Und nun sollte der Angriff erfolgest der Feind sollte ans seinen Stellungen geworfen lverden. Alles war bereit. Noch 10 Minuten — 5 — 3 Minuten — letzt! Wie ein banges Fragen ivar es, wie ein Aufatnren lies es durch dre Reihen, von Mund zu Mund : — jetzt! Aus der bangen, quälenden Ungewißheit aber war ein starker unerschütterlicher WÜle geworden mit dem einen Worte. Und aiis Kern unerschütterlichen Willen eine himmelstürmende, zerschmetternde Kraft. - jetzt _i" Und ein paar Tage später war es dann - drinnen im Land. Zeitungen brachten den Tagesbericht — schlicht und einfach und markig erzählten sie, was dort gescheht:: Von einem Vorstoß in die femdlrchen Lnnen brachten un,cre Truppen zweihnndertmerzehn Gefangene mid 4 Maschinengewehre zurück "__-_ * Und irgendivo anders ftanb noch etwas, das ganz so ähnlich schien. Da stand: „Wer Kriegsanleihe zeichnet, Hilst uns siegen!" Da mußte ich lvieder an das denkeu, was ich draußen erlebt, und an das eine kleine, starke Wort. „Jetzt — —!" Jetzt kvnunt Ihr daran in der Hermat. Jetzt druckt man Euch die Waffe in die Hand, die Waffe der Daheim gebliebenen. Jetzt könnt Ihr kämpfen und einen Sieg erringen in der Heimat. Jehl könnt Ihr Vergelten. vüchertisch. — Ohne Götter. Roman von Richard Otto Frankfurter. Gel-eftet Mark 4.50, gebunden Mark 6.00. Verlag Grethleiu L Eo. G. m b H., Leipzig. Der Weltkrieg hat einen eigenartigen Abschnitt Deutchcn Geisteslebens zum Abschluß gebracht. Mau ivird ihn vielleicht späterhin als das Zeitalter der Zerrissenheit bezeichnen. Da-? Leben, die Entwicklung der Generation die dieses Zeitalter beherrschte, sästldert sttichard Otto Frankfurter's Buch „Ohne' Götter." Im Mittelpunkt steht das tiefste und bedeutsamste Prob- len! aller Zeiten, die Stellung zu Gott. Wie in der abgelanfenen Periode um Gott gerungen, von ihm gewichen, zu ihnr gesehnt und mauchnial gefunden wurde, bildet den Gruudtou aller Erlebnisse Zn reicher Variation rankt sich darum das Empsiudnugs- leben und die Entwicklung der verschiedenen Kreise der Bevölkerung. Handel und Wisscuschast. Beamtentum und Arbeiterklasse - alle stehen im Brennpunkt. Mit dem Beginn des Krieges klingt das Buch, aber für den tiefer Schürfenden ist es mehr als ein Buch Kriegslage bildet seinen Epilog. Es ist ein sehr unterhaltsames Buck, aoer für den tiefer Schlürfenden ist es mehr als ein Buch des Tages und für den Tag. „Ohne Götter" ist ein in der Arbeit vieler Jahre geschaffenes Epos, voll Bora.nserkenn.en, Mlckioärts- deulen und erfüllt vom heißen Atmen einer heißen Gegenwart. — Neuerscheinungen der ll n i v e r sa l - Bibliotheken ir e u e r A u s st a t t u n g. Nr. 5901—5603. 5901 5906. Ekkehard. Eine Geschichte aus dem zehnten Jahrhundert, von Viktor von Scheffel. Mit einer Einleitung herausgegeben von Dr. Edm. von Sallwürk. 2 Bände. Geh. je 75 Pfg., zusammen geh. Mk. 2.20, in Gesehenkband Mk. 3.—. — Nr. 5907. Bekauntmack^ ung über die Geschäftsaufsicht zur Ablvenduug des Konkurses nebst der anitlichen Begründung. Dextausgabe mit kurzen Anmerkungen mrd Sachregister. Herausgegeben von Karl Pannier. Geh. 25 Pfg.- geb. 60 Psg. — Nr. 5908—5909. Mutter unbekannt. Roman aus Rumänien von Mite Kremnitz. Mit einer Einleitung von Hermann ziienzl. Geh. 50 Psg., geb. 90 Psg. Irr der Einleitung! charakterisiert Hermann Kienzl die seltene und bedeutende Persönlichkeit !der Dichterin und schildert ihr jahrelanges Wirken in Bukarest, ihren Einfluß auf die dortigen gesellschaftlichen, literarischen! und politischen Kreise und ihre freundschaftlichen Beziehungen zrml Hause König Earols. — Nr. 5910. Kühner Kurs! Neu« Bilder und Skizzen vom Seekrieg. Vou Wilhelm Schreiner. Mit Buchschmuck vorn Verfasser. Geh. 25 Pfg., geh. 90 Pfg. Inhalt; Vorwort. — „Prinz Eitel". — Heldenkampf und Meuchelmord. — Das Schwert bleibt rein! — Der Flug der „Möve". — Kühner Kurs! — Das Landhaus^ eine literarische Monatsschrift. Herausgeberin Toni Schwabe. Zweiter Jahrgang. Preis vierteljährlich 1,50 Mk. L a n d h a u s v e r l a g , Jena. Unter dem Titel dieser Zeitschrift, deren erstes Erscheinungsjahr mit Beginn dieses Monats zunr Abschluß gekommen ist, hat man sich nicht etwa ein architektonisches Fachblatt vorzustellen. Der Name „Landhaus" ist vielmehr uur ein Wahrzeichen für die dem Weltgetriebe und vor allem der Politik abseits liegenden Bestrebungen dieser Monatsschrift gewählt worden. In folcheur Sinn ist die Gründung der Schriftstellerin Toni Schwabe auftp fassen. Sie vertritt.eine vollbewnßte Abkehr von den Tagesinteressen zugunsten jener Fragen vovwärtsschreitender. Kultur, Kunst und Litcratnr, die für den lwutigen Menschen fast wie hinter einem unübersteiglichen Mall dort jenseits des Krieges in einem längst» verlassenen Lande liegen. Und so wirkt das „Landhaus" — alllH in allem eine Zeitschrift der Kultur- und Friedensinteressen recht gleich einer frischen kleinen Oase mitten im Krieg. — Wirtschaftliche Nu tz-Hühu er - Zucht mit Spar-Koch- und Backbuch für die Kriegs- und Friedenszeit vou Prof. Roeder (Weißetrburg r.B.), 2. Mflage, Stückpreis 80 Pstz. (kart. 1 Mk.), ber Borernsendung postfrei, Volksbücher-Verlag F. H v f fm a n n , Hamburg Sö, Lmnmersieth 18. _ Gietzeiier Hausfrauen-Bercin. Kochamvcisungcn. W e i ß k r a u t kl ö ß e. Zwei Pfund Weißkraut tverden gekocht und durch die Fleischmaschine getrieben, V* Pfund geriebene Kär- toffeln, Vi Pfund Mehl. 100 Gramm geriebene, in Fett gebratene Zwielielt!, zivei Eier, Salz, Pfeffer, Muskatnuß. Dies alles wird gut geniengt, mit l^inehlten Händen Klöße gerollt und in Salzwasser 10 Minuten gekocht. .Mmmelsauce schmeckt gut dazu. — Will man Suppenklößchen machen, so sticht man die Masse mit dem Teelöffel ans. \ . Zigeuner nudeln. Die Nudeln tverden in Salzwasser nicht ganz weich gekocht und mü klarem, heißem Wasser übergosseu. Dann erhitzt inan ein halbes Pfund Marmelade, am besten Zwet- schennuis, verdünnt es mit Apfelwein oder Wässer zu einer dnnn- flüssigeu Masse, gibt Zitronenschale und Saft dazu und etlvas Zucker, dann unter Rühren die Nudeln und läßt sie in der Marmelade heiß werden. Man gibt ettvas braune Butter daraus. Graupen a u f l a u f mi 1 L e b e r. Man kocht y_> Pfund Graupen zu einen! steifen Brei, gibt y 4 Pffllld gehackte Leber und 2 Eier dazu, w'ürzt mit Pfeffer, Mckken, Salz und Muskatnuß. Mau gibt die Masse in eine Änflauffonn, überstreut mit Reibbrol und etwas Butter und backt es im Ofen. Als Beilage Salat. Weiße Riübc n in der Fo r nt gebacken. Weiße Rüben lverden geschält, wie Scbtvar^wnrzeln geschnitten, in Sätztvasser kurz abgebrüht, daun in Fett gedünstet, zuletzt mit einem Drittel llein- würflich geschnittener Kartoffeln. Dann verrührt mau einen Löffel Mehl in Buttermilch, gibt Salz zu und vern!engt dies nnt dem Gemüse, füllt alles in eine vorgerichtete Form, bestreut es mit Reibbrot und gibt etwas Butter darauf und bäckt es im Ofen. Gehtimschrist. 1 — 2 3 + 4:5 6 7+4 8 = 9 lö 1 + 4 5*3 4.6 6 wichtig sie Aufgabe der Kriegswirtschaft. S ch l ü s s e l w ö r t e r 1-2 3 + 9 Werkzeug 4 = 1+ Blume 7 ' 5 + 5 Volk rif I Hirt 8 = 6 + 9 ztvcibeilliges Tier 9: 5 6+ Körperteil 10 = 61:9 amtliche Würde. Auflösung des Rätsels in voriger Nummer! Frieden (Eiier, Ferien, fern, nieder, Feinde, Erde) Tchristleitung: Fr. R. Zenz. — Z'villingsrunddruck uud Verlag der Brühl'scheu Universttäts-Buch- und Steiudruckerei. R. Lange, Gießen.