Pechmarie und Hans im Glück. -Die Geschichte einer Iugendfreundschast von C. v. D o r n a vl Nachdruck und Ueberseyungsrecht in fremde Sprachen Vorbehalten. (Fortsetzung.) „Ich habe etwas mit dir zu besprechen, Mille," sagte Marie und setzte sich aus eine Ecke des Küchentisches. Mille schob die Brille hoch, etwas verwundert durch die ungewohnte Feierlichkeit in Maries Ton. „Na?" brummte sie. „Wird was Gescheites sein —" „Ja. Etwas sehr Gescheites. — — Ich will arbeiten, Mille! Ich muH arbeiten! Ich muß etwas zu tun haben! Ich Hab' die Pflicht gegen mich selber, ganz abgesehen davon, daß ich's meinen Mitmenschen schuldig bin." „Unsinn! Kernern Menschen bist du 'was schuldig! Wie kommst du nur darauf? Da müßte ich d-och auch etwas wissen!" „Du verstehst mich nicht richtig, gute Mille," sagte Marie gednldia und stückte näher an die alte Kinderfrau heran. „Aber das kann ich auch gar nicht von dir erwarten, weil- ich,ja selbst erst eben dahinter gekommen bin. Nimm's nur auf Treu und Glauben, was ich dir sage. Wenn ich nicht bald was Ordentliches zu trm kriege, werde ich schlankweg verrückt! Manchmal habe ich schon halb und halb gefürchtet, es zu sein, diese ganze Zeit über „Min, was redest du da für Zeug!" rief Kamille erzürnt. „Da Hab' ich nie was von gemerkt, mrd ich Hütte doch was merken müssen.-Du bist ganz so wie immer gewesen —" „Meinst du wirklich? Dann war vielleicht die Anlage iinuner bei mir vorhanden. Jedenfalls lveiß ich jetzt, wie ich mir allein helfen kann: Durch ernste, tüchtige, zielbewußte Urbeiit für andere." „Für andere! "kreischte Kamille. „Hat man je so was gehört! Für was für andre Leute denn?" „Die 's nötig haben, die mich brauchen können! Es gibt ja leider Gottes so viele arme, elende, unglückliche Menschen in der Welt —" „Undankbare Leute gibt's in der Welt! 'ne ganze Menge! Lern' das Volk nur erst kennen! Und für die willst du arbeiten!? Arbeiten! Was denn? Suppen kochen in der Volksküche etwa? Du kannst ja noch gar keine Suppe kochen, he!" , Marie bog sich vor und sah der alten Getreuen neckend in die zürnenden Augen. „Du bist ein prachtvoller Mensch, Mille," sagte sie förm- lrch heiter. „Während du mit einem zankst, bringst du einen immer auf die besten Gedanken. Als ich eben herauskam, Wichte ich noch gar nicht, wie ich's anfangen sollte. Jetzt wech ich's. Natürlich muß ich erst selber etwas versieben, ehe rch anderen helfen kann. Ich werde von morgen früh an bei drr m die Lehre gehen, Mille. Mein Lehen lang habe ich Immer nur hinter den Bilchern in der Schule gesteckt . . . Als Lernende, als Lehrende. Im praktischen Leben bin ich jo dumm wie eine Wickelpuppe. Von morgen au wird gekocht, gewaschen, geplättet, genäht —" „Ach, Unsinn! Das hast du all uich nötig! Dazu bin uh da! Das besorg' ich allein, so lange ich lebe?" „Und später? Was dann? Wenn du mich einmal Haft allein lassen müssen?" fragte Marie sehr ernsthaft. Sie hatte den Arrn Kamilles gefaßt und sah sie fest an: ihre schönen, dunklen Augen waren ganz tief und nachtschwarz geworden. Die Alte blickte scheu hinein und senkte die ihren. „Na, denn — meinetwegen!" knurrte sie. „Wenn's dir Spaß macht-. Da kannst du ja meinetwegen 'n bißchen mithelfen uitb zusehen. Lange wird's ohnehin nicht dauern, dann bist du's über und sitzt wieder bei deinen Büchern " Aber Mille irrte sich diesmal. Ihr neuer Lehrling ward die praktische Hausarbeit, in die er sich mit Feuereifer stürzte, nicht „über". Im Gegenteil: Maries Freude an ihrer neuen Tätigkeit wuchs mit jedem noch so bescheidenen Erfolge. Ihre immer bereite Geneigtheit zur ironischen Selbstbetrachtung fand reiche Nahrung. „Es ist jd och etwas Wundervolles um die Genügsamkeit!" sagte sie zu Kamille. „Da wäre ich neulich am liebsten ausgezogen, die Welt für die Menschheit zu erobern — und jetzt fühle ich mich beseligt durch einen wohlgelungsuk^i Heringssalat? —> Schneidern muß ich übrigens auch noch lernen. Ich ne hure nächslerrs richtiggehenden Unterricht. Ich spüre es, wenn ich erst einmal imstande bin, etwa ein regelrechtes Kleidchen anzufertigen, habe ich den Gipfel menschlicher Zufriedenheit erklommen!" Kamille gewann derartigen Betrachtungen nie eine scherzhafte Seite ab. Sie knurrte: „Du hast doch nicht nötig, Kinderkleider zu nähen —« für wen beim? Für arme Leute etwa?" „Eben hast du mich darauf gebrncht, Mille; für das Kind der armen Waschfrau im Hinterhause! Wenn du nur ein bißchen Spaß verstündest, hätte ich lauge nicht so viel Spaß an dir —" Die.nüchtern-praktische Tätigkeit, an der sie aber uu geahnte Freude erlebte, füllte freilich Maries Leben nicht völlig aus. Sie unternahm täglich weite Spaziergänge, die jetzt immer ein klares, festes Ziel hatten. Sie grast.wie sie's selbst nannte, nach einem ganz bestimmten samt- sämtliche Buchhandlungen Groß-Berlins ab, ... .u jeder einzelnen die vorhandenen oder zukünftigen Werke Hans Im hoffs zu kaufen oder zu bestellen, und sie dehnte das Feld ihrer Tätigkeit bis weit in die Vororte, ja bis nach Pots dam aus! Eine schöne, alte Eichentruhe auf ihrer kleinen Wob nungsdiele füllte sich allgemach mit Maries Einkäufen. Sie hielt die Truhe stets sorgfältig verschlossen und trug de. Schlüssel immer bei sich. Wenige Wochen nach jenem denkwürdigen Maiabend der so große Entschlüsse in ihr gereift hatte, schloß sic etiu Bekanntschaft, die gleichfalls dazu beitrug, das stille Schiss- 142 (ein ihres Lebens auf bewegteres Fahrwasser hinauszusteuern. Sie stand plättend in ihrer hübsch aufgeräumten Küche, als sich draußen, auf der Hintertreppe, ein ziemlich heftiges Wortgefecht erhob, dessen Klänge bis zu ihr hinaufdrangen. Sie unterschied Kamilles scharf zugespitztes Organ und -sfnete hastig die Hintertür, bereit, ihre streitlustige Duenna nötigenfalls mit einiger Gewalt hineinzuholen. Aber das Gefecht schien bereits zu Ende. Ein zurück- zeschlagenes weibliches Wesen flüchtete gerade mit Kehrblech »nd Besen in das Kellergeschoß hinab; Kamille setzte voll triumphierender Kraft ihren leeren Mülleimer auf die Küchentürschwclle, .und eine große, sehr stattliche Dame, die einige Stufen über ihr am Geländer lehnte, nickte ihr beruhigend und wohlwollend einen Gruß zu. „So ist's recht, liebe Frau!" lobte sie. „Alles darf man sich nicht gefallen lassen! Sie sind viel zu nachsichtig und geduldig!" Es War eine von Milles Schwächen, sich selbst für außerordentlich friedfertig zu halten. Die zahllosen Kämpfe mehr oder weniger ernster Art, die ihren Leoensgang begleiteten, waren ausschließliche die Schuld ihrer kriegerisch gesinnten Mitwelt. Sie betrachtete daher das Lob der fremden Dame als völlig glaubwürdig und verdient. „Bin ich auch," knurrte sie. „Die dämlichen Leute wollen's nur nicht einsehen. Morgen!" Und sie drückte fick) nach' einem schwachen Versuche, sveundlich, ja höflich zu grüßen, an Marie vorbei in ihr eigenstes Bereich zurück. „Guten Morgen, liebe Frau!" versetzte die Dame liebenswürdig. Dann sah sie Marie an und lächelte: „Es kann der Beste nicht im Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt!" Guten Morsen, Fräulein Krumpa! Ich freue mich, auf diese überraschte Meise unsere Bekanntschaft zu erneuern." „Sie kennen mich —I" rief Marie erstaunt. Sie trat auf den engen Treppenabsatz hinaus und blickte zweifelnd «uf die Fremde, die von ihrer stolzen Höhe gnädig auf fte herablächelte. „Ja, ich kenne Sie," sprach die Stattliche. „Wir haben fm vorigen Herbst zwei Tage in derselben Pension gewohnt. In der Steglitzer Straße — nicht wahr? Ich hielt's dort nicht aus — es gefiel mir nicht — ich haLe jetzt mit eines Freundin zusammen, hier im Hause, im dritten Stock, selbst eine kleine Fremdenpension begonnen. Sie werden meinen Namen übrigens sicher schon gehört haben: ich heiße Meta Gtilling." „Ich bedauere — ich kann mich wirklich nicht entsinnen —" Ein Mick unendlichen Mitleids fiel die drei oder vier Sinsen hernieder auf Marie Krumpas Haupt. „Nicht? Sonderbar!" klang's ein wenig gedehnt herab, habe schon mehrfach in namhaften Konzerten gesungen. ier Sie sind wohl gänzlich unmusikalisch?" Marie gestand etwas beschämt, daß dies der Fall sei, und die imposante Dame hatte die Güte, die paar Stufen zu ihr hinabzusteigen und ihr tröstend und verzeihend die Hand zu reichen: „Es muß auch solche Käuze geben", versicherte sie liebenswürdig. „Auf Wiedersehen, Fräulein Krumpa — ich hoffe, daß Sie uns bald besuchen werden!" Sie nickte noch einmal gönnerhaft und stieg wieder nach oben, während Marie ihr ziemlich verdutzt nachstaunte . Eine Stunde darauf wurde heftig an der-Bordertür der geklingelt. Marie ging selbst öffnen, da Kamilla beschäftigt war, und sah eine kleine, zierliche Dame unbc-- nimmten Alters vor sich, die sofort mit ausgestreckten Händen auf ne zuschoß. S r 7^^.'Südlich!" rief sie. „Wie Hab' ich diese Stunde rbeigesehut! Mem teures Fräulein - Sie gestatten, daß Sw umarme? Schon längst hätte ich versucht, in Ihr liebes Heim cmzltdrmgen, in Ihre Nähe — aber die äußerliche Veranlassung fehlte mir noch dazu. Wir sind ja alle die Sklaven äußerlichen Formenwesens, nicht wahr? Jetzt ist es mei- ner glücklicheren Freundin gelungen, Freundschaft mit Ihnen zu schließen — sie erzählte mir von Ihrem drolligen Zusam- meiitreffen, und da trieb's mich unaufhaltsam zu Ihnen —" Marie fand jetzt zum ersten Male Zeit, einige Worte -inzuwerfen. .Aber —" stammelte sie, „ich ioeiß ja gar nicht —" „£)! Hab' ich vergessen, mich vorzustellen? Ich bin Fiddi Moll — Meta Stillings Freundin, Frdoi Moll —" „Fiddi Moll?" wiederholte Marie ein wenig zweifelhaft. „Ja, so heiß' ich. Das heißt: das ist mein Künstlername. Ich war Schauspielerin. Es klingt so drollig, nicht wahr? —! Fiddi Mols. In Wirklichkeit heiße ich Friederike Molleir- b rech er. Huh! Ein schrecklicher Name, nickt wahr? Ich bin riesig auf Ihre Häuslichkeit gespannt. Ich habe Sie immer schon aus der Entfernung bewunderst und darüber nachgedacht, wie's wohl bei Ihnen aussehen mag An der fassungslosen Marie vorbei schwirrte das kleine Wesen durch die offengebliebene Wohnstubentür. Marie folgte ihm, gelinde belustigt, wie es nickend mrd wippend, unter unaufhörlichem Plaudern und Gelächter, hin uno her schoß- „Wollen Sie aber nicht lieber Matz nehmen?" fragte sie schließlich ganz benommen, grad' als die Kreiste ihre Inspektionsreise ins Eßzimmer ausdehnen wollte. „Platz nehmen? Aber natürlich! Aber gern!" Fiddi Moll versank in einen bequemen Urväterlehnstuhl. „Gott, wie süß der ist!" Sie betastete prüfend Polster und Bezug. „Hier gehe ich überhaupt gar nicht mehr draus weg!" erklärte sie vergnügt und kuschelte ihr winziges Körperchen noch tiefer hinein. (Fortsetzung folgt.) Der offene Uopf • Bon Alfred Bo ck. Dem Hannwilm am Bach sind kurz vor Ausbruch des Kriegs Vater und Mutter gestorben. Nun steht er als Fußardiklerist im Osten. „Man kam: nicht wissen, wie lange die Sache noch danert", hat er an seinen Vetter geschrieben, „ich will derweil meine Aecker verpachten. Sei so gut und fchaff's in die Reih." Ter Petter fetzt'sich hinter den Ofen imd stellt über den Auftrag, der ihm erteilt worden ist, tiefsinnige Betrachtungen an. >,Tie Pächter," simeliert er, „vertummeln geliehen Gut. Hinterher hat der Hcumwilm das Ohrenkvatzien., Was soll ich Machen? He steht im Feld, ich muß ihm den Willen tun!" Der Petter erhebt sich, geht zum Dorsoberhaupt und trägt den .Fall vor. Der Bürgermeister spricht: „Ter Hannwilm is ein kuranter Kerl. Dem müssen wir helfen!" Heut sind dein Hannwilm seine Aecker im Gemeindehaus verpachtet worden. Ter Bürgermeister bispert dein Beigeordneten zu: „'s war ein überspannter Verstrich!" Er hat ganz recht. Bon beit großen und mittelschlägigen Bauern hat einer den andern getrieben, und mancher ist an hohem Steigpreis hängen geblieben. Der Eisenkrämer, ein angesehener Mann im Ort, ist auch erschienen. Er hat aber nicht mitgeboten. Jetzt fährt er mit der Hand über das glattrasierte Kinn und spricht: „Wo was is, rieselt das Korn die Trepp' herunter. Ta sieht man's, 's is doch noch Geld unter den Leut'. Ihr könnt bald wieder was ans die Zündpfann legen: 's kommt eine neue Kciegsanleih'!" Tie Gesichter der Bauern werden ehern — ernst. Ei Gewerzel, schon wieder eine neue Kriegsanleih'! Tie Aecker, die sie eben um hohen Preis gepachtet haben, müssen sie im Schweiße ihres Singe sichts zackern. Aber Acker bleibt Acker. Was man ihm gibt, das gibt er wieder. Und die Kriegsanleihe, die ihnen mühelos reiche Zinsen bringt? Papperlapapp! Ta liegt was im Wirbel! Alls reden sie durcheinander. „Wo kommt das viele Geld dann hin?" „Wer kann wissen, rvas draus wird?" „Wann das Schuldenmachen so weitergeht, sind wir kapponiert!" „Je mehr wir geben, desto länger dauert der Krieg!" „Wir sind das Kommandiertwerden müd'. Früher war der Bauer ein freier Mann. Alleweil stecken die Herren Beamten überall ihre Nas' herein!" „Ich tu mein Geld ans die Sparkass', da weiß ich, wo's liegt „Tie reichen Kaufleut und die Munttionslieferanten müssen heran. Tw kriegens dreidoppelt wieder heraus. Wir brauchen unsere Klapperkreuzer für unser Vieh!" einer Ecke sitz der Peter Seipp, genannt das Donner- kräutche, und gillert: . „Ei du liebes Gottche! Wann ich nochcmal zeichcn, kratzt mir meine Frau die Slugen aus!" Ter Bürgermeister hüllt sich in Schweigen. Ter Eisenkrämer aber steht mit einemal auf, räuspert sich und spricht: „Gebrüder, laßt mich auch emal was schwätzen. Gest hat mir mein .HeUlrich aus Frankreich geschrieben. In dein Torf, wo he liegt, werden die Bauersleut morgens zur Arbeit geführt Einer dein sein Hof verrminiert is, kam bei mein' Sohn und sagtp «Früher loar ich stolz und frei!" Und bat geuxnnt wie ein Kind, s gab meinem Heinrich ein' Stich ins Herz. „Wären die Enge lünder zu euch gekommen," schreibt er, „hätten sie euch vor den 143 Pflug gespannt. Ihr wißt gar nicht, wie gut ihr's habt." Jawohl, Gebrüder, ihr wißt nicht, wie gut ihr's habt. „Draußen," schreibt mein Heinrich, „werden die Menschen durcheinander gewürfelt: Preußen und Hessen, Bahern und Schwaben. Und lernen sich kennen und achten. Und Helsen eincurder." Wie is es bann hier? Crnzling siHt jeder auf seinem Hof, legt Kick) die Bibel aus, wir's ihnr paßt imd spricht: „Bleibt mir von meinen Kartoffeln!" Und das in dere schreälichje Zeit! Ich mein', Eeweil hört die Eigensucht auf, alleweil heißt's» sich unterordnen. Wer das net begreifen tut. der soll's von unseren Soldaten lernen. Ihr seid bet euern Buben draußen mit eurer Augst und Anhänglich- Alt rmd denkt: das is genug. Nein, das is net genug. Eure Minder tun draußen ihre Schuldigkeit, ihr habt daheim auf dem Vollen $11 stehen. Ich weiß wohl, da is mancher, der glaubt: „'s geht auch ohne mich!" Nein, Freund, 's geht nicht ohne dich. Sie brauchen dich. Ihr müßt's gespüren, .wie lieb euch euer Vaterlarrd is, müßt wieder jung rverden dadebei. Worum dreht ftch's dann? Net um euer Hab und Gut, 's dreht sichwdadrnm, was aus euern Kindern und Enkeln werden soll. Das stell sich nur Mer vor. 's gibt ja Menschen, denen bauen die Spaßen ins Ohr und sie werden's net gewahr. Ja, guckt nur dick drin. Ihr wollt euer Geld auf die Sparkasse legen? Das tut net nötig. % mag kommen wie's will, ihr spielt Nummer Sicher, das Deutsche Reich steht ^ fest wie Ziegenhain. Die reichen Kauflent imd die Munitionslieferanten, sprecht ihr, müssen heran. Das is gewiß. Ihr aber auch. Ta is reins von euch, das net Geld auf Interessen hak. Und euer Klapperkveuzer für's Vieh? Macht mir doch die Ginll net scheu. Zwei Ochsen gelten etz viertausig Mark. .Ihr braucht euch weiß Gott net zu beklagen. Denkt emal an die Städter. Denen fressen die Spaßen kein' Weizen mehr. Da seid ihr meinem Bednnk nach doch besser dran. Euer Born schöpft sich! sobald net ans. DonnerkränLche, du kannst ruhig nochemal zeichnen. Solang deine Frau Kuchen backt, schätz ich, geht's euch net schlecht. Draußen gnckeir eure Kinder auf euch. Ihr wollt doch! net, daß sie euch anspncken müssen. Also net geknickert und die Beutel gefegt." So macht der Eisenkrämer sich Luft. Man kann nicht sagen, daß er die Geige der Bauern gestrichen hat, er hat geredet, wie's chm ums Herz gewest ist. In die Gesichter kommt Bewegung, die finsteren Mienen hellen Ach auf., Stimmen werden laut: „Wir geben ja >gern!" „Das sehen wir ein, das Geld muß ebei, sonst.fischen die ld-Boatleut net vorn." Ms der letzte ergreift der Bürgermeister, ein eisgrauer Mann, das Wort. Er spricht ruhig und würdevoll: „Ich w'ußt', daß die neue Krieasanleih' kommt. Sie hatten mtr's von oben zugcblasen. Besser wie der Eisenkrämer könnt ich's Alch netJruseinanderlegen. Wenn der das Maul auftut, kriegen die W-' c ' : Besuch. Was Ivahr is, is wahr, der Eisenkrämer is ein ofsener Kppf. Ich sein ein so gestirnter Mensch, ich geh in die Stadt und reichen. Ich schätz, ihr auch. Das is eure beilige Pflicht! Sonst spricht man als: viel Köpf', viel Sinn'. Meweil is die Parole: Me für einen, einer für alle. Macht euch einen Knopf in sie Nas': Wer zeichnen kann und net zeichnen tut, der hat Nir Wrig si'tbs Vaterland! („Frkf. Ztg.") Weidenkätzchen. Endlich scheint die Kämst dieses hartnäckigen und langwierigen Winters nun doch einmal gebrochen und, nach alter Erfahrung zu schließen, werden jetzt die Boten des Frühlings in um so schnellerer Folge erscheinen. W'cidcnkätzchcn ist der erste unter ihnen. Ehe noch die groge Schar der Frühlingsblumen sich hervorwagt, finden die Insekten, dre am frühesten im Jahr« fliegen, schon einen reich- gedeckte Tisch: Me vionigdüste haucht die Saalweide ans, die am zeitigsten im Jahre ihre silberbepelzten Kätzchen entfaltet. Ein jeder kennt sic, bei näherer Betrachtung sieht man, daßl alle aufrecht stehen, und wenn man rinte größere Gruppe blühender SaalweweN vor sich hat, so wirken die vielen gelben Mütenstände sörinlich aufdringlich. Gingchendere Betrachtung zeigt, daß die Saalwei.de zwei Arten von Blüten bat, die ans verschiedene Pflanzen verteilt sind: die auMstger aussehenden mänickichen Blüten enthalten die leuchtend gelben Staubbeutel, die unscheinbaren, wEicherr dagegen grüne Stempel. Bienen, Käser und Zw>eiflügler, die auf der Hvnia- suche nacheinander die verschiedenen BMen besuchen, bestäuben sich an. der Unterseite mit ferm Blutenstaub und tragen ihn auf die weiblichen Blüten. Wie die Saalweide, die bekannteste, verbreitetste und an: zeitigsten blühende Waidurart, machen ihre zahlreichen Geschwister: die LMden sind die einzigen unter unseren Kätzchen- Lügiern, die auf Jnsektenbesuch rechnen während alle übrigen ihreni Blütekchtanb dem Winde anvertvauen. ES barwelt ssih um eine recht Brofsssor SubMg Klein kn seinem Buche „Unsere Wäldbäume Sträncher und ZwergholMewächse", das in der ausgezeichneten „Sammlung naturwissenschaftlicher Taschenbücher" (Carl Winters UnrversitätsbuchbanÄung m Heidelberg) erschienen ist. Es gibt im ganzen etwa 160 Weidenarten, und mtuÄcntb 30 davon sind bei uns ziemlich ckllgeme-in verHxecket oder werden anaebüut. Bei allen; Weiden smd die Mßchenschirppen ganzrandia: die Blicken hMn eine gelbe, schuppensörmige Honigdrüse oder deren zwei, die mtnuüichen gewöhnlich zwei, selten drei oder fünf Staubgefäße. Tie Blütezeit erstreckt sich vom März bis in den Juni hinein. Fast so zeitig wie die Saalweide, bereit Blüten im Mm z und Alkscil.züfinden sind^. erscheinen die der Schimmel- oder Reisweide; es folgen gleichfalls im März und April blühend, die Bruch- oder Knick! veide, die Pur- pnrweide, die Korbweide, die Aschwei.de, in der gleichen Zeit, oft aber bis in den Mai hinein, blüht die Silberweide, April und Mai sind die Blütenmonaten der Mandelwerde, und als letzte beschließt die Lorbeerweide, die im Mai und JIM blüht, Heu Reigen. Die Weiden sind bald Sträncher, bald Bäume, die, \vk die Silberweide tcr ^?he erreichen können. Die Kätzchen sind vielfach so auffällig, wie die der Saalweide bei der die männlichen bis 'dl Zenti-- meter lang imb 2 Zentimeter dick, die lveiblichen bis 6 Zentimeter lang und 16 Millimeter dick werden, bald sind sie erheblich kleiner, wre dre der Ohrtvckide, die nur halb so groß wtckrden. Eine scheiw- bare Ansnahuie bildet im Blütenban die Pnrpurw'eide, die ihren Namen nach der Farbe der Staubbeutel trägt: das eine Staubgefäß, das man beim oberflächlichen Hinsehen in der Blüte zu finden vermeint, besteht in Wirklichkeit aus zwei Staubgefäßen, die bis zur Sprtze miteinander verwachsen sind. Die Lorbeerweide, ein mittel- hoher Strauch, selten ein großer Banne, zeichnet sich dadurch ans. daß ehre männlichen Blüten, die 7 Zentimeter lang und 1,5 Zentimeter dick werdet 5 Staubgefäße und manchmal nach mehr, bis ru 10 enthalten, ^ mArend man in einzelnen Wstten nur deren 3 landet Die Schimmelweide, auch Reifweide genannt, ist es. bie „Palmkätzchen liefert, die vor dem Aufblühen in einen Silberpelz langer Haare eingehnttt sinh. Mettbuchblätter für Httedrnrzerten. , gewiß nicht unangebrachte Warnung vor Ueberschäßnng ausländischer Leistungen auf Kosten der einheimischen sind«: &‘-s ueuesten Band Iber „Bibliothek der Untechaltrmg und irt Msseiks". (Union, Deutsche Verlagsgesellschast Slultgart). Ehe es einen rechtlich«: Schutz des gefftigsn Eigentums in der Welt gao, tvnstte England nicht lvenig ans dem Wege gewöhnliche -vrebstahls zu „erfinde-i". Im Jahre 1854 schrieb Professor Hassen- stern in der damals angesehenen Zeckschrift „Natur und Knnsl" über den Rand, den eine große englische Verlagsanstalt an einer Erfindung des Regierungsrats Aster von der Wiener Reichsdrucke-ei beging: nr unglaublich, lvie viele dsntsche Ersindnngen so in Englands „aufgehen' Viele Deutsche verkaufen für einige hundert oder tan;end P,nnd das Geheimnis, uub von drüben geht die Er--- sindnng niiter dem Namen des englischen Patentinhabers auch, nach wird bei uns als Ergebnis des unvergleichlichen k?OlM'en GenieZ für Mechanik belvnndert. In einem Bericht über die Münchener ^nduslrieausslelktuig lvnrdc eine Erfindung als nur in England möglich laut gepriesen, die ein Deutscher machte. Es fit reiner Götzendienst den wir m it Jo hn Bn ll t r e i- ben. Man liest patristische Betrachtungen darüber, daß der ^eut,che mmt genau arbeiten könne, und der erste Reißzeugfabri- kaut m London, von dem alle großen Ingenieure ihre Werkzeng-s kaufen, ist Deut;cher, der nur feine Landsleute beschäftigt. Bel uns lebt ein ganzes Geschlecht von unglücklichen Erfindern und ein dazu gehöriges Ge;einnngen bekümniert. sie nur mager und unpopulär behandelt Tie geringfügigste Erfickunq in England wird dagegen ausführlich beschrieben und laut gepriesen Aus den Zeitrmgen gehen unsere Berichte in Reisehandbücher und aichere Werke über Englmrd über NNd der deutsche Reisende sucht sie überm K^nal auf, bewundert sie, demütigt sich vor dein angeblich englischen mechanischen Genie-und.hat am Ende nichts gesehen, als was er zu SPtfr « Esten Nahe gehabt hatte, ivenu auch in kleineres Maßstab. Was aber ist das eigentlich Sehenswerte, besonders für em „Volk bmi Denkern", der Gedanke selbst oder die kolossale WiSführung?" o -.^Ll mirbc Üüc entern halben Jahrhundert geschrieben. past nrbchte Man Voraussagen, daß wir nach dem Frieden wieder m Unfern Fehler fallen, erst bewundern, !vas uns auf llmwegen , schunden" tznkonünt. 144 Vermischte-. * E leklris ch e r S t ro m a u -> v u l ka u i s ch o it D ä m p - —'^Ahl 'Nmgngcl in Italien hat zu zahl veichon 'xn'rjmfren ne führt, bic swaktifche Bedeutnng der Kohle wr nigstens teilweise zu ersehen. Ans dieser No-twcndigkci! entstand die letzt in. größerem Umfang un. 1 enwimnene .Herstellung von ctck trischenr Strom ans vulkanischen Dämpfen, über die die Umschau interessante Eurzelheilen rnüzuteilen weiß. Tie Versuche, die in Italien an vielen Orten aus Erdspalten strömenden heißen Dämpfe gewinnbringend zu vcNvcrten, veick)-en bereits längere Zeit zurück. e>te Umrben unter Leitung und auf Veranlassung des Prinzen Ginori Conti bereits irr Jahre 1903 in der Gegend um Larderello begonnen, wo auf eül-em mehrere Quadratkilometer lveitcn Gebiet niächtige Strahlen heißen Wasserdampfes mit reicheni Borsäure- tzehalt auffteigen. In einem Rohrleitmrgsnetz mit Röhren von 20 bis 40 Zentinieter Durchmesser aufgefangett, ergeben diese Dampfmengen einen Druck von 2 bis 3 Atmosphären, von 150 bis fast 100 Grad. Tie praktische Verwertung wurde damit begonnen, daß man den so gewonnenen Dampf auf eilt Schaufelrad leitete. Einige Zeit später diente der Dampf bereits zu in Antrieb einer Kolbeiidampfmaschine, die mit einer Dynamom-afch ine verbunden ivar. Ta die angeführten Versuche sich als erfolgreich erwiesen, tvurde dann im Jalire 1905 eine Kolbendampfmaschin-e von 40 k8 aufgestellt, und zirxlr tvr der Erdspalte Bonella, aus welcher stündlich 5000 Kilogramm Dampf von 5 Atmosphären und einer Temperatur von 160 Grad entströmen. 1912 wurde bei Vergrößerung der Anlage eine Dampfturbine in Verbindung mit einer Wechselstrom-Dynamomaschine von 300 ?8 zu Beleuchtungszwecken ausgestellt. Tie Kohlennot gab nunmehr die Veranlassung, die elektrische Kraft dieses Werkes so stark wie möglich zu erhöhen. Dazu dienen drei Turbinen mit Wechfelftrom-Dhnamo' Maschinen von 300 Kilowatt. Da die vickkanis.chen Dänrpfe ungünstig ans das Metall der Turbinen wirken, werden sie mir zum Heizen der Siederöhrenkcsfel benutzt: der Dampf, der die Turbine ipeist, wird mit ldeni Kondensationswasser derselben Turbine erzeugt, während die natürlichen Dämpfe nach Erfüllung ihrer Heizpflicht der Boraxindustrie nutzbar gemacht werden. So werden durch die Hilfe der vulkanischen Dämpfe von Venella die Städte Volterra, Sienna, Ceeina, Livormo und Florenz mit elektrischem Strom versorgt. Altenglische Re k r nt i e r u n g sme tho de n. Als iec galt, Lord Kitcheners Freiwilligen-Heer für diesen Krieg auf die Beine zu bringen, griff rnan zu den seltsamsten Werbemitteln, um die Reihen auszuftMen. Man schreckte dabei auch nicht vor Künüjeu zurück, die in deutscher Sprache wohl am besten als „Bauernfang" g'Kennzeichnet lverdeu können. In der guten alten Zeit Alvr mache man sich die Sach viel leichter. Im Jahre 1596 mm' es eines Tages Königin Elisabeth in den Sinn, zum Entsatz, von Calais, das damals von den Spaniern belagert wurde, unverzüglich 1000 Mann über den Kanal au senden. Es fehlte ihr freilich an diesem dringenden Heeresersatz, fte Mißte sich jedoch zu helfen/ indem sie dem Lord Mayor und den Atderman oer Londoner City zu wissen'gab, sie müsse ans der Stelle 1000 Mann haben. W war am Ostersonntagmorgen. Ohne sich einen Arrgenbttck zu bedenken, ließ der Lord Mryor alle Kirchntüren besetzen und aus dm KirchMbesuchern, als diese den Gottesdienst verließen, 1000 Nxassenfähige Männer anssuchu, sofort militärisch einkleiden imd ausrnsten. Roch am Abend desselben Tages befand sich die verdutzte kauin zur Besinnung gekommene Schar auf dem Wege nach Dover. — König WilHelm II. von Englaird, gencnrnt Rusns, befand sich einst in der Normandie im Kriege mit seinem Bruder Robert. Eine Verstärkung konnte er freilich gut gebrauchen, aber viel dringender hatte er zu einem besonderen Zweck Geld nötig. Da verfiel er auf einen genialen Gedanken, wie er es sich chnl schuelllteu und sichersten verschaffen könnte. Er sandte den Befehl nach England, mit möglichster Eile 2000 Manu auszuheben: die gentittelteil stände sollten dabei vor allem berücksichtigt werden. Zle mit überraschender Schnelligkeit vollzählig zusanriuengebrachterr Leute l mndm im mittelbar vor der Einstellung, als der königliche Schatzmeister ihuen im Namen seines Gebieters erklärte, jeder, dtn 'ich mit 100 Schillingen freikanfe, könne auf der Stelle heim- kehren. Nicht ein einziger aus der ganzen Truppe verzichtete auf diese „ Vergünstigung", wie Wilhelm Rusus richtig voransgesehert hatte, so daß er mit den 20 000 Lstrl, einer für jene Zeit sehr bedeutenden Summe, die Franzosen zum Rückzug zu bestechen vermochte. * Kohlen für Paris. Ein bezeichnendes Beispiel dafür, wie wenig 1870 die Regierimg in Paris den Notständen ab- zu Helsen wußte, ist der Vorfall, von dem das neueste Hest des „Buch für Alle" (Union Deutsche Verlags Gesellschaft, Stuttgart) erzählt: Deutsche Heeresinasseu rückten 1870 vor Paris. Tie neue Regierung stand vor großen Fragen. Element DuvernoiS sollte ioic- Hauptstadt Mit lallem versorgen, hvas zu.m Ansftalten nötch erschien. Als seine Ernennung zu diesem Amt bekannt wurde, brachte die Pariser Presse allerlei anzügliche Artikel Adan er- ciünnerte mi einen Mininer, der nach Sedan zum .Heer geschickt wnrk-e: er verstand nichts von militärischen Dingen, wiederlMü I aber unermüdlich: „Mau muß in großen Massen marschieren, ' meine Herren, gehen Sie in großen Pgasseu vor." Auch Tvm>er- uors rauste alles in „großen Masstn" TM l^ißt, er glaubte nach dwsem Grundsatz durch eine Art Gingebnng zu dairdcln. Er setzte such mit einem der Großgrubeubesiner in Verbindung, um die Festung nnt Steinkohlen zu versorgen. Würdevoll sagte der Hau- delsmniister: „Wir brauen Steinkohle. Ganze Massen Steinkohle: die Kohle ist das Brot der Industrie." „Von welcher Sorte wnnsckien Sie? ES gibt dreierlei Sorten," sagte der Großkaufmann und zahlte ihre Eigenschaften ans. „Sehr gut," erwiderte Tuver- now also ein Drittel von jeder Sorte." „Und wieviel bedürffm Sie davon?" Ter Organisator nannte eine Zahl, die den Industriellen lächeln machte: er warf ein: „Das dürfte der Verbrauch ernes Arges in Paris sein." „ÄH! Wirklich?" rief der Ministjor überrascht „Nnn, dann besorgeir sie so viel, als man nliterbringen kann. Adan muß diese Worte wohl '.licht in ihrem vollen Umfang erlassen vermocht haben, denn schon im November erfroren die sänglmge rn ihren Küssen. dßchrrtlsch. — Unter Habsburgs Banner von Oberst Alois V e l tz 6 und Oberleutnant Dr. Paul Stefan (Verlag von Ullstein n. Co., Berlin). Dem Direktor des f. u. F. Kriegsarchivs und Kommandanten des .Kriegspressequartiers Generalmajor von Hoen ist dreses Buch zu geeignet, das der rühmlichst bekannte österreichische Militärschriststcller Oberst Veltzö und der- Oberleutnant Dr. Paul Stefan geschrieben haben. Neues Material über die großen Geschehnisse an den Fronten, -über die Zusammenhänge der- einzelnen Kriegshandlungen stand ihnen zur Verfügung. Mit überzeugen der Sachlichkeit stellen sie die Leistungen der tapfereir österreichisch- ungarischen Wehrmacht ans sieben Kriegsschanplätzen dar, im Schnee und Eis der Hochalpen, am Isonzo, im montenegrinischen Karst, im schlämm dev serbischen Marva, in der Bnkowina, in Galizien, in Russisch-Polen, im Bewegnngs und im Beharrungskampf: und wie zu Lande, in der Luft und auf dem Meere. — Christaller, Helene, Die unsere Hoffnung sind. Ein Buch von jungen Menschen, die den Krieg erlebten. Mit Buchschmuck von Heinrich W i e y n k - Dresden. Zweite Auflage. Vornehm yebunden 4 Mk. K. Thieneinaims Verlag, Stntt- gavt. — Das „hohe Lied der Liebe" möchte man dieses Buch nennen. Lisbe in des Wbrtes edelster Bedeutung. Als Kennerin des Mäd- chenherzeiks, spannend und mit feinem Verständiris für das Enips Enden der Leserinnen hat Helene Christaller hier geschildert, wie unter der Pflege eines in wahrer, lebendiger Liebe sich zingetaniei« Elternpaares gesund «enipftndendc Kinder erblühen, wie innige Freundsck-aft das beranreifende Jungvolk veMndet, wie die um ein verlasseiies Kiirdchen sich sorgende Liebe der jugendlichen Heldin caese zur Höhe edelsten, reifsten Frauen- und Menschentums hin- ansührt. — Der Fall Deruga. Roman von Ricarda Huch (Verlag von Ullstein n. Co., Berliil). In den Münchener Scknvur- gerichtssaal führt dieses neue Werk der Dichterin Ricarda Huch. Es handelt sich jimt. den Prozeß gegen den Arzt Dr. Tornga, der angeklagt ist, seine vor Jahren von ihm geschiedene Frmr durch mt schnell svirkendcs Gift aius der Mit geschafft zu haben. Rätsel. Es ist ein hohes, herrliches Wort, Es klingt wie ein himmlischer Festakkordl Hat sieben Zeichen, die im Verein Schließen der Völker Sehnsucht ein. Leicht wird des Rätsels Kern erkannt, Werden die Zeichen anders verwandt. 4 31 6 2 beseelt gar viele, Zu dringen zu der Ganzen Ziele. Doch 1 42 36 7 gibts nicht im Krieg, Ta heißt es nur: kämpfen bis zum Steg! Wir hoffen, unser Sieg ist nicht 14 2 7 Schon sind die Rassen zuriictgetrieben; Rilmänen und Serben sind niedergerannt, Die schwarzen Berg' und das belgische Land Nahmen ivir rasch mit stürmender Hand. Und jeder Tag weiß jetzt zu melden Von Taten unsrer U-Boot-Helden. Sie zahlen dem tückischen Albion Nun endlich heim den verdienten Lohn. Sie zivingen's bald 7 34 5 63, Das Weltmeer wird von dem Tyrannen frei! Tie andern 1 43 7 56 gar bald Erliegen dann unsrer Waffen Gewalt. Wir werden ans unseres Sieges Schwingen Der 42 56 das Ganze bringen. (Auflösung in nächster Numm«.) Auslösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: Friedenshoffnungen. Echrfftlettung: Fr. Ze cz. Zwillingsrunddruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießrp«