Pechmarie und Hans im Glück. Di" beschicht? - - ? -dfreundschast von C. v. D o r n a u. Nachdruck und Ue^. rjctzungsrecht in fremde Sprachen Vorbehalten. (Fortsetzung.) Sie kam auch nicht recht zur Besinnung, nachdem das Brautpaar sich am Hoteleingang verabschiedet hatte, und sie sich in dem vorausbestellten Zimmer allein sah. Da war so viel zu besorgen, was die an Reisen nicht Gewöhnte verwirrte: Auspacken und einrichten und allerlei Anfragen des Hotelpersonals beantworten. — Nein, zu speisen wünschte sie nicht mehr; sie hatte bereits im D-Zug gegessen. Sich an eine Dable d'hote setzen, wie man ihr zumuten wollte — entsetzlicher Gedanke? Sie hatte da keinen Bissen heruntergekriegt. Und zum Kaffee sollte sie bereits bei Hansens Schwiegereltern erscheinen. Punkt fünf Uhr — man plante einen ganz frühen Polterabend. Da blieb ihr nur sehr wenig Zeit zuin Ausruhen, und sie bedurfte ja dessen auch nicht. Sie kraulte zweck- und ziellos zwischen ihrem Gepäck imb stand dazwischen in tiefen Gedanken. „Elfe" nannte Hans seine Braut! Ja, sie besaß etwas Unirdisches, Unpersönliches: als ob sie kein richtiger, alltäg- licher Mensch tväre, wie Marie selber lind Hans und die andern alle; sondern ein Gedicht, ein Lied, ein flatterndes! Wölkchen, eine Erscheinung aus einer andern Welt. Und dazwischen war sie wieder wie ein girrendes Täubchen gewesen in ihrem weißen Schivanenpelzmützchen und -kragen, mit alt dem Nicken und Trippeln und sanftem Geschmiege. Alle Menschen, die Marie bisher gerannt hatte, waren ihrem klardenkenden Geist so leicht in die eine der drei Kategorien einzuschalten gewesen, die es für sie nur gab: sie erschienen entweder „nett, anständig" — davon gab's nach Maries Ansicht nur sehr wenige! — oder „gleichgültig, bedeutungslos" — das waren die meisten! — oder direkt „widerwärtig". Das schone Lebewesen, dessen Bekanntschaft sie eben gemacht hatte, paßte in keine. — Nein, auch nicht in die erste. Ganz gewiß nicht. Kein nachhaltiges sympathisches Gefühl war in Maries Herzell wach gewordeil. Jetzt, wo sie dem Zauber entrückt loar, dem Auge und Ohr in Elfriedes Nähe unterlagen, stieg gegen ihren ernsthaften Willen, vergebens mit Beschämung zurückgewiesen, ein nagendes Mißtrauen, eine feindselige Kälte in ihr auf. War dac> etwa Neid? Pfui, Marie! Beleidige dich nicht selbst! Etwas so Niedriges kennt deine Seel« nicht, wird sie nie beherbergeil. Es mußte etwas anderes sein, ettvas, was sie noch viel weniger mit Namen hätte nennen mögen. Schluß! Fertig? Zieh' das unvermeidliche SckM'arz- fcibeue an, putze dich, so gilt du kannst: Du bist heut' zu Hans Jmhofss Polterabend geladen, als „das Letzte Bißchen u:as ihlir voll seiner Jugenozeit übrig geblieben istch Kn würdevollen Schwarzseideium — nicht dem ehe* ..verschnaufte sich", !vie sie's vor sich selber nannte, wah- maligen Treuenbrietzener Festgewande freilich, sondern eineni ileuen, modischen, weltstädtischen — trat Marie mit dem Glockenschlage fünf Uhr in den winzigen Flur der Wiedeubrinckschen Wohnung. Man hatte sie wohl nicht ganz so pünktlich erwartet — jedenfalls war sie der erste Gast — ein paar Zimmertücen hatten sich spaltenweise geöffnet — und waren rasch, wie erschrocken, wieder zugeschlagen worden. Die rothändige Aufwärterin, die sie hineingetassen, führte sie nach flüsternder Unterhaltung an einer dieser Türen mit der Bitte, ein wenig zu warten, in ein leidlich großes Gemach, das entschieden die Prunkstube vorstellte. Die typische „gute Stube" kleiner Leute, mit dem Geruch des Unbewohntem, rnit Bnntdruckbildern in breitem Goldrahmen, gesticktem Haussegen und vielen gehäkelten Deckchen. Dlrrch die halboffene" Tür des Nebenzimmers lugten ein paar Kinderköpfe, um gleich wieder kichernd zu verschwinden. An einem der beiden Fenster stand ein weißgodeckter Tisch, auf dem die Hochzeitsgeschenße aufgebaut waren: viele Handarbeiten, ein billiger Chronometer, ein paar Basen und dergleichen. Irr der Mitte, als Paradestück, Maries kostbares Silbergeschenk. Nach kaum fünf Minuten erschien auch, schon der Hausherr, ein langer, magerer, mittelalterlicher Mann, mit Bück- Urrgen und Entschuldigungen und devoter Verlegenheit. — Dann kam die Mutter, klein, rundlich, aeuwhnlich; das ehemals wohl hübsche Gesichtchen allzu sehr in die Breite gegangen; mit einem Wortschwall, der Marie zu erstiMN drohte, und kleinen grellen Augen, von denen ihr's vorkmn, als ob sie unaufhörlich an ihren: Gesicht, ihrer Kleidung, ihrem ganzen äußeren Menschen herumpickten. Marie wurde aufs Sofa genötigt und die Kinderschar aus dem Eßzimmer nebenan herbeigeholt, um ihr mit Dienern und Knixen und frischgelvaschenen Händen vorgesteltt zu werden. Dcnwisck-Ln tauchten noch verschiedene erwachsene Wiedenbriuas aus: eine anscheinend bedeutend ältere Schwester Elsriedes, Telephonbeamtin, lang und dürr wie der Vater, ein festgefrorenes, säuerliches Lächeln völliger Resignation aus dem spitzen Gesicht. Einige sehr alte Tanten, Schlvestern des Vaters. Ein Sohn des Hauses, der Volks sch ullehrer zu sein schien, und ein anderer, der fraglos Verkäufer in einem Warenhause war. Und noch verschiedene andere Familien- mitglieder, deren Name und Stellung Marie nicht klar wurde. Ihr schwirrte allgemach der Kopf, und doch spürte sie ein innerliches Erleichtertwerden: die Familie Wiedenbrinck gehörte zu den Leuten, über die man nie mehr nachdenkt, wenn inan sie einmal kennen gelernt hat. Mer es war doch angenehm, als mit einem Male die Flurtür sehr geräuschvoll 'aufgerissen wurde und Hans Fm- hosf in überjprudeluder Heiterkeit eintrat. Er brachte Philipp Koch urit, den er soeben von der Bahn abgeholt hatte, und Marie stand ein paar Schritte uiibea utet zur-Seile und rend sich der Strom der Wiedeubrinckschen Begrüßungsfeier- lichkeiten über den armen. kleinen „Phipp" ergötz 134 Hans Jmhoff befreite den Jugendfreund schließlich und führte ihn lachend »u Marie. Während dre derben aus- toärttgen Gäste sich stumm, aufatmeud, die Haube druckten, blickte Hans suchend umher: „Wo steckt denn aber Else?" fragte er laut. „Ich werde sie gleich holen gehen," entschuldigte,bte Mittler; „sie hat f*> viel ;u tun gehabt, daß sie erst spät -Ulli Anziehen gekommen ist." . , . . » Und ein vorwitziger kleiner Schwager prepte m das Momentane allgemeine Stillschweigen hinein: „Friede hat doch nichts getan, die ist doch me fertig —< die trödelt ja immer so!" ^ Der junge Mann wurde sofort von seiner Mutter mrt Beschlag belegt und in einer Ecke ernsten Ermahnungen unterzogen. Hans ging selbst die Braut holen. Sie mußte wohl sästm von seiner Ankunft gehört hab-eri, denn sie kam ihm lächelnd und errötend im Korridor enb- Kegen. Durch die offen gelassene Tür der Putzstirbe beobachtete jung und alt schmunzelnd die stumme, aber zärtliche Begrüßung des Brautpaares. Dann führte Hans sein Mädchen am Arm ins Zimmer hinein und stand stolz und strahlend neben ihr, während nun alles sich ihr zuwandte und laut und leise die in zartes Rosenrot gehüllte kleine Braut bewunderte. Ja, wie eine Rose sah sie selbst aus, mit dem sanften Erröten, den weichen runden Bewegungen, dem bräutlichen Dufte von Reinheit und Unschuld! Sie erblickte jetzt Marie und kam mit ausgcstreckten Händen auf sie zu. Wie soll ich Ihnen danken, liebes Fräulein Marie!" flüsterte sie. „Diese wunderschöne, prachtvolle Silberschale. — Wie Sie sehen, hat mein Hans gleich Rosen holen müssen, um sie damit zu füllen — sie steht ganz in der Mitte des Gabenaufbaues — sehen Sie? Sie soll uns immer, immer an Sie erinnern —" ,Ja — alte Marie — du hast dich gewaltig ange^ strengt!" sagte Hans, der seinem Bräutchen gefolgt war. „So ein wertvolles, herrliches Geschenk. — Du hast mich geradezu beschämt damtt, wahrhaftig." „Unsinn!" Marie errötete unwillig. „Red' bloß nicht solch' Zeug, Hans, ich bttt' dich. — Die Schale hat mich übrigens nur das Aufarbeiten gekostet. Sie stammt von Onkel Poldewitz. Ich wundere mich, daß du sie nie bei ihm gesehen käst ■— er ließ sreilich sein Silberzeug nicht viel herum- ftehen. Du hast eigentlich geradezu Anspruch auf die Schale und noch viel, viel mehr — es ist mir unbegreiflich, daß er dick) derartig hat benachteiligen können — von Rechts wegen müßte alles zwischen uns geteilt werden." Jetzt war es Hans, der „Unsinn" sagte und heftig protestierte. Marie sah die kleine Elfe an, die sehr gespannt zu- hörte: „Es wäre nur gerecht, wenn Hans wenigstens die Hälfte vom Silber und Geschirr und den Möbeln bekäme," sagte sie in fast bittendem Tone, so, als ob sie die Braut zum Beip stand anwerben wollte. „Mir steht der ganze Bodenraum voll — und so viel köstliches Tischzeug und Bettzeug Hab' ich, daß es für hundert Jahre ausreicht! Wenn Hans davon was nähme — aber so vernünftig ist er ja gar nicht." „O, w'enn ich ihn bitte, am Ende doch!" rief die kleine Braut. Sie schmiegte sich an Hansens Arm und sah schmeichelnd zu ihm auf. „Ich \viü ihn sehr, sehr schön bitten, liebes, gutes Fräulein Marie." „Du mußt nicht so scherzen, Elfechen," sagte Hans leise tadelnd. „Sieh Marie an, was sie für ein Gesicht macht — sie ist imstande, dich völlig ernst zu nehmen! Du kennst sie eben noch nicht genug — < sie ist nun 'mal ein bißchen ehst- pußug und schwerfällig, das gute Ding, und kann sich's gar Nicht vorstellen, wenn man mit so was Spaß macht." Mber fte macht ja gar keinen Spaß! Sie meint es ja ernst!" rief Marie eifrig. , Hans ließ den Arm seiner Braut fallen und trat einen Schritt zurück. ... -Sw hat gescherzt, uiid der Scherz ist nicht ganz glüc l«t) gewählt," sagte er sehr bestimmt. „Soviel ich weiß, solle wir letzt zur Kaffeetafel ins Eßzimmer kommen und nachhr beginnen die Aufführungen der Kinder. Es wird ungeheui großartig werden. Fritzchen hat mir anvertraut, daß er se sieben Wochen an seinem Gedicht lernt. Nicht wahr, Fritzel? ' Qrc fmg den jungen Mann ein, der sich neugierig zw scheu den Festgälten herumdrückte, und setzte ihn trotz Geschr und Gezappel auf einen hohen Schrank. Seine Braut fa: ganz nahe an Marie heran, um sich ihr in dem allgemeine Durcheinander verständlich zu machen, und blickte mit ihrem weichen Lächeln zu ihr auf, vertrauensvoll: „Wir reden später noch einmal darüber — nicht wahr, liebes Fräulein Marie?" zwitscherte sie. „Hans ist manchmal ein bißchen schroff — Männer sind das so leicht — Sie dürfen ihm deshalb nicht zürnen! Ich verstehe es ganz gut, daß es Ihnen unangenehm sein muß, all die schönen Sachen allein bekommen zu haben, die Sie doch zum Teil gar nicht gebrauchen können. — Hans muß das doch auch einsehen." ,,Das wird er nie tun — er ist ein Dickkopf!" seufzte Marie betrübt. „Ich kenne ihn zu genau, er gibt nie nach!" „Meinen Sie?" Durch das Lächeln des rosigen Kinder- gesichtchens zuckte momentweise ein schärferer, fast stechender. Strahl. „Ihnen vielleicht nicht — aber ich denke, ich werde schon allerlei bei ihm durchsetzen! Eine Braut — eine junge Frau — das ist noch ganz was anderes, wie so eine beliebige Jugendfreundin — nicht wahr? Nein, mein liebes, liebes Fräulein Marie —" das kleine Mädchen war plötzlich wieder ganz schmelzende Liebenswürdigkeit, „seien Sie überzeugt, daß Sie eine treue Verbündete an mir haben werden — auch gegen den bösen Hans, wenn es not tut!" Der böse Hans kam in diesem Augenblick, um sie zu holen, und sie hüpfte an seinem Arm davon, nicht ohne« Marie vorher schelmisch eine Kußhand zugeworfen zu haben. Die Hausfrau selber holte Marie an den Kaffeetisch. „Sie ist noch das richtige Kind, unsere Friede, — nicht wahr?" fragte sie wohlgefällig. „Sieht so aus und benimmt sich so — när haben sie leider 'n bißchen arg verzogen, weil sie eben doch unsere hübscheste und niedlichste ist. Ich wußte auch immer, daß sie noch 'mal 'ne sehr gute Partie machen würde, und ich Hab' meinen Mann getröstet, wenn er so'n bißcl>en ungeduldig wurde, weil ein Jahr nach dem andern verging, ohne daß 'was zustande kam — und schließlich Hab' ich wirklich recht behalten!" ? -rau Wiedenbrinck lachte freudig triumphierend, wähle Marid auf den Ehrenplatz an der Spitze der Kaffeetafel nötigte. Die ehrliche Marie zerguälte ihr Gehirn nach ein paar freundlichen Redensarten, die, wie sie wohl empfand, von ihr erwartet wurden. Sie bekam am Ende nichts weiter heraus, als die ziemlich kühle Bemerkung: ,,So übermäßig lange haben Sie ja nicht warten brauchen, meine ich! Fräulein Elfriede ist doch höchstens neunzehn Jahre alt!" „Neunzehn Jahre!" Die stolze Mutter legte eine kleine, feiste Hand auf Maries Aermel und neigte sich vertraulich, flüsternd zu ihr: „Friede ist gut und gern sechsundzwanzig Jahre alt!" „Grad' so alt wie ich!" rief Marie hocherstaunt. „Das hätte ich aber nie und nimmer für möglich gehalten!" „Es macht das Aeußere," versicherte Frau Wiedenbrinck sehr freundlich. „Das macht nur das Aeußere!" (Fortsetzung folgt.) Kleingärtner heraus! Von Wolf gang Hagenbach Vor zwei Jahren, im Vorfrühling da die Werbearbeit für den kriegsmäßigen Kleingartenbau znm efften Male einfetzte, mochte es häufig scheinen, als werde allzu viel Aufhebens vom Nutzen des Gemüseanbaues im Kleinen gemacht. Was soll, so hat vielleicht! manck-ec sich gedacht, dabei Großes herauskommen, imut hier und dort im Borland der Städte ein paar Beete mehr bepstanzt und besät werden? Durch derlei werde die Lage auch nicht gebessert!! Nun, es dürfte in Deutschland heute nickst mehr viel Leiste geben, die die Bedeutung des Kleingartenbaues für unser Ernährungs- Wesen rmterschätzen. Kecklich latb obne einer Uebertreibimg sich schuldig zu nmck-en, darf gesagt werden, daß Laubenkolonien und Kriegsäcker ihren rechtsckmffenen höchst beträchtlichen Anteil an frei; Vereitelung der Aushungerungs Pläne der Entente haben. Gewiß, es ist mit der Ernte der paar schmalen Rabatten nickst eben! sehr fruchtbaren Landes — das bisher unbebaut lag und erst! i-etzt zju Ehren kam, ohne gleich alle Erwartungen zu verwirklichen, die es versprach — bisweilen nickst weit her gewesem Gin paar negiere Koylköpfe, ein paar Rüben — sei's durm! Zur Be°i ftellnng des Tischers für einige Tage reicht der Ertrag doch auch und das heißt imnrerhin schon etwas in dieser Zeit. Und dann 2 Beschert das einzelne Gärtchen gleich nicht übermäßig viel, nimmt! Nlün die vielen keinen Ergebnisse insgesamt, so stellt sich! her- Mcs. fraß es sich doch «nt recht wesentliche Faktoren handelt. Nein, es kann keinem Einsichtigen mehr cinfallen, am Wert des deutschen Klein gart enweckes irgend wie zu zweifeln. In der Geschichte dieses gewaltigsten aller Kriege toird im Rahmen der Darstellung des Wiesens rmd Aushaus unserer düahrmrgSmlttelversorgnng auch das Schaffen der Kleingärtner dereinst dankbar gewürdigt iverden. 9 Mein, wie aus teilen anderen. Gebieten des Anspaunens der Kräfte im ErkLnrpseir des deutschen sicheren Sieges gilt es auch im Kleingartenbau Eifer und Hingabe an die zu erfüllenden Ausgaben heuer zu verdoppeln, bis zum Gipfelpunkt des Möglichen und Erreichbaren zu steigern. Grapes, Ach-tungerl-eischendes ward bisher geleistet, Größeres mutz noch vollbracht '.oerden. Hart geht es auf hart. Frisch und hell ist unsere Zuver sielst wie anr ersten Tage. Es besteht keinerlei Grund, in ihr wankend zu werden. Jur Gegenteil, sie steht auf festen Grundmauern. Aber gerade! darum müssen wir uns gegenwärtig halten imb bewußt bleiben, daß der neue Kriegsabschnitt gewaltig schwere Leistungen von uns fordert. In jeglicher Hinsicht! Tas darf auch der deutsche Kleingärtner nicht vergessen. Tas Vaterlaich hat seine Tätigkeit zur Sicherung und wirksamen Durchführung unserer Nahrungs- Versorgung bisher mit Anerkennung urtb Tank verzeichnet — es km ihrer auch fürderhin nicht entrßtcit, ja, es braucht sie mcch'rj denn je. Deshalb ist der Ruf: „Kleingärtner heraus! berechtigt, nollvendig. Darum muß er gehört, darum m!uß ihm Folge geleistet werden. Ta ist so manches, worin mehr geschehen könnte als bisher. In vieler! Städten gibt es noch immer Bauplätze, die brach liü- hen, zur Umüvaudlung in Klein aartenlcmd «der vorzüglich sich eignen. Für Gießen ist uns die Anregung znae^augen, den Sportplatz an der Hardt wenigstens zum Teil m Kleingärten zu verwandeln. Jedem bisher noch nicht erschlossenen Stücklcin Brache muß in diesem Jahr ein Gärtchen alternngen WHLden. Eile tut da not. Schon jetzt muß Umschau gehalten wer- den, welche bisl-er ungenützten Flächen urbar gemacht, Mm Kleingartenban herangezogen werden können. Ohne .planmäßiges Vorgehen aber lassen sich aus diesem Gebiet keine dauernden befriedigenden Erfolge erreichen Tie Gemeindebehörden müssen daher Sorge tragen, daß innerhalb der Städte, wie in ihrer Umgebung Umschau gehalten wird, wo noch Kleingartengelände erschlossen werden kann. An Liebhabern für neugewouneires Land imrd es ja gewiß nicht fehlen. Ter Weingartenlandhunger ist allenthalben im Neich groß, und schier nirgends ist es bislier gelungen, all« Wünsche nach bebaubarem Boden zu erfüllen Nichts darf verabsäumt werden, dahin zu rvirken, daß möglichst jedes verwertbar^ Fleckchen verwendet wird. Man braucht und soll dabei nicht übersehen, daß nicht jedes Stück Land zur Aufnahme von Beeten sich eignet. Aber von geeignetem Grund darf kein Quadratmeter imgenützt liegen. Freudig und dankbar tmrb man in Klring ärtner- kc eisen jede psleglickiie Förderung, die dem Gartemoerk zuteil wird, annehmen. Biel Gutes ist in dieser Richtung während der letzten beiden Jahre angebalprt, begonnen worden. Nun handelt es sich darum, die verheißungsvollen Anfänge crus^ubauen. Vorab wird daranf Bedacht zu nehmen sein, Gewgenhe'.ten zum Betzug von wohlfeilem, brauchbarem Dünger, von Sämereien und Pslanzen- setzlingcn zu vermehren, die Errichtung von Wasserzapfstellen und Umzäunungen, die Bestellung von WÜchpersonal für die Sommerzeit zu betreiben. Tie städtischen Gärtnereien könnten nach dieser Seite hin vielfach noch mehr als seither nutzbringend sich betätigen. Ost sind es ja wirtschaftlich recht wenig leistungsfähige Leute, die den Kleingartenb.nl ansüben. Sie bedürfen besonderen Schutzes, besonderer Pflege. Sie.diese finden zu lassen, ist notwendig. ESk handelt sich dabei um eine der wichtigsten. Pflichten von Staat und Gememden inl Bereich der Förderung der Bolkswohlfahrt. Tenn daß der Kleingartenban eine der wichtigsten Quellen von Gesundheit und Wohlergehen ;nn)'cre£ Volkes werden kann und muß, daran ist kein Zweifel mehr möglich. Jeglicher Anfang^ist schwer. Und jede Beschäftigung will erlernt sein. Tas ist altvaterische, aber unbestreitbare Wahrheit, deren Richtigkeit zu erproben auch der Weingartner reichlich Gelegenheit hat. Ihm die Möglichkeiten zur Erwerbung gärtnerischer Kenntnisse, zu ihrer Erweiterung 'und Vertiefung zu geben, ist notloeudig. Solche Möglichkeiten gewähren Vtuster- und Ver- suchsbeete, wie sie von großen öffentlichen Gärten und ähnlichen Einrichtungen angelegt wurden, und in vermehrtem Umfange weiterhin angelegt und unterhalten werden müssen, ferner die Abhaltung von Vorträgen und Kursen, die Verteilung von volkstümlichen Flugblättern rmd Büchern. Auch hier kann nvck) mehr geschehen als bisher. Und vor allem, heißt es, systematischer zu Werk zu gehen. An vorbildlichen Bestrebungen fehlt es nicht. Wertvolle Ansätze werden leickst ausgestaltet werden können. Welchen Segen können in der Heranbildung eines tatfrohen, in gärtnerischem! Wissen wohlbeschlagenen Kleingärtnergesckstecksts unsere Schulen stiften. Manche von ihnen haben in den letzten Jahren Kriegs^ schülergärten anaelegt und gute Erfahrungen mit ihnen gemacht. Tie Schüler und Schülerinnen waren mit Feuereifer dabei, die ihrer Obhut anvertranten Beete zu pflegen. Und die Eltern sahen wohl dnrckpveg nrit Freude, daß die Biiduugsaustalten ihrer Kinder sich da neuen höchst' bedeutenden Aufgaben zuwandten, an deren Lösung zu ihrem Dell mitLuhelfen sie gerne bereits waren.! Welcher Vater, ivelchc Mutter mochte sich nicht freuen, wenn die Jugend neben dein Unterricht, wie er seither Brauch war, nun noch Gelegenheit erhält, mit den Gartengeräten praktisch umzngehen! und zwrftiges gärtnerisches Wissen zu erwerben. So sind denn allenthalben schöne Voraussetzungen für das weitere Wachstun! des deutschen Kleingartenbaues vorhanden. W Vmß besonders betont tverdcn, daß cS nicht nur der wirtschaftliche Nutzen ist, derbes wünschenstvert und in dieser Zeit dringend notwendig ersck-einen läßt, daß möglichst viele Hände im Garken- werk rüstig sich regen — daß vielmelw auch nur der ideellen Vorteile willen, die er verschafft, der Kleingartenbau eine wichtige Rolle in unseren! Volksleben zu spielen berufen ist! Nur daran sei erinnert, welche Fülle von Anregrnrgen die Beobachtung des Wachslums aus den selbstgepflegten Beeten vermittelt, daß die Kleingärten Gelegenheit geben, in nützlicher Geschäftigkeit unter freiem Himmel sich zu bewegen, gesundheitlich sich zu stärken. Tarum verdient die Parole „Kleingärtner l-eraus!" beachtet zu werden! Zum Besten der Volkswohlfahrt und des im heißen Kampf stehenden Vaterlandes! Soll der deutsche Kleingartenbau auch in diesem Jahr die Erlvartungen erfüllen, die man aus ihn zu setzen berechtigt ist, so gilt es unverzüglich alte notwendigen Vorbereitungen zu treffen. Jeder muß sich überlegen, ob er mithelfen kann, ob er Zeit hat, das Seine zur vermehrten Bebauung des deutschen Bodens beizutragen. Und inet helfen kann, der zögere nicht! Gr sichere sich ein Fleckchen Land, auch in diesen! Betracht seiner Pflicht zu genügen. Daß er im Weingarten ein reiches 9Naß an Freude und Genugtuung ftnden wird, deffen darf er im voraus gewiß sein! __ Amerikas §!ottenbaupläne. Von Frank v. Kleist Das von dem amerisanischen Riarineminister im Jahre 1916, also noch vor dem Mbruch der Beziehungen zu den Mittelmächten vorgeschlagene und vom Senat angenommene Schiffs bau pro-, gramm für das Jahr 1917—1919 umfast den Neubau von 10 Linienschiffen, 6 Schlachtkreuzern, HO sclmellen Ausklärungskreu- zern, 50 Torpedobootszerstörern, 15 Hochsec^Unterseebooten, 85 Küstew-Unterseebooten, 3 Kanonenbooten, einem Lazarettschrff 2 Vdmitionsschifsen, 2 Heizölscküffen und einem Werkstattschiff. Die für diese außerordentliche Ban Periode bewilligten .Kosten belaufen sich auf 422 964 087 Dollar (rund 1776,4 Millionen Mark), dazu kommen iwch die Ausgaben für das Marineflugwesen, für Reservemunition urrd die Kosten der bereits vor 1917 l>ewllligten Schiffe, wodurch sich die obengenannte Summe auf 502 462 214 Dollar (rund 2 110,4 Mlllionen Mark) erhöht. Das ist tatsächlich, wie ich hier ausdrücklich irrtümlichen Meldungen gegenüber seststellen möclste, der ganze neue Bauplan von 1916. Theoretisch und nach den nicht ganz 'den Tatsachen Rechnung tragenden Angaben des Marine-Sekretärs Daniels, würde die ameriLrnische Flotte Ende 1921 verfügen über: a) 27 neuzeitliche Großkampf-Linienschiffe (wenn man die aus den Jahren 1908—1911 stammenden, mit zehn bezw. zwölf 30,5 cm bestückten 6 Linienschiffe der „Arkansas^-Klaffe noch mitrechnet), o) 6 Schlachtkreuzer, c) 25 Lrnienschiffe 2. Klasse (veraltet), d) 10 Panzerkreuzer (veraltet, schon jetzt), 6)13 AuffläwMgskrenzer von genügender Schnelligkeit, 1) 16 veraltete Kreuzer, Wasse I, II und III, ß.) 108 Torpedoboots zerstöret, h) 18 Hochsee-Unterseeboote, i) 157 Küstenunterseeboote, k) 6 Monitore, 1) 20 Kanonenboote, m) 4 Pr-oviantschiffe, n) 15 Kohlen-- und Herzöffck-iffe, o) 4 Transporte schiffe, p) 3 Begleitschiffe für Zerstörerslottillen, q) 2 Munftions» schiffe, r) 8 weitere Spezialschiffe. Diese Zahlen haben natürlich nur einen sehr problematischen Wert und höchstens ein statistisches Interesse, da ein großer Dell der hier crnfgezählten Schiffe teils schon jetzt, teils im Jahre 1921 oder 1922 dem Zeitpunkte, bis zu ivelchem die Neubauten voraussickstlich fertig sein weichen, veraltet und damll wertlys als Bestandteil einer Kampfflotte sind. Für die erwähnten 10 Pmrzerkreuzer und ebenso die langsamen ungeschützten Weuzer I., II. rmd III. Klaffe, trifft dies schon jetzt zu, und bei den- Torpedoboots Zerstörern und Unterseebooten! werden bis 1922 schon eine hübsche Lhnzahl zu streichen sein. Bezeichnend für den iWert der Aufstellung des Nüarine-Sekretärs! Daniels ist ganz besonders die Tatsache, daß er bei den Linien» schiffen II. Klasse für das Jahr 1922 auch noch die schon heute ganz wertlosen 4 Schiffe der,,Jolva' -Klasse und die ettvas spätes erbauten 6 von der „Kentucky" bis zur „Mame" mitrechnet!^ Daß die englischen Marine-Schriftsteller wie Leriland und andere dies geflissentlich nachbeten, wird wohl niemand nmudernckhmen. Unter den beschloffencn Neubauten erwecken ftir den Fachmann in erster Linie die t> giwßen Schlachtff-auzer das weitgehendste Interesse. Soll doch bei diesen durch Verstärkung der Antriebskräfte, Um reichlich das Vierfache des seither Erprwbten und Untere nommenen, die bisher fei solchen Panzernesen noch nie dagewesene Geschwindigkeit bei größtem Wasserverdrang (35—40 t) »mb schwerster Bestückung (zehn 35,6 ein L/50 oder nach anderer Angabe sogar acht 40,6 cm L/45) erreicht iverden. Ob die Berechn nun gen der amerikanischen Marine-Ingenieure der der Erprobung! aus See sich 'bewähren iverden, bleibt abzuivarten. Doch gibt die Weigerung der mit dem Ban dieser Riesen betrauten 4 Privat» Werften die Bedingung der .Regierung der Vereinigten Staaten, über die Abnahme der Neubauten erst nach bewiesener Erfüllung aller Anforderungen anzunehmcn, eigentlich reckst viel zu beden^m. Die Werften verlangen, ^aß jdie Admiralität die Schisse nach Fenig- stellung zu übernehmen habe und daß die Probefahrten schon auf Gefahr und Rechnung der ^Admiralität nach der lieber nähme zu erfolgen haben. Es ümß also bei den .Herstellern dieser Riesen kein allzu gwßes Verckrauen in die Erfülluiu« der theorvtisch beroch- neten Stiftungen solcher Fahrzeuge herrschen. Man hat eben bis ie&t mit solchen Äöaschinsn, -oie die hier vorgesehenen (je vier 35 000 Kilowatt Durvogcneratoren) -um Antriebe derartiger Kolosse von 35— 40 000 t Wasserverdrängung noch keine praktischen Erfahrungen samrneln können. Aber noch eine durchaus nicht zu unterschätzende Sckuvierigkeit dürfte sich der amerikanischen LLdmiralitat bei der Beschaffung des nötigen Adamrschaftserfatzes entgegenstellen. Die Erfahrung Hai gezeigt, daß, sobald die Löhne durch die Hochkonjunktur in der Industrie auf ungeahnte Höhen steigen, die Tes-ertationen der der Bewilligten Staatew-Marinte soflort einen bedenklichen Umfang annehmen. Das ist leicht zu begreifen, denn die Arbeiter stecken lieber den Ijoljm Lohn ein, anstatt sich zum gefährlichen und viel schlechter bezahlten Kriegerberuf anwerben zu lassen. Wenn die durch Reuter und Havas l-erubergelmigenden Gerüchte einer noch n>eiteven und beschleunigt ereil Ausdehnung des hier aufgez-ählteu Flottenbauprugrammes sich bestätigen sollten, müßtt die amerikanische Mmiralität in erster Linie danach trachten, noch eine Reihe von Privattoerftsn zur Anlage von Hellingen, die für den Bau von Großkauipfschiffen genügen, zu veranlassen. Zlveisel- los wird inan auch dazu schreiteil. noch wehr Staatswerfteu zu errichten. Aber das alles ist Zukunftsmusik und durfte bei einem m absehbarer Zeit eintretenden Konflikt keinerlei Einwirkung haben. Bis die neu zu bauenden Wersten in Betrieb kämen und bls das erste Schiss von ihnen vom Stapel gelassen werden könnte, wird längst wieder der Friede unter den Völkern der alten und der neuen Welt eingekehrt sein. vermischtes. *GrafZeppelinals — Ritterdersranzösischen Ehrenlegion. Wie nur wenig bekannt sein dürfte, war Graf Zeppelin nicht nur Ritter hoher deutsck-er Orden, sondern auch Ritter der — französischen Ehrenlegion. Wenn er französischen Boden betrat, hatte er also das Recht, jenes rote Bändchen inZ Knopfloch zu nesteln, das für so manchen Bürger der dritten Republik die Erfüllung des höchsten aller Wjlttksche bedeutet. „Aus Raummangel" hat er es aber wohl schon lange nicht mehr angelegt. Graf Zeppelin wurde in die Ehrenlegion ausgenommen, als er, ein blutjunger Unirtembevgischer Reiteroffizier, in den Jahren 1861 und 1862 eine militärische Studienreise unternahm, die ihn außer nach Oesterreich, Italien, Belgien und England auch nach Frankreich führte. Damit wurde ihm, der sich wenige Jahre danach während des Feldzuges von 1870/71 durch seine verwegenen Adjutantenritte nach Frankreich — hüben und drüben — erneu Namen machte, ein Anspruch auf militärische Ehrenerweisungen durch jeden französischen Soldaten, der ihm begegnete, zuerkannt. Besonders aber im Hinblick ans des Grafen spätere Entwicklung trifft es sich seltsam, daß sein Name in den Listen der französischen „Ordre natiOnal de la Legion d'honnenr" verzeichnet stcht, den Napoleon Bonaparte am 29. Floreal des Jahres X (19. Mai 1802) stiftete, um die zu schmücken, die sich um Frankreichs Ruhnl und Ansehen ein Verdieilst erwürben. * Die zehn Geboteeines englischen Geschäftshauses. Ter Leiter eines großen Londoner Geschäftshauses ließ, nach dem Gaulois, in sämtlichen Räumen seines Unternehmens die folgenden neuen zehn Gebote aus hängen, um feine Angestellten zu erziehen: 1. Lügt nicht, denn damit vergeudet ihr nnc eure unb unsere Zeit. Außerdem kommen wir ganz bestimmt daraus, was euch sicherlich nicht angenehm wäre. 2. Blickt nicht fortwährend auf die Uhr während eurer Arbeit. Ein gut ausgesüllter langer Tag erscheint kurz, ein schlecht ausgefüllter kurzer Tag jedocki lang., 3. Leistet mehr als wir von euch erwarten, dann werdet ihr auch von uns mehr erhalten als ihr ermattet habt. 4. Wir sind uns selbst so viel schuldig, daß wir nicht die Mittel dazu haben, auch noch anderen etwas schuldig zu sein. Fliehet darum selbst alle Schulden oder aber fliehet unser Haus. 5. Uuehrlichkeit beruht niemals auf einem Irrtum. 6. Künrmett euch nur um eure Angelegenheiten, dann werdet ihr auch bald eine einträgliche Lln- gelegenhcit befurchen haben, die sich um euch bekümmett. 7. Handelt niemals gegen euer Gewissen. Ter Angestellte, der in inrierem Interesse betrügt, ist auch imstande, uns selbst zu betrügen. 8. Was ihr außerhalb der Arbeit tut, geht uns nichts an. Wenn eure Zerstreuungen aber eure Arbeit am nächsten Tage beeinflussen, so geht uns dies sehr viel an. 9. Sagt uns uicht, was wir hören möchten, sondern was nur hören sollen. 10 Empört euch nicht, wenn wir Kritik an euch üben. Wir würden dies nicht tun, wenn wir an euch kein Interesse nähmen. * Das äu sewe ttre nnen". Unter „La usewet trennen" ist ein neuer Ztoeig de- Rennsportes zu verstehen, der wahrscheinlich erst während des Krieges erfundeu, sicher aber durch den Krieg nach Deutschland gekommen ist. Es ist ein Spott, den die kriegs- aefangenen Russen treiben, um sich die Lcmgen^ile der Gefangenschaft z-u vertreiben. „Iin Lansdorfer Russeutagör". so berichtet Elisabeth Ärobow'ki in der Zeitschrift Oberschlesieu, „vertreibet sich manche Gefangene die Zeit auf folgende Weise: auf euren Bogen Papier werden in Zwischenräumen von etwa drei Zen timeiern Senkrechte gezogen. An das Kopfende kommen Kopeken als Ge- wimreinsah; an das Fußende setzen die Spieler Läuse, die sie ein-, fach ihrem eigenen Bestände entnehmen. Nun sitzen die Spieler mit bewunderungswürdiger Geduld um. den Bogen herum nnd beobachten den Laus der Läuse. Sie ady&n scharf daraus, daß keiner der eigenartigen Wetlläufer einen Seiteuspimng macht. Geschieht dies dock>, so wird die Laus mit Hil^ eines düniueu Stäbckpms, wieder- in die ihr zugewiesene Rennbahn gebracht. Die Laus, die zuerst die Kopekenreihe erreicht, ist Gewinnerin des Rennens und ihr glücklicher Besitzer streüht den ganzen Spieleinsatz ein. Angeblich sollen die Russen, wenn sie zur Entlausung geführt »verden, immer voriger einige Läuse in Sicherheit bringen, um den merkwürdigen Reimsport beibehalten zu können. Vstchertlsch. — Anläßlich des Regierung sjubiläu ms des Groß- hsrzogs Ernst Ludwig von Hessen wird im Verlage von Kurt Wolfs in Leipzig demnächst eine Festschrift erscheinen, die durch die Mitarbeit hervorragender, dem Gwßherzog und seinen künstlerischen Bestrebungen nahestehender Persönlichkeiten einen Umriß der im Laufe der vergangenen 25 Jahre in Tarmstadi betätigten und von dort augeregten künstlerischen Arbeit zu geben beabsichtigt. Das reich illustrierte Werk wird ferner Verösfenbt lichungeu über unbekannte Kunstwerke aus dem Großherzoglichen Privatbesitz und Aeußeruugen führender Tarmstädter Künstler enthalten, deren Schaffen durch besondere Beigaben gezeigt wird. Unter den Mitarbeitern befinden sich Oberbürgermeister Tr. Gläs- sing, Museumsdirektor Geheimrat Tr. Back, Intendant Dr. Eger, Felix von Weingartner, Prof. Uhde-Bernays, Tr. Paul F. Schmidt u. a., und aus der Künstlerkolönie Albin Müller, Bernhard Aoetger, Edmund stzoerner, Hanns Pellar, Fritz Oswald, Chriistran 5seinrich nnd Friedrich Will-elm Kleuckens. — Max P echst e i n, von Walter Heyniann, mit 150 Abbildungen rmd 4 Farbtafeln. Verlag Piper u. Eo., München. Hier äußert sich ein Dichter über einen Maler. Hermann Bahr scheint mit seinem Buch über den Expressionismus nicht allein zu stellen. Es liegt vielleicht in der neuen seelischen Ansdrucksmöglich- keit dieser Kunst, daß ihr die Dichter mit erläuternden Worten! zu Hilfe kommen. 9lber Walter Heymann erläutert nickst nur, er dichtet, er hat den (seelischen Kern von Pechsteins Kunst erfaßt und zeigt, wie sich inneres Erleben in seinen feinsten Regungen in prägnanten malerischen Ausdruck verwandelt. Dabei verrät er einen erstaunlick>en Kulturinstrnkt. Seine wenigen Worte über Liebermann, die Holländer, Menzel usw. lassen die große Linie erkennen, die seinem Verständnis eigen ist. Hier haben wir eines der wenigen Bücher, wo ein Künstlerleben und -schassen von einem kongenialen Geiste geschildert ist, wie etwa die Kunst eines Hans von Maroes von Conrad Fiedler. Nicht unerwähnt sollen Hey- manns literarische Schöpfungen bleiben: seine „Kriegsge-, dichte und Feldpostbriefe" und „Das Tempelwun - der", beide im Verlag Georg Müller, München, wo wir den Lyriker und Dichter^ den Edelmenschen, der leider ein Opfer des Krieges geworden ist, am besten kennen lernen. — Michael Georg Conrad: Am hohen Mittag. Stim- men aus dem Lebeustraum, Verlag Müller u. Fröhlich, München 1916. — Kriegsgedichte, Heimatlieder, Zueignungen, Stimmungs- bilder, Ausschnitte ans dem lyrischen Cyklus „Salve Regina" füllen dies neue Gedicht-Bändchen Conrads, das für den Lyriker spricht. yttcht kunstvolle Loprache, nicht der Ausdruck treffender Charakteristik oder moderner Weltanschauung zeichnet das Büchlein aus, sondern die ruhige, abgeklärte Art, wie hier ein geistig reifer Mensch mit seinem Verständnis für die Natur, ihr Wirken nnd Weben bald nrit beinahe pastoraler Andacht, bald mit kerniger Härte Sckstlderungen gibt und Zueignungen, Bekenntnisse an große Denker aus vollen Herzen erklingen läßt. Fvenndeu der Lyrik wird das Bändchen loertvolle Beittäge liefern. Silbenrätsel. ES ist ein Nieftnungetüin, Ein Rest aus Urwaldstngen. Nimm einen Ausruf noch dazu, Der vieles faitn besagen, Und dann, was äußerst selten jetzt, Doch früher un§ gar oft geletzt, — So wird daraus ein fremdes Land. Wir nahmen es nrit tapfrer Hand. -ZL Auflösung in nächster Nummer. Auslösung der Schach-Ausgabe in voriger Nummerz Treizüger von Dr. Th. S ch a a d. W. Kh3, DL8, 856, £6, Bb7, ol. 44. Schw. KeG, Ln7, BbG, e7, f7. 3. Dh8 - gH, Kd6 : 2 Sei f usw. 3., KfG: 2. Se8 f. — 1. ..ed, 2. Sd5. — 3. . .... ef. 2. 8k-',. — 3.. beliebig i.n ni 2. D^4 f. — Schnsllettung: Fr. R. Zenz. — Zwillingsrunddruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.