Pechmarie und Hans im Glück. Die Geschichte einer Jugendfreundschaft von C. v. Dorn an. Nachdruck und Uebersetzungsrecht in fremde Sprachen Vorbehalten. (Fortsetzung.) Da grüßten schon die schlanken wohlbekannten Kirche türme, i>a hob sich plump und breit der trotzige Wachturin, ein letzter t Rest mirt-eualderlicher Besestigungskunst. Da schmiegten sich die Häuser und Häuschen der Vaterstadt in das bunte Herbstgewand ihrer Gärten. Wie ein Panorama rollte sich das altoertraute Bild seitwärts aus, während ihr Zug in breitem Bogen die Landschaft durchschnrtt. Nun hielt er zum letzten Made, nun loaren sie angelangt! Sie vergaßen fast eines des andern in der freudigen Erregung des Augenblicks. Und sie vergasten, daß in der alten Hermat eigentlich nichts sie erwartete, als ein paar Erinnerungen und ein paar Gräber — ihnen war zumute, wie Kindern, die sich hinter der Tür der Weih nacht sstube drängen — so, als ob etwas unfaßbar Schönes, unerhört Kostbares hier für sie aufgehoben lag. Wundervoll war bereits das breite, traute Platt, das gleich auf dem Bahnsteige an ihr Ohr schlug. Ueber zehn Jahre hatte es keiner von ihnen mehr gehört oder gesprochen. Nun war's mit einem Scl)lage, schier märchenhaft, wieder da, und der Klang ihrem durstig gespannten Lauschen so selbstverständlich, als ob das korrekte, farblose Hochdeutsch dieser zehn Jahre eine fremde Sprache gewesen wäre. — Daß ihnen kein einziges bekanntes Menschengesicht gleich aufdringlich in beit Weg kam, vertiefte nur die glückliche Kindermärchenstimmung. Die roten Backfteingebäude der Station, die windschiefe Pappelallee, die z-um Städtchen hineingeleitete, das zerfallene Stück Mauer neben dem Wachturm, der alte Turm selber, durch dessen kühle Wölbung sie andächtig schritten — sie alle redeten za bereits wie mtt Menschenzungen zu ihnen, grüßten sie wie alte, treue Freunde! In einem ihnen bisher unbekannten, von Neuheit und Sauberkeit protzenhaft triefenden „Hotel zur Eisenbahn", einein der ersten Häuser des Städtchens, kehrten sie ein. Das Gastzimmer war noch leer, der fremde Wirt bediente sie selbst; er musterte die unbekannten Gäste mit kaum verhehlter Neugierde. Hans aber ließ ihn grausam im Ungewissen. Er machte sich mit Hingebung über das frühzeitige Mittagsmahl her — ein gütiges Geschick hatte ihm auch einen gesegneten Appetit und einen beneidenswert leistungsfähigen Magen verliehen. Marie leistete ihm tapfer Gesellschaft. Sie hatte seit dem dünnen, hastig genossenen Pensions-Frühkaffee noch nichts zu sich genommen. Sie tafelten also fröhlich und mit Verständnis. Das Essen war von jener reichhaltigen Güte, von der die Großstadt kaum mehr einen schwack>en Begriff deicht. Auch daß der Wirt sie andauernd neugierig umschnupperte, bereitete ihnen Spaß. Sie Vamen sich plötzlich so ein bißchen als inkognito reisende Fürstlichkeiten vorl Wenigstens Hans fand das und flüsterte es Marie schelmisch zu. Sie nickte nur, sie hatte ebenso wenig Zeit zu längere Erörterungen wie er. Endlich war selbst ihre jugendliche Etzlust befriedigt durch die kräftigen, heimatlichen Speisen: Spickaal mrt Blumenkohl, Gänsebraten mit Kraut und Klößen. und was sonst die tüchtige Wirtin noch auffuhr Hans bezahlte die für großstädtische Begriffe höchst bescheidene Zeche, wobei er Maries Zioanzigmarkstück wechselte. Dann sah er sie lästig fragend an. „Was kommt nun? Wohin gehen wir zuerst?" „Bis zirm Turm zurück," bestimmte Marie; „ein Stück an den Bleichen entlang zur alten Brücke vor der Pfaugasse —- ich muß erst 'mal wieder auf der alten Brücke stehen!" Sie brachen aus — Wirt und Wirtin traten in die Haustür und schauten ihnen nach. Die Straße war jetzt belebter als vorher; Landleute kehrten mit Wagen und Handkarren vom städtischen Wochenmarkte heim, rm sexualen Durchgang des Turmbogens staute es sich. Die beiden schlüpften vorbei und hindurch, Hans führte den Weg: Jenseits des Turms ein gewundener Fußweg zwischen Gartenzäunen und sanft abfallendem Wiesenplan. Weiter unten gluckste und schimmerte das träge rieselnde Flüßchen, das eine neue Fülle von Erinnerungsbildern in ihnen auslöste — von Zeit zu Zeit führte ein schmaler Steig hinunter. Sie blieben auf dem Hauptwege, bis er sich mit einer Fahrstraße kreuzte, die rechts als Pfarrgasse ins Stadtinnere eindrang. Sie aber bogen hier links um und standeil nach kaum hundert Schritten hoch über dem Flüßchen, auf steil gewölbter, uralter Steinbrücke. Erst sahen sie stumm umher, zur Stadt zurück, in das rascher durch die Enge sprudelnde Wasser hinunter. Dann kam's über sie, daß sie in überstürzender Hast die lebendig gewordenen Eri "--rungen austauschten. Rede und Gegenrede flog nur so und wieder: „An dieser Stelle war's. wo der zu schwer beladen« Schuttwagen auseinanderbrach —" „Nein, das eine Hinterrad brach ab - J ‘ „Und der Wagen fiel gegen das steinerne Brückengeländer und zerbrach es —" „Und am nächsten Tacze stürzte das kleine Lieschen vom Bachmüller durch die Lücke in den Fluß hinunter und ertrank." „Richtig! Das Bachmüller-Lieschen war's! Und Philipp Koch hatte das Unglück vorausgesehen —■ wenigstens behauptete er das nachher — y/ „Mcht doch. — Er hatte es wirklich vo^iusgesagt —< ein paar Tage vorher spielten wir alle hier — da fing Philipp plötzlich an zu weinen; das Geländer wäre entzwei, und eins von uns fiele hinunter — (i „Ja — Jetzt besinne ich mich! Wir haben ihn damals halbtot aeneckt. Als dann das Unglück wirklich geschah * 114 — ba firnen wir nach der ersten sprachigen! Bestürzung in echter Kinderart wieder mit unserem albernen Gehänsel an." „Deti „Spökenkieker!" nannten wir Philipp Koch seitdem," sagte Marie gedankenverloren. „Den Spökenkieker!" rief Hails. „Natürlich! — Ist es nicht wunderbar, wie das alles mit einem Schlage znrück-- ko-mmt? Weißt du, Marie, ich sehe Philipp jetzt ordentlich vor mir — als ob er neben uns stünde — oder grad' da von der andern Seite auf uns zukäme." Sie sahen sich beide unwillkürlich um. Aber nichts war da, als der freundliche Sonnenschein und ein mildes, flüsterndes Herbstlüstchen. Und doch durchrieselte es die. beiden klargeistigen Menschen wie ein abergläubischer Schauder. „Er konnte manchmal was geradezu jUnheimliches haben, der gute Philipp!" lachte Hans endlich ieicfyt auf. „Und dabei nnrr Philipp doch so ein guter, sanfter, stiller Junge, der keinem Tierchen was zuleide tat!" Marie lehnte mit gefalteten Händen am Geländer. ,^Ja," sagte sie langsam, .,das war er. Engelsgut. Nie wurde er böse bei unseren albernen Foppereien. Und doch h* und doch — er hatte manchmal so einen Blick, vor dem man bange werden konnte —" „Er sah immer aus, als ob er nicht alt werden würde," berichtigte Hans. „Das war's vermutlich, was uns andere Kruder so eigentümlich berührte." Marie schwieg einen Moment. „Nein —" sagte sie dann rasch — „das war's nicht. Oder nicht allein. Ich glaub' — lache mich nicht aus, Hans — daß er vielleicht nicht nur gewußt hat, wie schwächlich er selbst ivar — sondern auch, wie's um andere Leute stano, die nicht mehr lange leben sollten —" Hans fuhr zusammen. „Aber — Marie —" rief er — „das — das ist ja —V „Unsinn, willst du sagen." Marie nickte gleichmütig. „Schon möglich. Ich weiß selber kaum, wie ich darauf gekommen bin. Ich sah ihn nur eben so sehr deutlich vor mir. Mit dem Gesicht, das er an unserm Konsirmationstage machte 1 — er und ich sind doch zusammen eingesegnet. Da sah er den alten Herrn Pastor so tiestraurig an, als der jedem von uns noch 'mal die Hand reichte — so, als ob er Abschied von ihm nähme — ganz gewiß, Hans! Ich fragte Philipp nachher: „Holst du dir morgen deinen Schein vom Herrn Pfarrer?" Da schüttelte er nur den Kops: „Wir kriegen morgen keinen!" Und als wir anderen am nächsten Vormittag ins Pfarrhaus kamen, war der alte Herr eben vom Sck)lag getroffen und starb kurz daraus." Hans nahm den Hut ab und trocknete sich die Stirn. „Du hast eine lebhaste Phantasie," sagte er gezwungen auflachend. „Ich? Gar nicht! Das solltest du doch wissen! Mir fällt das alles nur ein, weil's wirklich so gewesen ist! — Wohin gehen wir nun?" „Zu Philipp!" sagte Hans stolz. „Das sind wir ihm schuldrg, gerade jetzt. Der alte, treue Junge! Geradezu sündhaft ist's, daß wir nicht früher an ihn gedacht haben. Als ob er gar nicht mehr lebte —" „Am Ende lebt er nicht inehr!" stieß Marie hervor. Wieder sahen sich beide wie unwillftirlich um. „Warum soll er denn nicht mehr leben!" rief Hans un- wrlUg. „Jedenfalls gehen wir jetzt gradenwegs in die Apotheke und fragen nach ihm und seinem Vater." Sie gingen rasch die Pfürrgasse hinauf, ohne viel rechts unb c- J* u t e ^ Gn hEen gar keine Zeit, keinen Sinn mehr für das behaglich kleinstädtische Treiben in der schma- len Straße. Es zog sie wie mit Händen vorwärts. — Am Marktplatz stand ja auch das Rathaus, in dessen Seiten- H?"'. b f* ^e^ieifterei, Hans Jnrhofs geboren war - M nb bie Ähtheke, die Philipp Kochs Vater gehörte, — und MS baufällige sprtzgieblige Haus des Onkels Poldewitz, das ^E^KvU'npas Jugend beschirmt hatte und jetzt nach einer letztwilligen Bestimmung des alten Herrn einer frommen Stiftung zugefallen war. Sonst schien alles noch genau so wie vor zehn Fahren auf dem schiefwinkligen Platze. Die Häuser sahen aus den blankgeputzten Augen auf seinen stillen Frieden — der Röhrenbrunnen rauschte, die Spatzen lärmten um die vergoldete Wetterfahne des Rathauses, der alte Ratsdiener die Stufen der steilen Außentreppe. Die letzten Marktweiber räumten ihre Stände wea in den Pfützen des vergangenen Tages spiegelte sich die ftohe Mittagssonne. Der alte Schmidt sah blöde blinzelnd auf, aT$ die jungen Leute grüßend vorüberschritten — er erkannte sie nicht, während die grobe Bäckerjule, gerade vorm Eiw- gang der Apotheke, den beiden stattlich hohen Gestalten! verblüfft und zweifelnd nachstarrte. Man kam zuerst in den rotgepflasterten Flur; gerade- aus war das Treppenhaus, links ging eine Glastür zur Offizin hinein. Die beiden Besiicher verharrten einen Augenblick unsicher, fast beklommen; da ging die Tür rechts auf, die zu der gewöhnlich verschlossenen großen dreisenstrigen Putzstube des Apothekerhauses führte, und der, nach dem zu fragen sie einen Augenblick Scheu getragen hatten, kam trendig lächelnd mit begrüßend ausgestreckten Händen über die Schwelle ihnen entgegen. „Marie Krmmpa! Hans Jmhoff! Da seid ihr! Da seid ihr wirklich! Was bin ich ftoh!" rief die unvergessene, sanfte Stimme des Jugendgespielen. Und er griff sie an den Händen, zog sie unter froher* Ausrufen ins Zimmer hinein, drückte Marie in die Sofa- ecke, schleppte für Hans einen Lehnstuhl herbei, saß aus einem Rohrstühlchen ihnen gegenüber und betrachtete sie mit fteudeglänzenden Augen. Dann lief er wieder zur Tür, ehe sie noch recht zur Besinnung gekommen, schrie ins obere Stockwerk hinauf nach Kaffee, rannte wieder zurück: „Nein, nicht Kaffee! Wein muß es sein! Mit Wern muß man so ein Wiedersehen feiern!" gab, ohne auf ihre Antwort zu warten, seine Gegenbefehle mit Heller Stimme zur Tür hinaus — saß ihnen abermals gegenüber, die mageren Hände zwischen die spitzen Knie gefaltet, lachend, plaudernd, glückselig. So offenkundig, so treuherzig echt war seine Freude — die Besucher empfanden beinahe so etwas wie Beschämung. Daß sie selbst ihn so ganz vergessen gehabt hatten — die kleine Stadt war treuer — zäher! Sie hielt an der Vergangenheit fest, die ihnen beiden vom Karnps ums Dasein ubertäubt worden war. Nun war alles wieder da — die Kindheit, die trübe Jugend — wie aus Dornröschenschlaf erwacht, so jung noch, so ftisch, so unberührt — an des Jugendgespielen Freude entzündete sich die ihre. — Als die alte Apothekersköchin Wern und selbstgebackenen Kuchen brachte, saßen die drei schon dicht mit den Köpfen zusammen, in ftöhlichem, beglückendem Geschwätz. Die alte Liese schlug die Hände zusammen, sobald sie die Gäste erkannte, und verwunderte und frente sich wortreich. Philipp Koch nickte wehmütig hinter ihr her, als sie sich endlich schmunzelnd wieder verzog. „Meine treue Schaffnerin! Was fange ich ohne sie an! Sre sorgt für mich wie eine Mutter für ihr unmündiges! Kind. Mir geht's gut —" „Und dein Vater? Wie 'geht's dem?" ftagte HanS. „Mein Vater? Der ist seit drei Jahren tot/Das habt rhr mso gar nicht erfahren! Richtig, ich vergaß, es euch anzuzeigen. Vielmehr ich war damals selbst zu krank dazu. Zu gebrock)en, wißt ihr. Vater starb sjo plötzlich — an unserer Krankheit, wißt ihr —" „An eurer ^-" wir sterben doch 'mal alle daran in unserer Familie. Es ist was am Herzen. Ach, reden wir nicht davon! Reden wir heute von nichts Traurigem! Noch sind wir ja da und foulten uns freuen und genießen — Prost alte Marie! Prost, Hans! Ihr müßt mir jetzt viel, sehr viel von euch erzählen. — Man munkelt hier im Städtchen, daß der alte Herr Doktor euch in seinem Testament bedacht hat — aber da er ut Rostock starb und begraben ward, hörte man nichts Genaues. Also — nun schießt los." ' (Fortsetzung folgt.) Die yauptwaffe im U-voottrieg. Bon Martin Heldt. „ Ae Isländer, Men die sich unsere neue Kriegführung ja Haupt, achltch ruplet, haben selbst einmal den Satz geprägt' Wer dte be>teu Maschinen hat, wird in diesem Kriege Sieger snn" Wenn rmr auch aus unserem Bolksetnpsinden heraus den Krieg utw fernen Vlusgmtg nicht so trocken te-csttisch zu ö'trachten ver- mogen so Pt doch unzweifellxtrt rül-tig, daß in diesem gigantisäMr Kampf Mut und Opferberettschaft das erstrebte Ziel nur zu er- rnchen vermögen, uxrat die Welt der Tocl-nik dabei'das Ihre tut. LatjEich ist ia der uneingeschränkte U-Boot-Krieg im Grunde nur die uitemgeschräilkte Verwendung technisä-ec Möaliästeiten. So ist oenn der Wetwamps un gewesen Sinne wirklich ein Kamps bcr 116 Maschinen ; der ganze komplizierte Apparat der Kriegführung rechnet znm nicht geringen Teil mit dem Können der Techniker und Ingenieure, mit der Produktion der technischen Industrie und der Verwertung dieser Produkte. Die Tatsache, daß die Zentralmächte auf diesem Gebiete immer die führende Stelle einnahmen, Ist eine bedeutende Gewähr für den glücklichen Ausgang des neuen, hoffentlich letzten Kampfabschrittes. Wir leben trief# mehr in der Zeit ursprünglich roher Kräfte, dos Kraftansmoß hängt längst nick# mehr unbedingt ixm der Masse der Menscl^en ab. Tie Beherrschung der Technik bringt darüber hinaus Leistungen zuwege, die dem Urteil des La:eu in mehr als einer Beziehung übermenschlich erscl-einen müssen. Dem technischen Schriftsteller der Z knnft wird es obliegen, das Buch dieses Krieges zu scl)>reiben. Sicherlich aber ivird in diesem Werk unter- allen Produkten technisch gebildeten Geistes die Beherrschung der Unterseelvaffe eine erste Rolle erhalten müssen. Aeroplane, Hydro- plane, Zeppeline, 42-Zentiineter-Geschütze. Mörserbatterien, Minen ver sein ernster Konstwcktwn haben Art und Forimen des Känlpfens längst wesentlich verändert, — unstrütig ist aber der Torpedo — in seü'er jetzigen, ganz entfalteten Arnveudung geg-en England — die merkwürdigste, unheimlichste urid hoffentlch unbezwinglickLte Waffe des Weltkrieges. Die Erfürdmg des automobilen Unterwossergeschosses stammt von dem österreichisthen Seeoffizier Lnvis. Alles, wns bis zu dieser Kvnstrick ioMan Un'-e^seentaffen exi'i-rte, toar in Versuchen ran ep l'em ä e r Zw'ckmästi f t stecken ae l e>en. Gerade die schwinigsten Schupsun-e-i menschkick-en Mistes nehmen ihre Vorbilder' ost genug von der Natur, die von Uranimtg da war — stumm imd millionen- fältia, bescheiden und größer als alles, was Menschen ,emals zu schaffen vermögen. Ter Torpedo empfing seinen Nanien aus dem Lateinisck-en. Tie Alten nannten so einen Fach der Mittelmeer- und Südeegewässer. dm Zllterrock>ert, de'sen Bau errigermaßen einer Kraftanlage gleicht, deren elektri ehe St/äge dem Tier als Ylbnxhr- und Angriffs mittel dienen. Auch der Torvedo lebt sozusagen im Wasser, und in Gestalt von Fortbewegungsart gemahnt er in prim til'er Weise an den Zitterrochen. den die Natur erschuf — Iah-tausende bevor wir ihr einen Teil ihrer Geheimnisse abzu- lauschen verrnock#en. Im primitivsten Sinne mögen die sogenannten ..Brander" als Vorläufer des Torpedos gelten. Sie bestanden in mäßig großen, höl'erneu Fahrzeugen, die mit — nach einem bestimmten Zeitraum entzündlichen — Sprengmitteln geladen utib im Wasser treibend g^eu drs seitlich' Objekt losgelassen wurden. Es ist ein merkwürdiges L>piel des Sckstcksals. daß die erste torpedoanig-e Waste von eitlem Angehörigen gerade jenes Volkes gelwudhabt wurde, das heute am lautesten gegen den vollen Gebrauch dieses Kriegs mittels protestiert.- in den nordamerikanischen Frrilxnts- kämpsm im Jahre 1776, richtete der Amerikaner David BushueN zum ersten Male eine Art UnterwasserProjektil gegen ein britisches Fahrzeug Allerdings blieb dieser Vlnünch, glmchtme der ein Jahr späten unederhoste, vergeblich. In hervorragender Weise beichlöftigte izch der Amerikaner Sultan mit der .Konstruktion von Unterseewaffen Er baute ein Tanck#>ool — ..Nautilus" init Namen — und vollnibr^ damit sckwu 1795 auf der- Re-de des franzosischw Hafens Brest k'eiut-re Op-rationen Und tvieder war es ein geimssermaßen durch England genährter Krieg, in dem die Unt-u-seetvaffeic ?ln- wendung fanden in den amerikanischen Bürgerkriegen, in jenen erlut'erten Kämpfen znnschen Nord und Süd, rvnrden sie aller- dt"g^ noch immer ohne nennenswerten Erfolg — als Kampfmittel benützt. Auch die mm folgenden Verbesserungen und Nenkonstrliktionen waren vim nur beschränktem Kriegswert. Imurerhin bildsteu die Treibtorpedos. Kanoneutcrrpedos. Ngketeritorl>edc's und Schlepp- tort>edos den lieber gang zur entäültigem Konstrnkt'vn der Unter- feewaffe. Tie Treib tu n^edos waren mit Sprengmitteln gefüllte Hohsgefäße (eine Höh'rmi tun «klung der Brander), der«m' Fort- beiocgung gegen das feindliche Schaff der Strömung ülrerlassen ivurde. Tie Kanonenchrlx-dos wurden, wie bei ge»öhnlickten S)e- schtttzen. aus Rohren gefeiert, und zwar sowohl über wie miter Wasser. Diese Geschosse Valoren aber im Wasser durch dessen Widcwßand sehr schnell ihre Treibkraft, und auch als sie in Form und Reicht,gleit verbesstrt wLlrden, waren sie insot-ee des Fehlens von oc-j gen krall und Sickerung nock) sehr unvollkommen Die Raretentvrpedos füllen bereits eine treibende Kraft mit sich: den Raketenansatz. durch dessen Abbrennen in einem lstnten anaebraMen Rohre sie twnoärts getrieben wnir-den. Die Sck/evMorped^ deren Bau rm we'entlickxn von den Brüdern Frederis und Iolm Harvey stan'mte. brldeten wiederum eine allzu graste Gefahr für die Mannschaft des zugehörigen Schleppbootes selbst. Um diese Gefahren zu beseitigen und das ganze Verfahren möglichst zu verernfack>en, baute der ösderreichisä)e Seeoffizier Lupis f 11 ?, ^2? jl' selbsttätig betrielienes Falwze«cg ohne Bemannung, deslcm Vorder!erl mit L-pvengüidnnq gefüllt ,var. Diei'e Erwümng wurde von d-tNu Euglättder Wli-itehead, der damals als Direktor Maschinenfabrik in Fiume lebte, aufgenonnlren. Sie bildete dre sch'plerüche Gruitdidcie dessen, iovs inan in der Folge fälschlich de»c Wlntehead Ton«do nannte Die nxsentlichsdc Eigenart des auf dre,e Wene gei ck>afsrmen Torpedos besteht da rin, daß er sich unter Walter bewegt und keine drirch die .Krall des Wfeuerns getriebene, sondern arne durch eiocue Mafchurenkra ft ß^rlbooegte und steuerbare Waffe ist. Der Torpedo wird vor dem Massen auf die ernzuhaltende Tiefe und Richtung mit größter Genauigkeit eingestellt, er tvird aus denl Aitssdvßrvhr in das Wasser gesetzt — alles übrige wird durch die Maschinelleir Fähigkeiten des Projektils selbst besorgt. Trotzdem die Hauptgliederitng des Torpedos lange vor dem Kriege in allen Marinem die gleiche war, mag ein näheres Eingehen auf die dabei tresentlich wirksamen Kräfte unter den heutiger: Umständen licher^ unt.ro leiben. Seine chrrak eri üschiste Eigensä-ast besteht irr ieben: Falle darin, daß er seine Bahn mit eigener Kraft verfolgt. Ein Miniaturunterseebovt also — mit Heizraum und Maiclünenanlage tvie ein Schiff —, das von dem großen Unterseeboot ausgesandt wird, um >as gegnerische Ziel zu treffen und zu sprengst. Ein in der techn'ÜMn Welt lebeudiges Weseit, der künst- lick)e Fisch, den der Mensch dem Ziterrvchen rlacdgeahnt hat. Tie „Wel-rfähigkeit" der modernen Torpedos ist noch verhältnismäßig jrmg. Erst vor Ausbruch des ritssisck>japanisck>en Konfliktes wrden sie ^tariglich" erklärt. Im rulsisch-japanischer: Kriege lzat danrr der Torpedo zum ersten Male praktisch sein« überragende Bedeutimg im Kampf zur S^e gezeigt. Die vollendetsten technisel)-n Mögl:chkei!e:i aber rmirden vcm deritsäien prakiisel-en Wissensäiastlern hörvorgeholt, deutsche Ent- schlos euheit sieht sich ei-renr init AnKhungermngsnnLteln arbeitenden Feinde gegenüber genötigt, sie restlos arrzumxnden. So hat jetzt das Trt, der Mich das „unbeugsame" Groß- bri an: ieu sich wiri) be-ugen müssen. Im Kampf gegen England benann^ Entstehrln-gstwozeß des Unterwassertorr^edos,. das erste tortredoartige Pvstektil rmirde g'gerl rbt englisches Schiff geschlendert .... rrnd die heutige Beherrschung dieses gespenstischsten aller Gesen. icnd beim M>ensch>O: wurdet! siy nötigenfalls durch das Brot ersetzt. Heute ist das anders. Die Kartoffel- und Brotvorräte find so knapp, daß. lvir keinen Verlust halei: dürfen. Selbst die erchwreitem und dadurch einen lviderlich süßen Geschmack erhaltendem Kartoffeln sind für unseren Tisch noch brauchbar und müssen Vernxmdung fttchem. Es wurde schon öfters darauf lstngewiefet:, daß die erfvorenen Kartoffeln durch mehrstündiges Einlegen in frisches Wasser, evientnell auch durch einen Zusatz von Essig beim Kochen ihren süßen Geschmack verlieren würden. Ich hatte bei meinen erfrorenen Kartoffeln nach 24stündigeM Einleget: und erneuertcin Wasser ebettsolv^nig Erfolg, den süßem hwschncack roegzmbringen, wie durch einen Essigznsatz berm^Kvck>cn. Dagegen ich mit sehr gutem Resultat diese Kartoffeln zu Vvt-züglich schmeckenden süßen Speisen verwendet, was mir noch den nicht zu verachtertdeti Vorzug bracklle. den Zucker zu sparen! — Ick) rvill hier einige erprobte Rezepte folgen lassen in der Hvsfumtg. daß dadurch n:m:ck>e Hausfrau freudiger: Herzens die viel geschmähten „süßen" Kartoffeln nneder in Elm'en verwmlden :md insbesondere, wo Kinder snid, viel Isabel anslöset: lvird. Die in der Sck>ale gekock-ten und geriebemei: Kartoffeln lmrden mit ellvas Milch — auch Buttermilch oder Molke kantr dazu verwendet lverden — tüchtig schtltmig gerührt. Einige kleine Rosinen, ettvas Salz — etm«s geriebene Zitronen- oder Apfelsinenschale verfeinert dett Wohlale gehxl-te. erkaltet gerirlxnre Karlotseln werden auf eü: Blech aitlfrdireitet, in der Yratröhre getrocknet, fleißig gerveirdet, bis sie ganz trocken und von schüirer gelber Farbe sind, nxt* bei gutem Feuer fn den Do rmitta ^stunden errcickst ist. Möglichst noch warm durch die Fleischhackma,chLne getrieben und darnach gesiebt. Das gröbere nochinals durch die Kaffeemühle. ergibt ein prächtiges. &u den verschiedensten Kochzwecken geeignetes Paniermelil. Ebenso lassen sich die süßen, erfrorenenj Kartoffeln mit Vorteil als Zusatz bei Waffeln, Puffern, Torten uslo. verwenden. Ich hoffe mit obigen Rezepten — wenn diese gut ausgeführt werden — nicht nur die erfrorenen Kartoffeln wieder zu Ehren gebracht und dadurch manche Hausfrau von ihrer Kartoffelsorge befreit zu haben, sondern mir auch den speziellen Amk des fcoJuä- Herrn zu erlangen, der 'künftig verschont bleiben wird, süß- schmeckende Kartoffeln zu Fleisch und Gemüse vorgesetzt zu erholten. Die kluge Hausfrau wird jedoch gut tun, erst nach ein- geheimstem Lobe über ihre Kochkunst die Verwertung ihrer erfrorenen Kartoffeln zu verraten, da bekanntlich ein Vorurteil gar leicht den Genuß an unfern Speisen beeinträchtigt. vermischte«. Warum Napoleon keinen Selbstmord beging. In der „Gazette de GenLve^ wird ein Gespräch wiedergeqeben, das Napoleon aus St. Helena mit dem englischen Chirurgen Waroen iührte. Als sie eines Tones, durch den Selbninord Withreads veranlaßt, aus dieses Thema überhaupt zil sprechen kamen deuiele Warden Bonavarte au, wie erstaunt mau in Eng- tand dar der sei. daß er nicht einen freiwillige!, Tod der Gefaugen- schair vo ezogen habe. Die xuthiqc Antwort Napoleons lautete: „Nein. nem. meine romanische Seele kann sich nicht zum Selbstmord entschließen " Das tragische Ende Wittweads konrile er sich iinr, wie folgt, erklären „Ötn so vorurteilsfreier Mann kann nur durch physische Gründe zürn Selbstmord geführt lvorden sein, vielleicht durch das senchle, nehliae Sllima Englands/ „Euer November," so fuhr er fort, „kann derartiges Unheil heraufbeschwören, iubein er d»e Mensche»! hypochondrisch und dadurch sehr bald lebe süberdrüssig macht. Ich halle Selbstmord für das ividerlichste Verbrechen. de»m es gibt fein Argument, das ihn rechtfertigen konnte: ivie lies sie auch verborgen sein mag, als Houptbeweg» grnnd wird >nan stets Feigheit enldecken müsse»!. Denn kann derjenige, welcher nicht die nötige Kraft hat, ein ihm ungünstiges beschick zu ertragen, nnitig genannt werden? SUIeu Nöten des Lebens trotze», ganz gleich welcher Art sie seien, gegen alle an- kämrsten. darin allem beueht »vabres Heldentum. . / * D ! e s ch ,v a r z e Hand. Mein freund, so erzählt ein Mit- arbeiter deS „L'Oeuvre^, erklärte mir kürzlich, daß er sich scheiden lasse,» wöbe. Ich war h erüber um so mehr erslarnit, als seine Frau lauter vorzügliche Eigeuichastcn hat und die Ehe »lets als äußerst glücklich gernhrnt iviirde. Schließlich gab er meinem Drängen nach und begann zu erzählen: „Bor eintaen Janen fehlte mEuie Frau merklich nervös nach Hanse zurück und sagte kurz: »Ich habe zwei Säcke Kohlen, sie werden soiort heraus gebracht/ Meine Frau trug an dem Tage ein Kleid aus ziemlich hellem j Stoff, und als üe sich umwandte. um deu Hut abzunehmen, bemerkte ich auf der Jacke die deutliche Svur einer großen schivarzen Hand. Ich stieß eine»! Schrei al«s, meine Frau wandte sich um, unb da erblickte ich auch auf ihren! Gesicht schwarze Spuren. Un- getreue, ries ich aus, und- sie begann z», weinen Daun beichtete sie mir, daß sie einem hochbcladenen Kohlenwagen ans der Straße begegnet sei. Sie hatte dem Kutscher eine Unmenge Gelb versprochen, »venn er ihr zwe, Sacke Kohlen ablassen »volle. Der Kutscher aber ließ sich nicht rühren und erklärie, ihr nur unter der Bedingnna Kohlen zu verkaufen, daß sie sich von ihm einen Kuh geben laste. Sie schwankte und unlerivarf sich schließlich dieser seltsamsten Erschein»,nq der .Kriegsnot. Du wirst begreifen, daß »ch mit einer Frau, die sich für zrvei Säcke Kobleu küssen läßt, nicht länger leben kann/ ,Ich begreife es/ er,orderte ich. .da gegen- »värkig Tamvelter einaesetzl hat. Wenn es al'er ,,!orgen wieder zu frieren beginnt, >v,rst Du plötzlich anderer Aleiuttug »verden/ Er erwiderte mchls und ging nachdenklich fort. 'Der Bär beim Gasangriff. Die Kriegslist eines Bären, der von einem französischen Regiment in den Schützengräben der Westfront gehalten wurde, ivird vom „Figaro" mit qrouer Begeisterung berichtet Der kleine Bär »var der Liebling des Regiments, und um ihn zu schützen, versah man ihn auch mit einer Gasmaske. Aber er bereite sich jedesmal geivaltsa"» davon. so daß man überzeugt war, er würde beim nächsten Gas- anariff getötet werden 911$ aber dann wirklich der Angriff erfolgte. grub der Bär schnell ein Loch in den Schnee und die Erde, fleckte die Schnauze hinein und sprang sröhltch und gesund ,nieder auf, als alles vorüber war. VLchertisH. — „11 n b gib unS Friede n". Von Bruno Wille. Ein weltliches Andachtsbnch aus deutschen Dichtern. Bongs Schön- bnchere» (Denlsches Verlagsbans Bong & 60 .. Berlin W. 57). Breis fort. V,50 lUf. — Wahl feiten durste ein Buch so »n jedem Sinne zei' ein äst 'ein. wie va> ieenr-e Werk des bekannt«',» D, ter- Philosophen. C» stimmt un« zu ernster Betrachtung und Besinnung auf die Quellen der Erlösung aus den Nöten des Alltags, treibt uns, Erbauung und Belehrung zu suchen bei den geistigen Führern unseres Volkes, ja. der Menschheit, Andacht zu finden in den Worten unserer großen Dichter. In des Angelus SilesinS „Cherubinischem Wandersmann- kehrt 'immer und immer die Mahnung wieder! Geh' in dich selbst, geh' über dich hinaus, entwachse dir, d. h. werdtz tie'er, werde größer, edler, besser, — ein Führer z»» diesen» Ueber- uns-hinanSgehen will Bruno Wittes schönes „Buch weltlicher Andacht aus deutschen Dichtern" fern, ein verläßlicher Führer auf alieit unseren Wegen hinan zum reinen, höchsten Menschentum, in allen unseren Stunden deS Zagens wie des JnbelnS, ein Führer, der in der Zunge unserer großen Dtchter zu uns spricht. Velhagen L Klasing in Biele'eld und Leipzig erschien ein kleines Buch über „Die Al a r n e s ch l a ch t", aus der Feder des Ros locker Historikers Prof. W. Kolbe. Die kleine Schrift verdient schon darum »veiteste Verbreitung, »veil sie die denk- würdige Schlacht einmal vom rein objektive,! Standpunkte deS H'"or.keiS betrachtet ,m Gegensatz zn den sra,!zössichen nnd englischen Darstellungen, die nicht »nüde »verden, die Marneichlacht einen in der Geschichte einzig dastehenden Sieg ihrer Waffen unm-r wieder von neuem zu bejubeln nnd zn beschreiben. Als eine kühle nnd sachliche Widerlegung dieser ganz einse tigen tendenzlosen Tarstesiunasiveise erfüllt das Buch geradezu einen nationalen Ziveck und kann daher nur warm empfohlen »verden. — Das literarische Hch 0 . Halbinonatsschrist für Ltte- ratnrsrennde. Verlag: Egon Fleische! & Co., Berlin Wv. Da- 2. Marz Heft ist soeben mit folgendem Inhalt erschienen: Marie v. Bnnscn: Erinnerungen an Lady Blennerhaffett; Lady Blenner- haffett: Ans Briefen ; Richard Müller-Freienfels : Aloderne Dichtung und Malerei: Friedrich H,rth: Kino der Worte: R. Stübe: Z»ja Gök Alp: Eltgcn Lerch: Eine nel»e Literatilrgeschichte; Heinrich Zerkanlcn: Neue Lyrik II. — Echo der Bühnen. — Echo der Zeitungen. — Echo der Zeitschriften. — Echo deS Auslandes. - K»»rze Anzeigen. — p.otizen. — Nachrichten. — Der Büchermarkt. — Kosmos. Handweiser für Naturfreunde. Jährlich zwölf Hefte und 4—f> Buchbeilagen. Geschäitsstelle: Frauckh'fche Der- lagshandlung, Stuttgart. Halbjährlrch Mt. 3,80. Probehefte un- berechnet. Gietzener Hausfrauen-Berein. Kochan«ejsun§en. Dickwurz-Salat (sehr aromatisch und »ovUsckIneckeM, Tickwurz kochen, schalen und hobeln. 24 Stunden tn Scckzwass« stehen lassen. Danach rvie andern Lxckat zubereiten. (Falsche) Sa hne-Kartoffeln. 2i/s Pfund gekochte Kar, boffeln, 30 Gramm Mehl, 50 Gramm geried^len Käse, r/r Liter Milch, Salz. Tie gekvcl-ten, in SckMben geichuittenen Kartoffeln legt man in eine Backform, dabei forschen dre einzelnen Lagen den geriebenen Kche verterlend. Tie Milch (oder Buttermilch, lmrd tnit enoas Salz trnd Mehl verquirlt, gleichmäßig über dre Km> tosfeln verreckt mrd 40—50 Minuten im O?en gebacktzn, SaureSteckrübeneinz ulegen. Tie Steckrübe wird tn Sck-erben ^geschnrtten, abgeschält und sein geschnitzelt. Tann legt man die Schnrtzel in ein sauberes Faß oder einen Steintopf, mrt Saltz- darunter, und stampft oder drückt [üe so fest wie möglich. Bei Fässern benutzt man hierzu eine hölzerne Keule. Man kann nach Gefallen auch Pfefferkörner, Wacholderbeeren oder Kümmel 8 »,vi,chenstreuen. Auf die Füllung legt man oben ein leinene- Tuch und darüber einen anschließenden Holzdecöel, den inan am bestel» mit Steinen befchvert. Zunächst stelle inan das Gefäß in einem warmen Raume auf, bis die Biasse stark in Gärung über>, legangeu-ist. Hinterher muß es ,in einem luftigen und kühlen Raume ausgestellt lverden. Yssd^rrötsel. (Auflösung in nächster Nummer.) Auflösung deS Rätsels in voriger Nummer: Kanne. K a l» 0 n e Scha tlenung: Fr. R. Zenz. - ZwillmgSrnnddruck und Derlaa der «rühl'fchen UnioerntätS-Buch- und Stetudruckerei. R. Lange. Gießen.