Pechmarie und Hans im Glück. Die Geschichte einer In gendfreundschaft von C v. Dorn am Nachdruck und llcbersetzungsrecht in fremde Sprachen Vorbehalten. (Fortsetzung.) Das sah sie ein und setzte sick schtveigend. Aber sein Kommandoton verdroß sie Als er ihr nachher gewandt in den Mantel hals, sah sie brmnmig seitwärts in sein unbekümmert frohes Gesicht. „Du bist noch grad' so nne früher" bemerkte sie statt Dankes, in einem Tone, der auch die leiseste Möglichkeit ausschloß, daß sie mit dieser Feststellung etwa eine Liebenswürdigkeit spenden wollte. Er verstand das sehr richtig und lachte. „Auch du hast dich nicht wesentlich Verändert," versicherte er gutmütig. „Nein. Netter bin ich jedenfalls nicht geworden. Dazu hatte ich auch keine Verairlassung. Wo hinaus geht's' eigentlich? Geh, bitte voran." Nebenei,runder schritten sie schweigend die Potsdamer Straße hinunter. Beide in Gedanken vertieft. Plötzlich sah Hans Jmhoff auf: „Weißt du, worüber ich uachdachte?" fragte er heiter. „Ueber dich." Prompt kam die Antwort: „Da hättest du auch was Gescheiteres tun können!" „Meinst du? Ich nicht! Ischl habe schon eine wunderschöne Idee gehabt — einen Einfall, der dich und mich angeht." „Das wird was Schönes sein!" „Was sehr Schönes! Wir fahren morgen früh zusammen ans einen ganzen Tag in unsere alte Heimat und frischen gemeinsam alte Erinnerungen auf!" Marie blieb stehen. „Du bist verrückt, Hans!" stellte sie schneidig fest. Er ließ sich nicht im geringsten stören. „Zwei Jugendfreunde, die sich nach zehn Jahren Wiedersehen und eine Fahrt ins Land ihrer Jugend, in die Vergangenheit unternehmen!" wiederholte er freudeleuchtend. „Das ist doch was —< denke mal! So was erlebt man doch rricht alle Tage! Und es regnet nicht mehr — der Mond würde doch oie Wolken brechen, wenn er heute nacht überhaupt schiene, ein paar gutherzige Sternchen rnachen sich bemerkbar: Wir bekommen morgpn das herrlichste Wetter. Der beste Zug geht 9 Uhr 20. Ich Hab' heute vormittag nachgesehen, weil ich schon halb und halb entschlossen war, einmal hinzufahren. 9 Uhr 20 vom Stettiner Bahnhof. Sei also, bitte, pünktlich da. Fahrkarten besorge ich. Wir treffen uns an der Sperre. Abgemacht!" „Nichts ist abgemacht!" rief Marie hitzig. Sie kam ietzt erst zu Worte. „Es fällt mir gar nicht ern, so Knall und' Fall mit dir zju reisen? Das mich ich mir erst noch in aller Ruhe überlegen. Morgen muß ich mich übrigens erst nach meiner Handtasche umsehen." „Ach ja, richtig: die Handtasche!" Hans blieb behaglich unter der nächsten Laterne stehen, sah der Verdrießlichen schmunzelnd ins Gesicht. „Die Handtasche hätte ich bald vergessen. Hast du da nicht auch den Schlüssel zur Haustür nnd zum Korridor deiner Pension drin?" „Die Schlüssel! Himmel — ja — natürlich. — — Um alles in der Welt: wie komme ich mm ins HauS!" „Gar nicht: du wirst heute nacht im Freien kampieren müssen oder auf der nächsten Polizeiwache. Es sei denn — wenn du mir versprichst, morgen mit mir zu fahren, helfe ich dir ins .Haus und Wohnung hinein. Sonst nicht. Also entscheide dich gefälligst etwas plötzlich." „Pah — wie kannst du mir denn htneinhelsen. Ich muß versuchen, jemand herauszuklingeln." „Du, das tu lieber nicht — es könnte dir Unannehmlichkeiten zuziehen. Ich verspreche dir, daß ich dich hineiu- bringe, ohne daß du die geringste Schererei hast. Ich gebe dir mein Wort, daß ich dazu imstande bin. Aber erst mußt du mir versprechen, morgen früh 9 Uhr 10 an der Bahnhofssperre zu stehen." „Du schrecklicher Mensch! Na ja — ich werde kommen. Ich fahre mit dir. Wer nun bring mich hinein. Und wenn ich eine Scheibe eindrücken und durchs Fenster steigen — ober eine Leiter bis zum vierten Stock hinaufklettern müßte." „So schwer will ich's dir gar nicht machen. Also — ich habe dein Versprechen, nickt wahr? Schön! Hier hast du deine Handtasche! Du hast sie nämlich-auf die Erde fallen lassen, während ich dir im Theater in den Mantel half. Und da hat sie so lange in meiner Paletottasche gesteckt und sich da vermutlich äußerst wohl gefühlt" Die spärlichen Passanten der nächtlichen Sttaße erlebten in der nächsten Minute ein etwas sonderbares Schauspiel: Sie sahen eine Dame unter heftigem, stoßlveisem Gelächter laut scheltend vor einer Haustür stehen, während sich ein junger Herr unter ebenso andauerndem Lachen schnellfüßig aus dem Bereich ihrer geballten Fäuste rettete. 2 . „Eigentlich hätte ich nicht kommen brauchen!" begrüßte Atarie den Jugendfreund am nächsten Morgen, Plmkt 9.10 an der Sperre aus dem Stettiner Bahnhofe. Er fuhr bei ihrer Anrede herum, er hatte nach einer! anderen Richtung gesehen. Nach irgendeiner schwarzgcklei' deten Gestalt — lächerlich, daß er sie sich nur in Schwarz' hatte vorstellen können! Das gutsitzende ,hellgraue Reise- kleid sah entschieden mehr nach Berlin als nach Treue,v- brietzen aus. Harrs betrachtete sie kritisch. Gruß und Antwort verzögerten sich kaum merklich. „Du hattest doch versprochen, zu kommen," sagte er zerstreut. „Aber du hattest mir das Versprechen heimtückisch abgelistet! Da gatt's von Rechts wegen nicht." „9La, erlaube mal — ein Verspreche,! gilt immer! -h E s ist übrigens furchtbar nett, da/h du Wort gehalten hast. lio Nett und — schlau. Das Wetter ist ausgesucht schäm Da steht unser Zug schon. GS ist dur doch recht, daß ich zweiter» Klasse genommen habe? Wir sind ja Kapitalisten genug, um uns so eine vornehme Absonderung gönnen zu dürfen." Nun saßen sie sich wieder gegenüber wie am Abend vorher, und doch erschienen sie einander fremder im Hollen Morgenlichte. Sie musterten sich gegenseitig neugierig. Dann platzte Hans heraus: „Du bist hübscher geworden, als ich gedacht hatte, Marie!" Sie blieb ganz kühl uub unbefangen. „So? Komisch! cst du denn überhaupt früher mal dariiber nachgedacht? u nie!" „Das glaube ich dir! Sehr vernünftig, daß du keine Drauer um Onkel Poldewitz trügst." / „Er hat sich'- expreß verbeten: Mir's kurz' vor seinem kkode von der Klinik aus bestellen lassen. Auch, daß ich nicht zu seinem Begräbnis kommen möchte. Warst du da?" ,,/Ach erhielt die Todesnachricht überhcntpt erst Vom Wericht nach der Testameutseröffnung. Der alte Mann tut Mir leid." „Leid? Weshalb? Er war sehr mit sich und der Welt zuftieden —< so gut er die auch kannte, merkwürdigerweise!" „Verzeih —i er kannte sie gar nicht gut. Er lebte ganz eingemauert in Ansichten und Grundsätzen, über die er tamn je mit der Nasenspitze hinwegguckte. Und front dem Allerbesten, was das Leben bietet, hatte er keinen Schimmer." „Was ist denn das?" „Liebe geben ntrd Liebe et trp saugen. Oder hat er, so- Zange wir denken Wunen, je einem andern Menschen, hat er dir welche a^eigt? Hast du ihn lieb gehackt?" „Liede? O nein! Darauf sind wir beide nie gekommen!" „Nun, stehst du — tvie unnatürlich, wie widersinnig ist bas! Der arme, alte Herr war wirklich sehr arm. des vielen Geldes, das er ausgebäuft —i und uns hinter^ mfsen hat, um sich an unserer spärlichen, posthumen Dank- darrest genügen zu lassen. Anstatt daß er unsere Herzet: bei Lebzeiten gewmm. Junge Herzen stird doch so leicht zu ge- wirttien! Ein bißchen Gute, ein Lot Freude —< und matt hat's Jetzt philosophieren wir über unfern Wohltäter, anstatt chn zu beweinen! Darin steckt die ttagische Unnatur." ^ Sre schwiegen nun beide eine Zeitlang. Hans Jnchoff AMe gedankenvoll auf die vorbei flirrende Landschaft, irie sah ruhig abwechselnd ihn an und gleichfalls zum 8. Sie hatte in der letzten Zeit so viel erlebt. Küster hmtm-_ v ___ eine Fülle von Gedanken, Zweifeln, Fraget: überstürzte sich M ihrem sonst streif methodisch arbeitetrden Geiste. Gern sie ihnen Ausdruck gegeben, sie kam nicht dazu; es war 8^ vrel, sie ^vang's nicht tn geordnete Sätze. Plötzlich fiel ein, daß sie zunächst mit Hans abzurechnen habe — da- toar etwas Positives, Selbstverständliches; sie klammerte sich dawn in der hilflosen Verwirrung ihres Geistes. S:e öffnete die Hmchtusche, die sie heute fest im Schoße hielt, mrd zog ihr Geldtäschchen: ' P ; ' ruu'^L^ 111 ; 1 dir raus, was du für mich ausgelegt hast!" kotterte ste und reichte es abgewattdt zu ihm hinüber. ' fuhr erstaunt, ja verblüfft, aus tiefem Nachsinnen «npor —, ein vaar Augenblicke sah er sie ganz fassungslos' »n. Dam: wurde er rot. „Wie die Köchin ihren: Musketter, bevor sie Sonntaas- M:t :hm 'ne Lattdpartte macht!" scherzte er etwas gezwun- ^ einzig, Marie. Nut: ja — gib t:ur her. recht: Onkel Poldewitz hätte das auch so ge- Macht. Aber es geht wirklich tncht, daß du mir jede kleine Auslage einzeln zurttckerstattest. Da — sieh her: ick nehme Mmarksttick heraus und verrechne auf unserer Rückfahrt m:t d:r — bist du's so zufrieden?" Sre mckte stumm. Sie fühlte sich plötzlich beklommen ^ ^ b üf M ^ Ungeschicklichkeit uut> ymrseus Miß- ^ne breuuettde Trcnre stteg ihr ins Auge. Er sah as und bog stich betroffen zu ihr: ö ist los? Hab' ich dich verletzt?" fragte er sanft Feustt^zu^ ^ 1Wter »tffSüfoftt gcmz dem „Neu: gar nicht — es ist gar nichts !" stieß sie sbae- »nch in RrUie - ich - ich bst, dunnn " Er flrhlte ckr die Qual an und nnterdrültte eit: Läckeln „Dumm nicht - nur ein bißchen Ä Ä ^ltcte er erfrischend gütw. „Sei riUg, alte Marne- das renken wtr schm: nach und nach wieder ein!" Und er begann heiter und gleichmütig von ihrer Fahrt der Gegend draußen, detn Ziel ihrer Reise zu plaudern, und schien es gai:z natürlich zu ffcnbeir, daß der gute, schwarzv Drckkops — so nannte er sie imwrlich —, noch eine' ganM . bUb an die Scheibe gedrückt nach außen starrte und höäAt etnsilbig Widerpart hielt. Sie war wirklich noch wie ein Kind. Merkwürdig unreif. Und war doch eigentlich nie ein Äurd gewesen, solange sie den Jahre:: nach eitts hätte sein könnet: — sondern stets ein ernsthaftes', ehrpusseliches Persönchen, voll Würde urck unkitcklicher Schwerfälligkeit. Sie mußte von dem allzu vielen Nachdenken über sich selber abgezogen werdet:. Das war ungesund, das machte egoistisch. Er hatte das an sich erprobt. Seit Jahret: war thm nicht so tvarm, so reich, so w>ohltuet:d herzlich zumute geivesen, als gestern abend und heilte früh, wo ein anderes! Menschenschicksal seine Gedanken teilnahmsvoll beschäftigte, der Wunsch, etner anderen Seele zsn helfen, in ihm lebendtg ward. „Wen kennst b.u eigentlich noch von ftüher her in der Hermat?" stagte er nach längeren: Schweigen. sah ihn müde an: „Ich iveiß nicht -i vielleichtj stellt s m:r ein, wenn wtr ha sein werden." „Verwandte hast du ja wohl gar nicht mehr — nicht wahr?" „Nein. Keinen Menschen. Wenigstens weiß ich von nie- mand. Glücklich erweise nicht. Das wären ja doch nur ganz wrldfremde Leute." „Wer Freundinnen mußt du doch haben?" fragte Hatts vorsichtig tastend ioeiter. . . „Ich l)ad' immer nur mit euch Jnngens gespielt; Mädels fand tjch! gräßlich. Es' mochte mich auch keine re« lerden. Das war ja auch gcntz natürlich! Die alte Kamille sagte immer — m /.'^m a i te v drille!" rief Hans. „Ob die twch lebt. der müssen wir uns sicher erkundigen! Deine alte Kinderfrau! Bor der hatten wir alle Furcht — Krnm- Pas Drachen hieß sie. Du warst damals noch zu klein, du wirst dick gar nicht mehr auf sie besinnen können —" „Und ob ich das tue!" rief Marie entrüstet. „Sie ist lms erste, was mir überhaupt vom Leben einfällt — mit ihrem brmnmigen, verhutzelten Gesicht! Sie sah schon dü- mals uralt aus. Sie hat, glaub' ich, immer uralt ausgesehen ^ und verschrumpelt — ::nb schlechter Laune —?' „Das glaub' ich beinahe auch! Ich erinnere mich daß ich ernmal eine furchtbare Ohrfeige von ihr bekommen rf \2 .7 mochte sieben oder acht Jahre alt gewesen sein — weil ich ihr ganz treuherzig versicherte, chr Gesicht wäre so und schrumpelig wie eine Backpflaume. Sie fuhr mch damals reden Tag im Kinderwagen spazieren, und wir .Junger^ bildeten betn Gefolge „Das heißt: Ihr liest hinterher, um die Me zu ärgern. Das kann rch imr gut vurstcllen. Mt eurer Angst wird's wohl nicht west hergewesen sein. Eigentlich war sie über- Mt gutmutrg, trotz Zankens >ust> Brummens. Ich mag das sehr schnell hcrausbekommeu haben, und nstr ist jetzt zu- mute, als ob rch rhr auf der Rase herumgetauzt hätte." „Und darauf beslnust du dich wirklich? Du warst doch noch ganz kleru, als du zum Onkel kamst." h,«rf" 1IlI m 0n r i: hatte die Me nicht mit ins Haus nehmen !f ma ' täglich auf, um mir brummend einen Apfel oder ein Stuck .Kuchen in die Hand zu tdC > mußte abends heimlich au das jeweilige Küchenfenster kommen, hinter dein sie grad' in Stellung war lange hat's za .iiemand mit ihr aiis'aehalten - und mir Leckereien oder ein kleines Geschenk holen, was sie sich für Mlch abgcspnrt hatte. — So ganz klein war ich eigentlich gar Nicht mehr, als Vater starb: sieben Jahre! Da sieht und versteht ein Kmd doch schon eine ganze Menge " and sah zu Boden. Ob die arme Marie davon hatte, was es 1 mit den, jähen Tode ;hres Vaters gewesen ivar? Wohl kaum - sie plauderte so stohlich weiter, erging sich in tausend drolligen Erinne- tbrenl"Kow/^ ' Ml V fei urplötzlich eine Schleuse in ihrem Kopfe, ihrem Herzen aufgezogen, seitdeni der Name der mürrischen, alten Kinderfrau genannt worden wirr «onz freudenleer ist auch dt« ärmste Kindheit nicht — Ehrung: ün Kinde steckt eine so uner. Mihrgk«t zur Freude —. und die Erinnerung v«r- rltri auch trübe Jugend mit sonuengoldenen Lichtern' Er redete nun nicht mehr viel. Er hörte teilnehniend wiNnAge"7eiter^ ' dnm ^wurf, eiirev 111 ©ie riefen beide gleichzeitig ganz erstaunt: „Schont Äts ihr Zug die kleine Station nahe der mecklenburgischen iöreuze erreichte, an der sie mnsteigen mußten. Trotzdem sie im behaglich zuckelnden Personenzuge wieder ein Abteil für sich hatten, kam kein rechtes Gespräch mehr zustande. Marie vor allem war zu aufgeregt dazu. Sie rief von einem Fenster zum andern und machte Hans bald auf dies, bald aus jenes aufmerksam — sie kamen mit jeder Minute in bekanntere Gegenderl. Hans folgte mit stiller Freude. Ihn zog's selbst immer mächtiger der alten Heimat zu. (Fortsetzung folgt.) Lin Tag vor Ypern. iJkn ersten Märzheft des von Freiherrn v. Grotthuß heraus- E gebenen „Türmers" (Stuttgart, Greiner L Pfeiffer) finden wir lg enden Taigebucha.usz.ug eines Bizefeldwebels, der jene Tage redt^ umschreibt, von denen es im Tagesbericht heißt: „Nichts Der Tag ist angebrochen. Langsam .steigt die Sonne am Nrnzont m die Höhe. Tie dkachtposten sind eingezogen und suchen irosielnd ihre Uirterstände auf, nur ihre angespannten Nerven etwas ausznrnyen. Auch mein Dienst ist beendet, und ich versuche zu schlafen, dlber die Nerven sind noch zu sehr aufgeregt, und bald ver- las,e ich meinen Unterstand und genieße im Grabeil die frische Morgenluft eures herrlichen Jnnitages. Hoch über mir ziehen unsere Flreger, durch die Beleuchtung der Sonne mir noch als glänzende dunlte Mennbar, ihre Kreise, begleitet von unzähligen kleinen, tmta .Schrapnellwölkchen. Mes hebt sich klar und deiltlich vom blauen Himmel ab und bietet einen malerischen Anblick. Dumpf rlrngt der Mmll der Llbwehrgeschütze zu uns herüber, und ich ver- suche durch den Beoüachtnngsspiegel den Stand der Batterie fest^- zustellen. Kaum oOO Meter vor mir liegt Ypern, herrlich beleuchtet ?° n oer angehenden Sonne. Stumm und ernst stehen die fstninen der Kathedrale, der Tnchhalle und des Jakobturmes da, stille E?lgen der furchtbaren Kämpfe, die hier stattgefunden haben. Vor ihnen, ungefähr 150 Meter von unsernr Graben entfernt, kann man durch das hohe Gras gerade noch die Urnrisse der englischen SreNimg sehen. Die Mwehrgeschntze verstnrnmeil, und ich schleiche mrch nach imserer Trlchterstellung. Hier heißt es sich mit größter Borsrcht Mld möglichst lautlos bewegen: denn der feindliche Graben liegt -knapp 2o--Z0 Meter vor ims. Beim kleinsten Geräusch schmen du Engländer zum Gruß einige Handgranaten herüber. Die Posten stehen m Nrfaion, die aus aufgesetzten Bctonklötzen gebaut JSvV-r! rd? Schießscharte beobachte id) die feindliche Stellung. Mes ist ruhig und nichts regt sich drüben. Durch den schmalen spalt einer Schießscharte kann ich gerade eine englische Schrapnell- t fl ^= e - n '- .halt! dicht daneben ist ein feindlicher Be- vbachtungsspiegel ausgestellt. Ich lasse mir vom Posten das Gewehr geben, lege an, ziele, und der Schuß kracht. Ter Spiegel ist verschwunden, bie Kugel traf dicht überm Grabenrand. Ms And- wort kommt eine Handgranate geflogen. Ein Knall — zu kurz Vor unserer Stelllmg ist sie hmgefallen. Eine zwecke fliegt über weg m den Trichtersee. Eine Wasserscckcke steigt in die Höhe *2?? l J fc SPlS J 11 ^. Äakken, Bretter und sonstige Material- reße eines früheren Grabens schwimmen auf dem lehmigen Wasser umher. Ti« hier erfolgte Sprengung hat eine fürchterliche Wirkung Aber auch der übrige Abschnitt zZvischen unserer ersten imd u^llches schreckliche zu berichten. Im weilen Umkreis kein Grashalm, kein Baum, nur Ueberreste von Drahtverhauen, Holzstucke, feindliche Ausrüstungsstücke und eine Un- menge von Blindgängern und Ausbläsern sind ans dem durch- wuhlten Felde zu sehen Tie Erde sicht aus, als würde hier jeden Tag em unsichtbarer Mesenpflng seine imheimlichen Kräfte wallen Und doch ist ntzt alles so ruhig imb friedlich, weck aM afit em 5 ?f lU ^ Ä den hier gefallenen und verschütteten HOden nun endlich ihre wohlverdiente Ruhe zukommen wllte Nur fco» surren unser« Mre-xer ruft gleich einer mahnenden Stimme Heiden Ä gerächt * 3rit 511 ^ «och sind unsere ^ Ich kehre zu meinem Unterstand zuriick. Tie Essenträger haben dav Esten und Post gebracht. Die Verpflegung ist gut und reichlich 15 * wohlschmäcken. Nach dem Essen lege ick) mich Mmen, denn die kom'mendc Na« verlangt, wie jede andere möglichst ausgeruhte Nerven, und gegen Abend „geht's doch wieder “f ** Mich« Ausdruck bei uns. Und so war es auch Plohlrch nmche ich ans. Lun leichtes Beben geht durch die Cu-de dam, E geiEger Knall und das NiodrrfL von E dstickeu wid svlcttern rs prhor-n. Eene Mine! Tann Schlag ans S«ag Tie Erde tzrttrrt und bebt, die Lnst trünt non dem Schall dor Explosronm, wld em grauer Pulverdampf senkt sich ü^r unsmi Giaben. Mtiue auf Mrne. Granaten aller Kaliber. LrchUrischt mit §5^5t.^E-».durch die M. Ter Sftrtrt wird immn ! To[(n- 5!ei ltntrrs.and gleicht eurem Schäfflern auf sburmbeiveater • 2ch stecke den Kopf zuiu tfod ) n«Ks sehen als Pulpcrdanipf. urrsanft auf, mich zimick- «UKteheu. Kaum bin rch drinneu, da fängt der kintersiand au zu beben, d-e Balkerr kinrschen ,irnd ächtzen, es tvar. als spare ein Felsblock daraufgefallen. Mit verstörten Gesichtern starken wir uns gegeuseckig an, die Nerven sind aufs äußerste gespannt, jeder weiß: eine Mine! Jeden Augenblick Muß die Explosion erfolgen, und daun .... ! Ein kaltes Rieseln überlänft meinen Rücken Wir warten und warten; lange, schreckliche Sekunden, die uns zur Ermgkeit werden, doch die 1 Meter dicke Schicht von Erde, und sandsäcken, durchmischt mit Eisenschienen, bricht nicht auf uns herunter. Wir können's kaum fassen, mrd doch Hst es so. Es ,var ^n.Blindgänger! Nach 2}/o Stunden läßt das Feuer nach und Hort baip ganz aus. -Wir springen aus dem Unterstände hnan§ und richtig, oben darauf liegt eine eiserne Kugel, die Mine, me uns diesuml noch mit dein Schrecken davonkommen ließ. Doch wie fleht.der Schützengraben aus! Dem Boden gleichgemacht. Alles eipgeriflen, BruUlvehren und Schulte Nr ebnen füllen den Graben Und machen ihn unpassierbar. Tie Dämmerung brickck herein Die Nachtposten werden ausgestellt, Leuchtkugeln steigen auf, und nichts verrat dem, Gegner die Wirkung seines Feuers. Es wird sieben hast.gearbccket, um den Graben wieder herznstellen. Unsere Rio- mm« Hellen uns, und bis Mitternacht ist alles ziemtick wieder in Ordnung. Warte, Engländer, unsere Artillerie wird -dir dreifach vergelten, was du uns honte geschickt. — So geht es bemahe Tag stür Tag. Und in der Heimat liest man dann im Tagesbericht: „Mchts Neues." veschasfttng von liartoffelpflanzgut. , . Vielfach nmrde in den ZeitKngM in letzter Zeit die Strecklm» de^ Kertoffestaatguts' durch das sogenannte Stecklingsverfabten er- ^-ert- Es kann lucht verkannt werden, daß dieses Verfahren unter gewi,,en Umstanden zur Streckung unserer SaatkarLoffelvorräte ive- sentzich belzctragen vermag. Für den Großbetrieb ist die Berwertmra diesem Versahvens von vornherein natürlich gänzlich ausgeschlossen Für gärtnerische Betriebe sedoch, wie für Laubenkoloniften und Schreoergartcnbesltzer, tmrd das 'Verfahren besonders dann noch angewendet werden können, wenn diejenigen, ivelche init der Eigenart dev Stecklingsverfahrens noch nicht vertraut sind, vorher rechte zeitig ^ an einem kleine iVer-fuch die Kniffe und Schwierigkeitei« heranvznfinden versuchen, tvelche hiermit verbunden sind. Wir geben daher in Nachstehendem die wichtigsten Anleitungen u) Frühkartoffeln. (Sorten: Sechs Wochen. Schneeflocken, frühe Rosen.) . Man breitet die für die Stecklingsanzucht bestimmten Saat- kartoffeln un temperierten Mum (ohne sie zu bedecken) aus läßt sie genügend ab trocknen ulid sortiert nach einigen Tagen die gesunden und gutes Keiinverniögen freigeiibeit heraus, pilzkranke Kar- toffeln werdeii entfernt, ber angefaulten Knollen schneidet inan dis Fanlstellen sort, um die noch gesnndeii Mgen der Kartoffel kn olle Mit zrrr Stecklingszucht zu verwenden. Die nicht brauchbaren Knol- len ionnen zum ^ell zur Menschlichen Nahrung, zum Teil al« Viehfutter dienen. , ' ^ Die brauchbaren Knollen werden mm ganz oder geteilt (zerschnitten) m mit Erde gefüllte Holz-küsten oder direkt im Gewächshaus in Erde gelegt imd mit Erde bedeckt und bei einer Temve- ratu.r von 12 bis 15° CÄsius der vollen Sonne ausgesetzt. (Der Beginn dieser Arbeiten richtet sich -nach den später-eii Anpflanz.ilnas- möglichkeiten der Kartofselpffänzen. Können oder sollen dieselben unter Glas herangezogen tverdcn, so kann bereits Mitte bis Endri ^anuar begonneii werdeii: fürs Freie bestimmt, beginiie man später.) Innerhalb 8 Tagen haben die Kartoffeln je nach Augenzahl 5 biv 8 Triebe oder mehr entwickelt. Sind diese Triebe 10 bis 15 cm Mg ^worden. hälfen also nrehr als 6 Blätter entwickelt, beginnt dav Schneiden der Stecklinge und zwar derart, daß dieselben über deii beiden imtcrcu Blättern des Triebes glatt abgeschnitten nnd> in nut sandiger Erde gefüllte Behälter (Verme'hrtmgsbeet usw.) gestem iverden Mit der Schnittfläche nach unten. Die Belvurzelmig der Stecklinge erfolgt innerhalb 8 Tageii. Die beivurzelten Stecklinge werden nun wieder crrtspitzt (ebenso die inzwischen anSge-. triebenen Seitenangen des.Mnttertriebes an der Knolle, alle Steck- linge iverden wieder gesteckt usw.) und in Pleiite 7 cm Töpfe übeil sonstige billige Behälter gepffmizt niid immer dem Sonnenlicht ansgesetzt in Frühbeetkästen oder sonst geeignete Räume bei 4 bis 5» Celsius Temperattir gestellt, damit sie kurz und gedrungen bleiben Kurch mehrmaliges Eutspitzen der Triebe erhält man nicht nur viel Stecklinge, sondern gute, buschige Pflanzen. Wichtig ist dafür bedacht zu sein, daß. die über den Wurzeln »Agende Knottchenbildnng 'der mngen Kartoffeln, mit den ^ourzvln tiichc versitzt, n^shalb nmn zeitig genug di? Pflanzen in wcm grope und gcuiz frühe Pflanzen nochmals in 13 orn Töpfe verpflanzt, ohne die.Wurzeln zu stören. Auch die Knolle Vlvm izium Schluß noch zur Vilanrnna §°rd°n. Am di.se Art und W°i - W Cn Knrtoffclp.lmizen, von welchen jede einen Bollertvag liefert ölme gro>:.eir Auvfall wie bei Saatkartoffeln. Es findet also nicht nur «nc Stelgcrung der Saatmenge, sondern eine solche der Ernte statt Kartosieln pflanze mail tmler Glas ai,a b> Mattelfrühe Kartoffeln: .Daulsms Jwi. Perle von Erfurt.) Das B-rfa-re» tst anf-rnas dasselbe nne bei der Frühkartoffel, pflanzeuzt,cht, nur nüt dem Unterschied, da» man lffe, spüttr. 112 Anfang . MSr-z, begttmt. Me Sonne hat schon größeren Einfluß Und tverden hie bewurzelten ^md sntfprtzten Steckling« ms> kalte Mistbeet unter Glas gebracht und hier anstatt m Töpfe gepflanzt, eingeschlagen und weiter behandelt (entsmtzl» und lwr Fwst geschützt. Die Auspflanzung erfolgt beizeiten imd z»var mtt Vorliebe aus gilteni. gedüngtein Sandboden in südlicher Lage. Saatkattoffeln? ün März im frostsicheren Schuppen oder Mele ausbreiten, noch Aussortierung dicht an dicht rm Mistbeet legen, mit Erde bedecken und mtt Glasfemstern abdecken. Die Lrrebe werden denn wie bei a und b entspitzt und im Mrstbeet oder sonst wann Hub hell (Tageslicht) zu bttbiideM Raume rn sandiger Erde gesteckt. Die betonrzeltcn Stecklinge im frostfreien, dem Tageslicht zu- qünaigeii Frühbeet lasten emschlageii (nvan kann auf 1 qm bis 400 Pslairzen unterbrttlgen.) Sobald die Jahreszeit es erlaubt, erfolgt das A'uspflanzen. (End Mai.) Es erfolgt dieses :m Groh- betneb ohne jede Beeinträchtigung mittels Pflug (ähnlich wie big Steckrübenpflanzung). ... oi cr K-%4 Weitere Bedingungen für das Aus pflanzen der « Stecklingspflan-en. ^ Der Bode»» muß früh und gut bearbeitet sein. Frühkartofselpslanzeii dürfen, wie auch die Saatkartosfeln, nnc aus gutem Boden, auf dem schon in früheren Jahren Gemche ar^- geballt »var und in warmer Lage gepflanzt werden. Zirm Schntz gegen Frost ist tiefes Llnhäufeln nötig. .... < Die Pflanzen dürfen nicht zu früh ausgepfftmzt n^wM^sve l^l-en bei spaterer Pflanzung und angeivärnttem Boden die früher gepflanzten ett» und bringen sichere und besondere Ernten. Die Kartoffelpflanzen bringen ün vergleich zu de»» Saal- kartoffeln 4 Wochen früher Ernten; sie dürfen nicht zu hoch gepflanzt werden. , .. , _ ^ . Mittelfrühe und späte Sorten bringen die besten Ernten. Frübsorten könne»» enger als Spätkartoffeln gepflanzt loerd«l. Im allgemeinen stellen die Kartoffelpflanzendreselben ttniprit- che an den Boden jwie die Kartosselttiollen. Warmer, trockner , sandiger, leichter Boden, der mittels Pflug oder Spaten rechtzeitig bearbeitet und gut gedüngt ist, sagt beiden am meisten zu. Champignonzucht im Haushalt. Selbftgezüchtete Chanipignons! Welch lockende Aussicht für dre Hausfrau, welche Bereicherung des Speisezettels l Für den Anbau vo,l Champignons smd, wie wir eurem Beitrag der bekarmten praktischen Frauenzeitschrist „Dies Blatt gehört bet nehmen, nicht unbedingt große Kellereien erforderlich. Um den Bedarf des eigenen HaushaW zu decken, genügt dsie Zucht m einer. Kiste ei nein Faß oder auf Wandbrettern m ernein kleinen Raum des Hauskellers, im Badezimmer, in uiiterirdifchen Zentral- heizl.nqsanlagen, lstuter der Treppe oder im P^deftall. Die erforderliche Pilzbrut ist in Groß-Gürtnereien erhältlich, die ihren Sendungen eine Anleitung zur Anlage der Zucht kAMgen. Die Grundbedingungen für erfolgreiche Anzucht sinD: trockener, zugfreier Raum, der eine ständige Temperatur von mcht unter 42 Grad Celsius aufzuweisen hat, und der von Mausen, Ratten Kellerasseln und Schnecken sreizuhalteri ist. MS .Hauptgrund- läge gilt' Stroh-Pferdedung, der, auS dem Stall gebracht, von Unrat und ttockenein Stroh gesäubert, aus einen Haufen geschüttet und alle zwei Tage umgesetzt werden muß. Die Umsetzung muß unter einem Dach geschehen, oder, wlenn dies nicht möglich ist, so muß der Hansen »mch der Umsetzung bedeckt werden, damit weder Regen noch Sonnenschein allzusehr eimvirken können. Das Umsetzen selbst geschieht in der Wqise, daß die äußeren Teile immer nach innen zu liegen kommen. Nach der Umsetzung wird der Dunghaufen leicht mtt Düngergips überstteut, um das Ammoniak, das zum Lsachstnm der Pttze notwendig ist, zu binden. Auf diese Weise wird der Dung etloa 12—14 Tage alle zwei Tage behandelt, bis er mürbe, mttd und speckig geworden ist. Grau gebrannter Dünger eignet sich nicht zur Pilzzucht. Stark erhitzter Dünger ist schichtweise leicht mit kaltem Wasser zu überbrausen. Die Anlage der Fässer, Kisten, Wandbretter usw. erfordert: Anfahren und Einsüllen des Düngers, Feststampsen bis zn einer .Höhe von 40— 50 Zentimeter, gleichmäßiges Festdrücken mit einem Brettchen, Bodenthermometer in den Dung einstecken und ihn bedecken. Ter Dung wird sich nun nochmals erhitzen und erst nach 8—10 Tagen geht die Temperatur zurück. Das Einlegen der Brut kann geschehen, sobald das Thermo- meter eine Temperatur von weniger als 30 Grad zeigt. Es werden cigroße Stücke von dem Brutstein abgehoben, bezw. der losen Brut entnommen und in einer Entfernung von 20 Zentimeter in Dreieckform in die mssl der linken Hand leicht aufgehobene Düngerschicht eingeschoben, die wieder festzudrücken ist. Innerhalb vierzehn Tagen »oird die Brut ringförmig durchbrechen und sich an der Oberfläche schimmelartig zeigen. 3knn wird die Oberfläche des Dunges leicht mit Gartenerde, die man für die Wntermonate geschützt unterbringen muß, überstteut. Dieses Verfahre»» wird dann täglich notwendig, bis sich an der -Oberfläche kleine Champignons zeigen. Das Ernten: Fünf bis sechs Tage nach- dem Erscheinen der Pilze wird man beginnen können, kräftige, gesunde Pttze für die Küche vorsichtig abzndrehen (nicht aüzuschneidcn!). Die Ernte wirb sich bei sorafültig angelegten Beeten dann etwa vier Monate lang immer lviederholen und ein leichtes Ueberftrenen mit Erde, vielleicht würben»» lich einmal, wirb genügen. vüchertisch. — Da» Bild als Verleumder. Bemerkungen zur Technik der Völkerverhetzung. Von Ferdinand A v e n a r i u ». Mit 72 Abbildungen. Volksausgabe, 7b Psg. München, Georg D. W. Lallwey. — Von dieser schon früher von uns warm empfohlenen, höchst verdienstvollen Aufklärungsschrift liegt jetzt ein« ungekürzte billige Ausgabe vor, die wohl noch ausgedehntere Verbreitung als die ursprüngliche Ausgabe finden wird. Noch immer spricht dieser reiche Anschauungsstoff als nnividerlegliches BeweiS- material für den Lügenseldzug unserer Feinde mit einer überzeugenden Wahrheit, die durch nichts verdeckt und weggeleugnet werden kann. Da» Buch eignet sich deshalb vor allem vorzüglich zur Verbreitung iin neutralen Ausland, um dort den durch die skrupellosen Lügen und Fälschungen unserer Feinde entstandenen falschen Anschauungen kräitig entgegenzmvirken. Allen denen, die persönliche oder geschäftliche Beziehungen zum neutralen Ausland haben, kann nicht eindringlich genug die reichliche Versendung der Schrift nahegelegt werde»». Aber a»»ch an den Fronten bet unseren Fesdgrauen kann sie mächtig fördernd wirken d»»rch die Bestärkung unserer Tapferen im zähesten Kampf gegen einen Feind,' dein kein Kampfmittel schmutzig und »»ieder genug ist, um dem ohnmächtigen Haß gegen unbesiegbare Gegner Ausdruck z»» geben. — „Deutsches Vo l ks tum", Monatsschrift für das Kunst- uno Geistesleben, nennt sich mit Begrün des 19. Jahrganges diese bisher unter dem Titel „Btsthne und Well" heraus gegeben.es Zeitschrift. In den drei Jahren, da „Bühne unb Welt" unter Wilhelm! Kiefers Leitung steht, hat sie sich von eurem Thectterfachblatte zu dem führenden Organ der »rationalen Kunst- nird Geistesbewegung entwickelt und zählt he»tte die namhaftesten Persönlichkeiten, Männer wie Houston Stewart Chamberlain, Rudolf Eucken, Friedrich Lienhard, Hans Thoma »rnd U. v. Wilamowitz-Moellendorf zu ihren Mitarbeitern. Mit dem neuen Jahrgange 191.7 sind ganz erhebliche Erweiterungen vorgesehen. Die Gebiete des geisttgen Lebens, des Schrifttums, des Theaters, der Musik und der bildenden Kunst werde:» in jedem Heft vertreten sein. Das soeben erschienene Januar-Februar-Doppelheft wird mit einer überaus bedeutungsvollen Abhandlung des bekannten Romanschriftstellers Emil Sandt eröffnet. In tiefdringender Weise stellt diese „Ararat" betitelte Arbeit, eine vernichte»ü>e Abrechnung mit dem heutigen England dar. Wir empfehlen die Anschasftrug dieses Doppelheftes, das zum Preise von 1,20 Mk. in jeder Buchhaudlung zu beziehe»» ist, drill- gend: eS wird ein klares Bild von den Besttebimgein dieses bedeutsamen Organs geben. — > Der Vogel Tolidarr. Neun dLovellen von Heinr. Wvlfgang Seidel. Verlag G. Gr»>te, Berlin. Selten finde» mau in unserer hastenden Zett, die im Zeichen der Werke der Minute steht, noch Schriftsteller mtt jener breibenj Behaglichtett ldes Erzählens, einer Behaglichkeit^ die nicht langweilig ist, sondern im Stil liegt. Zu ihnen gehört Seidel. In einer der vorliegender» Novellen erzählt er von ernem Manne, der in den Wohnungen von Lertten, die er mir oberflächlich kennt, auf eine eigentümliche Weise die Kinderstube hermlsznsmden rveiß, etwa so, wie ein anderer die Gabe besitzt, in jeden» Walde die Erdbeerstellen zu entdecken. So könnte mar» voi» ihm sagen, daß er es meisterhaft versteht, jene Stellen in nnserenr Herze»» anfznftuden, wohin sich unser soeliger Kluderglaube gerettet hat, um in selter»en Augenblicken »vieder hervorzubrochen. Seidels Buck), ist «ein Gegensatz lgegen die nervöse Ueberreiznug dieses Jahrhunderts, eine neue Rornantik mit neuem Stil. Rätsel. Die d a h e i»»». Freilich, Nachbar, in» Wirtsha»>s dort Bei dem groben Rätselwort Läßt sich trefflich kritisieren, Wie man die Truppe»» zun» Sieg n»»»ß führen. Aber rvirf »»ur ein Zetche»» ins Wort, A»»ders klingt der Ton sofort. Wärst du dabet, »vo das Wort danr» brüllt, Wärst du von andern Ideen erfüllt. ZL Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Silbenrätsels in voriger Nummer» 1. Ulan. — 2. Samoa. — 3. Lineal. — 4. Eisenerz. — b. Jsinene^ — 6. Hainlet. - 7. Diana. - 8. Saxah. — 9. Eger. — 10. Zuoz. — 11. Universum. — 12. Venezuela. — 13. Torte. — 14. Ringwall. — 15. Antiochien. - 16. Da»rte. Don Carlos 1. Akt 3. Szene: „Un5 Alle zieht das Herz zum Vaterlandes. G Schriftlertung: Fr. R. Zenz. — Zwillingsrunddruck und Verlag der BrÜhl'schen UniversitätS-Buch- und Stetndruckeret. R. Lange, Gießen.