Königsträume. Roman von Karl Busse. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Manchmal," fing Peter Wroblewski wieder an, „ist es sonderbar. Man spricht heute abend noch mit jemand und) geht weg und sagt: „Auf Wiedersehn," und kommt man morgen, so ist er verschwunden, unauffindbar. Eine merk- wurdrge Sache. Dabei kann, man beschwören, daß man „Auf Wiedersehn" gesagt hat, und der andere hat dasselbe gesagt." Jäh blieb Michael Laskotvicz vor ihm stehen. „Es koinmt vor, Freundchen, warum nicht? Jedoch, wenn ein Kind tot liegt, wer soll das Kind begraben, das ernzige, das nian hat?" „O, v!" erwiderte der Gendarm aufgeregt^ „ich erinnere mich eines Falles, verstehst du, als Beispiel: Da haben es Freunde getan, urtb so feierlich, wie es der Vater nicht besser hätte besorgen können. Sarg, Kranze, Lichter, auch der Propst Uhu- dabei. Fast hätte ich gesagt, mich Fahnen. Nun, solch ein Fall passiert." Ein langes Schweigen. Tapp, tapp, schritt der Schlnied auf und nieder. „ 6ut," sagte er dann. „Gib mir die Hand, Bruderherz. Ader ich, nun, ich werde den Juschu selber begraben, an seinem Sarge werde ich stehen, mag kornmen, was will. Man muß auch- das Schwerste ertragen, du hast selbst vorhin so gesprochen!" Ein halb unterdrücktes Stöhnen. Peter Wrobletvski.erhob sich geräuschvoll. Fast heftig, zwischen den einzelnen Saßen schluckend, sagte er: „Wer redet von mir? Psia krew, kern Wort! Ein Beispiel Hab' ich erzählt, nichts Hab' ich gesprochen. Du natürlich, du wirft beim Begräbnis sein. Warmn solltest du nicht? War ich denn bei dir? Woher toeiß ich denn, daß du da bist? Die Leiche wollte ich sehen, man ist neugierig?" Stöhnend setzte er den Helm auf und stand ein Weilchen mit gebeugtem Haupte. „Auf Wiedersehen, Michael Laskowicz. Ich sage: Auf Wiedersehn!" „Gott schütze dich, Peter Wroblewski!" — Am andern Tage bestellte der Schmied alles Nötige fürs Begräbnis. Der Tischler nahm Maß zum Sarge. Zwei Leute schaufelten das Grab. Nasgora hatte selbst einen kleinen Kirchhof für die ärmeren Leute. Die sich ein wenig besser Vorkamen, ließen den Sarg meist nach Wreschen bringen und >auf dem dortigen Kirchhof bei Glockengeläute beisetzen. Juschu Laskowicz jedoch sollte in der Dorfgeinarkuug liegen, für die er seine Madonna geschnitzt hatte. Deshalb machte sich Michael Laskowicz nachmittags nach Wrescheu auf, um den Propst zu bestellen. Er ging in schweren Gedanken. Dieser und jener hatte ihn vormittags angesprochen. Ohne eine Frage zu hui. batte er erfahren, daß er dem Baron nur. den Arnr zerschmettert hatte. Es war gut so. Ein Krüppel sein Junge, ein Kriippel der Schloßherr. Die Rache tvar genommen, sie waren quitt. Um dieselbe Zeit, da Michael Laskotvicz nach Wreschen ging, patrouillierte Peter Wroblewski auf Stralkowo zu. Er hätte es bleiben lassen können: seit das Militär alles besetzt hielt, gab es wenig zu tun. Aber heute hätte außerdem der ärgste Vagabund au ihm vorbeikoimnen können. Hartnäckig hielt der Gendarm die Augen ans die Erde gerichtet. Er hatte heute einen Auftrag bekommen, heute früh. Was nützte das Bitten? Pflicht war Pflicht. Und morgen war Juschus Begräbnis. Er stöhnte, wenn er daran dacyte. Das Begräbnis war feierlich. Der Propst kam pünktlich airgefahren. Ein paar Kränze deckten den Sarg. Zuletzt loard noch einer gebracht aus dem Schlosse. Von Hanna von Graßnick war er geschickt. Einen Augeirblick richtete sich der Schmied zu seiner vollen Höhe ans. Einen Augenblick wollte er den kostbaren Kranz in Stricke reißen und die Stücke den: Boten wieder mitgeben. Dann neigte er sein Haupt. Wortlos nahm er das Gewiride und legte es auf den einfachen, gelb gestrichenen Sarg. Das Begräbnis tvar bald zu Ende; der Probst fuhr ab; die Leute gingen in Gruppen nach Hause. Nur wenige standen noch in der Nähe des Grabes: Pani Jadwiga Wrc^ blewska, die heftige Spätzin, schwatzte mit einer Nachbarin und schielte dabei zu ihrem Manne hin, der ein paar Schritte hinter dem Schmied starrd und von einem Fuß auf den/ andern trat. Die Parri hatte eine feine Nase; sie roch etwas. Aber es' dauerte lauge. „He, Peter, mein Hähnchen, kommst du?" Das Trompetensignal ließ ihn auffahren. Aber plötzlich trat er näher nick) sagte kurz: „Mach', daß du nach Haus kommst, meine Liebe, ich ersuche dich darum!" Die heftige Spätzin ward flannnend roi. Schon wollte sie losschmettern, als sie gerade noch daran dachte, daß der Kirchhof kein Ort dazu sei. Mit einem vielversprechenden Blick auf ihren Mann drehte sie sich also um und schritt mit der Nachbarin den übrigen irach. Der Fußgendarm holte tief Atem. Seine linke Hand steckte ganz unvorschriftsinäßig in der Tasche unb zerknitterte dort etwas. Jeder BlutK- tropfen war auS stimm Gesicht entwichen. Da drehte sich Michael Laskowicz um; er wollte jetzt auch nach Haus gehen. „Sieh' da," nickte er, „bist du noch hier? Nun ja, ja, da liegt er jetzt! Immer habe ich daran denken müssen, wie er heute nacht frieren wird, oer Juschu. Bei Gott, solche bum- men Gedanken!" „Man muß das Schwerste" — Peter Wroblewski kam nicht zu Ende. Erstaunt blickte der Schmied auf. Und plötzlich riß der Gendarm ein Papier aus der Tasche, das er zerknüllt hatte. „Bruderherz, hier Hab' KH, hier Hab' ich — nun, lies es durch! Was sagst du?" 82 Seine Augen waren starr und aufgerissen, als wollte er mit Gewalt etwas zurückhalten. Gr drehte sich auf dem Absatz um und blickte in die gerne. Michael Laskowicz las. Gr war nicht besonders gelehrt und hatte allezeit mit dem t ammer besser umgehen können als mit den Schreibereien. o buchstabierte er sich Wort für Wort zusammen. Dann ließ er das Blatt sinken. Der Wind fuhr über den Kirchhof, Über das neue Grab und die alten. Peter Wroblewski fühlte den Wind nicht. Er hatte einen sündigen Gedanken, den er nie gehabt. Manchmal ist unten besser wie oben, dachte er. Da hörte er die Stimme des Schmiedes. Sie war ruhig. „Nun also, was ist da zu reden? Es muß wohl so sein! Und wenn ich beim Blasebalg gestanden habe, urrd ou bist gekommen, habe ich auch nicht gedacht, daß du mich mal ab- führen wirst!" Der Gendarm biß die Zähne zusammen, um keinen Larrt Von sich zu geben, Hätte Michael Laskowicz geflucht wie früher, petobt, gebrüllt, es wäre ja besser gewesen. Aber so! Sters schritt der Gendarm neben seinem besten Freunde her. „Wenn es ginge, ich möchte noch einmal nach Hause. Du verstehst: man muß doch abschließen. Es dauert nicht lange. Kanu es sein?" Peter nickte stumm. Erst nach einer Weile sagte er; „Dann erwarte ich dich vor dem Dorfe. Beim Marienbild. Braucht keiner was zu sehen!" Und schnell, damit der andere nicht widerspreche, trennte er sich von ihm. „Auf Wiedersehn, Bruderherz!" rief er ihm noch nach. Mer der Schmied verstaut) auch diesmal nicht oder wollte nicht verstehen. Eine halbe Stunde später tras er richtig bei der heiligen Jungfrau auf dem Werdenbaum ein. Er nahm, wie immer, die Mutze davor ab und sah die Gottesmutter ian. Die war während der Wochen, wo er sie nicht gesehen, nicht hübscher geworden. „Die neue ist fertig, Peter Wroblewski," sagte er. „Man könnte sie aufstellen. Mir aber ist weh ums Herz. Diese hier ist alt geworden mit mir. Und hat sie auch zugelassen, daß Juschu ein Krüppel geworden und gestorben ist und all das andre, ich kenne sie doch, und sie kennt mich. Laß sie stehen, Freundchen. Vielleicht, wenn ich herauskomme aus dem Gefängnis, weißt du! Dann wird Polen schon frei sein. Und wenn ich da sterbe, darin stellt die neue Madonna auf teuf Weidenbaum, für die Jungen; für die Men tut's die alte auch." Sie gingen die Chaussee nebeneinander nach Wreschen Meiner sprach mehr. Peter Wroblewski sah wieder auf die Steine. Ohne die Zippen zu regen, sagte er immer nur zu sich: „Meinen besten Freund!" O r. Un m^ spuckte ans por der Welt, vor sich, vor dem ganzen Cefern Pwtzlich ward er unsicher. Der Wald trat näher an vte Chaussee hinan. Man brauchte nur über ein paar Felder toeß' und man war drinnen. Ein Kätnerhaus, ärmlich, schmutzig, lag gerade hier am Straßenrand. „Nun höre, da fällt mir ein," sagte er stammelnd, „ich bade hier noch eine kurze Besorgung im Haus, eine Nachfrage. Wenn die Leute zehnmal gemahnt werden, sie folgen der Obrrgkert nicht. Ich aber bin sehr streng. Wenn du vor- auAgehen willst —" Ueber und über rot, nickte er und lief fast nach dem Kauerhaus hinüber. Mechanisch schritt der Schmied weiter. rf r n b i r . paar Sprünge, und er war geborgen, wir** Gendarmen einen Gefallen, wenn er's täte. Peter Wroblewski würde eine Straße bekommen. Er aber konnte sich über die Grenze retten und mit den Brüdern Kegen. Unschlüssig stand er da. Mit Juschu, das hatte ihm hoch einen Stoß versetzt. Er war nicht mehr der Ungebeugte, Rresenstarke. Aber wenn er wieder kämpfen konnte —! Ö * T Waldsaum ein Mann auf. Ein Buck auf dre Chaussee. Er kam rasch herüber. „Kuba Boroduik!" schrie der Schmied auf. ^Bm's, bin's! Ist die Straße frei? Immer durch die Wälder durch bin ich gelaufen, so komm' ich von Wreschen. Wer will mir was tun. Käme ich Von der Grenze, müßte ich von der andern Seite kommen." } .. 4' U r nb lt S rum bist du hier? Nach dem Siege? Wo sind die Unseren?" ' „Nimm einen Schluck vorher, besser ist besser! Ich habe dir gesagt, bald ist die Reihe an diesem, bald m In diesem Augenblick tauchte die Helmspitze des Gendarmen auf. Mit einem Fluch sprang Kuba Boroduik über die Aecker dahin. „Red' !" rief ihm Michael Laskowicz nach. Er hörte nicht. Eine Minute später war er im Walde verschwunden. Langsam kam Peter Wroblewski näher. „Da bist du ja! Bist nicht weit gegangen!" Der Schmerz' prägte sich in seinem Gesicht aus. Schweigend, fast gebückt, ging der Schmied neben ihm. „Ich will nun die Freiheit nicht mehr!" sagte er still. „Es tut mir weh um die Welt!" Er sprach kein Wort mehr brs zu semer Einlieferung ins' Gefängnis des Kreisgerichts. Nrir die Hand gab er dem, der ihn abgesührt. Wie der Gendarm zurückkam, wußte er nicht. Aber kaum hatte er die Tür seines Häuschens geöffnet, als die Trompeten stimme, die nur darauf gewartet hatte, zu schmettern „Bist du da, Häbuchen? Wagst mir noch unter die Augen zu treten? Wo du Schandmaul mir aus dem Kirchhof — Psra krew, ich will dir zeigen, ich witt's dir eintränken!" „Ruhe, sagte Peter Wroblewski. Er nahm mechanisch den Helm ab, hing das Gewehr am Meinen auf. „Ruhe, Ruhe! Warst du ruhig auf dem Kirchhof? Warrmr sollte ich weg? Warum sollte ich nicht zusehen, wie du deinen Freund und Saufbruder ins Kittchen führst? Schone Fremrde, ha, das ganze Dorf —" ^Weibsstück!" Ein rauher, gurgelnder Laut. M-bermaurtt von Witt und zormgem Schmerz, sprang er wie ein Rasender aus sie zu, packte sie, daß sie ausschrie, hob sie hoch, schüttelte sie mrt furchtbarer Gewalt. „Weibsstück!" Kein Wort weiter. Aber es hieß: Wenn du noch eine Silbe redest, erwürg' ich dich! Sein mißhandeltes Herz schrie. Das Schreckliche, was PE ccl^ e au f kent qualvollsten Gange seines Lebens', schaffte sich einen Ausweg. Und während er mit wut- und wehverzerrtem Gesicht in das der Frau blickte, die er noch rmmer wre eine Feder hochhielt und grimmig schüttelte, liefen ihm schwer ein paar Tränen aus den krampfhaft aeöff- neten Augen. ö 11 . * ? ie Ästige Spätzin heulte, zu Tode erschrocken, dann bat sie, flehte ste^Er hatte gepackt, als wollte er ihr die v^beischlich?^^ ba§ bet f0nf - °n ihr M^Enung /ieß nach. Er setzte bas Weib ans den Boden. Wre ein geschlagener Hund floh die Pani Jadwiga in Ecke. Ans und ab, auf und ab, mit keuchender Brust, ging der Fußgendarm. „Raus !" kommandierte er dann Mit leisem Wrmmern machte seine Frau, daß sie ins Schlaf- gemach kam. Dort weinte sie noch lauge. Peter Wroblewski börte es gar nicht. Er starrte in die Nacht. Sein Hanskrcnz! 2« "ÄS"“' *' d--»»- «- (Fortsetzung folgt.) von der Schönheit unserer Heimat. Bon Regievungsbaumeister Seeger. (Fortsetzung.) « Wmn wir an den Ufern der Lahn nach altehrwürdigen Bau- denkmalen UmsckMr halten w ragen aus der Menge das Schönen ^Kirchen hoch empor: St. Elisabeth in Märburg und die Dome rn Wetzlar und Lrmbnrg. wrs noch ein mittelalterliches Städte- o 0 , m dcm eme Kirche so königlich stolz als Krone eines herrlichen Landschaftbildes thronte, als der Limburger Dom auf seinem steilen Lahnfelsen. Bon der alten Brücke gesehen, spiegelt der Fluß m wundervoller Harnwnie den siebentürmigen Kirchenbau; ein $öüb, in dem Natur und Kunst so miteinander verwoben sind, daß man sich erst besinnen Muß: das hat ein Menschenhirn vor 650 Jahren komponiert, da hat ern Künstler die Natur, in ihrer Sebön- heit sie steigernd, sich untertan gemacht. uns nun die Kunstwissenschaft über diesen Ban? ™ & r o er v e x Halste des 13. Jahrhunderts ist er entstanden. Es war die Zeit der auf der Höhe der Entwicklung angekommcnen romanischen Kunst, die aus Nord-Frankreich die ersten gotischm Anregmchen empfing. Hier m Limburg trat die neue Konstruktious- M mit der altbewährten UeberliHruug befruchtend zusammen. Uebergaugssttl hat man diese Knust getauft Mw ^ eigentliches Wesen? Die romanische Kunst hatte es geleimt, das Hochschrsi, sme die Seitenschiffe mit stemernen Gewölben zu uberspamien. Hier in Limburg hat man dieses Geiwlbe schon so gemeistert, daß mau in sechsteilige Gervölbe tragende Rippen euispannte und her Gewölbelast durch sie den ttasen^u Pfeiler wies. Also nicht die ganze Außenwand wurde durch drc steinerne Decke belastet, sondern nur einzelne aus- 83 vewäHlte Punkte, die mmx durch Pfeiler verstärkte. So treten hier «unr erstenmal, kaum über die Dächer der Seitenschiffe sich erhebend, Strebepfeiler auf, die von der Hochschiffmvuer die bedrohliche Gewölbelast durch steinerne Brücken (Schwibbogen) über die Seitenschiffe hinweg Kur Außeiimauer und ihren Pfeilerverstärkungen leiten. Fürwahr ein kühnes Beginnen: drückende Gewölbelasten schräg über die Dächer hinweg dahin Kn lenken, wo sie wibedenklich aufgefangen werden können. Doch diese Lastverteilung Ist eben erst «aghast gewagt. Der sich entwickelnden Gotik war es Vorbehalten, im nächsten Jahrhundert dieses System bis zur Virtuosität auszubauen. Sonst steht Limburg mit seinen Anschauungen noch ganz in ^^^'isch bewegten rheinischi-romanischen Baukunst. Noch nn echt vomanischen Sinne ist der mächtige, alle Bruder überragende Brerwrgsturm, der als stolzes Wahrzeichen Über dem Schnittpunkt der Lang- und Querschiff-Dächer sich erhebt, ^sonders die Chörau sicht, wenn man vonr Osten der Kirche auf schmalem Weg zwischen Hang und Fluß sich nähert, da baut es sich über Felsen, Mauern, Dächern mit wundervoller Steigerung der Massen. tzU eurem Bild ganz seltener Monumentalität ans. Um die Kich-nheit dieses! Entwurfes zu erfassen, müssen wir im ^^u^^E^.blNMal Umschau halten, worauf ruht eigentlich dieses machttge steinerne Achteck des Vierungsturmes? Ja es scheint in ro benn unter ihm weitet sich gerade der freiste Raum. Doch es spannen sich hoch oben im Gewölbe von Bogen zu Bogen schräg yerübergeschwungene Gewölbegnrten, so daß, sie zinammen ern Mteck schließen. Auf dieses freischwebende Fnnda- p^r 600 Jahren der Meister seinen Hauptturm ! «FN ihm war denr Künstler, der die Schöuheitsform erfand der ^nburttF. Er kannte noch keine Eisenträger, iwch Beton, aber ^seinen ^ kühnen Mauer bogen konnte er vertrauen. j}V g m verfolgen, wie an denr Bau die alte ^n.ttraditron mit der neuen St rl so rin in unentschiedenem Kawpfe ^ven Stockmerktürme trotz aller romanischer im re ? tm Stocktoerk mit mächtigen Mustern srch offnen, !UNl dann aber doch vom schweren Falten-Dach der Brsmvfsmutze abgedcckt zu werden form h/r Ü/r m ^werk entstanden das mit seiner Gesamt- tp.^ühon-rach^^elagerten Hauptmaste, durchaus im romanischen KunstgefuU wurzelt das aber — ob widerstrebend oder nngelenkt r -, 0 hie ^tischen jErungenichaften zu benutzen sucht Mit sicherem Geichmack sind beide verschmolzen. Der Tom ist in die t hme-rugebaut. Staunend Essen wir den unbekannten Mleifter bewundern, der uns em Bauwerk schuf, das Bilder von hoch)tem Malerischen Reize bietet, -van ivelcher Stelle wir es anck Achten MEN. Einer riesmlMen Plastik gleicht der Bau !, • • r a /- C; ‘ kühn und docn harmonisch schließt sich seine Uinriplinie. Umwan.dere einmal in einer Mondnacht den Bau E irlrtfÄZ" 11 NU ungewissen Lichte zurücktreten und nur der geivaltige Sckmttenriß sich gegAr den Himmel türmt, wn zu ermessen, welch cm BrlohaUergenie diese Massen formte! Wandern irrr nach Marburg. In der Elisabethen-Kirche ler- ist^der^Lttn^ ^'Men, der nur wenige Jahrzehnte jlmgeö T^^"rger Doin und ichvn ern ganz anderes, völlig gottiches Gepräge tragt Vier.Jahre nach dem Tode der heiligen Elr,abeth wurde ^235 die Kirche begonnen und 50 Jahre später in.^^?bt. Die ^urme allerdings ersor-dern noch viel Arbeit und den 1860 alv vollendet gemeldet. Wie erklärt sich bei solchen W n Ä m s aClt danken, die doch auch räumlich uicbt allzri- derartige Verschiedenheit alles öffentliche Bauen zurückhaltend ko Iller vattv ist. Im „nnsteren Mittelalter" beruhigte man sich kemes- S™ 11 , den erreichten mxch so großen Erfolgen, sondern sucht imme. wieder das Belfere an des Guten Stelle zu setzen. Die modernste Richtung war die allgenreine Losung f J’tatt in Marburg einem Architekten der; Kirchcnbanl anmttiant, der offenbar rn der Welt herunigekonimen war und b'e neuesteii bederltendnr Bauten kannte. Bon diesen machte er sich einzelm^Beffpttle.^^ 3/ ^ ° V ' U unmittelbare Anlehnung an t™rÄS? IU ^ zeitgenössischen Kircheuban und die alten, auf römischen Funoamenten errichteten Gotteshäuser ?uucn geleriit Au der glanzenden Schönheit der Drei-Choran-i lagen hatte er sich begeistert. Zn seiner Zeit stand in. Köln schon die Kirche St. Maria auf de'm Kapitol, St et % rtui >oareu im Bail. Gemeinsam ist daß ie Nicht nur wie von altersher üblich, den Altarraum das Chor als Rmidmsche oder vieleckig schließen, sondern mit der AK" reizvollen Forin auch die Querschiffe. Es empfängt der Beschauer, wenn er nch um Mittelschiff der Vierung nähert, einen ungemein Malerischen, dabei echt kirchlich-feierlichen Raumeindruck, der an orientalische Kuppelbauten leise geniahnt. Aber nicht nur diese Feinheiten der Kölner Kirchenbaukunst hatte er in sich verarbeitet. Lhuck) in Westsialen lernte er eine landes- eigeutunulche Konstruktion von besmrderem Wurfe keiincn. Dort baute man seit langem schon H a l l e,n-Kirchen. Der Eindruck der trotze und Erhabenheit des Gotteshauses wußten die Westfalen zu steigern, indem sie hie Seitenschiffe, nicht wie sonst allgemein üblich, Nur aus halbe Höhe führten, sondern mail ließ sie gleich hoch mit denr Hauptschiffe aufsteigen: hie ganze Kirche wandelt sich in eine Riesenhalle, deren Mwölbe von freistehenden Pfeilern getragen in gleicher Höhe über dem ganzen Raume schweben. Me diese Eindrücke hatte er in sich geklärt und wollte nun in seinem Werk Drei-Ehovanlage und Hallenkirche zu ein ein noch freiereil, herrlicher en Raume rsolge veröttidcu. Meisterlich ist es ihm gelungen. Er hatte Phantasie genug, um mit den aller modernsten Konstruktionsmitteln — der in Deutschlaiid erstmalig, sicher und bewußt vertvaiidten Gotik — einen neuartigen Kirchen rau in zu schaffen, der künstlerisch verarbeitet das beste seiner Vorgänger in sich trug. Eine für ewige Zeiten vorbildliche Leistung, wie nian der Vergangenheit Kunst zur eigenen Weiterentwickelung gebrauchen kann. Was Du ererbt von Deinen Vätern Erwirb es, um es zu besitzen. Der Unbekannte Marburger Künstler hat den Sinn dieses 500 Jahre später geprägten Wortes vollauf erfüllt. . Sehen wir uns nun dieses frühgotische Erstlingswerk näher an. Tie drei Schiffe ; bc§ Langhauses sind zwar gleich hoch, jedoch ist das Mittelschiff durch die doppelte Qnerschiffbreite ausgezeichnet. Auch die Dachsorm läßt das so im Raum gekennzeichnete Hauptschiff noch durchklingen, denn nur dieses trägt ein durchlaufendes Dach, während für die Seitenschiffe sich große Dachgauben — der Zahl der Joche entsprechend — vom Hauptdache loslösen. Dadurch, aber bleibt denr Ganzen das Zierlich-elegante erhalten, das ja die Basilikabauten anszeichnete, nx> auch über dem Hochschiff eim Hauptdach durchlänst und die niedereil Seitenschiffe nur au die Hochwaird angelegte Pultdächer bekavielr, wie >vir es in Limburg sehen. 200 Jahre später, als in spät-gotischer Zeit die Hallenkirchen über alle ^große Mode" wurden, führte man über die ganze Breite der Schiffe hinweg ein gemeinsames Dach hoch, das ungeheure Maße annahm und schwer und beherrscheird über denr Baue stand: immer monumental, aber auch oft klotzig, brutal. Die frische Zierlichkeit, ohne kleinlich zu werden, ist gerade das Wesen der Elisabethenkirche. Sie rundet sich mit den drei Choren, wie sie aus fünf Seiten des Zehneckes sich schließen, sie lauft mit den Umgängen zwischen den Strebepfeilern durch, sie steigt mit den wohlabgewogenen Stockwerken die Türme hinan: nirgends ist ein zu viel oder zu wenig. Allerdings wenn wir an Limburg zurückdenken, so ist die Silhouettcnwirkung nicht mehr allseitig igleichwertig. Das lag rmn einmal im Wesen des neuen Stiles, der die Wahrzeichen der ! Haupttürme als Denkmal des eigenen stolzen Könnens immer höher aufschließen läßt, ohne Rücksicht, ob die reine Seitenansicht der Kirche dadurch ettvas Unausgeglichenes, ein Uebergewicht nach der Turmseite bekonimt. Der Gotik galten neben dem reichen Chor als Hauptschau feite die ins Unendliche aufstrebenden Westtürme. Dort hält die enge mittelalterliche Straßen ßührung einen Play frei, wenn sic auch off den Bürgerhäusern gestattet, sich bis an die Fensterwand der Seitenschiffe, an die Flanke des Gotteshauses heranzudrängen. Hier in Marburg ist die Lage der Krrche durch ihre allzu ttefe Lage nicht eben glücklich, wie auch der freie Raum gerade von den Türmen sehr beschräntt ist. Umso schöner aber gestaltet sich der Blick dem neuen Straßenzuge, der uns sckwäg aus die Chorcmlage zuführt. Bon dort erschließt sich uns das Bild, in vollcnrdcter Harmonie, die Türme überragen die Dächer, ohne sie zu erdrücken, die Pfeiler der Zehücckchöre ziehen in den verschiedensten Stellungen an uns vorüber, und der mächttge Bannt vop dem Seitenschiff gibt uns ^inen vorzüglichen Größenmaßstab. Wenn auch die neueren Bauten in der .Kirchennähe ttotz aller äußerlichen StittrachahMUUg in kein rechtes Verchälttlis zu ihrem Unerreichten Vorbild kommen können, so öffnet sich dafür manch schöner Blick zwischen den altere, so schlichten Ordensbauten, die um die Ehorseite ziehen. Betreten wir das Innere der Kirche, so sind wir zunächst enttäuscht über die Nüchternheit, die uns umfängt. Aber den allen! Meister trifft keine Schuld; ich glaltbe, er drehte sich im Grabe um, werm er -ahnte, wie Mau seinen Kirchenranm durch dm himbeerfarbenen Ansttich entstellte. Weiter ist für die Raumwirkung der lettnerartige Aüfbcui störend, der das Langhaus von dem Ehorban ttenut. S^erade aus den letzten Jocherr des Mittelschiffes heraus wäre der Blich nach den 3 Chören besonders eindrucksvoll gcn'orden. So aber müssen wir uns durch eine Pforte im Ncbenschiff drängen Und komuun seitlich iu den Nordchor, u>o wir tropfenweise die, Schönheit genießen, die wir lieber mit einem weiten Blick umfaßt hätten. ,® anu . mmi überhaupt betrübliche Studien machen, wie der gute Wille bec der letzten Wiederherstcttung doch nicht cnlfentt ansrelchte, utn einen befriedigenden Zustand herbeizufüh'ren. Man vergleiche du wundervolle vomehme Farbenpracht der Glasfcnster rm Attttclchor — cs siiid noch die unttelaltmlichen — mit den trotz ?'• l V- beivaltfameli Bimtheit faden Nachbildungen, die aus die feierliche Doppelreihe der Laiidgrasen-Sarkvphage hernnterblicken. /ines werden wir trotz aller iiachttäglich eingeschliche- nen .'.'Egel doch empfinden: hier tvar ciu Meister am Werke, der im au fft erg enden ittrd zu Bogen sich lschwingendnr >Lteiu alle konirrultiveii Schtv-ierigketten des neueii gotischen Stiles ilicht nur überwand, soudenl sie sich dienstbar inachtc, mit einen Raimi vvn solch freier Leichtigkeit M schaffen, daß eineur das Gefühl bet Schwierigkeit der Herstellung überhaupt nicht kommt. Die Korn- Mikti-on ist so gemeistert, daß. mir nur Formenschbnheit sehen. Manche Einzelheit wird den pufvrerksamen Beschauer noch erfreuen an Grabmälern und Mtarbildern, an uralten Gobelins, wie sie ln der Dunnkapelle die Wände schmücken, und noch zuletzt der berühmte Schrein, der die Gebeine der heiligen Elisabeth aus^unehmen Mit aller Kostbarkeit der Zeit mlsgestnttet wnrde. Marburg bietet noch viel des Schönen, Und wer die gotische Kirche gesehen, lasse sich oben auf dem Schlosse den nur wenig! jüngeren Bruder der Proferrbaukaust zeigen, den großen Rittersaal. Es ist doch lehrreich und gegen manche Schulbücherwetsheit, daß gerade in der „kaiserlosen, der schrecksickMn Zeit" und der sie heranfbeschwörenden reichspolitisch so trüben Epoche, hier an dep Lahn sich solche .'Kulturdenkmäler ungestört entfalten konnten^ Denn auch erst zu Kaiser Rudolfs glücklichen Regierungstagen die Kirche geweiht wurde, so hatte man doch schon Jahrzehnte emsig daran arbeiten können. (Schluß folgt.) Gold. Zwei besonders interessante Unterabteilungen zeigen die Trachten knöpfe und die exotischen Knöpfe: weiterhin sind auch Münzenknopstz, Uniform- und sonstige Berufsknöpfe zu sehen In tachnvlogischen Mteilung kann man die Verstellungsweise aller Knopfarten kennen lernezr, und man erDtt, daß die hierzu! verwandten Rohmaterialien sowohl dem Mineralien-', wie dem P stanzen- und Tierreich entstamuren. Tiefes in seiner Art ohne Beispiel dastehende Museum bildet also so-wvhk vom industriellen wre vom kulturhistorischen Standpunkt eine Emmgenschast von nickt zu über seihendem Wett. 'Der rechte Mann am rechten Platz. Wie dieser m der Kriegswirtschaft so wichtige Wahlspruch in Frankreich ver- wirkltcht wird, zeigt eine Liste der Abteilungsvorsteher einer großen französischen Kriegswerkstätte. Der Vorsteher der Maschtnenpressen ist ein Konditor, der Vorsteher der Zementabteilung ein Farbenhändler, der Vorsteher der Metallabteilung ein Blumenhändler, der Vorsteher der Bombenabteilung der Besitzer eines Spielzeugbazars und schließlich der Gewaltige in einer Patronenabteilung ein früherer Fahrradbote. * Ein neues d eutsches Naturschutzgebiet. Ueber ein neues Naturschutzgebiet in Deutschland liegen jetzt zum ersten Mal nähere Angaben nach den Untersuchungen sachverständiger Gelehrter vor. Es handelt sick um das Gebiet der Kerspetalsverre, das auf Anregung des Leiters der staatl. Stelle für Naturdenknvalpfteg« in Preußen, Geh. Rat Conventz, und des Düsseldorfer Regierungspräsidenten Dr. Kruse von der Stadt Barmen zum Vogelschutzgebiet bestimmt worden war. Innerhalb dieses Gebietes wurden zwei Teile vollkommen unberührt gelassen, die also ein Naturschutzgebiet im besten Sinne darstellen. Da das betreffende Stück Land künstlich bedeutende Umformungen erfahren hat, indem ein Stausee von 155 Hektar Oberfläche gebildet lvurde, der die natür- liche Entwicklung des angrenzenden Landes merklich verändern muß, stellt das neue Naturschutzgebiet also tatsächlich eine Att terra in-- cognita inmitten Deutschlands har. .Nunmehr wurde die Erfor- tanma dieses Naturschutzgebietes .ins Wieck gesetzt, ,das. an dem Stausee gelegen, 2000 Morgen umfaßt imb durch eine seit Ende 1014 bestehende Umzäunung vor jeder menschlichen Beeinflussung bewahrt ist. Nach deu Mitteilungen des St. Hubertus enthält das Gebiet Mischwald mit eingesprengten Rodungen und kleinen Wiesentälern. Vertreten sind NadelMzer, wie Fichten, Kiefern, Wacholder, Laubhölzer, wie Rotbuchen, Birken, Eichen, Eschen, Erlen und auch einzelne Exemplare der Stechpalme. Im Unterholz sind vor allem Hollunder, Schneeball, wilde Kirsche und Geißblatt zu nnuren, Nach den nunmehr angestellten Untersuchungen sind in dem geschilderten Naturschutzgebiet Pflanzen, die im Bergischen Land bereits selten zu werden beginnen, wieder häufiger geworden, so dekr.' Siebenstern und der Bärlapp. Das Vorhandensein teilweise abgestorbener Bäume bietet viel Nistgelegenhetten für höhleubttttonde Vögel, auch für die Jnsektenwelt sirid viele Schlupfwinkel vorhanden. Nach deu Untersuchungen durch den Elberselder Pastor Löhr wird dieses Naturschutzgebiet sich mit der Zeit in ein Vogelparadies von außerordentlichem Reichtum verwandeln. Auch von der noch nicht ganz erforschten niederen Tiw- und Pflanzenwelt ist wegen des Moosreichtums viel Gutes zu erwatten. Hinsichtlich der Insekten lauten die Mitteilungen des untersuchenden Professors Schmidt ebenfalls sehr günstig, so wurde der vorher sehr selten gewordene Spanner wreder in großer Zahl festgestellt. Demnach ist dieses neue Naturschutzgebiet in Deutschland sowohl für die Fauna als auch auf dem GÄiete der Flora als äußerst wertvoll anzusehen. - E i n Kno p f m u s en m. Daß die Sammlung auch verhält- nißm ästig kleiner und ans den ersteil Blick hin iminteressant erscheinender Gegenstände von mannigfachem kulturgeschichtlichem Wert sein kann, wenn genügend weit zurückreichendes Material vorhanden ist, beiveist das Kiwpfinusenm, das in Prag von dem bekannten österreichischen Kuopsindustriellen Heinrich Waldes errichtet wurde. Wie der Begründer selbst im nächsten Heft der bei der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart erscheinender Zeitschrift „lieber Land und Meer" ausfühtt, stellt der von Wissenschaftlern Nnd Museinnsfachleuten geprüfte Inhalt des Museums die Ergebnisse langjähriger und sorgfältiger Sammeltätigkeit dar. Das Museum ist der Hauptsache mach in eine kulturhistottsche und eure leckrwlogische Mtellung gegliedert. In der kulturhistorischen Abteilung sind die verschiedenartigsten Kleiderverschlüsse, in der überwiegenden Mehrzahl Knöpfe, vom folkboristischen imd historischen Standpunkt gesammelt, so daist die Entwicklung des^ Knopfes, aus seiner Urform — dem Knoten nnd Knebel — et^peir- weise gezejat wird. Man sieht auch Nadelverschlüsse, aus deirenj sichl die Fibel und im Anschluß hieran die heute überall bekannte Sicherheitsnadel entwickelt fyit. Dieser an praktischen Beispielen .dargetanen Entwicklungsgeschichte ist eine überaus reiche Sammlung der eigentlichen Knöpfe angegliedert. Sie reicht bis in das Jahr 2000 v. Ehr. zurück mit altägyptischen Knüpfen, und zeigt dann in geschichtlicher Reiffeiifolge die Knöpfe aller in Betracht kommenden Epochen. Tie kulturhistorische Abteil mag zeigt an Knöpfen und Bildwerken die höchst interessanten Beziehungen zwischen den Kleiderversch'lüssen und den jeweiligen Moden. Es gibt hier Knöpfe aus den verschiedensten Materialien wie Eisen, Silber, vüchertlsche Fritz Reuter: Eine heitere Episode aus einer traurigen Zeit. Nr. 6 der ^Weltliteratur", die zum Preise für 10 Psg. in jeder Buchhandlung erhältlich ist. Verlag der „Weltliteratur-, München 2, Färbergraben 24. — Velhagen & Klasings Monatshefte über- raschen den Leser auch in dem eben erschienenen Februarhefte durch reichhaltigen und abwechslungsreichen Inhalt. Zuerst ins Auge fällt ein langer, reich illustrierter Aussatz über das U-Boots-Leben. Wer würde ihn heute nicht zuerst lesen, wo jeden Tag die Zeitungen von den Taten unserer kühnen Unterseeboote berichten. Man verschlingt die launigen Schilderungen des jungen Marineoffiziers in einem Zuge und erlebt die Freuden nnd Leiden der wackeren Seeleute bewundernd mit. Diese Plaudereien lesen sich interessant wie em Roman. Ebenso interessant ist ein Aufsatz von Fedor v. Zobeltitz über den Niedergang des französischen Geistes, der eine kleine Blütenlese der überspannten Haßausbrüche unserer Nachbarn im Westen bringt. Diese zuweilen fast an Wahnsinn streifende» Folgen einer KrtegSphychose geben zu denken. Ebenfalls an die Zeit klingt an ein Aussatz über deutsche Kriegsschaumünzen von Geheimrat Menadier, dein Direktor des Berliner Münzkabinetts; man staunt über die große Fülle prächtiger Medaillen, die der Weltkrieg hervorgerufen hat. Der Kunstfreund wird sich einen großen Geldbeutel wünschen, um all diese entzückende« kleiuen Kunstwerke kaufen zu können! Noch in einem zweiten reichiNustrierten Altssatze dieser Nummer von Velhagen & Klasings Mouatshesten kommt die Kunst «i Worte, und zwar über den eigenartigen Wiener Maler Hans Pellar, der in Darmstadt mit großem Erfolge wirkt. Gehaltvoll und abwechslungsreich sind auch Prof. Seecks Betrachtling über die Geschichtsschreibung als Kunst und Karl Streckers warmblütige Schilderungen aus den Berliner Theatern im dritten Krieaswinter. Die Freunde edler Erzählungskunst endlich werden an den Beiträgen von Julianne Karwnth, Ferdinand Künzelinann und Kurt Münzer viele Freude haben. Schach-Aufgabe. Von G. C h o ch o l o u s - Prag. Weiß. Weiß zieht an und seht mit dem dritten Zuge matt. Auflösung in nächster Nummer. .Auslösung des Anagramms in vottger Nummer: ^ange — Insel — I^eim - Seil — Oberon - Aotar. Wilson. Tchristleltima: Fr. R. Kenz. — Zwillingsrunddruck und Verlag der Brühl'scken Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.