Königsträume. Roman von Karl Buffe. (Naruck verboten.) (Fortsetzung.) >,Wer hat den Wenzel gebunden?" fragte er. „Der Deutsche! Und Kuba hat geholfen." Und ihr habt nicht zu mucksen gewagt, Freunde," höh.-.ce Michael Laskowicz. „Ruhig habt ihr zugesehen, es ist ein Staat mit euch!" Die Blicke senkten sich. „Der Baron hätte reden niedergeschlagen," sagte endlich einer. „Er war wre ein nnldes Tier!" „Wilde Tiere läßt man nicht laufen," lachte der Schmied wild. „Aber vorbei ist vorbei. Und was nun? Was wollt ihr?" „Den Wenzel befreien, und wenn wir das Haus anstecken müssen!" , „Psia Krew, ihr rennt euch an den Mauern nur die Köpfe ein! Erst habt ihr keinen Laut gewagt, und nun wollt ihr blindwütig drauf losgehen!" „Dann gib uns einen besseren Rat, Schmied!" „Gut Ding will Weile haben! Die himmlische Weisheit habe ich nicht gepachtet. Doch erlaubt mir eine Frage: Als ihr gestern aus der Kirche kamt, wußtet ihr auch nicht, was ihr tun solltet! He. Brüder, wo kam uns da die Erleuchtung? Draußen in der Kälte?" „Nein, "riefen mehrere, „bei Biskupski." „Narren!" höhnte der Schmied. „Biskupski her, Biskupski hin. Ohrre Magenwärmer hätten wir nichts vermocht. Er macht den Kopf hell und den Geist rege. Versteht ihr mich? In der Schenke wollen wir wieder beraten, und Gott wird unfern Verstand erleuchten!" „Teufel ja!" flichte Johann Kohalyn. „Er hat das richtige Wort. Jedoch, stellt mich auf den Kopf, Brüder, ich will daliegey wie Wenzel Smilicz, wenn ihr ein Geldstück klappern hört!" Michael Laskowicz reckte sich auf. „Ein Schuft, wer seine Freunde verläßt; habe ich euch geraten, dem Ketzer zu trotzen, so helfe ich auch tveiter! Hört mich an: noch habe ch zu tun. Doch kommt um elf in den Krug, alle, wie ihr da seid! Was ist da zu reden: Gebt miv die Ehre als meiire Gäste! Dann werden wir weiter sehen!" „Hoch Michael Laskowicz!" scholl's von Mund zu Mund. Johann Kohalyn warf seine Mütze vor Freude in die Höhe. „Ein Mensch bist du, Bruder, ein Gesegneter Gottes! Verlange, was du willst, wir folgen dir!" „Bei allen Heiligen, wir folgen dir!" tönte es begeistert im Kreise. „Nun, nun," wehrte der Schmied ab, „das findet sich alles. Ich danke euch! Aber eins noch müßt ihr mir versprechen: Bis elf haltet ihr euch ruhig! Geht nicht zurück auf den Hof, sondern geht spazieren wie freie Leute. In der Schenke treffe ich dann mit euch zusammen!" Sie hätten ihm in diesem Augenblick alles gelobt, denn seine Ruhe und Sicherheit erleichterte die Herzen, die bei dem Gedanken an die Zukunft schiver wurden. Als sie abgezogen waren, schüttelte der Schmied den Kopf. „Sie werden die Zeit nicht erwarten können," brummte er. „Die Heiligen wissen, ob ich sie bis drei Uhr zurückhaltv. Aber ich hab's dem Grafen versprochen!" Laute Stimmen schollen ihm schon von weitem entgegen, als er zur festgesetzten Stmrde sich dem Gasthof näherte. Ein Zank schien ansgebrochen, der die Köpfe erhitzte, noch ehe der Alkohol seine Wirkung tat. Aber als der Schmied einen flüchtigen Blick durch die Scheiben tat, schmunzelte er. „Sie sind bei der Arbeit, sprach er vor sich hin. „Es wird leichter sein, als ich dachte." Mit Hallo ward er empfangen. Fast die ganze Schenk- stube war gefüllt. Außer den Gutsleuten waren ein halbe- Dutzend Freunde da, die sich unter die Knechte gemischt hatten und wacker tranken. Gerade als der Schmied die Tür öffnete, rief einer der Fremden: ,^Jch komme euch ein Gläschen/ Nachbar, obwohl ihr einer der Lutheraner seid, die an Götzen glauben!" „Die Pest an deinen Hals, Hundesohn, wer sagt das?" Die Fremden lachten. „Wer das sagt? Ganz Polen sagt es, mein Lieber. Habt ihr nicht einen Herrn, der euch Andachten hält, obwohl er ein Ketzer ist? Dient ihr nicht dem Deutschen? Haha, ihr seid ein Gespött für das ganze Großherzogtum!" Wütend wehrten sich die Nasgoraer. Immer mehr stachelten Hohn und Spott sie auf. Schon hatte Johann Kohalyn einen Stuhl gepackt und wollte ihn auf das Haupt desjenigen, der am ärgsten höhnte, niederschmettern. Da fiel Michael Laskowicz ihm in den Arm. „Haben die Fremden nicht recht?" schrie er durch das Toben. „Seid ihr Polen? Habt ihr nicht oie Lehren des Ungläubigen mit anhören müssen? Dient ihr nicht dem Deutschen, dessen Brüder cm der 6^renze stehen, uni Polen ganz zu vernichten? Haben die nicht recht, die euch höhnen? Und wer hat euch zum Gespött des Vaterlandes gemacht, Leute? Antwortet mir!" „Der Baron!" brüllten zwanzig Kehlen. „Schlagt ihn tot, den Hund!" „Keiner wagt sich an ihn!" drohte der Schmied. „Meine Rechnung mit ihm ist älter. Mir gehört er!" „Aber Wenzel Smilicz müssen wir befreien, Michael Laskowicz!" „Er rmrd frei, Leute! Ihr kennt mich. Was ich sage, sage ich!" ,Hurra, Michael Laskowicz! Heda, Wirt, die Gläser sind leer! Es brennt in den Eingeweiden wie Feuer!" „Laß es brennen! Feuer ist gut im. Winter. Und e- 42 — Wärmt am «reisten, wenn noch heute der rote Hahn auf dem Schlosse kräht!" Johann Kohalhn umarmte seinen Nachbar. „Bruder," rief er, „wenn der rote Hahn erst die Flügel schlägt, dem verfluchten Ketzer soll es heiß werden! O, Schmied, Schmied, woraus wartest du? Wenn man gefangen ist wie Wenzel Smilicz, rinnen die Minuten langsam. „Worauf warten wir?" schrien auch andere. „Du schmie- best das Eisen, Michael Laskowicz, wenn die Glut drin ist Das kalte kannst du nicht schmieden." Ein mächtiger Faustschlag brachte den Tisch ins Wanken. „Ich habe zehn Jahre gewartet, Leute, zehn , lange Jahre, zehn Sommer, zehn Winter. Und ihr wollt nicht Stunden warten? Trinkt! Wer weiß, ob euch der Magen nicht bald frieren wird. Ich weiß allein, wann es Zeit ist!" Immer wilder wurden die Reden. Man schrie durcheinander, die Köpfe glühten. Eine dunstige Atmosphäre, ganz durchtränkt von dem widerlichen Gerüche des vergossenen Fusels, der die Tische klebrig machte, lag über der Stube. Es ward Mittag. Keiner merkte es, keiner ging. Immer öfter sah der Schmied auf die Uhr. Er konnte die Leute kaum mehr zurückhalten. Sie höhnten schon, daß sie ein altes Weib zum Führer genommen. Die Gefahr lag nahe, daß chre wilde Erregung in gegenseitigen Schlägereien zum Ausbruch kam. Johann Kohalyn war der Schlimmste. „Beim Haupte meines Vaters!" brüllte er, „und wenn keiner mittommt, brat' ich den Ketzer allein!" ^ Da stützte ein, Alter, den der Schnaps weinerlich gemacht, plötzlich den Kopf in die Hände. „O, du hellige Jungfrau.', Ihr Jungen, ihr redet! Steckt das Schloß an, gut, gut? Und morgen sitzen wir da. Wen der Gendarm nicht holt, kann verhungern. Wer gibt uns Arbeit im Winter?" „Schweig', alte Unke!" schrie es von: Schenktisch. „Recht hat er doch!" sagte ein anderer. Plötzlich ergriff diesen und jenen die Angst. Eine Ernüchterung trat ein. Zweifelnd, fragend sah inan auf den Schmied. Doch ehe der etwas reden konnte, sprang ein Fremder auf. , "?enn ihr keine Feiglinge seid," rief er. „so könnt' ich euch ein Mittel sagen, daß ihr den Ketzer verbrennen könnt, ohne daß der Gendarm euch packt, ohne daß ihr Hunger leidet! Kommt dorthin mit, wohin wir ziehen! Was habt ihr Knechtschaft liegt auf euch wie das Joch auf dem Ochsen. Diener seid ihr, und Herren köilnt ihr sein! Kommt At, sag' rch euch, ihr Leute von Nasgora, nach drüben. Wenn thr Polen seid und rechtgläubig, dann folgt uns I" . tiefe Stille entstand. Die Köpfe faßten es noch nicht. Die Lippen regten sich -mechanisch, und mit starren, Mlgen sahen die einen auf den Fremden, die andern auf Michael Laskowicz. Der erhob sich zu seiner ganzen Größe. . „Gesegnet sei dein Wort," rief er wild, „gesegnet an deinen Krndern und Enkeln! Was steht ihr da und habt die Mäuler offen? Wollt chr dem Ketzer weiter dienen, seinen Rock küssen und um Erbarmen flehen? Wollt ihr weiter hungern oder hinter den Mauern der Gefängnisse sitzen? PflaKrew, wer wählt da noch? In die Freiheit, Brüder, hinüber wo das Vaterland kämpft. Die Grenze ist nahe r e ™i? kommen wir hinüber. Und wir stecken ^Schloß als Fackel an, daß eß uns auf dem Wege durch leuchtet! Jch bin der erste, wer folgt mir? D^ K üb« den 5?!" ^ das Schloß von Msgora. lfm SSLIK* 1 ' IMtJtab aufrecht. Die LeidensckM, die lrber auf die andern. Ein Brausen erhob sich. Ein Taumel ergriff die Leute. Lachend und sich "empören fie ^ in ben Armen, zwanzig Fäuste reckten „O Polen, heiliges Vaterland! Wir folgen, Michael Las- kvwicz; zu den Waffen, Freunde, zu den Waffen?' Vergessen war der Baron. Der Frerbeitsrauscki markte die Herzen trunken. Ein Sturm schüttelte die Männer Immer wilder pflanzte sich der Ruf fort: „Zu den Waffen s" Ein Teil stürzte nach Hause. Mit Aexten und Sensen f4fiK B&VSg gg v3n einer halben Stunde also! Und noch eins: Wer dem 3^aulein ein Haar krümmt, steht noch heute an der Himii melstür. Ihr bürgt dem Herrn Grafen dafür." Er hatte sich kaum entfernt, als draußen ein Lärm entstand. Eine hohe Stimme krähte, daß es hell und durchs Engend in die Gaststube drang. Dann schoß jemand vogel- schuell mn Fenster vorbei, und im nächsten Augenblick ging die Tür auf. „Heda, Leute, Gott segne euch! Der Sensenschwuug geht durch die Welt! Hu, wie schneidet der Stahl die Aehren!"- Erschöpft hielt Jan Hebda/ der verrückte Schulmeister, erneu Augenblick inne. „Gebt dem Eichhörnchen zju trinken," lachte ein Knecht, „sonst fallt es noch unr!" Aber der kleine Mann riß die weiße Konfederatka vom! Kopf und sprang wie ein Gummiball auf und nieder. DaS ungeschnittene Haar flog um sein Gesicht. „Trintt ihr selber, Wenns euch gestillt, und derweil marschieren die Brüder, urrd dre Freiheit entrollt ihr Banner, und Jarr Hebda ist ihr Prophet. Ihr jedoch trinkt, als gäbe es nichts Besseres, als! wurde nicht eben Wenzel Smilicz abgeführt, abgeführt von Wroblewskr, der —" ^ .„Eichhörnchen, was sprichst du da? Schulmeister, rede!^ schrren ern paar Stimmen. „Ist das wahr, Fan Hebda?" Ehe er noch antworten konnte, war er mitgerissen. Sein Krähen verlor sich im wilden Rufen der Knechte, die arrs der Tür drängten. Der Nanre Wenzel Smilicz war aus allen Rippen. Jeder wollte der erste draußen sein. Ickten einige chie Dorsstraße gewonnen, als! A^^Ades GesHrer den Nachdrängenden bewies, daß Jan Hebda die Wahrheit gesprochen. Fünfzig, sechzig Schritt Sp cS ^Ä^darm neben dem Gefangenen, dem die Hände aus!hem Ruckerr gebunden waren. Wie eine Sturiw rufend anbcreu hinterdrein, laut seinen Nameir . . ^n Wenzel frei. Pan Wachtmeister, der Himmel ^Znen," rief der erste Knecht, der die beiden erreichte. Er keuchte vom tollen Lauf. den Wenzel frei!" tönte es aus fünf, zehn, rnanm gmn’iSÄc flebUnf€ne 0efid;t de^Gefc-n. (Fortsetzung folgt.) Der Alte Zritz im Liede. (Zum 24 . Januar, dem Geburtstag des großen Königs.)' Bon Heinz Amelung. W°tt L-S.WL8 WMMWD-NLZ WMWMLLZ ß- ist unser MnfLaue--"' Kleist sLfte'"knerst S tf&t Ruck das ihni me paß ende fteinde zierliche Gewand ab rr SSü perab von der weltfremden, luftdünnen Höbe ^ir ^2 ^rte in glühender B-E«rnng mtt 17' lelt ' s bel1 Preußenkönig und sein Herr, --in Bci? Ipiel nß auch die andern rmt fort. Gleim ftmo die Sieber eines preußischen Grenadiers und unvergessen wll feineit Sinngedichten r^r Spruch mir ä “* Si fciiwi ” 1 “ "» «»- ' ÄÄfÄ * 1 * — "» SSÄ**.“ - - - »«Ä St>r f5?fr bC k "Barden Früdrichs" bezeichnte sich selbst Ramler der sich für den berufenen .Künder des Ruhmes seines Königs Welt' S ^ ,m «L e9Te, [ eTt ' ba ^‘ * cne ^eit diesen kunstvoll gebauten ^ b" ^ Sr.oße Bewimderung entgegenbrachte, aber so allgemein Esrftlrcht vor Ranckers Leistungen, daß sogar Goethe die würdige Weise" rühmte, in der hier Friedrich gefeilt Diealten Gottheiten nnd Halbgötter werden in diesen Ge- dichten herbei gerufen, um des Königs Ehren zu erhöhen. Die Verherrlichung Friedrichs bildet den Inhalt der vielen dben Ramlers. _ Sn• fian* anderer Art als diese Kunstdichter brachte Anna Luise Marsch dem großen König ihre Huldigungen dar. Ihre Siegeslieder «rmen aus übervollem Herzen und 'wirkten stark im Volke. Llber auch aus dem Volke selbst heraus entstanden viele Gedichte zuin Preise Friedrichs oder einzelner seiner Taten; auch Anekdotisches Wierde schon damals ur Verse gebracht. Bezeichnend für die allgemeine Sttmmung und die unbedingte Zuversicht, die sich auf den König als Träger aller Hoffnungen des preußischen Volkes konzentrierte, dar. der damals von irgend einem Unbekannten gedichteter! Spott- Vers angesehen werden, der schnell überall Eingang fand und gesungen wurde: Und wenn der große Friedrich kommt Und klopft nur auf die Hosen, Lo läuft die ganze Reichsarmee, Panduren und Franzosen. Auch Klopftock hat Kriegs- und Vaterlandslieder beigesteuert. - - Hessings Mmna von Barnhelm" aber ist der Geist der sride- riziamschen Zett am lebendigsten auf uns gekommen, jener Zeit, der .A. von Maltttz den ..Schicksalsspruch" widmete: i^s rief dem Könige von Preußeri das Schicksal ernst und ... tröstend zu: l^s wird kein Sohn nach Dir sich heißen, doch Dein Jahr- — . . . ^ , hundert heißt wie Tu. Tie)e durch Friedrich II. personifizierte große Zeit hat den Dich- ^^der Stoff geboten!, und die machtvolle, äußerlich so schlichte und doch wahrhast königliche Erscheinung des großen Friedrich, ferne Taten im Kriege, sein Werken im Frieden, wo- m preußischen Staat erst so recht anfgebaut hat, sein, x 1 l *. ä u P et l Untertanen, all die für den Herrscher und den Menschen >o bedeutsamen Züge sind stets in gleicher Weise sur die Dichtkunst anziehend gewesen. Es ist der ganze Friedrich und der. echte Preußengeist geschildert. wenn August Kopisch er- zaW, wie der König, die Lebensgefahr nicht achtend, seine Trup- Pcn im Paradcniarsch durch den Kugelregen führt. ^Vorwärts, lvir müssen hier vorbei, Zonst geht unser schönster Plan entzwei. Parademarsch!" rief der Alte Friß Und ritt ins Feuer hinein wie der Blitz Und stellte sich aus im Kugelregen, Zu sehn, wie die Reih'n sich vorbei bewegen. Den Rücken der Mauer zugckehrt, .. ... _ . Sah er. ob seine Parade was wert." Mntian Friedrich Scherenberg schildert den König nach der Nied^lage von Kolin. Otto Friedrich Gruppe dagegen den Sieger von Rotzvach: „Zwei Stunden, da war die Reichsarmee Und die Franzenarmce zerstoben, o weh, Von einem Häuslein geschlagen! Durch Mut geschlagen, doch allermeist Durch König Friedrichs großen Geist — , .Davon man immer soll sagen!" ' Ww Goethe auf seiner Reise in Italien nichts davon zu sagen wagte, daß der dott auch schwärmerisch verehrte König gestorben war so tönt uns em Nachhall von Friedrichs Weltberühmtheü in Ka'l von Holters' Der Preuße in Lissabon" entgegen, wie der alte I.cttclbcck in Portugals Hauptstadt ein Bild seines Königs sieht, das viele Portugiesen staunend umstehen. Gar tief ergriffen scheint der ganze Kreis. T-a safiet unfern Nettclbeck der Sturm; Fhm pocht das Herz, so druckt er selbst sich aus. Und hämmert ihni gelvaltig in der Brust. Da stürzt er vor und sinkt denk Bild zu Füßen; Gebrochue Sttmmc. Auge voll von Tränen, Gcfaltne Hände, liegt er auf dem Boden Und jauchzet auf: „Ja, preiset ihn! ist mein König. Ich bin auch ein Preuße! Und v>ubel tönt durchs Zelt, und jeder drängt AK näher hin, den Preußen anzuschauen. '^nnd, beneidet ihm den König, Doch Nettelbeck geht stolz zum Zelt hinaus. Umdrangt vom Volk, läßt seine Augerr leuchten. Arni, wie er ist. tm tiefsten Herzen reich, ptm = >. ."0 murmelt nur: „Ja, ich bin auch ein Preuße!" ^as preimnche Heer und ihr Führer Friedrich — das war in der fr inö ÄT- mai voneinander zu trennen; und GiÄ? A! allen. Kriegs- und Soldatenliedern jener Zeit die mlmnukb ** Ö * im Untergründe, auch rocnn er nicht ge- mnfjrm Hriedencus Rex, der große Held. Kam siegreich aus dem Kriegesfeld. Und wenn er durch die Straßen ritt, . So liefen alle Kinder mit. baLy« 1Ü der Wnrg dre Ueberniüstgcn zurückscheucht und in die 8* ÄS Bt äÄ.)w« ~ , ®gjg?K& ^tteglitz schildert die Szene, als der König eine Schmähschrift auf fich niedriger hängen ließ, damit sie das Volk besser lesen könne, worauf dies heimging „und sprach wie sonst begeistert von dem guten Alten Fritze". Er hat nicht ganz unrecht, wenn er von dieser Geschichte meint: ^.Die ist klein nur und unscheinbar. Doch die kubnsten Schlachtberichte Zeichnen nicht den Helden größer . das Buch der Weltgeschichte. "*^oer charakteristisch ilt, was Hugo von Blomberg, auch ein ^äx^^/o^^udichter, vom König erzählt. Abgesandte einesl n \ d i Sans,ouci, um zu danken für die reiche, unerwartete HUfe aus schwerer Feuersnot. Da stand er mit der Krücke, L>o hager und gebückt. Was hat in seinem Blicke Sv dcmanthcll entzückt? Er sprach — es klang wie Zanken Das kurze Wort beinah: „Ihr habt mir nicht zu danket!. Denn davor bin ich da!" I«r., des grohen Königs zu Berlin im August sagendes Gedicht"^eder° ’ em 8erabe i'W «ns viel Bist endlich da! Gott sei's geklagt. Hast lange warten lassen; Nun lehr' uns wieder unverzagt Den Feind beim Schopfe fassen, Den Feind in Ost, den Feind in West, Die Feinde drauß' und drinnen. Zerreiß', die Netze dicht und fest. Womit sie uns umspinnen. Dann legt er dem Könige die Worte selber in den Mund: . . . Mein war der Mut, Dies Preußen aufzurichten. Es tut nicht gut, es tut nicht gut. Solch' Zagen und Verzichten. Wohl angesichts von meinem Schloß Mag ich hier droben wohnen. Doch gilt's mein Volk — mit Mann und Roß Emschmelzt mich zu Kanonen. Wohl thron' ich hier auf sichrem Sitz, Mein Schimmel selbst ward erzen. Doch sichrer thront der Alte Fritz , Sn allen Preußenherzen. Wilhelm Ribbccks Wunsch aber ist herrlich in Erfüllung gegangen: Zu allen Zetten schirm' er Preußens Ehre B Von seinem Sternensitz; L"b s°ht's zum Kampf, dann n,h' auf seinem Heer« Der Geilt des Großen Fritz. füttern des Geflügels im Winter. Dem Kleintierzüchter erwachsen jetzt manche Sorgen in der Er- Kn'ngssrage feiner Tiere .Die praktische FrauenzLschrift „Dies Blatt gehört der Hausfrau rat chren Leserinnen, um ihren Pfleglingen über den Winter hinwegzuhelfen, folgende Gebote zu beach- tcn: 1 Futtere nach der Uhr und nie mehr als die Tiere zu fressen vermögen. ^ Beachte forgsältig die Kvtavgänge und stelle daS Mutter danach em 3- Sorge für Lust. Licht und Reinlichkeit. ia» smd eigentlich Selbstverstäirdlichkeiten, die aber gewöhnlich erst dann Beachtung finden, wenn es zu spät ist. ' w -? c tilget nährt sich fast ausschließlich von tierischer und Pflan- flll & cr - »bn Gänsen, die reine Pflanzenkost vorziebcn. Von der Pflanzenkost , ist dem Gefiügel das wertvolle Körnersutter fast ganz von der Knegsspeisekarte gestrichen, deshalb muß der Grund- satz „Beachte die Kötaibgänge und stelle das Futter danach ein" gut befolgt werden Nach besondere Erfahrungen toährend dev Ütieg^eit hat sich folgende Fütterung bisher recht belvührt: Morgens Heilsamen, Grünsutter oder an Stelle des letzteren zerkleinerte Rüben, sowie einen sauberen Napf klares W'affeck, das im Winter lauwarm geholten wird. Heusamen ist in größeren Mengen bei den Heuablagerungen zu fttiden. Hat das Geflügel freien Lauf so bekommt es mittags nichts mehr und unrd durch Suchen sterischer Nahrung seinen, Appetit befnedigeii. Befinden sich die Tiere tagsüber iin Aus ans, so darf cs an gelöschten! (kohlcnsaurem) Kvlk. zer- klemertcr Holzkohle, grobkörnigem Knochenschrot und seinem Kiesel- fand Nicht fehlen. ' ^ & ^i Weichsntter zu reichen. Dazu werden rohe Kaito felschaleil gewaschen, und mit etwas Küchenkräutern halb gar gekocht Nach dem Abgießen iverden die Schaleil iUkT dein Feuer 51 - e i , l hd, a trod 5 u Dämpft und mdt einer Prise Salz gut verrührt, nicht gcstainpst oder gequetscht. Eine Beigabe von Kohiabfällen und frischem Gnm vervollständigt die Mitlagsration . Des Abends reiche man gttvclltes. klemgeschnittenes Heu, das k. * st, etlvas »nsch oder Flcischinehl und ein gutes Kraftfutstr (Eriatz,, das m Fouragcgeschäften zu haben ist. Wer es Sur 1 ' ' etwas Abrvechsluiig durch verschiedene Gewürzkräuter (Psesfernnnze, Kcailsenunze, Bobneukraul< und Aenderuug der Abnehmer finden^ ^ l,ttcr iu ^Mgen, wird immer iwch dankbaeo 44 Das wäre also die KriegSkost sür das notleidende Geflügel, ohne jede Verwendung von Körnerfutter, Schrot oder Kleie. Letzteres ist -war beschlagnahmt. Ein Schreiben an die Futtermittelverteilungs-' stelle des Wohnortes, in dem die, von dem GrunHstückseigentnnrep bestätigte Anzahl des Geflügels anzugeben genügt, um wenigstens unserem Kleinvieh ab und zu etwas von diesen unersetzlichen Futter-« Mitteln verabreichen zu können. Kann inan Weizenschrot verfüttern, dann ist es vorteilhaft, das Schrot zu sieben, das Feinschrot für das Weichfutter zu verwenden und das Grobschrot wie Körnerfutter vorzuhalten. Roggenschrot oder Kleie darf nur vorsichtig gefüttert) werden, da sonst Verdauungsstörungen eintreten können. Bei eintretenden Verdauungsstörungen verfahre man nne folgt: Ber Verstopfung täglich einen Eßlöffel Rizinusöl, falls nicht zn ve> kommen, Kümmeltee. Das von der Krankheit befallene Tier sperre man ein und füttere knapp. Bei cintretendem Durchfall tut Hafer- schlerm gute Dienste, desgleichen ein Aufguß von Eichenrinde, inj schweren Fällen 6 Gramm Eisenvitriol auf % Liter Wässer. Ab- sondern des erkrankten Tieres von den gesundet', ist ivichttg. vermischtes. * Pariser Prophetinnen. Das Ableben der Frau von Thdbes gibt der Pariser Presse Veranlassung, das Kapitel der dortigen Prophetinnen tzu besprechen. Deren gibt cs in Paris eine überraschend große Anzahl, und sie sind von allen Arten Gin Journalist erzählt in recht unterhaltender Weise die Erlebnisse, die er mit Pariser Prophetinnen hatte. Der Leiber des Blattes bei dem er angestellt war, hatte gegen Jahresschlich allemal den) Ged amen, daß einer ferner Herren bei den Prophetinnen in Paris herumfahren und sich die Geschichte des neuen Jahres wahrsagen lassen sollte. Die erste Prophetin, die er besuchte, war dick nnd bleich und flöhte ihm ein schreckliches Entsetzen ein. Denn kaum hatte sie gehört, was den Besucher zu ihr führte, als sie sich sogleich in euren Lehnstuhl warf, rniheimliche Schreie aiisstieß und die Hände krampfhaft schleuderte. Schon tvollte der Besucher Hilfe Herbeirusen, als sie sich plötzlich beruhigte und mit kindlicher Stimme flüsterte fre heiße Julia iind sei 18 Jahre alt. Ohne dem Besucher Zeit zu lassen, sich in den überraschenden Szenenwechsel zu finden, begann Julien ihm alsbald eine ganze Reihe von Katastrophen voraus- zusagen. Er würde sich verheiraten, seine Frau würde ihm sterben, Uird er würde sich nur mit knapper Rot einer Feuerbrnirst retten Außerdem sollte im kommenden Jahre noch ein König ermordet werden und der Krieg ausbrechen. Prophetin Nr. 2 verfuhr bedeutend nüchterner. Sie schüttete eine Menge Steckn.aLe.lii aus Leu Tisch aus, worunter sich eine verbogene befand, und erklärte, daß man auf diese Weise die noch unbekannten Unglücks fälle, die die arnie Menschheit cnvarteten, mit Sicherheit erkmnen könne. Die dritte Sibylle nötigte den Gast sich ein Wachslicht vor die Stirn za halten, und nachdem dies Licht von seinen Geisteskräften durchdrungen tvar — tvas ungefähr in 5 Minuten sich vollzog —, zündete sie es an und ersah aus der Flamme, daß das Ja^r gut werden würde, nur habe der Besucher sich vor einem treulosen Freunde in Acht zu nehmen. So folg teil die Gestalten der Wahrsagerinnen einander, oh,re sich zu gleichen. Frau von Thebcs war die letzte, die der Journalist besuchte. Sic l>etrug sich klug und angenehm. Damals erzählte sie dem Besucher allerlei über die kommenden Geschicke der Welt, sah dann in seiner Hand und erklärte, daß er einen Schaden am Beine nehmen würde. Natürlich dachte er an diese Prophezeihung nicht weiter, aber es geschah, daß er im neuen Jahre bei einem Unglücksfalle sich wirklich eine Verletzung mn Beine zuzog. Nun, und? Der Berichterstatter meint, daß es sich selbstverständlich nur um einen tvunderlichen Zufall l-andte. Ja, er glaubt, daß Frau v. Thöbes sich gar nicht ernstlich seine .Hand ange- sehen, sondern ihm den Unglücksfall eben nur aufs Gerate,vohl prophezeit habe. * V o m Aberglaube >: der italienischen Soldaten. Ein italienischer Geistlicher erzählt in Vita e Pensiero Einiges über seine Erfahrungen im Felde: „Die Soldaten aus den Abruzzen tragen einen Sack mit heimatlicher Erde an, Hals, und vor dein Angriff legen ste ihn zwischen ihre Schultern, Hufeisen und Bruchstücke von Hufeisen spielen als Glückbrmger eine große Rolle. Ein beliebtes Schiwmittel sind drei in einen Leinenbeutel eingenäbte Erbsen. Auch Wurzeln, die an einem bestimmten Tag gesammelt fein müssen, wird Wunderkraft zugesprochen. Für den Feind sollen diese Amulette geradezu verhängnisvoll sein. ES gebe Formeln, durch die die Geschosse der italienischen Kanonen ihr Ziel nicht verfehlen können und andere, die das Gewehrieuer der Feinde „aushalten" sollen. Tie Mittel, den Feind zu schlechtem Schießen 514 veranlassen, sind zahlreich. Entweder sind es immer wiederholende Zaubersprüche oder ganz wundersam anmutende Handbewegungen. Auch die aut dem Körper getragenen Leinenbänder mit Zaubersprttchen sind eine weit verbreitete Sitte. * Der Bildungsgrad des afrikanischen Soldaten. En, englischer Hauptmann A. M. Sorry erzählt in ^Scrlbners Paper" über einen südafrikanischen Soldaten, der ihm m Europa als Ordonnanz diente. Der Schwarze sei zwar von Haus aus ganz klug, aber sein BtldnngSmangel habe geradezu gigantische Formen. Als der Schwarze zum erstenmal eine Zeitung in den Händen des HauptmannS erblickte, mußte man ^ tpm erklären was überhaupt der Begriff des Lesens bedeute. Einige Tage später näherte er sich dem Hauptmann, der wieder te Zeitung las und fragte: ,WaS lieft man eigentlich auf dem r Papm - das Schwarze oder das Weiße? vüchettifch. .7" ® c V k Ku 1 H, Zeitschrift des Bundes Dürerschul-, e. V 2 Mark °° n ^renklau, Lauterbach (Hessen). Preis jährlich m ^ ^ i k i u g - B ü ch e r, Bd. 26 : Cätty Bachem-Tonger : 1 «m n ? ,! cv der Wiking-Bücher, Leipzig.) Gebunden . 3» den farbenfrohen, sonnigen Orient fuhrt der Roman «Rainasan von Eatky Bachem-Tonger den Leser. Mit besonderer Lorliebe verweilt die Erzählerin bet Konstantinopel mit seiner faszinierenden Märchenschönheit und dem Rausch seiner RamasLn- Süchte. »Em Wunder des Ramasä ist es arich, das den beiden führt « ^Romans verhängnisvoll wird und zum glücklichen Ende carr r7 ^^gs Detailkarte von Nord-Rumänien (Moldau) und der Bukowina. Maßstab 1:400000. PrelS »k. 3,— a Mk, 1,60, — Das l i t erarische Echo. Halbmonatsschrift für Lite- raturwennde. Verlag: Egon Fleische! L Co., Berlin W. 9. DaS L. ofdruarheft ist soeben mit folgendem Inhalt erschienen: Otto KEbiger: Ein Brief Brinkmans an Tieck; Paul Feldkeller r Sernelle Weltaiischannng; Arthur Luther: Maxim Gorkis Lebensjahre: In ins Bab: Deutsche KriegStyrit vo»r heute VIII. - Echo der Kühnen. - Echo der Zeitungen. — Echo der Zeitschriften. - Echo deS Auslandes. - Kurze Anzeigen. - Notizen. — Nachrichten. - Der Büchermarkt. . Gietzener Hausfrarrett-Berein. Kochannreisungen. (mrssezetthnck.) Nudeln weich gekocht, ab- getropst, Weißkohl gehobelt, mtt etwas Fett, Salz nnd Pfeffer gedunstet vorher mir kochmdem Wasser gebrüht. In einem nicht zu tiefen Kochgeschirr etwas Butter oder Fett bräunlich werden lassen, abwechselnd I LöNel Kohl, 1 Löffel Nudeln hineingetan, vor- ,7!-' vder Lössel ordentlich dnrchgeschmort. Tie ^Kohlnndeln in erivärmter Schüssel airgerichtet. ^ U o b &l U L 9^ Ermangelung von Spinat nehme man Krauskohl. 2 Pfd. Spinat oder Kohl abbrühen, 60 Gr. Fett verrühren Mit S «ngavelchten, fest ausgedrückten Brödchen, zwei ZSylb' eure gedanrpfte Zwiebel, Petersilie, Satz, Pfeffer nnd Muskat. Genrüfe und Brödchen durch die Maschme treiben. Zuletzt kSLmJ 6 * *^2? fischen, die Masse in eine mit Butter bestrrchene Form füllen und 1 Sttmde im Wasserbad kochen lassen. Mit erncr Mehttimke und Kartoffeln za Tisch geben. Spätzle (Für 4 Personen). 1 Pfd. Mehl. 1 Ei tirxi schwache Tassen Wasser, 1 Löffel Salz, 1 Eßlöffel Fett/ Weck- brosameii Bon Mehl, Salz. Wasser nnd Ei rührt man einen zremlich dicken Teig und schlägt ihn, bis er Blasen wirst. Nim läßt nran rhn einige Zeit ruhen, nimmt alsdann einen Teil de« D:rges auf ern nasses Brettchen ,md schbt mtt einem großen Mesier lange dünne Speisen in einen Topf mit kochendMt ^alzwasser. <2vbald sie heranffommen imd schäumen, nimmt nun: sie mit einem -Schaumlöffel heraus, laßt sie gilt abtropfen, leat sie auf erne erwärmte Platte, nbersttntt Jte mit dm in dem FM W-eckbrosamen und trägt sie mit Braten tunke oder Obst auf. Gut ist es, che Spätzle nach dem Kochen nochmals-mit heißem Wasser zu ubergreßen. Sch m i e r k äse k l ö ß e. Bst». Schmierkäse, */ 2 Pfd. gekochte Kartoffeln, 1 Ei 80 Gr, Mehl,, 50 Gr. Zucker, etwas Kv^rtbm. Schnnertäse durch ern Sieb passieren, Kartoffeln ebenfalls, alles zusammen zu einem Teig verarbeiten, Frikadellen forinm nnd in Fett backen. Eingemache Heidelbeeren schmecken sehr gut dazu. w . J* c i Öliger Nachtisch. 1 Liter Flüssigkeit, halb * Apsellvern dalb Wasser, dazu Zuroneirsaft, Zucker nach Geschmack, kochen und Pfd. Grieß oder f-esiicn Maisgrieß hineürquirlcn.^ Werm dieser gar ist, dre Masse vom Feuer nohrnen und solang« mtt dem Schanmbesm schlagen, bis sie kalt ist. Slnnratsel. Mit einem Witze bleib' mir ferne; Mit einem Schuß helf ich dir gerne: Mit einer Wand suchst du zu trügen. Mit einem Tritte dich zu fügen; Mit Schlägeii willst du ivas erreichen, Mtt einem Satz der Reue Zeichen. (Auflösung in nächster Nummer.) Auflösung des Arithmogriphs in voriger NunmM! Klovstock: Kokos. Koks. Kost, Lotto, Post, Stolp. Schristleitiing: Fr. R. Zenz. ZwllliiigSruiiddruck und Verlag der Brühl'schen Universttäts-Buch« und Steiudruckerei. R. Lange, Gießen.