Königsträume. . Roman von Karl Busse. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) sich und ging, kaum beachtet, aus der Tür. Fm Nebenzimmer öffnete er das Fenster. Nun gab es nur eins unaufhaltsam auf den Weg getrieben, den Mch' Rybsczynskr gehen wollte. Nur an der Spitze der Auf- stLndrschen konnte er an Beilen Rache nehmen. Nur mit Gewalt sich Hannas bemächtigen. Das Schloß stürmen, Feuer tn bxe Scheunen werfen, Hanna mit sich reißen uns im Galopp dann über die Grenze, jubelnd empfangen als Füh- rer von Hunderten, die ihn erwarteten,- nur diese Möglichkeit blieb noch! J r . Lief. Da legte sich eine Hand auf seine Schul- ihm/ ^ dunklen Fanatikeraugen staiw Rybsczynski hinter „Nur ein Wort, Napoleon Rutkowski! Ich habe Mw- chocrn me betreten. Ich bin älter als du. Soll ich morgen bei dir sern^ ^ Starr sah er ihn an. „Ja oder nein?" „Ja. Komm'!" ßll wiffen!"^^^" s^ Dank! Die andern brauchen nichts „Nichts!" Nasch entfernte er sich. Der Graf blieb allein. Lange duckte er hinaus. Dann faßte er sich an die heiße Stirn. Wer va banque spielt, soll nicht denken! r m ^--?^der im Kreise der andern saß, stürzte er mehrere Elaser Wein hinunter. Degorski jammerte noch tmmcr, ob iHn denn niemand sagen könne, wann es losginge. r früher, um so besser," rief Napoleon dazwischen, "^ute ist Freitag! In acht Tagen wieder. Nun gut, ihr wolltet in acht Tagen fertig sein!" K „ r -Also Freitag !" jubelte Degorski. „Ich sag's meinen Sabeln noch heute!" „Ein schlechter Tag, Freunde!" sprach Rybsczynski. ^Montag ist besser! Zehn Tage haben wir Zeit. Gott segne euch, so viel braucht ihr immer. Was meinst du, Napoleon? bestimme den Montag!" Die andern, außer Degorski, tvaren's zufrieden. „So verkünde ich hiermit als beschlossen, daß heute in * Tagen, Montag, sei es am Tage oder in der Nacht, der lebergang über die Grenze zu bewerkstelligen ist. Es wird LwUg sein, in allerkleinsten Trupps zu marschieren. Um so leichter ist das Durchschleichen durch den Grenzkordon." „Urid der Treffpunkt?" fragte Kozlowski. sein! Es wird ihn niemand verfehlen. viS Dienstag früh seid ihr alle mit euren Leuten dort ver- lcnnmelt." * bls zum Sonntag vorher keine Gegenordve kommt! sagte Kasimir Rzonka. „Wir dürfen nicht vergesse^ Herrschaften, daß in zehn Tagen viel geschehen kann. Batronski" ^^ernimmt Napoleon die Benachrichtigung," rief Notichuch^ nCtC übri0en und Ort in sein ^clMi-igeiid ritten Napoleon Rutkowski und Kasimir Rzonka durch die Winternacht zurück. Kasimir Rzonka brach das Schweigen zuerst. ^„Bisher aina alles glatt, und unser erstes Ziel ist er- weiter " ^ ^ ^ Führer anerkannt'. Ich baffe, es g-ht auch Der Graf nickte nur. von ^Ryb^y^nsk??" ^ ^ ^ rac ^ n draußen mit Herrn Verwundert hob Napoleon Rutkowski den Kopf. Es war aljo bemerkt worden. „Allerdüigs," erwiderte er zögernd treffen!" @tC töerben ^ §u einer Unterredung in Kürze „Wer sagt das?" fuhr der Graf auf. ^ kalkuliere nur. Herr von Rvbsczynski sagte fein „Auf Wiedersehen!" so merkwürdig, daß es mehr bedeuten mußte als eine leere Form. Pause. „Sie beobachten gut, Herr." ,,Jch hoffe es. Und wenn der Herr Graf mir eine beiwohnen^b^ * üc ^ cn ' ^ möchte dieser Unterredung gern Wiehernd stieg das Pferd Napoleons, von den Sporen getroffen, in die Höhe. „Sie haben seltsame Wünsche,^ sagte der Graf kalt. „Die doch wohl leicht erklärlich find, Euer Gnaden. Ein Kind kann es sich an den Fingern abzählea, daß diese Unterredung Dinge berühren wird, die uns alle angehen, das ae- samte Polentum. Die Regierung hat einen Geheim vertrag mit Ihnen abgeschlossen, der beide Teile bindet. Ohne vol^ stes gegenseitiges Vertrauen muß der Karren schief gehen. Das wäre ein Unglück für uns alle." Beruhigend klopfte Napoleon dem Braunen auf den Haw. „Es scheint mir immer mehr, Pan Rzonka, als wären Sie nnr gleichsam als — hm — sagen wir als Mentor, als Wächter beigegeben." r "Nur als Mithelfer und Mitberater, Herr Graf. Zu bestimmen haben jedenfalls Sie!" — Als am nächsten Tage Herr von Rybsczynski gemeldet wurde, entwarf Kasimir Rzonka mit dem Grafen gerade die Proklamation, die am Tage der Grenzüberschrcitung in Hunderttausenden von Exemplaren in den preußisch-polnischen Provinzen verteilt werden sollte. Er erhob sich Aber Napoleon Rutkowski sagte leichthin, ohne ihn anzusehenr „Falls Sie bleiben wollen, ich habe nichts dagegen, und Herr von Rybsczynski wohl auch nicht." Kasimir Rzonka verbeugte sich stumm. Rach kurzer Begrüßung stützte sich Wladimir Rybsczynski auf einen Sejfel 8 ( 0 - tzs, et «ahm nicht Plag feä und sagte» „Du wirst Dissen, ^^Mw^Wenn du nichts dagegen ^st, der Herr-darf §vohl im Zimmer bleiben. Wrr srrid gerade bei der Prona- * 10 ,$tn k-n das ist deine Sache. Ich rede, als Mindest du dlleinvor mit/* i ' 'En^mtt! Napoleon Rutkowski! Ich komme zu dir, um dich zu fragen, ob du mir beistehen willst, Gericht zu halten über°den Ketzer. Ehe du mir antwortest, höre das eine. Ich Lin nie dein Freund gewesen und lnn's auch jetzt nrcht! Denn ich weiß, daß du nicht das Schwert ziehst um dev Herrlichkeit Gottes willen, sondern deiner Eigenen Herrlichkeit wogen. Ich weiß, daß ein Werb drch^ ernst dern Volk ebenso vergessen ließ, wie es jetzt ein Werb rst, das dich in unsere Reihen treibt! Und ich weiß gut, daß du mrr bei- stehen willst, den Ketzer zu strafen, nicht weil er dre heilige Kirche und die gebenedeite Jungfrau, sondern weil er dich gekränkt und beleidigt hat. Trotzdem stehe rchl heute vor dir. Trotzdem Hab' ich nichts gesagt, als du zum Führer gewählt wurdest, wenn mein Herz sich auch fragte, wre Gott Mit uns sein soll, wenn einer der Lauen an der Spitze steyt. Uber der Herr legt Feuer und Schwert wohl auch ui Die Hände eines Unwürdigen, daß es wüte und verzehre Und jede Kreatur, ob sie es selbst aucb anders meint, muß ihm Werkzeug sein. Deshalb komme ich zu dir. Ob du aus Eigennutz und Rache handelst, du handelst daneben, ohne es zu wissen, als Werkzeug Gottes. Das verbindet uns Heide l" c ~ Der Graf hatte die Arme übereinandergeschlagen. Er dar diese Sprache nicht gewohnt. „Du machst keine Komplimente, Wladimir Rybsczynski, Und wenn ich mich verteidigen wollte . Der andere hob die Hand. „Das sollst du nicht. Meme und deine Zeit sind zu wichtig dafür. Nur entscheiden sollst du dich. Und dies ist mein Plan: . ^ . Du weißt oder weißt nicht, daß Seine Hochwürden der r pst und Dekan in Wrefchen einer meiner besten Fr unLr Als guter Pole sowohl wie als rechter Hirt seiner Gemeinde suhlt er sein Herz schon lange bluten, wenn er hört, die der deutsche Ketzer durch seine Morgenandachten die ihm anverttauten Schafe in seine Netze zieht. Er hat die Straf- vrittel der Kirche bisher gegen die Betörten, die an jenen Andachten teilnehmen, noch nicht angewandt. Er muß und wird es jedoch.tun. Durch einen sicheren Mann werden wir veranlassen, daß die Leute von Nasgora den zweiten Sonntag von heute, also Morgen in einer Woche, zum Gottesdienst und zur Beichte Vach Wreschen gehen. Seine Hochehrwürden wird in heiliger Beredsamkeit die Zaudernden ermahnen, die Entschlossenen stärken, die Schwachen ermutigen. Er wird allen das leuchtende Ziel zeigen; er wird warnen vor denen, die das Volk aus die Irrwege des Unglaubens führen, verfluchen den Meyer, der auf solchen Seelenfang ausgeht, verfluchen aber auch alle, die aus Eigennutz oder Furcht es nicht wagen, Zeugnis abzulegen von ihrem Glauben und ihrer Nationalität. Die ewigen Strafen sind diesen Abtrünnigen sicher. Vorher schon ist es notwendig, daß wir die Leute durch einen der Ihren belehren lassen, ihnen die Augen Sffnen über die Gefahr, vor der sie stehen, ihren Patriotis- Mus und ihre Rechtgläubigkeit aufrufen zum Kampfe. Und ich sage dir, wenn tausend Polen aufstehen, wenn es gilt, Vaterland und Freiheit zu verteidigen, so stehen hundert-, tausend auf, um ihre Religion zu retten. Der Sonntag wird das übrige tun. Und da man eben Mit Menschen zu schaffen hat, so dürfen wir um des heiligen Zweckes willen auch irdische Mittel nicht verschmähen. Lassen wir sie feiern, geben wrr ihnen am Montag, an demselben Montag, an dem die Grenze überschritten werden soll, freies Trinken im Krug. Deshalb wollte rch den Montag, nicht den Freitag, zum Auszug bestimmt haben. Verstehst du mich NUN?" Napoleon Rutkowski lachte laut auf. „Du warst vorhin deutlicher, Wladimir Rybsczynski! Erlaube, daß ich deine Worte in die gewöhnliche Sprache übersetze. Also erstens: Die Leute von Nasgora werden systematisch gegen den Baron, der ihnen Religion, Sprache und so weiter nehmen will, aufgebetzt. Die Aufrufe werden unter sie verteilt. Der Pfaff in Wreschen droht ihnen mit allen Himmels- strafen, falls sie sich noch einmal in solche ketzerische Ani dacht begeben. Ergo kvirb der Baron Monkag Lvr tmeti Wänden sein Sprüchlein reden. Es gibt Skandal, die Leut« murren. Immer werter aufgehetzt, ziehen sie in dre Schenke, wo sie sich obendrein noch am Fusel erhitzen Dann kvmmen wir, und die Empörung wächst so, daß wir die Leute nicht zurückhaltcn können, sondern zuseheir müssen, wie sie das Schloß demolieren. Worauf wir uns nach getaner Arbeit über die Grenze schlagen. Habe ich recht, Freundchen? Wladimir Rybsczynski änderte kaum seine Stellung. Jstj stützte sich noch immer auf die Lehne des Sessels. Dann zuckte er die Achseln „Du siehst das Rohe, das in der Nähe liegt, unt, vevi gißt, daß darüber hinaus Zwecke liegen, denen es drenenj ^ „Laß nur?" ^unterbrach ihn dev Graf etwas ironisch« „Wozu sollen wir leeres Sttoh dreschen? Dre Hauptsache 1 Hab'ich dich richtig verstanden?" „ Wenn du es durchaus so ausdrucken willst — „Also ja! Das wäre erledigt. Und ich muß bekennen^ dein Plan ist raffiniert. Worum handelt es sich noch? ' „Um den Vertrauensmann in Nasgora, der alles von bereitet, der überhaupt die leitende Rolle spielt/ Napoleon Rutkowski dachte einen Augenblick nach Der wäre schon gesunden. Es rst Michael Laskowicz- der Schmied. Er haßt den Baron wie die Sünde, wett eÄ seinen Sohn zum Krüppel gemacht hat. Ich will gern mit ihm reden. Nur weiß ich nicht recht, —h hm, was meinen Sra ru dem Plan, Herr Adjutant?"" Etwas überlegen kamen die Worte heraus. KastmiL ^°",Er kann'ganiicht vortrefflicher sein, aber als Vertrete« der Nationalregierung muß ich vor der Ausführung warnen« Der Handstreich kann unserer gemeinsamen Sache nur gei ^^Eie^irren, Herr!"" erwiderte Wladimir RybsczymsN ruhig. „Beide Interessen lassen sich vereinigen! Was sich gegen Len Baron Graßnick richtet, richtet sich noch nicht gegen Preußen. Die Regierung kann einen Landfriedens- brüll) annehmen, aber sie kann nicht gegen die Polen tut allgemeinen Vorgehen, sondern nur gegen diejenigen, di« sich daran beteiligen. Das aber werden vornehmlich Leuts aus Nasgora sein. Ob sie sonst mitgezogen wären, ist fraglich. Die kleine Revolte jedoch, zu der sie sich binreißen lassen, zwingt sie nolens volens dazu, über die Grenze zu flüchten und sich uns anzuschließen. Sonst sehen sie hiev schweren Strafen entgegen. Unsere Reihen werden also nur gestärkt dadurch!" Der Abgesandte blickte eine Zeitlung forschend in Ryö^ sczynskis Augen. „Ich gebe zu"" erwiderte er zögernd, ,chaß ich von dieser Seite die Angelegenheit noch nicht betrachtet habe. Aber was geschieht, wenn der Baron Militär vequvi viert? Die Dragoner stehen in Stralkowo. Was dann? Wollen Sie gegen die preußischen Drogner kämpfen?« „Warum nicht?" ries der Gras wild. Er dachte au Versen. O, wenn sich erst Klinge an Klinge setzte! „Weil von diesem Augenblick an Preußen einen Vor^ wand hätte, noch schärfer gegen uns vorzugehen. Das darj "^„Pah! Die Dragoner sind nicht so fix!" sagte RyN sczynski achselzuckend. „Immerhin muß man damit rechnen. Aber die Sachs läßt sich leicht umgehen. Und zwar so, daß die Herren sich ehrenwörtlich verpslichten, ihre Leute nicht gegen preußisches Militär kämpfen zu lassen, sondern sie in diesem Falle sofort zurückzuziehen." , _ „Gern, sagte Rybsczynski gleichmütig. „Ich hatte tut Rekontre mit den Dragonern überhaupt für ausgeschlossen und einen Kampf gegen sie an sich für aussichtslos. Ehe sie ankommen können, sind wir längst fertig."" Napoleon Rutkowski zögerte noch. Es kränkte ihn, dag er nun um - 1 “- ~ ww *™*~*«^ zuckte ein bö kam er nich eine Rache an Versen kam. Aber ö — es Lächeln um seinen Mund. Um seine Rachs ob er auch mit dem Offizier selbst nicht kämpfen sollte! „Abgemacht! Ich verpflichte mich, in keinem Falle preu^ ßisches Militär anzugreifen. So wären wir also einig. Nutz nur die Stunde braucht noch bestimmt zu werden." Wladimir Rybsczynski richtete sich auf. „Sagen toity um 3 Uhr nachmittags sind wir in Nasgora. Wir treffen uns an der Stelle^ wo! der Weg von Muchoein in oÄ Maussee mttnbet. ffiorl erwarten Wir Botschaft, wie es im Dorfe steht. Abgemacht?" ! „Hm — warum gerade um drei?- I i „Weil wir den Leuten nicht nur Zert lassen müssen, sich in der Schenke auszureaen, sondern auch die Dämmerung de- Wintertages zum späteren Grenzübergang brauchen. Äm Tage können die Truppen, falls sie wirklich benachrichtigt werden, uns leichter verfolgen." „Und wieviel Mann bringt jeder mit?" ' „Wenig nur. Eine Handvoll. Aber eine Handvoll allergetreuester, die sich schon früher unter die Dörfler mlschen und im Krug Stimmung machen können. Die anderen gehen direkt über die Grenze. Es darf nicht aufsallen." Kasimir Rzonka hatte aufmerksam zugehört, ausmerk- samer fast als Gras Napoleon. Er brachte noch einige Einzelheiten zur Sprache. Und er verbeugte sich sehr respektvoll, als Wladimir Rybsczynski sich verabschiedete. Dann wandte er sich schweigend wieder oer Proklamation zu. Der Graf schellte. Bartel Zychod erschien. „Du wirst sofort nach Nasgora ausbrechen. Aber ich wünsche nicht, daß du dich dort viel sehen läßt. Geh' itt die Schmiede; dort findest du Michael Laskowicz, den Schmied. Sage ihm, er solle an sein Versprechen denken, das er mir gab, als er den Gaul bcschlug. Ich brauche ihn, er soll alles stehen und liegen lassen und kommen! Aber laufe schnell und führe ihn durch den Park. Es braucht niemand um seine Anwesenheit zu wissen!" Das Gesicht des alten Dieners strahlte. Es strahlte letzt ^Und e/ti'ef, als müsse er beweisen, daß seine Beine noch nicht steif seien, sondern daß sie, wenn es sein mußte, noch weit marschieren konnten, weit über die Grenze nach Rußland hinein. . . ^ ~ (Fortsetzung folgt.) Der Vaqern-vichler. (Zu Ludwig Thomas 50. Geburtstag^l. Januar.) Bon Tr. Paul Landau. In einem seiner letzten lustigen Einakter „Dichters Ehren- xag", schildert Ludwig Thoma eineii berühmten TMer, mn den sich, an seinem 50. Geburtstage Verleger, Thoaterdrrektor, Kritiker ttnd Getreue" zu seiner Ehrung sammeln; ihr Mund streßt über von Bewunderung und Andacht für seine Krmst; dre Herzen aber sind ganz wo anders, beim Geldverdienen, bei den neuesten Toiletten, beim letzteir Gassenhauer des beliebten Operettenfabrikanten. Tie Feier wird mit einem Leichenbegängnis ver glichen und die Festaufsätze mit Nekrologen. Ter DiMer der „Grob heiten", der Peter Schlemihl des Simplizissimus, der das Srnn- bild dieses Blattes, die bissige Bulldogge von Dl). Th., Herne auch in seinem Wappen führen könnte, wehrt sich hrer m echt Ludwig Dhomascher Art schon im vormls gegen allen „Lorbeer und älMlickes Gernüse", das man ihm zu seinem „Ehrerrtage spenden könnte, und es wäre ja auch, Mos, wollte man zum Preise seiner so phrasenlosen, knorrig derben Bücher Jubelhymnen der Begeisterung anstimmen. Aber das wird auch, er, der wre Fontane „keinen Sinn für Feierlichkeit" hat, der großen S-ckxrr seiner Leser und jedem,,- der die »rte unseres Lchrrfttums richtig einschätzt, gestatten, daß wir uns an seinem 50 Geburtstag herzlich, darüber freuen, daß eine so urwüchsige, urgesunde und ehrlicke Persönlichkeit unter uns lebt mrd fdjafft. , In einer Stammesgeschichte unserer Tickstung, wre sre dre heutige Literaturwissenschaft erstrebt, wird Ludwig Thonra als der Bayer dastchen, denn echt bajuvarisch ist Inhalt, Wesen und Art seines Werkes. Josef Ruederer, der jüngst allzu früh verstorbene Münchener Meister, kömrte ihm darirr den Rang streitig wachen, und zweifellos ist die Krmst Thomas ohne die Rrrederersche Vorstufe nicht zu erklären. Ter Dichter der „Wallfahrer-, Maler- mrd Mördergesckichten" hat zuerst derr baverisck)en Barrerrr mit so bewußtem Gegensatz zum dem Salontirolertum der Stieler und Ganghofer dargestellt, hat in der „Fahnenweihe" jenen Lustspielstil geschaffen, den Thonra in stiner „Lokalbahn" nachahmte und dann selbständig fortbildete. Aber dem Blute des Schöpfers jener grandiosen Tragödie vom Schmied von Kochel war etwas trübes, schweres bcigemischt, was die dern Bayern eigentümliche Fröhlichkeit nicht zum Ausdruck kornmen ließ. Im fehlte der Hmnor, der Ä-omas ganzes Schaffen erwärmt mrd erleuchtet. So blieb er unter diesem Gesichtspunkt nur Vorläufer, und erst in seinem glücklicheren und erfolgreicheren Nachfahren gewann das Bayern- -tunr ferne stattliche und dauernde Verkörperung. In ihm ist alles vereint, was diesem Volksstamm seinen charakteristischen Wert verleiht: die derbe Urkraft, die anr ehrlichen Kampf, am geistigen der scharfen Kritik und Satire wie mn körperlichen des ungestümen r,Raufens". ihre Freude hat, der Sinn für das Wirkliche, dem alles Phrasentum und alle Unnatur ein Greuel sind, das dröhnende Lachen, daZ auch noch im Burlesken und Grotesken den Boden des Realen Nicht verliert, die volkstümliche Innerlichkeit, dre oynÄ Sentimentalität das echte Gefühl hinter dem rauhen Aeußeren durchbrechen läßt. Den „Bayer,r-Drchter" schlechthin können )v\t Ludwig Thonra mit Fug und Recht nennen: . Klar und einfach, liegt die Entlvicklnng dieses Trchters vor Mrs^ wie sie sich, in seinem Leben mrd seinen Büchen: spiegelt. Aus einent Forsthaus an der Tiroler Grenze stammt er; dre ersten Eindrücke sind bei ihm die entscheidenden geweseir. Das Leben des Bauern in Torf und Feld, das Streifen des Försters in Wald mrd Für», das sind die starken Wurzeln seiner darstellerischen Kraft., Ter kleine „Ludwigl" ist bereits so eigenwillig und ungebunden, so schar? kritisch rmd kräftig zuschlagend getoesen, wie der Dichter, der udwia^Tbnn.^ uachzuerzahlen. Die bayerische Volksseele, die ^ .^fer erlebt hat als irgendeiner vor ihm, verleiht f ret ? cn und edlen Klang: als der tendenziös Praktisches Flicken und Stopfen. Pöltschen Frauenzeitschrift »Die« Blatt ^ört der Hausfrau die folgenden beherzigenswerten Winke, die zeigen, was alles zum richtigen Stopfen und Flicken nötig Kt. i.iww * äb":ä"J” 1 " w ' 1 ""'' ™* ni * *.Ä L' SS,"Ä ftt,,'“' 4 Sl » ta » barf*?frtä?r , er b Mii S<0Pffaben JU bem ® croj6e wfi W‘- ® c rldjt®“ 8 bi ' ®^ li9ttit be5 et0 ' ,? ‘ 5 s'ch nach der des Gewebes «.(in®*« ma " ben iiiand des Stoples mlirdestens >/, -I Zentimeter ^i^Lur^keh7n°d. b Ä!-L^Ld b /r'' CbetC " Unb un'"°n «and, b s cn 3 r? be ; 1 ''ich' r« lest anzieht, im Gegenteil bei be"der EK"d b 7^d.1'. WL schling- läßt, da hnUhÜrt v'ii’V, 91u * I >‘ffcvn durch Klicken alten, jedoch noch ^ ruS' b f!L ° b " ähnlichen Gewebe, verwendet! burch^väscht nicht zur V-rtügung. neuen Stoß zuvor mlir^ren Flick.''auS Wt * ^ 3 "^" ****> b °> Won °»f-^r7iu?°hd" 8liCfCn ln 'nd-ng-rad-r Richtung mit dem Stoff „.Är"" 11 ' iuen P"X e " b ero5en FI'»-" zuschneidet. Ihn siet» «Z!7!ü^ Äch7'. b et°""°" b ‘" sch« «S ‘! ber s Ci L’ e ma(,t obec einen Saum flickt, sondern Naht °d7r d-m Sm.u7v->7ind'.7 ''E'' *""" Wieber m " bec mit ^r E^ckn'adA^Äich-^'^"'^'' ° b " rei&t ' ,0 " b “" r-i r! n « 11 b ? im bessern mit der Maschine einen größeren Strch einftellt und daß die Spannung nicht so fest ist. ,® a6 . man bei S?chen, Einsätzen, Stickereien, die an einzelnen Stellen beginnen mürbe ju werden oder zu reißen dünnen St^fs oder alten, ähnlichen Besatz daruntersetzt. * ^ Daß man diesen entweder mit der'Hand von links aussäumt »der lhn mit Durchziehstichen von rechts befestigt. * vöcherttsch. — BlümltSalp. Volksmärchen aus den Walliser Bergen gesammelt und erzählt von Iohs. Jegerlehner, mit Illustrationen von Enka von Kager. Verlag Jrodeinns, A.-G., Basel. — Iegor- lehner hat die Geschichten an« den Walliser Beraen der Vergessen- Sein neues Weihnacht-buch ist mit dem aanzsn - bet bcn Sagen und Märchen au« bem ijn- m un l €vcc ^krge immer eigen bleibt. Er h«t ^« 2 / flf ? r Ä verstanden, uns ln der Sprache der Berg« natmlich und frtlch von den sagenhaften Begebenheiter aus ver- ga igener Ze't zu erzählen und sie uns auf heimelige Art näher- (ü?f! U tßf n < ^ Illustrationen von Erika von Kager, einer in Graubüirden lebenden Künstlerin, bilden eine feine und zugleich humorvolles^ Verstärkuug der Erjähluugen. E« sind östlich? Lbara,Ä l. hX*?! ^ u° V W Antreten und dem ganzen den Charakter lebensechtester Unmittelbarkert geben. ktietzcner Hausfrauen-Bereitt. Kochamvcifungen. oder Er.dkohlrabi, in NorddeutfchlanS S t c ck r ü b e ^enanul, wird m vrelen Städten zur Karwffclstreckuna •*». « auch bei u„3Wb Ä'SS ^, I L^ Cr m £tn f ?C ' Sf ^ä* n ' ,ui€ ^ dw Kohl^ 7,s ©eiwilfe« gemrM, verwerten lä&t. Mau ^.Kohlrüben nrch, t ab kochen,' sondern des strengen in^w^nla K! K^ Über&rÄ ^ stehen lass^^d Brühe dämpfe::, am besten im Bratofen oder in der bera?Ellt^M^ ** empfehlen:st die nach untenstehender Anweisung v ^Oestellte M a r m e l a d e aus Kohlrüben und Aepfelu. W Kohlrüben können genau wie rote Rüben süß-sauer ein- gemacht werden und halten sich dann längere Zeit ' “ S°rr • li e ? ? ^^?^^^urichten mit Kartoffeln, rötest Rüben, Sellerie, Aepfeln und Resten von Gemüsen. Kohlrüben m:t oder ohne Fleisch und Karkas- Flellch 9 ^ 2 Mund Kartoffeln, 160 Gramm Erna ^Ä^dln 1 Eßlöffel Zrmebeln, Fett, Salz, S StLnde vorgckocht, die Kohl- LuL^Lmpst. ^etzt obeirauf gelegt Mit Sauerkraut und Kartoffeln' ZÄeln f°ett ri inh f auex ' fl ' flut ' 1 Pfund Kartoffeln' oE/, Salz, Mmmel oder wenn möglich 1—2 Eßlöffel wN mit ^ ^tzen werden vorder eM ^it den LLfkl7°"' WÜ> Slttatat « mrd ,V Ro tVc SWfe Zus°mmenstcllung eignet sich Kohlrü b°n mik Kch b s/g S f . r /or U t und ^sonders mitGrünkohl. Psm^Ae P t7/1,i?^^^EWlrüben oder Erdkohlraben. IV- 8 ?'»"" -S« L"LL?LL' läÄÄ »ZML'L'W. SS, SgtSPk JM% E Ko^en Zum Eindicken eignet sich auch Mehl lü-bpn v^!?^rs gekochte durchgedrückte Kartoffeln. Nach Belieben m:t Zucker oder Süß stoff gesüßt. N ahrhaft und sätllÄ §chach-Aufgade. Selbstinatt in drei Ziigeu. Auslösung in nächste r Nummer. Auflösung des Sillrenrätsels in voriger Nummert * Ebro Doab, Weintraube. Indianer, Gartenfest. T>ie Anfanasbuchstaben: Hedwig. Die Endbllchstaben: Robert. Schnstlettung: Fr. R. Zeaz. ZwillmgSrunddruck u,:d Verlag der Brühl'fchen UniversitätS-Buch- und Stetndruckerei. R. Lange, Gte»^. t