Samstag, den *3. Januar P§ KnlechüldmZsbkrU M J Zie^enerAlyelZkr Oenewl-I Königsträume. Roman von Karl Busse. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) fasse ich deinen Puls au, Fritz. Du scheinst LLL'LL, ». ü to «»XiW CfHiVW w.tii m l r c au y rief Hans Albert den beiden gl w "^ T ' od * ;' ba Ö ihr etn bißchen vom Hause abgcht! rmmnelfl* b kreuzverdammte Lärm mich nicht zur Ruhe W! OT ° n§ ' ^ nUtl iii& * b€ine Kunst. BffiJhI!«sÄP sprang die paar Treppenstufen hinab, »über das Mädchen mar nicht zu sehen. mr '' S ‘ e .'°»d un Park sein." Und kaum war er an die Rforte getreten, als em Schneebali ihm am Ohr vocbeiflog ,,^'L^te!" rief er vergnügt. Krachend flog dt« Tür auf retirierte Hanna tiefer t» den Park hinein. Ilm möglichst wert vom Schaffe abzukonrmen, daß der Schlaf des wurde, verfolgte er sie fast bis mtt- Ende de» Parkes^ Der versckznette Sturzacker schloß sich daran und dru^n, nicht weit, der Wald. Unter hellem Gelachter floaen die Kugeln herüber und hinüber. ^ pogen ^? r nita dann, „das war meine Backet' dlugenbUck alles andere vergessen. Sie war ^^ ar die kühle, ruhige Schönheit jetzt, noch das zitternde erwachte Weib sondern wie ein frischer Befisch Lifte sie t>en Schnee und entsandte die (*■-*■*— ee - • • • ' Druder hatte ja das kleine ML Moment trümnte sie sich zurück. einzelnen, und wenn der Schnee von ih, ab staubte, zuckte sie zusammen, als hätte er selbst sie berührt. -ftv^nu; me tzavlll ui Kameraden einen Ball an den Kopf. « ^k,Jstdas so gemeint?" lachte Versen. Und im Handum- Geschossene^^ üttete ^uch er seinen Freund mit den weißen "3 U Hilfe, Hanna!" kommandierte der Bruder. „Die feindlicke Artillerie ist zu stark!" ru rf?r' b€n linken Arm wie ein Fechter schützend vors Jbs^ch^ebogen, avancierte er. Edward immer lustiger. Wie Mit dem älteren chon gespielt. Einen rr- siebst du denn wie ein Wegweiser ftrift?" rief Er halle sich umgeschrM ^rse^ ÄÄÄ ei r r Ä 6C/ - ^ f^Mchen Kampfe rbombardierte rnzwischen weiter, aber von drüben setzten dre Kugeln aus. tetzt ergibst du dich? Vorwärts, 5**1 ® ra Ö m cf und wenn's auch nur eme Si^ ist läßt dock) den Buttertopp nicht so schnell falle E " * Sie raffte auch wirklich eine neue Handvoll Schnee auf. l ro r -? ld ä ^ Rechte mehr. Sie hatte Versen erst )hn angerufen. Und mit einemmal § lt r tc ,y! 1 tn *§ r gewesen, mit einemmal war sie nicht mehr das lustme 9)Lädel, als das sie sich eine kurze Spanne Zert gefühlt hatte. Das machte sie verwirrt. Und gar selber an ihres Bruders Seite trat und Mrker"^^rf, ward Lies Gefühl, das sie lähmte, Wohl erwiderte sie nach wie vor die Würfe ihres Bru- vers, aber kerne ihrer Kugeln flog zü Versen hinüber. Auch er traf sie selten. Urrd seine Balle waren klein. V ° n ivuu; umuec Schneemänner sahen die beiden Offiziere aus. Uebung^ haben ^ ^ toacfer/ **** August mochte mehr „Der Feind flieht! Hurra!" „Scheinmanöver!" ries Versen. Und mit wenigen Sätzen tand er neben Hairna. Sre hatte ein paar Dutzend Kugeln in der Zwischenzeit geballt. ^ „Macht geht vor Necht. Verzeihung, gnädiges Fräulein!" Damit bemächtigte er sich der leichten Geschosse und ließ sie m ununterbrochener Folge auf Ernst August loS. r» c .” t 1 ? 70 ’. ß u * P6ut!" lachte der und retirierte. /f S8ax^ btn genug. Ich ziehe mir nur irgend eine alte ^oppe an. Und dann warte mal, Söhnchen!" Er lief durch den Dark zurück nach dem Schlosse. Noch immer sausten dieKngel^ ‘~ •• - - nicht viel weni tem Gesicht ncn, ____ _ _.. „Und diese'Kugelt sagte er^lusti^'^Was meinen Sie. Fraulein Hanna?" Sie hatte ein kurzes Leuchten in den Angen gehabt, al6 Ernst August die Flucht ergriff. „Nicht doch!" erwiderte sie und wich zurück. Aber er war gerade im Zuge. Einen Ball nach dem anderen warf er herüber. Jeder traf. „Jeder ein Herzschuß, passen Sie mal ans." ttnb richtig, sie fühlte die Schneekugel wieder. Heiß und rot griff sie mit der Hand nach dem Herzen. Da suhlte sie einen neuen Ball ans der Hand. Als sei das Geschick mit ihm rm Bunde, traf er wirklich stets die Herzgegend. „Nicht doch!'" sagte sie noch einmal und raffte selber nun auch den weißen Schnee auf. Sie traf nicht. Aber seine Kugel erreichte das alte Ziel. Sie wollte cs nicht. Fast instinktiv duckte sie sich nieder. Der Ball, der nach dem Herzen gezielt war. traf ihr Gesicht. Mit leisem Wehrus sank sie ganz ins Knie. * „r/'ü? 1 Hemels willen, Fräulein Hanna, was ist denn las? Was habe ich denn getan?" Jach war er an ihrer Seite, hatte den Arm um sie gelegt und hob sie auf. Als sie seinen Arm fühlte, kam das Lrttern leife wieder, als ob alle ihre Glieder schlasf würden. >re dachte nichts. Sie wußte nur: Dem Schicksal entrwm 16 e ianb, Jugerü» drängte Ju Jugend. Mit geschlossenen en lehnte sie gegen seinen %xm. i „Lat es weh getan, Fräulein Hannas , Nun war auch er unsicher. Sie schüttelte langsam, ime lvü einem Traume, den Kopf, ohne die Augen zu öffnen. Es K en nur Sekunden. Der Ärm, der sie aufgehoben, der sie te, zitterte jetzt auch. „Fräulein Hanna!" ' „Nein," wehrte sie. „Haben Sie den anderen wirllich fortgeschickt?" Äe nickte nur. Doch im selben Moment stteg ihr alles Blut zu Kopf, ein Schauer durchrann sie, sie hatte an seine beißen Worte gedacht, an die ttunkene Leidenschaft. Ihr Atem ward schwer. Gleich, als müsse sie Schutz suchen, schmiegte sie sich fester an ben starken Arm, der sie stützte. „Hanna!" sagte Versen noch einmal. Dann hielt er sie ln den Armen. Sie wehrte sich kaum. Sie suhlte, daß sie verloren war. Llber sie fühlte zugleich als die Arme sie immer Näher zogen, immer fester hielten, daß sie gebargen war, Fugend hatte sich zu Jugend gefniiden. In der Winterkuhle standen sie. Ihre Häiide waren feucht vom Schnee. Ihre Gesichter rot von der Ansttengung des Spieles. Aus Hannas Wangen waren noch Spuren der Flocken. Und dort, wo er sie versehentlich hingetroffen, küßte er sie. Er küßte sie wortlos und still. Er küßte ihre Lippen. Da schlug sie die Augen auf. Ihr war, als wäre nun von ihr genommen, was in wilder Unruhe sie gequält hatte. Die heißen Hände berührten sie nicht mehr. Die Furcht hatte sich verloren. Das Schicksal hatte sich erfüllt. Es war der gekommen, der sie wieder ruhig und sicher machte, ohne das Weib in ihr zu töten, der sie wärmte, ohne sie zu beschämen. Sie sprachen nichts. Er nahm ihre Hand. Die beiden »och immer nassen Hände verschlangen sich. „Ist dir kalt?" > , Das „bft" war noch mühsam herausgebrachk. „Nein, warm!" ^ Er sah ihr kmge in die Augen. „Und immer so wie heute, wir beides | 1 I' ^ „Immer so!" ' Da nahm er ihre Hand und küßte sie. Mehr noch als alles andere gab dieser Kuß sie sich selbst wieder. In seinem Arm richtete sie sich auf, in dem alten Stolz, den das Glück durchwärmte. „Donner und Doria!" klang es, als eben Versen seiner Braut den ersten Kuß auf den Mund gedrückt hatte. „Was heißt denn das?" Ernst August, mit dem dümmsten Gesicht der Erde, stand drüben. Eine alte Jaadjoppe seines Vaters, in die er pveimal hineinging, hing ihm wie ein Sack über die Schultern. Die Hand, die wurfbereit schon einen Schneeball trug, war ihm schlaff herabgesunken. gm ersten Schreck, in erster Scheu und Scham, hatte Hanna loSlassen und zurücktreten wollen, aber nur fester hatte sich der 9lrm des Dragoners um sie herumgelegt. Da wußte sie, zu wem sie nun in Zeit und Ewigkeit gehörte. Und stolz und frei wie nur jemals, ob auch ein heißes Rot sie üoerslog, sah sie ihrem Bruder entgegen. „Das heißt, Ernst August," sagte Versen ruhig lächelnd, ,Haß ich nickt nur dein Kamerad und Freund bleiben, sondern mit hoher Bewilligung auch daneben dein Schwager werden Miöchte. Hanna ist es zufrieden. Und bu?" Der Schneeoall war längst zur Erde gefallen. „Bin ich denn verrückt? Ihr beide? Ihr beide? Fritze! Mensch!" gm Sturm hatte er den Freund beim Kragen und schüttelte ihn. „Herrgott, ich bin doch nicht blödsinnig, Mensch ! Junge! Ich muß altes Kamel *u dir sagen, das erleichtert mich! Und das Gör, die Hanna! Nein, ihr macht doch keine Witze! Unsinn! Na, die Augen, die der Alte macken wird! Das geht dem Men jg in die Beine! Und ich doppelt beledertes Nhrno- »eros zieh' mir oben noch die Joppe an! Uff, ich habe ordentlich Herzklopsen! Nun sagt mir nur, wie das gekommen ist! Wann habt ihr euch denn verliebt? Wie kam denn das?"' Er war ganz außer sich, so phlegmatisch er sonst sein bmnte. Dann stürmte er nach oben. Der Mte schlief iwch. { „Hanna hat sich verlobt!" trompetete er ihm ins Ohr. ^ „Der Deubel soll sie holen! Jetzt schlafe ich!" Mer der Sohn knuffte so lange, bis Hans Albert mit einem Fluch nach dem Krückstock griff. Ms ihm alles klar ge- Hvorden, legte er nicht schlecht loS. Aber er benchigte sich bald, „Wenn ich sie dem nicht gebe, kommt morgen ein anderes Der Fuchs kann nach den Hühnern nicht happiger sein." So sagte er Ja und Amen! Es ward ein wilder Mend. Die Verlobung ,nutzte doch begossen werden; und wenn sich die Ostmärker zum Glase hinsetzen, stehn sie so bald nicht auf. Sie trinken mit der- selben »Zähigkeit, mit der sie den: Boden die Ernten abringen. Hans Albert von Graßnick saß wie angenagelt. Ernst August desgleichen. Fritz von Versen jedenfalls länger als sonst Schon manches Stündchen hatte sich Hanna zurückgezogen^ ehe er sein Zimmer anfsuchte. Er sah auch- heute in die Winternacht. Der Wein hehmke, die Hände in den Taschen, sah ihn an. „Wie nennt euch der gnädige Herr? Psia krew, eine Rabenbande, sagt er, und das seid ihr! Mer weil das gnädige Fräulein so glücklich ist, lause zunr Teufel. Nur sei zurück, eh' gesperrt wird!" Hoch und heilig versprach es der Knecht und küßte ihm unterwürfig den Rocksaum. Dann trollte er davon, mit steisem Kreuz die Chaussee entlang. Ms er etwa eine Viertelstunde zurückgelegt hatte, sah er sich um, steckte die Hosen tn die langen Stiesel und watete quer über den dichtes Schnee, der die Felder deckte. Er blies sich in die Händen Es war kalt. „Frier' du nur," murmelte er vor sich hin, „Seins Hochwohlgeboren Pan Kozlowski gibt heute ein Trinkgeld extta. Es ist eine Nachricht für ihn!" Der Gedanke erwärmte ihn so, daß er, ohne auszuruherh so lange lief, bis die Lichter von Miloftowo vor ihm auftauchten. . . 11. Kapitel. Im Arbeitszimmer des Pan Lucian von Kozlowski auf Miloftowo faßen zwei Männer. Napoleon Rutkowski hatten ohne ein Wort zu reden, bereits die zweite Zigarette geraucht. Kasimir Rzonka, ruhig und glerchaültta wie immer, starrte an die Decke. Ungeduldig zog der Graf dann die Uhr« ,.Der HmrSherv läß^lnS bange allein. Sind die Herren »och immer nicht vollzählig? Wer fehlt denn nochr- Kasimir Rzonka änderte seine Stellung kaum. „Soviel ich vorhin hörte: Herr von Rybsczhnsk:/ „Ah, also auch diese Schleiereule ist dabei? Ich dachte, er würde oen Rosenkranz nicht mit dem Schwert vertauschen.^ § Langsam wandte sich der andere ihm zu. „Sie irren, Herr Gras. Wenn selbst die Priester zu den Waffen greifen, warum soll der gläubige Laie zurückstehen? Der eine kämpft für die Religion, der andere für die Freiheit, der dritte fürs -Vaterland — es fließt alles in ein-Wett. Die Hauptsache ist, daß sie kämpfen. Aber ich! denke, der Wagen kommt!" Gr horchte. Dann trat er ans Fenster. Die Gardinen waren dicht; man konnte ihn von draußen nicht sehen. Napoleon Rutkowski stand gleichfalls aup Rastlos durchmaß er das Zimmer. Alles, was ihm während der letzten Tage durch den Kopf gegangen, bedrängte ihn wieder. Mit jener wilden, fast starren Entschlossenheit, die Bartek Zychod an ihm wahrgenommen, hatte er sich in die Arbeit gestürzt. Alles andere wollte er vergessen darüber. Vergessen seinen Schmerz, seinen verwundeten Stolz, seine getäuschte Liebe. So hatte er gleich einen Tag nach seiner verfehlten Werbung mit dem Abgesandten der Natronalregierung beraten. „Was gilt es zuerst, Pan Rzonka?" hatte er gefragt. Und dieser, kühl, ruhig: „Dem Patente, das ich Ihnen überbrachte, Bedeutung ^u verschaffen. Ein Oberbefehlshaber ohne Armee ist lächerlich. Es gilt, den Grundstock dieser .Armee zu bilden." Und er hatte ihm auseinandergesetzt, daß eine lose Vereinigung des umwohnenden polnischen Wels bereits bestehe, daß er mit dieser Vereinigung in Verbindung treten und als ihr Oberhaupt sie zu einem festen Bunde organisieren müsse. „Und wer ist bisher der Leiter und Führer dieser mir Unbekannten Bewegung?" hatte er weiter gefragt. „Herr von Kozlowski!" „Nicht möglich! Herr von Kozlowski auf Milostowo?" „Eben der! Das eigentliche Oberhaupt fehlt ja noch, deshalb fehlt das gemeinsame Handeln. Der Herr Graf werden srch an die Spitze der Herren stellen. Jeder bürgt für eine gewisse Anzahl von Leuten. Das sind die ersten paar Hundert Mann, der Anfang des Heeres, das Polen frei machen wird. In einzelnen Trupps, zur genau bestimmten Zeit, rücken sie unauffällig an verschiedenen Punkten über die Grenze. Jü Polen selbst wird ein Treffpunkt bestimmt. Dort übernehmen Sie offiziell das Kommando. Und gleichzeitig wird ein von Ihnen unterfertigter Aufruf in Hunderttausenden von Exemplaren durch treue Leute in allen Dörfern und Städten der preußisch-polnischen Provinzen verbreitet. Darüber wird noch zu reden sein. Zunächst also müssen Sie dem umwohnenden Lldel Gelegenheit geben, sich zu überzeugen, daß aus „Napoleon dem Deutschen" Graf „Napoleon der Pole" geworden ist! Das geschieht am besten im Hause des Herrn von Kozlowski, der Sie in den Kreis! der Verschworenen einsührt. Nach einigem Zpjgern hatte Graf Rutkowski einaewilligt, und so wartete er jetzt in einein Zimmer des Milostowoer! Herrenhauses, bis Kozlowski ihn rief. „Gottlob!" murmelte er, „lange dauern kann es nicht Mehr. Die Slachta ist versammelt." (Fortsetzung folgt.) * ' 3it französischer Gefangenschaft.*) Ich läge ohne Pflege oder Nahrimg bis zum Ylbend frierend bn Fieber. Französische Soldaten, alte Kerle von: Landsturm, begannen den Saal für ein«: mir unbekamtten Zweck aufzuräumcn Und einzurichten. Lange beachteten sie mich nicht. Schließlich lag ich zweien im Wege. Sie hielten mir eine Lampe über das Gesicht und stellten Fragen, die ich, natürlich nicht beantworten konnte. Doch zeigte ich auf mein geschwollenes Bein mrd den verbuWenen Fuß. Sie beratschlagten und nahmen mich an Knien mrd Schultern auf. Da mußte ich schreien, weil ich so entsetzliche Schmerzen! spürte. Sie taten, als ginge sie das nichts an mib schleppten mich *) Wir entnehmen die nachstehende Erzählung dem dieser Tage bei Otto Elsner Verlagsgesellschaft m. b. H. Berlin S. 42 er- stk.jeinenden Buche „Hans Hellers Höllenfahrt" von Otto von Goltberg, das in einfacher, aber durchaus der Wahrheit entt- sprechende Weise die Leiden eines deutschen Soldat«: in den verschiedenen Osfangenlagern FrankreiM Md Afrikas ergreifend über die Straße. Gottlob machten sie keinen langett WvA, sondern trugen mich bald in die offene Tür eines ausgwäumten kleinen! Hauses und legten mich dort im Dunkeln aus dünnes Stroh. Als sie gegangen waren, glaubte jch mich allein, aber hörte Streichhölzer kratzen und sah eine zitternde Hand die Flamme einem aut dem! Fußboden stehenden Lichtstümpfchen nähern. Im Kerzenschein lag ein elend aussehender Verwundeter auf einer Matratze ohne Deck« und über seinen Füßen der Waffenrock eines preußischen Haupte nranns vom Jnfanteriereginrent Nr. 28. Damit jedermann weist/ daß ich richtige Hingaben mache, will ich seinen Namen nennenu Es war der jetzige Major v. W., der mich fragte, wer ich fei undl was mir fehle. Er hat toährend der Tage unseres Zusammenseins! viel und gut mit mir geredet. Namentlich erzählte er mir stets/ toas die Franzosen in chrer Sprache gesagt hatten, und schärft« mir ein,später in der Heimat von pllem Gehörten und Gei sehenen Meldung zu machen, weil er kaum Aussicht habe, aml Leben zu bleiben. Doch war er ein selten starker Mann an Leib und Seele. Darum ist er am Leben geblieben und jetzt in der Schveiz> obwohl er mit schwerem Bauch- Md Schulterschuß wie vielleicht kein anderer deutsch«: Gefangener unter Quälereien der Franzosen gelitten hat. Wir lagen nach, kurzem Gespräch etwa eine Stunde im T tmkeln/ als wir Tritte hörten. Ein französischer Soldat trat mit einev Lampe ins Zimmer. Ihm folgten fünf Offiziere, die ich als Aerzts erkannte. Zwei sprmfen Deutsch und sagten dem Maprr, daß sie Elsässer Mren. Mir ließen sie nach kurzem Fragen R:che. Sie waren gekommen, um den Major zu peinig«:. Ueberhcrupt machte icht die Erfahrung, daß es den Offizieren in Gefangenschaft noch schlimmer als uns Soldaten ging. Tie beiden Elsäser lachten den Major höhnisch an und fragten * wie er sich- als Gefangener vvrkäme. Er antwortete mit der sckwachen Stimme ernes Schwerkranken: „Ta die Herren Aerzte sind, haben Sie wohl die (Mf« mich zu verbinden und mir zu essen und zu trinken zu geben. Jch liege seit nun drei Tagen ohne Nahrung mit den Verbänden^ die mir meine Leute aus dem Gefechts-Ade angelegt haben." Laut lachend übersetzten die Elsässer des Offiziers Worte den; drei anderen Franzosen. Alle fünf begannen den Schwerverwunde-, ten zu verhöhnen. Ihre Zigaretten hielten sie über seinen Kopf und tippten ihm die Asche ins Gesicht. Einer der Elsässer sagte: „Wilhelms Schsoeine von Qftizieren pflegen wir nicht. Ihr habt den Krieg angefangen. Dafür sollst du büßen, du Schwein, du Hund, du Boche." Jch, hätte ein Glied von meinem Körper gegeben, wenn der! Major oder ich jetzt gesund gewesen wären, doch konnten nnr beide uns nicht rühren. Ich sah nur, daß der Mchor nrit sehr swlzeiü Gesicht die Augen schloß und den Kopf aus die Sekte legte. Bis techjn hatte ich nicht gewußt, daß ein Mensch, ohne ein Wort *u sagen, andere so nnt Verachtung strafen kann. Das fühlten auch die fünf. Sie traten mit Füßen gegen die Mattatze, um dem Major :oeh zu tun. Er öffnete einmal die Augen, jimt .zu sehen, was ihm, geschähe, aber er hat wLer gestöhnt noch mit einer Wimper gezuckt. Sein Gesicht blieb stolz wie vorher. Da setzten sich die Franzosen rings :mr ihn auf den Rand seiner Matratze. Einer der Elsässer spuckte ihm ins Gesicht. Alle fünf bewarfen ihn wieder mit Asche. Aus Deutsch und Französisch erzählten sie ihm, wie schlecht es um unsere Sache stünde. Doch brachten auch sie so verrücktes Zeug vor, daß ich Wichte, es war kein wahres Wort an ihren: Geschwätz. Sie meiitten, unser Kaiser sei mit dein Geld der Reickiskasse nach Amerika geflüchtet und der Kronprinz habe sich, ersck-ossen, weil sein Vater ihn Boeder nritgenommcn noch ihm Geld znrückgelassen habe. Während fte immer den Major mit „Du Schwein" oder „Du Hmrd" ansprachen, fragte ich mich, warum ich so oft gelesen hatte, die Franzosen wären ein ritterliches Volk. Endlich gingen die Aerzte. Der eine meinte nochi „Mit «uh Räubern haben nicht Aerzte, sondern nur Gen-i darmen zu tun." Bald kamen auch, wie au jedem der nächsten Llbende, zur Nachtwache zwei Gendarmen. Sie sahen sich nach einem Lager unt A aber fanden nickt genug Sttoh, um es sich behaglich zu mack>en. Da gesckah eine der schändlichsten Untaten, die ich in Frankreich gesellen habe. Tie Gendarmen traten zum Major, faßten sein« Matratze, hoben die eine .Seite hoch und ließe:: ten Schwer^ venrmnteten mit Bauch- und Schulterschuß auf den Fußboten rollen. Tann zertten sie die Matratze in eine Zimnrerecke, streckt«, fkfj darauf ans und schnarchte:: bis in den Hellen Morgen. Ehe sie bei Tagesanbnlch gingen, legte:: sie den Major lvieder auf die Mattatze. Vielleicht lrw>ttten sie ihre Vorgesetzten nicht wissen lasse::, wie sie einen Berlvundeten behandelten. ?lm nächsten Morgen kamen französische Truppen durch den Ort. Zwei Offiziere bettat«: das Zimn:er unb dnrch.ffvclOen die Sachen des auch schon ausgepländerten Majors. Immerhin fand der eine Leirtnant :wch eine Zigarrentasche als Andenken. Ter andere nah::: die Gamaschen. Zwei Zigarre:: auS der gestohlenen Tasche steckt«: sie vor unseven Augen an, taten ein paar Züge, Nickten zufrieden mit dem Kopf, sagten „bon" uiü> gingen. Schlimmer freilich hausten die Zivilisten, Männer, Frauen Und sogar Kinder. Sie verhöhnten und verlacht«: u:vs nicht nur. sonder:« traten nach, uns und :puckttn uns an. Darrmter litt namerttlick) den Major. Damtz sein Ichwergettosfener. aber unverwurürettr locken^ Oberarm wenigstens fejUööe, hatte ich mich unter großen Schmer-ett Lu ihm geschleppt und zwei Msarnmenigeknüpfte HandtürAr um semen Körper und die beiden Oberarme gebunden. So hatte er es haben wollen, konnte sich nun aber niclK rühren. Ich mußÄ Zusehen, wie ihm der Speichel der Franzosen am Gesicht herunter- lief. Helfen konnte ich nicht. Immer waren Leute da. Auch hatte ich bei immer stärkeren Schmerzen heftiges Fieber und war vor Hunger so sthtvach, daß ich bald keinen Finger mehr erheben konnte. Meist schices ich Doch immer checkte mich dann das Kommen und Gehen von Neugierigen. So grn-gen Tage, ohne daß außer der Nachttvache der Gen- darmen sich. lemand um uns gekümmert hatte. Fünf Tage mockrten wrr gelegen haben, als eine Nonne den Kopf durch, die Tür steckte Ter Maror twf fie cm und bat um Hilfe. Er müsse endlich veoi bunden und gesäubert werden. Es ist nämlich zu verstehen, daß er länger etts eine Woche, ohne ausstehen zu können, auf fernem Lager ^a! Tie Nonne mrtwortetr kalt und verächtlich, sie könne einen Ätschen Offrzier nicht pflegen. U-eberHaupt erfuhr ich während mecner Gefangenschaft, daß französische Frauen grausam wie die Männer des Landes fern können. Besucherinnen begnügten sich) nicht uns zu Verhöhnen und anzuspucken, sondern zeigten sich ttnftre Wunden und fteuten sich daran. So gemeine Rü>ensarten) führten \rs tm Mund, daß der Major oft sagte: >,Auch in der gebildeten Frau Frankreichs scheint die Petroleuse AU stecken.' Endlich kam eines Nachmittags ein französischer SanftätS- ^ ^^Eralsrang mft großem Stab in unser Zimmer, ^uch.dre fünf Aerzte vom ersten Abend waren dabei. Ter Major dem Generalarzt, daß wir nur Mißhandlung erlitten oder verbunden zu werden. Der augenschein- Uch anMndig denkende Franzose stellte Frag«:. Ter Major scknl- vmt mpeve Ersebmsse. Ter grauhaarige Generalarzt wurde vor sich mtt Vorwürfen Äch verstand, daß sie rhve Schande ableugneten, aber der alte Frar^ose glaubte dem Major, denn er schnauzte die fmrfRe^te an und drohte ihnen mit dem Zeigefinger. Auch gab ^gte.dem Maior wir wüchen sofort verbunden und verpflegt. Doch rst. wre rch noch häufig erfuhr, bei den Frau- Wey vom Bekchlen zum Gehorchen. Ms mariner ° rt . öet ¥ Ten h°ben mochte, fantot E-ten , me noch nie. Si- traten nach dem jUtüior mit Fußen und sagten: sollst du Schwein erst recht verrecken." (Schluß folgt.) vermischtes. !m! a u* Sl 4 r f enersatz. Weibwollene Sachen, z. B. Dack^. Handschuhs Schals. Mutzen usw., lassen sich - wie die —.Tie« Blatt gehört der Hausfrau* empfiehtt statt mit Seife sehr gut mit pulverisierter Kreide reinigen. Aus dieser mische man sich mit warmem Wasser eine Lauge zu einem ©eZTCr, ?"/-« % b ‘? drei btinae man den »»"waschenden Ehn so lange darin liegen, bis die Kreide ö 2h^ öe i 0ft .. en bat. Dann spült man ihn zweimal »u Wasser, druckt da- Wasser alsdann aus. ohne ihn ^ man ihn in ein weibeS, sauberes Laken, druckt abermals das Wasser heraus und miedet ln n n nl!f S' ( M* Mten Tücher durch trockene ersetzend, noch .,^tzt bringe man den Gegenstand in die richtige STä SSCäT 3lm "" »•* ««• ®Ä™i'iÄrÄSr,a» äs zum KrtegsauSbruch roerden wieder einmal durch e.ne ^ ^ 0f"vre mit aller Deutlichkeit charakterisiert: ^n dem Katalog eines groben Pariser Geschäftes sah ich die Abbildung Nähmaschine zum Preise von 65 Francs. Ich Entfloß mich zum Kauf und schrieb an die Firma, worauf ich die r bluffende Antwort erhielt: ,Zu unserem Bedauern müssen wir nich7 mebr a ck^^!'^ r™h Me ^? n ^ nen beze'chnete Nähmaschine nt*t mehr aus Lager haben. Sie war ein deutsches Fabrikat Doch ÄSE L,'° ■„•“tti? Ä- (fbruM, bic Ermahnung zu sparsamerem Lichtverbrauch aus höchst merkwürdige Weise -u Herzen. Wenn man einen q .? definde man sich auf einem völlig dunklen Babnstein nny der B.llettkontrolle geht meist in absoluter^Du"heit vor M X üi|ÄH;S£-2SJr#| fcer Fall." ^ Um 10 U ^ c abenbä - sondern - am Hellen Mittag wÄS" i*.: H’Ci, SsVSÄ"" r°'°ns au, b “ Ter eine freiet um Dukaten, Der andere nur um das Gesicht. Der Dritte, weil es andre taten, er Vierte, weils die Mutter spricht: ' \ 3>er Flmfte tut«, um sich zu setzen. Der Sechste denkt: Es muß so sein: Ter Siebente tut«, um ergötzen; Der Achte, weil die Schulden schrei'n; Der Neunte tutS amc um die Ahnen, Der Zehnte, sich Wn Glück zu bahnen; Den Elsten, Zwölften fragt: Warum? Sie wissercs nicht; sie sind zu dumm; vöchetttsch. «.» aX.Ti'.W: -> A*:Ä..LL EÄSX , "" w ” »«»''“• »ÄS ... “to®? r c , n ( ft i e '" c »i3vH1 0 n: Ein froher Bursch. Nr. 1 j^abÄ era ' l,C - ?rci5 10 P'g- München 2™ Färber- . . S ® ? 8 « rarischc E ch o. Halbmonatsschrift für Lite- - Egon Fleischej & Co., Bertt» W. 9. Da» MMIe ^rei/n! « Z 3n!)aI ‘ schienen: Richard aÄÄÄ ■f4» s; tQ^iö , J?nrl Strecker: Heinrich von Stein' Waltber Bübnen ^herS Glaube; Kurt Martens: Nei.e Ess^s. - Echo^r Bühnen. Echo der Zeitungem — Echo der Zeitschriften — riKen - D.r°Büch-^atttt"° ~ Nach- Gietzeuer Hausfrauen-Vereiu. i. ^gedrückte QuLrk wird mtt den gekochten aeriebene« Kartoft^n vermwgl. Et, Kartoffelmehl, SaEz 1 Löf^l s|ps^l« Sü ßr Pu ddin g von Bodenkoblrab en - fH\r KmA Personen.) 100 Gramm gekochte, geriebene B-odrmknbs^/I^ «dtm i 8 ^»; Kdrmchoi. 20 Gramm Butter,^ Prrsr BSSB&5 s?ÄÄg£S fjrnt. 9 ) 1(01 fodjjt den Pudding l 1 /? Stunden tm Wasserbad intboiS t&m ntU Äpfelbvei oder Fruchttunke -u Tisch. ^ Magisches Dreieck. m ?Elder des Dreiecks sind die Buchstaben A A, B B, DD, EEEE I I I, N ^ ^ N N, 0. RR derart ein- zntragen, daß die drei Außenreihen und die vter wagerechten Mitkelrehien Wörter von folgender Bedetttunq bilden: 1. vielgenannter franzöf. Staatsmann: 2. Feldzeichen,' ' 3. Bediensteter: 4. ägyptische Gottheit; 5. Nebenfluß der Donau; 6. arabische Stadt; 7. weibl. Gestalt der griechischen Myt he Auflösung in nächster Nummer.