Mittwoch, den 10. Januar l mBB m Sj ff Königsträume. Roman von Karl Busse. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 10. Kapitel. Lianna von Graßnickwar, als .sie,dem! Grafen den Rücken gedreht, geradesioegs in ihr Zimmer gegangen und hatte sich erngeriegelt. Dann hatte sie die Arme auf den Tisch gelegt, den Kaps darauf, und so hatte sie Minuten und wieder Minuten gesessen. Als sie nachher schwerfällig aufstand, trat sie vor den Spiegel. War sie denn die noch, die sie gewesen? Ihr Gesicht war auch jetz't noch blutrot, ihre Brust atmete heftig, ihre Zähne drückten sich fast schmerzhaft in die Unterlippe. Und dieselbe Frage: War sie denn die noch, die sie gewesen? — sie wich nicht von ihr am nächsten, nicht von ihr am darauffolgenden Tage. - Seit Graf Rutkowsti sein ungestümes Begehren, seine wilde Werbung vorgebracht, war etwas Neues in ihr, eine Scham und Verwirrung, in der sie sich selbst verlor. Ihr war, als hätten heiße Hände sie berührt, als hatte fremde Leidenschaft einen glühenden Mantel um sie geschlagen, dessen Brennen sie stets fühlen müsse, als wäre ihre ruhige Sicherheit und Kühle nun für immer dahin. Sie selbst und alles hatte der Graf vergessen in dieser Leidenschaft. Und die Schauer schlugen auch hinüber zu ihr. Die Scham hatte ihr Gesicht gefärbt, und eine Schwäche war in ihr gewesen, die ihrer sicheren Ruhe bisher fremd war, eine Schwäche, die sie einen Moment fast den starken Armen des wilden Werlkbrs ansgeliefert hätte — ein zitterndes, unterjochtes Weib. Nein, sie war nicht mehr, die sie gewesen. Nicht mehr das ruhige Mädchen, das frisch und gesund, ohne rechtes Ziel und ohne rechte Sehnsucht dahinlebte. „Ich, glaube nicht, daß Jugend ohne Sehnsucht nach Jugend ist?" Die Worte, die der Graf gesprochen, hörte sie stets von neuem. Sie sah seitdem alles so anders an. Sie sah, daß ihr Vater alt war, daß sie mit ihm allein hier in der Einsamkeit lebte; daß sie selber aber doch herrlich jung war und ein ganzes, großes Leben noch vor sich hatte. „Ich glaube nicht, daß Jugend ohne Sehnsucht nach äugend ist!" Sie schloß die Augen. Ihr war, als glaubte sie es jetzt auch nicht mehr. Und ein Zittern befiel sie, wieder diese halb willenlose Schwäche. Sie gab sich ihr hin und erschrak doch davor. Als übe der Graf noch Macht über sie, als müsse sie ihin entfliehen, trat sie selbst jetzt ein paar Schritte zurück. Sie haßte ihn nicht. Und nicht aus kindischem Trotz hatte sie ihn stehen lassen. Nein, die Furcht hatte sie aus dem Zimmer getrieben, es war eine Art Flucht gewesen vor der wilden Leidenschaft, die sich ihr genähert, die sie einen Augenblick fast mitgerissen hätte. Und zuletzt hatte ihr Stolz die Furcht niedergerungen, der kühle Stolz, der allein standhielt gegen die Glut seiner Worte, der das ruhige „Nein!" schließlich gesprochen hatte. ^ Ganz anders hatte sie sich zuerst den Ausgang gedacht Sie wollte ihm sagen: Noch sei ihr Herz nicht gebunden, wollte ihn bitten, in aller Freundschaft zu warten, wollte rhrem Vater und sich den Verkehr erhalten, und in den folgenden Wochen und Monaten sich ganz klar werden. Da kam statt des ruhigen, formellen Antrags jener Leidenschaftsausbruch, der alte guten Vorsätze über den Haufen warf. Da kam zuletzt die empörende Anspielung, daß Fritz von Versen der Begünstigte sei. Die empörende Anspielung! Ihre Finger verschlangen und bogen sich. Weshalb hatte sie das so empört? Weit Rutkowski etwas aus der Luft griff, woran sie nie gedacht? Oder — sie zuckte zusammen , weil er recht hatte, weil er den Schleier von einem Geheimnis zog, das ftir sie selbst noch ein Geheimnis war? Liebte sie Versen denn? Sie schüttelte leise den Kopf. Aber seit der Graf sie zusammengebracht hatte, mußte sie öfter als je an ihn denken. Niemals hätte er so mit ihr gesprochen. Und ob er sie lieber gehabt als alles auf der Welt — seine Liebe hätte sich in zitternder Scheu offenbart. Deutsche und polnische Liebe! Er mochte recht haben, es gab Gefühlsklüste, die unüberbrückbar waren. Immer von neuem quälten sie alle diese Gedanken in den folgenden Tagen. Hans Albert sah sie brummig von der Seite an — auch er empfand dunkel, daß sein Kind anders geworden war. Als Hanna ihm kurz gesagt, daß sie den - Grafen abgewiesen, hatte er sich halb gefreut, ball» auch gewettert und geflucht. Aber es siel ihm nicht ein, etwas dagegen zu reden. Was die Viertelstunde in Hanna geweckt hatte, kam auch später nicht mehr zur Ruhe. Jugend sehnte sich nach Jugend. Und oft, wenn sie sich der heißen Worte des Grafen erinnerte, war es ihr, als müsse sie Schutz suchen — nicht nur vor ihm, sondern auch vor sich! Als müsse jemand komiken, der sie wieder ruhig und sicher machte, ohne das Weib, das in ihr geweckt war, zu töten. Und manchesmal schien es ihr, als würde sie nicht mehr die Widerstandskraft besitzen, einem zweiten Ansturm solcher Leidenschaft allein standzuhalten. Sie hatte bisher eine Freundin nicht gerade entbehrt. Was zu besprechen war, besprach sie mit ihrem Vater oder mit Kascha Kaczmarek, oder machte es mit sich allein ab. Jetzt aber, in diesem gärenden Chaos neuer Gedanken und Empfindungen, empfand sie es bitter, daß niemand da war, der ihr tragen half, bei dem sie Verständnis geftinden, dem sie alles hätte sagen könneu. Das verschärfte in ihr das Gefühl der großen Einsamkeit, des Meinstehens. Und je tiefer dieses Gefühl sie erfüllte, um so hoher wuchs die Sehnsucht, die große Sehnfiuht nach einem gleichempfinden' den Herzen, die Jugend zu Jugend treibt. Kascha Kaczmarek hatte die Herrin ein paar Tage beob- 14 ad)tet Oft, wenn sie vor der Ofentür hockte, flog ihr Blick spähend urtb finster zunr Fensterplatz hinüber. Und eines Morgeüs, beim Frisieren, legte die Dienerin plötzlich Kamm und Bürsten beiseite. „Erlaubt, Herrin, erinnert Ihr Euch an den Taa, als der junge Herr und der fiemde Offizier hier waren? Fhr seid mit den Herren davongeritten." Die Baroneß ward rot. Sie hatte eben daran gedacht, wie .Versen ihr den Handschuh zuzuknöpfen versuchte, wie seine Finger dabei gezittert hatten. „Warum?" ftagte sie. „Was willst du damit?" Finster vor sich hinbrütend, stand Kascha Kaczmarek da. ° „Ich habe mit Juschu Laskowicz geredet!" sagte sie. Sie sprach fiir ihre Art seltsam ruhig und dunkel. „Und was weiter? Mach', daß du mit dem Frisieren fertig wirst!" Aber das Mädchen rührte sich nicht. „Ihr hattet mit ihm gesprochen, Herrin. Was habt Ihr ihm gesagt?" Ungeduldig zuckte Hanna von Graßnick die Achseln. „Das hast du ja gleich nachher erfahren, Wildkatz! Ich hatte oir mallversprochen, ein gutes Wort für dich bei Juschu einzulegen, und ich hab's getan." Ein kurzes Schweigen. ,Lch dank' Euch nicht für das gute Wort," fuhr Kascha Kaczmarek dann auf. Und mit finsteren!, höhirischem Lachen blitzten chre dunklen Augen die Herrin cm. „War er anders zu mir als früher? Hat er ein einzig freundlich Wort für mich gehabt? Hat er mir die Hand hin- a estreckt? Hat er mich überhaupt beachtet? Psia krew, Euer Waden — was nicht besser wird, wird schlechter, und nur schlechter ist der jFuschu mir geworden! O je, was mag das für ein Wort sein, das Ihr ihm von mir gesagt habt! Ich danke Euch nicht dafür! Mich soll er sehen, und er sieht rrur das Bild, woran er schnitzt; von mir soll er sprechen, und er stamlnelt nur von der neuen Madonna, die er vorhat; bei mir soll er bleiben, und er läßt mich stehen: „Verzeiht, Pani, es ist ellig!" Als ob die Madonna wegliefe?" Die Erinnerung daran schüttelte sie förmlich. Aergerlich hatte die Herrin die Stirn verzogen. ;,Latz mich endlich mit deinen dummen Geschichten in Ruhe. Wenn er dich nicht lieb hat, hilft kein Zureden!" Das Mädchen starrte vor sich hin. „Wenn er mich nicht lieb hat," murmelte sie. „Wenn er mich nicht lieb hat —I" Und wild: „Dann ist er nicht so zu mir, so kurz.. Dann kann er freundlich sein Es kostet keinen Taler. Mer ich weiß was, Herrin, ich weiß was!" Gewaltsam hielt sie den beißen Atem zurück. „So," sprach sie leise und seltsam, „kann er nur sein, wenn er eine andere liebt! Juschu Laskowicz liebt eine andere! Deshalb kennt er mich kaum, deshalb hat er keine Zeit für mich, deshalb ist er ein Narr geworden!" Ihre Stimme hatte sich immer mehr gehoben. Drohend reckte fie den Arm empor. „Wer's ist, das wissen die Heiligen ! Ich weiß es nicht. Mer ich werde es wissen, und sollte ich Tag und Nacht horchen. Und ich werde es wissen, und ich werde, ich werde —Sie brach jäh ab. „Wildkatz nennen sie mich. Hei, was tut die Mldkatz? Das Gesicht will ich chr zerkratzen, daß er's nicht mehr ansehen kann! An den Haaren schleif' ich sie durchs Dorf! Mir gehört der Juschu, und keiner anderen! Und wenn ich's getan habe, mag kommen, was will! Ich werde lachen, lachen!" Ein krampfhaftes Lachen brach auch jetzt aus ihr heraus, aber es schlug sofort um. Und bitterlich weinend kauerte sich Kascha Kaczmarek nieder. Hanna von Graßnick sagte nichts. Die Zeit verrann, sie schwieg noch immer. Sie war blaß. In ihren Augen stand Scheu und Schreck. Erst lange nachher s^r^sie ruhig, fast leise: „Ich bin noch nicht fertig frisiert, „Ja!" erwiderte die Dienerin. Ohne den Blick zu erheben, stand sie auf und führte die Arbeit zu Ende, während die Tränen auf ihrem Gesicht brannten. So lange das Mädchen zugegen war, hielt sich die Baroneß. Mer als sie dann im Zinrmer allein blieb, schloß sie die Augen. Ein Zittern ging durch chren Körper. Sie war müde, wie zerschlagen. Ueberall das gleiche Schicksal, dem keiner zu entgehen schien. Rutkowski war so geschüttelt davon wie Kascha Kaczmarek, wie tausend andere. Und stand es unentrinnbar nicht auch vor ihr? War es seit dem Tage, als der Graf davongeritten, nicht wie eine dumpfe Erwartung in ihr? Wie ein Warten auf etwas, das kommen mußte? Mit geschlossenen Augen saß sie am Feilster. Da ward die Chaussee plötzlich lebendig. Die Kinder lärmten; die Knechte strömten nach der Straße. Pferde- aetrappel kam näher und näher. Mit weit offenen Augen sah sie jetzt hinüber. Helmspitzen tauchten auf. In Zügen ritten die blauen Dragoner die Chaussee entlang. Ktzt sprengten zwei davon vor, an den ältesten Offizier heran. Und jetzt schwenkten die beiden in die Kirschbaumallee ein. Hanna von Graßnick sah nicht mehr hin. Sie wußte, es war ihr Bruder und Herr von Versen. Die Dragoner waren wohl von Wreschen nach Stralkowo gelegt. Und die beiden Offiziere hatten die Erlaubnis, ein paar Stunden hier zu verweilen. Larrgsam erhob sie sich. Als täte ihr das Weiße Schneen- licht des Wintertages plötzlich weh, setzte sie sich in die dunklere Ecke des attmodischen, behaglichen Sofas. Sie hatte Furcht vor Versen. Er mußte ihr ja ansehen, was geschehen war, mußte ihr ansehen, daß Jugend zu Jugend drängte. Bei der Begrüßung Versens wunderte sich Hanna, wie gut sie äußerlich chre Ruhe wahrte. Als der Kaffee nach dem Diner im Nebenzimmer herumgereicht ward, wurde die Unterhaltung lebhafter. ,^Fetzt beginnt das Schuften," sagte Ernjst August. „In Wreschen lagen wir manchmal noch auf der faulen Haut. Aber was man so hört, eine'Gemeinheit ist es. Die Tilsiter Kameraden kommen nach dem Briefe, den Hans Langwert an mich schrieb, überhaupt nicht aus dem Sattel. Tag für Tag endlose Streifpatrouillen, und nachts dito, wenn sie nicht irgendwo im Hinterhalt liegen, um einen Wasfeutrans- port abzufangen. Natürlich alles vergeblich — dtzr Teufel hol' diese Art von Grenzwacht!" Die Sporen klirrten. „Und was Aehnliches," setzte er nach einer Pause hinzu, „wird wohl unser jetzt in Stralkowo warten. Da habt Ihr in der warmen Stube es gut!" „Dafür bist du Soldat," erwiderte Hanna. „Na ja, ja, meine ja auch nur so. Ist was passiert währeird meines Fernseins? War der Graf wieder mal Da?" „Und ob!" lachte der alte Baron knurrig. „Ich taxiere, er wird keinen Rotwein aus meinem Keller mehr trinken. Der Ast wäre auch abgesägt." „Aber das ist ja sehr interessant. Rutkowski? Und weswegen denn?" Versen horchte ebenso gespannt auf wie Ernst August. „Trage deine Schwester. In solchen Dingen kiltschiert sie nach eigenem Gutdünken. Gott verdamm' mich, aber lru sinrd der Keller noch langsamer sich leeren." _ Versen wollte aufstehen und hinausgehen. Er hatte das Gefühl, als ob er störe. „Unsinn!" sagte sein Kamerad und drückte ihn auf seinen f latz nieder. „Familien-Jntimitäten gibt's bei uns nicht, lso bleib' nur. Nicht, Hannas Sie drehte sich halb um. „Was soll ich denn dabei? Ich weiß kaum, wovon ihr redet. Es muß übrigens ganz prächtige Schlittenbahn sein!" „Außerordentlich! Mer im übrigen: Sage mal, Kind, hast du wirklich die neun Zacken mit einen: Korbe nach Haus geschickt?" Versen hielt den Atem an. „Ach, laß doch!" sagte Hanna halb beschämt, halb unwillig. „Komm' lieber mtt hinaus zum Schneebällen." und rasch war sie an der Tür. „Straf' mich Gott, Vater," nickte Ernst Arrgust betroffen, „aus dem Mädel wird der Terrüel klug! Ich habe immer geglaubt, der Rutkowski würde mal mein Schwager. Die elenden Manichäer hätten mir daun Kredit bis i,rs Uner- messene bewilligt. Schrumm, wieder nischt!" Er seufzte. „Und schlankweg abgewiesen? Ein reeller Korb? Ohne Hoffnungsschleifen und aperes Brimborium?" „War ich denn dabei ?' brummte der Mtc. „Ich weiß nur, was sie mir gesagt hat, urid daß Seine Hoclrgeboren wie ein Verrückter vom Hof gerast ist. Scheint ihn: also nicht viel Rosinen zwischen die Zähne geschoben zu haben." Hans Albert halte die Worte gleichsam widerwillig ber- ausgequetscht. Sein Sohn war' aufgesprnngen und durchmaß das Zimmer. „Sapperment, das ist eine nette Geschichte. Das soll dann wonröglich noch nicht mal eine Neuigkeit sein! Schlägt das Wettermädel eine Grafenkrone aus! Was sagst du dazu. Fritz? Ist das nicht toll?" Er sah ihn au. Versen war gleichfalls ausgestanden. Er atte noch abwehrend die Hand erhoben, als dürfe er sich berhaupt kein Urteil erlauben, aber das Leuchten in seinen Augen verriet ihn. „Mensch!" sagte Ernst August seltsam, „ich glaube gar, du freust dich, He?" Er wurde rot, schluckte. „Es ist wegen, na, du kennst doch meine Ansichten, Ernst. Deutsch zu Deutsch!und Polnisch zu Polnisch ! Und insofern natürlich, wenn du das so ausdrücken willst, freue ick mich. Als Deutscher ist mir ein Fräulein von Graßnick lieber als eine Gräfin Rutkowska, du verstehst schon!" „Bravo!" stimmte der Vater zu. „'s hakt' bei mir auch gewürgt, lieber Versen, aber wenn's mal beschlossen war! Nu sieht das Bild plötzlich ganz anders aus." Er kam nicht weiter, denn in diesem Augenblick flog ein Schneeball gegen das Fenster. „Ernst!" Man hörte Hannas Stimme. Schmunzelnd legte der Bruder die Zigarre fort. „Sie will wirklich schneebalken, Vater, wie früher, wenn Vetter ^angwerth noch dabei war. Na, denn mal los — ich komme schon! Und du, Menschenskind? Kommst du mit?" „Wenn ich euch nicht störe, von Herzen gern!" Kopfschüttelnd griff Ernst August nach der Mütze. (Fortsetzung folgt.) Mutter Marthe und der Tod. Von Ernst Nicolas (Berlin). (Nachdruck verboten.) * Mutter Marthe war auf ihrem Felde und band den Roggen in Garben, den ihr der mitleidige Nachbar gemäht hatte, denn Mutter Marthe lebte allein: ihr Mann war längst gestorben, und 'ihre beiden Söhne waren des Kaisers Ruf gefolgt, ihr Vaterland zu verteidigen. Mutier Marthe zählte fast siebzig Lahre, ihr Rücken war krumm gezogen von schwerer Arbeit imd ihr Atem! ging keuchend. Am Nachmittage erst ging sic daran, den Roggen in Hauben aufzusetzen. Das Feld war nicht groß, aber es ist schwere Arbeit für einen einzelnen, noch dazu, wenn man fast siebzig Jahre! trägt und sich sein Lebelang geplagt und abgerackert hat. Mutter Marthe aber gönnte sich keine Ruh', und als die Dämmerung kam, waren beinahe alle Garben in Reih und Glied zu Hauben auf-' gestellt. Ansruhend hielt Mutter Marthe iititc; ihre Glieder zitterten und ihr Atem pfiff, aber ihre stumpfen, müden Augen sahen doch die Gestalt, die am Wege unterm Eschenbaum stand, düster und hager, Und ihr zu winken schien. Als sic zögernd hinging, sah sie, daß es der Tod war. Mutter Marthe erschrak. „Erschrick nicht, Mutter Marthe," sagte der Tod und legte sachte eine Haird ans ihren Arni. „Aber du mußt mit mir gehen." „Ich? Nein, nein!" Der Tod schüttelte leise den Kops und sagte. „Oft hast du mich gerufen, Mutter Matthe, daß es mich manchmal rührte, aber ich durste mich nicht erbarmen. Hub jetzt klammerst du dich an dein bißchen armseliges Leben, als wäre eck-lauter Glück und Glanz. Bist du nicht töricht, Mutter Marthe?" „Es ist wahr, ich hakw dich fttiher manchmal gerufen^ aber da war auch alles anders. Sieh doch, wer soll das Getteide ernten und einsahren, Iver soll das Land bestellen, wenn ich nicht mehr bin? Alles wird verfallen sein, wenn meine Jungens heimkehren. . Sic werden lästern wider Gott und Mensch und werden mutlos sein, ivepn sie ihr Vatcrerbc ansehen! In die Fremde werden sie Ziehen und mit bösen Gedanken an ihre Heimat denken. Davor sei Gott!" Mutter Marthe strich die wirren, grauen Strähnen zurück, die der Abendwind um ihren verwitterten Kvps wehte. Die Angst schüttelte sie und gab ihr tolle Dinge ein. „Höre," sagte sie znm Tode, „da steht unsere Kuh im Stall, die Schecke, cs ist eiu schönes Tier: nimm die-Kuh heute! Es ist mir ein schwerer schlag, aber ich werd' es verwinden. Nimm alles, was ich durch Arbeit ersetzen kann, aber laß mich noch! Schenke mir das bißchen Zeit noch, bis meine Jungens kommen!" „Ich tritt dir keine Schläge versetzen, Mutter Mgrthe," sagte tzütig der Tod. „ich will dir nicht wehe tun. ich will dich erlösen." „Wovon denn erlösen?" jannnette die Alte. „Meine Jahre sind-ja niemandem zur Last, und ich arbeite! Ich arbeite ja für meine Kinder!" Aber der Tod blieb unerbittlich. Die Augen der Alten irrten in höchster Augst über ihre Felder, als könnte ihr von irgendwo eine Hilfe kommen. „Tort steht der Weizen noch," jammerte sie halblaut, „und dort der Hafer, hoch und voll nric selten! Für du- Sä,ecke muß Grünsntter morgen in der Frühe gehauen norden! Und die Kar ivsseln liaben besser angesetzt als ic! Nein, nein, ich kann nicht lott' Was würden die Jungens sagen?" Wieder wandte sie sich an den Tod: „Es war vielleicht dumm, was ich voohin sagte von Der Kuh; die unvernünftige Kreatur kann nicht für mich einlreten, ich sehe es ein,, aber höre: mein Acltestcr, der Hermann, liegt schwer verwundet /groß sind die Qualen, die er leidet. Wenn er lebt, wird er als Krüppel leben, elend zum Erbarmen, überall wird er zuviel sein Die Menschen sinö nicht gut gegen so einen, nicht gut genug: und ich mach es ohnehin nicht mehr lange, und was dann —r Gott verzeih mir's, aber nimm ihn statt meiner? Laß mich meinem Franz leben! Nimm den Hermann mit dir; wo er stirbt, stehen zehn andere an seiner Stelle, aber hier ist niemand, der einspringt, wenn i ch nicht mehr bin. Wenn du erlösen wülst, erlöse meinen Aeltesten!" „Tu irrst, Mutter Matthe," sagte ruhig der Tod. „so wie die Kuh nicht für dich sterben kann, so kann kein Mensch für dich ein - treten; jeder lebt sein eigenes Leben und stirbt seinen eigenen Tod. Dein Hermann starb gestern den seinen; er ist erlöst." „Gott helf!" Mutter Matthe staud starr und preßte die verarbeiteten Hände gegen ihr zuckendes Herz. Nach einer langen Stille sagte sie müde: „Tu bist unerbittlich und hätter noch, als die Menschen dich schildern." Währenddessen tauchte der Mond überm schwarzen Walde aus, rund und gelb. Er schien dem Tode gerade ins Gesicht und traf auch den Stahl der Sense, die unter dem Mantel des dunklen Schnü- ters hervorlugte. Da kam der armen Alten ein neuer Gedanke: „Ich isehe7 du wirst mich nicht hierlassen, aber wenn noch ein Funken Mitleid- in dir ist, so erfülle mir eine Bitte: Sieh, wie lyod) Und voll der Weizen und Hafer steht, es ist höchste Zeit, daß beides geschnitten wird: wer weiß, wie lange das Werter noch trocken bleibt!^ Du bist bei Kräften, dein Arm kann wert ausholen und deine Sense ist scharf.: schlage du den Weizen und Hafer herunter! Mein Franz wird so alle Hände voll zu tun haben, westn er zu meinem Begräbnis kommt. Sein Urlaub ist gewiß kurz, und Inas getan ist, ist getan. Tu es meinem Jungen zuliebe, meinem Einzigen !" Der Tod hatte ein grausames Wort aus den Lipven, aber die alte Mutter sah ihn so flehend an, daß er sich anders bedachte. „Gut." sagte er, „ich will dir deine Bitte erfüllen." Da stand nun der Tod im mondbeschienenen A ehren selb, und sein Arni holte weit aus: die Sense blinkte, und die Halme sanken seufzend hin. Rasche Arbeit tat der Tod, seine Kraft wurde nickt lahm, und seine Sense verlor nicht an Schärfe. Mutter Matthe ging gebückt hinter ihm drein und band die Halme zu Garben. ^Binnen kurzem 1 uac das Weizenfeld nmgelegt. „Laß cs genug lein, Mutter Matthe/» sagte der Tod, dem die Arbeit nicht behagte und der mehr wußte als die arme Alte. Doch Mutter Matthe schüttelte den verwitterten Kopf: „Ten Hafer mxf>!" Tie Sense rauschte, und die Halme seufzten und sanken hin. Das Haferfeld war größer, und der Mond hatte ein betracht! iel>es Stück seiner Bahn zurückgelegt, als der Tod endlich fettig war Und die Schneide seiner Sense pttifend gegen die helle Fläche des Mondes hielt. Aber sie batte ja in dieser Kriegszeit schon weit härtere Arbeit geleistet und war nicht stumpf gervorden. „Nun ist es Zeit, Mutter Matthe," jagte der Tod zu der Alten, die emsig ihre Garben baitd. „Noch nicht," sagte sie ausschauend. „Du mußt auch für die Schecke noch Grünsuttcr schlagen, sei barmherzig! Dir mach! es nichts, und Hunger tut loch." 4 » Der Tod unterdrückte einvr derben Fluch und schwor sich, nie wieder mitleidig zu sein. Der Mond warf seinen langen, hogern Schatten über bcu Klee, der unter der Sense des Schnitters lief seufzte, denn der Tod faßte ll>n hart nick grimmig an. Indessen fuhr Mutter Marthe fort, ihre Garben zu binden. Als der erste frühe Hahnenschrei ertönte, hielt der Tod mit seiner Arbeit ein unb ging zu der Alten. „Ja, nun ist's wohl Zeit. Aber hart bist du. Bruder Tod!" sagte Mutter Matthe mtb sie fühlte, wie ihr Leben floh. ..Mein Fran^ wird mich loben." ^ Lie wankte, und der Tod nahm sie in seine Arme. ttrrd als er mm den Frieden in dem vollendeten Greisengencht sah, da vergaß er seinen Grimm, und cs tat ihm nicht lew. Mutter Marthe verschwiegen zu haben, daß auch ihr Franz am letzte» Morgen so in seinen Armen gelegen hatte. Zran^oi? Toppee. Am 12. Januar 1917 sind 75 Jahre verstrichen, sek Frrue^rs Coppöe geboren wurde. In seinem Leben und Diäten, seiner Persönlichkeit und seinen Ideen ist er der typische Snmmkudni» des französischen Nationalismus, der nickt aufhören konnte, 'ich im Revanckjegedonken su spiegeln. Den Krieg hur er nickt mrtn erlebt, aber stets uwr Eovvöe einer der lautesten, trenn drc chunrn instische Erregung .sich Lun machte. Bekannt ist die Nette. d?e er in den Drennishandeln gespielt bat Er war Kr Sohn imrf subalternen Beamten, stammte -also aus den Svk-n K. er ut seinen Poesien am wärmsten gefeiert dar :'tt Tufvrr wird er z» den ..Parnafsiems" gezählt, die ihren Rainen iv* Kr m- schien enen lyrisch epischen Anthologie „Parna »o -nt •■mp« r.i»&' tragen. Sein Verdienst und seine Orignialita: rndt rn Km 16 Bemühest, feilte aridere Haltung anzunehmen, als seiner Natur gemäß war, und kein Theina zn behandeln, das nicht dieser Haltung entspricht. So ivird er der Besinger der lleinen Leute, »,Io8 Humbles", wie der Titel eines seiner beliebtesten Bücher lautet. Seine Schilderungen haben nichts Grandioses, Visionäres, sie sind elegisch-behaglich, kleinlich, ohne sprühendes Detail. Tie Berserzähl ungen süid für unfern Geschmack viel' ziu breit und ohne Schlagkraft, ob es sich um dir Schreckenstat eines Sultans oder die Brandreden eines Vorstadtagiators handelt, oder ob der Poet beim Anblick eines Nccholeond'ors in Nachdenken versinkt. Oft wiederholen sich in verschiedenen Gedichten nicht nur die gleichen Gedanken, sondern dieselben Verse, was nicht gerade für großen/ inneren Reichtum spricht. In Deutschland ist nur eine Dichtung Coppees populär geworden: der „Streik der Schmiede", ein Effekt- ftück, dem aber kein mächtiges Gefühl zugrunde liegt. 9lm liebsten betrachtet Eoppee die unverdorbene, gesunde Masse des französischen Klentbürgertums. Diese Dichtungen sind für uns heute, wenn nicht künstlerisch, so doch völkerpsychologisch, von Wichtigkeit. Er verherrlicht die kriegerische Familientcadition imb polemisiert mit pathetisch en Ausdrücken gegen Janrös und den heute genxmMtert Hervß, aber in diesen patriotischen Gemälden ist auch viel Pathos und falsche Natürlichkeit. Schon seilte erste BühnLndick)- tung „le Passant“, der Dialog -wischen einer Courtisane uiiÄ einem sehr im schuldigen Pagen, zeigt die bedenkliche Vermischung echter und falscher Naivität. Das Stück verdankte seinen Erfolg übrigens hauptsächlich dem neuentdeckten Stern Sarah Bernhardt. Nach dem Abschluß der Treysusaffäre wurde Coppße sehr in den .Hintergrund gedrängt und zog sich mit seiner Schwester ins Einsiedlerruin zurück. Der einzige Roman seines Lebens fing lyrisch- patk^etisch an, endete aber prosaisch und tragikomisch. Bet einen Vorlesung eigener Werke in Gens siel dem alternden Dichter eine junge blonde Norwegerin auf, es glückte ihm, ihre Bekannrschast zu machen, seine Anwesenheit schien von ihr und ihrer Mutter nicht rrnan genehm empfunden zu werden. In glühenden Versen er>- klärt Eoppee, immer auf die Schroaneirjnngsrau gewartet und von Anfang an nur für sie gedichtet zu haben. Aber als er sich zur Erklärung entschloß, zeigte es sich, datz die Mutter Copp4es Werbung aus sich bezogen hatte und das Mädchen nichts von ihm wissen wollte. Beide Frauen war sehr entrüstet, und der Dichter sehr geknickt. An äußeren Ehren hat es Eoppöe nicht gefehlt. Seit 1884 gehörte er zu den „Unsterblichen". Er half in der Akademie jenen Geist verbreiten, der ein gerüttelt Maß von Schuld an diesem Kriege hat. O. K. vüchertisch. — ErnöSzsp: „U n g a r i s ch e S k iz z e u', ins Deutsche übertragen von Ainälie Agoston, Federzeichnungen von Schülein. Falken-Verlag, Darmstadt. — Ein genial empfundene? und wieder- geaebeues Buchlein hat man hier ins Deutsche übersetzt und ihm flotte Federzeichnungen von Schülein beigesügt. Ein wahrer Künstler, ein Mensch, der auch im Analytisieren, im wissenschaftlichen Kramen noch Künstler bleibt, ja im Gegenteil noch anwächst, ist in Ernö Szöp vertreten. Bei seltener Flüssigkeit und Ausbeutung der Sprachmittel, wirft er Schattenrisse von solch prägnanter, verblüffender Aehnlichkeit, von solcher Klarheit der Form hin und weist solch erstaunliches Charakterisierungsvermögen und straffe Sicherheit der Beobachtung ans, daß man im Unklaren ist, was man an erster Stelle bewundern soll. Man lese das Büchlein und verstehe diesen .ethischen* Plauderer, wie ihn Edschmidt nennt, und man wird ihn schätzen und lieben lernen. — M. Schmid: „Kling er'. Verlag Velhagen L Klasing, Bielefeld und Leipzig. — Auch dieser Große unter den Künstlern des heutigen Deutschland hat nun seine Würdigung in der Reihe der rühmlichst bekannten „Künstlermonographien' gesunden. Wer kennt heute nicht Klinger, den Maler der „Pieta", der ..Kreuzigung", der „Gesandtschaft" u. a., den Schöpfer der „Kassandra", des „Dramas", der .Amphitrite' usw. Neben Böcklin und Sans Thoma erkämpfte sich Klinger Schritt für Schritt den Weg zu jenem Ehrenplatz, der ihm heute zukommt. Frei von aller Nachahmung, ohne stereotype Formen und abgenutzte Formeln, gewiß nicht immer unter Verineidung des Bizarren, hat Klinger, vollkommen deutsch in Theinatas, Fühlen und Denken, übergehend zur freien dekorativen Beherrschung des Raumes, Großes, Eigenes geschaffen. Das alles, seine rudimentäre, schöpferische Kraft, sein Werden und Wirken kommt hier so vortrefflich zur Geltung, daß dieser neue Band der Künstlermonographien bei einem jeden Freunde echter, deutscher Kunst sicherlich mit Freude ausgenommen wird. , j? ccf crg „Das deutsche Musikleben" geh. 6Mk., geb ,,50Mk. Verlag Lxhuster u. Loeffler, Berlin W 51 — Es ist ein zweifellos bedeutendes Werk, das der seit 2 Jahvön'im Felde stehende Verfasser hier geschaffen hat und über dessen Auffassung und Jdeendurchführung es sich schon der Mühe lohnt, zu streiten. Dre Lehre unsrer Zeit über den (Äenuß hinaus auch in der Kunst zur Tätigkeit Lu gelangen und diese Tätigkeit unk ihrer mrd unsrer selbst, nicht um des erhofften Genusses willen zu üben, diesen Grundgedanken der soziologischen Aesthetik, versucht der Verfasser m ferner Anwendung aus unser Verhältnis zur Musik zu zeigen. Er tmll alsv, wie er angibt, die genießerisch« Kunstcmffvssungj ^rrch eine tätige ersetzt wissen. Der musikalischen Form die Uemente, /Gesellschaft, Musiker und Kritiker, gebend, geht er Schrrtt für Schritt mmachsichtlich gegen alle Schattenseiten uiid Mißstande vor, gegen den privaten Bildungsdünkel, die Frei- denkerer rm Musiklehrerberuf, das Mirsik-Dilertantentnm von Hof- theater-Jnteridanten, die Mängel in der ivirtschaftlichen Stellung d-S Musste^, die heute verpfuschte Kantmermusik-Form, die Fachpresse, das Verlagswesen usw. usw. — und das alles in einer Form Und Sprache, die einem jeden Interessierten, Fachmann wie Dt- «ttLnten, musikalischen rQer unmusikalischen Menschen, klar dre wlftrschenswerten Ziele vor Augen hält. — SRusiker sein heißt Bildner fern. Bildner sein entspricht nicht der Tätigkeit des Komponierend rnr heutigen Sinne, die nreist nur ein Nachbilden tst, weil sie gegebene Muster reproduziert. Bildner sein heißt Formen schaffen. Nur die lebendige Form' ist wahrhafte Form, vürr der sie kündet, ist der Musiker. — Es nrfro sich sicher manches /,Wr und „Wider" gegen dieses Buch erheben, aber es weist auf em hohes Ziel hin, das erreicht werden muß und zu dem es den Wegweiser gibt. Wie die Wege beschaffen sein sollen, wird die Praxis von selbst lehren. Wir können dem Werke nur die werteste Verbreitung wünschen. — Das literarische Echo. Halbmonatsschrift für Literaturfreunde. Verlag: Egon Fleische! L Co.. Berlin W. 9. DaS 1. Januarheft ist soeben mit folgendem Inhalt erschienen: Friedrich Rosenthal: ThaddäuS Rittner; Thaddäus Rittner: Mein Leben ; Julius Rodenberg: Aus Tagebüchern III; Jos. Körner; Novalis-Findling; Hans Wyneken: Walter Heymanns Vermächt- cnÜt! ^ anu§ 3ohft: Vom Geschmack des Publikums. - Echo der Bühnen. — Echo der Zeitungen. — Echo der Zeitschriften. — Echo des Auslandes. - Kurze Anzeigen. - Notizen. — Nachrichten. — Der Büchermarkt. Ungewöhnlich fesselnd ist der Roman von Reinhold Ortmann „Hüter der Gerechtigkeit", den wir tn den neuesten Heften der beliebten Familienzeitschrift „Das Buch für Alle" finden. In seltsamen Verwickelungen und lebendigen Szenen führt der Verfasser die gegensätzliche Charakterentwicklung von zwei anfänglich befreundeten Angehörigen des Rechtsstaudes dem Leser vor Augen. u!u ev m Cn Illustrationen der letzten Nummer verdienen die stattlichen Vollbilder nach Genrälden und Originalzeichnungen hervorragender Künstler, wie A. Gebhard, Professor Holenberg, Professor Jungwirth, O. Roloff und anderen besonders hervorgehoben zu werden. Sie befriedigen sowohl hinfichtlich der AuSioahl, als der technischen Wiedergabe in hoheni Maße. , c 4 7n?„ eu ,i^ er Wille (Kunstwart). 2. Dezember- Sj'y, (Kriegsausgabe zu erinäßigtem Preis. Vierteljährlich 3^60 Mk. Verlag von Georg D. W. Eallwey. München.) - Die Berechtigung des Völkerhasses. Aveiiarius: Haßvflege. Otto . ^-Amerikanische Friedenspolitik." Artur Liebscher gibt ein Bild des ,m Kriege gefallenen Botho Sigwart. Die Rotem betlage bringt dazu ein Klavierstück Siqwarts. Wilhelin Stapel schreibt über gotische Schuilzaltäre. Hierzu gehören in der Bilder benage drei Blätter, welche Schnitzsigureu vom Jseuheiiner Altar wteoergeben. Endlich folgt eine Besprechung von Walter Flerens „Wanderer zwischen beiden Welten" mit Proben aus dem Buche. _ r - .,Die Weltliteratu r". Adalbert Stifter: Ter Hage- l^lz- Preis 10 Psg. Vierteljährlich 1,20 Mk., Vorzugsausqabe 80 Psg. die Stummer. Die .Weltliteratur", Müncheii 2, Färbergraben 24, bringt die besten Routane und Novelleii aller Zeiten und Völker in geschmackvoller Ausstattung und ist in jeder Buchhandlung erhältlich. Logogriph. Im Haupt ein „G* und an dem Fuß ein „l". Bin ich ein Tier aus indischen Gewässern; Ersetz' durch „C" und „r" die Zeichen schnell, Komm' ich aus Rußland, wohlverpackt in Fässern. Im Haupt ein „P" und an dem Fuß ein ,n", Erkennst du mich sofort als muiitern Asien; Streichst du dies p n“, wirst eine Stadt du sehen, Die einst verfiel durch Lougobarden-Waffen. (Auflösung in nächster Nummer.) Auflösung der Skat-Aufgabe in voriger Nummer r Abkürziingen: tr = Treff, p = Pique, c = Coeur, car = Carreau trB — Treff-Bube, pA — Pique-Aß, cD — Coeur-Dame usw. Vorhand erhielt trZ, trK, tr9, P D, carZ, carK, carD, car9 car8, ear7, Mittelhand drückt pK und p7, Hinterhand hat den Rest' — Verla»,s des Spieles: I. V. earZ M. carA H. carB — — 23. 2. H. pA V. pD M. cB 3. M. trA H. p8 V. tr9 4. M. tr8 H. pZ V. trZ = — 20. 5. V. trK M. tr7 H. cZ — — 14. 6. V. car9 M. c9 H. cK = Sa. ----- - 4. - 61 Schri'tleitung: Fr. R. Zen«. - Zwillingsrnnddrnck und Brrla, der Brnhl'schen Unioersiiats-Buch- und Steindrucker-,. Si. Lange, litießen.