Königsträume. Nomau von Karl Busse. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Ein kurzes Leuchten lief über das Gesicht des Abgesandten, als er in die Hand einschlug. Daun riß er die Mütze vom Kops: „So will ich der erste sein, der den künftigen König von Polen grüßt!" Napoleon Rutkowski wehrte -ab. Aber im stillen waren die wenigen Worte ihm Balsam. Sein Stolz, der in den Staub getreten lvar, richtete sich daran auf. In einer Hast, als müsse er sich selbst betäuben, sprach er von seinen Plänen. Wie er an der Spitze von Hunderten und Tausenden stnrmgleich daherbrausen, alles mit sich reißen, die Feinde vor sich herfegen wolle, das Schwert von Grochow und Ostrolenka in der Faust. Und was er nicht sagte, was er dachte, sprach Kasimir Rzonka ans. Als ein Feldweg abzlveigte, bat Kasinkir Rzonka um Entschuldigung und verabschiedete sich. Er hätte in Stral- kowo noch einiges zu erledigen. Er ritt davoll. Aber er bog nicht nach Stralkowo ab, sondern nach Milostowo, dem Gute des Herrn von Kozlowski. Graf Napoleon hatte ihn im nächsten Augenblicke vergessen. Was er aber nicht vergaß, waren die Worte: „So will ich der erste sein, der den künftigen Köllig von Polen grüßt!" Er berauschte sich daran. Fieberhaft glänzten seine Ailgeri. Er drohte hinüber nach der Gegelld, in der Nasgora lag: Eine Geißel lvitl ich flechten und schwillgen, die soll Wundnläler über ganz Deutschland ziehen! Er riess in beit Wind hinein. Er, die Gottesgeißel, wie sein großer Nameirsvetter, wie der erste Napoleon, der als Strafgericht über die Erde gebraust! Ja, war er denli wahnsinnig? Was phantasierte er denn? Er faßte sich an den Kopf, der Kopf lvar heiß. Uitb er gab dein Pferde die Sporen, daß es dahinfuhr, als lvollte es den Wind überholen. In Muchocin warf er dem ersten bestell Forlral diei" Zügel zll. Der Gaul zitterte: er lvar völlig abgetrieben. Mit scheuen Blicken nahm der Knecht ihn in Elnpfalig. Kllrz darauf trat Bartek Zychod aus dem Sck)loß. Seine Miene war betilinmerter als je, sein Gang unsicherer. Wie sein Herr aussah! Wie er'sprach! Er mußte sich frank fühlen! Langsam nahm er einen Zettel vor. Der Graf hatte ein paar Pulver ausgeschrieben. Kllba sollte nach der Apotheke reiten und sie holen. Das eine war gegen das Fieber. Das andere... Bartet Zyck-od schiittelte ben grauen Kopf „Es kann mancher nicht schlafen," murmelte er vor sich hin! „Und bei mir hilft fein Pulver dagegen!" Im Stalle standelr ein paar Kllechte Zusammen. Sie hatte'n dell Galll in lvolkene Deckeil gehüllt. Als Bartek Zychod seinen Auftrag ausrichtete und dem Fornal den Zettel übergab, zuckte der die Achseln. „Gegen die Wyli und das Totengespenst hilft feilte Medizin," flüsterte er und sah sich um. „Ich könnte Euch Geschichten erzählen!" Die anderen drängten näher. „Mach' zu und schwatze nicht!" schalt der Alte. Aber auch er setzte sich auf die große Fütterkiste. Und halb murrend sprach der Knecht: „Habt Ihr das Pferd gesehen? Schaut es an, wie es zittert; das Totengespenst lvar hinter ihin! Ms der Herr in Nasgora war und lvir durch den Wald znrückfnhren, sprang der Wyl plötzlich auf unseren Schlitten. Riesengroß war er und von schrecklicher Gestalt, und er sah oen Grafen an und rief ihm zu, und, an allen Gliedern zitternd, sprang der Graf auf. Ulld während ich nlich bekreuzte, stieg er aus dein Schlitten und schoß, aber der Wyl war längst im Wald Verschlvunden. Den Wyl trifft keine Kugel, und wer ihr: gesehen hat, sagt meine Großmutter, kann keillen Schlaf mehr finden, und lvird immer magerer, bis er stirbt. Ich rede nicht gern darüber, aber das Pulver, Bartek Zychod, wird vergebens sein!" Seufzend zog er den dicken Rock au, der ait der Stalltür hing. Die anderen führten ein Pferd heraus. Bartek Zychod blieb allein auf der Futterkiste sitzen. Er nickt fortwährend mit dem Kopfe. Er kannte die Wyli auch. Zwar ein frommer Christ sollte nicht daran glauben. Aber der Teufel hat viel Macht, und gerade zu Kriegszeiten gab es der Vorzeichen viele. Nur in einem hatte Kuba unrecht. Der Graf Napoleon Rutkowski starb nicht. Der überlebte sie wohl alte. Nein, in jener Nacht, die auch für ihn so schrecklich gewesen, lvar der König von Polen gestorben, sein König, an den er geglaubt, der. einzige, der das Vaterland retten konnte. Bartek Zychod hatte keine Tränen mehr, die Augen lvaren kalt und ausgetrocknet. Heute war auch der seltsame Fremde fortgeritten. Er würde auch nur nach Warschau berichten können, daß Graf Napoleon Rutkolvski, der Sohn des besten Ritters der heiligen Jungfrau, sein Volk vergessen habe. Schandr lag auf dem Geschlecht, dem er sein Leben laucj gedient hatte. Und gerade der brachte sie über die Familie, den er, Bartek Zychod, auf den Armen getragen. Er konnte nicht mehr schlafen, weit der Gedanke'ihn gepackt hatte, daß er, der Diener, Mitschuld habe an der Teimahmlosigkeit seines Herrn, daß er trotz allem den vaterländischen Sinn nicht genug in ihm gepflegt hatte. In schlveren Morgen träumen sah er die Sensenmänner drüben unter den Kllgelu der Russell sterben, und jeder brechende Blick war eine lvilde Anklage gegen den, der üppig hier in seinem Schlosse lebte, der keine Hand hob, um fein Volk zu retten. Aber weiter war's auch eine Anklage gegen ihn, Bartek Zychod. Immer von neuem mußte er daran denken, lvie es wohl wäre, wenn er die akte Flinte nähme und kstnüber- ginge. Ihm war, als müßte er durch Kamps und Tod eüteit 10 Teil bei Schuld tilgen, die sein Herr ans sich g.ladcn. Und mto dem Gedanken ward allmählich der Entschluß. „Ich- gehe!" sagte der Alte und sprang herab von der Siitierfifrc. Geschäftig, als wäre ihm neue Kraft verliehen, eilte er über den Hof in sein Zimmer. Ein Feuereifer ergriff ihn. Er nahni das alte Gewehr herab, umwickelte den starken Draht des Ladestockes mit Werg und begann, den Lauf zu reinigen. Es war eine mi'chseligc Arbeit. Dann ging es an die Rostflecke, die sich auf der Außenseite des Laufes gebildet hatten. Sie wollten und wollten nicht schwinden. Und während der Alte rieb, daß ihm die Arme lahm wurden, dachte er der früheren Zeiten, als er mit junger Kraft diese selbe Büchse geputzt hatte. An den seligen Herrn dachte er, an .Kampf und ^ieg. Und daun sank sein Haupt immer mehr. Denn nun dachte er daran, daß er nicht mehr mit einem Grafen Rutkowski arrsziehen würde, sonders allein. Der Arm wurde ihm lahm, doch er putzte fort. Fast ward ihm die Büchse zu schwer, doch er hielt sie fest. Sein Herz lvar noch schwerer. Eben wollte er an die Hauptsache gehen, an Hahn und Schloß, als ein Trab draußen ihn auf- nörte. Kuba war's, der schon aus der Apotheke zurückkehrte. Gr mußte scharf geritten ^ein. Der alte Diener ließ sich die Pulver voll ihnr geben. Bor der Tür des Arbeitszimmers! stand er eine ganze Weile still. Kein Laut war drinnen hörbar. Ob der Herr schlief? Aber was sein mußte, mußte sein. Bartek Zychod gab sich einen Ruck und machte sich steif. Dann trat er ein. „Es sind die Pulver, Euer Gnaden!" Gras . wleon saß am Schreibtisch. Er sah angegriffen ans, als hätte er viele Nächte ourchwacht. Aber das Fieber, das in feinen Augen geglüht, schien verschwunden zu sein. Sie waren jetzt fast starr; eine unbeugsame Entschlossenheit lag darin. So ruhten fietauf dem alten Diener. „Es ist gut. Lege sie hin." Er tat's. Ltber er ging nicht hinaus. Er blieb an der Tür stehen. „Was willst du noch, Alter?" Mit Gewalt zwang sich Bartek Zychod zu der steifen Hal- limg, um nicht in dieser schweren Stunde znsammenzu- brechen. , "?? et Gnaden," sagte er, und die Stimme zitterte trotz aller Anstrengung, „ich bitte um Urlaub, oder, wenn's nicht anders geht, um meine — Entlassung!" Weiter konnte er vorläufig nicht reden. Ein Schweigen entstand. Ms hätte er nicht recht gehört, hatte der Graf kurz und scharf einen Augenblick zu ihm hinübergesehen. „So, so, du willst fort. Hm!" Nack) einer Panse: „Sag' mal, Bartek, wie lange dienst du uns eigentlich schon ?' m "Euer Gnaden" — das Zittern ward stärker — „es wogen so fünfnnddreißig Jährchen sein!" „Das dachte ich mir. Und wohin willst du?" Der Alte schluckte uno schnaufte. „Nach drüben," sprach er leise. „. wartete vergeblich auf eine Antwort. Da wischte er ich m?t deni Aermel über die Augen, obwohl keine Träne in ihnen stand. „Ja, Euer Gnaden, ich will nach drüben! Ich halt's nicht mehr aus hier. Jede Nacht inuß ich denken, daß unsere Bruder kämpfen, und ich bin nicht dabei. -Jede Nacht liege ich ohne schlaf. Und ich werde erst schlafen können, wenn ich drüben wieder die Flinte inl Arm habe oder eine Kugel Mich trifft Deshalb muß ich fort, und ob ich am Wegrand sterbeii ]oll statt int Bett. Wenn der selige Herr von oben Nieder,ieht niüßte er sich wundern, wo der alte Bartek Zychod steckt Das will ich dem seligen Herrn und mir nicht antnn. Ec muß sich schon genug wundern!" Erschrocken hielt der Alte inne. Tie Worte waren ihm über die Lippen getreten, er wußte selbst nicht wie. Wer sein Herr schien sie kaum gehört zu haben. danr^gehe?"" Mer," sprach er langsam, den Stuhl zurück „Aber ich habe geglaubt, bn .iiitbcit Die kurze Zeit noch warten, bis ich mit- romme^ Du yair neben meinem Vater gefochten, so könntest dii doch auch neoen Mir im Kampfe stehen. Was meinst du ^ Barttk Zyck'-od ffattb steif, seine Angen wurden größer nno großer, -vn;n nberlies ihn ruckweise, gleichsam Glied für Glied, ein Schauer. Er schlug die Hände vors Gesicht und stöhnte. „Heda, Bartek Zychod, red' ein Wörtchen! Willst du wieder mit einem Rutkowski itt den Freiheitskampf ziehen odekr gehst du allein?" Da stieß der Alte einen Schrei aus. „Herr, Herr!" Und auf den Knien lag er vor ihnr und küßte ihm den Rock, küßte ihm die Schuhe, und lachte und weinte, weinte seit Jahren die ersten,, schweren Tränen. „Euer Gnaden, Söhnchen, Staschu, Napoleon." Die alten Namen stammelte er wieder, die er dem Kinde einst gegeben. „Heilige-Jungfrau, also doch, also doch! Laß mich nicht sterben, bis ich die Krone sehe, unser König! Mein Graf unser König! Uno auf diesen Armen hier..." Er konnte nicht sprechen uni) stammelte in halb schluchz zendem Jubel: „Hoch unser König, hoch der neue König von Polen!" Und wie ohnmächtig vor- Freude schlug er mit der Stirn hart gegen den Boden. „Du bist ein Narr, Alter," sagte Graf Napoleon wieder, aber es klang anders als in jener Nacht. Erst allmählich kaut Bartek Zychod zu sich, erst allmählich war er wieder der würdige Diener. Als er das Zimmer verlies, als er die Tür hinter sich geschlossen, taumelte er fast. Irr seinem Stübchen lag noch die alte Flinte. Schloß und Hahii mußten noch geputzt werden. Und Bartek putzte. Er pfiff und sang dabei, er warf den Lappen in die Höhe und fing ihn wieder. Er konnte es noch immer nicht begreifen. Vor einer Biertel- sttlnde noch hatte er den Lauf abgerieben, und sein Herz lag ihin in der Brust uiid drückte, als wär's ein Stein. Und nun? Nun, wo er den Hahn putzte? Nicht mehr sollte Schande lasten auf dein edlen Namen, nicht mehr Gram und Schuld ans ihm. Alles, alles sollte er noch erleben, was er geträumt und gehofft in der Jugendzeit, und diese seine Augen sollten die Krone noch glänzen sehen auf dem Haupte seines Herrn. Immer glänzender, blanker ward die alte Flinte. Er rieb und putzte, und dazu sang er aus verschollener Zeit das Lied der Kosiniery, der Sensenmänner. Nur einmal hielt er inne. Der Wyl war auf den Schlitten gesprungen, sagte Kuba, der Knecht. Aber der König von Polen starb ja nicht, der König von Polen sollte ja gerade auferstehen. Wem galt das Zeichen dann? Dem Grafen Rutkowski? Mürrisch schüttelte er den Kopf. Dumme Geschichten. Und lauter nur, wie um den Gedanken darin zu begraben, saiig er das alte polnische Freiheitslied, mit dem er einst,' an der Seite des besten Rätters der heiligen Jungfrau unter Michael Radziwill über die Weichsel gezogen war ' Von draußen aber warf sich der Ostwind, der „polnische Wind", atls Fenster, als tveckte das große Freiheitslied auch in ihm die wilde Sehnsucht und Erinnerimg an jene Tage die er einst gesehen. —• (Fortsetzung folgt.) Reichrgetreioestekle und Nahrungrmitlelamt vor 2000 Zähren. Von Geh. Postrat Prof. Tr. Fr. Preisigke in Heidelberg*). Tie einheitliche Regelung unserer Getreideproduktion und der Getreide- wie der Nahrungsmittelverteilung lenkt die Blicke zurück aus ähnliche Organisationen in früheren Zeiten. Ein jeder wird sich der bekannten MaMahmQi erinnern, zu denen Joseph im Aegypter- laud den Pharao aus, Grund der Teutimg seines Traumes be-, stimmte. Tatsächlich i,t Aegypten nicht nur in diesem Punkte, sondern mich sonst das Musterlaiid für die Organisation der Staatsverwaltung des ganzen Abendlandes. Unsere heutige Kultur weist hier viele Beziehungen auf, deren Wurzeln sich bis nach Aegypten hin verfolgen lassen.. Organisation der Behörden, Iueinander- - *) Die nachstehendeii für den gegemvärtigen Zeitpunkt besonders interessanten Ausführungen entnehmen foir dem im Berlage B. G. Teubner ,erschienenen 565. Bändchen der Sammlung: Aus ^sltur und Geisteswelt" ^dlntikes Leben nach den ägyptischen Papyri (Geh. M. 1,20, geb. M. 1,50.) Das Buch,, gibt einen Einblick rn das durch die Papyri — von denen zahlreiche Proben in Ueber- fetzung mitgttcilt fverden - uns in eiirzigartiger Lebendigkeit, vor die Augen tretende antike Leben in Aegypten, vor allem in die VMoaltimgsorganlsation, die durch, Vermittlung der Griechen und M?mer Mich dw letzte Grundlage unserer heutigen Einrichtimgen- «*5; -Insbesondere über Nahrungsmittel Hinter l>audelt em Ans- rm Dezemverhcft der „Internationales Monatsschrift für Wissenschaft, Kunst und Technik." greifen der Verwaltnngszwcige, Akt.n- und Schiristwesen, Füurnz- und Stenerwesen, das sind die Gebiete, auf denen die Griechen von den Aegypterti lernen konnten, aus dernn auch> später die Römer, nachdem' Aegypten römisch geworden war (30 v. Ehr.), weiter von Aegypten gelernt haben. Ta wir heute unter dem Einflüsse der römischen und anschließend der byzantinischen Welt stehen, so kommt es, dajß diele Einzelheiten unseres heutigen Ber- waltungswesons in ihren Wurzeln bis auf Aegypten zurückgel-en. Das ist kein Zufall. Die straffe Zentralisation der Verwaltung war in Aegypten nicht nur das Ergebnis des politischen Werdeganges, sondern auch ein Gebot der natürlichen Beschaffenheit des Landes. Aegypten ist eine langgestreckte.Wasserrinne mit schmalen Rändern Frnchtlandes, darüber hinaus dehnt sich rechts und links die Wüste aus. Tie jährlich zur bestimmten Zeit eintretende und von Süd nach Nord fortschreitende Ueberschwemmnng läßt sich nur dann für das Land genügend nutzbar machen, rvenn überall im ganzen Lands Kanäle und Schleusen rechtzeitig.und richtig bedient werden. Dazu bedarf es einer einheitliche Leitung. Ta von der Ueberflutungj wiederum Saat und Ernte abhängen, und da für den Korntransport zur Lliusfuhr nur der NU in Frage kam, so leuchtet es ein, wie notwendig eine einheitliche Verwaltung des ganzen Landes war. . . Die Hauptquelle des ägyptischen Reichtums war der Getreidebau, und die von den^Bauern gezahlten Mgaben bildeten daher die Hauptmenge aller Steuern. Der Bauer war sich seines Wertes wohl bewußt, und er tv-ußte auch, wjie sehr die Negierung bemüht war, Stockungen des Ackerbaues fernzuhalten; darum iesen wir häufig in den Papyri, wenn ein Bauer sich bei der Behörde üb^r dies mrd das beschwert, als Schlußsatz der Klageschrift, „damit nur mein Recht zuteil werde, und damit ich nicht behindert werde, meine Abgaben aus dem Landwirtschaftsbetriebe pünktlich und richtig abzuliefern". Nur bestand die Steuer des Bauern nicht in barem Gelde. Um Bargeld zu erhalten, hätte der Bauer sein Getreide erst verkaufen müssen; der Staat andererseits war in vor- und nachchristlicher Zeit Großkaufmann in Getreide, er führte riesige Mengen von Getreide über Alexandrien nach fremden Ländern aus, da war es das einfachste, w,eün ec das Getreide, das ec brauchte, von seinen Bauern als Steuer sich zahlen ließ. Deshalb geschah es, daß der Bauer seine Abgaben vom Boden nicht in Geld, sondern in Korn Zahlte. In jedem Torfe befand fick! vielmehr ein staatlicher Kornspeicher, von einem Speicherdirektor mit zahlreicher Beamtenschaft verwaltet, dorthin wurde die gesamte Kornernte ge- schaft, hier wurden die Kornmengen ohne räumliche Trennung der Einzelbestände in die Speicherräume verstaut und nur in den Lagerbüchern getrennt nach den Eigentümern aufgeführt. Jetzt wurden die Abgaben jedes Bauern von seinem Bestände buck- mäßig abgeschrieben, der Rest verblieb den Bauern als Guthaben, über das sie frei verfügen konnten. Unter diesen Umständen war es sogar möglich!, Zahlungen der Bauern unter sich in Korn statt in Geld zu leisten, und zwar auch, Zahlungen an einen Empfänger in einem anderen Torfe'und in eurem anderen Gaue; der Bauer des Torfes A. gab an den Staatsspeicher seines Dorfes Auftrag, an einen Bauern des Dorfes B. so und soviel Scheffel Weizen,' zu zahlen, der Staatsspeicher in A. schrieb diese Menge von dem Grtthaben des Auftraggebers ab, sandte ein Schreiben an deck Staatslpreicher in B., und dort wurde im Kontor des Empfängers dieselbe Menge gutgeschrieben. Ti^ verschiedenen Staatsspeicher des Landes rechneten daun miteinander ab. Das war also dasselbe Verfahren, das wir heute als Giroverfahren bezeichnen. Dabei darf man Nicht etwa glauben, daß diese Naturalzahlungen, wie bei Böllern niederer Kulturstufe, ein Zeichen unentwickelten Geld- Verkehrs seien, denn der ägyptische Geld-Giroverkehr stand in gleich hoher Blitte. ... Die Versorgung der Städte mit Nahrungsmitteln regelte sich be, uns bisher ohne besonderes Zutun der Behörden durch Angebot und Nachfrage von selber; erst der jetzige Weltkrieg hat ein Eingreifen der Behörden nötig gemacht. In Alexandrien bestand schon in ptolemäischer Zeit ein besonderes Mhrungsmittelamt, welches für rechtzeitige und ausreichende Herbeischaffimg der Lebensmittel für die Bewohner der Weltstadt zu sorgen hatte. In römischer Zeit (nach Ausweis der Papyri seit dein 2. Jährh. n. Chr.) belaß rede Gauhauptstadt ein Nahrnngsmittelamt mit bei; gleichen Verpflichtung für den Bereich der Gauhauptstadt. An der Spitze dieses Amtes stand in Oxyrhynchos ein Kollegium von zwölf beamten mit dem Titel «üön'napvo». fEntheninrchfii', von beite i\ je sechs in jedem Monate abwechselnd die Leitung in Händen, halten. Ihr Arbeitsfeld muß also nicht gering gewesen sein Sie überwachten und regelten den 2lnftrieb von Schlachtvieh mtb die Zufuhr von Getreide, sie überlvachten das Mahlen des Getreides und das Brotbackcn forme das Beschicken der Märkte mit Eiern- Früchten ft. dgl. Tas Nahrungsmittclamt war eine städtische Behörde, doch unterstand sie der Llufficht des Gaustrategen, also der Staatsbehörde. Der Gaustratege ist es auch, der z.B Vertage mit den Schweinezüchtern abschließt, Nur den städtischen Markt mit Schweinefleisch ausreichend zu versorgen. In der Berliner Urkunde 92 (187 n. Chr.) verpflichtet sich 'ein Schweinezüchter eidlich, seine Verpflichtung gewissenhaft zu erfüllen: „Ich erkläre hiermit, indem ich schwöre bei dem Genius unseres Kaisers und Hern: Markus Anrelius Koimnodus Antonius, daß ick 165 Schweine liabe, die ich füttern will zum! Auftriebe aus die Markte von Pfenbellichis. und ich werde sie liefern, sobald du es verlangst." Später gehen die Geschäfte dxs Strategen auf den Logisten über, daher empfängt nun dieser solche Erklärungen, z. B. im Oxyrhynchos-^Papyrns 83 vom Jahre 327 n. Ehr.: ,,An Flavins Thennyras, Logist des oxyrhynchitischen Gaues. Ab- seirdSr sAurelius Nilos, Sohn des Didymos, aus Öxyrhynchoe, Eierhändler von Beruf. Ich erkläre hiermit, iiidem ich schwöre kaiserlichen heiligen Eid bei unseren Heeren, dem Kaiser und den Zäsaren (als Mitregeltten), daß ich den Verkauf von Eiern auf dein Markte öffentlich vornehmen will, zum Besten der genannten Stadt, ftnd zrvar Tag für Tag ohne Unterbrechung, und nicht soll es mir hinfort gestattet sein, unter der Hand oder in meinem Hause Zu verkaufen." Wie zeitgemäß mutet uns dergleichen an! Die Erfindung. Bon Alfred Bratt. John Higgs, der Präsident, Generaldirektor und Hanptbesitzer des „Trust zur Verwertung von Erfindungen jeder Art", saß in der achtunddreißigsten Etage des Trnstgeschäftshanses in seinem Arbeitszimmer vor deni Schreibtisch. Es war Hochsommer. Tie Hitze lag wie unsichtbares flüssiges Blei in der Luft lind bedeckte die Turmdächer New Borks mit eiuer Schicht glühenden Steinstaubs. Tie Vormittagssonne gleißte über dem Panorama des Häsens, zerflimmerte die WeUen, hüllte die großen Dampfer und kleinen Fährboote in einen golden-weißlichen Tunst und blendete über^den granitenen Kais und den Anlegepiers. . Im Arbeitszimmer des Präsidenten John Higgs schien die Luft zu kochen, trotzdem die Fenster weit offen waren und dis Schaufelräder dreier riesig« Ventilatoren an der Decke sich unablässig mit surrendem Brummen im Kreise drehten. John Higgs saß in Hemdärmeln und sah die Post durch, die der vor ihm stehende Sekretär ihm — ein Stück nach dem anderen' — überreichte. Von Zeit zu Zeit schob John Higgs erschöpft den Berg von Briefen von sich. — Uff . . . diese Glut war kaum zu ertragen! , . Und dazu diese Flut von Schreiben! . . Seit der Trust zrcr Verwertung von Erfindungen jeder Art seinen Betrieb eröffnet hatte, war kein Tag vergangen, ohne daß nicht mindestens fünftausend Briefe einliesen. Tie mooernc Welt ist bekanntlich nickst arm an Erfindungen — oder glaubt roenig- stens nicht, es zu sein — und gewiegte amerikanische Stattstiker haben berechnet, daß in den Vereinigten Staaten, deren Klima dem Erfindergeist ganz besonders günstig zu sein scheint, im Durchschnitt nicht weniger als! zwei Erfindungen stündlich gemacht lverden. Man kann sich denken', daß der Trust danach nicht wenig zu tun hatte. Ter Präsident John Higgs rvar ein ebenso geschäftskundiger wie berühmter Mann. Er kaufte jede Erfindung auf — mochte es sich um ein neues Schuhputz mittel, um Gedankenlesemaschinen, Phantasieapparate oder weiß Gott loas handeln. Trotz dieser Kauflust, die in geschickter Weise auf den Bluffsinn des heimischen Publikums spekulierte, hatte der Trust natürlich täglich eine große Mengen von Erfindungen zurückznweisen, bei denen nichts rveiter „Erfindung" war, als der Name. John Higgs trocknete sich die Sttrn ab. Dann setzte er die Durchsicht der Briefe fort. Sie mußten trotz Hitze und Blödsinn gelesen lverden, denn man konnte niemals wissen, welcher Schatz vielleicht in irgend einem der Schreiben verborgen war. „Ter Friseur der Modedame in der Westentasche", murmelte Äiggs, „altes Zeug . . . haben wir schon in vier verschieden cri Systemen . . . Tas geräuschlose Klavier . . . fauler Zauber, abgetane Idee.' . . . Tie Zalmbürste als Kamm und Füllfederhalter, nicht übel, aber bereits seit fünf Wochen überl-olt!" . . . .Higgs schüttelte ärgerlich den Kopf. Lauter unbrauchbares Zeug heute! . . . Ein schrilles Klingeln. Tas Tischtelephon. Ter Sekretär ging an den Apparat. „Wie? .... Ten Herrn Präsidenten persönlich? .... Wer find Sie? .... Ter größte Erfinder der Gegenuxirt! ... Ist das nicht'ettva auch eine Erfindung? .... Wie? .... Sacke von höchster Wichtigkeit! .... Na, einen Augenblick . . John HiggS seufzte leise, dann ergriff er den Hörer, um mit dem „größten Erfinder der Gegemvart" zu sprechen. „Gilten Tag, Herr Präsident", tönte eine Stimme dnrck bn* Telephon. „Sehr liebenswürdig- von Ihnen, mich anzuhören.! trotzdem Sie gerade drei geöffnete Briefe vor sich (iegen haben." Higgs zuckte unwillküttich zusammen. „Wie? . . Was? stotterte er dann in die Sprechmuschel, „woher wissen Sie das?" „Ich weiß es, Herr Präsident." erividcrte die Stimme durch den Apparat. „Ick) lvciß es ebenso, wie ich Ihnen Mitteilen kann, daß Sie soeben die Briefe auf die Tischplatte fallen ließen. Wahr scheinlich ein wenig aus Erstaunen, wie? Kann ich sehr gut verstehen; würde mir wabrsckxinlich genau so gehen, wenn ick an Ihrer Stelle wäre. Im übrigen würde ick Ihnen raten, bet dreier Hemden aus dem patentierten „Kühlstofs" zu tragen, den Sie in. soviel ich rveiß, selbst in Vertrieb haben . . Sie uumtvnt ick. daß ick etwas von dem Stofs Ihrer Hemdärmel ivciß? Aber .! bitte Sie, da Sie den Rock ansiiezogen haben, ist da-- druckt " 11 cr kein besonderes Kunststück. . 12 frier setzte John friggs b-cit .fröret ab Der Schweiß WM ihm auf die Stirn getreten — aber nicht nur vor Hitze. ..Verteufelt!" murmelte er, „ich glaube, ich bin verrückt ge- tvvrden! . . . .Ter Kerl am Telephon sieht auf irgend eine geheimnisvolle Art . . oder aber — ich bin reif fürs Irrenhaus!" „Herr Präsident," erklang da wieder die Stimme, „Sie greiseil sich an die Stirn. Sie sind verblüfft, he? . . . Freut mich. Freut mich ganz außerordentlich. Gutes Zeichen für mich und meine Er- sindung." „Herr des Himmels," brüllte jetzt friggs halb entgeistert, halb wütend in den Apparat' „sind Sie ein Geist, Mann, oder ein unbekanntes Genie." „Natürlich das letzere, Herr Präsident! . . . Halten Sie mich jetzt für würdig, Jhlren meine Erfindung — das „sehende Telephon" — anzubieten?" . „Machen Sie keine Witze," rief der Präsident zurück. „Mache ich auch nicht," erwiderte die Stimme. „Oder wollen Sie leugnen, daß Sie sich jetzt schtneuzen? U-ebrigens, mit einem hellgrünen, braun eingefaßten Taschentuch, wie ich sehe!" . . .* Higgs prustete vor Aufregung. Kein Zweifel, hier konnte kein Schwindel vorliegen. Ter Fremde am Apparat sah wirklich durch das' Telephon? „Hallo, hallo," brüllte friggs. Kommen Sie sofort herüber, Mann Gottes! Ich Paufe Ihre Erfindung! Ich zahle jebcit Preis! Kommen Sie! ..." Er legte den Hörer auf die Metallgabel und ließ sich fassungslos in den Schreibsessel fallen. — Kaum fünf Minuten später meldete der Diener, daß Mr. Fox, der Erfinder des „Sehtelephons", da sei. Gleich darauf stand Herr Fox leibhaftig im Zimmer. Er ivar ein noch junger Mann. Kaum meh» als Zwanzig. Sein Anzug war sauber, aber nicht gerade kostbar. Seine Augen waren klein, lintb der Präsident tarierte sie nM dem? KeulnerdAck seiner Geschäftsübung auf „listig" und „phantasievoll". Mr. Fox verbeugte sich, murmelte seinen Namen und ging dann sofort aufs Ganze, indem er ruhig fragte: „Also — wieviel zahlen Sie?" „Wenn Sie mir Ihre wunderbare Erfindung vorgeführt haben," begann friggs vorsichtig . . . .. -Erlauben Sie!" fuhr Mr. Fox dazwischen. „Genügt Ihnen die Prooe nicht? Dann kann ich ja wieder gehen und mich an einen anderen Geldmann wenden." Dabei drehte er sich auf dem Absatz um. „Halt!" rief der Präsident. „Um Gottestvillen, bleiben Sie! . , Natürlich bin ich überzeugt. Wer könnte nach unserem Gespräch tuxf> zweifeln? Aber ich muß doch die Erfindung — ich meine den Apparat oder was es ist — doch sehen. Tie Aussüh- rungskosten berechnen und so weiter . . ." „Gerne," erwiderte 'Mr. Fox liebenswürdig. „Sehr gerne. Doch vor allem bitte ich Sic um einen Vorschuß!" „Wieviel?" ^ „Fünftausend Dollar, schätze ich, wird nicht zu hoch sein. Das ist die geringste Garantie, die ich verlangen muß, bevor ich Ihnen mein Mittel zeige. Geben Sie mir einen Scheck a!uf die Summe, ünd ich bringe Ihnen in einer halben Sstmvde die Erfindung inZ frans." Ter Präsident zögerte einen Augenblick. „Gut," sagte er dann. Einrge Minuten später war Herr Fox mit dem Scheck abgezogen. Ter Präsident wartete. Er war vor Spannung unfähig, zu arbeiten Eme Viertelstunde verging. Zwanzig Minuten. Neun- Unrnwauzig ... Ta trat der Diener wieder ein und überreichte ein „dringendes" Expreß-Stadt-Telegramm Ter Präsident brach es aus und las: „Bester Herr Higgs! Begeben Sie sich in das Telephonzimmer in der achtimddreißigsteir Etage deö Ihnen gegenüberliegenden Hauses und blicken Sie während des Sprechens durch das Fenster Tann inerden Sie ebenso klng sein wie ich' Mit bestem Gruß und herzlichen Tank für die Fünftausend, Ihr ergebener Fox." John Higgs ließ sich/ an diesem Tage nicht mehr ans Telephon rufen. vüchertisch. — Eva Merl y n. Ein Buch des Frühlings unb der Liebe. Bon Johannes Wiegand. Geheftet Mk. 3,50. Gebunden Mk. 5,—. Verlag Grellstem & Co., G. m. b. fr., Leipzig. — Der Roman be- handelt in ivunderooll dichterischer Art die tiefe und große Leidenschaft eines Mannes, den eine wahre Liebe packt. Der Roman ist ästhetisch so fein, wunderbar schlicht und lebendig erzählt, daß mau init den Menschen sozusagen leiblich verkehrt. Er erzählt dabei eme Fülle tiefer und edler Gedanken über Liebe lind Ehe. Die ii?i> fniS [ 4. r.f\ ^r.« r * einzelnen. leifoneu sind außerordentlich scharf herausgemeißelt, obendrein ist das Ganze in tiefe Stimmlmg getallcht. Der Alltor ist e:n glänzender Stilist, dem es auch gelingt, die kleinsten schattenhaftesten Gefühle darznstellen. — M \ t der Garde i in O st e n. Feldbriefe und Kriegs- Tagebnehblätter vo»i Lic. theol. Eberhard Naumann, Domprediger -n fralle i3aale), vokn 1. Dttobet 1914 bis I September 1915 frei.vil.'lger Feldgeistlicher bei der 4. Garde-Jnfanterie-Brigade vielen Kunstbeilagen unb mehreren Ueberstchtskarten. Pret' 3 Mk. — Der früher erschienene Band »Mit der Garde m Welten" hat eine ausgezeichnete Äusnahnte tm Heere flcfunbeu ^Jclbe Eillzelbände sind ilunmehr oncfr tu einem Bande ge- bllnden zunl Preise von Mk. 5,— für das in Leinen gebundene Exemplar erhältlich. — frans Grimm: Der Gang durch d e n €> a n & und andere Geschickten aus südafrikanischer Not. Umschlag- und Embandzelchmmg von Heinrich Jost. Preis c, h (et 5 Mk., in Leinen g wunden 7 Mk. Verlag von Albert Langen in Müncheil. „Geschichten and sndasrikallischer Not^ hat einer unserer be,ten Kenner Südafrikas geschrieben, und einer, der daß ferne raub mit schöpferischen Knnstleraugen gesehen hat mld Kunde von dem zu geben weiß, was er sah unb innerlich erlebte. Es ist die Kriegsnol, die allen den Erzählungen den Hintergrund gibt. Sie spielen teilweise im Bnrenkriege, teiliveise im heutigen Weltkriege. Aber es ist dennoch kein Kriegsbnch, das uns hier geschenkt wird, sonderi» ein Buch von Menschen, höchst lebendigen, ihr Dasein stark erlebenden Menschen. Wie atls Granit gehauen, stehen die'e Gestalten in großen, einfachen Umrisseil vor uns, jeder mit beid n 6"ßen fest ans dem Boden seines Volkstnms, ob Deutscher ober B"r, Engländer, Schwarzer oder Brauner.' Der große epische Zug gegt durch alle diese Geschichten, so verschieden sie ihrem Stoffe nach auch sind. Artur Fürst und Alexander Moszkowski, Das Buch 5er 1.0 0^) W " nder. sUmschlag- und Einbandzeichnung von Lu- cran Bernhard. Preis geheftet 6 Mark, in Leinen gebündelt 8 Mark. Verlag von Albert Langen in' München. - Hier haben wir ein neues Werk, .das im Bereich der Literatur einen eigenen! Platz entnimmt. Es hält in überraschender Weise genau die Mitte zwischen einem Unterhaltungsbtlch unb einem populär-wissenschaftlichen Werk. Wer ,es als einen großen Weltall-Roman voll außerordentlicher Begebenheiten liest, wird befriedigt sein. Aber auch wer Belehrung flicht, findet eine fast erdrückende Fülle unterrichtender Materials. Es ist eme Perlenkette des Wunderbares aufgereiht, deren einzelne Glieder, iveun sie an den Augen brt Lesers vorüberziehen, diesen immer von neuem staunen lassen, Mit großenr Geschick haben die als glänzende Darsteller wissenschaftlicher imd technischer Probleme bekannten Verfasser aus dem Riesenreich der Wissenschaft die interessantesten Tatsachen mitgeteilt, deren Inhalt einen großen Kreis kräftig anregen und aufs tiefste iimerlich ergreifen muß. Das ganze Buch ist ein Hohes Lied auf die Herrlichkeit der Schöpfung, das in großartiger und, klarer Melodie ertönt. Bon den sieben Weltwundern der Alten geht es zu den modernen Bauivundern, wir hären von den Wun dern des Menschenlebens, den körperlichen ivie den geistigen: aus dem Tierleben werden uns so erstaunliche Dinge offenbart, daß man ein Märchenbuch zu lesen glaubt. Höchst anregende mathematische Probleme und entzückende Spielereien zugleich enthält die Abteilung Zahlenwunder; die Wunder des Wahns erzählen von den merkwürdigsten Verirrungen der menschlichen Seele, das der Mystik gewidmete Kapitel schildert geheimnisvolle, oft seltsam erschütternde Erlebnisse solcher Menschen, die sich von Geistern umgeben glauben. Auf einem frochiveg der Wissenschaft wieder wEndetn ivir, ivenn wir von den Wundern der Hrde imd den Wundern des Himmels lesen: hier werden die prachtvollsten Blätter aus dem großen Buch der Natur vor aller Augen weit anfgeschlagen. Ueberrascheudr Seltsamkeiten bringen die Wunder der Sprache, und die Wmrder der Schönheit stellen uns die annrutigsten Kinder der Mutter Natur in blendendem Lichte vor. „Das Buch der 1000 Wunder",, das als ein stattlicher, vorzüglich ausgestatteter Band im Verlag Albert Langen in Münchetr erschienen ist, bedeutet eine wichtige Bereicherung unserer Literatur. Es wird jedem, der es liest, Genuß und Belehrung zu-gleich gewähren. Auch für unsere reifere Jugend ist es sehr geeignet, und es kamt auch zur Versendtmg an unsere Krieger im Felde bestens empfohlen werden, da es kaum ein zwei tes Werk gibt, das eine solche Fülle von Bekehrung in unterhaltenderer und faßlicherer Form darMe. 5kat-Ausgabe. Mittelhand erhält folgende Karte: u V + + + + + V <2 v 7 c>c> Q <2> J Sie tourniert Treff-Buben und sagt mm Grand an; im Skat liegt noch Pique-Sieben. Das Spiel geht verloren. - Wie waren die Karten verteilt und wie wurde gespielt? Auslösung in nächster Nummer. Auftösung der Charade in voriger Nummer: Mangel (Wäscbrolle), Hast; mangelhaft. Schrinleitungi Fr. R. Ziuz.-Zwiliiugsruuddruck und Verlag der Brühl'schen Universitätr-Buck- und Steindrückerei. R. Lauge, Gießen.