Königsträume. Roman von Karl Busse. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 9. Kapitel. Als Napoleon Rutkowski ain nächsten Vormittag zu Pferde stieg, zitterte er wie im Fieber'. Eine fast ganz durchwachte Nacht lag hinter ihm, ein Tag vor ihm, der wie kein anderer seines Gebens gewaltige Entscheidungen bringen sollte. Da er Zeit hatte, ließ er das Pferd langsam gehen.. Viele- Hunderte Male hatte er diesen Weg gemacht, niemals in .dieser Nervenspannung wie heute. Wenn er die gleiche Strecke zurückritt, war alles erledigt, alles entschieden. Es war eigentlich kaum daran zu zweifeln, daß Hanna von Graßnick seine Werbung annehmen, daß ihr Jawort seine Zukunft nt die alten, sicheren Bahnen lenken würde. Und doch, wie ein Schulbnbe zitterte er, wenn er an sden Augenblick dachte, wo er ihr gegcnübertreten, wo er ihr die bestimmende Frage vorlegen sollte. Hatte er eine geheime Furcht vor einem Nein? Vor einem Nein, das seine ganze Natur aufwühlen, das ihn in die schwersten Kämpfe verstricken mußte? Er atmete tief. Die Aufregung des gestrigen Tages, die schlaflose Nacht hatten ihn mitgenommen. Bald fühlte er sich uralt unb zerschlagen, bald klopften alle Pulse fieberhaft/ Jetzt tat die frische Lust ihm wohl: sie machte den Kops, klarer. Im Galopp sprengte er eine Strecke dahin. Plötzlich rutschte der Gaul etwas ails, und beinr Weiterreiten merkte der Graf, daß an dem Hufe des rechter! Vorderfußes nicht altes in Ordnung war. 'Er stieg ab und unterrichte. Nichtig, das Eisen hatte sich gelockert. „Pech!" mur- melte er vor sich hin, und als wär's eine böse Vorbedeutung, flog ein Schatten über sein Gesicht. Nun, Nasgora war nahe, und das Eisen hielt wohl auch noch auf dem Rückweg, wenn er das Pferd vorsichtig gehen ließ. Er zog die Uhr. Der Zeiger ging auf zwölf. So kam er gerade zurecht. Jetzt die Zähne zusammenbeißen und eine schneidige Attacke reiten, wenn man auch nicht Dragoner-Offizier war. Der Gedanke an Versen kam ihn« gerade, als er in die Kirschbaumallee einbog. Im Schloßhvs übergab er sein Pferd einem Knecht, der es langsam herunisühren sollte, ohne den Sattel abzunehmen. Dann stieg er die Freitreppe empor, und ivenig^ Minuten später stand er vor Hans Albert von Graßnick. waren beide nicht ganz sicher. Der Baron begann von der Jagd, schimpfte aus die Leute, erklärte den. Winter für eine unangenehme Jahreszeit und drückte sich um die Frage, was Rutkowski eigentlich wolle, mit vielen Worten herum. Rutkowski merkte es. Da ward er ruhig. .-Verzeihung, Herr Baron, Sie f>abcn meinen gestrigen Brief erhalten?" Hans Albert prustete. „Natürlich, lieber Graf,' hm, was ich sagen wollte, was ist «denn nun los?" „Darf ich um einige Minuten Gehör bitten?" „In drei Deubels Namen! Entschuldigen Sie. Ich habe nämlich Aerger mit den Leuten, da bin ich wohl kratzbürstig. Aber schießen Sie los!" Hans. Albert war doch nicht ganz so sicher wie sonst. Die Kraftworte waren da, aber sie lvurden nicht mit der saftigen Natürlichkeit herausgepoltert: sie schienen beinahe beab sichtigt zu sein, um eine halbe Verlegenheit zu verbergen. „Nun gut! Ich hatte die Ehre, öfter in Ihrer Gesellschaft verkehren zu können, Herr Baron. Ich hoffe, daß Sie mich dadurch als anständigen Mensckzen kennen gelernt haben. Ueber meine "Familie, nreinen Adel brauche ich nichts zu sagen. Wir sind stets stolz darauf geroesen, zu den ersten und ältesten Geschlechtern Polens zu gehören. Daß der Familienbesitz, der in meinen Händen ist, dem Namen und Stande entspricht, darf und muß ich des weiteren hinzufügen. Mucho- cin und — " Skhdlelvo, wollte er sagen, aber er kam nicht dazu. i,Al(e Wetter," polterte der Baron, „das klingt ja gerade so, als wollte ich Ihre Ställe revidieren." Mit roten: Gesicht war er aufgesprungen. Und er fuchtelte mit dem Krückstock, als wollte er dceinschlagen, obwohl er nicht im geringsten zornig, sondern nur gräßlich verlegen war. Rutkowski kannte ihn. „Nein," erwiderte er, „Sie müssen schon weiter zuhören. Ich wollte nur sagen, wie die Verhältnisse liegen. Denn ich bin hier, Herr Baron, um mir das Teuerste zu erbitten, was ein Vater vergeben kann. Kurz: Ich bitte Sie um die Hand Ihrer Tochter. Als ehrlicher Mensch bekenne ich Ihnen, daß ich Fräulein Hanna schon lange von Herzen liebe nnb verehre, und daß ich hoffe — " Krach! dröhnte der Krückstock ans die Diele, daß der Graf erstaunt innehielt. Stiernackig und grollend saß Hans Albert da, die Blicke auf der Erde. Er hatte die Ellbogen auf die Knie gestützt und schob jetzt den Krückstock, mit den: er den Schlag geführt hatte, in der Dielenrinne auf und nieder. „Herr von Rutkowski," grollte Hans Albert, nachdem der (Aas seine Werbung vorgebracht hatte, „der Deubel soll mich bei lebendigem Leibe vraten, wenn ich nicht gestern nach Ihren: Brief schon Lunte gerochen habe. Nehmen Sie mir das nicht krumn:, aber daß die Sache mir nicht gerade angenehn: ist, kann sich jeder Mensch an seinen zehn Fingern abzähten. Da sitze ich hier auf ^kasgora und ziehe rneinen Kohl. Meine Frau ist tot. Hat mich oft genug geärgert, aber war sonst ein gutes Weib. Wen habe ich noch? Mein Junge ist beim Militär und wäre unglücklich, wenn er den bunten Rock ausziehen müßte. Bleibt gerade noch das Mädel. Und nun kommen Sie und haben nichts Besseres und nichts Schlechteres vor, als mir auch noch das Mädel wegzunehmen. Und dafür soll ich womöglich noch Krokodilstränen heulen und Sie gerührt umarnren! Ist das nicht wnwückt? Das mag ein Vater tun, der ein halbes oder 2 gonzes Dutzend holder Jungfräulichkeiten herumlckusen hat. Mer ich habe nur die eine. Na, nichts für ungut, ich wollte damit nur sagen, daß Sie sich nicht wundern sollen, wenn ich keine Jubelarien singe." „Aber, »nein Gott," unterbrach, ihn Rutkowski etwas geärgert, „Sie können doch unmöglich verlangen, daß Fräulein Hanna deswegen nicht heiratet!" „Bomben und Granaten, !vcr tut denn das? Ich etwa? Fällt mir nicht ein! Die Weiber fiiib zum Heiraten da! Aber es braucht doch nicht gleich zu sein! Glauben Sie etwa, daß ich gerade viel Sehnsucht habe, Großvater zu werden? Wenn's drauf und dran kommt und mir das Mädel wirklich wegeskainotiert wird, heirate ich schließlich noch selber! Basta! '' „Ja, und im übrigen steht es leider einmal fest, daß Sie einen Antrag gemacht haben. Was sollte ich gegen ,Sie haben? Gar nichts! Jeder andere, wenn Sie das trösten kann, wäre mir wahrscheinlich noch weniger angenehm, wem: er mir mein Mädel partout wegnehmen will. Wie gesagt, lieber Graf, ich schätze Sie ganz aufrichtig. Aber daß es gerade die Hanna sein muß! Dafür ist man nun Vater! Und um auf Ihre Angelegenheit zurückzukoinmen: es ist sehr vornehm von Ihnen, zuerst zu nur zu kommen. Mer da Sie mich doch nicht heiraten »vollen, so hat hier Hanna und niemand anders das letzte Wort zu sprechen. Will das Mädel Sie haben, so ist die Sache erledigt. Dann hat sie ihr Glück oder Unglück sich selbst zu verdanken. Ich habe nur darauf zu sehen, daß sie keinem Schurken in die Hände fällt, sondern einem anständigen Kerl. Und ist er anständig, so mag er meinetwegen sogar bürgerlich sein, ob mir das Herz auch dabei bluten möchte. Doch so habe ich mir's vorgenommen, und schließlich gebe ich ja nicht meinen alten, guten Namen weg, sondern sie. Das ist meine Meinung. Ach will mit den Weibergeschichten nichts zu tun haben. Und, der langen Rede kurzer Sinn: Wenn der Himmel Sie also zu meinem Schwiegersohn bestimmt hat, so mag's § ut fern, denn ich kenne Sie und achte Sie. Mehr kann ich ihnen nicht antworten. Das andere, die Hauptsache, müssen Sre mit meinen: Mädel schon selbst ausmachen. Ich schicke Sre Jbnen herein, und dann legen Sie in Gottes Namen von Liebe und ähnlichem Zeug los. Zch gehe derweilen erneu Kognak trinken. Wenn Sie serng sind, dann lassen Sie's mich gütigst wissen. Amen!" Hans Albert stapfte nach der Tür und verschwaiid. Man Ihn rufen. Der Ruf durchdröhnte das ganze Schloß. Kopfschüttelnd hatte Napoleon Rutkowski ihm nachgesehen. Das nannte sich nun Brautwerbung. Eigentlich hatte er sich die Sache doch anders vorgestellt! Dieser deutsche Baron war wirklich zum Heulen! Da bekam er einen netten Schwie- aervater Ein etwas ironisches Lächeln flog um seinen Mund. Treppe" ^ ^ ^^nblicke hörte er leichte Schritte auf der „Rufst du mich?" fragte Hannas Stimme. „Aufzuwarten!" bruinmte der Vater. „Geh' mal in Mein Zimmer!" J „Wci, und?" „Ist deine Sache! Mach', was du willst'" Gleich darauf öffnete sich die Tür. Neugierig und vcr wundert trat Hanna ein. J „Ah!" entfuhr es ihr, als sie den Grafen bemerkte. Sie W.tesofvrt, was er wollte. Eine dunkle Röte flog über ihr V^rbeugt^ber m ' ild fomTte f ie nicht mehr. Er hatte sich tief „Herr Graf?" sagte sic seltsam. „ n"^rer, Gnädigste!" Und als er ihr die Hand gerußt. ,,^ch wollte mich nach dem Befinden erkundigen aber ein einziger Blick sagt mir, wie überflüssig das iftr Hastig griff sie die Worte auf. . ..Ich bin ja gottlob niemars krank. Das habe ich von Vater. Ich neig gar nicht —" 2Bie suchend sah sie nach der Tür. , c*''~ ei nr^nron hat nur einige Anordnungen zu " L Es freut mich von Herzen, daß >nir dadurch ^ ?^ben wird, m,t Ihnen zu pla.idern. Wenn man LVu'K'LfuiLiV" ivnhrlich sich gesetzt und schweigend auf einen Stuhl ge- U'cht an und zupfte unablässig an einer Troddel des Sessels, in dem sie Platz genommen „Ich sollte merneu," erwiderte sie. daü bei der -viiss- von Arbeit, die doch mit der Bewirtschaftung zweier großer verkiiüpst ist, die Einsamkeit weniger empsniiden Güter wird/' .Arbeit füllt den Menschen wohl nie ganz aus. Oder sind Sie anderer Meinung?" Sie zuckte die Achseln: „Wie könnte ich das sagen?" _ „O, ich bitte sehr: Die Jugend wird die Frage am richtigsten beaiitlvorten." „Weil sie die wenigste Erfahrung hat, .Herr Graf^' „Nein, weit sie die größte Sehnsucht hat." Einen Augenblick schlug sie die Augeii auf. „Ich verstehe Sre lucht ganz." „Soll ich das wirklich glaiibeu, Giiädigste? So lveuig keimen Sie die Sehnsucht? Diese Sehnsucht, die uns eben iininer von iieuenl sagt, daß Arbeit ein Leben doch nicht ganz ansfüllen, ein .Herz doch nicht gaiM befriedige,: kann? Man nennt die Deutschen sonst gerade bas Volk der Sehnsucht!" Sie zögerte etwas. „Sehnsucht eiitsteht nur da, wo fählt. Wenn ich alles, was ich mir wünsche, besitze, wo soll da die Sehnsucht Herkommen?" „Dar:,: sind Sie sehr glüchtichl vdevsehri unglücklich." „Waruui gleich so extrem, Herr Gras? Nennen Sie es zufrieden!" .Das können Sie nicht sein!" Ah!" Mit halbem Lächeln lehnte sie sich zurück. „Wissen Sie das- so gut?" Mit den halb geschlossenen Augen sah er sie au. „Viet- lcicht, denn wie kann ein Mensch zufrieden sein, vor dem das Höchste, was das Leben bieten kann, noch unerreicht liegt? ^ch glaube Ihnen nicht, gnädiges Fräulein, daß Sie hier ganz zufrieden sind. Ich glaube nicht, daß Sie hiugehcjn einen Tag wie alle Tage ohne die große Sehnsucht ::ach etwas Neuem, nach einem heißeren nnb schöneren Leben. Ich glaube nicht, daß Jugend ohne Sehnsucht nach Jugend ist'" r. ^lne Worte selbst waren heiß gefärbt. Ueber die Gestalt dev Mädchens lief ein leichtes Zittern. Sie blieb stumm und hatte die Hände iit den Schoß gelegt. . Da lachte der Graf plötzlich halb für sich, ein kurzes, unsicheres, lerses Lachen. „Da müheii wir uns ab, Worte z:l machen und Schaum ru schlagen, wie man es sonst auch tut. Und trotzdem hat mich wahrlich heute etwas anderes nach Nasgora geführt. Wissen Sre das nicht, was es ist?" Er stand auf. Die schmale Rechte spannte sich um die Lehne des Stuhles. ,^Jch habe eben Jhreui Herrn Vater gesagt, Fräulein Hanna, daß ich die große und wilde Sehnsucht habe, daß ich Tag und Nacht nur au eins denke, und das sind Sie daß ich unt meiner großen Liebe nur hergekommeu bin und hier vor Ihnen stehe, um mein Urteil zu erwarte::." (Fortsetzung folgt.) 3m voriibergeheri. Mon Paul Alexander Schettler. (Nachdruck verboten.) H ans. Jeden Morgen steht er am Bürgersteig m:d wartet auf mich- wahrend seine Gebieteriil mit Blechkcnine und Schövfmaß in die Hauser geht, um die frische Morgeiimilch zum KNegskaffee zu verschenken, stcht Haus, der Karrengaul, geduldig, ein Philosoph, und schaut ins Leere. f Aber, ist auch sein Geist vielleicht in unfruchtbare Gedanken- igange venrrt, er kemrt meiucsi Sck«t und wendet den Köpf wenn w mich kommen hört. Das Schicksal hat es gefügt, daß ihn iust fern Geschäft in meine Straße führt, wenn ich ins Bureau gehe. Das geschieht leben Morgen Schlag V 2 8 Uhr, pünktlich Tenn w:e Bureaumenschen muffen auch Milch karren gä ule die Tugend der Kviiige zlu der ihrigen machen. . .. Hans weiß, daß ich ihm den guten Morgen, den wir uns wünschen durch em vom Käffoe abgespartes Zuckerstück verschöne, bas sch ihm! in das sanrNvierche Mlalul stecke, uiid aus den: er mit kindlichem Gemeßertum kiiabbert, bis ich um die Ecke bin ^.^en Morgen ist bis so gegangen. Im Winter wie im S.Emer^ Ter Kneg \imb bie nweilige politische Lage änderten Vichts an unserem stillschweigenden Abkommen. <£& sei denn dal: i^^n.uus beiden hätte in den Krieg müssen. Aber das Vatei> bliebt bal alt? 0 bi § ffU llTtg * lln ^ r N'eundschastliches Verhältnis flnes Tages geschah etwäs Unerwartetes. Das übliche l£wl ei £ U( * ueben nieMem Morgenkaffee fehlte — :md Hans schnup- Meine ha^wa/l-er'"^ ^ * ,S id} "" if » n °»r«berkE „Der Zitcker ist misgegangen, Haris!" sagte ick) uud ktovite meinem Freunde den Hals. „Der Krieg, lieber Hans! Siehst Du, 3 ich hätte Dir m gern Dein Stückcl-en Zucker mitgebracht, aber die Znckerknapvheit zwingt mich —i und Saccharin ist doch nichts für Dich, wie?" Hans suchte ungläubig nach meiner Hund. Schließlich sah er mich mit feinen großen Kindevcmgen enttäuscht und gekränkt an. „Wir alle müssen heute sparen," redete ich ihm zu und ging Er schüttelte unbehaglich die Mähne. ^ .. begreift nicht, daß es nicht einmal ein kleines Stück Zucker für ihn geben soll, und mit traurigem Blick schaut er nur nach. l Aber jeden Morgen, wenn er mich kommen hört, wendet er den Kdps 'und spitzt die Ohrent. Er hofft und hofft, daß ich ihm doch wieder seur Stück Zucker bringen werde . . . Ter Tanzsaal. Der Herr Bürgermeister hatte Kartoffeln hcreinschaffen lassen, viele Eisenbahnwagen voll brauner Kartoffeln, die an die Bürger der Ltadt verteilt werden sollten. Es! ta ein lgewaltiger Sogen der trefflichen, nahrhaften! Knollenfrucht, der plötzlich über die Stadt hereinbrach. Ueber den Segen durfte der Bürgermeister sich freudig die Hände reibeii, aber der der Frage der augenblicklichen Unterbringung begann er sich doch hinter den Ohren zu kratzen. W!er hätte auch gleich einen Keller, der für die ganze Gemein/de langte, zur Stellt gehabt? Also mußte als Notbehelf ein leerer Tanzsaal zum Kartoffelseller avanciere!?, mußte die Mengen fassen, bis die Verteilung vor !tch ging und ieder Bürgerkeller das Seine bekam Ein Tanzsaal! Der Tanzsaal lag draußen vor der Stadt. Das junge Volk war Esonntags hin.au sgeschlendert in fröhlichen bunten Gruppen, lachend und verliebt, die Alten gravitätiisch mit den Nachbarn im ^ lauen Sommernächte hätte die Tanzmusik ihre rhhth- nuschen Wersen gedübelt, die Alton hätten beim Kaffee oder Bier gesessen, die Jungen drehten sich im Wirbel der klingenden tau- nielnden Lust. war es geworden, als die Kriegstrommel .har. Und unerbittlich die elogisch-e Tanzmusik verstummen machte. Und nun hausten sich Berge von Kartoffeln dort, Kartoffeln, die notwendigste Nahrung der Gemeinde n ' vb»«us. Jvnge und' Alte, den bekannten l&L* 1 „ r ■W? 1 buMe Gruppen: mit Körben und uf/fr'r r, 11U ®% l 9 efc! > e,t kam rin sic. Aber sie waren ernst. Kinn aravntatischeS Stolzieren, es war ein stilles s'ck> gedrckdig am Eingang des Tanz- scheuer'Ergebenheit." UmeS 6(mtlcccn wkr, und warteten mit U, ^ f, ^ Kftf or lria * en Ehr in sich gekehrt, ihre Lider gesenkt. Und binaulverlorm sich telie zdMliig über die Menge mnauf, und da sahen ffe, daß über dem) ^Eingang des ehemaligen sb'^ 7 ^ orn buntes Etwas hing, ein Gewirr von bunten Fähn- (I>n: und verblaßten Papiergirlanden — ein PavierschiW das! buchstabeu^ Auskehr vergessen hatte, mit großen Schnörkel- . Heute großer Ertraball. Schönheitskonkurreiiz. , . Feenhaftes Brillantfeuerwerk. Schonheltskoiiknrrenz —' — Brill an tfeuerwerk — —- Und die es sahen, lächelten stlll über sich hinaus. S o n n t a g w a r es'. . . Säimtag war es, die Glocken sangen ihr Morgengebet Sie saßen auf der Bank vor dem Hause, Großvater, Großmutter und der feldgraue Eiikel. ^ Hnn fcLjfi ^Ete von draußen, von Taten Uiid Abenteuern, ^Listen Tagen und harten Nächten, Stürmen und Schlachten Sa ^r 0 ' 1 hn Sr tA,u ^rnem grausig spannenden Theaterstück, aas EtÄa" 1 ” »» --^^olchater paffte äus der langen Pfeife und lauschte den Ev- Ueber fernem Gesicht lag ein eigenes, ein kacheln, als höre er nicht nur die Wprte des Soldaten, ?ß cr o!ud L ln An eilt. In seinen Angen glomm eilt f cIia £.f™ l " cnt - Berges, enes Nfflrde zu blutwarmem Erleben Er lächelte Und Nickte. „Llk'rat wie Siebzig!" n, A'/einen Wbrteu nickte gleichfalls ein Eisenkrenzlein, das sich Großvater frcditc angesteckt hatte, das Kreuz pon Siebzig hir aber sah schwergcud und nachdenklich hinaus über die Landstraße in die blauen Bcrawälder drüben. Wurden in ihrem sänken nach'?!°^ E'' Bllder wach, oder hing sie kigeneit Einmal sagte sie: „Schau, da kommt die Lene!" Großvater schieil es zu überhören, aber der junge Krieger stockte erhob er sich» ungeschickt und ging dem Mädchen einige Sckmtte entgegen *»„ fZj* 1 ]'*™ li- gegenüber, der Soldat Und das junge Mädel. Eie legten zUm Gniß die Hände ineinander und blickten einander in die Augen, mit einem längen, hin gebend scheuen Blick. Ei' ige Herzschläge venoeilten sie so. Großvater sach auf, passte uut nickte. ,,*ii rat wie Siebzig!"uud griff nach Großmutters welker Hand. Großmutter lächelte versonnen. Tlie Glocken sangen ihr Mdrgengebet .... Krauz-IosephAnekSoten. innige Liebe und Verehrung, die dem Heimgegangenen greisen Kaiser Franz Joseph von allen Stämmen seines Volkes entgegengebracht lwnrde und die in frohen und in trüben Stunden ein festes Baud um Fürst und Untertanen schlang, tvird sein Bild für immer welterleben lassen als das eines Herrschers von felteuex Herzensgute, als eines Menschen, der mit dem Siiiii für frischeii Humor außerordentlich viel Zartgefühl verband. Nichts hat dem Kaiser gleich nach seiner Thronbesteigung so die Liebe seines Volkes getvonnen, ivie die furchtlose Haltung und treue Fürsorge, die er bei der Choleraepidemie m Wien bewies. Wile er für feine Person mtT vie Ansteckinigsgefähr nicht achtete, so riet er auch einmal einem der Familienvater war, das Cholcrahospital zu vttreten. Alo dieser Herr aber den Kaiser daran erinnerte, daß er tcj) ab Vater von Millionen noch viel mehr vor Gefahren hüten Mse, erwiderte der Kaiser ernst: „Ich bin Landesvater für Gesunde und Kraiike, drum zrehts mich zu meinen kraukeu Kindern wen» Ihre Kinder im Spital iveilten, würde ich Sie auch nicht hindern sie zu besuchen." Das Uliterschreiben bon Todesur- ty}™ iPJf . l m J f ? a ^ er Fwnz Joseph ebenso schrecklich wie dem alten Kaiser Wilhelm. Lange saß er eines Tages schweigend vor emem ihm vorgelegten Urteil, endlich ergriff er die Feder, aber beim ersten Namenszuge fiel eine Träne ans die Schrift urid ^^^dlchte. sie. Da faltete der Kaiser das Papier zusammen und ? B^?bm Sekretär mit den Worten zurück: ..Tränen löschen ?,Ä^d aus. m kann das Urteil nicht unterschreiben. Sehen ^s Leben!"!^ame ist verwischt, ich schenke dem Verurteilten Besonders reizvolle Geschichten sind im Volke von Kaiser Franz Josephs ^zagdleben im Umlaufe, gab er sich doch im „Stei- ^er Gewandl am ungezwungensten und verkehrte mit seinen Aelplern m einem besonders leutseligen Ton? So hatte er eines Tages m den Trantaler Alpen einen hervorragend schönen Gems- bock mx .^trecke gebracht und bückte sich gerade über das Tier, als ein Treiber fuchswild hervorschoß. „Kamst me zu Recht, du," schrie er den Miser an „Der Bock tvar'n Kaiser vermeint und nit ! l ; f "Iamt dir W gleich.sem, wer den Bock schiaßt, nit?" war die c Ä^nde AnUvort des Verkannten. „A beilei, so a Prachtkerl mit solche Krickerln gehört nur für unfern gnädigsten Herrn!" „Na alsdann, lachte der Kaiser, „da hänge ich mir die Krickerln in memer Villa am Jsckster Sainzenberg auf." Die verlegen gestotterte Entschuldigung des Treibers bemitwortete Franz Joseph mit einem gütigen: „Du darfst dir das doppelte Schußgeld holen'" — In seinem Schloßpark ertappte der Kaiser einmal zwei junge ^.iute beim Wildern und führte sie eigenhändig ab. Daun erklärte L den beidei,. schreckensbleichen Sündern: „Ich brauche zwei ^aodaufseher. Ich> nehme euch; denn keiner kann sachkundiger sein als ihr! Die beiden toaren von dieser unverdienten Gnade so er- grissen, daß von da ab die Jadggründe des Kaisers nienials treuere Luter gehabt haben. Keckem Jugendübernlute brachte der Kaistr stetv wolilwollendes Verständnis entgegen. So raufte eines Tages er* ukarakademie ein Schüler aus dem vor ihm liegeuden Federhute des Kaisers eine Feder nach der anderen aus, bis der Lnt plötzlich fortrntschte und den Arm des Monarchen traf. „Was wollten Ne den mit diesen Federn mein Lieber?" fragte der Kaiser. „Em Aildenren, Maiestät." stammelte der unglücklich Schüler. Genügte da nicht eme Feder ?" „Nein, Majestät" 'PoP äutwort, „meine Kameraden wollen doch auch jeder eine'" ,,^ttui, daun muß ich Ihnen Wohl den ganzen Busch lassen," lächelte Franz Josepy und rvandte sich au den Pwsessor, in dessen Stunde er gekommen war: „Herr Hauptmann, Sie haben uw hl die Güte nlir mde^. Ihre Kappe zu leihen!" Und mit der fremden Haupt' Wannvkappe ging der.Kaiser weiter. — Wenn jemand durch die Gegenwart des Kaisers in Verlegenheit geriet, so fand Franz Zosepl) wohl imnier das erlösende Wort, um die Unbehaglichkeit W vertreiben Bei einer Ausstellung in Budapest hatte der den Kaffer führende Herr die einzelnen Aussteller dem Kaiser vorzn- stellen.Ir war so verwirrch daß er bei jedem Herren sagte: „Herr X - ~ Seine Mawstat. — Herr Y. — Seine Majestät. — Herr 2. Seme Malestat. — Der Kaiser hörte auch ganz geduldig zu; als aber die Reih an den vierten kommen sollte, da sagte er Iw njelno; „Juni id) glaube, die übrigen Herren dürften mich jetzt schon kennen! >>n ähnlich humorvoller Weise griff der Kaiser ailtu selbst em, als die Zeremonie des kirchlichen .Äöwlngsaktes in Budapest emgeübt wurde und durch die Verlegenheit des Bischofs der Kalserm ins Stocken geriet. Der Bischof war so verwirrt, Chi y er om Augenblick vergaß, in dem er die Kaiserin zum Altar zu geleiten hatte. Es entstand eine peinliche Pause. Da ging c>r Kaffer felbst auf den vor Erregung zitternden Krrchcnsürüeu zu. drehte ihn mit einem sanften Ruck nach der Kaiserin uni und sagte freimdlich anfmnnternd; „Also schauen S'. dorten ist s'. die Kai serm. Jetzt gehens S' hin, nehmens s' und bringen Sie s' der ' Damit war der Bann gebrochen und die Generalproh zu der schweren Zeremonie konnte weitergehen. 4 Vermischtes. * T ie Getreidefei me als Fett quelle. Tie Be- mütungm, alle Wtenntcn Verfahren der Fettgewinmmg für den Großbetrieb auszubauen, damit D«ttschimtt> nach Möglickstett seine in irgend einer 3orm vorl>andcnen Fettvvrräbc tige Nährstoffe mit einem Sckckage der planmäßigen Gewimnnrg zugänglich gemacht, tzetr und Eiweiß. Ein bloßes Lagern der Keime ist nickt angängig, weil die reichlich rwrhandenen Fermente ^rmr Teil die eben> falls ausgiebig vorhandenen settäbnlickcn Stoffe so zu tpalten. vermögen. daß ein unangenehmer bitterer Geschanack mit ber Zell auftritt. .Löst man dagegen.die Fette, die bei Roggen y. B. mit 12 'Prozent veranschlagt iverden dürfen, Mls d«r isolierten Keimen heraus, so konnnt man dem erwähnten Priest ziwor und hat die 35 Prozent EiN'eißstvffe in einer für die Ernährung einwandfreien Weise getvomien. Das Fett läßt sich industriell verwenden oder nach Raffinierrmgsprozessen auch als Speiseöl gebrauchen. Da. wie Prof. H. Boruttan in der „Umschau" mlt- teilt, der Keim beim Weizen z. B. 2—3 Gewichtsprozent aus- nmcht, darf bei einer praktischen Ausberlle von nur 1—1,5 Prozent - selbst nur -/» der deutschen Getreideernte mit embezogen —, nod immer auf 100 -150 Tausend Tonnen Keime gerechnet werden, die H—10000 Tonnen Oel sich, entziehen taffen. Tre großen Mengen Keimmehl konnten »mschsver ivetten Bevölkerung^ schichten billig jur Verfügung gestellt werden. B. * Londoner Einkan fs f r e nd en. Tie folgenden Szenen, aus denen mir aller Deutlichkeit die unpatriotische Praxis der Kausleule in England hervorgcht, veröffentlicht der Ebrvnicle": In efnem Kolonialwarenladen. Kiurdrn: ,,^ch möchte ein Piund Zucker, bitte." Verkäufer: „Ja, und was außerdem ? Kundin: „sonst brauche ich nichts." Verkänfer: „Das tut nnr lew. gnädige Frau, aber »vir könnet nicht Zucker allein verkauft»». Üe^rhaupt verk-ruftn wir Zucker nur an ständige Kunden. k,\i Kundin: „Aber das brn ich doch." Ter Verkäuftr: „Ganz recht, aber dann müssen Sie noch andere Waren um 5 Schilling kaufeil. Die .Kundin' „Das ist ja einfach lächerlich" Der Verkäufer: „Wir leben im Kriege, gllädige Frau." Die Klrndin: ,.^a, mll De.itscklaud, aber nicht mit den englischen Hausfrauen. ' ?>tt Verkäufer . „Nelunen Sie doch ZmLr und Gurken." ^»e Mmdm: Aber ich brauch? kerne Gurken." Ter Verkäufer: „Dam» ist mchts zu mache« Adieu " Tie Tmne geht wütend fort und kauft in einem anderen Laden IM Briefbogeu und Kuverts, um sick- bei den zuständigen amtlichen Stellen und mindestens einem Dutzend Parlamentsmitgliedern *u beschwere. — In einem M öden ge- 'ckmit- „Bitte, haben Sie schwarzen TM?" ,Za, gnädige Frau. Mir Tüll lvird Winterstoff, Seide oder ein Dutzend Phantanekragen verkmift." „Wie bitte, ich verstehe Sie nickst recht." ,La sehen Sie. Tüll allein können »vir unmöglich verkaufen. Mtt jeder Ernzel- ware, die wir verkaufen, muß noch eine mrdere genommen »oerden. Bei Tüll muffen Sie unter Winterstoff. Seide und Phantasiekragen wählen " „Aber warum soll ich diese Tinge nehmen, die rch gar nickt bemühe?" „$m Interesse der nationalen Sparsamkeit." „Doch das ist nicht Sporsainkeit, sondenr Verschlvendnng." „Ach uern, das v^rhuitt die Jagd nach einzelnen Artikeln rmd den daraus entstehenden Mangel. Es ist lurr in Ihren! eigenen Interesse." „Aber wenn ich Tüll befomwc, will ich ohnedies nvch eine Bluse dazu kaufen." „Gerne, mit Amen gehen lichtundurchlassige ZeppeffnvprhSnge, Wollwareir oder ." „Ich will aber mir Tüll und eine Bluse." „Sie werden sehen, daß die anderen Artikel auch sehr nützlich sind." „Nml. dann geben Sie mir in Gottes Namen auch- noch ein Paar Schuhe." „Bitte sehr, mtt schuhen müssen Sie nur drei Paar Strünrvft kaufen " ,Lch habe zwölf Paar zu Hause?" „Tut mir leid, SÄche ,md -Strümpfe förtuen mt nicht trennen " „Das ist eine Ulrverschämtheit. Tann kaufe ich überhaupt nichts. Sie können mich nicht zwingen, bei Ihnen einzukaufen." „Noch nicht — aber bald?" In einer Heu- und Korirhandlung: „Was kostet eine Tonne Heu?" „Die eine Sorte 7 Pfund 10, die andere Sorte 8 Pffind 5." „Dann geben Sie mtt zwei Tonnen der zuzeiten Sorte." „Und daru zwei Tonnen der ersten Sorte, nicht wahr?" „Die brauche ich nicht." „Wir verkaufen oie eine ohne die sichere nickst." „Warum nicht?" „Wegen der Kriegs^ ,'t." „Was hat das mit dem Krieg zu tun?" „Ter große Verbrauch des Heeres macht es notwendig', jedem Käufer zweimal ,'o viel zu geben, als er verlangt, damit kerne Not eintritt " „Diese Logik ist mir ^unverständlich." „Geschäflsprinzip, mein Herr' Wenn Sie einen Sack Hafer nehmen wollen, müssen: Sie auch einen (Bei Weizen uehmen. Wenn sie ein Pferd haben »vollen, misssen S"-e auch einen Wagen kaufen, wenn Sie einen Wagen taufm wollen, müssen Sie auch Zaumzeug nehmen, tvenn Äe Zaum-eug kaufen, müssen Sie auch Kubiutter und Hundekuche n Dchnstleckuag: Fr. R. Zenz. — Zwillingsrunddruck und Verlag der B. nehmen. Hundekuchen wird aber imr verkauft, tvenn Sie auch einen Hund nehmen, mit einem Hund hiimüederum . . „Und »vanu itimmt dies ein Ende?" „Niemals, inein Herr. Wenn Sie einmal Käufer sind, niüssen Sie auch Muser bleiben, bis an Ihr Lebensende — oder zumindest bis zum Friedensschlutz! . . * Der Ursprungdes Marzipans. So weit verbreitet auch die Beliebtheit des besonders zu Weihnachten vielbegelnteus Marzipans ist, so wenig ist doch der Ursprung dieses in der Haupt' fache aus Mandeln und Zucker hevge stellten Gebäcks und die Art. wie es seinen Namen erhielt, bekannt. Hierüber gibt eine alte Chrv^ nik der Stadt Lübeck Auskunft, in »velckser sich, nach der Zeitschrift: Nickersachseu, die folgende Erklärnng ffndet: „1407 war ein so kalter Somnier, daß alle Früchte verdarben und eine so großst Hungersnot entstand, daß die Vöenschen Gras und Heu essen Mußten und >der Bissen Brot, wie eine wälsche Miß groß, drei Pfennigs kostete. Tiefe kleinen Brote namrte,nan Markusbrötchen. Man buk sie znm Andenken der ln'tri'kibtcn Zeit in der Folge ain Markustage, wo sie dann, reich gttvittzt, den Namen Marzipan erhielten." Das Wort Marzivan selbst stanunt Mis dem Lateinischen „nrarci pmiis", auf Deutsch Markusbrot. Weim es auch noch melirere andere Deu^ tunaen ftr das Wort Marzipan gibt, so dürfte doch diese deni meisten Anspruch auf Wahrheit mack-en. vachertisch. — Die Stimme von Helgoland. Roman von Zdeuko von Kraft. Geheftet Mk. 3,50, gebnnden Mk. 5,—. Verlag Greth- lein & Co^ G. m b. Leipzig. — Es ist ein stilles, gehaltvolles Buch voll feinstem Siinnnnnqszauber, das uns Zdenko von Kraft in seinem neuesten Werk .Die Stinnne von Helgoland" geschenkt hat. Von jener Zeit atlsgeheud, da Helgoland aus der englischeu Herrschaft in deutschen Besitz übergegangen ist, erzählt das Buch in seinem ersten Teil in lebendiger und reizvoller Weise von den ffinfundzmanzig Jahren Helgolands deutscher Vergangenheit. Der zwecke Teil hingegen wurzelt ganz in den Ereignissen unserer Tage. Lösend und verbindend, allgewaltig und machtvoll, ivandelt der Krieg Leben und Schicksal. Der ganze Roman, lebensecht »md reich an Motiven und feinem Erleben, dürste zu jeneu Werken gehören, die auf den Leser nachhaltigen Eindrclck machen. — Dora BarnaS: DaS Buch der Spiegel. Tenieu- Berlag. Leipzig. Preis 2 Mk. — Ein märchenhaftes Raunen geht durch dieses Buch, dessen Gestalten schattenhaft, beinahe nur in Konturen vorüberziehen. Hinter allem steht als Spinbol der Spiegel der Lebenserkcnntnis, alles zergliedernd und einem jeden Parttkelchen höhere Leuchtkraft und vertieftes Erkennen gebend. Von der realen Rokoko-Liebeslegende über da-z Phantastische hinaus ^ bis zunr Ausklang, dein graziöser» Porzellau-Vlärchen in» Menuettschritt, ist alles in weicher Harmonie zu einen, »vohlklingenden Ganzen oer»voben. — Goethes Lili, der Frankfurter Patriziertvchtcr Lili Schönemann, ist ein klemes, sehr hübfch ausgestattetes Buck ge-- wckmet, das aus der Feder von Franz «Servaes als neuester Band der bekannten Samnllung „Frauenseben" (Verlag von Vellage,» & Klasing m Bielefeld »md Leipzig) ' soeben erschienen ist. Zu oen ^Frauen, die aus eigener Li'raft sich die Unsterblichkeit erlangten, gehört die Heldin dieser Blätter nicht. Sic ivälie, »iml so viele ihrer Schwestern, der Vergessenheit anhiüm gefallen, tvenn sie nicht das Glück gelßibt hätte, einem Goethe zu begegnen nndi von seffrer Liebe begnadet su werden. Das BerMtnis beider! Zueinander 'macht es unvcrnieidlrch, st>aß diese einer Frau ge-^ mibfte Monographie sich fanist wie ein Beittag zu einer Goethe^ biographie ansnim'mt, was dein Büchlein jedoch nicht im mm- besten zur Unzierde gereicht. — Eine gründliche und klare Darstell»mg der allgeineinen Grundlagen und politischen Vora»»ssetn»ngen der italienischen Krieg- ßchrung geben die Heste lOo und 106 der bekannten VerLssentlichnng »Der Völkerkrieg". (Herausgegeben von Dr. E. H. Baer, Verlag von Julius Hofsmann, Stuttgart. Arilhmoqriph. 13 3 4 »vird einen Fluß dir nennen In fremdem Land, man sagt auch ^fern im Süd^. Nach 3 4 2 1 alle Danren brennen, Wenn es n»odern, chic, elegant und ^pschütt" ; Die Män»»er halten nichts von solchem Schiminer. 4 2 1 3 ist bei dein Spiel beliebt, Weil eS »nit de»n gekrönten Haupte i,nmer An zwanzig oder vierzig »Gute- gibt. (Auflösung in nächster Nummer.) Auslösung des Silbenrätsels in voriger Nummer: Gamuel - Toqo - Eftoc — Piccofo — Harmonium — Efuo Vationalconvent — AchiapacellL — Objektiv — Stephenson, Loco»notive. u,c Unw<:rsttätS-Buch- Und Steindruckecei. R. Lange, Gießen«