Königsträume. Roman von Karl Busse. (Nachdruck verboten.) LFortsevurig., Kasimir Rzonka griff in die Tasche. Langsam entfaltete er eine große, oft zusammengelegte Karte von Europa. „Wollen S^e sich diese Karte genau betrachten, Herr Graf. Da ist erstens England. Es unterstützt uns schon jetzt heimlich gegen Rußland. Ebenso ist Oesterreich nicht abgeneigt, un ere Selbständigkeit anzuerkennen. Wie es mit Frankreich steht, wissen Sie so gut wie ich. Das gesamte Volk ist für Polen begeistert, und Napoleon hat mit dieser Strömung zu rechnen." Rutkow.'k. zuckte die Achseln. „Er wird ich die Finger nicht noch einmal verbrennen, nachdem sein Vermittlungsantrag kurzerhand in Petersburg abgelehnt worden." i „Und weshalb konnte er abgelehnt werden?" fragte Kasimir Rzonka mit Augen, in denen der Haß aufblitzte. „Weshalb konnte vieles Rustland, das nicht einmal unsere paarlausend Mann zu besiegen vermag, es wagen, dein Antrag Frankreichs und der aicdereu Mächte zu trotzen? Nun, Herr Gras, roeil es eine Stütze an Preußen hat! Preußen ist es, das Polen besiegt, nicht Rußland! Dieses Preußen, mit dem sich auch Frankreich eines Tages auseinandersetzen muß, und das deshalb nicht zu mächtig werden darf! Sowie durch die Erhebung des polnischen Adels der Sieg unserer Waffen wahrscheinlicher wird, wird Napoleon handeln. Er wird einen Druck auf Preußen ausüben, der es zur strikten Neutralität zwingt oder einen casus belli gibt. Wählt Herr von Bismarck den Frieden, so haben wir es mit Rußland allein zu tun, der Sieg ist unser, und Polen frei. Wählt er den Krieg, so hat Napoleon leichtes Spiel. Denn Preußen kann seine Macht weder entfalten, da es mit dem Aufstand in seinen Ostprovinzen rechnen muß, noch hat es irgendwoher Hilfe zu erhoffen, da Rußland selbst engagiert ist und Oesterreich Kossuth und die Ungarn zu fürchten hat. Damit ist der Krieg entschieden — Napoleon hat seine Dynastie gesichert, die drohende Gefahr von Osten für Jahrzehnte abgewendet, kann sich als Retter Polens feiern lassen und zu alledem noch Rheinbayern, Rheinhessen und Mainz in die Tasche stecken. Indem er dann ein ihm ganz ergebenes Königreich Polen als Keil zwischen Preußen und Rußland schiebt, sorgt er dafür, daß dieses von zwei Seiten eingeschlossene Preußen sich nie mehr zu einer Gefahr für Frankreich auswachsen kann. Das muß der Kaiser einsehen. Unser Interesse ist das seine. Eine entsprechende Denkschrift liegt ihm bereits vor. Haben Sie nun verstanden, Herr Graf?" Die Augen des Abgesandten waren groß, voll bezwingender Kraft aus ihn gerichtet. Rutkowski konnte sich diesem Blicke nicht entziehen, wie er sich den Gründen nickt -ntziehen konnte, die Kasimir Rzonka eben mit eindringlicher Schärfe vorgetragen. „Ihre Kombinationen sind kühn und bestechend," erwiderte er zögernd. „Und wenn der Kaiser sich anders entschließt?" „Hätte Cäsar nur an die „Wenns" gedacht," sagte der Unterhändler kalt, „so hätte er den Rubikon nie überschrit- ten. Oder, falls Ihnen das rräher liegt, dann süße Napr>- leon III. heute nicht auf Frankreichs Thron, sondern wahrscheinlich noch als Gefangener in der Zitadelle von Ham. Ich kann nur wiederholen: Wenn Sie so wollen, entscheidet sich hier auf den polnisch-russischen Schlachtfeldern die Zukunft nicht nur Preußens, sondern auch Frankreichs. Herr von Bismarck hat das sofort begriffen. Das macht den Mann so gefährlich. Glauben Sie nicht, daß ein Napoleon es auch begreift'?" Die Stimme hob sich. „Ein Steinchen, Herr Graf, bringt oft Lawinen ins Rollen. Augenblicklich wird die Politrk Frankreichs vielleicht in diesem Zimmer entschieden. Stellen Sie sich an unsere Spitze, reißen Sie den gesamten Adel mit, geben Sie durch Ihren Namen der Nationalregierung einen festeren Halt, dem ganzen Aufstande damit die höchste Wahrscheinlichkeit des Sieges — dann, aber auch nur dann, wird Napoleon III. nicht zögern und wird allein um seinetwillen handeln müssen. In Ihrer Hand liegt die Entscheidung — ich warte, Herr Graf!" Draußen war es windig. Unter starken Stützen bogen sich die Aeste urch Zweige der Bäume. Die Haustür schlug zu. Die Scheiben klirrten leise. Rutkowski sah und hörte nichts, obwohl er die Stirn jetzt wieder gegen das Fenster gepreßt hatte. Ein Gedanke berauschte chn immer wieder. Der Gedanke: daß er in dieser Stunde das Geschick der Völker in Händen haben sollte, daß ein Stück Weltgeschichte abhängig sein sollte von dem Nein oder dem Ja, das er sprach! Ein Cäsar vor dem Rubikon! Als wäre er trunken, so ging alles drüber und drunter in seinein Kopfe. Dieses Haupt sollte eine Krone tragen, diese Hände sollten eingreifeu in das gewaltige Rad der Weltgeschichte. Würde es chic zermalmen? Würde eS ihn emporrerßen zum Gipfel? Brausend sang der Wind. Sang er dem neuen König von Polen zu? Sang er ein Requiem für seine Liebe? Sang er vernichtend das Aufruhrlied? Es blieb lange still. Daun wandte sich Rutkowski und legte langsam die Karte von Europa zusammen, die Kasimir Rzonka vorhin aufgeschlagen hatte. „Wenn ich Ihnen nun Glauben schenkte und dem Anerbieten der Nationalregieruna näherträte, wie meinen ©i*, würden sich die Dinge zunächst entwickeln? Die Proklamie- rung meiner Kandidatur für den polnischen Thron würde der Politik der Machte vielleicht eine unerwartete Wendung geben t" „Deshalb wird sie erst dann erfolgen," erwiderte Kasimir Rzonka, „wenn Polen frei ifo-" 626 war Staunen und ,Unb was soll ich. . leise Enttäuschung in . was wird bis dahin <2 dem Ausruf. fein?" Wieder blätterte der Abgesandte in seinen Papreren. „Wir haben lange beraten, Herr Graf. So gewiß es ist, daß die Demokraten ohne den Adel nichts ausrichten, ebenso gewiß ist es, daß der Adel allein die Freiheit auch nicht erkämpfen kann. Beide müssen Zusammenwirken. Die Aufgabe ist also, durch Sie die gesamte aristokratische Partei an uns zu binden, ohne die Demokraten, die bis jetzt vornehmlich gekämpft und geblutet haben, vor den Kopf zu stoßen. Das geschähe aber sofort, wenn die Nationalregie- rung den Grafen Napoleon. Stanislaus Rutkowski als Stanislaus den Dritten zum neuen König von Polen proklamierte. Nein, die nach außen hin demokratische Regierung muß vorerst am Ruder bleiben. Sie darf erst dann abtreten, wenn Sie, wie einst Ihr Vater, sich die Bewunderung, Liebe, Begeisterung der Nation erworben haben." Eine leichte Falte hatte sich in Rutkowskis Stirn gegraben. Ein heimliches Mißtrauen überkam ihn. „Wer gibt mir die Gewähr, Herr, daß die Nationalregierung mich nicht in eine Falle locken will? Ich soll ihr mitsamt dem Mel die Kastanien aus dem Feuer holen, und wenn das geschehen ist, sagt mau uus höflich, daß man gehen könne, da unsere Hilfe nun überflüssig sei und Polen eine republikanische Verfassung vörziehe." „Auf den Einwand war ich gefaßt," erwiderte Kasimir Rzonka. „Wer wenn Sie an eine Falle glauben, so wird Sie dieses Dokument hier vielleicht beruhigen." Er schwang es in der Hand, ohne es noch zu übergeben. „Folgendes ist der Standpunkt der Nationalregierung: Sie erhalten den Oberbefehl vorerst über alles, was aus Ihren Ruf zu den Waffen eilt. Die Bestallung halte ich hier in Händen. Unumschränkte Vollmacht in militärischer Hinsicht ist Ihnen darin gewährleistet. Da Sie die Hauptzahl der Streiter versammeln werden, werden Sie eher als die andern Generale den Sieg an Ihre Fahnen knüpfen können. Sind einige solcher kleineren oder größeren Siege errungen, so wird die Nationalregierung mit gutem Grunde Ihnen den Oberbefehl über die gesamten polnischen Streitkräfte übertragen können. Auch die Demokraten werden dann begreifen, daß man die Armee dem fähigsten und siegreichsten General unterstellt. Mit den vereinigten Streitkräften werden Sie dann Vorgehen. Jauchzend werden Ihnen die Männer in Kampf und Sieg folgen. Gefeiert von dem Heere, dankbar begrüßt vom ganzen, durch Sie befreiten Lande, werden Sie rn Warschau ein^iehen und die Nationalregierung wird Ihnen die Krone anbieten, die Sie an der Spitze eines Ihnen ergebenen, siegreichen Heeres sich auch aus eigener Macht aufs Haupt setzen könnten. Im Namen der Regierung überreiche ich Ihnen das Patent als Höchstkommandierender aller aus Posen, Ost- und Westpreußen, Schlesien und Galizien zu Ihnen stoßenden Truppen. Ich bitte, nicht zu veraessen, daß der General nur das notwendige Sprungbrett ist für den Königsthron." In nervöser Hast überflog der Graf die Urkunde. Er konnte sich der ruhigen Sicherheit, mit der Kasimir Rzonka sprach, nicht verschließen. Der Blick der Augen war kalt, aber es lag eine bezwingende Kraft darin, eine alles erreichende Energie. Mit großen Schritten nahm Rutkowski dann die Wanderung durchs Zimmer wieder auf. Der Abgesandte ließ ihn nicht aus den Augen, störte ihn jedoch durch keine Frage. Da plötzlich, ob sich ein Nagel gelockert, ob die schweren, ununterbrochenen Schritte eine kleine Erschütterung herbeireführt, fiel klirrend etwas herab. Der Graf blieb erschrocken stehen. „Was ist das?" ^Nichts, Euer Gnaden, nur der alte Säbel!" Kasimir Rzonka bückte sich, um ihn aufzuheben. Aber Napoleon Rutkowski war schneller. „Lassen Sie, bitte!" Und schon hatte er den Säbel gepackt, den Säbel von Grojow und Ostrolenka, mit dem sein Vater für die Freiheit gekämpft. Wild hob sich seine Brust. Gewiß, ein reiner Zufall. Aber war's darüber hinaus nicht eine große Mahnung, die Waffe anfzunehmen, die seinem Vater entsunken war/ Ein jähes Bild tauchte vor ihm auf: Er war sechzehn vahre, sein Vater hatte mit ihm geredet. Und wieder vernahm er die letzten, ihn verwirrenden Worte: Jeder Mensch veftimmt selbst über sein Leben und Streben. Es gibt Dinge, wo jeder Rat, wie er auch ausfallen nröge, Frevel ist. Was! ich jetzt spreche, verstehst du noch nicht, aber es wird ein Tag kommen., wo du es verstehen wirft, dann wirst du dich entscheiden! Heute, nach so vielen Jahren, verstand er die Worte ganz. Heute war der Tag erschienen, wo er sich entscheiden sollte. „Mein Herr," sagte er und stützte sich leicht auf dis Klinge, „Sie können unmöglich erwarten, daß ich in wenigen Minuten eine bindende Antwort gebe, die für mein ganzes Leben folgenschwer ist. Ein Ja wäre ebenso unverantwortlich wie ein Nein. Ich muß Bedenkzeit haben." „Das verstehe ich, es fragt sich nur: Wie lange?" Napoleon Rutkowski dachte einen Augenblick nach. Er dachte an Hanna von Grabnick. Hätte er heute vormittag in Nasgora gehalten, hätte er alles ins reine gebracht, hätte das schönste Weib sich an ihn gebunden — pah, was war eine Krone gegen diese Seligkeit? Dann hätte Kasimir Rzonka den Stecken weitersetzen können. Und wenn er nun nrorgen an dem alten Baron schrieb? Wenn er übermorgen sich von Hanna selbst die Antwort holte? Wie die Entscheidung auch ausfiel, es war gleichzeitig eine Entscheidung über die verlockenden Anträge der Natio- nalrecsiernng. So sollte es sein! Er atmete auf und sagte: „Heute in drei Tagen um eben diese Zeit könnte ich Ihnen die definitive Antwort geben. Falls Ihnen das genügt." Dev Abgesandte verbeugte sich. „Es tut mir leid, aber ich habe gemessene Ordre, binnen zweimal vierundzwanzig Stunden abzureisen, falls die Verhandlungen ein günstiges Ergebnis nicht gezeitigt haben." „Teufel, Pan Rzonka, Sie haben es eilig! Aber gut. gut, in 24 Stundeck wird alles entschieden sein. So lange sind Sie vielleicht, falls Sie nicht anderswo gebunden sind, mein Gast." „Sehr gütig. Dann wäre es mir lieb, wenn ich mich zurückziehen dürfte, die Reise macht müde." Rutkowski griff nach der Klingel. „Noch eins," warf Rzonka schnell ein, „ich bin der Feldmesser Ladislaus Pyrka, den Euer Gnaden eventueU mit der Vermessung von Skydlewo betrauen wollen." „Ganz recht." Und zu Bartek Zychod, der leise eingetreten war: „Führe den Herrn Feldmesser in ein Fremdenzimmer. Morgen will ich mit dem Verwalter über die Vermessung reden." Als der Graf aUein war, nahm er einen Briefbogen vor und schrieb. Nur wenige Zeilen. Sie lauteten: „Hochverehrter Herr Baron! Ich werde mir die Ehre geben, Ihnen in einer Angelegenheit, die mich schon seit langem ganz erfüllt, morgen vormittag gegen zwölf Uhr rnerne Aufwartung zu machen. In der Hoffnung, nicht ungelegen zu kommen, bin ich mit verbindlichster Empfehlung Euer Hochwohlgeboren ergebenster Gras Napoleon Rutkowski.^ Auf das Klingelzeichen erschien Bartek Zychod. Der Graf kuvertierte und siegelte den Brief. „Dieses Schreiben wird sofort in Nasgora bei Herrn von Graßnick abgegeben. Kuba soll mein Reitpferd nehmen, Antwort ist nicht nötig." (Fortsetzung folgt.) Vas Lhristwunder. Vlon Paul Alexander Schettlep. (Nachdruck verboten.) U 169 hatte den Heimathafen verlassen. Rasch und sicher durchs schnitt das schlanke Sä)iff das Wasser wtb ließ sich von den Wellen den glänzenden Rücken streicheln. Die See war ruhig. Durch die Oeffnung des Turmluks lächelte die Himmelsbläue in die dunstigen Räume, ein Fetzen blauen Himmels für die, die da unten ihren Dienst taten, und eine frische Brise kühlte ihre heißen Lungen. ^ Kapitänleutnant Reimers stand auf der Plattform des Turmes. Ssine graublauen Augen, die habichtsscharf und sicher die fernsten! Dinge unterschieden, durchforschten den Umkreis und blieben immer wieder in der Ferne hasten, wio der WoHenkranz, der im Aether schwamm, in die See zu sinken schien. Dort wiar das letzte Zipfelchen Land zlwischen Wölken unH Wasser versunken. Vor ihm lag das Meer und die Pflicht. Weiß Gott, es war nicht feine erste Austzahrt. die er heute unter-« Nahm. Er kannte die See, er hatte dem Kriege Leben und Eh«j abgetrotzt. Und doch! Heute ging es nicht gwH so leicht wie sonst. Ihm war, als müsst er etwas Kostbares sich anS den Händia- fctlgfciteit lassen, das Festlarch schien sehnsüchtiger als sonst seine Arme nach ihm auSzustrecken, als walle es ihn zurückhalten. , Törichte Einbildungen! Sein Clement war das Wasser, und sein Her- schlug im Gleichtakt mit dem Rhythmus des Fahrzeuges, das die Wellen durchschnitt. ^ of - Er wußte, es war Gesina; der blonden, scheuen Gesina Aenaste Kmd Sargen hatten sich tüJiys ein Blann um lithn gelegt. Uno me frische Seeluft hatte den noch nicht ganz aus seinen Herzwmkeln wegblasen können. ^ _. Seit ziwei Dagen »dar sie seine Frau. Cr hatte den Heunat- iurlaub benutzt, um Verlöbnis und Hochzeit zu beschleunigen, ^er Krieg duldete keinen Aufschub und die immer innrgere Zuneigung! -N einander noch weniger. ^ „ .. «y> Sie kannten sich schon länger. Damals, als er die Manne akademie besuchte, in den Ferieittagen auf dem Lande, lernte er das Gutstöchterchen kennen, sah ihr blondes Haar, das ihren Kops wie einen Heiligenschein umrahmte, sah ihr in die Augen und uebte _ \ie. Sie war schön und er kÄ schon damals. Aber Äs sie ftch küßten Ünd er wie im Scherz fragte, ob sie seine Frau jnog«, eine Seemannsfrau, da hatte sie ihn mit ihren großen ängstlichen Augen Ön9C J©emi du mich lieb hast, geh nicht auf See, Maus, versprich mir das!" ^ Cs hatte wie eine ernsthafte heiße Bitte geklungen. Er hatte gelacht. , „ . - m^ee^o „Aber Gch'i, hast du Llngst vor dem großen Wasser? La- ist Unsereins gut Freund, für mich aber gibts M keine andere Wahl. Mir ist es wie eine Heimat. Versteh,t du das nicht k Sie hatte traurig mit dem Kopf geschüttelt. Dann hatte sie '°^Um Unserer Siebe Witten bleib im Lande I Du wirst veruchten können. Wir werden ein Häuschen haben und ganz, uns selbsttwen Nur nicht monatelang, vielleicht jahrelang von einander getrennt sein, und die marternde Sorge —" Er hatte all seine Beredsamkett ansgeboten, um ihre Emwande m zerstreuen und fcitit und ihr Leben in den Farben auszumalen, wie es vor seinem inneren Auge stand. Und was fte zu erwidern hatte, hatten seine Liebkosungen erstickt. , Dann kam der Krieg. Er mußte imn wirklich hmaus ^ie schrieben sich,. Er >var seinem Ziel treu geblieben. Und sie? Sie sah wohl, daß nun auch midere Frauen ihre Männer und Liebsten hergeben mußten ohne Mage. r^t Kein Wort der Klage, des BorMrrfs kam über ihre Livmn snt damals. Und auch, als. sie den .Lebensbund schlossen und er Abschied nahm, verbarg sie, wiaS fte schwer bedrucken mußte. s»e reichte ihm stumm die Hände und Lippen. Aber daß sie letzt schmeg, deutele das nicht an, wieviel schütterer sie ihr Los trug r Gesina war B-mnenländerin. Er konnte von ihr nicht die Liebe zum Meer, das Verstehen einer solchen Liebe erwarten. Das Ungewisse, Abenteuerliche seines Berufs, das tägliche Erringen,und Ueberwinden, das, was ihn lockte, was ibm dieses Leben lebenswert machte, ängstigte sie und folterte ihr JUnerites. Daß dieses Letzte zwischen ihnen stand, das keine Hingebung,, keine Leidenschaft anszulöschen vermochte, lag wie em L-chattM auf seinem Glück. Wie, wenn es noch einen Kampf kosten »ollte zwischen seinem Weibe und seiner Zukunft?- Klaus Reimers fuhr sich über die Augen. Ter wachthabende Offötet trat m diesem Augenblick an ihn ^ Ct< * Jperr Kapitänleutnant, melde gehorsamst, Steuerbord voraus zwei feirchliche Zerstörer in Sicht!" , Reimers ergriff das Glas. Richtig. Zwei verdächtige Rauchwolken am Horizont bestätigten die Meldung des Offiziers. Er verließ mit seinem Beigleiter die Plattform. Mnige Minuten späteü begann das Boot zu tauchen. ^ _ pi „ , . Durch das Sehrohr gewahrte jetzt Reimers, daß sich noch eine dritte und vierte Ranchttolke der ersteren Mgesellte, und an den! anftanchenden Silhouetten stellte er fest, daß nicht nur feindlich 'Zerstörer, sondern auch ein AuMärungskreuzer im Spiel waren. „Eine Pattonttle, deren Vorwitz, uns recht zustatten kommt!" murmelte er dem Offizier zu. ' Jetzt war ec wieder ganz „im Bilde". Ran an den Feind hieß es. Andere Gedanken fanden da nicht Raum. Aber Mut, Lift !und — Glück mußten ihm beistehen. ,^Erstes Rohr klar!" befahl er. Seine Stimme klang ruhig und sicher. Sie verriet nichts von dtzr Erregung und Spannung, dis ihn und mit ihm seine Leute beherrschte. In jedem der Männer, lichte nur ein Wille, ein Gedanke, jedes Winks geioärtig, verharrten! sie an ihrem Platz,. DaS Sehrohr, das aus Vorsicht nur zuweilen ausgeführt »ver- den durfte, verriet Reimers das schnelle Nahen der Engländer» Je näher sie kamen, umso vorsichtiger hieß es manöverieren. Dminerwetter, wenn er jetzt Glück hatte — diesen Engländern wollte er doch die Luft nehmen, sich so weit vorzutoagen. Tie hatte ihm ein guter Geist in die Hände gegeben. Die Maschine stoppte mtzjt. Das Boot lag lauernd, still, Sekunde ans Sekunde verrann. Endlich das Kommando ,Los!" Ter Torpedo zischle in die Flut. Sekunden voll atemloser Spannung folgten. Wie? Kein Laut? — Fehlgegangen?- Ta-ein Krach! Donnernd, daß das Meer M erbeben! scheint. Reimers sah das Aufspringen einer steilen, turmhohen Säule ans Wasser, Rauch und Trümmer —* der Torpedo hatte gesessen und den Kreuzer mittschiffs angegangen. Rasch wurde jetzt das Sehrohr eingezogen und das Tauchboot ans größere Tiefe gebracht. Es war die höchste Zeit gewesen. Tenn einige Augenblicke darauf vernahm man«, daß die feindlichen Zerstörer mtt hoher Fahrt über ihnen hinwegrauschten. Sie hatten das U-Boot entdeckt und es rammen »vollen. Reimers fand es für gut, zunächst unten zu bleiben. Er änderte den Kürs mch fuhr unter Wässer wettab von der Stelle, wo der Feind sie anfgespürt hatte. Als man dann den Fühler des anftanchenden Bootes »nieder ausstreckte, war Nichts von dem Feinde zu entdecken. Weder Schiff noch Wrack. Doch später fischten sie einen leeren, abgetriebenen Rettungsgürtel auf, der nannte ihnen den Namen des untergegaw- genen Kreuzers. Als er den Gürtel betrachtete, lächelte Klans Reimers. „Was wird Gesina zu dem Erfolg sagen?" dachte er. Und in dem Augenblick erstarb sein Ljächelü. Geäna? S!ie würde nur noch mehr zittern um ihn — das allqs ging ihn allein am, seine Leute und» das Vaterland. * Weihnachtsurlanb! Das Festland, düs Klaus Reimers nach langem Fernsein betrat, »oar in ein weißes Schmuckgewand gehüllt. Hatte sich das Heimatstädtchn für ihn schön gemacht, den Heim- kehrenden, daß es wie im Festtagsgewande strahte? Freilich, er war ja bekannt geivorden. Sein Name war von den Zettungen genannt, seine Brust schmückte die hohe Auszeichnung, die ihm Unerschrockenheit und Kriegsglück eingetragen. !Äber noch leuchtender, als das aUes, schien ihm das Glück, das seiner wartete. Gesina war Mutter geworden. Er würde zum ersten Male sein Kind sehen, seinen Sohn. Es war das Christ- geschcnk, das ihm die Heimat als schönsten Lohn für seinen leben-- ein setzenden Kampf draußen bescherte. Das war es ja, lvas ihm die Kraft und den Willen zu neuem Wirken gegeben und dies schwere Dasein leickcher gemacht hatte!, leichter. Äs der Abschied damals und die sorgenden Gedanken um sein Weib. Es war, wie er sichs geträumt hatte. Gesina hatte ein Bäumchen geputzt, für ihren „großen Jungen" und für den Kleinen. Wie sie ihm entgegenflog, war sie rwch immer wie damals, so» mädchenhaft, nur in den Augen, so schien ihm, war ein Strahlen, — hatten das die Weihnachtskerzen entzündet? Im Himmelbettchn aber ruhte beider Abbild, sein Sohn, und schlummerte dem bewußteren Dasein entgegen. Klaus Reimers stand lange, .keines Wortes mächtig. Gesina sah zu ihm auf. „Schlummert er nicht wie ein Weih- nachtsengelchn?" flüsterte sie. „Wie er ganz dein Ebenbild ist, die blonden Löckchen, die Stirn," sagte er leise. „Aber seines Vaters Wesen hat er," lächelte sie schalkl-ast, „er »veiß, was er will." „Hast du nicht Angst, Gesina daß er auch das Seesahrerblut seines Vaters in den Adern hat?" ftagte er leise. „Ich werde ihn nicht halten, wenn er zur See will," sagte sie einfach Reimers schaute sein Weib an. Diese Worte kamen aus Gesinas Munde? Scherzte sie? Doch als er ihre stolzen gläubigen Augen sah, ward ihm ihr Ernst 'zur Gewißheit. Eigen ward ihm zu Mute. Ihm war, wie als Kind, wenn sich das Wunder der Weihnacht über ihn ergoß. „Gesina!" sagte er warm und beglückt, charf ich die Gewiß- heit mitnehmen, wenn ich wieder hinaus mutz, die Gewißheit, ein! mutiges gläubiges Weib zurückzittassen?" ^Jch glaube an unser Glück!" flüsterte sie. .Ihre leuchenden Äugen verankerten jech ttef in seinen Blick. Und er nahm ihren Kopf und küßte ihren Mund. Draußen aber sjangen die Heimatsglocken feierlich und »veihnachtlich von Sieg und Glauben, vom Sieg des Herzens und dem Glauben an die Kraft der Liebe.-- Heinerlch uit Jakob. Des woarn ZwillingSbrider. Waise noch, ganz klän woarn, könnt mr sch geseh, deß deß emol t paar Haabtkerle goab. Lustig un ufsgeiveckt wäis kao meh Widder goab. De greeßt Spaß hatte se, »vann se de Leut utze konnte. — Im Korn schneide woarn nur de ahle Leut deham gebliwe. — Däi Bäuwerch gunge emol groad onem Bauernhof vebei und fahle, wäi de ahl Ellervodder in de Schauern gnng und wellt Hai hole, im des Bäih zau faudern. Wäi de ahl Moa ufsen Heibodden geklettert woar, seinse schvinn hie un hon des Schauerrrdor zaugerichelt. He mvacht »vettern un kreische, so vule »vellt, he nwßt bis de i-Oewend drre stecke blebve, wu sei Leut hamkoame. — Ihr Eltermodder doaht beim lewe, däi Hanse in amfort mutzt. De ahl Fraa üinnt net meh gaud seh. drim nohmse en Stecke, »vannse im Haus, Hof un Gaarde erinigange iß. Wett se äwer alssort vegesse doaht, wusen hiegestalt hat. un seh doadt sen näit, hotse lauter bündige Bääuder dron gebunne. — Wäi se 088 jung woar, hotse goar vill uff scheene BäLnder gehaale, bäi fc tnt ihrn Spinnrockel geweckelt Hot urrd dai hotse all gesammelt. Sät hotse all on den Stecke gebunne, daßsen seh doaht. — Täi BLu- wercher hon cn ahle Stallbcsem gefunne, den Siecke honse Konern, gesteckt. Wäi de EllS. modder demit im Hof erimgeging, sad se als. eich weß goar näit, wäi deß iß, eich Kon goar kaan Haalt. Do setzt se sich uff de Baank un doaht nochfeh. Do wvcrrse äwer doch bees, wäise den Stallbesem geseh Hot. — Onem Morgend w-oarn däi Ziviu schon ganz fräuh bei de Ellermodder, säi woar groad uffge- stzamre un wollt sich Wäsche. Se hott ka Sesfe. Do ftmdse zau de Bäuwerck>er, geht emol enobber un loht eich Vv de Modder d Stickelck)e Sesfe gäwe. — Etz wos doahte däi Zwu?! Se sei in Keller on's Käsdeppe, lhon en Käs gelangt^ 'hon des schmierig obge-> bntzt un honen de Ellermodder gäwe. Dcft'.ribbt un ribbt, und da s^idse: Des iß äwer ka gaud Seffe, däi gischt jo goar näit. Etz doaht se se uffen Wäschlappe schmieren, wäscht sech orndilich de Ohrn un druff des ganz Gesicht. Wäise on de Noase koam, krischse: ei ihr Läusbauwe, ihr hott nrr joa en Käs gäwe. Säi stunne hinner de Dier un hmr sich baal en Buckel gÄachtj. De Ellermodder kraachse on de Ohrn un Hot se in de Stutve gezoge un do moßtefe de Käs uffesse. Herrioched moßteser woarm Wasser hole, daß se sich Widder saurver Wäsche könnt. Wäi däi Zwu drauß woarn, Hot sich de Ellernwdder met ihrm Käsgesicht hiegesetzt un Hot gelacht un gelacht. Na so Jnfäll Hot doch koa Kend mey, des gitt emol c/ poar Staatskerle. — Des seinse werllich woarn. Scho vo Anfang! on seinse met im Kräfg. Weils zwu zau scheene Borsck woarn, seife net getrennt woarn, in a uirderselb Guinpanie seife. Un broav un dapper hon se sich gehaale; uns Kronprinz hoten selwer das Eisern Kreuz ongehängt imen de Hänn gedrickt, weilfe ausemi dickste Kugelrege ihrn verwunde Hauptmaim gerett hon. De Offeriere bis erunner zau de Komeroade, all'honse däi Zwu gern gehott. Wannse in dene Ruhpause vezählt hon aus ihrer Kendszeit, honse all zaugehiert un gelacht — To hattese emol en ahle Anzug vom Jaköbche inet Hai ausgestoppt, on de Hose hattese e Poar ahle Schauh gebunne, de Kopp hattese met ere Kinnermaske vo Faselnacht unere Kappe geinoacht. Wäi de Ellermodder net in de Stuwe woar, honse däi Bobbe usfen Stauhl näwig ihren Platz gesetzt. — Wäi de Älermodder kom un sahk des Jaköbck)« so broav uffem Stauhl sitze, saadse zauem: dös iß awer schee vo dir, daß ewink zau deine ahl Ellermodder kimmst, eß will ich dr äwer aach e schee Geschichte vezehle. Was willste daa hiern? Po de Hex odder vom Rumpelstielzche? Des Jaköbche gitt als kää Antwort. Ei mei läib Kend, so schwätz doch ebbes, gelle, es fehlt dr woas? Woart. eich hol dr Baweljotte. Säi häilem e gaanz Haand voll Z-ockerstää hie, äwer des Jaköbche rihrt sich net. To krovch däi Ettermodder ämer en Zorn, se nohm ihrn Stecke un doahtem fest uff de Buckel haage, daß es weit in däi Stuwe flog. Däi Zwu stumve hinnern 'Bett-, virhang un hon sich de Laib gehaale fir Lache. — Wos woar äiver de Ellermodder erschrocke. Säi stunn beiem mi heult als: ach mei t aköbche, eich wollt dr jo net weh geduh, steig doch Widder uff. äi rutscht en Stauhl ebei un hebts uff ihrn Schoos, un do wirdses enlich weis, daß es jo nor e Bobbe wor. In aam Zorn hotse's Fenster uffgemoacht un hott däi Bobbe em Fenster enausgew-orfe. Täi Modder stunn groad in de Hausdier, wäi des Bäubche gefloge koam. do krischse: ach mei Jaköbche iß ausem Fairster gesterzt, säi Wurf sich uff's un nohms in Oarm. Wäi se sahk, daß es nor e Bobbe woar, wollt se sich groad dout lache. Se guckt enufs un doa stunn de Ellermodder un moacht zwu Fäust. Täi Bäuwercher koame hinnerm Vierhsng fir un hon ftr de Ellermodder en Borzel- haam gemacht, do moßt se lvidder lache -un woaren net nreh-r bees. — De an nein Doag, es woar scheene Sonneschei nohmese däi Bobbe un stallte se on's Gaardedierche, als obses fir de Ellermodder ufshaale deht. Säi koam merklich un weil de Bobbe en Hoaut vom Heinrich uff hat, saadse: Tau bist äwer en gaude Bauch daß de mr de Tier usfmächst, komm geh ewickkimit Mr. Säi nohmen on de Haand, doaht äwer gleichen Krisch un schmiß däi Bobbe in^ Kadoffekaand. — Säi hon noch vill Stickelcher vezehlt, äwer där schreib ich e annermol. Etz winscht nor all metmr, daß däi Zwu Widder glicklich un gesund heim kom me un daß de Glocke de Friede baal inläude. Des Herz woar eim joa uffgange, wäise däi Woche emol Widder geklunge hon. Marie vom Oberbera, Verfasser der „Vuggelsberger Schnurrn". vüchertlsch. - Neuerscheinungen der Universal-Bibliothek Nr. 5881. Der Allerchristlichste Kriegsgott. (Llarg 0bristiam83imns.) Eine Spotlschrist wider alle Verächter deS Völkerrechts auS dem Jahre 1683. Von Gottfried Wilhelm Leibniz. Ueber- setzt und eingeleitet von Paul Ritter. Geh. 20 Pfg. — Nr. 5882. Militär st raigesetzbuch vom 2 0. Juni 187 2. Textausgabe nebst Anhang, enthaltend die Kriegsartikel, mit kurzen Anmerkungen und Sachregister. Derausaegeben von Kurt Elsner v. Gronow, Feld°OberkriegsgerichtSrat. Geh. 20 Pig.. geb. 60 Pfg. — Nr. 5863—5885. Unsre lieben Nächsten. Roman. Von Olga Waldo v. Geh. 60 Pfg. geb. Mk. 1,20. — Nr. 5886. DeS Königs Beleb l. Vaterland scheS Lustspiel ln vier Auszügen. von Karl Toepser. Mit Benutzung der ungedruckten Einrichtunch Ernst v. Posiarts herauSgegeden von Karl Bömly. Geh. 20 Piz. Nr. 5887. Karl Stleler, Gedichte. Mtt emer Einleitung, Erläuterungen und Wörterverzetchniflen HerauSgegeden von Fritz Gundlach. 4. Band: "Um Sunnawend. Gedichte in ober- bayrischer Mundart. Geheftet 20 Pfg. — Nr. 5888. Ledig« Mütter. (Die Stunde des Vertrauens.) Volksstück in vier Aufzügen. Von Paul Zoder. Geh. 20 Pig — Nr. 5889. Oest,r- relchischeS Kriegstagebuch. Von Karl Marilaun. 8. Band. Geh. 20 Pfg. Inhalt; Die Eroberung von Oesterreich. Aul Schneeschuhen in den Waldkarpathen. TaS verlorene PrzemySl. Im Raume von Krakau. Joan, der Rumäne. Karpathenirüdllng 1315. Notturno von Santa Maria dt Leuea. Sturm in den Tcrol«^ Bergen. Der Buschklepper. K. und k. Donnerwetter! AuS de« Tagen von Lemberg. — Nr. 5890. Falsche Ta.ktik Und andere hunloristische Geschichten aus dem große« Kriege. Von Peter Robinson. Geh. 20 Pfg. Jnhnlt: Falsch« Taktik. Warum John Mackie Soldat wurde. Was mit den Galoschen währeicd des Krieges geschah. Hugh und Tennis Knirotz. Die falschen Feldpostbriefe Die standhasten Gäste Der Kriegsteilnehmer. Nicht so schlimnu Tante Laura. Etwas für Sammler. Die neue Kur. Es wird alles bezahlt Eine Genwinheil Der Unantastbare. Nur noch schlmnner geworden. — Jede Nummer der Universal-Bibliothek kostet gehestet 20 Pfg., Werke von mehreren Nummern den entsprechenden Betrag. '— Adolf Paul, Ex Zellen z Unterrock. Roman, Umschlagzetchnung von Olaf Gnlbvansson, Einband von Feiger. Preis giehesdet 4. Mark, in Leinen gebnrrden 6 Mark. Verlag von Mbert Lmlgen in München. — Mit einem Rokoko-Roman, der „Tänzerin Barberina", hat Mols Parll seinen bisher größten Erfolg beim Publikum erricidaen. In seinem neuen Werk führt er uns wieder in die gleiche Zeit zurück, die er so genau studiert hat und deren Schilderung seiner Feder so besonders liegt. Wir werden nach dem Paris und London der letzten Lebenszeit Ludwigs XV\ versetzt, in jene Tage, da sch fern am Horizont schon das Getvitter der großen Revolution zusammenballte. Ein berühmter „Vorbote" jener Revollrtion, der Herr de Beaumarchais, spielt eine wichtige Rolle in deni Ronmn, — sein Held aber ist der Chevalier d'Eon, jener politische Emissär Ludwigs XV., der seinen Zeitgenossen so unheimlich interessant war, weil er mit dem gleichen Erfolge abwechselnd als Marm Und Frau auftrat, so daß die größten Ztversel über sein — oder ihr — wirkliches Geschlecht herrschten. Das Leben dieser sonderbaren Erscheinung hat Adolf Paul zum Stofs eines spannenden, höchst geistvollen Romans gemacht, der neben seiner Witzigkeit der Tiefe nicht cnthrtyrt nnd, von der historischen Anekdote ausgehend, einen viel weiteren und allgemeineren Horizont öffnet, so daß wir hier eine der glänzendsten Satiren aus die internationale Diplomatie französischer Schube erhalten? die je geschneben wurden. Gietzener Hausfranen-Berein. Wochen-Küchenzettel. Sonntag: Nudelsuppe, Schweinebraten, Wirsing Montag: PUMppe, Winterkohl, kalten Braten. Dienstag: Graupensuppe, Semmelkirödel nnd Steinpilze. Mittwoch: Erbssuppe, Kartoffelg^nüse, Salzgurke. Donerstag: Wassergrießsuppe, Kartosselbrei und Apfelmus. Freitag: Grünkernsuppe, Muschelragout, Salzkartoffeln. . Samstag: Kartoffelsuppe, Haferflocken-Puddftrg, HirnbeeD- sauce. Silbenrätsel. a, bro, co, eon, v, el, es, go, har, jec, li, To, mo, mn, n», nal, nf, ni, o, ob, pa, plc, r. I, sa, schi, ti, tfy, to, toc, on, venf, AuS vorstehenden Silben und Buchstaben sosten .^ehn Wöner gebildet und derart untereinander gesetzt werden, daß die 'Ünianus» und Eitdblrchstaben von oben nach unten gelesen den Begrü'ider eines uwderuen Verkehrsmittels und seine bedentuu iSvollste Ev- ftudung bezeichnen. Es bedeuten aber die einzelnen Wön« folgendes: 1. Einen Propheten. 2. Deutsche Kolonie. 3. Dolchartige Waffe. 4. Dieitstbaren Geist in Gastrvirtschaften. 5. Ein Musikiustrmnent. 6. Fluß in Spanien. 7. Französische Volksvertretung zur RevolutionSzelt. 8. Einen Astronomen. 9. Teil eines Fernrohrs. 10. Sagenhaftes Wesen. Auflösung in nächster Nummer. Auftösung des Rätsels in voriger Nummer: Enzian, Tau, Tanenzien. Schriftleltuna: Fr. R. Z«nz. — ZwillingSrunddruck uild Verla» der Brühl'schen Unioersttäts-B»«ch- und Stetndrucker-t. R. Lange, Gieße«.