Mittwoch, den 27. Dezember wmm Mim SjTr Mm Jjp Königsträume. Roman von Karl Busse. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Nein, Herr Graf!" Erstaunt hob er beu Kopf. „Alle Wetter!" brachte er nur hervor. Der Fremde blieb gelassen. „Ich bin weder Feldmesser, noch heiße ich Ladislaus Pyrka. Ich sehe, daß ich mit offenen Karten spielen muß. Gut denn, ich komme zu Ihnen im Aufträge der National-' regierni'g zu Warschau. Wenn Sie den Ausweis zu sehen wünschen, hier ist er!" Die Augen des Grafen waren immer größer geivorden. „Das ist ja sehr interessant," sagte er langsam und nahm die Karte. (£hi leises, etwas spöttisches Lächeln glitt um seine Lippen. „Und was verschafft gerade mir die Ehre?" Der Fremde steckte die Karte ein. „Wenn Sie erlauben, setze ich mich. Das.Gespräch könnte lauge dauern. Vorher gestatten Sie, daß.ich meinen rechten Namen neune, man will doch wissen, wen man vor sich hat. Und ich habe die Erfahrung gemacht, daß rücksichtslose Offenheit unter Umständen am lveiteften führt. Ich heiße Kasimir Rzonka." Napoleon zuckle zusammen. Ueber das Gesicht des Sprechers glitt ein nervöses Lächeln. „Sie scheinen mich zu kennen, Herr Graf. Umso besser, das erspart nur langes Reden. Man sagt mir nach, ich sei die treibende Kraft des Aufstandes und der Nationalregierung. Man tut mir zu viel Ehre damit an. Wie dem auch sei, die preußische Regierung gäbe was darum, wenn sie wüßte, daß ich in ihrem Machtbereich bin. Seit dieser Herr von Bismarck in Berlin am Ruder ist, toeht ein höllisch scharfer Wind, nach Osten. Und man erweist mir so viel Aufmerksamkeit) daß ich das Vergnügen, Sie zu sprechen, durch die Opferung meines Bartes und natürlich durch falsche Legitimation erkaufen mußte. Ohne den Umweg über Oesterreich wäre ich vielleicht trotzdem nicht hier. Sie sehen, daß mir au diesep Unterredung liegt. Es war ein schöner Bart, Gott habe ihn selig! Ich verzeihe ihn dem Herrn von Bismarck mein Lebtag nicht. Damit wäre der erste Punkt erledigt. Sie wissen, wer ich bin, und im Augenblick, wo Sie mich von Ihren Leuten festhatten lassen und den preußischen Behörden ausliefern, ist Ihnen der Dank von Berlin sicher. Es würde, glaube ich, Herrn von Bismarck selbst auf einen hohen Orden nicht ankommen." Kasimir Rzonka schwieg; als interessiere ihn die Sache wenig, sah er sich im Zimmer um. Es mochte ihm doch keine Bewegung des Grafen entgehen. Das spöttische Lächeln war aus dem Gesicht Napoleons verschwunden. Er halte Mühe, das maßlose Staunen, das ihn immer inehr ergriff, zu verbergen. Langsam nahm er den Brieföffner vom Tisch, den er aus Paris einst mitgebracht, und betrachtete den leicht geneigten Frauenkopf, der den Griff bildete. „Warum sagen Sie mir das alles? Weshalb geben Sie sich so in meine Hand? Wollen Sie mich durch diese Offenheit verblüffen?" Das Gesicht seines Gegenübers blieb unbeweglich. „Wenn der Graf Rutkowski sich so leicht verblüffen läßt, ist meine Mission überflüssig. Doch habe ich ein größeres Zutrauen zu seinen Fähigkeiten." Unwillkürlich hob Napoleon beu Kopf etwas. Die sichere Art, in der das ausgesprochen wurde, tat ihm wohl. Etwas weniger zurückhaltend erwiderte er: „Wenn ich Ihre Argumentation also anerkenne: Was bringen Sie mir? Was wünschen Sie? Ich kann es mir zwar denken, ich soll zu Kontributionen herangezogen werden uird soll Geld hergeben, nicht?" Kasimir Rzonka zuckte die Achseln. „Das hätte jeder andere auch bestellen können. Wenn es das lväre, hätte ich meinen Bart noch und säße in Warschau. Nein, Herr Graf, ich bin gekommen, Ihnen eineil Antrag zu machell. Vorerst nur dies: Sie wissen, wie es mit dem Aufstand steht. Er ist uns etwas zu früh allsgebrochen. Es ist trotzdem an dem Siege nicht zu zweifeln, wenn es gelingt, die ganze Nation aufzurufen. Aber leider halten sich zwei Klassen noch zurück: Das Landvolk und der höhere Adel. Es finb Maßnahmen getroffen, das Landvolk durch große Vergünstigungen zu gewinnen. Bleibt rwch der Adel. Er hat uns ja früher unterstützt und zog sich erst zurück, als sich die Demokraten der Leitung bemächtigten. Seitdem blieb der Zuzug der Kämpfer ans Galizien und vornehmlich ans Posen aus. Mühsam hal teil sich die paar Tausende, die drüben stehen, gegen die Uebermacht. Aendert sich das Bild nicht nächstens, so ist wiederum vergeblich Blut geflossen. Die Nationalregierung verschließt sich dem llicht. Und in der Ueberzeugung, daß wir erst Polen und dann Republikaner sind, hat sie beu Beschluß gefaßt, sich zum Besten des genleinsameil Vaterlandes den Weißen zu nähern und das demokratische Programm fallen zu lassen." Noch immer drehte Napoleon Rutkowski den Brieföffner in der Hand. Als Kasimir Rzonka schwieg, ließ er ihn ruhen. „Und was weiter, mein Herr? Ich weiß noch immer nicht, weshalb Sie diese an sich wohl sehr wichtige Mitteilung gerade mir machen!" Und etwas sarkastisch: „Deshalb konnte der Bart noch immer stehen bleiben!" „Gewiß, Herr Graf, aber diese Einleitung war notwendig. Ich komme nun zum zweiten Punkte. Als die Nativ- nalrcgierung diesen Entschluß gefaßt hatte, hieß es vor allem: sich nach dem Manne umzusehen, der in der aristokratischen Partei oie Führerrolle spielte oder spielen konnte, und mit ihm zu unterhandeln. Nach langen Debatten einigte man sich. Man beehrte mich mit dem Aufträge, die Unterhandlung zu leiten, und hier ftclje ich vor dem Manne, an den ich als bevollmächtigter Abgesandter gewiesen worden bin." „An mich? Ich sollte..." Der Graf war aufgesprungen. Gr ging ein paarmal auf und ob. Daun lachte er kurz. „Man tut mir wirklich zu. viel Ehre an. Ich bin ein harmloser Privatmann, dessen Eiiv- fluß mau überschätzt." Kasimir Nzoukn lächelte kaum merklich. „Wir sind anderer Meinung in Warschau, Herr Gras! Unter allen Ihren Standesgenossen kann sich nur einer an Klang des Namens und weitreichendem Einfluß mit Ihnen messen. Dieser eine ist der Fürst Czartoryski. Er ist ein Greis und in Paris wichtiger als in Polen. Er wird aus dom Wägeil nie zunr Wagen kommen. Sie aber sind jung, haben speziell auf beit Adel in den preußischen Gebietsteilen den größten Einfluß und zehren noch von dem überall lebendigen Andenken Ihres Vaters." Mehr und niehr waren die roten Flecke im Gesicht des Grafen erschienen. Ob er einst über diese „Nationalregie,- rung" gelacht hatte, es schmeichelte ihm doch, daß auch sie gleichsam offiziell anerkannte, welche Stellung er einnahm, und was ihm gebührte. „Wenn ich mich nun bereit erklärte, Ihre Vorschläge entg'egenzunehmen, welche wären das? Sie haben doch zweifellos ganz bestimmte Weisungen erhalten!" „Allerdings. Uitb ich bitte wiederum, sie so nüchtern zu prüfen, wie sie gestellt werden. Es ist selbstverständlich, daß überall im Leben eine Hand die andere wäscht. Deshalb bringe ich im Auftrag der Regieruitg zweierlei: Das, lvcts wir von Ihnen fordern, und das, was wir geneigt sind, zu gewähren." „Erlauben Sie,"- unterbrach ihn Rutkowski, „ich mag nicht so lange sitzen. Es geniert Sie hoffentlich nicht, wenn ich mich ans Fenster stelle. Lassen Sie sich nicht stören — ich höre!" Er trat rasch ans Fenster und sah hinaus. So hatte er dem Abgesandten den Rücken gekehrt. Kasimir Nzonka zuckte unt halbem Lächeln die Llchseln. Ein geringschätziger Blick flog zum Fenster hinüber. Gleich darauf war das Gesicht wieder unbeweglich. „Was man von Ihnen fordert, Herr Graf, ist ungefähr folgendes: Sie stellen Ihre gesamte Kraft, Ihren Namen, ^Zhren Einfluß, Ihr Vermögen in den Dienst der großen Bewegung, die Polen ergriffen hat. Sie treten an die'Spitze des polnischen ?ldels und führen ihn, der noch zögert, in den Kampf. Wenn ein Graf Rutkowski das Schwert zieht, folgt die gesamte Slachta. Ein Zuwachs von vieleil Tausenden ist uns, dadurch gewiß. Das Ringen zwischen Polen und Russen ist wtzt schon unentschieden. Ein bedeutender Führer Mit einigen frischen,Tausend Mann entscheidet es zu unseren Gilnlteii. Das ist die Hauptforderung, die wir stellen." Napoleon tronimelte leise gegen die Scheiben. Danii wandte er sich plötzlich. „Wissen Sie, was Sie von mir verlangen, Herr? Daß ich ein ^piel um Tod und Leben spiele. Der Einsatz ist meine gesamte Existenz. Geht das Spiel verloren, so wird der Staat nieine Guter einziehen, mit) in ewiger Verbannung, vielleicht in Armut, tarnt ich in London oder in Paris hinvcgetieren, wenn eine mitleidige russische Kugel mir nicht vorher den gemacht hat. Und den Fall angenommen, daß es gluckt-was habe ich dann? Ein freies Vaterland, ans deni der Adel, und ich mit ihm, sich grollend zurückzieht, weil es als voraussichtliche Republik uns rechtlos nracht. Vergleichen sie pai Einsatz und die günstigste Gewinnchance, dann brauche ich ^chneu Nicht erst nieine Entscheidung mitznteilen." „Sie irren, Graf Rutkowski!" Kasimir Nzonka hatte laut gesprochen. Jetzt erhob am er sich und trat Hinter seinen Stuhl, dessen Lehne seine Recht umfaßte. „A-enn es so stände, wie Sie sagten, lvüre ich nich hier, dann wäre meine pAission aussichtslos, und von allen was aussichtslos ist, lasse ich die Hände weg. Die Nationa! regiernng war sich bewußt, daß Einsatz und Gewinnchance i einem gewissen Verhältnis stehen müßten. Nun wohl" - er richtete sich höher auf, seine Stimme ward voller „al Abgesandter und Bevollmächtigter der Nationalregicrun lÄ^ a£ Vs$ ty'Wr Qbraf Wa\>okon Stanislaus Bo AEowvki, als Preis für die Befreiung des Vaterlandes da Hochsüe zu bieten, was ein freies Polen vergeben kann'" .Auge in Auge standen sic sich gegenüber. Ein 'jähe Schweigen kam. y „Und das wäre?" Die Stimme war belegt, fast heiser. Das Auge schlo sich leicht, als könnte es den Blick der ruhigen Augen von drüben nicht ertragen. „Das wäre die polnische Königskrone!" Mit jäher Wendung nach deni Fenster barg Napoleon sein Gesicht. Seine Augen brannten, sein Kopf brauste, die Hand packte das Fensterbrett, als wollte sie es brechen. Was verborgen in ihm geruht, was Form gewonnen, seit der alte Diener in Schmerzen es ausgesprochen, was seitdem ihn erfüllte und sich nicht wegbringen ließ, hier wiederholte es durch den Mund Kasimir Rzonkas die anerkannte Vertretung und Regierung des polnischen Volkes. War es denn kein wirrer Traum? War cß kein offener Hohn und Scherz? Er kehrte sich hastig um. Seine brennenden Augen suchten das Gesicht des Abgesandten. Aber keine Miene zuckte darin, es blieb unbeweglich wie immer. „Wenn das kein schlechter Witz ist!" sagte der Gras dann. Er versuchte zu lächeln. „Um Witze zu machen, unternimmt man keine Reise, die so weit und so gefährlich ist!" „Aber, wenn ich einen Augenblick die Sache ernst nehmen soll — Sie begreifen, daß ein Gedanke, der mir niemals gekommen ist, befremdet und verwirrt." „Für den Nachfahren unseres letzten Königs kann er nicht lange verwirrend sein." Napoleon Rutkowski hatte sich scheinbar gefaßt. Er at- rnete tief. „Schon die Unterhaltung darüber ist interessant genug für mich. Also gut, reden wir darüber! Sie bieten mir eine Krone, die Sie noch gar nicht vergeben können. Wo ist sie?" „Hinter einem Wall russischer Bajonette, Herr Graf. Dort holen Sie sie heraus! Auf Rosenbüschen wachsen keine Kronen. Nur Revolutionen machen die Bahn zum Throne frei und gebären d-en Cäsar. Wer Napoleon heißt, sollte das wissen!" Ein kurzes Auflachen. „Es klingt gut. Aber selbst zugegeben, daß uns die Losreißung von Rußland gelingt und die alte Krone des zweiten Stanislaus mir übertragen wird, glauben Sie wirklich, daß die Regierungen Europas ruhig dabei zusehen?" (Fortsetzung folgt.) Die kleine hochz it. Ein Märchen zwischen den Jahren. Von Ludwig Beil (Hamburg). Die Kinder schliefen. Eine Uhr tickte ans dem Dunkel, atemlos flink, als mache ein ängstliches Fabelwesen leise, hastige Schritte um den runden Tisch, aus dem der Christbau in stand. Blausilbern lag der Schnee-- glanz von draußen in die Gardinen' geflochten; im Ofm glomm rote Kohle und schaute sich von unten herauf mit großen, vier-, eckigem Auge im Zimmer um. Gar zu gern hätten die Kohlen gehört, was die goldenen Nüsse und silbernen Pappsteine, die buntblanken Glaskugeln mit ihrem winzigen Weltspiegcl einander zu erzählen hatten. Aber diese Tinge haben eine eigene Märchen- spräche, von der dummglotzende Kohlen im Ofeuloch nichts oer- stehen! Sie glühten und fauchten wütend gegen den Stehrost, und eine Neugierige fiel sogar aufs Ofenblech, ihr dünner brau^ ncr Qualm wurde von den andern eingezogen. So verblieb ihre schäbige Seele dem Feuer, bis sie unverbrannt erlosch und starb. Ihre sämtlichen feurigen Schwestern machten Rumor und schworen dem schuldigen Tannenbaum mit seinem bunten Glasflittergcsindel glühende und ewige Rache. . . . Das Uhrlicken trippelte- weiter durch die Kinderstube. Einem Schockolabcnengel mit rosa Glasflügeln war das zu langweilig. Er machte sich vom Baume los und kletterte sorgft sam- von Ast zu Ast. Auf hällrem Wege tippte er dem weißert Wattebären mit den schwarzen Perlaugen auf den Nacken. Die weichen Tatzen turnten au dem Garn empor, womit er am Tonnenästchen hing, Meister Petz wickelte den Faden ab und trug würdehaft das Engelchen auf den Tisch. Gar süß war ihm das Gefühl der fchwarzbrannen Aermchen um den Hals, denn er hatte das Engelchen im geheimien recht lieb! Der Zellnloidhirte mit denr blinkenden Halbmondschild, „Ehre U". Gott in der Höhe" aus der Brust, war von dem leisen Zittern! des Baumes wach geworden, ebenso der silberbronzierte Blechfisch neben ihm. Der biß sich dein einen Faden amj MäUl entzwei, und baumelte nun kläglich mit dem Kopf nach unten. Der gute, Hirte — Hirten sind immer gut! — schnitt ihm mit dem scharf kantigen Brust,child den andern Faden am Schivanze ab und trmg das hilflose Tier auf die Plüschldecke hinunter, die jetzt im Mondlicht aussah wie eine purpurne Wiese. Kugeln und Nüsse pochten hinterdrein herab, und auch die sechseckigen Pappsterne ließen sich getrost vom Bäume flattern. 623 Als hie Tanne leer mar, begann sie sich zu drehen, nnU Unter ihrem Fuß linkte es hervor wie fernes Zetterspiel: „O on fröhliche, o du selige . . , inorauf die dreiste Schar irrtümlich einen Walzer begann. Tie Kugeln konnten es am besten, die brauchten keinen Takt, die Sterne schwirrten herum wie betriurkenc.' Silberschmetterliuge, (uiti) die Nüsse wurde:: so schwindlig beinr Drehen, daß sic bald nicht mehr wußten, was ober: und unteni war. Nur der Bär tappte unschön von einem Bein aufs andre - das Engelchen jedoch verbat sich jegliches Engagieren, da „Wackeln" etwas tief Unchristliches sei. Soviel Menschenkenntnis besäst der Bär nun doch, daß er eine beleidigte weiblich- Seele mit fernliegendem Gesprächsstoff zerstreuen müsse.^ Er führte sein braunes Lieb abseits der andern hinter den Christbaumständer, sprach von der Menschenverlobnng, die am Bescherabeud unter den goldenen Kerzenslammen so herzlick) vorgegangen war, dsst alle Lichter vor Freude zu weinen angefangen hatten. Ihm selbst sitze zwischen den Ohren noch eine Stearinträne. Da.habe er m: das Engeichei: gedacht — und er — er habe cs lieb — itub ob cs nicht seine Frau werden wolle — und — und .... Der Kuß hätte Meister Petz auch dann geschmeckt, ivenn die jenseitigen Lippen nicht von Schokolade gewesen wären! Ter Hirte hielt eine schöne Hochzeitspredigt, der beglückte Bräutigam riß ein Stückchen Golopapier von den unteren Banmziveigen imd band es seiner fast zerschmelzeirdeu Braut als Schleppe um-, ein Stern war Brautführer, vier Nüsse Schleppenträger, der Fisch einziger Trauzeuge — beim bei ihm wußte miau das süste Geheimnis am, besten bewahrt. Me Lichter flammten freudig auf, plötzlich hielt der Baum im Drehen inne und das Weihnachtslicd verstummte. Meister Petz drückte einen Ast vorwärts — es half nichts. Da rief jemarw aus der Hochzeitstzesellschaft, doch einmal rückwärts zu probieren. Siehe, es ging. Wer — das Stück begann auch von hinten zu spielen, zur Entriistung der braunen Braut, die energisch ein „ordentliches" Weihnachtslied forderte. Der phlegmatische Hirte riet, das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht" einfach anzustimmen. Es klang so marchensüß, daß die konfuse Orgel unter der Tanne beschämt schwieg vor Andacht, denn die Stimmen der HochzeitSgaste ivaren wie Silbergeläute, und des Bären edler Bast wie ein G-ewölbe unk die übrwm Töne. Ein Kerzen tropfe:: fiel vor das Brautpaar, und Petz behauptete noch lange danach, die Träne habe er geioeint .... Die Kinder roaren erlvacht n:ck> betrachteter: mit glänzenden Augen den klingenden Reigen auf der kleinen, Purpur,:en Wiese. Als das die kleinen Leutchen mertten, huschte der bunte Spuk in die Tanne hinauf, die Lichter erlosck?en, und die Finsternis hielt vor die großen Äugen der Kknder die Hände, die das Märchen schützen sollten .... Die Uhr lief durch die Stille. Uiü) ein bloßes Beinchen kam unter der Bettdecke hervor, zrvei. drei, vier Beinchen. Und ein Stuhl ionrde an der: Tisch gerückt, den hielt ein kleiner Hemdenmatz, das Schwesterchen, fest. Und das Brüderchen stieg in der Dunkelheit auf den Tisch, lastete iit den Baum uiib riß. an dein Schokoladenengel. „Ich will auch was haben," weinerte das Schwesterchen. „Den Schokoladenei:gel krieg ich allein, ich bringe dir Nüsse, wart mal . . . ." ^ Heulend liest das Schivesterchen los, den: Jungen griffe:: stachlige grüne Finger in Gesicht und Hände — Schleifen, Knistern, Poltern Klirren — Bnmbnm — ein dünnes Kinderivimmern. ... Vater und Mutter brausten geradezu herein, machten Licht. Den: Jungen blutete die Nash, er lag wtter Tisch und Tanne ans dem madelbedeckten Fußboden zwischen zerschelltem Christbaumschmuck. Den Emgel hätte er noch in der Hand, der mußte das Genick gebrochen haben, dem: der Kopf konnte in dieser Nacht nicht mehr gestruden werden. Der Vater hielt vorderhand die Rnle für das beste Ende des alten Jahres, jammernd ob des teuren Schmuckes las Mütter allerhand Glasscherben zusammen und warf alles in eine ganz unmärchenhafte Zigarrenkiste. Zur Strafe Mstte Fritz alle Aeste abbrechen u:ck> ins Feuer stecken. Die hämischen Kohlen lachten so Unbändig darüber, daß. der ganze Ofen lustig knatterte und knisterte und der Schornstein prasselnde Goldfunken in die inondblauc Schneenacht entporwarf. Fritzens linke Backe brannte ihm noch lange. Seine Mütter hatte ja nicht wissen können, daß, der Stearinfleck ans der endgültig verdorbenen Plüschdecke eine angebliche Bärenträne gewesen rvar. .... / Kricgscrfolge in der Tierwelt. Uns »oird geschrieben: Die durch den Krieg bedingte Um- und Neugestaltung der Werte, von der so viel gesprochen wird, bezieht sich nicht nur auf Politik, soziale Reforin, Sprachrvesen, Handel, Dcoral nsw. Der Krieg hat änch die Fstuna und Flora in sein, Be renn gezogen, verschiedene Angehörige dieser Gattungen wurden mif neue Posten gestellt, und einige haben eine Erhöhung der Wertschätzung zu verzeichnen, wie sie früher ganz oljaic Beispiel war. r ^ wer :st das belebende und förderickw Moment die „Ersatz'-Praxis, me ia schon so viele Anschauungen und Gepslogen- hetten geändert hat. Wmrn auch heute :wch die Speisekarten zahl- re:cher Gasthäuser eine reiche Röenge verschiedenartiger Speisen auf!ve:sen, so liegt das Geheimins dieser anfangs erstaunlichen Tatsache zum nicht geringen Teil darin, daß die Vielartigkeit im Grunde nur eine sck>einbare ist. Man liest verblüfft und beglückt: Gulasch, Deutscher Braten, Wiener Braten, Fleischpastete, frische Wurst nsw. Und leas verbirgt sich hinter a'.l diesen Herrlichkeiten? Der Thunfisch, dessen vortreffliche Eigenschaften zu entdecken und zu würdigen erst den Weltkriegsbürgeri: Vorbehalten wurde. Wer kannte den Thunfisch zur Friedenszeit, wen: erweckt dieser Name auch nur aunäl.ernd festumrissene Begriffe? Erst heute wisse:: wir. daß das Fleisch des Thunfisches - - nach entsprechender Behandlung, eine geradezu verwirrende Aehmlichke.it mit Schienst eisch besitzt. Daher also die vielen Brate::, die man.Fleifchkarten- los genießen kann! Das „Prestige" des Tlmnsiscl-es ist durch den Krieg um N'.iu.destens 500 Prozent in die Höhe gesch::ellt! Ein Er- folg, der n:anck/ei: Entcutevertreter neidisch rnachen könnte. Und daß der Thunfisch sich dies nicht zu Kopse steigen ließ, sondern! verhältnismäßig billig blieb, ist eine Bescheidenheit, die ihn ist tinscre:: Angen doppelt und dreifach wertvoll erscheinen läßt. Einen ähnlichen Aufschwung hat anch ein anderer Wasserbe- wohmer» anfzuweisen: die Miesmuschel. Sie, die sich zu Hunderttausenden schiveigsam und pflichteifrig an Wasserstcgen. Brückenpfeilern, Steinen und Kaimauern ansiedelt, ist ein vortreffliches! Volksnahrungsmittel, lvie ihre vielfache Verwerchung in den Volksund Mittelstandsküch-en beweist. Seit einigen Monaten wandert sie auch in die Gasthäuser u:rd vornehmen „Restaurants", und dieser Aufschwung hat ihre Impresarien veranlaßt, anch die Preise sachte, aber sicher aufwärts steigen zu lassen. Tie Ehre, von den Menschen verspeist zu werden, wird jetzt auch der Krähe zuteil, die dazu berufe:: wurde, das Brathuhn zu vertreten. Merkwürdigerweise hat sie aber unter den „Sternen" der eßbaren Tierwelt verhältnismäßig geringe Erfolge aufzuweisen. Tie Gründe hierfür lassen sich nicht mit Genauigkeit angeben,, jedenfalls ist der Abschuß aber nicht allzngroß. Ganz anders steht es mit der Gans, die ein Matador unter den geflügelten Wesen gewordei: ist. Sie ist stolz wie ein geschäftskundiger Kriegsliefcrant, wahrscheinlich, weil sie meist, nur noch auf den Tisch der Letzteren kommt. Das Jahr 1916 wird in den! Annalen der Gänsegeschlechter für alle Zerten rot an gestrichen! bleiben, da ein Hundertmarkschein das einzige ist, :vas eine Nachfolgerin der Hütermiren des Kapitals noch zu verlocken oernnrg, aus ihrer hochmütigen Reserve herauszntreten. Selbst das ivackere Roß, das nicht kriegsverwendungsfähig ist und zun: Ziehen eines Sechseromnibusses zu alt oder zu schmm erscheint, erlebt eine späte, aber über alle Maßen hohe Würdigung. In gewissen Teilen Berlins ist das Pferdefleisch nachgerade einä angeschwärmte, mächtig verehrte Delikatesse gewordei:. Besonders seine Verarbeitung zu Würsten, früher so sehr geschmäht hat sich kräftig entwickelt: und die Zahl der überzeugten Liebhaber vonj Pferdefleisch steigt von Woche zn Woche. In diesen: Fall erscheint wieder einmal die Fleischkarte als der SckMssel des Rätsels. Die Gattung Pferd fällt nicht unter den Bann der Kartenh-errschast, und darum wurde die Nachfrage in verhältnismäßig kurzer Zeit höher als das Angebot. Aber anch der Roßschlächter ist keineswegs ein geschästsunkundiger Mann, und schließlich stiegen die Preise für Pserdewürste und Pferdekoteletten zu so ansehn licken Höhen, daß vor wenigen Tagen auch für dieses Genußmittcl amtlich^ Höchstpreise festgesetzt werden mußten, Zuletzt, aber nicht als Letzter, gebührt in dieser eßgeschichtlichen Betrachtung der Ziege ein kurzes Wort. Für sie bedeutete der erste Tag der Kuhmilchnöte den Beginn eines an Ehren und Fveuden reichen Zeitalters. Tie .Jagd nach der Ziege ist in fast allen kinder- # reichen' Familien an >der Tagesordnung, und der Gedanke an * Ziegenmilch! wird, nicht mehr von einen: geringschätzigen Lächeln begleitet, sonder:: mit seltenem Eifer und nicht erlahmender Energie ausgenommen. Tie Ziege 'ist ans dem besten Wege, als neuester Hausgelwssc Innd willkommener 'Rostfreier Mieter, in die Wohnungen der Städter cinzuziehen. Sie wird ihre Springübnngen auf den Baikonen machen, während die Familie hinter den Gardinen mit ängstlichen Augen darüber macht, daß der kostbare Hausfreund es sich nur ja recht wohl sein läßt, nur mit dem Milchzins nicht zn sparen. Damen, die sich, früher nach einen: französisch radebrechenden Papageien, nach chinesischen »Goldfische:: oder einem japanischen Seidenäsfchen sehnten, hauchen jetzt als Ziel ihrer heißesten Wünsche das Wort — „Ziege". Wer ein Gärtchen sein Eigentum nennt —, und sei es auch nur eine Rasenfläche von 1 oder 2 Meter in: Quadrat —, kann daran gehen, sich seine eigene Milchwirtschaft zu gründen. . . . „Bade»zu Hause" hieß es früher; „melke zu Hause" heißt es heute. Tie Ziege ist unbedingt die neueste Mode, und viele werden in ihr ein sinniges Weihnachtsgeschenk erblicken. lind dabei hat sie vor der stolz gewordenen Gans d-eni Vorteil, daß man sie nicht schlachtet,, sondern hegt und pflegt, da sie kein Eintagsbissen, »sondern vielmehr ein Tauerlieferant sein soll. Und in dieser Beziehung hat sie alle erfolgreiche:: Kollegen, und Kolleginnen aus »der Tierwelt im Kriege geschlagen: sie stirbt nicht, sondern sie lebt fürs Vaterland. ° vermischtes. -v Das Schwein ist heute in der Zeit der allgemeinem Mc:,ch- und Fettknappheit fast salonfähig. So liest man einen Ansatz von lWilheln: Bölsche über diesen edlen Wurst- und Schinken- spendet int Novemberheft von Velhttgen & Klasings Mvnalsheften mit höchstem Interesse. Bölsche schreibt darin: Ms Cha misch und seine' Leute zu den polynesisch-en Radackern kamen, die noch nie eine Ziege oder ein Schwein gesehen hatten, rissen sie ans vor diesen dämonischen Ungeheuern: nachher sollen die in der Südsee dann gelegentlich ihre Naturgeschichte so eingerenkt haben, dast es, da es nicht Ratten noch Hunde wären, nur eine Art neuer Vogel sein könnte. Das unbedingt älteste Ikfüimt gewordene Sck-weineporträt finde ich an der Decke der berühmten Höhle von Altamira in Spanien, gemalt von der Hand eines Stemzeit- mensck-en der Tckuvialzeit. Es ist übrigetts vorzüglich tind stellt einen riesigen, blindwütigen Eber in tollem Ansturm dar. Es ist eine lange Reise: zwischen diesem Urschwein der Kunst, dem manche F-orscher seine dreißig tau send Jahre vor unserer Zeit geben, und dem guten Drmrrferkel Harts Dralles beim Röeisler Busch, das durch, Bienenstiche plötzlich fett unb in dieser Ballongestallt vom Schweinetreibec für zwanzig Täler erworben wird, (was notabene noch« nicht der halbe Preis heute auch ohne Bienenstiche wäre). Von Sndasien must das Kulturschiwein schon in prähistorischer Zeit einerseits bis China im Osten, auf der anderen bis zu uns selber ins Herz von Europa gekommen sein. In den Pfahlbauten hegten sich bereits indische Zuchtschweine, deren Blut sie dort und später erst mit eigenem europäischen Wildschweinblut aufgefüllt und verschnitten haben. Auf dieser Wursterde leben heilte übrigens mehr als 200 Millionen Kulturschweine, also in: Dllrchschnitt au? siebeneinhalb Menschen eins; m Deutschland allein gab es vor Kriegsausbruch rund 24 Millionen, macht fast auf je 3 Köpfe eins; Nordamerika, dessen einheinrisches Sch'.vein nie gezähmt wordeu war, ist in den letzten vierzig Jahren von 33 Millionen ans 50 gestiegen, China blüht als uraltes Schweiueparadies fort und arbeitet iit die Zuchten der ganzen LLelt fortgesetzt hinein: mrd selbst das ferne antipodische Neuseeland, das bei seiner Entdeckung feilt einziges echt einheimisches Säugetier besäst, war schon nach weniger als huildert Jahreil stellenweise so mit wieder verwildernden Kultur- sckweinen überschwemmt, daß Ulan deren in ein paar Monaten ail glerckem Fleck 20000 Stück erlegen konnte und eine allgemeine Landplage darin zu scheir begann. Zum Schlust mitst ich iloch ein Wort zum Sckweineschwänzlein sagen. Es hängt anr Schi nein ivie ein humoristisches Nachwort, ein Berslein am Ende einer dicken Chronik, die Arabeske einer Schlustleiste. Ist es etiva blost ein be- quemer Henkel für den guten Fettopf, den wir Menschen uns aus dem alten Sumpfschratt gemacht haben? Ich glaube, dast wir in ihm vielmehr eine wirkliche „Knilstfornr der Natur" vor uns sehen. Das wilde Schwein als Sumpftier legte aut des Schwänzchen schon tvenig Wert. Im Kulturschwein scheint es danir völlig im Sinne der Nützlichkeit degeneriert zu sein. Aber gerade so geratest Naturorgaile vielfach in die Linie einer anderen, noch höchst geheimnisvollen Bildungstendenz der Natur, die in der Tat unserer Kunst ähnliche, jedenfalls rhythmisch stilisierte Gebilde begünstigt. Wozu? Ja das ist wie ber unserer Kunst. Wozu stilisieren mir oder macheu Sähe zu gänzlich nnnützlichen (nein, Lyrik bringt wirklich, nichts ein> Versen und so weiter? Tie lebendige Natur ist an allen möglick-en Stellen tatsächlich voll von solchen ornamentalen „Luxus." * Die A u f b e w a h r u n g des Winterobstes ist in Haushaltungen, die Zentralheizung haben, sehr schwierig. Ter Keller ist zu warm, die Früch>te werden vor der Zeit runzelig und büßen an Geschmack ein. Um sie gilt zu erhalten, lege man sie in eine Kiste, die man ans dein Grund mit Torfmull bedeckt: etwa 3 Zentimeter hoch kamt die Schicht sein. Die Aepsel werden mit dem Kelch, nach unten gelegt und wieder eine Schicht des Mulles darüber gebreitet, so wird fortgefahren, bis die Kiste gefüllt und der Teckel darauf kommt, Auch kann inän jeden Gipfel in Papier einwickeln mrd in eine Kiste oder Fast legen. So anfbelvahrte Aer-sel hakten sich, bis zum Frühjahre, — die Schale ist glatt und das Aussehen so frisch wie vom Bamn. vüchertisch. — F ü r F r i e d e n s b e t r a ch t u u g e n. Je sicherer Tentsch- land und seine Verbündeteit dem Siege entgegcngehen, desto stärker wäch.st heute im ganzen Volke das Bedürfnis, sich mit den Aus-, sichten und Aufgaben des Friedensschlusses zu beschäftigen. Ms eine Grundlage für solche Friedensbctrachtungen erschien soeben im Verlage der Carl Flemming A.--G. zu Berlin die erste Nummer einer neuen, von Professor Tr. Kettlet herausaegebenen Reihe von Karten, die den Sammel-Titel „Flemmings Friedenskarten" führen. Tie vorliegende erste Nummer dieser Friedens- karten erschien unter der Bezeichnung „Politisch geographische Grundlagen Europas für Friedensbetrachtungen" und besteht aus drei auf einem Blatte vereinigten Einzelkarten; eine derselben behandelt „Kriegsstand-Gestchtspunkte", auf der zweiten sind „Geschichtliche Gesichtspunkte" dargestellt und die dritte gibt ein Bild der „Völkischen Gesichtspunkte". Die „Kriegsstand-Gesichtspunkte" bringen die Landverluste einerseits der Mittelmächte, andererseits der Entente-Staaten seit Kriegsbeginn zur Darstellung und bringen eine ins Auge springende Veranschaulichung des glänzen^ den Standes unserer Sache. Die „Geschichtlichen Gesichtspunkte" enthalten eine Reihe von alten historischen Grenzen, Heren Erinnerung naturgemäß für die heutige Frage des Tages von größtem Interesse ist. — Ludwig Tho ma , B r a u tschau — Dichters Ehrentag — Die kleinen Verwandten. Drei Einakter. Preis geheftet 2 Mark 50 Pfg., gebmrden 4 Mark. Verlag von Albert Langen in München. — Ludwig Thoma, der gerade auch auf hem Gebiet des heiteren Einakters mehrere seiner größten Erfolge errungen hat, bietet uns in diesem neuen Zyklus dret vollwertige Proben seiner bühnenbeherrschenden Kunst. Diese Stücke, die auch an unserer Bühne einen großen Erfolg zu verzeichnen hatten, sind austerordentlich lustig, machen aber der Lach- Wirkung nirgends literarische Konzessionen. So gilt diese kleinen Stücke szenisch aufgebaut smd, ihr Hauptwert lieat doch in dem geradezu glänzenden Dialog, hinter dessen verblüffend sicheren Leichtigkeit mit der Kenner die ernste Künstlerarbeit ahnen wird, die ihn geschaffen hat. Der große Theatererfvlg der drei Lust- spiele hat sich eingestellt, Und das eröffnet auch der Buchausgabe die Aussicht darauf, von den Verehrern Thomas ebensoviel gekauft ßn werden wie die früheren erfolgreichen Bühnenstücke des Dichters. — Frauenberufsfrage n nd B e v ö l ke r n n g s po - lit ik. Jahrbuch des Bundes Deutscher Fvauenvereiue 1917. Im Auftrag des Bundes Deutscher Frauenvereine heransgegeben und bearbeitet von D r. Elisabeth A l t m ann - G o t t h e i n e r (VII u. 117 S. u. 150 S.) Verlag voit B. G. Tdubuer, Leipzig ' Und Berlin. — llrUüa: den Kriegsproblemen „hinter den Schützen - grüben" stehen mit in erster Linie, zugleich bedeutsam in die Zukunft weiscud, die de^ Frauenarbeit und der Bevölkerungspolitik. An keinem aber sind die Frauen selbst unmittelbarer beteiligt. Ihre Stimme zu hären, wipp darum für jeden wertvoll sein, der diesen wichtigen Fragen nachdenkt. So darf es auf das Lebhafteste begrüßt werben, daß der Bund deutscher Frauen- vereine sich entschilipssdn hat, die auf seiner letzten Kriegst tagung in Weimar gehaltenen Vorträge über die „Frauenberuss- srage und Bevölkerungspolitik" iit einem Sammelbande im Verlage B. G. Teubner herausgegeben. — Der Schrebergarten. Praktische Ratschläge zur Einrichtung und Bewirtschaftung von Schreber-, Klein- und Haus- gärten. Von Heinrich Hinz. Mit 2 Plänen. Frankfurt a. d. O. Verlag von Trowttzsch & Sohn. Preis 25 Pfg. — Als Laie tu der Gartenkunst braucht der Schrebergärtner vor allein eine wohlseile Anleitung, die ihm kurz und leicht verständlich über alle Fragen im Kleingartenbau Auskunft gibt. Ein solcher praktischer Ratgeber und Führer zum Ziele der Erlangung bester Gartenfrüchte für den eigenen Hausbedarf soll ihm dieses Büchlein sein. - Deutscher Wille (Kunstwart), l. Dezemberheft 19 16. (Kriegsansgabe zu ermäßigtem Preis. Vierteljährlich 3,60 Mk. Verlag von Georg D. W. Callwey, München.) — „Bauern und Städter", Dr. Wilhelm Stapel. — „Warum keine Reichskirche?*, Professor Dr. Heinrich Weinel. — Dr. Ernst Weber: „Zur Frage der nationalen Einheitsschule/ — Tr. Ferdinand Aveuarius : „Born kostbaren schönen Buch." — AvenariuS: „Cant und Geschäft." — Zu Friedrich Lifts siebzigstein Geburtstag, Dr. Theodor Heust. — Rundschau. — Kürschners B ü ch e r s ch a tz. Band Nr. 1095 : Die Kameradin. Roman von Julius Knopf. 94 Seiten Umfang. — Preis 20 Pfg. — Herrn. Hillger Verlag, Berlin IV 9, Potsdamer Straße 124/125. Hätfef. Ein Alpenkräntlein steht allein Auf sturmumbrausten Bergesgrat; Es glänzt darauf wie Temuntfchein, Wie glitzernd feuchte Tränensaat. Dem Demantschein als Herz gib , 2 ", Dem Kräutlein schenke „e" statt ,a". Nun schreib's zusammen in ein Wort: Ein Feldherr zeigt sich dir sofort. .Auslösung in nächster Nummer. Auslosung des Kreuzrätsels in vonger Nummer 1 EON 6 6 6 i 1 U Heil b r 0 n n Gelb s acht Neur u ppin 0 c p u h i n fc u Schristleitung: Fr. R. Zenz. — Zwitlingsrunddruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.