Königsträume. Roman von Karl Busse. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 7. Kapitel. Hanna von Graßnick hatte sich bald nach der Abfahrt des Grafen Rutkowski zurückgezogen. Versen war nicht müde, aber nach den Erregungen, die der Abend gebracht, nicht in der Stimmung, bei gleichgültigen Gesprächen weiterzu-- kneipen. So ^agte auch er balo Gute Nacht und suchte sein Zimmer auf. Er schlief schwer ein. Als er am nächsten Morgen erwachte, zeigte die Uhr halb sieben. Um sechs hatte der Klang der Glocke nock- dumpf in seinen Traum getönt. Er reckte die Glieder und stand auf. Das lange Schlafen vertrug er nicht. Die Glocke schlug zum zweiten Male an, als er kräftig an die Tür des Nebenzimmers pocht. „Heda, Ernst August! Wie ist das? Auf dem Lande muß man ebensogut um sieben raus wie in der Stadt!" Ein Gähnen und Stöhnen drinnen, und als Versen eintrat, hob sich Ernst Augusts verkatertes Gesicht aus den Kissen. „Mensch/' brummte er und rieb sich die Augen, „was ist das gestern noch eine Sitzung geworden! Da sind unsere Kasinokneipen überhaupt nichts dagegen! In der Religion und im Rotweintrinken hält meinem Vater niemand die ManE. Allmächtiger, mein Schädel!" Mit dumpfem Äechzen hielt er sich die Schläfen. - „Mach', daß du rauskommst, Mensch. Und wenn Hanna schoil sichtbar ist, sie soll mir das stärkste Gau de Eologne heraufschicken, das da ist. Uff, ich werd's brauchen." „Wird besorgt. Uebrigens, da schläft wohl dein lieber Vater auch noch?" Ernst August stieß, schon halb vor dem Wiedereinschlafen, einen Laut aus. Es sollte ein Lachen sein, aber es war eineln Grunzen ähnlicher. „Hast du Ahnung von meinem Vater! Die Morgen* andacht, Melisch, bißt er nie aus. Und je toller ihm der Schädel brummt, um so zerkllirschter und wilder wettert er drauf los. Uff, was willst du denn noch?" „Nichts, nichts," sagte Versen leise und machte die Tür zu. Im Flur hörte er wirklich den alten Baron predigen. Schon wollte er keck die Tür öffnen und sich unter die Zw- Hörer mischen, aber dann schüttelte er den Kopf. Er hatte kein Recht dazu, und Hans Werl konnte es womöglich übel vermerken. So betrat er das Eßzimmer. Der Frühstückstisch war fertig aufgebaut. Hanna von Graßnick warf gerade einen letzten prüfenden Blick darüber. Sie hatte ein marineblaues, eng anschließendes Kleid angelegt, das ihre Figur wuickervoll hob und alle zarten Linien zur Geltung brachte. Versen küßte mit ergebenstem Morgengruß ihre Hand. „Haben Sie gut geruht, Herr Leutnant? Sie wissen, man soll auf die Träume, die man anderswo träumt, achten." „Danke ergebenst. Gnädigste. Besser als Ernst August schlief ich immer. Der arme Mensch hat die entsetzlichsten Kopfschmerzen. Er läßt um das stärkste Gau de Eologne bitten, das sich im Hause vorfindet." Sie lachte. Nicht laut, sondern mehr in stiller Heiterkeit in sich hinein. „Und Sie haben diese Kopfschmerzen nicht, Herr von Versen?" fragte sie und sah ihn von der Seite an. „Allerhöchste Hochachtung! Selbst mein guter Papa, der alles, was nach Parfüm riecht, haßt, hat mir heute das Kölnische Wasser schon entführt." „Nern," erwiderte er, von ihrer Heiterkeit angesbeckt, „mein Kopf ist klar. Wer ich bitte, mich nicht zu überschätzen; ich verließ die beiden Herren sehr früh. Gleich nach Ihnen! Dies, Herrin, ist der Grund!" „Ach so," sagte sie leichthin. Sie war rot geworden, als er erzählte, daß er gleich nach ihr die Herren verlassen Mte „Und wann geht es nun fort?" fragte sie dann. Er seufzte: „Die Galgenfrist ist kurz, nur wenige Stunden noch." Nach einer Pause: „Ich war gern hier!" „Dann kommen Sie wieder!" „Wenn ich darf!" Seine Augen leuchteten. Als hätte Hanna von Graßnik zu viel gesagt, sprach sie: „Mein Papa hat gern Gesellschaft. Und als bester Freund von Ernst sind Sie ihm doppelt willkommen." Er stützte sich leicht auf den Tisch. ,^So, so! Sie reden nur immer von Ihrem Herrn Vater, aber Sie selbst, gnädiges Fräulein?" „Ich bin die gehorsame Tochter, Herr von Versen." „Und haben nur deshalb gegen mich nichts einzuwen- den?" fragte er. „Nun wollen Sie mich falsch verstehen," erwiderte sie. „Ich freue mich, wenn es einem Gaste bei uns behagt. Mir haben ja überhaupt so wenig Verkehr." „O, was das anbetrifft! —" Er biß sich auf die Lippen. „Verzeihung," fuhr er fort, „ich meinte, erst gestern war ja noch lieber Besuch hier." Sie sah ihn groß an. Und ruhig antwortete sie: „Ja, der Graf Rutkowski ist der einzige, der ab und zu auch ohne direkte Einladung mal herüberkommt." Der 'Leutnant sah resigniert auf seine Stiefelspitzell herab. „Ich begreife, daß er sich hier wohlfühtt, und inöchte darin mit ihm tauschen, so wenig er selbst und feine Lebensführung sonst meine Passion ist. Wer weiß, wann unsereiner hier mal wieder Station macht, und ob Sie dann noch da sind, Fräulein Han — gnädiges Fräulein!" So rasch er sich auch verbessert, sie hatte es gehört und sich schnell abgewandt ans Fenster. Beide waren verlegen. „Sie sind sonderbar. Wo sollte ich delm sein?" 610 „Junge Mädchen bleiben doch nicht immer im Vaterhaus. Vielleicht habeil Sie sich inzwischen ein eigenes Heim gegründet." Es wollte liicht über die Lippen. Er sah, wie sie die Achseln zuckte. „Ich habe nicht allzu gut die Nacht geschlafen," sagte er langsam, aber entschlossen. „Mich hat eine Frage beschäftigt, ein Problem, und ich inöchte gern Ihre Meinung darüber hören!" Sie wandte sich und stützte sich mit den Händen leicht aufs Fensterbrett, an dem sie lehnte. Gegen die hellen Scheiben zeichneten sich die Umrisse ihrer schöneil nnd schlanken Finger doppelt klar ab. „Es handelt sich darum: Glauben Sie, das; in einer Gebend, in der ztöei Nationen nebeneinander hausen, und in der natürlich Reibungen Vorkommen, eine glückliche Ehe zwi- schen zwei Personen verschiedener Nationalität möglich ist?" Sie wurde langsam rot Ulld röter. Aber sie nahm sich zusammen: „Warum fragen Sie mich das?" „Weil eine Dame da wohl ein feineres Gefühl hat als unsereiner!" Wie ein schwerer Atem war's iit dem Zimmer. Mit alter Gewalt versuchte Hanna voll Graßnick, möglichst unbefangen dreinzuschauen und zu reden. „Ich denke, Herr von Bersen, das wird eben von den Persönlichkeiten abhängen." „Mit andern Worten: Sie glauben an die Möglichkeit einer glücklichen Ehe, Baroneß?" „Unter Umständen, warum nicht? Sind Sie anderer Meinung?" „Mlerdings. Niemand verlernt, besonders wenn er stets wieder mit Landsleuteli zusanlinen kommt, das Fühlen des Volkes, dem seine Mutter und er selber angehört; ebenso wenig, wie mail im alten Kreise die Muttersprache verlernt. Und über persönliche Zuneiguilg fort muß also eines Tages die Grundverschiedenheit des Fühlens einen Keil in die Ehe treiben, an dem das Glück schließlich zugrunde geht." Sie hatte sich ganz wieder gefaßt. In feinen Worten klang ein Ton persönlicher Abneigung gegen solch eine Ehe. klang's wie Aerger, Angst, Bitten. Das erfüllte sie mit einem wunderlichen, ailgenehnlen Gefühl und gab ihr die volle Sicherheit zurück. Mit einer unbewußten Koketterie sagte sie: „Hier an der Grenze gibt es viele Ehen zwischen Deutschen und Polen. Nach Ihrer Theorie müßten Sie albe unglücklich sein. Ich glaube nicht daran, denn Sie machen einen großen Rechenfehler. Sie vergessen, daß in der Ehe doch eine Partei immer die stärkere ist und die andere zu sich hinüberzieht. Da diese stärkere Partei meistens wohl der Mann sein wird,cko darf man annehmen, daß das Mädchen, wie in seine Lebensweise, so auch gleichsam in seine Nationalität, in seine Art des Führens, Denkens, Sprechens hineinwächst." Er war totenbleich. Kerzengerade staild er da. „Also mit anderen Worten: Uln des Mannes willen löst sich das Mädchen von ihrem Volke, ihrer Muttersprache, der Tra- drtron, von allem, was uns teuer ist." Und in halb zornigem, halb entsetzten: Ausruf: „Das kann nicht Ihre Meinung fern!" Lächelich, auch ein wenig überlegen, wiegte sie sich an Fenster. Sie war schon in diesem lässigen, kaum merkbarer Wiegen. Sie mochte es a::ch selber wissen. Versens.Aüaer wichen nicht vor: ihr. J „Gnädiges Fräulein," fragte er dann seltsam ruhig „darf ich ein direktes Beispiel bilde,:? Würden Sie um eine- Polen willen, der reich, vornehin, interessant ist, ich frage wurden Sie um seinetwillen auch alt dies opfern? Könnte, Sie bergesjen, baß Sie einer Familie eiitstaniinen, die dentsck war durch viele Jahrhunderte? Daß Ihr Vater sein Deutsch nun lper in der Grenzmark wacker festgehalten hat? Daß - aber Sie wissen, was ich meine! Und würden Sic trotzden einem Polen die Hand reichen können?" Hanna von Graßnick hatte das Fensterbrett losgelassen Sie stand nun so aufrecht da wie er. „Sie fragen sonderbar. Herr Leutnant'" Er senkte das Haupt. „Pardon, ich habe keil. Recht zu dieser Frage. Abe wollen Sre nur nicht antworten?" Nun hob er den Kopf. Beide waren rot. Ein Scwveigei enrswnd wre eine kleine Ewigkeit. Ihr schwerer Atein en nachts au den Hühnerstall, klopfen und sagen: Gackert der Hahn, geackert die Henn, so krieg ich. en Mann, so krieg ich noch ken Ter Glanzpmckt der Weihnachtsfeier ist der Christbaum oder Weihnachtsbanm. Er ist ebenso weit bekannt wie die Besche- nmg, ja Weihnachten ist für sehr viele Deutsche ohne einen Christ- baniil garilicht denkbar. Und doch ist der lichtergeschmückte Baum noch, ziemlich jung, alt aber seine Vorläufer. Im Jahre 1494 schreibt Sebastian Brant ür seinem Narren schiff: Und wer nit ettlvas nuwes hat und limb das rruw jor syngen gat und grycn tann risz steckt in syn haß, der meynt, er lebt das jar nit uß. Damit haben wir rirren wertvollen allen Beleg für deil durch, meh- rere Jahrhunderte bezeugten und heute noch- üblichen Brauch, grüne Zweige ins Hans zu hängen oder aufzustellen. Ties sind entweder Zweige von Nadelbäumen, Buxbauin, Rosmarin, Stechpalme oder von Kirschs-, Weichsel- imd allderell Laubbäruncn oder Blumen. Sind sie nicht umnergrün, so steckt man sie eünge Zeit vor Weihnachten ins Wasser und stellt sie in die warme Stube, damit sie bis zum Fest Kllvspen, Blätter oder Blüten treiban. Hier sind zlvei Anschauungen ineürander übergegangen: »nan glaubte in Deutschland, daß mit Begnm eines lreuen Jahres auch die Natur an fange neu zu erwachen, und erzählte sich alterte, Wällderdinge von Bäumen, besonders Kirschbärunen, die an Wech- nachten blühten. Das war in den Augen der Christen eine Verherrlichung des Christkindes durch die Natur und wurde in der Literatur viel behandelt Und in Verbindung gebracht mit dem Baum der Erkemrtnis im Paradies' und durch ihn nrit dem Kreuz Christi. Mit diesem Glauben verband man den Brauch, Kirsch- bau inzweige vor oder an Weihnachten ms Wasser zrr stellen. Nebenher ging eine andere Anschauung. Ten Pflanz«:, die sogar im Winter grünen, und Venen, die im Frühjahr zuerst Knospen und Blüten treiben, schreibt man ganz besondere Lebenskraft zu. Diese gilt es sich nutzbar zu nrachn. Wenn man die Pflanzen im Haus ausstellt oder Menschen, Tiere und Bäunre damit berührt, so glaubt man, daß ihre starke Lebenskraft ans die Berührten oder überhaupt die Umgebung übergehen, Uebel abwehven und Segen spenden könne. Tie Zioeige iverden deshalb an der Haus- oder Stalltür angebracht oder im Stall, in der Wohnstube, iin Speicher, Uw sie meist gegen Feuersgefahr schützen. Man pflegt in der Wissenschaft einen solchen Zweig .Lebensrute zu nennen. Ter Ursprung des heute üblichen Weihnachtsbaumes scheint im Elsaß oder überhaupt im alemannischen Gebiet am Oberrhein ettva jzwischjen Basel und Slraßbnrg zu sein. Von hier aus sollte er sich über ganz Deutschland und die Welt verbreiten. Zunächst wird der Weihnachtsbanm an einigen Orten Süd- und M-rddentschlands erwähnt. Aber weder Name noch Aussehen ist einheitlich. Er heißt bald Weihnachtsbanm, dann Christbaum, Lebensbanm oder wird sonst gekennzeichnet. Oft ist er ein Tannenbaum, anderswo wie in in Westfalen eine Stechpalme oder ein Wacholderbänmchen oder eine Birke, ein Kirschbäu mchen oder sonst ein Lanbbanm, den inan öfters scklon einige Monate vor Weihnachten in einen Topf setzte und ins Zimmer stellte und auf Weihnachten zum. Blüten brachte. In Ostfriesland hatte man bis vor kurzen: kein Bäumchen, sondern ein» Gestell, an dem Laub, Zucker und etivas Gebäck angebracht war. Ties war am Feilster ausgestellt, wo das Christkind in der Silvesternacht Geschenke für die Kinder hin legte. Bisweilen steht der Weihnachtsbanm neben den blühenden Lanbbäumchen. Erst Eiche des 18. Jahrhunderts, z. B, 1785 in Straßbnrg, ftichen wir den Weihi:achtsbaun: mit Lichtern. Lichter brannte man an Weihnachten aicch ohne oder neben dem Baum. Wir trafen sie schon an Martinstag. Wie dort werden sie hier zunächst die bösen Geister vertreiben sollen. Licht irnd Leben siich schon ftüh du* nander gleichgesetzt. Dem Licht schreibt nran allgernein segei:spen- dende Wirkung zu. Die Weihuachtssitte, Lickcher anznstecken, war zuerst ein selbständiger Segensbrauch und ist Eiche des 18. Jahr- hillcherts mit den: Baum Verbund«:. Weihnachtsbanm und Licküer- glanz sind jetzt für uns unzertrennliche Vorstellungen. Goethe lernt den Weihnachtsbanm in Leipzig kennen. Bei ibn: vkch Sck;illcr war er noch eine Seltenheit, die beide Dichter im Elternhause nicht kaiulten. I. P. Hebel verherrlichte ihn in seinen alemannischen Gedichten. Ueberhanpt wurde er an: Anfang des 19. Jahrhunderts öste:-s in der Literatur erwähnt und fand in der Stadt immer mehr Eingang. In und nach den napoleonii'chen Kriegen brachten ihn bei den großen Umwälzungen deutsche Osft ^ier- und Beaintenfanrüien ins AuZland, frenche Soldatei: lernte:: ihn bei ::ns kennen. Tic Franzosen sahen in 1870 »wie jetzt iviv- der bei unseren Soldaten. Ueberha:cht kam der WrihnachtsballM von Deutschland ans ins Allsland. Heute fehlt er ivvhl in keinem Erdteil mehr. ... Einen solch herrlichen Siegeslauf durch die Welt hat sonst kein deutscher Bolksbranch aufzuiodsen. 612 Vüchertlsch. — Geschichte der Araber von C l. Huart. Ins Deutsche übersetzt von Sebastian Beck und Moritz Färber. 3 Bände. Preis drosch. Mk. 16.—, geb. Mk. 22.60. Namen- und Sachregister. Preis Mk. 5.—. Verlag von K. F. Koehler iit Leipzig. Mit dieser ausführlicheil Darstellung der Geschichte der Araber wird der deutschen Literatur ein Werk zugänglich gemacht, das sorvohl bei dein tieischürselideii Fachgelehrten, wie auch bei jedem Gebildeten, gleichviel rvelchen Standes, das größte Jiiteresse wachrufen muß. In wahrhaft meisterlicher Gliederung und Be- wältiguiig des umfangreichen Stoffes, durchaus erschöpfend und doch nie ermüdend in der Darstellung, bietet das Buch alles Wissenswerte über Herkunft, Geschichte, Literatur uub Geistesleben, Sitten und Gebräuche der Araber. Besonders wertvoll wird diese großzügige Arbeit durch die sonst nur allzu selten und spärlich behandelte Geschichte der Araber in Spanien und Marokko geinacht. Ein ausführliches Namen- und Sachregister mit mehr als 22 000 Titeln erhöht durch seine Zuverlässigkeit noch den Wert, des Buches. Es wird durch die Teilnahme der Araber am Weltkriege eben jetzt die größte Beachtung finden, da in der treuen Darstellung der Geschichte der Araber sich uns die ganze Psyche der Musellnanen klar enthüllt. — Deutsche Sonette von Joachim Freiherr v. d. Goltz. Verlag Bruno Caisirer, Berlin. - Viel hat die seit den Angust- tagen 1914 schwer geplagte „Kriegslyrik" auf ihre Schultern nehmen müssen und allzu wertvoll erwies sich die Ernte recht oft nicht: denn umfangreich war wohl die Menge der Spreu, die ausgeschieden werden mußte. Um so erfreulicher ist es, daß endlich ein Dichter vor uns getreten ist, ein wahrer Dichter, mit henlicher Gestaltungsgabe, mit dem wahrhaft erfaßten Sinn des Krieges. Kein Bildungspatriot predigt hier „Vaterlandsliebe", die man doch besitzen muß und nicht lernen kann; nicht aus die Sympathien der Masse wird hier spekuliert, sondern hier jauchzt ein großer, edeldenkender Deutscher sein Bekenntnis zum Krieg hinaus. Gewiß, der Krieg zerstört, vernichtet, aber sind die ethischen Momente, die er anslöst, nicht unendlich ivertvoller, nachhaltend wichtiger als alles andere. Ein Kainpf muß schon um seiner selbst willen gekochten werden, sonst wird er zum unlauteren Wettbewerb. Aus diesen Versen glüht die Liebe zum Kampf, zuin ehrlichen, großen Ringen um edle Ziele, wie die Achtung und Ehrfllrcht vor dein Schmerz und der Trauer; der Wille, der eiserne, der alles besiegen muß, fordert sein Recht. Möchte ein jeder Deutsche empfinden wie „der deutsche Musketier 1916"- will um's Gewehr die harten Hände falten, die kampfgekrümmten, will es halten, halten, bis Feindes Stirne oder der Schaft zerbricht. — „Das deutsche Angesicht" von Herbert Eulenberg. Verlag von B. Cassirer, Berlin. — „Eine Auswahl fürs Feld" bezeichnet Eulenberg den Inhalt des schmucken Bändchens, das der Folge der mit Recht so bekannten und beliebten Trilogie „Schattenbilder", „Neue Bilder" und „Letzte Bilder" entnoinmen ist. Deutsche Charakterbilder! Nur unsere großen deutschen Denker und Dichter sind es, die hier packend zu uns reden, die greifbar, lebendig vor unseren Augen auserstehen und gewaltig wachsend Saiten in uns anschlagen, deren Klang wir uns nicht verschließen können. Vieles Gewaltige lebt, Doch nichts ist gewaltiger als der Mensch! Wir können dem Bändchen in der Heimat wie im Felde nur die weiteste Verbreittlng wünschen, denn das ist es wert. — Deutsche Zuversicht. Im Verlage von Heinrich Staadt, Hofbuchhandlung, Wiesbaden, ist, in schwarz-weiß-roter Farbe umrahmt, zlnn Preise von 50 Pfg. ein Gedicht von Aug. Fr. Hausen, „Deutsche Zuversicht", erschienen, das die weiteste Ver- reitung in allen Kreisen verdient. _ r — »Deutsche Hausbücher", in schnmcker, vornehmer Ausstattung, bietet der Verlag von Otto Rippel, Hagen i. Wests und Leipzig. Jeder Band gebd. 1,70 Mk. - Max Geißler: Der f ch w arze Stern im großen Bären. Eine besonders reiz- volle Gabe bietet uns Geißler in diesem kleinen morgenländischen Ronmn. - Fritz Müller: D e r g n ü g l i ch e G e s ch i ch t e n. Fr. Mullcr gehört unstreitig zu den besten deutschen Humoristen. Geradem dieser ernsten Zeit hat solch fröhliches Buch eine besondere Aufgabe zu erfüllen. — Fritz Müller: K l a s s e n g o l d. Schulgeschichten aus dein Kriege. Diese herzerquickenden Erzählungen muten ungemein frisch und lebensfroh an, und doch steckt in allen ein tief versoimener Kern. m ~ I°n n tz - I i -: S ch ö n i st d i e I u g e n b. «Fischers Romanblblwthek.) Pappb. 1 Mk., m Leinen 1,25 Mk. — Ter Zauber der Jugenderinnerung lieg! über den beiden neuen Erzählungen, die Hesse unter dem Vers des Volksliedes vereinigt Es sind keine Liebesgeschichten, doch ist die Liebe darin, als der nie fehlende Einschlag jeder Erinnerung. Das eine Mal ist's ein zurück- geiviesenes Mäochen, das andere Mal ein vergeblich umworbenes, das durch die Erinnenmg schreitet, immer in Schönheit wid Licht. Eine stille Eirtseriitheit ohne Resignation schwingt dilrch die Er- zahlungen, eine tiefe, kaum merkliche Schwermut verklärt sie: bei frohen Zeiten, schön ist die Jugend, sie „Schöli ist das Leben kommt nicht inehr." Sie sind rechte Gedichte in Prosa, melodisch, zärtlich und liebevoll zu Meiisch und Natur. ... ~ Stur m v ö g e l, Kriegsnovellen von Karl Busse. wirkungsvollem Schutzumschlag. Gebunden Aik. 3.60. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. Eigenartig, }® ie Schöpfungen Busses, wir veriveisen auch auf den Roman des Verfassers in unserem Familienblatte, sind auch diese prächtigen Boten des Weltensinrmes. Durch sie droht oder stürmt, bald naher bald ferner, der Krieg. Aber nicht von ihm wollen sie in ^u^r Linie erzählen. DaS allgemein Menschliche ist es, was ihr Verfasser in leuchtenden Farben und in immer neuen Abwano- lungen herauSslellt. Dieses überstrahlt ihiii nicht nur alles Kriegerische und Technische, sondern auch alles Politische und Rationale. Wie mir wenige versteht er c.§ dabei, gerade das L>oldatenschicksal in seiner bunten Mannigfaltigkeit, in seinen Höhen und -Liefen, seinen ernsten und heiteren Zügen zu schildern. Auch wer der KriegSliteratur müde ist, wird an dem Buche seine Freude haben, denn herzbewegend spricht aus ihm die reine Menschlichkeit des Dichters. . — I ch war auch dabei. Eine Geschichte aus den Kämpfen um Verdun. Der deutschen Jugend erzählt von C. F. Stauffer. Mlt Bildern von Prof. A. Wagner. Preis 3,50 Mk. Verlag von A. Anton & Co., Leipzig und Berlin. „ .^Ursels Heldentat. Eine Geschichte aus der Kriegszeit für iunge Mädchen von Else von Steinkeller. Mit Bildern von Gottfried Bachen:. Preis Mk. 3.50. Verlag von Anton & Co., üetpjta und Berlin. Etwas so Harinloses, Frisches und Fröhliches wie dieses Buch ist lauge nicht auf den Büchermarkt gekommen. — D er Ttum er (Krtegsausgabe). Herausgeber: I. E. Frhr. v. Arotthuß. Vierteljährlich (6 Hefte) 4 Mk. 50 Pfg., E,nzelheft 80 Pf. Probeheft portofrei (Stuttgart, Greiner & Pfeiffer). — Aus dem Inhalte des zw eiten Dezemberheftes: Der Thronwechsel in Oesterreich-Ungarn. Von Hermann Kienzl. — bonnen- ktnder. Von Fr. Schaal. — Die winzig kleinen Füße. Don Thyra Jensen. - Ver sacram. Von Karl Bchönfeld. — Deutsche und Polen. — Amerikanische „Freiheit". Von Prof. Dr. Leo Brenner. — „DaS erste Kulturvolk der Welt". — Ein deutscher Engländer. L^^llEzüglinge. Von E. Schmalz. — Ein baltischer Dichter. — Eme merkwürdige Prophezeiung. — Bayreuth — ? ~ Heliand. £ on Karl Storck. — Luther auf der Wartburg. (Zur Weimarer Erstaufführung von Lienhards Draina.) Von Karl Storck. — Er- mnerungsbücher und Briefe. — Der Jenseitsgedanke in der altdeutschen Kunst. Von Mela Efcherich. — Türmers Tagebuch: Der Krieg. — Ailf der Warte. — Kunstbeilagen. — Notenbeilage. ~~ Freude ent weiblicher Handarbeit. Unseren fleißigen Mädchen und Frauen kann man eine große Freude bereiten, wenn man ihnen Beyers Handarbeitsbücher der „Deutschen Moden-Zeitung in Leipzig" unter den Christbanm legt. Von den Häkelarbeiten an bis zu seltenen, aus dem Auslande staminenden Arbeitsweisen ist alles darin vertreten, jede ArbeitS- aattung in einem mit schönen, klaren Abbildungen und leicht ver- Anleitungen reich gestillten, einzeln käuflichen Helle zu Mk. 1,50. Verzeichnisse vermitteln alle Buchhandlungen und jedes HandarbeitSgeschäft, sonst der Verlag Otto Beyer, Leipzig. — Soeben erschien in neuer Auflage: „Soutache - und Blende n- A r b eiten". Zusammengestellt von Marie Niedner und Helene Weber. r77 Kürschners Bücherschatz. Band Nr. 1093: Die Halliggräfin. Roman von Albert Petersen. 94 Seiten Umfang. — Preis 20 Pfg. — Herin. Hillger Verlag, Berlin W 9, Potsdamer Straße 124/125. ' Logogrijch. Mik „i" wird es ans trübem Saft Ein klar und rein Getränk bereitem Mit „o" ein Rechtsbrauch, grauenhall, Gottlob, aus längst vergang'uen Zeiten. Mit „a" sieht man es zart und bunt Um dull'ge Blumen tändelnd fliegen. - Wer konimt der Sache auf den Grund k Nicht schwierig ist's herauszukrtegen! Auflösung in nächster Nummer. Auflösung der Skat-Aufgabe in voriger Nummer i Abkürzungen: tr --- Treff, p --- Pique, c = Coeur, rar--- Carreau trL ---- Treff-Bube, pA --- Pique-Aß, cD = Coeur-Dame usw. Mittelhand drückt earL lind carZ. Vorhand erhielt carB, trK trD, tr9, tr8, tr7, cA, cZ, carD, car9, Hinterhand die übrigen. — Gang des Spieles: 1. V. trv M. trA 2. H. pv V. oA 3. V. trL Dt. trZ 4. H. pK V. cZ Der Rest bleibt dem Spieler, obigen Stichen bereits 80 Augen 6. cD = — 17. M. vZ --- - 24. H. c7 = — 14. M. pA — — 25. aber die Gegner haben in den erhalten. Schri,Heilung: Sk.R.Z«nz.-Zwilli„„run»drn« und Verla, der Brühl'schen Uni.erlitäi^Buch. und ätembvucterei R. Laug-, ließen.