Kömgstraume. Roman von Karl Busse. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Der Mas tour sofort der liebenswürdige Gesellschafter. „Gewiß," sagte er verbindlich, ,/andere Völker, andere Sitten. -Herrn von Berkens Adelsprogramm ist bei unseren Verhältnissen undenkbar. Ebenso wahrscheinlich das meine in Preußen. Wer will da sagen, dies ist recht und jenes falsch'?' „Und außerdem," sagte Versen, „vergesse:: wir heute zunl zweitenmal, daß das gnädige Fräulein ein gutes Recht aus eine andere Art der Unterhaltung hat. Ich bitte recht sehr nur Entschuldigung." Ein dankbarer Blick Hannas kraf ihn. „Ja," sagte sie und atmete auf, „so schlimm wie heute tvar's wirklich noch nie." Und lachend: „Ra, Ende gut, alles gut! Man lernt ja mich immer." „Und welche Stange halten Sie, Gnädigste?" fragte der Graf. „Ich werde mich hüten, das zu verraten. -Dann geht der Tanz noch einmal los." „Aber wenn wi.r versprechen, schlveigend das Urteil zu empfangen?" „Es würde mich auch interessieren," warf Versen hin und sah sie groß an. Sie zögerte und blickte von einein zum andern. Dann wurde sie leicht rot. „Ich bin nicht Ihrer Meinung, Herr Graf." Rutkowski hatte eit: nervöses Zucken un: die Mundwinkel, tvie es ihm eigen war. Und jäh traten auf seinem schmalen, blassen Gesicht die beiden roten Flecke hervor. Es war ei,: böser Blick, der einen Moment Den Leutnant traf. Dann sagte er völlig ruhig: „Wenn sich eine so liebenswürdige Dame gegeti mich erklärt, strecke ich die Waffen." „Und ich erkläre feierlich den Frieden," lachte Hanna. Ernst August und der alte Baron, die sich bisher mit dem Roilvein beschäftigt und leise über ei:: paar persönliche Fragen diskutiert hatten, mischten sich ins Gespräch. Aber Halls Albert sollte mit seiner Ansicht, daß es heute noch ein scharfes Zechen geben würde, unrecht behalten In ganz konventionellen Grenzen quälte sich die Unterhaltung hin. Und wider Erwarten erhob sich Gras Rutkowski nach einer halben Stunde, um sich zu empfehlen. Man nötigte nicht allz:: ernstlich, und es hätte auch schwerlich viel genützt. Denn hatte Napoltzoi: Rutkowski mal einen Entschluß gefaßt, blieb er fest. Als er sich zun: Kusse aus Hannas Hand niederbeugte, ging ein leises Zittern durch seinen Körper. Ei:: seltsam heißer Blick traf sie. to» sie halb verlegen sich abwandte. Mit herzlichem Händedruck nahm er Mschied von Hans Albert und Ernst Anglist. Dann wandte er sich zu Bersen. „Herr Leutnant — 5" „Herr Graf —!" „Ich hoffe, daß wir uns nicht das letztemal gegenüber- getreten sind." „Ich hoffe dasselbe." Eine nochmalige kühle Verbeuguna. Einen Moment trafen sich die Blicke. Wie zwei Dolche, die sich kreuzen. Der Schlitten stand in: Hofe bereit. „Nach Hanse!" befahl der Graf. Und kräftig griffen die Gäule aus. 6. Kapitel. In Decken gehüllt, den Pelzkrage:: hock-geschlagen, saß er mit finstern: Gesicht da. Sein Atem ging rasch: eine Trotzfalte hatte sich in seine Stirn gegraben. Dumpf vor sich hinbrütend starrte er ins Weite, über die verschneiten Felder, in die sternige, kalte Winternacht. Er fuhr erst auf, als der Schlitten beim Abbiegen von der Chaussee ziemlich heftig her::::: ge schleudert ward. Ein breiter Weg, den er selbst hatte aulegen lassen, führte gleich hinter Nasgora in fast gerader Linie nach Muchocin und Skydlewo, den von Vorwerke:: umlagerten Hauptgütern der gräflichen Familie. „Euer Gnaden befehlen?" fragte der Kutscher und wandte sich. „Nichts? Fahr' zu!" Gehorsam hieb der Mann auf die Pferde ein. Doch, hätte er drauf schwören mögen, daß sein Herr etwas ge- sprochen hatte. Und so tvar's auch. Als müßte er sich den Klang für immer einvrägen, hatte der Graf Bersens Namen genannt. Seine Hände ballten sich. Was war denn dieser Versen? Ein lumpiger Leutnant, eil: Nichts, ein Maulheld! Ein Mensch, (dessen Leben darri: aüfging, Rekruten zu drillen: ein'Herr von Habenichts, der sich frech in feine Kreise drängte, der sich vielleicht nicht einmal scheute, die Augen zu Hanna von Graßnick zu erheben! Unverschämt und lächerlich gleichzeitig. Wie eir: Wölkchen ward sein Atem in der kalten Nacht sichtbar. Er strich den Schnurrbart, in den sich Eiskristalle gesetzt hatten, und griff instinktiv in die Tasche des Pelzes. Dort steckte der geladene Revolver. Seine Hand umspannte de:: Schaft der Waffe. O, dieser Leutnant hatte seine letzten Worte wohl verstände::! Noch einmal lvollten sie sich aege:v- übertreten, beide hofften es, qber anders! Statt der spitzen Worte sollten die ^>äbel kreisen oder die Pistolen sprechen. Wein: es erst loäre! Er nickte. Dann ließ er die Waffe los. War es nicht närrisch, sich über Lappalien aufzuregen? Was ging ihn im Grunde der Offizier an? Und was wußte der von ihm? Seil: Leben zog an ihm vorbei. An Pracht, Glanz und Reichtum war er gewöhnt, so lange er denken konnte. Aus dem un- glücklichen Freiheitskampf von 1830 war sein Vater knapp drei Jahre zurück: da ward er geboren. Kampf- und Frei heitSlieder, schwermütige Volksweisen tönten über seine Wiege. Bartek Zychod, der treue Diener, der Urpfer an der Seite seines Herrn gekämpft, raunte sie dem Knäblein ins Oh?. Das einzige Kind ward von allen verwöhnt. Wenn sein Vater mit dem Inspektor arbeitete, durfte er auf dem Teppich ün Zimmer spielen. An den Wänden hingen die Bilder der polnischen Könige. Das letzte und größte sah auf den Schreibtisch hinab, an dem der Vater saß. Oft wies Barlek Zychod heimlich mit dem Finger danach und sagte: „Sieh' es dir an, Söhucheu, der letzte König von Polen, die Teilung brach ihm das Herz. Gott helfe uns allen uitb Polen insbesondere! Der da hängt, ist der Großonkel deines Vaters. Dein Urgroßvater und König Stanislaus waren rechte Vettern. Es kann eine Zeit kommen —" Aber erschrocken, als dürfe er nicht weiterreden, hielt Bartek Zl-chod sich den Mund zu. „Bereite dich vor," murmelte er. „Die Rutkowski, die Czartoryski und Ponintowski — große Namen, Söhnchen, große Namen! Doch wo sind die Poniatowski geblieben? Erbarme dick), heilige Jungfrau! Bleiben noch zwei Namen, so oder so! Wenn ein neuer Körnig von Polen kommt, einen davon wird er führen, so wahr ich Bartek Zychod heiße und meinem gnädigsten Herrn treu diene." Der Knabe verstand nicht alles. Aber er sah das große Bild an, das über dem Schreibtisch hing. Er sah Krone und Zepter, Purpur inrd Hermelin. Die Krone besonders tat es ihm an. Es mußte sich schön damit spielen lassen, hei, wie sie rollen mußte, wenn man sie auf dem Fußboden entlang kollerte. Und einst, die Mutter saß im Sessel, der Vater hatte die Hand auf die Lehne gestützt, sagte der Knabe, der sich langweilte: „Ich will auch eine Krone, Papa, wie sie der König hat." Und die Hände griffen in die Lust, während die Blicke unverwandt am Bilde hingen. Erstaunt sahen die Eltern sich an. „Und warum, Napoleon?" fragte der Vater. „Spielen möcht' ich," antwortete das Kind. „Das andere Spielzeug ist immer dasselbe." ^ Ernst und mit seltsamen Augen nahm der Vater seinen Sohn empor. „Sieh' sie dir in der Nähe an, Kind," sprach er und hob ihn über den Schreibtisch, „mit Kronen spielt man nicht!" Und leiser, zur Mutter gewandt: „Höchstens um Kronen." „Was sagst du, Papa?" „Nichts, Napoleon!" Erstaunt wandte der Knabe den Kopf. Bartek Zychod, der Diener, stand bescheiden an der Tür. Er hatte die Hände gefaltet und ließ den Blick nicht ab von ihm, nicht ab von dem kleinen Napoleon Rutkowski. Er ward älter. Bartek Zychod lief ihm wie ein treuen Hund nach. Er ließ sich schlagen, treten — es tat nichts. Er gehorchte dem Kinde fast eifriger als den: Vater. Und ob der alte Rutkowski aus guten Gründen auch verbot, daß Bartek zu oft mit dem Knaben zusammenstecke, Bartek trotzte dem Verbot und kauerte sich im Park neben die Schaukel hin und erzählte dem jungen Herrn vom König Stanislaus, seinem Vorfahren, von dem Unglück des Vaterlandes, von: letzten Freiheitskampf. Unter dem Bilde hing ein Säbel. Der Vater hatte ihr der Grochow und Ostrolenka geführt. „Mir scheint," lacht« Bartek Zychod, „er ist noch rot vom Moskowiterblut. Keir Polensäbel, keine Sense ward 1830 und 1831 röter als er' Und leise raunend erzählte er von Heldentaten, die de^ Knaben Vater getan. Der beste Ritter der heiligen Jungfrau M hatte ihn ein Priester genannt, und der Name verbreitet, srch bald rm ganzen Heere. Das alles hörte Napoleon vor dem treuen «Diener. Und der Knabe träumte seltsame Königs träume, in denen er mit der Krone spielte und das Zeptei wie einen Ball in die .Höhe warf und wieder ausfing. Als Napoleon Rutkowski sechzehn Jahre alt war, rie rhn der Vater ins Zimmer. Zum erstenmal hörte er am seinem Munde, was er durch Bartek längst wußte, wenn aucl Bartek ostlverworreues Zeug geschwatzt. Die nahe Verwandt schuft mit den Czartoryskis und durch diese mit Stanis laus II. von Polen ward ihm erklärt, und bewegt ermahiit der Vater den Jüngling, die Tradition heilig zu halten und wie er's getan, als Mann einst auf der Wacht zu stehen Vom weißen Adler sprach der Graf und voin Vaterlande, dw geknechtet ain Boden liege. Und mm erfuhr er auch, we^hall er Napoleon hieß. „Der große Kaiser," sagte der Alte, „hatte ein Herz fü Polen, ob die Leute auch anders reden. Er hatte schon be gönnen, ein selbständiges Herzogtum Warschau zu schaffen Er hat es 18(19 vergrößert. Er zog 1812 zur Besiegung Miß lands aus, und wäre er als Sieger heimgekehrt, lebten wir heute in einem freien Königreiche Polen. Das wußteii die hunderttausend Polen, die uiiter ihm fochten. Sein Fall war auch unser Fall. Die Flammen Moskaris begrubeir seine Macht und ilnsere nationalen Hoffnungen. Aber so lange ich lebe, werde ich liicht aiifhören, für den Toten von St. Helena zu beten. Nach ihnr heißt du Napoleon, nach jenem dort Stanislaus. Vergiß das niernals, mein Sohn. Wenn mich ilicht alles täuscht, steigt drüben im heiligen Frankreich ein neuer Stern empor: der Siegerstern oes ersten Kaisers. Ein Napoleon sitzt auf den: Präsidentenstuhl, aber ein Napoleon bleibt nicht beim Prinz-Präsidenten stehen. Vielleicht-führt der Neffe einst aus, was der Onkel nicht konnte. Dann siehe zu, daß du deine Zeit nicht versäumst!" „Wie meinst du das? Was soll hch^tun? Willst du mir nicht mehr sagen?" Da wandte sich der Vater, sah aus den: Fenster und sprach fast heftig: „Geh', geh', ich will allein sein!" Doch an der Tur hörte er seinen Nmnen rufen: „Napoleon!" Der Vater hatte ihm wieder das Gesicht zugekehrt, mit übereinandergeschlagenen Armer:, wie es der abgöttisch von ihm verehrte große Kaiser geliebt, stand er da. Und langsam, mit eindringlichem Ernst, sagte er: „Jeder Mensch bestimmt selbst über sein Leben und Streben. Es gibt Dinge, wo jeder Rat, wie er auch cuBsallen möge, Frevel ist. Was ich jetzt spreche, verstehst du noch nicht; aber es wird ein Tag konrmen, wo du es verstehen wirst. Dann wirst du dich entscheiden." Ein leichtes Neigen des Kopfes, und noch verwirrter verließ der Jüngling das Zimmer. Nicht lange darauf, früher als andere, ging er zur Universität. Auf den Knien bat Bartek Zychod, er möchte ihn mitnehmen. Der Vater war dagegen, die Mutter dafür. „Bartek ist treu," sagte sie, „einen treuen Menschen kann Napoleon inrmer brauchen." So ward denn der Diener dem Sohne mitgegeben. In Warschau und Lemberg ward der junge Gras sehr gefeiert. Sein Rang und Reichtmn erschlossen ihm jede Pforte. Von Lemberg aus ging es nach Paris. Dort nahn: ihn der alte Fürst Wan: Czartoryski wie einen Sohn auf. Er küßte ihn: die Hand und nannte ihn Onkel. Inzwischen war die Vermutung seines Vaters verwirklicht worden. Aus den: Prinz- Präsidenten war der Kaiser Napoleon III. geworden, vor dem der junge Graf Rutkowski sich in den Tuilerien verneigen durfte. In: Hause seines Onkels fand er die bedeir- tenosten polnischen Emigranten. Er hörte sie rede,:, Pläne schmieden, über den Stand der vaterländischen Dinge berichten. Viele der Worte seines Vaters lvurden ihn: klarer. Aber er war jung, und Paris war groß. Das junge Kaiserreich wollte Pracht und Frohsinn. 'Man inußte die Stadt bei guter Laune erhalten. Es war eine Zeit der Feste und Freuden. Mit heißem Herzen stürzte sich der junge Pole hinein. Der weiße Adler war fern — aber berückend nahe waren die weißen Schulter:: schöner Frauen, und der Wein duftete in den Kelchen, und die Blumen dufteten aus dunklem Haar, während die Seide knisterte und die Musik wundersam berauschende Weisen spielte. (Fortsetzung folgt.) Die deutsche Niederlage. (Eine Phantasie.) Den Leuten, die ungeachtet der wiederholt bekundeten Abneigung Englands gegen einen Friedensschlnß wähnen, du deutsche Regierung könne doch ein Ende des Krieges! herbeiführen, wenn sie nur wolle, wird in der „Sozial- demolrattschen Feldpost" eine erstischend derbe Lektion ertcrlt. Weil der Aufsatz in sehr treffender Weise di 5 Gefahren beleuchtet, du eine Förderung solcher Verdrießliche keitsstunmung mit sich bringt, drucken wir ihn hier ab In Nutz und Frommen aller, die es angeht. So war es denn wirklich gekommen. Tie Feinde Deutschlands hatten den S:eg errungen. Köln, Mainz und Straßburg befanden Nch m der Gewalt der Franzosen, die russische Dampfwalze malmte über Ost- und Westpreußens zertretene Fluren bis ins Herz der Provinzen Pommern und Brandenburg, Schlesien röchelte iw Verzweiflungskampf, und /ben schickten englische Dreadnoughts (Eroßtämpfichllse) sich au, Hamburg zu bombardieren. Da entschloß sich die deutsche Regierung, unf der Bevölkerung weitere nutzlose Leiden £11 ersparen, be: ben verbündeten Regierungen der Entente um Frieden uachgusuchen. . Es soll hier nicht noch einmal all das Weh der traurigen Er- ngmge aufgewühlt werden, die diese Katastrophe herbeigeführt 699 hatten. Es ist ja noch in frischer Erinnerung, wie die zwei Jahre für unerschütterlich gehaltene Front im Westen unter einer erneuten Offetrsive der Franzosen und Engländer — mit ihren portugiesischen, afrikanischen, indischen und indianischen Hilfstruppe:: — jäh zusammenbrach, und bald darauf auch die Ostfront ins Waiden geriet. Tie äußeren Ereignisse, die Schlachtentaten, die Gefechtspläne sind bekannt. Aber das „Warum" bohrt noch in jeder Brust, die verzweifelte Frage, warum denn dem Feinde im dritte,: Kriegsjahre das gelingen mußte, was bis dahin kein Mensch innerhalb und außerhalb Deutschlands für inöglich gehalten hätte. Wir müssen es hier offen aussprechen: Der Sieg, den unsre Feinde niemals aus eigener Kraft hätten erhoffen können, — er fiel ihnen aus Deutschlands Innern heraus mühelos in den Schoß. Nicht ihr Menschennraterial, mcht ihre Artilleriemunition, nicht ihr Gold, mcht ihre Seeherrschaft konnten den Wall der deutschen Landesverteidigung brechei:. — sie wurden seiner erst Herr, als das deutsche Volk selber seine Verteidigung preisgab. Daran müssen wir hier erinnern. Und Ovar deshalb, well diese Tatsache niemals als großes Ereignis zutage getreten und deshalb bisher unbekannt geblieben ist. Es waren Millionen Kleinigkeiten, die wie eine schleichende Seuche fortfraßen, die sich wie ein Herd todbringender Mikroben im Volkskörper eingenistet hatten, — der Kranke fühlt wohl sein Elend, aber er kennt die Kleinwesen nicht, die es ihm bereiten. Bon diesen Kleinigkeiten, diesen Krankheitsbazillen, hat keine .Zeitung im Fettdruck berichtet, sie wurden nicht als Extrablatt verkündet, aber sie waren da, fräße:: nnd wühlten, und so kam es, daß- der scheinbar kraftstrotzende Körper eines Tages nwrsch ztffammHrbrach. Und jetzt — erinnert Euch einmal der vielen Frauen, die ihren Männern jammernde Briefe ins Feld schickten, ihnen das eingeschränkte Leben daheim als schwärzestes Elend malten (wußten sie wirklich- nichts von den Strapazen und ^Entbehrungen der Front?) und so Mutlosigkeit nnd düstere Stimnnnrg in die Reihen der Unerschütterlichen säten. Brach nicht nrancher, den fünf hungernd durchwaMe Regennächte im Schlammloch nicht hatten umiverfen können, niedergeschmettert zusammen, als er in Briefen von daheim (in einer dluswallung schlechter Laune geschrieben) mit angeblich unerträglichem Elend der Seinen gequält wurde?! Das ist Nur eine beliebig herausgerissene Spielart des verderblichen Bazillus. Eine andere verkörpert jener Arbeiter Wilhelm Packheister, der tagtäglich in der Arbeitsstelle und am Mer Usch wiederholte: „Ich bin Proletarier, ich habe nichts zu verlieren Von nur ans ist eS ganz egal, ob die Russen oder Engläiwer über uns herrschen." Bon diesen: Wilhelm Packheister soll einiges berichtet werden. Als er aber hörte, daß die deutsche Regierung den Frieden nach- gesucht hatte, überlief Wilhelm Packheister ein Gefühl selbstbewußter Genugtuung. Das hatte er intimer gesagt, dahin mußte es noch kommen! Aber jetzt war doch wenigsteits der „daumlige Krieg" zu Ende, morgen würde er wieder nach Herzenslust essen und trinke::, Hit Leben der Erleichterung und allgemeinen Freude würde angehen, in den: er, Wilhelm Packheister, sich, einmal richtig ! weder würde Mensch fühlen können. Aus den Straßen, in den Wirtshäusern gingen die Menschen tut jenem Abend stumm nnd wie von Schau: gequält aneinander vorbei. .An Wilhelm Packheisters Stannutisch, aber ivurde ein Hoch nach denk andern ans den Frieden ausgebracht. Aber der nächste Tag brachte die ersten Enttäuschungen. Tic fremden Regierungen zögerte:: uänllich,, den deutschen Friedensborschlag anzunehmen, obwohl er ihnen bedeutende Vorteile sichere. Jetzt — sich als Sieger sehend — schwoll ihre Gier erheblich an, bei einen: Teil steigerte sie sich, ins Unermeßliche. Gewiß waren auch Stimmen der Vernunft zu hören, die rieten, sich mit einem mäßigen ehrenvollen Gewinn zu bescheiden, aber sie wurden tot- geschrieen durch das Rache- uird Vergeltungsgeheul einer von demagogischen Preßagenten fanatisierten Menge. Die Erbitterung und Enttäuschung zweier ergebnisloser Kriegsjahre machte sich jetzt Lust; in Paris bildete sich ein Klub „Keine Gnade," eine englische Frauenliga bearbeitete die hervorragendsten Friedensfreunde ihres Landes mit der Reitpeitsche, — gewiß lächerliche Auswüchse, die aber bitterer Ernst wurden, angesichts der erregten Parlaments- debatten, in denen ungeheure Mehrheiten jedes Ministerium mit schmachvollem Sturz bedrohten, das es ablehneu würde, den ruhmreichen Sieg durch einen Deutschland zerschmetternden Frieden zu krönen. Ja, nich-t eiuiual die Hungerblockade um Deutschland hob England auf. Der englische Premierminister war es selber, der das scharfsinnige Bild prägte: „Deutschland gleicht in diesem Augenblick einem in der Grube gefangenen Raubtier. Wollen wir es zähmen nnd ihm seine bösen Instinkte austrciben, so müssen wir es in erster Linie dauernd unter strenger Aufsicht und bei schmaler Kost halten." Das letztere war Wilhelm Packheister besonders unangenehm. Wo bisher über Nahruugsmittelknappheit geklagt worden war, hatte er Mit Stentorstimme auf die Regierung geschimpft unb int Brustton unantastbarer Ueberzeugung erklärt: „Die Kerle sollten nur Frieden schließen, da würden wir schon satt zu essen haben." Jetzt schlossen -„die Kerle" Frieden, und was geschah? England erklärte, „zn-^ nächst" nnd „bis zur Erlangung völliger Sicherheit" die Hungerblockade noch! aufrechterhalten zu müssen. Ja, im Parlament ließ der Premier durchblicken, daß man dies glänzende Mittel, Deutschland in dauernder Unterwürfigkeit zu halten, überhaupt nicht mehr ans bec Hand geben würde. Auch die feindlichen Heere stellten ihren Vormarsch keineswegs ein. Es war ja niemand da, der für bas zertretene Deutschland hätte eingreisen können, ::nd „je mehr man'hat, desto mehr kann man fordern" äußerte zynisch der russische Generalissimus, als ihm ein Waffenstillstand angetragen mürbe. Sv kan: die Stadt, in der Wilhelm Packl-eister arbeitete, nnter russische Herrschaft. Bon der UebergangSzeit, in der die Bevölkerung als „feindliche" behandelt wurde, soll hier ganz geschwiegen werden. Später kamen „geordnete" Zustände, da die Russen auf den dauernden Besitz dieses Landstriches rechneten. Nun, nnserm Packheister war es ja egal, ob er unter deutscher oder russischer Herrschaft stand. Freilich brachte der Wechsel der Regierung gleich von vornherein allerhand Scherereien, alles wurde auf russisch umgetauft, in der Schule russisch gelehrt, die Behörden verlangten, daß man sich, auf 'Russisch an sie wende usw. Alber dann kam das Unerwartete. Die Unternehmer setzten mit Hinweis auf die Kriegsschäden, die sie angeblich erlitten hätten, den Lohn herab. A:ich Packheister war unter den Betroffenen. Natürlich! erwartete er das Eingreifen seiner Gewerkschaft. Aber als diese nach vergeblichem Unterhandeln den Streik erklärte, erschien die Polizei in Begleitung der Kosakei:. Das Bttreau der Gewerkschaft wurde geschlossen, die Kasse beschlagnahmt, die Fichrer wurden verhaftet, vor ein Kriegsgericht gestellt — jetzt herrschte der Belagerungszustand auch im Frieden fort — nnd nach Sibirien verschickt. Tie Arbeiter streikte:: trotzdem weiter. Aber jede Versammlung, jede Zusammenkunft war verboten. Als sie es trotzdem versuchten, sprengten die Kosaken dazwischen. Es gab viele Tote und Verwundete. Unter diesen ivar auch, Wilhelm Packheister. Eine ungeheure! Erbitterung hatte sich seiner bemächtigt. Als daher von gewisser Seite die Aufforderung an ihn erging, einem Geheimbunde gegen die russische Regienmg beizntreten, fand der Vorschlag bei ihm wlllige Aufnahme. Es waren aber Spitzel dabei, die Sache kam heraus, und Wilhelm Packheister erhielt, obwohl nur seine Mitgliedschaft feststand, eine schwere Gefängnisstrafe. Und da — in der Gefängniseinsanckeit —- kau: ein seltsames Gefühl über ihn: er, dem es ganz egal gewesen war, ob Russen, Engländer oder Franzosen über ihn herrschten, wollte um jeden! Preis wieder Deutscher sein. Von einer abenteuerlichen Flucht soll hier nicht geredet werde::. Es genügt, zu wissen, daß er nach mannigfachen Gefahren in das Restdeutschland — man hatte trotz allen Sieaesübermutes doch noch solch ein Runtpfgebllde bestehen lassen müssen — gelangte. Atbcr neue Enttäuschungen erwartete:: ihn hier. Wohin er sch wandte, herrschte drückeiwste Not mll> Arbeitslosigkeit. „Tie Engländer verhinderten ans jede Weise, daß wir unsre Industrien wieder aufrichten", klagte es ihm ans allen Ecken eittgegen. Tie Branche, in der er selber arbeitete und in der er früher in fünfzig Städten Arbeit gesunden hätte, war so gilt wie ausgeftorben. „Wo sind denn die Kollege::?" fragte er. — Ein Teil war nach Amerika, wo es ihnen nicht gut erging, denn der Massenandrang deutscher Auswanderer hatte ein Ueberangebot von Arbeitskräften erzeugt. Zu- denr wtrrden sie von dem englischen Volke als Besiegte betrachtet und als Lohndrücker gehaßt. Tie meisten waren in Deutschland geblieben :titb lebten kümmerlich. 3Cnt meisten klagte man über den riesigen Steuerdruck. „Das laßt Ihr Euch von der Regierung bieten?" fragte Packheister erregt. — Lluch die Regierung ist ja ohne Einfluß, wurde ihn: erwidert, die Steuern werden von den fremden Mächten vorgeschrieben, die ihre Kriegsentschädigung um jeden Preis hereinhabcn wollen. Sie legen alle Steuer:: auf die breiten Massen, weil ihnen das der bequemste Weg ist, Geld einzutreibelr. Unter den Nachwirkungen des Gefängnisses — die russischen Gefängniseinrichtungen waren wie vor dem Kriege unerhört — wurde Packheister lungenkrank. Eine Krankenversicherung, öffentliche Heilstätten gab es :ncht mehr. Für Sozialpolitik war in Deutschland kein Geld n:ehr vorhanden. Mte und invalide Arbeiter verkamen. Alle Ansätze, die zun: Schutze der Schwangen:, der Säuglinge, auf den: Gebiete der Wohnungsreform, des Gesundheitswesens vor dem Kriege gemacht waren, starben aus Mangel an Mitteln ab. Tie fremden Mächte forderten unbarmherzig alle verfügbaren Gelder für ihre Kriegsentsch-ädiguny. Und bei alleden: wütete die künstlich erzeugte Hungersnot Infolge der englischen Maßregeln fort. Von Packlmstcrs fünf Kindern gingen drei zugrunde. Man kann gerade nicht sagen, woran sie starben, aber sie wären wohl leben geblieben, wenn das Elend nicht gewesen wäre. Er selbst fühlte sich unrettbar der Schwüchsucht verfallen. Er sah sein klägliches Ende sicher vor Augen —- -und erwachte schweißgebadet von einem starken Klopfen an der Tür. Es war die Botenfrau, die wie allmorgeirdlick die Zeitung brachte. An der Spitze stand in großen Lettern: „Alle feindlichen Angriffe abgeschlagen." „Gott sei Tank!" murmelte Packheister mit sicht!iet>er Befriedigung. „War das ein dummer Traum!" Bon diesen: Tage an war er nachdenklich, und als ihn: einmal ein Kollege sagte: „Es ist ganz egal, wie der Krieg endet, it»cntt er nur anshört," lächelte er still und meinte: „Es wäre gut, »nenn alle Menschen die Folgen ihrer Worte im voraus träumen könnten " 600 vüchertisch. — Ein gutes Hindenburgbild zu besitzen, ein Md, das die Wesensart des gewaltigen Heerführers eiiü>ringlick und liebevoll iviverspiegelt, ist in Deutschland so allgemeiner Mrnsch, daß es an Versuchen, ihn zu erfüllen, bisher wahrlich nicht gefehlt hat. Aber von den KünsÜern, die sich berufen glaubten, waren nur wenige cursenvählt. Tie Monumentalität dieses wie in Stahl gegossene und doch so wunderbar reich belebten Antlitzes auf die Lernwänd zu barmen, erfordert neben technischer Meisterschaft eine nicht jedein vergönnte Vertiefung in die Arbeit. Deshalb nimmt Professor Walter Peter sens (Düsseldorf) prächtiges Gemälde, das im >yxül?liucj ds. Is. in der Bert irrer Königlichen Akademie der Künste mit Recht allgemein bewundert worden ist, einen so hervorragenden Platz ein. lieber diese Schöpfung des gefeierten Porträtisten — ein Geschenk oer Stadt Hannover an die Familie von Hindenbnrg — äußerte sich der Generalseld- marschall selbst als der autoritativste Kritiker: „So wünschte ich auf die Naclpvelt zu komrnerr, und ich würde nrich freuen, wenn dieses Bild in Nachbildungen recht verbreitet würde, da so viele schlechte Bilder von mir im Handel sind." Petersen hat den Schlachtenlenker und tatkräftigen Heerführer zugleich voll erfaßt. der mächtigen Soldaten gestalt erhebt sich, unbeugsame Willenskraft und alle Feinheit deutschen Geistes atnrend, das väterliche Haupt: der Eisenblick, über den in der feindlichen Presse so viel geschrieben wird, scheint den Sieg kommandieren zu köuneu, von dessen gedanklicher Erarbeitung die Mienen beredt sprechen. Mit der gewissenlwften Sorgfalt, die alle ihre Veröffentlichungen und ausgezeichneten farbigen Nachbildungen bekannter Meisterwerke kennzeichnet, hat die Kunstanftalt Trowitzsch und Sohn in Frankfurt a. d. Oder das Petersensche Äindenburgbild im F«rbenlichtdrn.ck wiedergegeben. (Preis 35 Mk.). Ter markige Pinselstrich, die geistvolle Behandlung der Gesichtszüge, besonders der charakteristischen Stirn- und Augen Partie, erscheint iu der Nachbildung Mt aller Schärfe des Originals. Dank der stattlichen Bildgröße von 65x97 Zentimeter zeigt das Blatt auch äußerlich einen mommrentalen Cl-arakter, der es nicht nur des Ehrenplatzes int deutschen Hause würdig macht, sondern auch als festlichen Wandschmuck für die Säle von Vereinen und Körperschaften geeignet erscheinen läßt. — Aus Deutschlands Vergangenheit. Geschichtsbilder in der Erzählllmst, herausgegeben von A. Enzinger und A. Hausmann, gr. 8°. X und 493 Seiten. In Ganz lein wand M, 5. Verlag von R. Oldenbourg in München und Berlin. — Tie beiden Verfasser stellen in dem Mche den geschichtlichen, besonders kulturgeschichtlichen Werdegang Deutschlands in systematisch aneiimndergereihten Geschichtsbildern dar, denen in den Hauptzeitabschnitten eine kurze historische Entwicklungsgeschichte zur Orientierimg vorangesetzt ist. Die Geschichtsbilder sind entnommen unfern besten Historischen Romanen und Erzählungen. Sie bilden also nicht etiva eine bloße Schilderung geschichtlicher Tatsachen, sondern führen uns Deutschlands Werden in der lichtvollen Phantasie und in der farbenfreudigen, doch klaren Sprache des Dichters vor Angen. Man möchte die einzelnen Erzählungen Blitzlichter in ihre Zeit nennen, -welche oie reifere Jugend die Gö- schichte als etwas Gegenwärtiges, Selbstgesehenes schauen lassen. Wie wenig sind unserer Jugend die zahlreichen, oft mufter- Mten kulturhistorischen Romane und Erzählungen bekannt! Dadurch), daß die beiden Verfasser die historischen Gemälde aus diesen Tickterwerken herausgeschält haben, wirkt das Buch belehrend und erziehend zugleich. Es dürfte daher eine willkommene Weihnachtsgabe bilden. — Andersen, H. Ehr., Märchen. Uebersetzt von Gertrud Bauer. Mit 8 Farbendruckbildern und 30 Textillustrationen nach Originalen von Paul Hey. 259 Seiten stark: Oktavformat. Für Knaben, Mädchen und Erwachsene. Gebunden Mk. 4.50. — Es ist dies kein Buch, das nur bis zu einem gewissen Alter unsere Jugend zu interessieren vermag und dann gleich einer Puppe nicht mehr zur Hand genommen wird. Andersens Märchen beschäftigen die Phantasie der ganz Kleinen: durch ihre vielen Beziehungen zu Dingen und Vorkommnissen des täglichen Lebens setzen sie sich in den Köpfen fest und mit dem reifenden Alter kommt das Verständnis für so manche Lebensweisheit und für so manchen Humor. Ja sogar dem Erivachsenen wird das Buch noch lieb sein mit seiner humorvollen Geißelung nrenschlicher Schwächen, mit seiner anmutigen Sprache und mit den entzückenden, künstlerisch wertvollen Bildern Paul Heys, die die Feinheiten und den Stinrmungs- gehalt der Märchen in unübertrefflicher Weise wiedergeben, so daß sie mit dem Texte fast zu verfließen scheinen. — Pauli, Johannes: Scherz u u d E r n st. Aus" gewählt »on Ernst WilmannS. Mit 8 Tondruckbildern von Rolf Winkler. 112 Seiten stark: Oktavformat. Kartoniert Mk. 2,—. K. Thie„em«i,ns Verlag, Stuttgart. — Gesunde, kräftige, altbekannte Kost bietet uns dies alte Buch iu neuem Gewände. „Schimpf und Ernst" hat der Barfnßermönch Johannes Pauli zu Thann im Jahre 1519 fein Büchlein genannt, in dem er eine Reihe von^ unterhaltenden und zugleich belehrenden Erzählungen und Schwänken (»an ihm vornehmlich als die Zuhörer aus dem Schlafe anfrüttelnde Beispiele für die Kanzel gedacht) zusammen- -«stellt hat. Die Umwandlung tn „Scherz und Ernste hat sich der Titel nun endlich doch gefallen lassen müssen, nachdem sich die Bedeutung des Wortes .Schimpf" seither gar zu sehr geändert hat rmd in dein hier gebrauchten Sinne völlig unverständlich geworden ist. Aber an dem treffenden Witz, der köstlichen Laune und dem unbestechlichen Freimut dieser Geschichten und Schwänke, die den Ernst mit bem Scherz und den Scherz mit dem Ernst untrennbar vereinen, hat sich dadurch nichts geändert, und sie sind tn ihrer Wirkung noch so frisch wie nur jemals. Und wenn es uns auch heute kauin mehr möglich erscheinen will, daß diese Erzählungen jemals als in der Predigt anzuführeude Beispiele gedacht gewesen sein könnten, so haben wir doch unsere Freude darau, und da» köstliche Büchlein, besonders mit den trefflichen, witzigen Illustrationen von Rolf Winkler, wird wie seither seine Freunde finden, und jedem, der es in die Hand nimmt, eine heitere — und doch auch wieder nachdenkliche Stunde bescheren. — I ü n g f e r ch e n s Sieg. Eine Erzählung für junge Mädchen von Luise Glaß. Mit Bildern von Professor Franz Kien- Nlayer. Preis Mk. 3,50. Verlag von Georg Wigand in Leipzig. — Mit Laute und Rucksack. Eine Thüringer Sommer- fahrt von August Trinius. Mit Bildern von Atax Thalmaun. Preis 3,50 Mk. Verlag von A. Anton & Co, Leipzig und Berlin. — Es weht etwas durch diese Blätter wie der würzige Tannenduft der Thüringer Bergwälder. Es ist so malerisch, so anschaulich, daß es wirklich eine Lust ist, sich ihm hinzugeben. Alle „Wandervögel* und alle einem ähnlichen Verbände ar,gehörenden jungen Leute dürfte das Buch geradezu begeistern. — „V 18 8*. Meine Torpedoboot-Kriegsfahrten. Bon Eallisen, Kapitänleutnant und Kommandant. Geh. 1 Mk. Verlag August Scherl, G. m. b. H., Berlin. — Ein frisches, forsches Seemannsbuch von Anfang bis zu Ende, von der ersten bis zur letzten Seite. Nichts ist dem Boot und seiner Besatzung erspart geblieben: schwerer Borpostendienst in rabenfinsterer Nacht, Beschießung der feindlichen Küste. Seenot und Minengefahr, Kampf mit einem feindlichen Unterseeboot, bei dem unser Boot in den Grund gebohrt, der größte Teil der Mannschaft aber von wackeren Kameraden gerettet wird. Dieselbe Besatzung aber besteht auf einem anderen Bool noch weitere Gefahren, iu unsichtiger Nacht wird ein anderes unserer Boote gerammt, bis endlich sich auch das Schicksal dieses neuen Bootes tu jener Unglücksnacht erfüllt, in der anch unser kleiner Kreuzer „Bremen* versank. Die Vorgänge sind mit großen Strichen gezeichnet, aber mit einer Wahrhaftigkeit, die nie erdacht oder erklügelt werden kann. — E u g e n K a l k s ch m i d t: Krieg und Arbeit im W e ft e n. Erlebnisse und Berichte aus Frankreich und Belgien. Mit 16 Souderaufuahmen. Preis Wik. 2,50. Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart. — »Der Volkerkrieg*. (Herausgegeben von Dr. C. H. Baer, Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart: jedes Heft b0 *04. Heft gibt eine Schilderung von den Wirkungen des Maschinengewehres und berichtet, wie auch in dem vorausgehenden Heit, über die Kämpfe an der italienischen Front von Oktober 1915 bis Januar 1916. — Das literarische Echo. Halbmonatsschrift für Lite- ratursreunde. Verlag: Egon Fleische! & Co., Berlin W. 9. DaS 2. Dezemberheft ist soeben mit folgendem Inhalt erschienen: Lou Andreas Salomä: Angela Langer: Hugo Bieber: Geschichte, Zeit und Dichtung: Karl Huber-Frankeuthal: Herinauu Löns als Tler- dichter; Haus Franck: Das Drama Schickeles; Heinrich Zerkauleu: Neue Lnrik; Leopold Hirschberg: Ein verschollener „Fausts-Kommentar. - Echo der Bühnen. — Echo der Zeitungen. — Echo oer Zeitschriften. — Echo des Auslandes. — Kurze Anzeigen. — -Notizen. — Nachrichten. — Der Büchermarkt. Kriegs- nttb Frieden skatender für den deutschen Feldsoldaten, Bürger tmö Laudmauu auf das Jahr 1917. Mit Beiträgen von Dr. Ludwig Fiuckh, Tr. Kurt Floericke, P. Langbein, Erich Schlaikjer, Edgar Steiger u. a. Herausgegeben von Anton Fendrich. Mit farbigem Vollbild »lud Zeichnnngen von Fritz Bergen und Willy Planck. Preis 50 Psg. Stuttgart, Frauckh'sche VerlagS- handlung. Diamanträtsel. In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben bccdddeee ghilknnnr sssafcnu derart emzutragen, daß die wagerechten Reihen folgendes bedeuten: 1. Einen Konsonanten. 2. Musikalische Bezeichnung. 3. Einen Baun,. 4. Bekannten englischen Dichter. 5. Einen Himmelskörper. 6. Ungarisches Kountat. 7. Einen Konsonanten. Die senkrechte imb wagerechte Mittelreihe ergeben daS Gleich« Auslösung in nächster Nummer. Auflösung der Charade in voriger Nummer: Wiege, Rufen; „wie gerufen!" Schrlltleltung: Fr. R. Zenz. Zwillingsrunddruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.