Königsträume. Roman von Karl Busse. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „.hoho!" fuhr der Alte auf, „höre ein Mensch den Grünschnabel an! Unsereins dämmt mit aller Kraft jede aufrührerische Bewegung zurück, und das Söhnchen bedauert, daß es nicht dreinschlagen darf, hast auch keine Hoffnung dazu, Ernst August, für dieses Gesindel genügt mein Krückstock vollkommen." Er stiest kräslig auf den Boden. Fritz von Versen lehnte sich in den Sessel zurück. „Meinen Sie wirklich, Herr Baron? Man soll den Feind nicht unterschätzen." Mit knrzenl Lachen schüttelte Hans Albert den Kopf. „Lehren Sie n'.ich die Leute hier kennen, Verehrtester! Das sind keine Dirhmarser Bauern! Sondern das ist ein feiges und hinterlistiges Pack, wie Sie's auf der Welt zuur zweiteilmal suchen sollen? Ja, wenn sie ohne Gefahr aus dem Hinterhalt schießen könnten, Deubel, das würde ihnen passen! Aber wenn sie einem ehrlichen Kerl ins Gesicht sehen und Farbe bekennen sollen, dann reisten sie aus oder küssen einem den Rocksaum.." Grimmig brach er einer Flasche Rotwein, die eben gebracht worden war, den hals. „Wenn deni wirklich so ist," w.irf Versen ein, „dann verstehe ich nur nufyt, dast die hunderttausend Russen noch immer nicht mit der handvoll Polen fertig sind." Ernst August kilipste die Asche von der Zigarre. „Der Zar ist gutmütig und zu unentschlossen. Er wollte unnötiges Blutvergieße n vermeiden und hat damit nur erreicht, dast in Kürze um so mehr fließen wird." „Mit ailderen Worten also," nickte sein Kamerad: „Rußland hat den Feind zuerst ebenso unterschätzt, wie es hier dein Vater tat. Davon ging ich ans." Der Hausherr trommelte auf den Tisch. „Wenn Sie's partout besser wissen wollen, lieber Verseil . . .!" „Aber Papa," mahnte Hanna. „Deubel ja!" fuhr der Alte auf, „da jitz' ich nun Jahre über Jahre auf meiner Scholle, mitten in dem Volke drin, sehe und höre, was es gibt, enrpfinde jedes Jahr stärker, was für eine gottverdammte faule, dreckige Säuferbande das ist — und nun soll ich s»lches Pack noch ernst nehmen! Nein, Herr Leutnant, mit diesen! Stock, sage ich Ihnen, jage ich die ganze Rebellion auseinander! Basta!" Selbst sein Sohn mußte lachen. ..Und mit der Religion dazu, Vater!" sagte er. „Bon den berühmten Morgenandach- ten in Nasgora spricht nran sogar in Wreschen!" „Bengel!" drohte der Alte. „Wenn du nicht der Leutnant von Graßnick wärst . . ." Aber lachend streckte der Sohn ihm das Mas hin, und mürrisch stiest Hans Albert an. ,/Iyre Kenntnis der Gegend und ihrer Bewohner in Ehren, .Herr Baron," begann Versen von neuem. „Ich wollte sie nicht bezweifeln. Aber vielleicht geben Sie mir zu, daß eine bloße, versumpfte Rotte niemals das leisten wird, wa- diese Leute schon geleistet haben." „Was denn, mein Lieber? Etwa, daß gedungene Meuchelmörder, die das Volk.Hängegenoarmeu nennt, harmlose Leute niederstechen? Daß ein paar Räuberbanden plündernd durchs Land ziehen? Na, ich danke, das können Zuchthäusler auch!" „Mer was Zuchthäusler nicht können," erwiderte Versen ruhig, „das ist: Für die Freiheit ihres Landes und die Ehre ihres Volkes freudig das Leben zu lassen! Widerliche Auswüchse sind massenhaft vorhanden — zugegeben! Aber es wäre ungerecht, zu verkennen, dast doch ein großer Teil des Volkes, der bessere Teil, in ehrlicher Begeisterung für große Ideale ficht. Für die Freiheit ihres Landes, für ihre Sprache, für ihre Religion vielleicht. Wie wäre es sonst zu erklären, daß Millionen und aber Millionen freiwilliger Gaben für diesen Kampf zusammenfliesten? Daß die Prester in den Kirchen für den Sieg der polnischen Fahnen beten? Daß die Frauen und Jungfrauen nicht nrüde werden, den weißen Adler in diese Fahnen zu sticken? Daß die Männer und Jünglinge verachtet sind, die nicht zu den Waffen eilen? Nein, Herr Baron, das ist keine versumpfte Räuberbande, die zum Spaß mordet und plündert —, das ist eine Volkserhebung, die man bekämpfen, aber nicht verachten kann?" Er hatte sich warm geredet. Er hatte gesprochen, ohne jemanden anzusehen. Mit Daumen und Zeigefinger hatte er den Fuß des Weinglases gefaßt und drehte es langsam Als er den Blick dann erhob, zuckte er zusammen. Groß und voll sah Hanna zu ihm hinüber. Ihre weißen, schmalen Finger lagen regungslos im Schoße. Dann schlug sie die Angen nieder. Ernst August kaute derweil an seinem Schnurrbar't, ivährend der alte Baron eine Miene machte, als sollte jeden Augenblick das Donnerwetter Losbrechen. Aber der Alte bezwang sich. „Sie sollten Ihre Ideale, einmal in der Nähe ansehen, Herr von Versen," sagte e« schwer und langsam. „Freiheit ist ein gefährliches Wort und eine noch gefährlichere Sache. Manche Menschen und manche Völker können sie nicht vertragen. Die Polen gehören dazu. Und was die Religion betrifft, ioer in aller Welt will ihnen denn ernstlich daran, Herr Leutnant?" „Pah, vielleicht, sogar wahrscheinlich nieinand. Wer die Aufständischen glauben es, weil's ihnen die Priester sagen. Und auf diesen Glauben kommt es an." Ernst August, deni die ganze Unterhaltung wenig be- hagle, schmunzelte plötzlich. „Weißt du, Vater," warf er ein, „mit deinen Morgen- andachten ist das doch auch eine böse Geschichte. Da blaust du, der Protestant, deinen gutkathelischen Leuten Religion ein. Es soll mich wahrhaftig mcht wirndern, wenn ein Agitator einst mit Fingern auf dich weist: Seht an, Leute, das ist auch so einer, der euch abtrünnig nmcht von eurem Glauben, der euch mit Gewalt i'.nd List eure Religion stiehlt. Wirklich, Vater, in der heutigen Zeit und bei der 'Aufregung des Volkes ist alles möglich. Es wäre vielleicht klug, drese Andachten zu lassen." .. f r Hans Albert schob die Schirmmütze, die er mit Erlaubnis der Gäste oft auch im Zimmer aufbehielt, hintenüber. Er pustete vor Wut: das war seine empfindlichste Stelle. „Ich den Leuten ihw Religion rauben? Ich sie vom Glauben abtrüilnig machen? Himmelsakrament, das ist mir doch zu toll! Gerade ich, der diesen Heuochsen mit Mühe und Not die Religion in ihre Dickschädel trichtert! So was ist mir doch noch nicht vorgekommen! Weshalb laufen die Kerls von andern Gütern über die Grenze, weshalb die ganze Auflehnung gegen die Obrigkeit? Weil der Bande die Religion fehlt! Meinen Leuten fehlt sie durch mein Bemühen nicht. Deshalb rührt keiner auch nur einen Finger, um die Insurgenten zu unterstiitzen. So liegt die Sache, mein Herr Fiüus!" .... „ „Aber es steht dock) fest," sagte Versen, „daß die Leute gerade aus Religionseifer vielfach in den Aufstand ein- treten." „Dann ist das eine falsche Religion!" schrie der alte Baron, und der Krückstock bearbeitete den Boden, „die Bibel sagt ausdrücklich-" Ernst August lachte hell aus. „Da haben wir den Salat! Eine falsche Religion! Laß das nur eüien hören, bester Vater, und sie zünden dir trotz oder gerade wegen deiner Morgenandachten das .Haus überm Kops an!" Der alte Baron keuchte vor Aufregung. Seine tyrannische Natur konnte Widerspruch nur schwer vertragen. Er war jetzt in der Stimmung, die es dem Inspektor Oehmke stets ratsam erscheinen ließ, mit geducktem Rücken in möglichst großer Entfernung um den gnädigen Herrn herumzuschleichen. „Firlefanzereien! Advokatenknisse!" rief er, „hochrot im Gesicht. „Seit wann lernt man in der preußischen Armee dergleichen?" Er ließ die Augen von einem zum andern rollen. Fritz von Versen mußte unwillkürlich lächeln. Das schlug dem Faß den Boden aus. „Ich begreife überhaupt nicht," schrie Hans Albert, j „wie ein preußischer Offizier diese Räuberbanden entschuldigen kann, und daß er solchen Mordbrennern überhaupt j niÄ) ein Recht zugesteht." „Ein preußischer Offizier," erwiderte Versen, „braucht dock) nicht ungerecht zu sein. Er kann gewisse Beweggründe des Gegners achten." „Und wenn er solche Ansichten hat, dann werden ihm die Mordbrenner leid tun, und er wird seine Leute über oie Köpfe der Banditen schießen lassen, he? Das sind die Kon- sequenzen. Ob man mit diesen Anschauungen die Pflichten eines preußischen Offiziers vereinigen kann —" „Vater!" rief Ernst August erschrocken und unwillig. Fritz von Versen stand totenbleich auf. Die linke Hand tastete nach der Säbelkoppet. Aber der Säbel war abgelegt. „Ich rate keinem, daran zu zweifeln," sprack er. Ein Zittern der Erregung war in seiner Stimme, doch oie Worte kamen klar und scharf heraus. Eine kurze Stille, die alle Nerven spannte. Ernst August sah ernst und fragend seinen Vater an, der mürrisch den Wein im Glase betrachtete. Hanna hatte sich etwas vorgebeugt. Eine wilde Angst war in ihren Augen. Sie hingen an dem jungen Offizier, der, immer noch bleich, die linke Hand leicht auf den Tisch gestützt, wie wartend dastand. Dann blies der alte Baron ans seinen Wein. „Wollte Sie nicht beleidigen, Herr von Versen. Bin überzeugt, daß Sie Ihre Schuldigkeit tun werden wie jeder andere!" Es war langsam gesprochen, als müßte er sich jedes Wort abringen. Dann goß er ein halbes Glas Wein hinunter, wie um alles hinabzuspülen. Leutnant von Versen atmete tief auf. „Es ist gut. Meine Kameraden wissen, daß ich, wenn's dazu konnut, nicht der Letzte bleibe." „Sondern schneidig vorangehst, prost, Fritz! Mein Vater hat's nicht so schlimm gemeint. Stoßt mal an, ihr Kampfhähne! Hol's der Geier, ich führe euch wahrhaftig nicht zusammen, damit ihr euch zankt! So viel ist der ganze Aufstand nicht wert." Leise hatte Hanna sich erhoben und war fast unbemerkt aus dem Zimmer gegangen. Auch Versen wäre gern eitlen Augenblick allein gewesen. Ein halber Groll, den er nicht ganz unterdrücken konnte, war noch in ihm. So ergriff er denn die Gelegenheit, als sein Kamerad ihm die Zrgarettentasche hinhielt, um die Erlaubnis zu bitten, mal eine seiner eigenen, leichten Zigarren herbeiholen zu dürfen. Sein Groll tvar draußen bald verslogen: er war kein nachtragender Mensch uuo kannte durch Ernst August die Polterernatnr des alten Barons zur Genüge. Als er leichten Herzens biircT> den Korridor zurückschritt, traf er gerade auf Hanna. Sie kam aus der Küche und hatte die letzten Anordnungen znm Llbendessen gegeben. Als sie ihn sah, stieg eilte leichte Röte in ihr Gesicht. Auch er war euren Augenblick verdutzt. Dann faßte er sich. „Sie haben mir viel zu verzeihen, gnädigstes Fräulein. Die politischen Lieder sind besonders für Damen garstig. Und wir waren so darin! Wie sehr muß Sie das alles gelangweilt haben!" Sie schüttelte beu Kopf. „Ich habe mich nicht gelangweilt." Und plötzlich ward sie blutrot. „Herr vou Versen," sprach sie leise, „Sie dürfen meinem Papa das nicht übelnehmen. Ich bitte Sie darum!" „Aber gewiß nicht, — kleine Meinungsverschiedenheit —- nicht mehr Vorkommen —" dararis quirlte sich der Leutnant einen Brei zusammen. Delrn es lvar auch über ihn eine Verlegenheit gekommen. Weshalb? Weil Hanlia ihn bat? Weil er ihre .Hand hielt, die sie instinktiv >,ausgestrcckt hatte? Weil ihre eigene Verwirrung ihn ansteckte? JeUnsalls standen sie beide in dem schlecht beleuchteten Flur, und Fritz von Versen hielt noch immer Hannas Hand, und sie sprachen noch immer nichts. Es waren nur Sekunden, aber doch schien es Hamm eine kleine Ewigkeit, weil sie nach Worten suchte und keine fand. Und während die Lippen still waren und schwiegen, klopften die Herzen. Ein Geräusch aus der Küche machte der wunderlichen Stille ein Ende. Rasch entzog die Barvneß dem blauen Dragoner die Hand. „Danke," sprach sie leise. Er schüttelte den Kopf. „Ich danke!" Und weil sie eine Bewegung nach der anderen Seite des Flurs machte: „Kommen Sie nicht mit hinein ins Zimmer?" „Ich habe noch in der Küche etwas vergessen!" Und rasch enteilte sie. Erst eine ganze Zeit später folgte sie ihm in die Stube und nahm ihren Platz in der Nähe des Ofens wieder ein, gawz leise, um das Gespräch der Herren nicht zu stören. Der Schein der Lampe traf sie nicht voll. Sie saß im Halbdunkel. Ernst August fragte nach diesen und jenen Vorkömmnisseü des täglichen Lebens, nach dem Inspektor, nach den Gutsnachbarn. „Uebrigens, wie stellen sich denn diese Herren zum Ausstand, eher papa?" „Da beginnt das verfängliche Thema von neuem," sagte Hanna halb erschrocken. „Nicht doch: das Zanken haben wir abgeschworen." Hans Albert schob seinen Stuhl geräuschvoll näher an den Tisch. „Die Gutsbesitzer?" antwortete er. „Das werden sie mir am allerwenigsten anvertrauen, was sie denken. Llber daß sie ihren Landsleuten den Sieg wünschen, ist selbstverständlich. Ob sie im geheimen mit der Nationalregierung in Verbindung sind, weiß der Teufel. Es sind viele junge .Herren dabei, die zu allen: aufgelegt sind. Nur der alte Koz- lowski ich ein harmloser, guter Kerl, dem eine Flasche Rotwein über den ganzen Aufstand geht. Und dann natürlich Graf Rutkowski. Er steht ganz auf unserer Seite." „Ein Pole?" fragte Versen erstaunt, „ein Graf Rud- kowski? Das ist merkwürdig." „Er beurteilt die Sachlage eben reifer und ruhiger. Uebrigens vermeide ich auf der andern Seite, mit ihm über das Thema zju reden. Er ist der einzige, mit dem wir Verkehr unterhalten, das heißt: er kommt öfter mal vorgefahren." Hans Albert trank; Ernst August lächelte spöttisch. „Man soll shn derr „Deutschen" nennen/' sagte er. „Und weshalb er auf unserer Seite steht, weiß Hanna vielleicht besser als mein lieber Vater!" (Fortsetzung folgt.) 591 '$ Mariele. Bon Paul Alexander Schcttler. (Nachdruck verboten.) 's Mariele war das älteste von sieben Kindenr einer armen Steinklopfersfamilie ganz draußen in der Vorstadt. Vater Stetw- flopfer schlug sich die Finger blutig und Mutter wusch sich dreHanoc wurtd, um die sieben hungrigen Schnäbel satt zu kriegen, 's Mariele aber mutzte als ältestes die Geschwister hüten, den lieben langen Tag. AlS es aus der Schule entlassen wurde, hatte das Hüten tzwar ein Ende, aber das Arbeiten nicht, beim mm hie8 es auch sürs Mariele, Geld verdienen. . . Sv mutzte das Mädel fri'ih aus denr Haus und bei einer Frau Klickermisch anklopseu. Frau Klickerbusch war Stclleitoermtttlernt einpfahl 's Mariele an Fräulein Mechtild Silberzapf, ein gar ältliches, aber reiches Fräulein, das die Welt durch ein Stielglas mit säuerlicher Miene zju betrachten pflegte uitd nur für Tiere eilt näheres Interesse bezeigte. In ihrem Heim beherbergte sie Hunde, Katzen und Vögel, die alle wohl versorgt werden wollten. 's Mariele arbeitete von morgens früh bis in den späten Mend, datz es kein Schlafmittel brauchte, wie das Fräulein, um abeiids Lotinüde in Schlummer z>U sinken. Aber es klagte nicht. Es fcurd das alles in der Dibiuotg, datz es selbst nichts wftr und bedeutete und das Fräulein alles von ihnl verlangen durfte. Freilich, das Fräulein sorgte schon dafür, datz es nicht auf dumme Gedanken kam oder gar ini't Mädchen aus der Nachbarschaft herumspenzelte. Denn werm erst der Geist der Aufsässigkeit über so ein dumm Ding kam, dann wars aus mit der Gutwilligkeit, das wutzte das Fräulein zur Gelinge. Auf Jahr und Tag blieb 's Mariele in seiner ersten und einzigen Stellung, als könnt' es nicht airders sein. Und wenn e§ auch ab Und an einmal zu den Eltern und Geschwistern in der Vorstadt auf Besuch gehen durfte, von der Außenwelt blieb 's Märiele doch ebenso ab getrennt, wie seine Herrin, das Fräulein. Mlar es da ein Wunder, datz es vom Krieg nicht viel wutzte? Ja, daß seit Vater mit hinausgezogeu war und viele, viele deutsche Männer, und daß es traurig war, das verstaild auch 's Mariele, aber viel Zeit, darüber nachzusinneu, was das alles bedeutete, hatte 's M'ariele min einmal iricht, und auch keinen Menschen, mit dein es hätte darüber sprechen, von dem es hätte etwas erfahren können. Es hatte genug Krieg, wenn das Fräulein einmal nach einer schlaflosen Nacht grantig war mt b 's Mariele ihm nichts reckst machen konnte. Von der Außenwelt drang so nxmig in sein Reich, und das Fräulein wollte von all diesen Dingen nichts, aber auch gar nichts wisset!. Freilich, so nach und nach wurde in dem Mariele das Velvutztsein für die harte Gegenwart wach. Nach einem Besuch bei Mutter und Geschwistern kam es sehr still und traurig zurück, 's Märiele war ja auch keine rechte Tochter gewesen, wenn es nicht mit den Seinen Um Winters Schicksal gezittert hätte, als eis hörte, wie schwer es Vater S-teinklopser draußen habe und wie so viele brave Männer Gesundheit und Leben für das Vaterland opferten. Trotz aller Arbeit schlief 's Mariele doch nicht mehr so gnt und festJvie früher, ihr Inneres beschäftigte sich immer lebhafter mit dem Schicksal des Vaters Und der Soldaten. Sie wurde jetzt erftamtlich hellhörig für Dinge, die man draußen, wenn sie eiuholen ging, um sie herum besprach. Hatte sic nie auf das Gerede der Frauen und Mädchen ge- prt, so sog sie jetzt begierig die Reden der fremden Menschen in sich ans. Vor den Zeitungsstellen blieb sie stehen und buchstabierte sich die neuesten Berichte zusammen. Das alles behielt sie wohl für sich Und verschloß ihre Gedanken tief im Innersten. So beganü langsam das Unfaßbare in ihr Wurzel zu schlagen und ihre schlum- mernden Empftudungen gu wecken. Oft saß sie abends nach der Arbeit in ihrem Kämmerlein rwch wach rurd hing ihren Gedanken nach, oft ertappte sie sich, datz ihr mitten in der Arbeit Tränen verstohlen die Wangen herabkullerten, sie wutzte nicht, waruni. Es ging Seltsames in ihr vor, und sie schßotz in' ihre Gebete nicht nur den Vater, sondern alle Soldaten ein, die sie draußen imiftte, die kämpften und ausharrten, bluteten uird starben und sie ahnte, datz es mehr gab, als ihr unbedeutendes Ich. mehr aber auch, als die Wün- che des Fräuleins und ihrer verhätschelten Lieblinge. Sie ahnte, atz ein großes Weh über die Welt gekommen war, das auch sie anging, ein großes, namenloses Weh. Ahnte von alledem das Fräulein nichts? War es so in seine Welt ein gesponnen, fast es nichts sah, außer sich selbst und seine Tiere? O, auch dein Mechtild Silberzapf gingen bald die Augen auf. Es konnte den Tatsachen gegenüber nicht gefühllos verharren, das; sich neue Tinge draußen ereigneten, denn, warum die Lebensmittel immer teurer und knapper wUrdcut, das ließ sich nicht durch ein noch so scharfes Augenglas erkennen, dazu bedurfte es gesunder Airgen, die über die Tinge htttanssehen koimten. Aber eben deshalb würde das Fräulein unsicher und nervös. Und uachdein es in einigen schlaflosen Nächtelt dem Problem na chg!e grübelt und auf Gegenmaßregeln gesonnen hatte, unr vor einer unsicheren Zukunft gesichert tzlu sein, faßte es den großen Entschluß, vorzubeugen altem, was auch kommen sollte. Es kaufte ein. 's Mariele aber, das in seiner Einfalt solche Vorsorge schön und gjut fand, hatte mit dem Einholän und Schichten alle Hände voll ^it'ttrn und nahm all seine Gedanken zusammen, es dem Fräulein' recht tztn macheit. 's Mariele war eben ttotz beginnenden Erwachens doch noch recht dumm, uujd das Fräulein? — Nun, das Schicksal hatte cs auch diesmal beschlossen, daß die Bäume nicht in den Himmel wuchsen. Es wäre nänrlich mm alles schön und gut genasen, wenn nicht plötzlich, grad als man die Schätze unter Dach uttd Fach gebracht hatte, eine körperliche Schwäche sich bei Fräulein Mechtild cinge- stellt hätte. Hatten ihre Kräfte die ungewohnte Arbeit nicht ausgehalten, oder hatten die Sorgen ihr seelisches Gleichgewicht gestört? Kürz, es stellte sich Fieber eist, das Fräulein konnte weder essen, noch triirken, und mußte das Bett hüten. Ter Arzt würde gerufen. Er kam, schüttelte den Kopf, zog ge- wichttge Falten, befühlte den Puls, ließ sich die Zunge zeigen, machte einige Male „Hm, hm!" und ftagte so nebenbei 's Mariele, ob denn dem Fräulein etwas Aufregertdes zugestoßen sei. Da beichtete 's Mariele vor lauter Angst und Sorge um seine Herrin, wie sie in den letzten Machen sich beide abgerackert, gerechnet, gekauft uitd aufgespeichert hätten, urid sie lat ein übriges, und führte den Herrn Doktor höchstpersönlich in die Vorratsräume, in denen. die Summe all ihrer Arbeit schön aufgesckstchtet lag und hing. Der Herr Doktor schüttelte wieder den Kopf, zog gewichttge Falten, niachte „Hm, Hm!" und verordnete zuerst einmal leichte Kost: „Wassersuppe!" „Wassersuppe?" erschrak 's Mariele. „Wassersuppe?" stöhnte das Fräulein. „Wassersuppe!" brummte der Herr Doktor im tiefsten Kontrabaß und empfahl sich. Jeden Tag kochte jetzt 's Mariele dem Fräulein „Wassersuppe", Und das Fräulein löffelte sie imb seufzte: „Meine schönen Vorräte!" Und „ach, wenn ich bloß nicht j-etzt schon sterben mutz, eh wir sie aufgegeissen haben!". Und es wurde vor Gram zusehends kränker. Der Arzt mußte wiederkommen. Er zuckte die Achsel, niachte „Hm, hm!" und oerordnete: „Haferbrei!" . Aber auch der Haferbrei nützte nichts. Ter Zustand des Fräuleins besserte sich nicht. Ta hielt es 's Mariele nicht läitger, ÄS eilte dort Sorge getrieben zum Herrn Doktor und bat ihn gar freundlich, doch offen sagen, wie es niit dem Fräulein stände, es mache sich so große Sppgch datz es seine Vorräte nicht werde überleben Wunen. Ta sah der Herr Doktor 's Mariele durchdringend durch seine blinkenden Brillengläser ait und sagte ernst und unwirsch: „Was dem Frältlein fehlt, willst du Nüssen? Tie Hamsterkrank- heit hat's! „Tie Hamsterkrankheit?" 's Mariele machte große Augen und hätt' vor Verwundern auch noch 'ne gebrat'ne Taube verschlingen können, so lveit sperrte cs den Schnabel ans. Die Brillengläser des Herrn Doktor begannen jetzt fteuudlicher zu funkeln, und mit einem väterlichen Klang in der Stimme sagte der Arzt: „Setz dich mal daher, Mädel!" 's Mariele setzte sich und der Herr Doktor begann auf das Mädel einzureden. Ob es demt mrfjt wüßte, datz es Süud' und Schand' wär gegen das Vaterland, soviel Vorräte in solcher Notzeit aufzustapeln, wo andere Lttut' es nöttger hätten als das Fräulein und 's Mariele. Eine Süud' sei's gegen den Geist der Soldaten im Felde, die nicht an sich denken, sondern Leib und Blut dem Vaterland hiugeben, Und eine Schcntid' gegen die Mitmenschen, denen nian IdaS Notdürfttgste vor der Nase wegschnappte und es womöglich auf dem Speicher oerkommen lasse. „Da habt ihrs mm," fuhr er fort, „von allem Gekrampf und Gegier hat dein Fräulein die Kränk'. Ter fressende Geiz ist das, die nagende Sorge, die scheele Jchsuchk, die sitzen ihr am Herzen, llud all das Gute, das sie zusammengescharrt, das ftessen jetzt die Mäuse, «anstatt datz eis den aruten Leuten Mgut kommt, die nicht wissen, Wie sie für ihre paar Groschen das bischen Leben fristest sollen in dieser schweren Zeit." f 's Mariele saß ganz verdattert ob diesen Ermahnungen. Hatten ihre Gedanken je so iveit gedacht, als sie dem Fräulein aufs sichern half? Ja, den Armen nahmen sie das Brot, vielleicht gar ihrer eigenen MUtter und den Geschwistern, wahrend Vater draußen für sic kämpfte. Wie lange war sie doch nicht in der Vorstadt gewesen, sie hatte so viel zu schaffen gehabt. Geiviß ging es ihnen nicht zunt Besten, lind den armen Nachbarn, die draußen ivohnten? Ein großes Erschrecken durchfuhr sie, eine tiefe geheime Angst fühlte sie in sich aufsteigen. Und als der Arzt endete, daß es mit der Krankheit des Fräuleins nicht besser weiche, bevor nicht des Nebels wahrer Grund beseitigt sei, da wutzte 's Mariele, Was es zu tun halte. In derselben Sttrude ttock eilte cs zum Rathaus uud ließ sich vor den Herrn Bürgermeister führen. Ob schon viele arme LeUt' in der Stadt hungerten, fragte es grad heraus, und ihr Fräulein habe genug Vorräte, datz sie alle satt würden, cs selber sei aber schon ganz krank von all den Sorgen geworden, und ob der Herr Bürgermeister den tanneit Leuten und dem Fräulein helfen wollt? Ter Herr Bürgermeister gab dem Mariele die Hand. Anderen Tags aber fand sich ein Beamter beim Frältlein ein Und machte eine Bestandsaufnahme Ivr stattlichen, sehr stattlichen Vorräte. TaS Fräulein fühlte sich viel zu schwach, mit Einspruch dagegen zu erheben, datz mau ihre Vorräte daoontrug, sie ließ alles über sich ergehen, Uud als man ihr andeutete. datz sie alles bezahlt erhalte, auf Heller und Pfennig, ioeil sie's „freiwillig" hergebe, huschte ein mattes.Lächeln über ihre Züge. 592 Auch de? A«t lächelte, als er Von Marieles eigenmächtigem Kandel erstchr. Und er versprach, nun ganz gewiß das Fräulein wieder gesund zu nurchen. iJjn der oüdrt aber iw es bald herum, welches Husareni stücklein 's Mariele, das bescheidene, schüchlenre Mariele vollbracht habe. \ Ter Vater Steinklopfer aber, dems die Nüutter ins Feld ge- meldet, schrieb zurück, von Rechts wegen hätt's Mariele das Eiserne Kreuz verdient für solch' wackere Tat, das hält' auch sein Feldwebel meint, als ers gehört hätt', aber wenn dem Mariele auch ein cß genug Zvür als BelohmmA, so wollt er ihm den schton mit- bringen, das nächste Mal, wenn er auf Urlaub räm. Aber sie sollt' sich mit dem Kuß noch eine Weil' gediclden, vorerst müßten noch einige Engländer zur Strecke gebracht werden, damit das Vaterland endlich sein' Ruh' hätt'. _ Winteroorarbeiteir für den hausgarten. Im Haus--- und Kleingarten ruht die Arbeit: man geht jetzt jm die Vorratsdüngung für das Frühjahr uird an das Umgraben der Gemüsebeete. Nun glaubt aber so manche Hausfrau, der in jetziger Zeit die Gartenversorgnng aufgebürdet ist, zum Düngen des Gartens sei nur Stalldung, also Kuhdung und Pferdedung verwendbar, und der sei nicht zu beschaffen und auch sehr teuer. Man unterläßt deshalb vielfach das Düngen und gräbt die Beete ieiusach um. Das ist aber vollständig falsch. Es braucht — wie der gärtnerische Mitarbeiter von „Dies Blatt gehört der H-äuZfrau." bl dieser Wochenchrisft ausführt — durchaus fein teurer Stall- drmg zu sein, den man in seinen Garten bringt, sondern aller Hühner ^Gänse-, Tauben^ Kaninchen- und Ziegendung ist ebenso wertvoll, vielfach mxh besser als Kuh- und Pferdedung. Er mutz nur nicht in den Müllkasten getvorfen, sondern gesammelt mrd dracißen im Garten in eine Tonne geworfen werden, die man fast bis zum Rand in den Boden eingräbt, mit Wasser an füllt und hierin den Dung cmflösi. Als Jauche im Spätherbst und Winter auf die zu düngenden Beete gegossen, ist dres dis allerbeste und billigste Stickstoffguellc, die man sich denken kann. Denn aufgelöster Dung, also Jauche, ist ein Pflauzeunahrungsmittel, das im zeitigen Frühjahr direkt von den seinen Saugnmrzeln aufgesogen: und der Pflanze zugeführt wird. Wicä>er und immer wieder die Jauchetoune füllen, deir Dung auslaugen und dann verwenden. Das ist das Geheimnis guter Gemüseerträge. Jetzt ist es auch an der Zeit, an die Bestellung dev Sainen zu gehen, sie man im Hallsgarten gebraucht, ebenso an sie Bestellung der Pflanzen. Wer fühzeitig bestellt, wird frühzeitig bedient, denn, in allen großen Samenhaudl'un? gen loerden die Bestellmrgen llack der Reihe der Eingänge vornotiert mrd dann der Relhe irach, wie sie rülgegangen studj, dcM ledigt. Mall lasse sich aus einer Großhandlung für Pflanzen- und Samenverkauf ein Preisverzeichnis schicken, wähle seine Samen und Pflanzen, die man bepötigt, aus und bestelle sie dann sogleich. Al teil Samen- ulld Pslauzeugattungen ist mrch stets eine kurze Kulturanweisung beigedruckt, die aus der Praxis entnommen ist. Man verfahre genau danach, und imm nnrb gute Erfolge haben. Es gibt viele Sämereien, die schon vom November bis Februar, sobald der Boden auch imr einige Zoll tief aufgetaul ist, gesät werden können, z. B. Scküoarzwirrzeln, Karotten, Bdohrcüben, Petersilie, Spinat, Rapünzchen, Zwiebeln, selbst Erbsen und Speckbohnen. Wer im Herbst düngt und gräbt, brcurcht daun nur seine Beete glatt zu harken, die Samen in flache Rillen zu säen und wieder zuzuharken: er ist denen, die erst im Frühjahr düngen und graben, um viele Wachen vorcncs. Obergärtner F. R. Verinrschte». * N e w Port im Taumel. In New Port geht es jetzt, ganz besonder? seit etwa 6 bis 7 Monaten, hoch her. Die Stadt bestndet sich in einer Art von Taumel. Infolge des Krieges haben Hunderltausendevoll^(mertfauem, diesonstregelmäßig alljährlich nach Europa zri reiseil pflegteil, statt dessen sich zn einein Besliche New Ports entschlossen, und damit sind natürlich wahre Ströme von Geld der Stadt zugeflossen. Zeitiveilig sind die Neiv Porter Gast- Höfe allßerstallde geivesen, allen Fremden Unterkunst 31 t gewähren. Gegenwärtig wird die Zahl der Fremdeil in Neiv Port auf täglich 250 005 gesclmtzt, wobei natürlich jene 409 000 Menschen nicht eingerechllet finb, die ju der täglich ab- und zuströmenden BevölkerilNg der Ricsellstadt zähleil. Wirtshäuser, Dachgärten, Theater, Kinos ufw. hadeil goldene Zeiteil. Man rechllet, daß Mallhatt«ll und Brollr zusammen jetzt 81 eigentliche Theater uild 350 bis 400 Kinos haben Die Einnahmen der Theater sind durch- gällgig um 59 v. H. höher, als in den letzten fünf Jahren. In den erstell neun Monoten des laufeuöe» Jahres haben sich liicht weniger als 32 040 neue Kraitloagenbesiher beim New Porter Amte ein- fc^xeiben lassen. Allerdings ist es wahrscheinlich, daß allch dieser Fastlracht ein Ascherlnittwsch folgen ,vird: ein amtlicher Bericht bereitet d«r«uf »or, deß der Äbschlllß deS Krieges der gallzen Herrlichkeit ein jähes Ellde nurchen lind Nerv Pokr dann fchlver zu feibeit fyakttx werde. * D i e Holzschuhe der Pariserin Der Krieg hat mancherlei seltsame Dinge zuwege gebracht, die man früher in daS Bereich der Unmöglichkeit verwiesen hätte. Zu den merkwürdigen Bildern, die einem in Friedenszeiten sicherlich karikatlirlstisch angemutet hätten, gehört z. B. die Gestalt einer eleganten Pariserin, die tu Holzschuhen auf den Boulevards einherspaziert. Tatsächlich aber hat die Sparsamkeitsaeva der KriegSzett in Frankreich Veranlassung denn gegeben, eine „Holzschnhverordinmg" in die Wege zu leiten. Schon vor längerer Zeit lvars sich der .Figaro' als Apostel deS Tamenholzschuhes aui, da das Leder für das Heer ge- brallcht wird und allßerdem der Kauf teurer Lederschuhe — besonders bei der jetzigen hohen Mode — eine unpatriotische Verschwendung darstelle. Wenn die Pariserinnen aus Holzschuhen einhertrippelten, würden die Soldaten lrm so schneller zum Siege eilen können. Da aber nirgends Sparsarukeitsthcorie und Sparlamkeits- praxiS so grundverschieden sind ,vie in Frankreich, hat e§ scholl heute den Änscheill, als sollte ailch die eüetttuefte Einführung der Holzschuhe von der Modeivelt auf ihre eigene Weise allsge,lo»nmcn und zu einer kostspieligen Laune gemacht werden. Nach den Ans- iührlnlgell des „L'Ocnvre' sei Grund zur Bcsürchtllng, daß die Holzschuhmacher bald ebenso kostspielige Erzeugnisse aus ben Markt bringen würden wie ihre bisherigen „ledernen' Kallegen. So spricht nran schon heute in Modckreisen von handgeschnitzten Holz- schllhen mit Silbernägeln — eine Schöpfung, von deren Allstauchen der französische Sparsamkeitsausschnß sich sicherlich nichts hat trälnnen lasten. * Ersatz für Leder-Putztücher. Abgenutzte, durchlöcherte Lederputztücher und Wildlederhandschuhe lassen sich noch gut wieder verwenden, werrn man sie — wie »Dres Blatt gehört der Hausfrau" an rät — in kleine viereckige Stücke zerschneidet, die dann in der nachstehend beschriebenen Weise wieder zusammengefügt werden: Jedes Lederstückchen wird in der Mitte mit einem Loch versehen und dann aus einen dünnen biegsamen Draht gezogen. Sind genügend Lederstückchen beieinander, so daß das Aufgezogene eine Länge von 30—40 Zentimeter erreicht, so biegt man die Drahtenden 311 einem Ringe zusammen. Mrt einem solchen Ringe kann man nun alle möglichen Reinigmrgsarbeiten, \mc Fenster putzen, Geschttrabwaschm usw. ausführen. Zürn Reinigen usw. von Warmen, Geschirren ustv eignen sich solche Ringe vorzüglich. vüchertlsch. — W i «l k e l g l ü ck Ein iröhlich Buch in erufler Zeit. 237 Seiten mit Buchschmuck von Paul H a r t m a n n. Gebunden Mk. 2,40. Verlag voil Orrelle & Meyer in Leipzig. — D e r D e r k ü n d e r des d e u t s ch e >l I d e a l i s m u L. von Pros. Dr. Oskar B u 11 e. (.Männer und Völker", Verlag voll Ullstein & Co., Berlin.) — Deutschlands großen Denkern gilt Nnd. Euckens Buch „Die Träger des deutschen Jdealisinils" ; die großen Dichter, die „Verkünder", behandelt daS neue Werk von Professor Oskar Blllle, daS, in sich geschlossen, zugleich eine Ergänzung des anderen ist. In klaren Zügen gibt es ein Bild des nationalen Geisteslebells, das alls der vom Dreißigjährigen Krieg binterlaffeuen Zerstörung langsam wieder emporstieg, bis rlicht nur in der Philosophie, sondern auch in den Künsten das Zeitalter eines neuen Hllmanislnlls zll strahlen begann. — „Programm und Orgallisation einer Heil- schule s ü r K r t e g s b e s ch ä d i g t e" von Institutsleiter Roman B a ch m a i e r. Karl Marhold Verlagsbuchhandlung, Halle a. d. S. Mit vier Abbildungen und einem wissenschaftlichen Begleitivort. (Preis Mk. 1,-.) — Kürschners Bücherscha tz. Ba,ld Nr. 1090 : D a 8 Moor. E i n B r i e s. Zwei Erzählungen von JohS. H ö f f n e r. 95 Seiten Unlfailg. — Preis 20 Psg. — Herm. Hillger Verlag, Berlin W 9, Potsdanrer Straße 124/125. — ,D e r Vö l kerkri eg". Eine reich illustrierte Chronik der Ereignisse seit deni 1. Juli 1914. Preis des Heftes 30 Pla. Verlag von Jlllüls Hostlllanil, Stuttgart. Ueberlvältigend — so ist in Wahrheit der Eindruck des Kriegsgemäldes, das uns der „Völter- krieq' (herausgegeben voll Dr. E. H. Baer) in ben neuesten Heften 101 und 102 „vom italienischen Krieg während des dritten KriegShalbjahreS" entivirft. Der „Völkerkric.g' ist an seiner Ausgabe selbst elnvorgewachsen. und er hebt auch seine Leser hinauf alls die Höhe eines vollen Verständnisses der Dinge dieses Krieges. Logogriph. Bir, zivar geschwätzig mit „G", doch spend' ich dir kühle Ecquickling. Wortlos uild furchtbar mit „D" brachte ich manchem den Tod. (Auflösung in nächster Nummer.) Auflösung der Schach-Aufgabe in voriger Nummer: Weiß. Schwarz. 1. 8 0 5 - ä 7 -j- K 1 8 n. f 7. 2. D g 4 n. g 6. K f 7 it. g 6. 3. Sd7 — eß| K g 6 — h 6. 4. K g 2 — h 3 Beliebig. 6 . Balrer g 3 macht Malt. Gchristlettung: Fr. R. Zenz. — Zwillingsrtmddruck uild Verlag der Brühl'schen UniverlitätS-Buch- und Steindruckerei. R. Lallge, Gießen.