Montag, drn 21 . November Königsträume. Roman von Karl Busse. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Der speiste Schnee und der sveiße Adler sind Freunde," murmelte Batranski. „Wir werden den Schnee im Walde, brauchen." - . . p c . Nack) halbstündiger Fahrt aus der einsauren Chaussee hob Kozlowski die Peitsche. Das Signal ward weitergegeben. Dann ging der Beseht von Mund zu Mund: „Auspassen! Jeder Schlitten im Geleise des andern!" Kaum erkennbar, führte links ein verschueiter Feldweg von der Straße ab. Aus diesen Weg bog der Schlitten- zug ein. Fünfzehn Minuten fast ging es durch die Emode der schweigenden Fluren liub Felder. Dann tauchte ein Waw auf. Der Wind pfiff, die Kiefern knarrten. Ein Ruck — die Schlitten hielten. ^ ^ ^ ^ „Hier sieht uns keiner," sagte Kozlowski. Dann legte er den Finger an die Lippen und drehte sich um. Ein Raub- vogelruf, kurz, gell, in so unmittelbarer Nähe, daß die Hände muvillknriich nach dem Revolver tasteten. Noch einmal ahmte Kozlowski den Vogelschrei nach. Von fern kam Antwort. Wenige Minuten später trat ein Mann aus dem Walde und näherte sich mit abgezogenem Hut den Schlitten. „Hierher, Pjotr! Nun, wie steht's?" Der Knecht küßte den Rocksaum des Gelneterv. ,,^ck) komme von Powicz, Euer Gnaden. Um 4 Uhr sind acht Dragoner unter Führung eines Wachtmeisters ausgeritten. Eine Viertelstunde später noch einmal acht. Bis sechs habe ich gewartet. Drei Mann traf ich, als ich davonrntt, aus der .Chaussee. Sie fluchten und erzählten, sie sollten das Kommando verstärken, das die Grenzchaussee beherrscht." „Gur, gut. Wieviel bleiben also in Powicz?" ^ „Ungefähr fünf Mann, Herr! Sie halten, wie Taddaus Elgiet erzählte, den Dorfweg bis zum Grenzkreuz." „Vortrefflich!" murmelte Kozlowski. Aus einen Wink war der Knecht an die Gäule herangetreten und hatte die Schellen abgenommen. Dann sprang er auf den Schlitten seines Herrn, und die Fahrt ging weiter. Man hatte jetzt etwa nach deni großen Umweg Stral- kowo lvieder erreicht. Drüben rechts schimmerten ein paar Lichtpunkte auf: das war das Städtchen. Denn zur Jrresüh rung hatte man bei der Ausfahrt die entgegengesetzte Richtung eingeschlagen, die immer mehr von der Grenze abführte. Der Weg besserte sich), und die Pferde konnten wieder kräftiger ausgreifen. An einem Kreuzweg sprang ein zweiter Knecht auf beit vordersten Schlitten und erstattete leise eine Meldung. „ r _ . . „Es stimint alles, Freundchen," sagte Kozlowsri. indem er anhielt und sich an Bininski wandte. „Die sechzehn Dragoner, die in zwei Trupps zu je acht Mann von Powicz aus- ritten, haben sich vereinigt und deinen Wald besetzt." Er lachte. „Die armen Burschen haben schweren DiensU Sie tun mir fast leid. Die ganze Nacht unterm Gewehr, und dann noch nichts fangen, brrr." Eine Stunde später fuhren die Schlitten lautlos durch den Powiczer Forst. Es ging nur Schritt für Schritt vorwärts. Kein Wort erklang. Die Hände hielten den Zügel. Neben jedem Sitze lag griffbereit der Revolver. Man näherte sich der Grenze, und die Gefahr wuchs mit ledem schritt. A)ars spähten die Augen umher. Nur Siga Wendrewski, der Marquis, saß auf seinem Schlitten, als sei die ganze Geschichte höchst unwichtig. ^ c- ^ Der Wald näherte sich seinem Eirde. Er fiel ziemlich steil zum See ab. Die Pferde schnauften und wurden unruhig. _ rfa „Absitzen!" rief Kozlowski deni nächsten zu. Der gab s weiter. „Jeder nimmt die Gäule beim Zügel!" Wieder lief das Kommando flüsterird von Mund zu Mund. Kozlowski prüfte den Weg. Dann packte er die Zügel dicht beim Maule. Den linken Gaul hielt Pjotr, der Knecht, während der andere Fornal, der sich beim Kreuzweg auf- geschwungen, mit dem Grafen Bininski die Gäule des zweiten Schlittens führte. Es sollten immer zwei Schlitten zugleich heruntergeführt werden. Vorher ward den Tieren noch ein Stück branntweingetränktes Brot ins Maul geschoben, das sie gierig kauten. „ . Der Abstieg war schiver. Bei dem glatten Boden liefen die Pferde stets Gefahr, mit den Hufen hinabzupflügen. Mit aller Gewalt stemmten sich die Männer entgegen. Es dauerte lange, ehe die acht Schlitten unten am Ufer standen. Eine-glatte, weiße Fläche, lag der See vor der kleinen Schar. Westlich davon Powicz, durch das die Stratze führte, die von den Dragonern besetzt war. Man mußte quer nach Osten herüberschneiden, um die Grenze zu gewinnen. Nach Passierung des Sees ging es noch ein paar Minuten quer über die Felder weg. Dann knallte Lucian von Kozlowski heftig mit der Peitsche. m „Brüder," rief er aus —, „Gott segne Polen! Die Grenze liegt hinter uns. Wir stehen auf dem Boden, für dessen Freiheit die Brüder kämpfen!" Südwärts ging es weiter. Plötzlich ein Pfiff. Das Busch werk zu Seiten des Weges, auf den man gestoßen war und den man weiter verfolgte, ward lebendig. „Halt!" kommandierte eine Stimme. Ein paar Büchsenläufe waren auf die Gäule gerichtet. Sensen hoben sich empor. „Jecku," rief Kozlowski lachend, „da bringt man euch Gewehre, und zuni Dank wollt ihr uns totschießen/' Er sprang vom Schlitten. „Hie gut Freund. Wo steht Pad lewski?" „Gott sei Lob und Dank, Ihr seid es wirklich. Ich dachte schon, Ihr wäret abgefangen." .. Ein junger Mann, den grauen Mantel halb offen über dem rotwollenen Hemde, trat vor und streckte ihm die Hand 574 ^h^cnm griff er salutierend an die blaue &onfebcvatfa und grüßte Die anderen Herren. "Der Oberst wird sich freuen. Wir wollten gegen Abend lchvn weiLermarjchieren und haben nur auf euch gewartet" plaudernd nahm er auf dem ersten Schlitten Platz. Die * n ^m nann€ r r * es war eine kleine Abteilung von vielleicht zehn Mann, ichwangen sich auf die übrigen Schlitten. Nach zehn Minuten hielt man in einem kleinen Dorfe. Aus dem Kruge tonten trotz der späten Stunde Gesang uub Gelächter. "Dier und wir! Ich bitte, mir zu folgen." Der Führer der Abteilung riß die Tür auf. Das große -Lchankzimmer war überfüllt. In den Ecken waren Sensen und Gewehre in Pyramiden zusammengestellt. Rauchend, trinkend, karten^pielend lagen uiid saßen die Leute Herum Die neuen Ankömmlinge kümmerten sie nicht viel. In einem Nebenzimmer, de,s«n Tür geschlossen war, und vor dem ein Poireii stand, saß — über eine Karte gebeugt — Oberst Pad- herzlich^n paar ^fiziere neben ihm. Er empfing die Herren . , n'ld Teufel, meine Freunde, das war nötig, so wahr ich Padlewski heiße und die Moskowiter hasse'" Er sah nach der Tür. „Gestern ist ein größerer GewchrtranSport abgefanqen worden: ^vie Preußen sind wachsam. Meine Leute brauchen'« nicht zu wissen: das entmutigt nur. Aber ohne Waffen soll besser'""^ fftW3 Wten! Sensen sind gut, dost) Gewehre die übrigen Herren mit den Offizieren rasch Brüderschaft tranken waren Kozlowski und Padlewski beim «bladen und Auspacken der Gewehrkisten zugegen cv A sagte der Oberst, „behalt' ich selber. will den Moskowitern noch heut' entgegen. Die anderen gehen unter sicherer Bedeckung ins Depot." schaishe?"^'' mcfte ' "% nS Bernhardiner-Kloster nach War- Erstaunt sah chn der Oberst an. ration^^K"s2" wenige." sagte er. „Darf ich die Tekla- ranonen sehen? Ich muß ne mrtsenden." Der Gutsbesitzer reichte sie ihm. Padlewski dann, „wir können uns ffii?ÄÄ 11 ' ^^ ber Zuzug aus Posen ausbleibt. Sticht dreißig Mann sind in den letzten Tagen und Wochen zu mir gestoßen, und auf Tausende Hab' ich gerechnet." ^/^te dem Gutsbesitzer die Hand auf die Schulter. ? XU ^ ei k €r tvrt, „wenn wir diesmal wieder verbluten, dann ist dre-es grausame Preußen schuld daran ?EN ^ U] 2l n n ^ r £ e . It mx ^rtig. Sie sind lässig. Oesterreich hat noch Nicht mal seine Grenzen gesperrt und ist nicht ab- E?ue Konferenz zu beschicken, die Polens staatliche anerkennt. Aber Preußen. Bruder, Preußen! ""er Woche sperren vier kriegsstarke Armeekorvs nmt pcmel bis Myslowitz die Grenze so ab, daß kein st„nnf unkontrolliert mehr hinüberkommt " 3 Fenster sah er vor sich hin. ben 3«ä“9, und wir brauchen ihn bald gestanden n^t "Ä*- a**?«*?- 11 nb «*> verstehe, offen balten ?t,r- " untätig die Herren drüben sich ver- (€r «rußte gegen Kozlowski) vor den I " reaaCr unterstützen. Aber besser noch roar % wenn chr uns cm paar tausend Mann zuführtet" Auf ihn'wart 't ^ den Kopf. „Das kann nur einer, -öills^yn wartet alle^. Und er lchivcigt Uiid will Nun Sw .m-n- Ich habe der Nationalrcgicrung be- Ä daß ohne den Grafen Rutkowski auf cine^personliche ©eite'S’SVunmn&T,. 9 ^*' b"' Grafen auf unsere DÄ tlutiwglich i)t Nichts, überlegen wir'" xWMMMW Kalimir Rozonca nichts aus. ist alles vergeblich Ei wird von den Herren noch genaue Instruktionen erbitten Bon der Natwnalreg.erung erhält er jede nötige Vollmacht." volst." fugte er mit kaltem, etwas ironischem Mtnzu. „den Grasen Rutkowski noch an meiner Seite Der Aufbruch ward befohlen. Die Aufständischen es etwa zweihundert Mann sein, sammelten sich'die cff'zrere nahmen ihren Platz ein P/ötzlich sprang'von Äybsczynski vor. Seine dunklen Schivürmerangcn glühten. n ' ^ emporgereckt, ein Kruzifix, das er in der /Wohnstube des Wrrtss entdeckst hatte. ^'land segnet euch!" rief er halb verzückt mrd schwang da^ Kreuz über seinem Haupte. Gott schütze KB ^ ^ ^ngen: dv»- c°s Polske - ^ Totenstille. Nur seine eigene Stimme scholl immer lau- l e *' r t S Ucr - ;? l i EM Bann lag's auf den Scharen. &- F 1 nnchsten ^lugenblick jedoch flogen die Mützen herab, die Zeusen zuscunnien, mit» aus mehr als zweihundert Kehlen brauste das Lied empor. Graue Haare flat- terten im Winde neben den dunklen der Jugend. Und immer brauste der Sang durch die schweigende, lauschende Winternacht. ^ hat der Himmel gehört," sagte Graf Bininski er- der letzte Ton verhallt war. Batranski, der Fröhliche, stand neben dem Marquis. t e i rt dir, Maryan? Hast du die Lustigkeit heut' zu Haus gelasten?" J ' s . eT J. n .“^ te Eine Handbewegung. Da erst merkte er, daß er " u * e TICK ^ lwmer in der Hand hatte. . "Pasts, Siga," sprach er und setzte sie auf. „Wer Ri)b- nnhpimr»* nur ouf die Nerven. Er ist Mir unheimlich Seit vorhin ist mir, als käme etwas Dunkles auf mich zu. Pah, ich will trinken." . Mer er blieb stehen. Kommandorufe und letzte Grüße ^r Ossiziere und Mannschaften. Die Kolonne setzte sich in Bewegung Es ging dem Norden zu, wo Padlewski sich mit Rottenführer vereinigen und dann einen größeren Coup wagen wollte. Maryan von Batranski sah den Abzieheudeu nach. „Das 6^hort," murmelte er vor sich hin r»f> Witold Bininski rechst hat?" ' " Er blickte nach oben. „Der Himmel ist sternenlos." Er schauerte kurz zusammen. Dar i zog er den Mantel sprach'k-fn Wort?^ " &ti8en ^ t™ Schlitten. Er „©inen Augenblick noch," rief Kozlowski, als sich bie ft^ynsNfthlt!^ m Bewegung setzen wollten, „Ryb- Nach wenigen Minuten erschien er in der Tür des und der Wirt machte eine tiefe Berbeugung Er teures^lk^Saüst hEe. "°m Hofbesitzer für (Fortsetzung folgt.) Aus dem Leben Keifer Karls. rN . . Die JünglingÄjahre. t 0 ? widerstrebende Zurückhaltung, die Karl Franz Eti'ker - * ’>p ? Q3e den itrengcm Formen der höstichen i^'^Enuber bezeugte, war auckr für die Jüngling«'rn i>-s neuen Kapers höchst charakteristisch. Schon als M liebtet S)hu des Erzherzogs, Otto, sein Leben fern von chrmei!^ Sch.an- iui zu verbringen Hierin i|t für die Gestaltung dei- Persö'ilichkeit Karl Franz Josefs insofern ein nicht zu ick^rst^r BortÄ Esd-rcren, al- er mich in seiner Erziel-uug uiid in seinen Studien GelearnS Bevorzugung vernichtete und so die iNDMigmchen Ford^ungen des Herrlcherberufes giündlichst, von Shift ju Smfe ^ 1ei f m ^ (-s^ahre wußte die österreichisckie Oesfenllick'l--t lXhÄÄ ^.r Prinzeß m,d erstein äußerlick« wg!,ch erscheinenden :>irantreit-A^rickwe^aber^E ^niem^-tz'b-rbw Ytrzog Franz ^^rdlnand imd iiach ibin der SRtiter jv * 3 ioi,;.,! fc«* ‘f 5 ter 3 c J Ctto. «Seit dem MZZHMZLEs HarS 5?'&K t, «swwr s'ls 1 »se 5ArE»w«’w« ij&xs 67ö feine Hochschulbildung genoß. Zwei Professoren der tschechischen ' „'5? lncn ^ Zur Heranbildung seiner ritter- ÄLEbeigetragen haben. Im Jahre 1908 jfr*?** öoief aus einem Jagdzuge nach. Horschowitz ^ - RE ^ °% C n>ür 'lt heute noch das Schießen wegen wJr ^*”4 froßen aerarrschen Pulvermagazins strengstens ver- EN. Tie Fo.ge die,es Jagdabenteuers war, daß der Erzherzog von .wicn ojiäju achttägigem Zimmerarrest verurteilt wurde. Er diel Humor und m dem Bewußtsein, wie er sagt;, sie gründlich,t verdient zu haben. , . Karl Franz Josefs Rekordritt. Die sportlichen ^llldmmenheiten des Erzherzogs machten ihn ^ ^ kühnsten Ritter innerhalb der Grenzen der ^bvburgischen Monarchie. Jahrelang beteiligte er sich aktiv an den ^ssiziersrennen von Pardubitz, die so zu einem sportlichen 2 -Farnes wurden, und fast in jedem JahL gelang äu Arrühmt ist m Oesterreich be^. ^herZogv der ,emerzeit nicht geringes Auf- efe ieitte y .bamats ^ es war ungefähr ein halbes ^zahr nach semer Vermahlung mit der Prinzessin Zita von d^arma SL?£ n ^^^on^regiment, das zu einem Rekordritt von» Ü nr !ms verz Galiziens beordert wurde. 3* wilder anstrengender Ritt, der an Reiter und Pferde die höchsten ttmorderungen ftellte. Ohne Zögern entschied Karl -Fvsef ,lch. sofort für die Teilnahme, irnd auch die junge ntaxtic das Abenteuer mit, indem sie teilweise wid^li^^ iS^* 1 »i* rt ^uwinobll den Weg der Reiter verfolgte mW sich an jenem. Abend in rrgendemem auf so hohen Besuch kernest oegs eingerichteten ländlichen Nest mit ihrem Gatten ttaß Der Erzherzog als Privatmann. L-^W MAL.'S KLL'tLLÄÄ! ^Burgen: ollem ^ m ^Herzog Eugen allsonntägüch atlem und zu rnrß im Gennmmel der Spaziergänger auf der Sr. l 5™ tr ^H^llraße anzutrcffen war. Auch der verewigte Kaiser .bl^blgte bekanntlich diesem Prinzip einfacher Na- 'Er ^^?bwegte sich bei seinen Sonimeraufentbalten in Jtthl mehr als einmal wie ein Kurgast unter Kurgästew Kr in Karl Franz Josef mit der Vorliebe JX sewveilige Einsamkeit in einem weltvergessenen Naturwinkel und so. kaufte er für sich und die Erzherzogen Zita ein J^ scltztz rm ailerejttlegensten Teil der Steyermark in der Nor^ Mich A LrÄi?Ä SÄ ÄÄ?^ e ÄISS etneri Haar kämm benötigte, traten beide I Sud, zeigte sich bei allen Trupöen- Ä^n, berEn Völkern der Monarchie, so verging ein volles Jahr, Z-? o " T rr ^-h?° 9 ^ch die roten Generalsstreifen erwarb, und erst rÜIf™ + 'bater wurde rer heutige Kaiser zum Feldmarschall- pf 0 Ict ?£r? r ^orerisch und praktisch alle Seiten hr ^^bD"örung, ehe er selost als Leuker auftteten mußte, und erst E^LE^^bsbericht vom 10. Mai 1916 wurde ■stari ^ojes als Heerführer genannt. Vorher hatte er die beste K und 20 d'Eate lang im Standguartier des ?* Jclrl “ Armee-Oberkommandos an der Seite Conrad v Höt'en- dorffv oen Beratungen frischen Conrad und dem Erzherzog Fastd^ 2* "üS? f ? eiro ?| Rte - -ls Militär elsNÄr JSf. bJu Oesterreichern besonders hoffnungsvoll. Stets er ^ne Zurückhaltung nur durchbrochen, um seinen starken bewei'en, die österreichisch-ungarische Armee d,m besten ArmE eberchurttg zu machen. Als Karl Franz Josef das erstemal ^nittatwe vor die Oeffentlichkeit trat, geschah es zum Heeresflugwesens. Karl Franz Josef er- zur Schaffung der österreichischen. Luftflotte und be- ttchst rasch fC,t 2LÄ' österreichische Heeresmacht mög- nchft rasch auf die modernste ^Ltufe zu bringen Ersatz für ausländische Würzen. HtrfJw SEen ew-s mehr Reiz zu geben, rät die vrak- tiscye Wochenschrift „Dies Blatt gehört der Hausfrau" zu größerer Ausnutzung unserer Wür^räuter. Da ist es nun das M im Winter, teenn uns üie frischen Kräuter nicht zur Verfügung stehen, me erreichb^en getrocknet in einer sozusagen Originalmiscbung zu vereimgen, die immer ihrem Platz in der Küche har. Es ist jetzt c*' bas frische selleriekraut zum Trocknen zu bringen, äis gewaschen wird und dann nur einige Tage in guter Wärme zu liegen braucht, um völlig trocken m sein. Dazu nehmen wir ttoaenen Majoran, ^hynnan. Pfefferkraut, möglichst etwas Esttagon. Ferner werden in Scheiben geschnittene Zwiebeln oder Schalotten getrocknet, einige Ehanrpig?wn§, auch getrocknete Pomeranzenschale wird gebraucht. Alles muß vollkommen trvcken sein und wird dann^in einem Mörser ganz fein zerrieben. Finden sich noch Yeinere L-tuckchen, die sich nicht zerreiben lassen, so schadet alles fertig, so gibt man der Gesamtmenge ent- sprechend.noch pulverisierte Musratblüte und seinen weißen Pfeffer nach venönlichem Geschmack dazu. Das fertige Pulver wird iw eine trockene Flasche gegeben und gut verkorkt. Ist keine Muskat- btute vorhanden, so kann diese durch geriebene Muskatnuß ersetzt werden. Ueberhaupt mutz der persönliche Geschmack für das mehr oder weniger der einzelnen Bestandteile entscheiden. Tiefe Uni- versalwurze dient sowohl für Soßen als auch für Suppen und Gemüse. < . hier auch ein sehr gutes Gewürzpulver angegeben- • JL ö ortpefflich zum Pikantmachen von Soßen und anderen Ge- ric. .en dient. Man lägt es sich am besten in einer guten Drogerie JH? folgenden Würzen Herstellen: 10 Gramm Ingwer, 10 Gramm .^inmiel, lo Gramm weißer, im Notfall schwarzer Pfeffer, Io Gramm _ Koriander 15 Gramm Kurkuma, 10 Gramm Kardamom, o Gramm Zimt und 1 Zehe getrockneter Knoblauch, der a^r nach Fertigstellung des Gewürzpulvers nach Belieben zugegeben werden kann. Alles wird fein verrieben und gut durcheinander gemischt. Der Knoblauch gibt ein leichtes Llroma, und der Leriuch i,t zu machen, ehe man sich ganz davon abwendet. In Indien ist der Gebrauch dieser Würze allgemein. Wer das Pulver scharfer liebt, kann auch noch etwas pulverisierten Paprika dazu fetzen ^zn der Anro-mdung dieses vorzüglichen Pulvers muß man zunächst vorsichtig fern, um das richtige Maß festzustellen JW£i Seutnanö Ä' ClüäS MckL dZ ^ '^erzogttck^ar Minen . ®5. r neuc Kaiser als Heerführer uadiem ckitär cs che Ra n gleiter vermöge seüier Stellung dL Le^br LZÄLkÄ empo^usteigen. Darum maLe e? ^ gewissenhafter, beobachten- a-arcer mit, hielt sich un Hauptguartier bei be,r \.„x ffiunfionBfiöbeit mtf, besuchte all? Instandhaltung der Gasherde. 3cll die Leistungsfähigkeit der Gasherde nicht mit der Reä gemindert werden, so sind sämtliche Teile des Gasherde stets sauber zu halten und oft nachzusehen. Tie Vrenner sollen, wie die Wochenschrift „Dies Blatt gehört der Hausfrau ihren Leserinnen rät, zur Entfernung anhaftender Lpeisereste in kurzen Zeitabständen stets einer gründlichen Reinigung unterzogen werden. Das Saubermachen bietet keinerlei Schwierigkeiten : denn die Brennerteile sind derart konstruiert, daß ihr Zusammenbau sich lerckü lösen läßt. Insbesondere ist darauf datz die einzelnen Brennertene nicht nach geraumer Zeit zuiammeniwsten. oder datz sich Speisereste dauernd daran festsetzen Bur Reinigung venvendet man zweckmäßig eine kräftige Bürste' auch eignet sich hr^u eine ^tahlbürste mit nicht zu dicken Borsten. >lie einzelnen Gutzterle smd nach> ihrer Reinigung entweder leickü ernzusetten oder mit etwas Graphit, der mit Wasser angerührt . E>rerdurch wird einer allzu schnellen Rostbildung drr Gußterle vorgebeugt. dratöfcn sind nach jedesmaliger Benirbung / reinigen, deren Enlfernang am b.ntrn "-7'gt. I»lange dn Ölen noch ivarm ist. Tas cinsachfte Reinig,„igs- ^e 5 '1?, hin9 ' 5t 5 tncr : Nach Entfernung des anhasumden ^ ^ wichen trockenen Tuche 676 Sinh Wntteilte ober ber ©TMiöföt ßu§ Nickel, so bürten ztir Reinigung nicht säurehaltige Putzmittel ver- men bei werben, sondern es genügt ein Mreiben mit emem weichen trockenen Tuch. „ , , ,, Ein .Herb, der regelmaßrg .gereinigt wird, ist nicht allein von größerer Haltbarkeit, sondern er wird auch dem Besitzer Freude bereiten, während Gasapparate, die ungenügend instand gchalten werden, binnen kurzer Zeit in ihrer Betriebssicherheit und Betriebsbereitschaft eine Beeinträchtigung erfahren und ein nnmisohnliches Aussehen erhalten. vermischte». * Ostafrikanische Festungen der Eingeborenen im Bereich unseres Schutzgebiets gleichen in ihrer eiiifachsten Form, der Tembc, einem etwa 2 Meter hohen, 3 Meter langen Haus in der Form eines gewölbten Güterwagens. Schon in dieser Form gewährt der Bau eine ttemlickje Sicherheit. Entwickelt er sich, wie das in großen Teilen von Aeutsch^Ostafrcka geschehen ist, zum mit solck>en Teinben umbauten Hof oder einem ganzen System vou Höfen, und treten zn den an sich> festen Wänden noch Palisaden- reiheu, Gräben, Erbaufwürfe, Bastionen und Hockstände, so gehört ein förmlicher Belagerungspark mit schwerem Geschütz, Laufgräben, 'Sturnüeitern, Sandsäcken u. dgl. bazu, ein solches Bollwerk «u nehmen Die berühmteste Tembe dieser Art war das Quikuru des Sitte. Zwei Angriffe der deutschen Schutztruppe am 6. Juni und am 6. und 7. August 1892 und eine darauffolgende Belagerung wurden mit schweren Verlusten für die Angreifer abgeschlagen. Erst einer förmlichen Belagerung gelang die Eroberung nach tagelanqem Heranarbeiten ganz im Stil unseres Vorgehens bei Verdun, 8. h. mit Schützengräben, Sappen und Schul terwchreii, mit Sanbsack-Brnstwehren, Sturmleitern, Einschwßungs- und Wirkungsfeuer. Endlich dringen die Sieger über bcu innersten der drei konzentrischen, von den ungeheuer festen AußenumwallNngen ein geschlossenen Tembenringe hinweg in den massiv gebauten Wohnbau der ganzen Anlage. Im selben Augenblick ist es ihnen, als ob jtei Himmel und Erde begegneten. ?Mes wankt und stürzt, hoch gebt das Tack in die Luft, Sparren und anderes Holzwerk sausen herunter. Sitte l>atte das Gebäude in die Luft gesprengt. . .. — Eine ausführliche Schilderung dieser Begebenheit, andere Bilder ans Afrikas bewegter Kriegsgeschickste, die sich oft nrit klassischen Vorbildern — dem trojanischen Krieg n. a. — messen kann, schildert der Direktor des Leipziger Museums für Völkerkunde, K. Weule, anschaulich in dem neuesten Kosmos-Doppelbändchen: Der Krieg in den Tiefeir der Menschheit (Stuttgart, Franttische Verlagshandlung, geh. M. 2—, geb. M. 3.—), einem bunten Bild der oft grausamen Kriegführung der primitiven Völker. Ein berufener Führer durch die inenschliche Urwelt regt in ihm zn vergleichenden Betrachtungen mit der Gegenuxirt an und wird mit seinen fesselnden Schilderungen und geschickt gewählten Bildern weite Kreise interessieren. * Die Kartoffel-Schützengräben. Tie merkwürdigsten aller Schützengräben in dieser so schntzengrabenreichen Zeit hat nenerdings der „Figaro' entdeckt. „Weiß man/ so fragt das Blatt, „daß gegenwärtig auch weit hinter der Front, sozusagen tm Herzen des friedlichen französischen Landes, Schützengräben her- gestellt werden? Dies ist, so erstaunlich es auch klingen mag, tatsächlich der Fall, und das französische Publikum hat ein gutes Anrecht daraus, einiges über die näheren Umstände dieses Arbeitseifers zu erfahren. Da sich unter den Bauern das Gerücht vou der Möglichkeit einer Beschlagnahme der Kartoffeln zwecks Festsetzung eines Höchstpreises verbreitete, sind die Bauern in Mittelfrankreich seit kurzem eitrigst beschäftigt, in ihren Feldern tiefe Gräben anzulegen, die mit Holzplanken ausgelegt werden, um unendliche Mengen von Kartoffeln und ariderem Gemüse anszunehmen. In dieser Zeit, da Frankreich so viel kriegerischen Mut bewiesen hat, wollen auch die einfachen Bauern, die daheim blieben, nicht znrück- stehen, und auch sie rüsten sich zum Kampf - nur leider zum Kamps gegen ihre eigenen Mitbürger. Sehr bald werden alle Kartoffeln verschwunden sein, um dann viel später zu Phantasiepreisen auftutauchen. Darum erscheint es uns dringend notwendig, die Regierung ans diesen neuen Kriegsschauplatz aufmerksam zu machen, da die Befestigungsarbeiten des Feindes, wie gesagt, bereits in vollein Gange sind." * Der verkannte Schützengraben. Ein braver, aber nicht« weniger als lebenSerfahrener Poilu, so erzählt „L'Oeuvre", kam eines Tages aus einer UrlaubSsahrt nach Paris. Er war ein einfacher Bauernsohn und erblickte die Hauptstadt zum ersten Male. Da er nach der ziemlich fern gelegenen Kaserne von Reuilly wollte, rieten ihm wohlmeinende Leute, die Untergrundbahn zu benutzen. Irrtümlicherweise stieg er jedoch eine Haltestelle zu früh aus dem Zuge. „Ist hier Reuilly?" erkundigte er sich. — »Nein, eine Haltestelle weiter/ — .Ist es noch weit?" — „Fünfhundert Meter ungefähr.' — „Gut," murmelte der Poilu, „dann gehe ich zu Fuß durch den Graben." Ohne daß jemand eS merkte, stieg er eine kleine Treppe zu den Schienen hinab und ging seelenruhig durch den finsteren Tunnel bis zur Haltestelle von Reuilly, wo sein Erscheinen kein geringes Aussehen erregte und man ihm mit Mühe ausetnandersetzen mußte, daß er während der vielen Monate im Schützengraben kaum jemals einer so großen Gefahr au-gesetzt gewesen sei wie während der letzten Minuten. • Euriofa aus alten Kriegsbüchern. Unter diesem Titel teilt eine ältere militärische Zeitschrift aus dem Jahre 1845 die folgenden Seltsamkeiten mit: 1. Auf der Straffe zu hören, wo am nächsten reitende Leute anzutreffen sind. Wen» einer bet Tage oder Nacht sich im Walde verirret und gern ivissen möchte, ob Jemand in der Nähe, etlvan eine Meile weit vorhanden, der mache ein rund Loch mit einem Messer, zwei Spannen tief, in die Erden, lege das rechte Ohr recht daneben und halte dagegen das linke zu, so wird er gewißlich hören, an welchem Orte Leute vorhanden. 2. Auf was Art auch ein Soldat überaus große Stärke erlangen kann. Nehmet guten klaren roten Wein, verivahrt denselben wohl in einem Glas und setzt ihn an einem Donnerstag in einen Ameisenhaufen; lasset ihn ein gantz Jahr darinnen stehn, hernach nehmet er an dem daraus kommenden Freitag de? verflossenen Jahres wieder heraus und trinket denselben Wein, so ivird man Riesenstärke bekommen. Item: wann der Mensch Löwenmilch genießet, und ihm eines Löwen Herz administriert wird, so wird er sehr stark und hertzhaft. 3. Eine bewährte Salbe, die Pistole», und alles Geivehr 30 Jahre vor dem Rost zu bewahren. Nehmet Baumöl 8 Loth, Klaueuselt 8 Lotb, Binsenstein 3 Lolh, Eschenschmalz 1 Loth, Magnetstein, Hamnierschlag und Binsenstein zuvor in, Mörser klein gestoßen, und durch ein Sieb gesiebt, auch mit anderen Speciebus ans dem Jener zusammengeschmolzen, zu Salbe, damit hernach die Waffenrüstung bestrichen, ist ein gantz perfektes Remedtum/ * E i n e S ch e n k e für jeden 1 6 2. I t>r l i e n e r. Die Neuordnung in Italien, dis den öffentlichen Lokalen befiehlt, ihre Pforten bereits 10X Uhr abends zn schließen, ruft im allgemeinen keine geringe Empprung bei den größtenteils so sehr an ihre Getränke gewöhnten Italienern hervor. Natürlich erbeben aber auch einige Einsichtige ihre Stimmen, die die erschreckendsten Bilder von den in Italien herrschenden Zuständen entwerfen. Ein Mitarbeiter der „Riforma Soziale" z. B. iveist an der Hand von Statistiken nach, daß der Krieg noch keine einschneidende, günstige Aenderung gebracht hat. Abgesehen von den 13 776 Herbergen, 18 491 Restaurants, 32 119 Eaüs und Bars, 11256 Weinstuben, wurde die nicht gerade kleine Ziffer von 146 768 Kneipe ,\ sestgestellt. Während aber, wie schon erwähnt, die Zahl der Kneipen seil Kriegsbeginn nur ganz unwesentlich abgenommen hat, befindet sich die der Eaiös und besonders der Bars ständig in schnellem Steigen. Da man für jede Schenke, abgesehen von der Familie des Besitzers, die man durchschnittlich mit vier Personen berechnete, 1—3 Personen zur Bedienung haben innß. so ergibt sich daraus, daß etiva 1 Million Einwohner int Schcmtwesen beschäftigt sind. Da jede Schenke einen durchschnittlichen Gewinn von 3- bis 4000 Lire bringt, so ist damit erwiesen, daß jährlich el»va 900 Millionen für Getränke ausgegeben werden. „Wohl ist es richtig," so schließt der traurige Bericht, „daß in vernünftigen Grenzen die Herbergen. Easss usw. eine nützliche soziale und erfreuliche Einrichtung darstellen, doch ihr Mißbrauch schlägt ins Gegenteil um, er führt zu nationaler Verarmung und Verwüstung. Nach den Zählungen ergab es sich, daß jeder 162. Italiener sein eigenes Lokal hat, und das ist furchtbar!" 'Ein sranzösifcherVor schlag zu einerKalender- reform. In der Pariser Astronomischen Gesellschaft hat Paul Delaperts einen Vortrag gehalten über die Segnungei;, die ein für die ganze Welt gültiger Kalender für die Menschheit bringen würde. Nach seinem Vorschläge müßte das Jahr in vier Jahre zecken zu je 91 Tagen eingeteilt werden. Jede Jahreszeit zeriällt wiederum in 13 „neue bürgerliche Wochen" von sieben Tagen. Das Jahr der neuen Zeitrechnung soll am 22. Dezember des Gregorianischen Kalenders beginnen. So hätte dieses neue Jahr viermal 91 gleich 364 Tage; dazu kämen nach der Erfindung des französischen Kalenderresormers noch zivei „ne»»trale" Tage, einer in der Mitte des Jahres, einer am Ende Diese beiden neutralen Tage sollen außerhalb der Jahreszeiten, der Monate und der bürgerlichen Woche stehen. Es soll an ihnen die Arbeit ruhen und jede gesetzliche Wirkung aushören. (?) Herr Delapert hat die Absicht, einen Weltbund zu gründen, um alle Völker für seine Kalenderresorm zu gewinnen. _ Charade. Wenn dir einmal das Erste widerfährt, Ruft jedermann,: „O, »vie bedauernswert!" Doch ich, der Zweite, wage keck und munter Dies Erste oft vom höchsten Fels herunter. Und Allen, die mich so als Ganzes sehn, Erscheint der Anblick unvergleichlich schön. Ich bin zugleich ein Jüngling und ein Greis: Mein Puls ist rasch, mein langes Haar schneeweiß. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer. Gardine, Sardine. ScbristleUuna: Fr. R. Zenz. — Zwillingsrunddr»»ck und Verlag der Brühl'kcb«"r Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.