Königsträume. Roman von Karl Buffe. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 3. Kapitel. Auf den Stralkowoer Marktplatz sausten mit fröhlichem Schellenklang etwa acht Schlitten hintereinander. Sie hielten vor dem Jurekschen Gasthof. . . „Psia krew, das war.eine Fahrt, Herr Bruder!" rief der Führer des ersten Schlittens mit leuchtenden Augen dem zweiten zu. „Aber nun die Gäule in Decken. Heda, Pan Jnrek, beliebt es?" .... Der Wirt war unter tausend Bücklingen in die Tür getreten. „Welche Ehre! Bei Gott, welche Ehre! Die gnädigen Herren ktltschieren selbst. Nun, turs muh ich sagen. Schon hatten sich Gaffer um die acht Schlitten versammelt. „Es war eine Wettfahrt, Pan Jnrek," rief Maryan von Batrauski, „wie die wilde Jagd. Die Leute haben sich bekreuzigt, wenn wir vorbeiflogen." „Und luie Ihr seht," fügte Graf Bininski hinzu, „bin ich Sieger geblieben. Nun, jawohl, es sind auch Pferdchen!" „Renommier' nicht, Witold," rief Eusebius von De- gorsti, der sich den vierten Platz erstritten. „Deine Gäule waren frisck>er, das ist die ganze^ Geschichte. Aber wenn wir zurückfahren, will ich wetten, daß du hinten bleibst." „Ich halte die Wette," schrie der Graf, während die andern sich herandrängten und immer zahlreichere Zuschauer sich einsanden. „Ruhen wir ein paar Stunden, und dann los. Ein Korb Sekt. Gilt's?" „Topp! Und wir fahren vom letzten Haus ab bis auf meinen Hof." .. _ „Hopla, ich inach' mit!" „Ich auch!" „Ich natürlich!" rief S durcheinander-, und die Gassenbuben schrien vor Vergnügen Hurra und warfen die Mützen hock), daß sie die Wettfahrt der Kavaliere mit ansehen sollten. Inzwischen waren Kutscher uub Hausdiener mit Decken herbeigeeilt, warfen sie den zitterirden Tieren um und führten die Gäule in den Stall. , t „Die Schlitten in den großen Schuppen!" befahl der Wirt. Und auf den verwurrderten Blick eines seiner Leute setzte er hinzu: „Der Himmel droht, es kann Schnee geben!" Die acht Herren waren inz-nnschen ins Honoratiorerr- stübchen getreten, hatten Wein und Karten bestellt- und wärmten sich am Ofen. Als der Wirr die Flasctzen und Gläser aus den Tisch stellte, deutete Lucian von Kozlotv-ski, der Aelteste, mit dem Damnen fragend noxf) bem Neben zinuner. Der Wirt schüttelte den Kopf. „Niemand, Elrer Gnaden! Vor sieben kommt selten jemand. Und jetzt ist es knapp vier." „Sonst alles in Ordnung?" „Alles. Ich lass' die Kisten mit den Gew..." „Pst! Sagtet Ihr was, Jnrek?" Der Wirt rieb sich die .Hände. „Nichts, Euer Hochwohb- geboren, gar nichts. Wenn Euer Gnaden jedoch die Hände waschen wollen, brauchen Euer Guaven nur z-n rufen Dann konrme ich schon und sühne." „Gut, Ihr könnt gehen, mein Lieber. .Ich sehe, Ihr seid ein verständiger Wann. Und gebt nicht zu viel Wein heraus, Jurek! Ein anderesmal trinken wir um so mehr. Aber heut'! Ihr wißt, es gilt noch eine Wettfahrt." „Sehr wohl. Die ganze Stadt weiß es in einer Stunde. Die Leute warten jetzt sck>on darauf" Pan Jurek zog sich zurück, und Lucian von Kozlowskr wandte sich zu den übrigen. Er war ein Mann von vielleicht vierzig Jahren, mittelgroß, mit jovialem Gesicht und kleinen, schlauen A-englein. Das Hangebäuchlein war erst im Ansatz vorhanden und hörte noch nicht. Er schien die harmlosfröhliche Behäbigkeit in persona und mar bei Deutschen und Polen gleich beliebt. Gan-z anders seine Gesellschaft. Nicht einer, der die Dreißig überschritten hatte. Mes junge Ge sichter, die einen verübt, die andern leidenschaftlich erregt, die dritten gleick>gültig: der junge polnische Adel, der hier herum an der Greife ans seinen Gütern saß. Fast alle waren sie in Paris getoesen, batten dort mit den polnischen Emigranten von 1830 Fühlung gehabt und suchten nun, so gut es ging, in die Eintönigkeit ihres jetzigen Landlebens etwas Abwechselung hineinzubringen. Einige von ihnen waren durch den Tod ihrer Väter schon selbständige Besitzer geworden. Andere mußten sich vorläufig mit der Bewirtschaf- tung eines Vonverks oder kleineren Nebengutes begnügen. Als sich die Tür hinter dem Wirt geschlossen hatte, nahmen die Herren ihre Plätze ein. Tiefes Schweigen entstand. Aller Blicke waren ans Lncian von Kozloniski gerichtet. Das fröhliche, behäbige Lächeln war von seinem Gesicht verschwunden. Es war nicht der harmlos-gemütliche Mensch mehr, der jetzt das Glas hob. „Brüder," sagte er, „in Leben und Tod für das Teuerste, was wir haben." Sclpüeigend erhob sich jeder. Die Gläser klangen zusammen. Schweigend setzten sich die acht. „Man meint wahrhaftig, es sei eine Leick>enVersammlung." lachte der fröhliche Maryan voll Batranski Seine Augen blitzten: er war der jüngste, und schön illld schlank. Aber feiner beachtete ihn. „Gib Karten, Witold," rief Lucian von Kvzsinvskr dalln denl Grasen Bininski zu, „ich denke, die Herren legen das Geld heraus." „Teufel," fuhr Eusebius von Degvrski ans, „sollte das nicht Zeit halben bis lla'chher? Deshalb ist meirres Vaters Sohn nicht herenrgefommen." Wer er zog doch wie die anderen seine Börse und legte ein Häuflein SUber- lutb Goldmünzen vor sich hrn. wabrevd Gras Bininski rasch die Karten verteilte. 566 „Noch eins : Sowie ich ein Zeichen gäbe, wird Siga Wendrewski die erste Taille legen. Er ist der Bankhalter." Sigismund von Wendrewski, von seinen Freunden „der Marquis" genannt, lächelte. Er trug sich stets nach Pariser Mode, hatte ein knabenhaft glattes und weißes Gesicht, ging nachlässig und vornübergebeugt und spielte stets mit seinem Stückchen. Wie ein Pariser Flaneur sah er aus. Mer man wußte, daß dieser scheinbar so schwächliche Mensch der Veste Neiter des Greises war. der di? mildest?», q^rerde finnfvmfi» Nulter des Kreises war, der die wilderen Pferde bändigte. . „Ma foi," sagte er und drückte den Klemmer auf die Naje, „es wird mir ein Vergnügen sein, solchen Kavalieren das Geld abzunehmen. Damit läßt sich manche fröhliche Stunde vertreiben." „So wäre auch das erledigt," erwiderte der Aelteste, der den Vorsitz führte. „Wir können also zur Tagesordnung übergehen. Eme Form vorher: In meine Hand jeder sein Edelmannswort, daß er eher stirbt als den anderen verrät!" „Das ist eine Beleidigung, Lucian Kozlowski!" rief der von Degorski zornig. „Ich sagte, es wäre eine Form, Eusebius !" „Unter Slachzigs (Edelleuten) ist sie überflüssig!" warf ern anderer ein. ' Nur der ftöhliche Maryan Batranski lachte: „Wo soll die Sache hm, wenn ihr schon bei einer Form nicht einig' serd? Laßt dem Kozlowski das Vergnügen." .. Und als Erster schritt er zu ihrn, legte seine Rechte in e ^ e *f ecen und sprach: „Ich, Maryan von Batranski auf Nlernczrn, gelobe hiermit vor diesen Zeugen, mit Gut und Blut zu unserer Sache ziu stehen, sie zu fördern, wie und wo ich immer kann, und lieber zu sterben, als sie m verraten." " „So wahr mir Gott helfe!" sprach plötzlich eine dunkle Alles wandte sich nach dem Sprecher um. Es war SBIaMimr von Ryösczynskt. Er hatte ein hageres Fan» nei 8te zu religiöser Schwärmerei. Unwill- Mrlrch w« Maryan von Batranski zusammengezuckt. Ein Schatten flog über sein fröhliches Gesicht. „So wahr mir Gott helfe!" sprach er nach. Die anderen taten's ihm gleich. In die Hände von Wla- GeMnis^ Ryöscztznskr tat dann Lucian von Kozlowski sein Bininski, „wie fliegt der weiße Wler? Wer ist am besten unterrichtet?" Er sah Kozlowski an. .... f'r®” Adler wird um so höher fliegen, je ent- ^ eI f en '" sagte dieser. „Ehe wir uns um b,e anderen kümmern, tun wir selbst unsere Pflicht flhr wigt weshalb wrr hier sind. Unsere Brüder, die drüben N jZ längerer ÄKte ^ WÄ Äft» 4 ET 2 S neue Truppen ein. Bald ist der Kordon so gesckLn daß müssen w5"sie°" durchkommt. Wer herüberschaffen -bhle sich eine Zigarette. ChauK^Wege haben wir dafür. Entweder die direkte „Ausgeschlossen," scholl es von mehreren Seiten. l Tte !? Fahrweg, der vvn der Chaussee rechts t&Mr&’s&rsS’** "“Ä iS L'SS.4SVS»'4H-' * Es wurde still. wnSSS K “ÄEgtiS'»»».»jch« fc® ' “ an “i" « «SÄ5S8 BÄM Urf beifälliges Murineln. Kozlowski zündete gemäch- mfl- iiß l 9 ar f lt f an - "Wenn wir Gluck haben, Witold Bunuski, sagte er dann ruhig, „ist deine Försterei in ernlgeu Stunden mit 20 bis 30 Mann.besetzt" sprang auf. „Was heißt das, Lucian? Was wollen die Preußen von mir?" „Nichts, Bruder. Mer es ist gestern aus' Wreschen von einem jüdischen Händler ein Brief ans Powiczer Kom- mando gekonmren, daß in dieser Nacht ein größerer Gewehrtransport bei deiner Försterei über die Grenze geht. Die Preußen wissen, daß etwas im Gange ist. Der Brief, den sie erhielten erweist sich durch nähere Details als glaube würdig. Und der Grund des Verrats, der angegeben ist: betreffende jüdische Händler wird durch den Aufstand geschäftlich ruiniert, hat also au der Beendigmig des Kampfes das größte Interesse." ~ "f* e - V if l bev r krummbeinige Schuft?" rief der aufgeregte ^arski. „Er soll für den Verrat meine Reitpeitsche um die Ohren kriegen, daß er die Rubel nicht mehr von den Talern unterscheiden kann." sn^r^S? r^ 1 id) .selber, lieber Eusebiils," lächelte Kozlowski. Verblüfft sahen ihn die aiideren an. Nur der „Marquis^ lachte, ein kurzes, meckermdes Lachen. anonymen Briefen karm man sich manche fröhliche Stunde vertreiben," saute er. Es war seine Lieb- SteTn anbracht^ an den unpassendsten ,/a^hr werdet.nun (wissen," begann Kozlowski von iieuem, „um was es sich handelt. Twt der Brief seine Schuldigkeit, ° tf-rr ^ 5 ?.SroHte Teil des Powiczer Kommandos sich unauffällig südwärts zieheii und den Gorczyner Forst besetzen, daß er die Lanosü:aße beherrscht. Dann ist der Weg über Sw f- nb ^e^ftei, der sowieso Famu bewacht wird, tr? e u er für größere Transporte zu schwierig ist." „Uizp diesen Weg werdeii wir cinschlagen?" * e{d)tc Schlitten und nehmen besten Gaule. Zwei meiner treuesterl Leute siud beauftragt, dav Grenzkommando scharf im Lluge zu behalten. ^ erne rst in Powicz, der andere an der Försterei. Sie auf dem Weg zu uns, und wir iverden erst dann die treffen, wenn der eine u,is ineldet, daß dre ^ragoner von Powicz abgezogen, und der aridere daß sie den Bininskischen Waw besetzt haben." ' ppu Degorski hatte mit offenem Munde zn- „Bei nieinem Schutzpatron, Lucek, du bist ein Satan' Laß dich umarmen!" rief er entzückt. * Aber der Aeltere schüttelte ihn ab. - b< f. st" sMer, mein Lieber," erwiderte er etwas al?»Ä>' eil tut n ? f/ ünr zu Ende kommen. Wir nehmen aljo tue Kijten auf unsere Schlitten und breiteii die Deckeil darmber. Dann merkt kein Mensch was!" 1 "Aber wo lagern die Gewehre denri^ ist unser Vertrauensmann " „Alte Wetter! Ist er ehrlich'?" ~r ^ um seine Existenz und möcht' lieber Gastwirt rn Stralkvwo Metbeit, als hinter Schloß und Rieaek Federn reißen. Daß er .iebeubei ein gutes Geickäft inrirfil» lidr Da^Ge^! TFb ^ er cin Krämer. Und schlwß- Uch. Das Geld ist es Nicht, was uns niMigelt." ' P Kozlowski erhob sich und sah sich nur Mt P i»r„i™ rt r ff lüieber labiale, behäbige, bei Deutschen und Polen beliebte urgemütliche Lucian von Kozlowskr. Ein Wüik an Srga Wendrewski: „Die Herreii spiele,i doch >veiter?" rend^^^'^ uuschte die Karten und sagte schnar- tu s S r V °I e messieurs! Brauche wohl nicht erst beim Kartenspiel. Von allen Seiten ward- Lucian lowskrehrerbietigst gegrüßt. Hub jovial erteilte er hier und ÄS «Ä meine Jl nxeUf krwgt man immer etwas ab " ' ich lasse sof^^Lflerbrlngen''- ^ M ~' MkU ’ -r ÄSSi 667 Fenster^ ^ nö ^ bem 5>0fe äU ' ^^owski sah durchs „Das ist der Schuppen, wo die Schlitten stehen?" „>>a. Dort lagern die Kisten. Die Gewehre sind, in englische Schnittwaren verpackt, von Gotha gekommen/ „Weiß ich. Wer legt sie in die Schlitten'?" „Ein treuer Mann. Und ganz nach den Befehlen des Obigen Herrn. Der Schuppen ist geschlossen. Er arbeitet „Schön. Und was bekommt Ihr, Pan Jurek?" . v Der Wirt seufzte. „Euer Hochioohlaeboren, ich lebe Tag und Nacht in Angst. Daß wir täglich beinah' Preußen hier Ebbnn es ihnen einfällt, den Schuppen zu untersuchen, bin ich ein verlorener Mann. Im Grenzkrug haben sie bereits Haussuchung gehalten." „Macht den Preis, Pan," lächelte der Gutsbesitzer und zog sein Portefeuille. „Ich wenigen Stunden seid Ihr aller Verantwortung ledig, und die Preußen mögen kommen.' .(Fortsetzung folgt.) 5rau Lagerlös. Bon Walter von Mol o.*) das innigste Verhältnis zur Dichtkunst. ^I^^/^chche Veranlagung und ihre dadurch bedingten Aufgaben erhalten ^le dem wahrhaft Renlen, dein Mysterium des Fuhlens du Äurziel der Drchtkrmst lvar und ists iläher als den Main/ a ^ rtt . dlllrch die Tät UiO diwch die Arbeit seines Kowses Ä ^ er W E ?l^eni^inen erst Min Zentrum des Fühlensdurckr- kampfen muß Wie den ,Mann die Bezeugung des weiteren WeZ stärkt und sichtet, hält die Nähe des Zieles die Franke die treueste Gefolgichaft ieder Klmst ilt, entioeder vom Selbstschaffen ab (meist ^gen der Ihren!), oder sie wird, werrn sie selbst schafft zu- Eft, gerade durch ihre Weiblichkeit, der Kunst verdorben-sie lernt ^^nseborenen zu, sie bleibt seelische Molluske weil ihrem Werk nicht die Knochein des unerbittlich logische,: Denkens äußere Fornn in voller Kraft Anwachsen. Die schövie- risck-e Frau hat drunr hauptsächlich das Gebiet der erzählenden Diä,- tung, deren Notnwndigkeiteir, in dieser Hinsicht, verhältnisinäkig gerrng sirch. Die Frau fabuliert! Sie erhält den Mmiben anN Unablässigen, unumstößlichen Sieg des Guten- sie ist in ck r,?. Wirrung, Märchen und Sage! Alles, Inas b£ Arwerttnu fofW* sucht, /st den Frauen vorhanden! Ihr ragendstes Svm-- l l l V^L b \lV na \^ selbstschöpferische Frau: die Lamrlöf^D e g® f ÄS f W W ÄSV L 2~25t. C/ Elternliebe, Gattenftebe, Liebe, inftt all ihren uneitdlickren LfltteNlngen und Spiegelbilder in der menschlichen See eW torisch ragenden Mvilumrnten um. Ihr ist das Wunder an sich Boranssetzung alles Sei,is. Für sie Mt es klme inende" Wissenschaft, knne „unbelebte" Natur! Wort fSAiKJw. Gläubigst Schier, wchir; sie erhellt sie, sie übersetzt die Gläubigkeit aller Konfessionen gesülilAniäßia in ,,,g ^ Mben des Wel!«elS?LSchiLmd« GMttS ^ld^hai^eln ihr dre Menschen urrd Tiere. Die Flüsse Pfl |Z” 'L Ä 8 äL»Ä eä «»ÄÄ ffMWNLSVHSM rÜn lientcr Menschenkenntnis, mit schärfster Clw- ralterisierungsfahigreit, mit rührendenl ml MHSS dm^uns väterlich übenvölbt Lgnadet und eÄ lo t, laut U7i^> sichtbar lverden zu lassen kfr s. baß die Menschen niL iL fc®Ä Wiebriask? daswlof erscheinen! sre sind edel, betrachtet man ihr aller Nebensächlichkeiten! Der großen XSb ""Z^eriichllche Mredsamkeit lassen jubelnd '"SÄ UZ Gefüge des Ganzen, des Letzte sehen. Sie setzt Ha'Zlnng. Stets ist cs Ser gleiche Geist, Z %?e }Lü V m } ti» nft f' d« sich die Bielfalt der KörpL ch'^en nach innen, nicht vom „Realen" }rJJ[ „momanttichen , sie formt von innerit heraus Ihre ckck- ^en lind Voltwesen, nicht Hirngespinste, Vollwesen geschaffen subttlster PfYck-ologie, geschaffen von höherer Psychologie als fe ,t LE°H"-n«beit jemals zutage zu sördern vermag Sie glanot,dem Wunder, weck das Minder in ihr ist' Ihr Ich ick legendäre Anschauung der Seele! Ihre Psy-choloaie', ist nickt schür- trennlmr Selbstverständlichkeit der Schöpsimg. Un- ^ l $ v ^^dung und Xatfaclje verwoben. „Ich muß M €m h ' m gÄ um "Jlhrnrrf.fterben", der Tauf- oder LochzeitZng ick Di' ^?^der Tarif- und ewiger Hoehzeitszug L Dre Menschen sehen mit den „Augen der Seele" durck sie daß das „Gluck der Einbildung" ihr Bestes ick das; es uirckts Schöneres gibt als das Leben, das mcht schwer und t-au^a s?n- LMickw^wi^^" ift/ Iebt ^ versteht man es richtig!^Alles E X J * vergänglichen Entwicklungssttick, alles mnhpr ftnS m - U "A^tzen" sind Kinder, und alle .Sie zwingt die Sehnsüchte, Nlitzudichten, und tz^wlgen wr freudig, weck sie überirdische Erfüllung durch sie fmden. Zettlos ist die Dichtung der Lagerlöf, sie Lrndelt die ^?^^ck. Alles Grenzende, Einengende fällt Immer mfh JlSfh imm l r bie Liebe, immer leihen Mann und urch Eltern und Kruder, arin und reich, doch es ist nur ^ T}£ // b r l - e erlös neben chnen, so sinkt das Bereifen ift §i Ife ' finb Verzeihen und ffliT um ÄLF 1 ^ - ^lerch versankt der Reiche sein Gut, um wahrhaft reich zu fern, gleich singt der Arme weil eu schon lange ivahrhast reich ist. Maim und Weib sind der Laaerlöf !"^rdreselben! „Sie" ist die reine Magd, blond, keusch, 9 ftolf v?? ieh-er Erlöserarbeit bereit, mag sie < 5 Lvch so hohl, felvsiisch und kokett gewesen sein, nie ruft das Schicksal sie vergeblich zur Ordming! Der Lagerlöf Framn- mit der vollen Reinheit, mit der verschwiegensten (fr iS ewigen Jungftäulichkeit gebckdct! ^ kk. kr^tttg, verwegen, untreu aus gierig suchender Treue KMNb « de- Tollpackcksigkcit seines Geschleckes geg/n dle vie er durch die Frau, die ilm erlöst 'Göckn ^N^i' ^nhnachtsnlann, wie die liebenswerten Kavaliere in bliebt Fir/bHif SS®*?? Berlins selbst, hoch, traurig mn" S 6 ? 1 ri r T f- l r ,,'chchsi ritterlich, und immer hat er , Locken" über der „bleichen ^ttrn. Er ist immer ein Sttick Jesus Christus ^?o»örlng - „sie" ist Immer ein Stück Gottesmutter! Der Lagerlof Religion ist die Religioii aller Religionen- sie vrediat unenttvegt, ohne Predigt, des Dichteiis Axiom: kein Merisch ick gmiz verdorben! Sie ift^die Toleranz selbst, die auch die wütend- 7 ^-s'ifO^ver versöhttt: Kirchengläubigen und Sozialist! Die La- versteheii, ivaruni zwischen diesen überbauvt fmHifrf ^ . zugegeben, daß sie bestehen' Feindschaft senl soll Sie sind doch beide nötig; sie sind dcich beide nur Hand- ^^ker dev Ewigen? Sie heißen einmal Christ und Antichrist' vielleicht ist einmal ^er eine ein bißchen mehr weiß und der andere ein bißcken mehr schüwrz. Du lieber Gott! sie wollen aber twck bloß auf verschiedene Weise, das gleiche: das Glück die Rnbe des H^ns! Der Lagerlöf ick's fein Unttrf^; oh hie iXdldm Zrlder, ob die Hnligenbilder ins Leben -hermis- oTer SS tteigfii, sie wirken Gutes. Musik erklingt, das Chaos legt sich, alle die bangteii weinten, schluck-zten und sich in Schmerzen wände» beginnen ! Die Welt wird immer ani EnL schch? ^ deiihaft, edel, und inas öns c:.. 19 .v: nt l «,Mp £ * n bcjGgt fie erlernten: wir siud sö' wem. auch genblicke der Erhebung, wie uns die Lagerköf siebt KZ, WIÄ'^"»Urg scheu will. Was in dm geheimsten Eckm des Jchs mstet, niag man's nun Seiiiimcntalitüt srami. ^EE0>er, Klndrschkert, Lkiennannriihrnng, Kinoseligkeit Kolpvrtagegist oder wie minier nennen, das alles nnS noch mel mehr regiert diese sstm, souverän, völlig unb wmm.Ä nm die Lntletzciisschreie Acngstlichcr, BrdcnkenerMter zum N« Tm große Kt.„st der Lagerlös, die Inbrunst ilnrr dickteritZ Ueberrednng vermag all« geheimen n„d Milden §lMIins« «eelenbesches zn emer Blnte von berauschender Fillle n dRllm> ch.t zn treiben nnd zu brndcn. Dieser Znsannne„ra,simZa,se- Vorhandenen im stofflichen entspricht die Berwuiduna allen J ? Mlungsmittel. Tie Teckmik der Lagerlös R M Albs^ck; beides sst HaLAszeng, nni cknmfr Wieder den Gralssche:n der Seele leuchten zu lassen. Tie Laaerlöf ist dramatisch ^llnd episch, modern, historisch und immbderii' sie x^^ÄIvie die Schilderung, sie geht, we'nn's .. ^ ^nttlein fiir Schrittlein, sie überspringt nxnni'^ ibr leben «lbgnind, sie Pinselt und sti-ich-lt hin nnd bt-> sic legt mrt einem oder zwei «ätzen jeden Charakter mag er nml -o ko,n >lrz,ert cm. Tritt. Sie findet manch-tMl FAmcr Zn SctaSf Sab^^lfTnK'T hie "Zsch-'ch „TettdetZ Meinm Latz- ^hr ist nichts unmöglich, nnnX der erlösenden Liebe alles möglich Ml Sie hat zu vsel ^schrieben inü» t«ch VtÄ m wen«g, sie malt fast iirtnter Me Schönheiten rhrer Mvevischen Dermal, doch der Polarstern ihres Ernfühlvermögrns steht über der ptpt Welt, der Stern wmrdert mit den: Erlöser der Schönere! Sie rst durch und durch germanisch, doch sie dankt deM größten Stoen Tosbo- lAo&i, das meiste! Ihre Seele ist die schwedische Volksseele in ihrer tiefgründigen Verspieltheit, doch ihr gehört die Welt, deren gesamte Pracht sie in sich trägt. Sie ist die liebrerchste Mutter, ohne Mutter Zu sein, sie bildet die Sagen und Märchen ihrer Heimat: es sind die allgemein gültigen, auch in unseren Tagen m jedes Menschen Leben im letzten ^>inne sich stets wiederholenden Sagen und Märchen aller Menschen, die Sehnsucht tragen und den Himmel suchen. Sie ist naiv und aufs äußerste raffiniert; sie ist Unteryaltnngsstl.riststellerin mit der Weltanschauung und dem Können der reifsten Kunst; sie ist die reinste Seele, die \nt Goethe und Hölderlin am ^Werke >var! Sie ist Künstlerin, syerl sie eiu großer Mensch ist! öie löst das Rätsel, das sich unablässig in ihren Werken löst, die zann.bedenieirdsten Besitze dessen gehören, was das Menschengeschlecht, zu seiner Erderlösung, hienieden aus- zubauen vermag. Sie ist die lebeirdige, wirkende Summe des Göttlichen, das sich zu höchst lobt, dadurch, daß es nnv erlosch bar in der Menschheit, in deren Besten, brennt! Sie ist die Lagerlös. Vermischtes. * D a s T i f ch z e u q , her Stolz jeder Hausfrau, hat im Laufe der Jahrhunderte recht seltsame Wandlungen erfahren. Die ersten Tischtücher waren aus Leder, aber auch sie kamen verhältnismäßig spät auf. Unseren Vorfahren schmeckte das Essen aitcf) ohne Tisch- beete, wie jetzt unseren Soldaten. Mundtücher waren schon bei den alten Römern üblich, nur daß die Gäste sie sich selber nut- brachten. Dann verschwand dieser Brauch wieder, und während des Mittelalters vertrat in den vornehmen Häusern das Tischtuch die Mulchtücher. Es war so lang rind breit, daß es auf dem Schoße jedes Speisenden lag und von ihin zum Reinigen der Hände und des Mundes benützt lverden konnte. Später kam die Mode aui, zwei Tischtücher übereinander zu legen, von denen nur das untere als Mundtuch benutzt wurde. (Die Sitte unserer Tisch- läuier ist anscheinend ein Ueberrest jenes Brauchs.) DaS obere Tischtllch war erheblich kleiner, oder nlan brach es in Falten, so daß allerlei Figuren gebildet wurden. Röntg Heinrich von Frankreich (1574—89) liebte es, die Tischtücher so angeordnet zu sehen, daß sie beit Anblick einer leicht vom Winde gekräuselten Wasserfläche boten, ulld diese „Wellenmode" verbreitete sich dann ziemlich weit. In der Ritterzeit hatte das Tischtllch noch eine ganz besolldere Bedeutung. Wer im Verdacht stand, eine unehrenhafte Tat hinter sich 51t haben, dem wurde bei dem nächsten Gelage durch einen Waffen Herold das Tischtuch zerschllittell. Er mu&te dann beweisen, daß man ihm Unrecht getan hatte mtb den Schimpf rächen. So lvird zum Beispiel von dem Graferl Wilhelm von Hennegau berichtet, daß ihn; eines Tages an der Tafel des frau- zösischen Königs Karl IV. (1380—1421) durch den Herold das Tischtuch zerschnitten wurde, weil er etwas lange gezögert hatte, die Ermordung senres Onkels zu rächen. Auch hellte noch beutet man mit dem Ausspruch „zwischen uns ist das Tischtuch zerschnitten" an, daß mail mit jener Person, von der die Rede ist, nichts mehr zu schaffe,r haben will. * Die französischen M i l i t ä r ft r e i ch h ö l z« r. Die französischen Soldaten an der Front beklagen sich neuerdings darüber, daß die ihnen von der Regierung gelieferten Streichhölzer sämtlich den Kopf verloren haben. Ihre Konstruktion ist äußerst einfach, indem sie nämlich aus einem Stückchen Holz und sonst nichts weiter bestehen. Somit haben sie nur den einen Vorteil, nämlich den, in starken, Maße senerungesährlich zu sein. So scheinen sich die kopilosen französischen Regierungsstreichhölzer ein Beispiel an manchen französischen Regierlnlgsinitgliedern genommen zu haben. _ Vüchertisch. — Hauptman n B 0 e l ck e, DelltschlandS ruhmreichster Fliegerheld, starb am 28 Oktober den Heldentod. Durch seine kühnen Flüge und unvergleichllchen Heldentaten ist ec zun, Volkshelden gelvordei, ,md anss engste mit dem deutschen Volke verbunden. Rlldolf Oskar Gottschalk, ein LandSmann Boelckes, der ihn persönlich rannte, hat uns ein lebenswahres Charakterbild von ihm ,nit tiefstem psychologische», Scharfblick und ehrlicher Be- geisterrllig geschenkt, die lückenlose Lebensgeschichte des unsterblichen Fliegerhelden von der Wiege bis zu seinem jähen Absturz auS Adlers Höhen. Vogel & Vogel, G. m. b. H., Bnchdruckerei und VerlagSanstalt, Leipzig, Oststraße 40—42. — Candida, Roman von Albert v. T r e », t i n i. (Verlag von Ullstein & Eo., Berlin.) — (Sin Roman der triumphierenden Liebe ist diese« Werk des Oesterreichers Albert v. Trentini, das mit einem zauberhaften Idyll am südlichen Meeresstrand einsetzt, mit Szenen, hinter deneN die Ewige Stadt ragt, und mit eitler jäh auf Tage hts Glückes f-lgenden Katastrophe. Neu und küh», ist hier die Gestaltung deS seeliseheu Problems. Ein Wagenunfall auf einer Straße Roms, nahe dem Satnrnnste,npel, zerstört das reine, ebit Antlitz der geliebten Frau. Von den treulosen Sinnen de* Mannes wird sie nach schmerzlichem Kampf verraten. Stolz flieht sie ihn, stolz erduldet sie alle Qual der eillsamen Miltterschaft, bi* er, aufs tiefste erschüttert, bettelnd »md jubelnd vor der Wiedergefundenen zusammenbricht. In einer Sprache, die feierlich rauscht in ihrer musikalischen Schönheit, stellt Trentini diesen Passionsweg zweier Me,lschen dar. - Geschichte der Philosophie vom Beginn der Neuzeit bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Von Profeffor Dr. A. Messer. Zweite verbefferte Auflage. 160 Setten. (Wisseu- schast und Bildung, Bd. 108.) In Leinenband Mk. 1,25. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — Mit der ,F i r st-B ü ch e r e i" beabsichtigt der First-Verlag, Stuttgart, dem deutschen Haus literarisch wertvollen Unterhaltungsstoff zu bieten, der in buchtechnisch gediegener Ausstattung ein Bekenntnis seines Besitzers zu gehaltvoller Lektüre ablegt. Der Preis mit Mk. 1,20, gebunden, ist in Anbetracht der heutigen Verhältnisse sehr bescheiden. Gleich der erste Band der Bücherei: Glocken überm Meer, Roman von Ernst Wagner, einem unserer nleistversprechenden Zeitdichter, bringt eitlen Stoff von wunderbarer Feinheit. Das Buch hat eine Fülle feiner und allerseinster Züge und erfüllt feinen Ziveck: literarisch guter Ullterhaltllngssioff für die draußen und daheim, sicherlich aufs beste. Der Verfasser, von dem die First- Bücherei noch weitere Arbeiten bieten wird, tritt mit diesem Ron,a»t in die erste Reihe unserer Erzähler. — Niederdeutsche Volksklinde. Von Professor Dr. O. Lariffer. 135 Seite»! mit zahlreichen Abbildungen auf Tafeln. (Wissenschaft und Bildung, Band 140,) In Leinenband Mk. 1,25. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig — Wiking - Bü che r, Bd. 24: Maria Recht, Doktor Richters Brautfahrt. Verlag der Wiking-Bücher, Leipzig. (Gebunden 1 Mark. — Hochland. Inhalt des Novemberheftes: Frühchristliches Totengebet des griechischen Ostens. Von Dr. Anton Baumstark. — Zur Kullltrgeschichte der KriegSgreuell Von Dr. Luzian Pfleger. — Martinian sucht den Teufel. Eiu Roman von Johannes von Guenther. — Der gute Kriegsmann unseres Herrn Jesu: Franz Josef Rlldigier. Bon Hermann Bahr. — Deutschland im Wandel französischen Urteils. Von Eharlotte Lady Blenner- haffett. — Kleine Bausteine. - Kritik. — Rundschau. — I m K i n d e r h i in m e l — Golds l,ii gelein. Je zehn Scherenschnitte mit Gedichten. Von Marie Margarete Behrens. Preis in Geschenkmappe je' 3 Mart Verlag Friedrich Andreas Perthes, A.-G., Gotha. — Tie luftigen schwarzen Mädel nnd Buben, die Engel und Elsen, die aus biejeu Blättern durcheinander tollen, werden bald jeden, Kinde l,nd >nanchen Erivachsenen zu lieben, vertrallten Freunde»» »verden. Mit entzückender Leichtigkeit zaubert die Schere der Künstlerin alles ins Leben, was Kinderheimen von jeher höber schlagen ließ: das Kasperle und die Pnppenwäsche, die große Geburtstagsfeier und die Kochkünste der Engel. Fürs Kinderzimmer bilden diese Scherenschnitte, die lose in den Mappen vereinigt sind, deshalb eil, Bilderbuch oder einen Wandschmuck, de^ tatsächlich fröhlichste, tiubefangenste Kindlichkeit mit allen Vorzügen reifer Kunst und euvev sprudelnden Fülle von Einfällen vereint. — T 0 st 0 j e w s k i: Der Großinquisitor. Das Krokodil. Nr. 46 der „ s lö eltliterat u r" Preis 10 Pfg., vierteljährlich 1,20 Mk. Verlag der „Weltliteratur", München 3, Färbergraben 24. Zu beziehen durch jede Bllchhandlung. rrönigspromenade. Man darf die einzelnen Wörter ilnd Silben nur in der Weise miteinander verbindel», daß ruau — wie der Köllig auf dem Schachbrett — stels von einen, Feld ans auf ein benachbartes übergeht. zwei kön fruchte! wem und kleine ge tra neu »veil dem blitz auch gen na zwei bleibt er nächst sich gen »ver fel ring ge zu dünkt I groß und besitz die reiche ist an macht an sie höch Auflösung in nächster Nummer. Auslösung des Vexierrätsels in voriger Nummer: We»m „er* im Worte „Gericht" fehlt, ergibt sich „Gicht* ^ichristleüung: Fr. R. Zenz. — Zivillingsrunddruck und Verla- der Brühl'schen UniversitätS-Buch und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.