Königsträume. Roman von Karl Busse. . * (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Sieh' dir das an!" rief Michael Laskowicz und nahm die Sense empor, die er gehämmert hatte. „Der Rücken ist Eisen, das andere Gerbsdahl. Und hier ist der Hammer. Je stärker -er schlägt, um fto härter wird das Blatt nur. So ist's mit denen da drüben. Dreißig Jahre seit dem letzten Aufstand haben die Russen den' Hammer geschwungen. WaS nicht zerschlagen wird, wird gehärtet. Und sie haben uns die Sensen so gehärtet, daß sie nun alles niedermähen. Wie sagt Jan Hebda, das Eichhörnchen? „Der Sensenschwung geht durch die Welt!" .Hier jedoch ist alles ruhig, daß Gott erbarm'! Die Preußen schlugen zu sanft: es sind zu wenig hier hart geworden, und deshalb schlafen wir, während die Brüder kämpfen!" Es war still. Dann pustete der Blasebalg. Im Feuerschein stand die mächtige Gestalt des Schmiedes. „Bruder!" sagte er finster, „ich wollt', die Preußen hätten besser geschlagen, daß es jeden Rücken getroffen hält'." „Es denken nicht viele wie dul" „Nicht viele? Hunderte, Tausende, Zehntausende! Man soll nicht sagen, waS später kommt. Ich Hab' gestern nacht vom polnischen Adler geträumt; der lvar weiß-silbern, wie er ins Fahnentuch gestickt war, das ich als Junge gesehen, damals, als sie unter Michael Madziwill aus der Grochower Schlacht kamen und über die Weichsel gingen. War auch ein Februartag damals. llnd die Fahne mit dem Wler vergesst ich mein Lebtag nicht. Heut' nacht flog der weiße Adler wieder. Und ich denk' immer, mir hat geträumt, daß er mit dem schwarzen Wler gekämpft hat." Der Fußgendarm blies sich laut in die Hände, obwohl ihm längst in der Schmiede nicht mehr kalt war. Und verlegen sagte er: „Es wird spät, Freundchen. Und der Dienst ist schwerer als je. Du verstehst: ich möcht' nicht Grenzausseher jetzt sein. Puh, bei solcher Nacht: Was meinst du, wie die Soldaten frieren! Und dennoch: Es geht manche Kiste Gewehre über oie Grenze, hier und da. Und ich Hab' gestern einen Wagen getroffen, pst, mich geht's nichts an. Für die Grenze bin ich nicht bestellt. Und man drückt ja gern ein Auge zu, wenn andere dafür da sind. Machst du Feicrband?" Michael Laskowiez hatte mit dem Dorn das Sensenblatt von neuem gefaßt. „Bald, bald, Bruderherz, es ist noch nicht gerade genug. Muß mehr znrückgebogcn werden." „Die Sense?" fragte Peter Wroblewski. „Seit wann sind die Sensen so gerade?" „Jeckn, seit wann? Vielleicht schneiden sie dann besser." j „Was red'st du da? Getreide?" „Braucht nicht immer Getreide zu sein. Gut ist gut, kber besser ist. besser. Und ich sag' dir: mir ruckt's rn^en Händen, als ob der Hammer bald nicht nur auf den Amboß schlüge." Kopfschüttelnd wandte sich der Gendarm zur Straße. „Freundchen," sagte er fast traurig, „hxmnn trat ich eigentlich bei dir ein ? Du bist mein bester Freund, und ich will eine halbe Stunde noch ruhig und vergnügt sein, ehe ich zu dem Satan von Weib nach Haus komm'. Sie ist ein ganz gutes Weib sonst, aber ein Satan. Und nun bin ich hier, he, und was hör' ich? Er schimpft, wettert und sagt tausend Dinge, die ich nicht hören darf. Selbst in der Sckmiede ist keine Ruhe mehr, es gab niemals eine härtere Zeit." Er nickte einen Gruß und schritt davon. Michael Lasko- wicz lachte und rief ihm nach: „Armer Spatz, du hast eine heftige Spätzin.*) Macht sie's zu arg, so gerb' ihr das Fell!" Wer entsetzt wehrte Peter mit der Hand ab: „Lieber drei Einbreck>er als diesen Satan!" Und mit einem tiefen Seufzer verschwand er im Dunkel. Nur der Hammerschlag begleitete ihn. Sein Häuschen lag neben dem Schulzenamt. Es toar klein, aber aus Stein erbaut und in besserem Zustand als die Barocken des Dorfes. Durchs Fenster schien das freundliche Lickt der Lampe. Wie gemütlich könnt' es hier drinnen sein, dachte Peter Wroblewski. Er drückte leise die Haustür aus und trat in den Flur. Im Finstern tastete er nach der Klinke. Schon aber ward die Stubentür aufgerissen, und Jadwiga, sein Ehekreuz, stand im Lichtschein auf der Schwelle. Sie war fein häßliches Frauenzimmer und nicht so alt, daß der Fußgendarm deshalb hätte verzagen müssen. Doch wenn man in ihre Angen sah, so begriff men, daß sie das Blitzen besser verstanden als den Sonnenschein, und wenn sie den Mund auftat, so erkannte man leichtlich, daß ein gar spitzes Zünglein darin waltete. Sie erwiderte seinen bescheidenen Gruß nicht, sondern rief mit der hellen Trompetenstimme, die gleichsam als Kampfsignal jede eheliche Auseinandersetzung begann: „Kommst bu endlich, mein .Hähnchen? Sieh', sieh, wie du den Wog findest. Den ganzen Tag treibt er sich 'rum, he, sagst du was? Der Dienst, natürlich der Dienst! Wer tveiß. wo du steckst. Es gibt schöne Dirnen im Kreis, und die unglückliche Frau sitzt zu Hause. Aber ich will's dir eintränken !" Peter Wroblewski wollte einige Einwendungen machen, doch noch heller trompetete es: „Ruhe, sag' ich dir, Rumtreiber!" Und während er ergeben das Haupt senkte, schmetterte es kräftig weiter: Sie sei ein unglückliches Weib, sie wär' lieber in die Warthe gegangen, als daß sie ihn geheiratet hätte, trenn ihr das jemand vorhergesagt; das Leben sei eine Hölle für sie; den ganzen Tag sei sie allein, und so ging es kräftig und unermüdlich weiter mit Spitzen und Anspielungen, die der Gatte gar nicht verstand. *) wrobl (voln.) -» Spatz. Anspielung aus Namen Wroblewski. 558 Das Züugleln aab auch bann nicht Ruhe, als die Abendbrotsuppe schon auf dem Tisch danrpfte. Peter kannte die Melodie. Zerknirscht und leise stellte er das Gewehr in den Schrank, legte auch die anderen.Muffen ab und machte es sich bequem. Dann griff er zum Lösfel, und mit dem trübsten Gesichte von der Welt ließ er es sich gilt schmecken. Gr hatte ln den langen Fahren die schwere Kirnst gelernt, mit innerlichem Wohlbehagen zu essen und doch ganz unabhängig davon eine Armsündermiene zu machen, die einen Stein erweicht hätte, nur nicht Frau Fadwiga, die heftige Spätzin. Fn Nasgora ging man früh schlafen. Da hatte Peter Wroblewski nach angestrengtem Nachdenken eine Methode gefunden, sich wenigstens für ein Abendstündlein von seinem Hauskreuz freizumachen. Ms er den Löffel niederlegte, agte er: „Gott segne dich, mein Täubchen, ich bin ein chlechter Mensch und deiner nicht würdig. Doch ich muß den bericht schreiben, den amtlichen!" Die Trompetenstimme setzte zwar noch zwei-, dreimal an, aber als der Gendarm den Stempelbogen auf den Tisch legte und die Feder ergriff, verschwand Frau Fadwiga Wroblewska im ehelichen Schlafgemach. Denn vor dem Stempelbogen hatte sie Respekt. Sie begriff, daß der amtliche Bericht fertig werden mußte, und eit ihr Peter einst gesagt, bei Nichtablicserung würde er eine Stelle verlieren, widersprach sie nicht mehr. Denn als Pani Wachtmeister spielte sie in Nasgora eine Rolle, auf die sie um keinen Preis der Welt verzichten wollte. Der Fußgeudarm schrieb wirklich. Gr schrieb so lange, bis ein gesundes Schnarchen aus dem Nebenraum verkündete, daß die teure Gattin fest eingeschlafen war. Dann stieß er verächtlich den Bogen fort und setzte sich mit einem Fläschchen, das er in der Revolvertasche verwahrte, ans Fenster. Die Nacht wußte bitter kalt sein. Immer wilder schnob der Osttviud draußen. Vom Monde war nichts zu sehen: von den Sternen auch nicht. Nur der Schnee leuchtete. Peter Wroblewski führte das Fläschchen öfter an die Lippen. „Weil die Nacht gar zu kalt ist," sprach er zu sich selber. Und dann: „Psia krew, es ist so eine Nacht zum Schmuggeln. Wenn sie die Gewehre über die Grenze kriegen!" Als könnt' es jemand gehört haben, zog er den Kopf ein und sah sich scheu um. Doch er hörte nur das Schnarchen. Das beruhigte ihn. „Es ist Russenblut," murmelte er und tat einen neuen Zug. „Der Schmied hat recht: Der Name wärmt." In der Flasche war etwas ganz anderes, aber der Geschmack mochte sich ihm verwirren. „Eine Nacht zum Schmuggeln, der Teufel soll die Bande holen! Bin ich nicht preußischer Fußgendarnr? Hier hat kein Mensch zu schmuggeln. Maria und Josef, gib, daß es gelingt, wenn ich'S nicht sehe. Sie brauchen Gewehre drüben wie das liebe Brot." Es war wie ein Riß in seinen; Herzen. Er wußte selber nicht, ob er wün oder daß sie abge chen sollte, daß die Gewehre rüberkamen, äugen würden. Da seufzte er tief auf. Doch das war sein Verderben, denn drinnen knarrte die Bettstelle, und eine bekannte Stimme rief: „He, Pjotr, wird's bald?" Und geduckt schlich der Fußgendarm, nachdem er die Flasche sorgfältig verborgen, ins eheliche Schlafgemach, an die Seite der „heftigen Spätziii". 2. Kapitel. Ehe man das Dorf, das mit kleinen Ausweichungen sich längs der Chaussee hinzieht, voii einem Ende zum anderen durchwandert und die letzten Ausbauten hinter sich gelassen hat, kann der Mund manch Paternoster sagen. Die Häuser liegen bald dicht zusammen und zwar so eng, als müßte eins das andere stützen, bald wieder eine gute Strecke auseinander. Dazwischen reichen die Felder eben bis an die Chaussee heran. Fast mit Ende des Dorfes, zur rechten Hand zweigt ein Weg zum „Schlosse" ab. Kirschbäume fassen ihr! »u berden Setten eim Dte Zweige des letzten Baumes in jeder Reihe hängen halb über das eiserne Gitter des Torwegs. , Das Schloß ist alt. Ohne sonderlich breit und hoch zu sem, hat es etwas Mächtiges in seiner ganzen Anlage. Es gibt da kerne ntedlichen Arabesken, keine zierlicl-eu Säulen. Massm mtd festgefügt steht es da. Eine steinerne Freitreppe f^ r die Gegend sauber genug aehalten. Links der Brunnen und die fleisch webende Glocke dte den Arbeitern Beginn und Ende ihrer Tätigkeit ücr- nutbet und zu den Mahlzeiten ruft. Zu beiden Seiten des Hosrautns, aber ettvas zurückgebaut, daß sie die Wirkung des Schlosses nicht stören, liegen die Ställe und Wirtschaftsgebäude, leichtere Bauteil, meistens noch mit oft geflicktem Stroh- oder Schindeldach versehen. Grau hob sich der Morgen. Es mochte auf 6 Uhr gehen. Da öffnete sich im Pferdestall die Tiir, und ein verschlafenes Gesicht sah einen Augenblick über den Hof. Wie ein leichten Nebel schlug sich ein warmer Brodem aus dem Stall in die kalte Frühlust. Dann trat ein Formal (Pferdeknecht) in bett Morgen hinaus. Er hatte den weißen, schmierigen Schafspelz um und ging rasch nach der Glocke. Sie hing unweit des Brunnens. Der Boden ringsum war glatt und beeistz voii dem vergossenen Wasser, das schnell gefroren war. „Nimm dich in acht, Staschu, mein Söhn chen, man kann ein Bein brechen, eh' sich die Heiligen noch besinnen," murmelte er. Bedächtig zog er eine große, tombakene Uhr aus der Tasche. Sie zeigte gerade sechs. Da griff er nach dem Riemen, ein krästiger Schwung: laut und schallend schlug die Glocke an und tönte mehr eindringlich als melodisch durch die frühe Stunde. Bald ward es im Schlosse lebendig. Die Haustür wurde aufgeschlossen, Fenster wurden geöffnet, mit den Eimern liefen die Mägde nach dem Brunnen. Nicht lange, und aus dem Schornstein stieg kräftig der Rauch. Als eine Stunde später die Glocke von neuem erscholl, strömten die Leute von allen Seiten ins Schloß: vom Inspektor Oehmke an bis zum letzten Pferdejungen und Hütemädchen. Denn im Sommer? um sechs, in der Erntezeit auch früher, iin Winter um sieben hielt der alte Baron Andacht ab, und loche dem, der dabei gefehlt hätte. Ob Katholik, ob Protestant, war in diesem Falle völlig egal. „Für Rindvieh," hatte der Baron gefugt, „gibt es nur Eins, und das bring' ich ihm bei." „Wenn die Rabenbande stiehlt und säuft," bckretierte er, „so kommt das davon, weil die Halunken keine Religion im Leibe haben. Und sie haben keine Religion, weil in Nasgora weder ein Pfaff noch eine Kirche ist. Ehe sie aber bis Wre- schen oder nach Stralkowv kommen, vergeht viel Zeit. Ergo bin ich der nächste dazu, ihnen die Religion einzubläuen." Ms der Inspektor mit gebührendem Respekt darauf hinwies, daß der Herr Baron evangelisch und die meisten Leute katholisch seien, hatte Hans Albert die schon besagte Antwort gegeben. Seitdem war die Morgenandacht eingeführt. Sie wurde in einem großen, kahlen Zimmer des Erdgeschosseis abgehalten. Für den Jitspektor und die ältesten Leute standen vorn ein paar Stühle; die anderen durften nicht sitzen. Für den Baron jedoch war ein kleines Katheder ausgestellt, auf dein er saß. Ost las er nur eine Bibelstelle vor und sprach ein -Gebet; manchmal jedoch hielt er im Anschluß daran eine kleine Rede. Erst daun dursten die Leute zur Küche, wo die Morgensuppe verteilt ward, und an ihr Tagewerk. . Als die Arbeiter und Mägde in dem kahlen Raum heute Posten gefaßt hatten, öffnete sich die Tür, und Hans Mbert von Graßnik betrat das Zimmer. Ein großer, breitschultriger Mann mit energisch vortretendem Kinn und strengen Augen: er trat schwer und wuchtig auf. Es lag ettvas Tyrannisches in seiner ganzen Art, und nur die'Rase, die etwas zu klein und dick war, milderte den Eindruck. Sie brachte etwas Ge- mütliches in dieses Gesicht; sie erzählte, daß der Gutshett unter den Gottesgaben nicht zum mindesten ein-Glas Rotwein schätze. Er trug eine Mütze mit kurzem Schirm auf dem Kopfe, die dicke Bibel unter dem linken Arm, den Krückstock seinen steten Begleiter, in der Rechten. Ans den einstimmigen Morgengruß der Leute lüftete er die Mütze, nickte dem Inspektor Oehmke, der seine Verbeugung machte, zu und bestieg das Katheder. Es wurde mäuschenstill. Der Inspektor zog den Kopf etn, er wußte: heute aab's eine Rede und ein kräftiges! Donnerwetter. Hans Albert hatte die Bibel aufgeschlagen, dte Schirmmütze neben sich gelegt. „Leute!" sagte er mit seiner volltönenden Kommando- sttmme, „ich lese die ersten vier Verse des 72. Psalms Sperrt eure Ohron auf, sie lauten also: „Gott, gib dein Gericht dem Könige und detne Gerechtigkeit des Königs Sohne, daß er detn Volk richte mit Gerechtigkeit, und deute Elenden rette. Laß die Berge den Frieden bringen unter das Volk, und die Hügel dte Gerechtigkeit. Er wird das elende Volk bei Recht erhalten, und den Annen helfen, und die Lästerer zermalmen."" Hans Albert schwieg und schlug mit der Faust aufs Kk- theder. „Leute! Ich kann euch das zehnmal vorlesen nnd mir dte Lunge ansschreien, und es geht doch nicht in eure Büffel- schLdel hinein. Deshalb ist eZ notwendig, datz ein vernünftiger Mensch euch das klar inacht. Gott, gib dein Gericht dem Könige — was heißt das ? Das heißt, ihr Halunken, daß der König über euch gesetzt ist und von Gott das Gericht über euch hat. Seid untertan der Obrigkeit, die Gewalt über euch hat! Die Obrigkeit für euch bin ich. Für uns alle der König! Hier ist es der König von Preußen, unser allergnädigster Herr, drüben ist es Kaiser Alexander der Zweite von Rußland. Leute! Ihr werdet gehört haben, was sich drüben begibt. Denn ihr Rabenbande wißt alles, was ihr nicht lvissen sollt, und niemals das, was euch not tut. Sie haben sich drüben zusammengetan, um gegen die Obrigkeit zu kämpfen. Ich aber sage euch, daß es gottverdammte Schufte sind, die gegen den Kaiser zu den Waffen greifen, und daß ein Strafgericht kommen wird, wie die Welt keins jemals gesehen. Die Ohren, die nicht hören wollen, werden abgeschnitten, und die Schädel, die nicht weichen, zerschmettert! Denn wie heißt es im 24. Kapitel der „Sprüche"? „Mein Kind, fürchte den Herrn und den König, und menge dich nicht unter die Aufrührerischen. Denn ihr Verderben wird plötzlich entstehen, und wer weiß, wann beider Unglück kommt." Ihr wißt es nicht, ich aber weiß es. Mit Hunderttausenden rücken die Russen an, und wie die Ochsen zur Fleischbank werden sie die Rothemden und Sensenmänner zum Blutgerüst führen. Dann wird ein Wehklagen über ganz Polen sein, und sie werden die Verführer verwünschen. Aber dann ist es zu spat! Leute! Hier ist es ruhig, und ich rat' jedem, daß es ruhig bleibt. Man hat mir gesagt, daß die Empörer Boten zu uns schicken, die euch verführen sollen und euch anfwiegeln, daß ihr zu den Kosyniery*) stoßt oder die verfluchten Schriften der Aufrührerischen verteilt oder gar dem Schmuggel mit Waffen Vorschub leistet. Hört mich an, Leute: Wer so oder so den Empörern hilft, dem soll mein Krückstock auf seinem hundsfvttischen Schädel einen Krakowiak tanzen, daß er vergißt, wie die Welt aussieht. Wenn einer euch aufhetzt, so kommt zu mir, daß ich ihn packen kann. So handelt ein treuer Knecht, und er soll's gut haben. Ich steh' für euch dem König und unserem Herrgott. In der Schrift heißt es: „Ein Knecht läßt sich mit Worten nicht züchtigen; denn ob er's gleich versteht, nimmt er sich's doch nicht an." Der Hab' ich diesen Helfer hier — Hans Albert schwang den Krückstock —, und so lange er und ich auf Nasgora regieren, habt ihr das Maul zu halten und eure Arbeit zu tun. Amen." Er klapvte die Bibel zu. Dann hob er den „Helfer", zeigte nach der Tür und kommandierte: „Raus!" (Fortsetzung folgt.) *-- *) Die sogenannten „Sensenmänner" der polnischen Aufstände. „wlr haben heut nach altem Brauch Ein 5chweinchen abgeschlachtet . . . Mer kennt nicht Ludwig Richters hübschen Holzschnitt, auf dem die vielseitige Verwendbarkeit des Schweines für die menschliche Ernährung und seine allgemeine Beliebtheit in so liebe- und verständnisvoller Weise veranschaulicht wird? Umgelxm von einer zahlreichen andäck^ttgen Zuschcmermenge ist der zur Hausschlac^ung entbotene Fleischermeister mit sachkundiger Hand dabei, das Schuxun miszunehmen, »nährend ein Knecht das bei der Schlachtung «ufgefangene Blut zu weiterer Berweiidung davonträgt. Ueberall hängen als Zeugen vorangegangener Opfer des Schlachtfestes Wurste von verschiedener Größe und Gestalt, und die schnack- Attesten werden von verschnritzten Heinzelmännchen bereits davongeschleppt, während die sorgsame Hausfrau die dampfende Wurstsuppe zur Freude von Groß und Klein aufträgt. Bon jel)er bedeutete me Zeit des L>chweineschlachtens einen Höhepunkt im hauSloirt- schastlichen Leben. In heutiger Zeit verdient sie diese Bewertung ganz besonders, denn niemals war die verstärrdige Ausnutzung aller verwendbaren Teile dieses braven Fettspenders dringender yeboteil Wer heute cm selbstgemästetes oder ein „Pensions- fdjxtn sem eigen nennt, der nruß sich daher besonders grüiid- lrch mit ber ü-rage beschäftigen: ivas geloinne ich aus einem geschlachteten L>chwem? Zunächst Würste. Tie Vorbereitung dmu muß schon zioer bis drei Tage vor dem Schlachten beginnen, und zwar mit der Herstellung der erforderlichen Ammeln, da sie altbacken vnwendet werden sollen. Das gleichfakk hierzu benötigte Schwemeblut wird beim Schachten aufgefangen und im Eimer ttchttg genthrt, damit es nicht gerinnt. Airch darf es weder zu warm noch zu kalt ausbewahrt werden, iT-iir die Borgen bk Lebern .a-ebrülwen Schvein sauber abgeschavt werden, ist der Bürstenbinder ern bereitwilliger Wnehmer. Die Darme des aus- geiwmmeiren Tieres dienen gleichfalls der Wiirstbereitung; nach- > umgewendet wurden, MÄsstm sie mit Salz einaerieben und tüchtig gereinigt, dmrach getvässert werden. Auch Magen und Blase werden mrrt Einstopfen der Wurst benutzt. Dke hierfür ttl veNvendenden Teile find: Schulter- imb Rippenstück, Bauchfleisch lärme Lunge, Leber und Herz. Die letztererr uird der Kopf müssen vor dem Koä>en tüchtig loässern, um vom' Blute befreit zu werden, linier^ den zahlrenl-en Wurstsorten, die mls den einzelneil Teilen des Lchwems hergestellt iverden können, seien hier folgende ge- lla L lT cm Sardellen-, Zwiebel-Leberwurst, Zervelat- und ..cettwilrit, Zimgen-, Gehirn- und Schroartenwurst, Bratwlrrst^ die man, wenn sie in ganz dümre Därme gefüllt wurde, als Saucischen lx-zerämet, Blut- oder Rotwurst, Knackwurst mrd Grütze wirrst. Tie Vorschriften für die Zubereittmg sind in guten Kochbüchern, beispielsweise in dem von Ehrhardt-Mathis, in reichlicher An^vahl enthalten. Schtveinefleisch, das man nicht in frischm Zustande gekocht oder gebraten verzehren will, konserviert man durch Pökeln. Hierzu werden vorzugslveise Kamnl, Nierenstück und kurze Rippen, ferner die sogenannten Schweinskuöchel, nämlich -schnauze, Ohrerr, und vouchen Vorder- und Hinterfüßen die spitz- und Eisbeine verwendet. In einem sauber gescheuerten und gut ausgetrockueten Faß müssen die einzelnen Stücke so dicht Nne möglichl aufeinander gepackt und imt der erkalteten Pökellake übergosjeii werden, worauf das Faß fest verschlossen wird. Auch Schinken werden zuweilen eingepökelt. Man verwendet hierzu di« Hinterkeulen oder Schlegel, kann aber auch die Vorderkeulen in gleicher Weise behandeln. Sie werden mit siedender Lake übergossen und 16 Tage lang darin umgewendet. Unter den verschiedenen Schinkensorten sind die aus den Rippenstücken zubcrcite- ten Lachs- und Rollschinken weniger haltbar, als andere, aber um! so zarter. Tie zum Robessen bestimmten Beinschinken erfordern ganz besonders sorgfältige Behandlung beim Salzen und Räuchern. Tie letztere Konservierungsmethode entzieht dem Fleisch keine Nährstoffe, sondern bewirkt lediglich das Eintrvcknen seines Wassergehalts und das Eindringen des im stbruch enthaltenes Kreosots, welches seine größere Haltbarkeit herbeiführt. Räucher- waren bewahrt man hängend in der Rmichkammer auf, wenn diese dicht ist; sonst tut man sie einzeln in baumwollene, mit trockener Kleie ausgestopfte Säckchen und hängt sie an einen trockenen Ortoder man packt sie in Fässer und Kisten zwischen getrocknete Buchcnrx asche. In Fässer gelegt und mit kaltem, aber noch Iüssigemt schmalz üb.rMm, halten sie sich sehr lange, doch ist dieses Verfahren wegen^der gegenwärtigen Fettknappheit nicht durchzuführen. Zur Gewinnung von Schweineschmalz verwendet man die Liesen oder Fliesen sowie das Rückenfett; die aus gebratenen! Grieben dienen zum Schmälzen verschiedener Speisen oder werden mit Salz auf Schwarzbrot verzehrt. Ten Speck, nämlich die dicke Fettlage, die gemästete Schweine am Rücken, an den Seiten und zwischen Vorder- und Hinterbeinen ansctzen, löst man beim Schlachten samt der Haut los und verwendet ihn frisch, geräuchert oder gepökelt auf mannigfache Weise. Zum Spicken eignet sich besonders gut der Luftspeck, der mit Salz und Salpeter erngeriebe^ zwei bis drei Wochen lang zwischen zwei Brettern liegen und nach Mlaus der Lake an der Lust austrocknen muß. Aus den! frischen Schweineschlvarten läßt sich ein Stoft gewinnen, der toi« Kalbsfüße zur Herstellung von Cremen, Fruchtgallert usw. verwendet werden kann. Angesichts dieser Vielseitigkeit des Schweins im Dienste der menschlichen Ernährung ist die neuerdings bekanntgegebene Tatsache gewiß mit Freuden jat begrüßen, daß sich die Gesamtzahl des im vorigen Jahve so gewaltsam verringerten Schweinebestandes seit dem 15. April um fast zivei Millionen Stück vermehrt hat. Doch läßt auch diese Nachricht noch kerne allzu große Hoffnung aus baldige erhebliche Besserung unserer Fleisch- und Fettversorgungl zu, da sich die Vermehrung naturgemäß hauptsächlich auf junge, noch nicht schlachtreife Tiere bezieht. Um so sparsamer möge maq mit dem Ertrag per diesjä hrigen - Schlach tungen Haushalten! Die Eingeweide der Zische Werden von unseren Hausfrauen als wertlos verworfen. Ganz zrr Unrecht, denn sie bergen an ihren Anßenwandnngen das für die Küche so wertvolle Darmfett. ^ ^ Je fetter der Fisch ist, um so reichlicher wird er Darmfeüi haben. Beim Zander ist das Fett schneeweiß, bei den karpfenar-, ttgen Fischen schimmert es nrs gelbliche. Seefische kommen ausgenommen an den Markt. Dorsche werden häufig auch unausge- werdet gehandelt. Mit dem THrmfett vermag man sofort den Fisch zu braten oder zu kochen. Mitunter bedarf es einer Zugabe von Butter oder Marmblütersett. Ist der Fisch recht fett, so reicht sein eigenes Fett zur Zubereitung. In Oesterreickr-Ungarii kaufen die weniger bemittelten Leute die Eingeweide der Fisclie von den Fischhändlern- welche sich mit der Ausschlachtung der Fische, namentlich Karpfen befassen. Das Fett wird sauber von den Därmen gelöst und ausge- schmolzen, nicht gebraten. Die Därme werden sauber gereinigt Mid durch den Fleischwolf gedreht. Das ganze wird wie Ragout fein gegeben xrld schmeckt delikat. Das Fett ist zu diesem Gericht mehr als ausreiclxmd. Kartoffeln in Fischfett gebraten, vermischt mit den zerkleinerten ist ein vorzügliches Essen. Man wolle beim nächsten Fischessen Nicht unversucht lassen, das Fischfctt zu prüfen. Fischereidirektor a. D. Heyking. 660 < Vücherttsch. - - — AuS Alt-Marburg. Federzeichnmigen von Otto Ubbelohde. Vierte, vermehrte Auflage. W. G. Elwertsche Ver- lagsbuchhandlunq, Marburg. Preis 1.30 Mk. Otto Ubbelohdes Federzeichnungen, die das vorliegende Heftchen bringt, werden die Sehnsucht nach künstlerifcheu Bildern erfüllen, die durch das Medium des StiitS entstanden sind. Zwei Freunde, die sich von den hier gebrachten Bildern aus Alt-Marburg fesseln lassen, erörtern in imgekünstettem Zwiegespräch, was ihnen zur Erklärung, zum Verständnis der gebrachten Ansichten zu sagen nötig scheint. — Der Wieland. Oktobernummer, Preis 1 Alf., Wieland- Verlag, Berlin W. 9, LennHstr. 4, bringt folgende literarische Beiträge: Ein alter König, ein großer Dichter und eingklelneS Dtädchen, von Peter Nansen. An den Himmel, von Hermann Steter. Freundliche Verwandlung, von Robert Zellermayer. AuS dem lit. Nachlaß von Rudolf^Wilke. Siebenbürgen mit 4 Zeichnungen, von G. A. Mathey. Kommunikationen von VteierGraeie und Tabaktöple von Otto Zoff. Bildbeilräge lieferten: Bruno Paul, Rudolf Wille, G. Lebrecht, Emil Orlik und Erich Schilling. - Deutscher Wille «K u n ft jü a t t). Erstes Novemberheft 1916* (Kriegsausgabe zu ermäßigtem Preis. Vierteljährlich 3,60 Mk. Verlag von Georg D. W. EaUwey, München.) — An der Spitze deS Heftes steht ein Aufruf des Dürerbundes, im kommenden Winter .Schutz- und Trutz-Abende" einzurichten mit Vorträgen, Aussprachen usiv., die unser Volk methodisck) für dieArrfgaben dleser Zeit schulen. Tann folgt em Aufsatz von Dr. Ferdinand Avenarius über den .Mißbrauch der Photographie zur Dölkerverhetzung" mit 14 Abbildungen: ein Kapitel aus der großen Weltlüge, mit der man von England und Frankreich aus alles Deutsche umwebt. — Dr. Friedrich Kuntze schreibt von den Ufern des Stochod aus zu Leibnlzens 200. Todestag über Leibniz und uns Heutige. Ein Bildnis des Philosophen ist dazu dem Hefte beigeqeben. — Hans Herl-er dringt allgemeine Ausführungen .Zu der Fragestellung: Rußland oder England?" — Georg Stolterfoth wirbt ntn Verständnis für die fläinische Dichtung, die uns Deutschen im Original ebenso verständlich ist wie alle niederdeutsche mundartliche Dichtung. — Wiking-Bücher, Band 23 : K l a u s R i l t l a >i d, Die das Leben lieben. (Verlag der Wcking-Mcher, Leipzig. Gebunden 1 Mark. M — Die Barke. 15 und 16 der kleinen Satur,»bücher. Preis des Doppelbändcheas 40 Pfg. Saturn ° Verlag Hermann Meister, Heidelberg. — Julius Kuhn, ein talentvoller ginger Künstler, hat hier zum ersten Male eine Reihe Sizllianen zusammen gestellt, jener kleinen geschlossenen Liedform, die durch Rückerl in die deutsche Literatur eingestchrt wurde und der Detlev von Liliencron da? Heimatrecht erwarb. Wie der Herausgeber in einem Nachwort ausführt, hat sie auch durch Liliencron daS iinpressionistifche Gepräge erhalten, das ihr heute iioch anhastet. Sie gibt gern Moment-- bilder aus dem Leben der Gegeiiivart in flotter Kohlefkizze, in flüchtigstem Pastell. Anderen ist sie wegen ihrer epigrainmatijchen Kürze willkommen, die Mannigfaltigkeit der Erscheinungen auf die knappefle Formel zu bringen. Wie reich die Auswahl trotz der kleinen Zeitspanne ist, während der wie in deutscher Literatur die Srziliane ihre Anwendung gefunden hat, beweist ein Verzeichnis der Dichter, die in der Barke zusammengestellt fiild. Es sind dies: Friedrich Rückert, August von Plate», Eonrad vgn Prstltwitz, Gaffron, Detlev von Liliencron, Richard Dehmel, O. I. Bierbaum, S ugo SaluS,- Wilhelm v. Scholz. Pmst Friedrich, Karl Renihold arrmann, Irene ForbeS-Moffe. Oskar Loerke, Ehrift, GriNiewald, Georg Trakl, Paul Mayer, Friedrich Otto, Paul Zech, Wilhelm Rertz, JnliuS Kühn. Alfred Krüger und Hanns Christoph Ade. — e r Lö l kerkri egE. Eine reich illustrierte Chronik seit dem 1. Juli 1914. Herausgegeben von Dr. C. H. Baer, Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart. Preis des Heiles 30 Pfg. — Jeder, dem ,Der Völkerkrieg'" näher bekannt geworden ist, weiß, daß die Hefte, die unter dein bescheidenen Namen „Eine Chronik der Ereignisse seit dein 1. Juli 1914" ihren Anfang genommen haben, zu nichts Geringerem geworden sind als zu einer Zeitgeschichte, die an Vollständigkeit, Gründlichkeit und Ziiverlässigkeit ihresgleichen sucht, und die heute auf tausenden von Schreibtischen »md Lesepulten ein unentbehrliches Hilfsmittel ist. Nicht nur eine Kriegs-, eine Zeitgeschichte: gerade die legten Hefte, 99 und 100, verdienen wieder diese Bezeichnung; sie beschäftigen sich ausführlich nnt den inneren Berhältnlssen Belgiens und Frankreichs während des dritten Kriegshalbjahrs. — Reicher Bilderschmuck erhöht den Retz auch dieser neuesten Hefte. * — Das praktische Flickb u ch, das von der Schnitt- manufaktur, DreSden-N., zum Preise von 7b Pfg. soeben herans- gegeben worden ist,) darf als ein sehr nützliches Buch, zur rechten Zeit erscheinend, bezeichnet werden. Noch nie war im deutschen Hause die Notwendigkeit, der Abnutzung den Kleidungsstücke durch verständiges Flicken »md Aiisbessern entgegenzntreten, größer, und noch nie war der Wunsch, getragene Garderobeslücke für den Wettergebrauch zu erhalten, dringender, als jetzt in der Zeit der Stoffknappheit und der allgemeinen pflichtgemäßen Sparsamkeit. . ® n neues schönes Buch für Handarbeiten ist mU dem in Fravenkrelsen weitbekannten Favorit-Hand- arbertsalbum für 1917 (Preis 80 Pfg.) im Verlage der Schnitt- Manufaktur, Dresden-N. 6, soeben erschienen. - Neue Frauenkleidung und Frauenkultu» Organ des VerbaiideS für Deutsche Frauenkleidung und Fraue»- kultur. Verlag der G. Braunschen Hofbuchdruckere: in Karlsruhe. Jäh»» uch 10 Hefte in Hoch-Quart mit zahlreichen Abbildungen und Zeichnungen auf Kunsldruckpapier, sowie Schnittmusterbogen. Preis fürs Jahr 6 Mk., fürs Halbjahr 3 Mk. Probehefte unberechnet und portofrei. “ 3 n der Nr. 3828 der Leipziger »Jllustr. Z t g. findet Deutschlands Meisterflieger, Hauptmann Oswald Boelcke, der nach Bezwingung des 49. Gegners am 28. Oktober in Nordfrankreich als Opfer eines Unfalls sein Leben aushauchte, eme eingehende Würdigung. Der Lebensgang des jungen Helden rvird von FreimdeShand in warmherziger Weise geschildert. Wir erfahren daraus so manchen intimen Zug ans dem durch SchicksalS- tlicke so kurzen Leben. Die erhebende Aelsetzungsseier aus dem Friedhof in Boelckes Heimatstadt Dessau hat der Sonderzeichner des Blattes Waller Hammer in einer wirkungsvollen Zeichnung festgehalten. Dem Andenken Boelckes huldigt ein Gedicht JuliuS HonkeS, zu dein der betmmte Leipziger Graphiker Professor Herouz eme packende Umrandung geschaffen hat. Photographische Aufnahmen von der Tranerseier in Cambrai, ein bisher noch unveröffentlichtes Porträt Boelckes, sowie vier Bilder von Lnstkämpfen, pon Fliegerleutnant Oberhoffer aus Grtind eigenen Erlebens gezeichnet, vervollständigen den Inhalt dieser Publikation. Auch sonst enthält das vorliegende Heft iioch viele interessante illustrative und textliche Beiträge. Aiis der Fülle des Gebotelien sei vor allem auf die farbigen Reproduktionen iiach Gemälden von W. Starcke und Wilhelm Bnddenberg hingewiesen. Beide Künstler stehen als Kriegsteilnehnier vor dein Feind. Siarcke führt anläßlich eine# Wassereinbrnches in einen deutschen Schützengraben vor Smorgon, während Buddenberg zwei packeiide Momembilder auS den schweren Kämpfen in der Champagne im Herbst 1915 gibt. Die Besatzung von .U68-, das mt der amerikanischen Küste tätig war und nach vierzigtägiger Abwesenheit glücklich znrückgekehrt ist, veranschaulicht ein am 30. Oktober in Wilhelmshaven aufgenomineneS Gruppenbild. Zahlreiche weitere Bilder führen an alle Fronten Deutschlands uiid feiner Verbündeten. Im textlichen Teil, der nicht minder interessant gehalten ist, interessieren in erster Linie die Artikel ,Die großpolitischen Pläne eines deiitschen Philosophen (zur zweihundertsten Wiederkehr des Todestages von Gottfried Wilhelm Leibniz)" von Professor Dr. Otto Gramzow und',Die Volksvertretung und die auswärtige Politik" von Wilhelm von Mafsow. Gietzener Hausfrauen-Bereirr. W o ch e n - Kü ch e n.z e t 1 1 1. . Sonntag: Grünkernsuppe, Rehbraten, Sal-kartoffeln unZ Apfelmus. Montag: Gemüsesuppe, kalten Graten, Kartoffelbrei. Dienstag: Brotsuppe, GrießmuK, Pflaumen. Mittwoch: Sagosuppe, Weißkraut, Salzkartoffelrr. Donnerstag: Selleriesuppe, KartoffelgemUe. Freitag: Tomatensuppe, Muschelragout *), Äärtoffelklöße. Samstag: Mpschelsuppe **), Pfannkuchen, Salat und Kar^ tofseln. . < *) Muschelragout: Tic gereinigten Muscheln werden ntit zwei «Eßlöffel Wiaffer gekocht, aus den Schalen genommen, der Bart entfernt; dann bereitet man von der Mlufchelbrühe mit einer Mehl- schwitze «inen samiigen Beiguß, fügt einige Tropfen Essig dazu. **) Muschelsuppe: Man reinigt die gekochter! VTufcheln! auö der Schale, entfernt den Blavt, füllt die Brlühe zu einer fertig gekochten dicken Suppe, Bohnen-, Gersten- oder Kartoffelsuppe, ung gibt die Muscheln ebenfalls hinein. Nahrhaft und sättigend. 5lat-Aufgade. Vorhand wird von Mittelhand bis Pique-Solo gereizt und pielt nun Null ouvert mit folgender Karte: + + + + + + + + + + + + * + V** ♦ # ♦ ♦ * V o V .<► <>] Dtucf und Berla, de- Brüdl'Icken Unioc-fitätS-Buch- und Sletndruckeret. R. Lang«, Gtcb-n.