Der Radium-Vulkan. Spontan von St. E. White und S. H. Adams. Autorisierte Uebersetzung. — Nachdruck verboten- (Schluß.) ^ ' „Percy, nun sollen Sie auch belohnt werden!" schrie er. „Sie haben treu bei mir ausgehalten. Reickstümer, Gold, alles, Mas Sie Mollen, soll Ihnen gehören. Sie sind noch jung und heißblütig-, mit derartigen Schätzer: ist Ihnen nichts unerreichbar. Sie können die altägyptischen Königs- igrüste erforschen und sich Sammlungen an legen, wie noch nie eili Mensch sie besessen. Was wollen Sie haben? Meßbücher? Skarabäeu? Prähistorische Geräte? Genießen Sie Ihr Leben, mein Junge? Was wollen Sie also haben?" „Am liebsten Ferien," antwortete ich. „Sofort," erwiderte er. „Wir müssen nur noch die Anf- bewahruuigsmethode vervollkommnen. Dann kehren Mir zurück, um die Welt iu Staunen und Berorrnderurrg zu versehen." Er zeigte nlir ein winziges, seltsant geformtes Röhrchen. „Wollen Sie mir das abkaufen, Percy? Ich lasse es Ihnen auch ganz billig!" sagte er. < „Wieviel soll es kosten?" lachte ich. „Fünf Millionen Dollars!" rief er vergnügt. „Doch nein! Einem Freurrde in Nöten soll man nicht das Letzte auspressen! Also eine lumpige Million Dollars!" „Ich habe die Kleinigkeit aber augenblicklich nicht bei mir!" „Ach was! Hier, ich schenke es Ihnen!" Und er gab mir die verschlossene Metallhülse. „Sie enthält eine ganze Kleinigkeit. Auch fehlt noch ein chemischer Prozeß zur Auslösung der Bewegnngskrast. .Alle andern Eigenschaften aber sind in diesen: Körnchen bereits vorhanden. Später werde ich Ihnen mehr darüber sagen. Nehmen Sie es hin! Es ist unbezahlbar!" Dcrrrom zog aus der Westentasche eine winzige Hülse hervor, die in der hohler: Hand Platz hatte, und betrachtete sie, in Gedanken versunken. „Ist's vielleicht Radium?" forschte Barnett mit regem ßrttereffe. „Weiß Gott, was es seir: ma>g," antwortete DarroM. „Jedenfalls noch nicht das völlig reine Präparat, wie mir der Doktor sagte, als er es mir gab. Wenn ich nur der: zehntel: Teil vor: all dem behalteu hätte, was er mir in jener Nacht alles erzählte! Es war wie ein loüster Traum, eine Phantasmagorie ungeheurer Kräfte. Der Doktor hatte einen Stoff dargestellt, der die Wirkungskraft des Radiums um soviel übertraf, als das Radium selbst diejenige der Pechblende, vor: der tausend Tonnen rrötig sind, un: ein winziges Gramm Radium zu erzeugen. Die unglaublichen Energiesnmmen dieses Produktes beabsichtigte er in verschiedene Energieforrnetr: mrrzuwandeln. Die eine sollte Licht erzeugen — ein Licht, das die ganze Welt erleuchtete —i durch eine andere sollte die von seinem Krastmotor gelieferte Arbeit so billig werden, daß die gesamte auf den: Erdenrund- nötige Arbeit in einer Sturrde an: Tage geschafft werden könnte. Auch an die Verwert mm seines Präparats als Heilkraft dachte er. Er wollte der Menschheit Genesung bringen, andererseits aber lag es in seiner Macht, zu töten, wie es in einem so unbegrenzten Maße noch nie ein Mensch vermocht hatte. Das alles klingt wie ein Märchen. Manchmal denko ich, es ist eins. In jener Nacht übergab er mir der: Schlüssel zu der großen Kiste und sein Notizbuch, das ich durchlesen sollte. Sie haben es ja gesehen — es war ein unentwirrbares Durcheinander'. Einen großen Teil der Nacht verbrachten wir bei unseren: geliebten kleinen Vulkan, den innerer Aufruhr iu Erregung versetzte. „So, so!" sagte der Doktor gleichgültig, als ein besonders übermütiger Felsblock bis zu uns herunterhüpfte. „Der kleine treibt Possen. Er weiß wohl, daß das Werk beendet ist." Am Morgen bestand er darauf, daß ich mich aufmachte und hinunterging, um den Befehl zur Abreise zu geben. In der Absicht, das Notizbuch an Bord zu schicken, steckte ich es ein, und wahrscheinlich rettete dieser Zufall mir das Leben, denn Salomons Kugel wurde beim Durchschlagen des dicken Papiers abgelenkt. Slade hat Ihnen ja von meiner Flucht erzählt. Ich habe den Doktor nicht wieder gesehen. Der gute Lllte-, — ich entsinne mich noch, Urte* viel grauer sein Bart geworden war — die Arbeit hatte ihr: zum alten Manne gemacht. Er stand an der Tür des Laboratoriums mit dem donnernden, speienden Berg als Hinter- grnrrd. So sah ich ihn zum letztenmal. „Wir wollen unserm Kleinod einer: Kam«: geben," sägte er beim Abschied. „Es soll uns zu Göttern machen. — nennen wir es Eelestinm!" Er lächelte glückselig, ::nd so verließ ich ihn, den gütigen, schlichten, alten Mann, in dein sich höchste Weisheit mit dem Herzen eines Kindes einte. Dürste ich Sie um Feuer bitte::? -Besten Dank!" * „Mir blieb nichts übrig, als nach seiner Leiche Ansuchen: denn ich war überzeugt, daß die Leute ihn getötet hatten, um sich die Kiste anzueignen. Meine Hoffnung, ihr: tot oder lebend wiederznsinden, war äußerst gering; doch erstarb sie vollends, als ich der: Lavastrom sich :rte Meer ergießen sah. Trotzdem mir an meinem Leben jetzt wahrhaftig nicht mehr viel geleger: war, zwang mich doch der Selbsterhaltungstrieb, es durch allerlei Notrnittel weiter zu, fristen. Air: letzter: Tage hätten mir die ausströmender: Gase auf den: Hochland ober: beinahe den Rest gegeben. Ihnen ist wahrscheinlich das Gekritzel ans dem letzten Blatt des Notizbuches ausgefallen? Nun ja, ich.glaubte damals, mein Stündleir: hätte geschlagen. Doch es war Ebbe, und ich konnte mich in die Höhle, retten, dann karr: das Erdbeben und sperrte mich ein-d Mr. Barnetts wirksame Sprerrgunger: — Slades Beharrlichkeit — der Mut, mit dem Sie Ihr Leber: aujs Lpiel 650 setzten — all das-Nun, wie mir zumute ist, das töuueu Sie mir hoffentlich nachfühleu. Denn einem Menschen für seine Levensrettung danken, wie sich's gehört, dazu ist niemand imstande. Die Theorie, die Slade und ich uns über das Geschick der Piraten zurechtgelegt haben, dürfte richtig sein. Ich will sie Ihnen auseinandersetzen: Also Sie sahen die Glut in der Nacht des zweiten Tages und trafen am nächsten das verlassene Schiff. Es muß Ihnen tüchtiges Kopfzerbrechen verursacht haben." „Das tat es," sagte Kapitän Parkinson trocken. '„Es ist kein leichtes Problem, selbst wenn man alle Daten zur Hand hat, die Ihnen natürlich fehlten. Nach Sla- dcs Darstellung glaubten Handy Salomon und seine würdigen Genossen an der dem Doktor gerankten Kiste unermeßliche Neichtümer zu besitzen, nämlich eine Art Maschinerie, um Gold, Diamanten und Gott weiß was sonst noch für Schätze herzustellen. Die Unbilden des Wetters hielten sie in Atem, bis sie ein gutes Stück von der Insel entfernt waren, dann stürzten sie sich auf die Kiste. Das Oeffnen bot große Schwierigkeiten; denn den Schlüssel besaß ich, wie Sie wissen." Damit holte er ein seltsames, feingearbeitetes Instrument ans der Tasche. „Ein kleines Juwel der Schlosserkunst mit einer aus Platin bestehenden Spitze. Wahrscheinlich reagierte der Inhalt der Kiste selbst durchs Schlüsselloch, sonst hätte der Doktor nicht gerade dieses durch hohe Temperatur und die meisten chemischen Agenzien schwer angreifbare Metall verwendet. Doch in der Mannschaft müssen Fähigkeiten geschlummert haben, die ich während der Zeit unserer Bekanntschaft in meiner Kurzsichtigkeit nicht erkannt hatte. Sowohl Pulz wie Perdosa verstanden sich ausgezeichnet auf alle Arten von Schlössern. Zuerst schlich wahrscheinlich Pulz sich hinunter und machte sich an der Kiste zu schaffen. Es gelang ihm zwar, sie zu öffnen, doch hatte er nicht viel davon, außer daß er Handy Salomon durch einen Krampfanfall auf Deck in Wut versetzte." ,^Ja, woher das kam, darauf kann ich mir bis zur Stunde nod> keinen Vers machen," fiel Slade eifrig ein. „Entsinnen Sie sich, daß ich Ihnen erzählte, wie der Professor eines schönen Tages eine Art Anfall bekam und in die kalte Quelle sprang? Das war die physiologische Wirkung des Celestiums. Bei andereil Gelegenheiten habe ich ihn aus dem Laboratorium herausstürzen uild kopfüber in das Flüßchen springen sehen. Er erklärte mir eiiimal, daß das Medium, mit dem er arbeitete, ein unbezwingliches Verlangen nach Wasser erweckte, das jedoch weder mit bent Geiuhl des Durstes noch dem des Verbrennens auch nur das geringste gemeinsam hätte. Es war vielmehr eine äußerst selt- saine, plötzlich auftretende, unwiderstehliche Manie. Deii Doktor wurmte es nicht wenig, daß er die Ursache, das treibende Agens nicht ergründen konnte. Auf Pulz übte der Stoff da- kNials die gleiche Wirkung aus, als er die Kiste öffnete. Vermutlich bcsaiid sich eine winzige Menge davon in dem inneren Deckel. Beim Oeffnen des Deckels trat der kleine Schntzgeist in Tätigkeit und brachte die Lichterscheinung hervor, die tzlade so in Verwunderung setzte und Pulz eine inbrünstige ^ eh u juch tu ach beit tiifjlen Mecreswogen einflößte, an bereit «ituuitö ihn nur Handy Salomvns Faust verhinderte. Bei seiner Flucht muß Pulz den Deckel zugeschlagen haben." . glimmt!" sagte Slade. „Ich horte ihn fallen. Aber ich !ah den Glanz an den Wolken, und zwischen dem Himmel Mid der KNte befand sich doch die ganze Dicke des aus festen Eichenplanken gefugten S chiffsd ecks." „V, w etwas Geringfügiges wie eichene Bohlen legte diesen Strahlen kein Hindernis in den Weg. Der Doktor SaA rschlnßmethooe. Das Schutzmittel muß IvStAk” » ub cÄ Idiben, was bei völlig reinem Celestium freilich am geschlossen ist. Als Perdosa. nun seine Geschick- lickckeit an dem Schloß erprobte, gab der innere, mit dem echten Stoff gefüllte Kasten kein Warnungssignal. Erst als ' S ^r l V I ^r t V tC cr* C CU1CV Lösung imchügniertej ^0,/Haucht abhoben, flannnte das ganze Feuerwerk cm- s 3 ■ b c cm dln ge nick ick, als die Flammen durch ba* ganze <^chifs liefen," warf ofabc ein. „Der Stoff hatte eine merkwürdige Affinität für Teer " erklärte Darrow. „Wie ich Ihnen schon erzählte, sah ich an dem Tage, als der Doktor nur einen solchen Schrecken ein- lagte, Einen feurigen Ring um seinen Leib Das lvar die Wirkung dev Celestiums auf den geteerteil Strick, der ihm als Gürtel diente. Er hinterließ nachher einen schwarz- blauen Streifen auf der Haut. Habe ich Jhndn schon von Schermerhorns Experimenten mit Pech erzählt? Aber das gehört nicht zur Sache. Wo war ich doch stehen geblieben?" „An der Stelle, als wir alle über Bord sprangen,^ sagte Slade. „Ach richtig! Sie kauerten sich also in das kleine Boot und versuchten, das Wasser zu erreichen." „Bitte, erlauben Sie einen Augenblick!" Miterbrach ihn Barnett. „Wie kam es, daß das leuchtende Schauspiel in wenigen Minuten erlosch? Schlosseil die Leute die Kiste wieder, ehe sie davonrannten?" „Das glaube ich nicht," antwortete Darrow „Slade sprach davon, daß Pulz durch den plötzlichen Anprall einer Flutwelle vom Großmars geschleudert tvnrde. Ob dies mm durch ein Seebeben verursacht war oder nicht, jedenfalls holte das Schiff infolgedessen so stark über, daß beide Deckel, die sehr 'genau gearbeitet waren, znschlugen." „Jawohl, denn Billy Wwards fand die Kiste verschlossen," sagte Barnett. „Natürlich, die Feder war eingeschnappt. Unter den Leuten, die Sie mit Mr. Edwards an Bord schickten, befanden sich natürlich keine solche abgefeimten Spitzbuben wie Pulz und Perdosa. Daher dauerte das Oeffnen länger, und als endlich mit vieler Mühe der Deckel gehoben war, wiederholte sich die Tragödie: Mr. Edwards und seine Leute sprangen ebenfalls ins Wasser. Ihr Bootsmann, den Slade auflas, war der einzige, der sich noch soviel Zeit nahm, einen Rettunigsgürtel zu ergreifen, ehe der Trieb ins Wasser ihn überwältigte. Wie dilrch einen Wirbelsturm wurden sie hinabgerissen. Die erste starke Schwankung des Schoners genügte, um den Deckel der Kiste wieder zuzuschlagen. Jetzt kamen ihre anderen Leute an die Reihe." „Fves mit) Mc Guire," sagte der Kapitän. „Doch wo ist das Schiff, die „Laughing Laß", hingekommen?" „Das weiß ich nicht," sagte Darrow'. „Aber ich kann es Mir vorstellen-" Darrow sah sich um. lieber der Kajütentüre hing ein zierliches kleines SchiffsmodeN. „Wenn ich ein.genügend weites und tiefes Gefäß hätte, )o würde ich das Schiffchen dort schwimmen lassen," mur- melte er. „Dann sehen mir den Höllenspuk in Tätigkeit!" „Füllen Sie die Badewanne aus Mr. Forsytes Kabine nnt Wasser und bringen Sie das Ding her," befahl der Kapitän seinem Burschen. „So wird es gehen," sagte Darrow ruhig und setzte das kleine Schiff in die Wanne. Dann zog er das seltsam gesonnte, winzige Röhrchen aus der nasche, legte es vorsichtig in das kleine Modell hinein mW öffnete den Verschluß. . Slade drehte das Licht ans. „ Eine schwache Glut leuchtete auf. Dann wurde der Schein starker uiid schillerte tn köstlichen, vielfachen Farben. Wie aiif einer Zündschuur lief das Licht durch das ganze „Es hat keine Gefahr; dafür ist es zu wenig," sagte Darrow nt ruhigem Ton. __ „Mein Gott!" rief Slade und hielt sich die Augen zu lieg aber auf einen unterdrückten Schrei der andern die Hand sofort wieder sinken. „Das habe ich erwartet!" sagte Darrows unbewegte Stimme. __ ° . ..... Das kleine Fahrzeug klaffte auseinander, zerfiel mtd loste sich aus. Mit dem Gegenstand, dessen Gestalt die Licht- erjcheinung angenommen hatte, zerfloß diese ebenfalls, und ihr letztes Aufglühen zeigte nur noch eine sich über das Wasser ansbreitende formlose Masse. . . "So endete auch die „Langhing Laß"!" sagte Darrow feierlich. „Und die Kjste ruht auf dem Meeresgründe!" fügte Barnett hinzu „Sie muß sich geschlossert haben, als das SchM.mn sie herum m Trümmer zerfiel. Sonst würden nur die Wirkung des Celestiums auch int Wasser gesehen haben." „Sie körrnte wieder heraufgeholt werden," rief Slade erregt. „Wären Sie imstande, die Stelle auf der Karte genau anzugeben, Darrow? Denken Sie doch, die Möalickr- ketten--" ^ J . „Steffen Sie sie ruhig liegen!" unterbrach ihn der Kn, f ie uoch nicht genug Metischenlebcu gekostet? Möge sie bleiben, wo sie ist." 551 Züge und Geschichten von Leibniz. Zu seinen: 200. Todestage, 14. November. Am 14. November 1716, abends unk 10 Uhr, verschied in Hannover, einsam und verlassen, Gottfried Wilhelm Leibniz, einer der umfassendsten Geister, den Deutschland je hervor gebracht hat. Das ganze Wissen seiner Zeit beherrschte er: er war Philosoph, er war ein scharfsinniger Rechtsgelehrter, der durch seine Abhandlung über die verwickelten Rechtsfälle, mit der er als Zwanzigjähriger in Altdorf den Doktorhut erwarb, die Welt in Erstaunen setzte: er war ein hervorragender Sprachforscher, als Schöpfer des Riesenschwertes" der Differentialrechnung kann er als Mathematiker an Bedeutung neben Gauß gestellt werden, er war Staatsmann, Geschichtsschreiber, Begründer der Berliner .Akademie der Wissenschaften: Fürstinnen, die Königin .Sophie Charlotte und andere, waren seine Schülerinnen und Freundinnen getvesenMnd hatten keinen höheren GenM gekannt, als tiefe philosopUsche Gespräche mit ihm zu führen, und doch hat ihm die Mitwelt ihren Tank versagt. Man weist nicht einmal — wie bei Mozart — wo eine sterblichen Reste beigesetzt sind, und erst die Nachrvelt hat eine überragende Bedeutung für die Philosophie ::nd die Wissen- chaften überhaupt ihrem vollen Werte nach erkannt und anerkannt. Auf keinem der vielen Gebiete des Wissens, die L-eibnizj bereichert hat, hat er ein großes, abschließendes, systematisches Werk geschrieben. So ist nach dem anschaulichen Bilde Kmw Fischers seine Philosophie nicht mit einem einzigen großen Kristall zu Vergleichen, sondern besteht in vielen, verschieden geschliffenen Spiegeln, deren jeder dasselbe (Bild bald in größerem, bald im kleinerem Maßstabe zurückstrahlt. Aehnlich.es gilt von seiner: Leisttmgen auf anderen Gebieter:: inan muß viele, überall' verstreute Splitter zusammensuchen. Um! eir: vollständiges Bild des großen Polyhistors aufbauen zu können. ^Leibniz selbst war sich dieser Zersplitterung wohl bewußt. „Es geht ins Fabelhafte (so schreibt er einmal) wie zerstrerit mach alten Seiten meine Arbeite:: sind! Ich durchwühle Archive, untersuche alte Handschrift«:, sammle ungedrnckte Manuskripte. Ich möchte daraus Licht für die Geschichte Braunschweigs schöpf«:. Dabei entpfange und schreibe ich eine Unzahl von Briefen. Ich habe soviel Neues in der Mathematik« so viele Gedanken in der Philosophie, so viele andere literarische Beobachtungen, die ich nicht gern umkonmien ließe, daß icf) bei dem Maße der Aufgaben oft nicht weiß, wo ich anfangen soll und mit Ovid ansrufen möchte: „inopem! me cöpia facit." Schon als Knabe war Leibniz ans das erstaunlich erfolgreiche System der „erfinderischen Selbstbelehrung" gekommen, wie er in seinem autobiographischen „Pacidius" schildert: „Wilhelm Pacidius, ein Deutscher von Geburt, aus Leipzig, der d«: Bater, den Führer seilles Lebens zu früh verloren hatte, wurde aus eigenem Antriebe zu hem Studium der Wissenschaften hingetrieben und erging sich in ihnen mit voller Freiheit. Man, ließ ihm den Zutritt zw der Bibliothek des Hauses, der achtjährige Knabe verbarg sich hier oft ganze Tilge lang, und obgleich er das Latein kann: stammeln konnte, so üahn: er die Bücher, !vie sie ihm gerade in die Hand fielen, holte sie hervor, und legte sie wieder beiseite, blätterte darin ohne Auswahl kostete, wo es ihm behaate, und übersprang, je nachdem die Klarhett der Sprache oder d:e Annehmlichkeit des Inhalts ihni anzog. Es war, als ob er das Schicksal zum Lehrer genommen Und eine Stimme zu hören geglaubt, die ihm zurief: „Nimm und lies." , . Was für Wissenschätze er erworben hatte, zeigt die Angabe semes Sekretärs Eckhart, nach den: er „mit Soldaten. Hof- und Staatsleuten Künstlern usw. redete, als wenn er von ihrer Prosen wn gewesen wäre." Manchmal freilich wurde er von Leuten, mit denen er ftch in Gespräche einließ, verkannt, denn sein Aeußeres vernet durchaus, nicht den großen Denker und Vielwisser: in: Gegenteil, Lelbmz hat Zeit seines Lebens mit seinem unansehn-, Uen, schwächlichen Körper und vom 50. Lebensjahr an viel mit Krankheiten zu kämpfen gehabt. Immer blieb er dabei Sieger. Nach Eckharts Beschreibung ging er immer mit dem Kopfe gebückt, als hatte er euren hohen Rücken, und „wenn er ging, standen seine •y'? I / I ] Tn L?i n k wst in solcher Gestalt, wie Scarron die seinigen beschreibt. Mit größter Tatkraft wußte er seiner Schwachheit gewaltige Arbeitsleistungen abzuringen: „Er ftubierte in einem mit und kam oft tagelang nicht vom Stuhle (berichtet Eckhart aus stmen letzten Jahren). Ich glaube, daß sich davon am rechten Berne eine ^uj-um ober offener Schaden bildete. Ties machte ^ be:m GAn Beschwerde, er suchte es also zuzuhellen, aber sobald es geschehen, bekam «er heftiges Podagra. Dieses suchteer durch stilles Liegen tzu besänftigen, und damit er im Bette stu- dicr«: konnte, zog er die Beine krumm an sich. Die Schmerzen aber zu verhindern und die Nerven unfühlbar zu machen, ließ er hölzerne Schraubstocke machen und dieselben überall, wo er Schmerzen fühlte, anschrauben. Ich glaube, er habe hierdurch seine Nerven verletzt, sodaß er die Füße zuletzt gar ivenig gebrau- Q>«: konnte, da er denn auch fast stets zu Bette lag." Leibniz selbst hat mit Humor «ne Szene ausgezeichnet, die er in Paris bei einem Buchhändler erlebte, der ihn nicht kannte, nach deni Aeußern emschatzte und verspottete. Der Zufall wollte, daß der Verfasser eures philosophischen Werkes, das Leibniz verlangt batte. ge Z abc ^ukam. „Dieser (erzählt Leibniz) kannte Mia, voriangst und machte nur «n großmächtig Kompliment) nannte mich einen Illnstre und sagte in einem Atem soviel Dinge von meinen Qualitäten, daß der Buchführer" mit den Beistehenden » l '! U ^ Nasen aufsperrten. Da hätte man gesehen, was sie 15 kur Komplimente schnitten; was ich sagte, war recht und app!aud:ert, und ich habe niemals noch so sichtbarlich gemerkt, wwo b« den Menschen die Präokkupation und das Ansehen vermögen. Gberursel im Taunur. ^ 2?i Wiesengrund, am Urselbach, liegt nahe am Walde das alle Städtchen Oberursel, mtt einer bed«ttenden geschichtlich)«: und kulturellen Bergang«ch«t. Lchon 781 bestand in Oberursel ein Monasterium ad Ursellam; später wird der Ort als der Sitz eines der dr« Zentschaften im Niddagau, der Grafschaft Ursel, zu der 14 Dörfer gehörten, bekannt. Die Nüring, Bolanden, Münzcuberg waren ferne Gaugrafen, die .Eigenherren des Ortes war«: die Herren von Eppstein und Könmstein. Ludwig der Deutsche schenkte :m neuten Jahrhundert das Kloster Ursella dem Bartholvmäus- Sttft (Dom) in Frankfurt a. M. Kaiser Friedrich IV. verlieh Oberursel 1444 Stadt- und Marktrechte. Die Zentgerichte wurden unter d«: großen Linden des Städtchens aus der großen 2ku ab- gehalten. Unter diesen Bäumen tagte auch alljährlich am Tage vor Fronlcuhnam das Märkergeding, der Holzgerichtstag für die zahlreichen Daunnsdörfer, die am großen Walde teil hatten. Jahrhunderte hindurch bestand dieser Holzgerichtstag der Märker, bis :m Jabre^1813 eine Teilung des großen Gemeindewaldes eintrat. Am 24. September 1813 überreichten die „Teilungscommissaire" für Hessen, Nassai: und das Großherzogtnm Frankfurt den alten, 1623 gestiftet«: Markbecher mit den 9 Medaillons dem Landgrafen von Hessen-Homburg. 2lus 'der Spitze des Feldbergs wurde der Becher nach vollzogener Grenzfestsetzung „auf das Wohl Sr. hoch- fürstlichen Durchlaucht und aller Beteiligten" geleert. Das Elche nner uralten deutsch«: Verfassung besiegelte dieser Trunk. . In der Geschichte der Reformation uich ihrer Kriege ist Oberursel geradezu klassischer Bod«:. Ms zwischen den Erzbischöfen Adolf von Nassau und Tiether von Isenburg 1462 heftige blutige Fehden ausgetrag«: wurden, übersiedelten Mainzer Buchdrucker nach Ober- irrfef; auch der Württe mberger Nikodemus Frischlin errichtete dort eine Druckerei. Tie Erzeugnisse dieser Druckstätte, die der Reformation dienten, wurden in der Gelehrtenwelt hoch eingeschätzt imd haben ihre Bed«ttimg bis aus den h«:tigen Tag bewahrt. Tie Trnckangabe „Ursellis" in den .Werken der Verfasser, die zun: Teil auch in Oberursel wirkten, hat heute noch gitten Klang, Nicolaus Henrieus (1562—1595), Cornelius Sittor (1599—1606), Wendelin Junghan (1618—1620) gehörten zu den angesehenen Druckern, die die großen Gedanken der Reformationslehre der Mit- und Nachwelt überlieferten. Tie Bücher fanden aus den berühmten Frankfurter Messen zum großen Verdrusse der Mainzer Kurfürsten regen Absatz. Schton 152'5 soar Erasmus Mberus, geboren in Sprendling«:, der als Schüler Luthers in Wittenberg die besondere Zuneigung des großen Reformators genoß und zu den rührigsten Streitern für die Reformation gehörte, als Rektor der Lateinschule in Oberursel tätig. Seiner Feder entstamm«i zahlreiche Schriften, in d«ren er für Luthers Lehre eintritt. Dietrich L-artorius fand eine Zuftrichtstätte in Oberursel. Er hatte in: Frankfurt unter Begünstigung HamMans von Holzhausen in der Katharinen-Kirche die neue Lehre gepredigt und war deshalb stark den Anfeindungen der alten Richtung ausgesetzt. Tie Sachsenhäuser traten zivar energisch für denWrediger ein, er n:ußte aber infolge der Feiiwseligkeiten, die in der Neujahrsnacht 1525 vor der Bartholomäuskirche zu groben Ausschreitung«: führten, fliehen. In Oberuriel imrkte er dann als Prediger in Luthers Sinn. Noch andere bedeutende Männer, darunter Eberhard Haberkarn, waren bis 1561 als Superintendenten der Grafschaft König- ftein für die lutherische Sache in Obernrsel tätig. Im Jahre 1581 kam Oberursel mit der Herrschaft Königstein am Knrmainz. Ms dre Kriegsheere nach der Niederlage Friedrichs von der Pfalz in Böhmen durch Kaiser Ferdinmll) II. am Maine haust«:, blieb auch Obernrsel nicht Verschnitt. Das Cronbergische Eschborn, das Main- zische Oberursel imd das.Hanausche Nied wurden 1622 von den Brannschweigern niedergebrannt. Tie Kaiserlichen belagerten Obernrsel 1630, die Schweden 1631, dann weder die Kaiserlichen 1635, die Schweden 1640. Ms die Schweden 1631 die Stadt beschossen brannte ein Teil der 1479 erbauten schonen gotischen Pfarrkirche nieder: ihre 1528 gegossene Glocke fiel herab und ivnrde vergrabei: damit sie den Siegern nicht in die Häiide siel. Frankfurt wollte diese 81 Zentner schwere Glocke „Maria", ihres schönei: Tones wegen, ankansen: Oberursel schlug aber das Angebot ar:s, obwohl es sehr günuig war. Am 23. Januar 1645 wurde das abermals von den Kaiserlm-en besetzte Oberursel von den mit den Hessen verbündeten Franzosen angegossen, der Angriff nmrbe aber wirksam abgc* schlagen. Nach dem Wzug der Kaiserlichen zerstörten die Franzos«:, nachdem ne es an verschiedenen Ecken angezündet, das vielgeprüfte Obernrsel gänzlich. Auch die Schrecken des siebenjährigen Krieges bekam der Ort zu verspüren.: General Soubise belegte es 1759 «n:ge s)«t init französischen Truppen. Ebenso sah Oberursel im spaterci: Revolntwnskrieg öfters Kriegsscharei: in seinen Mauern. ..Ueber die Ereignisse des Jahres 1792 berichtete die Frankfnrt.r Karserl. R «chs-Ober-Post-Antts-Zeitung vom 7. Dezember : 792 552 „Oberursel, vom 3 Tec. Der gestrig Tag war für hiesige Stadt eben so merkwüddig als fürchterlich. Schon am 29ten des vorigen Monates zeigte sich in der Gegend von Homburg ein preußisches Corps. Als dies die Frunzosen, die in lnesiger Stadt in Besatzung lagen, gelvahr wurden, so eilten sie, bis aus wenige Mannschaft, die zur Bewachung der Thore hier liessen, auf die oberhalb der Stadt gegen das Gebirge zu angelegte dreh Redouten, imd besezten dieselbe. Die preußische Patrouillen streiften nun bis an die Stadtthore. Die Vorposten schossen auf sie, aber ohne Wirkung. So blieben die Sachen bis gestern; während welcher Zeit die Franzosen, die indessen etwas Verstärkung erhalten hatten, in der unangenehmsten Witterung der Kälte und dem Mangel an Lebensmitteln ausgesezt, Tag und Nacht auf den Redouten aus- halten mußten. Tie Preussen, unter dem Cominrando des Prinzen von Hohenlohe, hatten indessen einen sehr beschwerlichen Weg über' das Gebirge gemaclch, und mm just FUr der Zeit, da bereits die entsetzliche Kanonade gestern früh bey Frankfurt angieng, ftengen auch) hier die Preussen von der entgegengesezten Höhe herab die französische Redouten zu beschießen an, worauf die französische Kavallerie in bester Ordrumg, die Infanterie in größter Eile und Unordnung sich gegen Oberhöchstadt zurückzog. Während dies am Gebirge porgieng, nmr ein anderes preußisches Corps von Steden her gegen die Schanzen angerückt, um dieselben bey etwaigein hartnäckigem Widerstande der Franzosen von dieser Seite anzugreifen. Dieses zog sich aber gleich wieder zurück, als es die Preussen sobald in den Redouten bemerkte. Ein anderes heßisches Corps, welches hinter Bommersheim' und gegen Eschbach postirt war, rückte zu gleicher Zeit naher an die Stadt, und ließ einige Kanonen auf die Stadt und die Thore spielen, um die noch darin befindlichen Franzosen daraus zu treiben, tvelches auch augenblicklich die gewünschte Wirkung that. Tie Franzosen eilten zum oberen Thor hinaus, ließe,: aber die übrigen Thore sorgfältig verschlossen, und steckten die Schlüssel zu sich. Fünf bis 6 Sechspft'mdnerkugeln kamen bey dieser Gelegenheit in die Stadt, jedoch ohne besonderen Schaden anzurichten. Eine traf just das Wirtshaus, worin der Comnrandaut der hiesigen Franzosen, General Houchard, logirt hatte, der aber eine Stunde vorher hinaus in die Redoute geritten loar. Bald daraus kamen heßische Dragoner an das unter Thor, ließen es einhauen und sprengten in vollem Carriere durch alle Strassen, um ettva verborgene Franzosen aufzusuchen. Sie fanden aber nichts als einen verwundeten Osficier von den Pariser Freywilligen, der an selbigem Morgen war herein gebracht, und von den Franzosen war zurückgelassen worden. Nun kam endlich General Prinz von Hohenlohe selbst mit einem Theil seines Corps in hiesige Stadt, das übrige nahm einen anderen Weg an der Stadt vorbey in die benachbarten Ortschaften. Sechs Eskadrons Dragoner und 2 Bataillons Infanterie mit dazu gehörigem Geschütz Marschirten hier durch gegen Bonamös zu. Ein Bataillon aber nebst reitender Artillerie und etwas Husaren, samt vielem Geschütz, und der Prinz von Hohenlohe selbst, bezogen die Quartiere in hiesiger Stadt." Im Jahre 1803 kam Oberursel an Nassau und dann an Preußen. vermischte». 'Wrangel-Anekdoten. Theodor Fontane sagt von den Wrangel-Anekdoten: „Ihr Grundton sei eminente Klugheit; das ist es, was diese Wrangeliana so interessant und selbst für die Historie geradezu wertvoll macht. Es ist ein ungeheures Stück altpreußisches, schneidiges Wesen darin, der ganze Mann ein soldatischer Eulenspiegel." Wrangel ließ sich einst beim Besuch des Kadettenhauses die fleißigsten Zöglinge vorstellen und befahl sie dann zur Tafel. Freudig folgten natürlich die Marssöhne der Einladung, aber die Freude erfuhr eine Herabstimmung, als sie bei der Tafel ihre Plätze angewiesen erhielten, und keiner auf setnein Platze ein Glas vorfand. Nicht so sehr die Tatsache, daß sie des Tranks entbehren sollten, als der offenbare Umstand, daß man sie noch nicht für fähig hielt, Wein vertragen zu können, machte sie verdrießlich, und mit sichtlichem Behagen beobachtete Wrangel, wie sich der Aerger auf beu Mienen der Zöglinge offenbarte, wie sie sich gegenseitig anstießen und auf den Mangel flüsternd aufmerksam machten. Plötzlich erhob sich Wrangel, um ei,ren Toast auszubringen, aber ehe er seine Rede begann, rief erden Dienern zu: „Aber was iS mich das. die Junkers haben ja keine Gläser!" Und auf seinen Wink brachten die Diener für jeden der Kadetten einen silbernen, innen vergoldeten Becher, worin der Name deS Elnpfängers eingraviert war. Freudig überrascht stimmten nun um so lebhafter die Kadetten in das Hoch auf den Kaiser ein. Wrangel aber sagte: „Nun haben es die Junkers besser als die anderen Gäste; sie können ihre Gläser mit nach Hause nehmen!' Zeichnete in diesem Falle Wränget den Fleiß ans, so zeigte er in einem anderen Nachsicht gegen den Mangel an Schulfleiß. Er traf eine ihm bekannte Dame mit deren Sohn, und da sich Wrangel nach dessen Fortkommen erkundigte, klagte die Mutter, daß der Sohn durchaus nicht gut fortkomme, sondern wieder einmal in Tertia sitzen geblieben sei. Wrangel klopfte dem Knaben leutselig auf die Schulter und sagte: „So weit Hab' ich's ooch gerade gebracht I Studiere man nicht zu ville, »nein Sohn! Bist jut je wachsen, mußt bei die Ulanen kommen, un dann strammen Dienst!' * B u t t in a n n - A n e k d o t e n. Einer der witzigsten Männer Allberlins war der Philologe Philipp Karl Buttmann (1764—1829), der der französischen Kolonie in Berlin angehörte und durch sein Wirken a>n Joachimsthalschen Gymnasium und als Lehrer de» späteren Königs Friedrich Wilhelm IV. bekannt ist. Während der Franzosenzeit in Berlin war Buttmann Mitbegründer jener „Gesetzlosen Gesellschaft', die eine Vereinigung guter Pattioten war. Als hier einmal der bekannte Mediziner Rudolphi, ein sehr temperamentvoller Mann, gegen ein anderes Mitglied heftig wurde, stand Buttmann als Präsident auf und rief mit einer die Streitenden übertönenden Stimme: „tznieZos esanum pecas!“ Im ersten Augenblick schwieg alles verblüfft, dann aber erkannte man den lateinischen Zuruf als eine humorvolle Uebersetzung deS NamenS »Ruh — doll — viehund alle brachen in Lachen aus, in daS auch Rudolphi herzlich einstimmte. Sein Freund und Kollege, der Bibliothekar Biester von der Universitätsbibliothek, gab ihm einmal das folgende Scherzrätsel auf: „Buttmann, das Erste sind Sie nicht, das Zweite ist Ihre Frau nicht, und daS Ganze sind Sie doch!' Buttmann erriet es sofort: „Buttmann", wobei zu bemerken, daß „butt" ein älterer Provinzialismus für „dumm' ist. „Sehr gut,' sagte er; „aber nun raten Sie, lieber Biester: „Das Erste sind Sie nicht, das Zweite ist Ihre Frau nicht und das Ganze sind Sie doch!' Und da Biester nicht erriet, erklärte Buttmann: „Sie sind kein Biest, Ihre Frau ist kein Er, aber Biest-er sind Sie doch!' * x * Gemüse als Brotaufstrich. Bei der derzeitige Knappheit an Brotaufstrichmitteln sei aut eine in manchen Gegenden wenig bekarrnte Verwendung von aekochtem kalten Gemüse hingewiesen. Gekochtes mit ettvaS Mehl oder Fett geschmortes er- katteteS Gemüse ist auf Brot gelegt ein vorzüglicher Ersatz für Butter oder Marmelade. Das Gemüse darf jedoch für diesen Zweck nicht zu kalt aufbewahrt werden, sondern muß Zimmerwärme besitzen, da es in kätterem Zustande sehr an Geschmack verliert. Dre sogenannten „Gemüsebrote" enthalten reichlich Nährsalze und besitzen einen erfrischenden Geschmack. Besonders eignen sich erkaltete und zerkleinerte gekochte Mohrrüben als Brotaufstrich, aber auch andere Gemüse wie Spinat Und die Kohlarten sind als Belag verwendbar. Ein Versuch ist datier jeder Hausfrau zu empfehlen. *EinneuesGemüse. Die Kriegszeit hat uns schon ineho- fach gezeigt, daß der Bestand der als Gemüse verwendungsfähigen, Pflanzen noch nicht erschöpft ist, sondern daß die vorhandene Menge von Gemüsepflanzen durchaus ,wch einer Bereicherung fähig ist. Jeder neue Versuch .in dieser Richtung muß willkommen geheißen; werden. Besondere Beachtung verdient ein Zuwachs unseres Ge- müserepertoirs, auf den der bekannte Bcwliner Botaniker, Prof. Haberlandt, in den „Naturwissenschaften" hinweist. Er meint die als Futterpflanze sehr bekannte Luzerne, die auch Monatsklee ge- nannt wird. Ihr höher Eiweißgehalt, der das Doppelte der gebräuchlichen Blatt- und Stengelgemüse erreicht, nimmt von vornherein für ihre Verwendung bei der menschlichen Ernährung ein. Die genauere chemische pnd anatomische Untersuchung scheint diese günstige Beurteilung zu bestättgen. Der Gehalt an Stickstoff- subftanzen beträgt hei jungen handhohen Pflanzen 6,25 Prozent, vor der Blüte 4,56 Prozent, ist also reichlicher als bei Weiß- und Rotkohl, Spargel, Blumenkohl, Spinat, Rosenkohl und anderen Gemüsen. Die Hauptmasse des Eiweißes ist in den Blättern enthalten. An Zucker rmd Stärkegehalt steht die Luzerne ebenfalls über Spargel und Spinat und kommt Roseir- und Rotkohl gleich, an Rohfett erreicht sie fast den Winterkohl. Der einzige Nachteil ist die nicht unbeträchtliche Rohfasermenge von 4,52 Prozent, die sich jedoch durch feinmaschiges Sieben des gekochten Pflanzenbreiesl ausschalten läßt. Bei der Ernte, die am besten abends erfolgt, begnügt man sich mit den Spitzen der Haupt- und Seiteuäste bis zu 5 Zerttimeter Länge und den Blättern. Durch Abbrühen wird ein Anftug bitteren Geschmackes vertrieben. Die übrige Zubereitung des angenehm und leicht bitter schmeckenden Gemüses kann in dev Art des Spinales erfolgen. _ Magischer Buadrat. In die Felder nebenstehenden Quadrats sind die Buchstaben AAAAAABBBSSSSSTT derart einzutragen, daß die wagerechten und senkrechten Reihen gleichlautend folgender bedeuten: 1. Musikalische Bezeichnung. 2. Weiblichen Vornamen. 3. Früheres Maß. 4. Königreich des Altertums. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Silbenrätsels in voriger Nummerr Adelheid - Oitronv — HeringSdort - Ulster — BTiuioe - * Befefligimg — Alteiibuig - Cicabe — Heliodor; Achenbach, Defregger. Schristleltung. Ir. N. Zenz. Zwillingsrunddruck und Verlag der Brübl'schen Universitäts-Buch" und Steindruckerei. R. Lange. Gießen.