Ler NsÄ!UM-Vu!ksn Roman von SL. (*. White und S. H. Adam s. Autorisierte Uebersctzung. — Nachdruck verboten. Erster Teil. Ei« Rätsel des Ozeans. 1. Kapitel. Der Feuerschein. Ruhig und regelmäßig wehte der Passat über den Stillen Ozean, der,' gleich den: Himmel über ihm, in den warmen, blauen und goldeilen Tönen des Spätnachmittags leuchtete Aus der weiten Wasserfläche wiegte sich schwerfällig ein Schiffsrumps, das verschollene Ueberbleibsel eines stolzen Schiffes. Schwarz und drohend lag das Wrack da. Vielleicht war es einmal der geheimnisvolle Schauplatz einer jener Meerestragödien gewesen, die einig der Aufklärung harren. Eille halbe Seenreile östlich schaukelte ein Kutter, dessen Besatzung erwartungsvoll die Köpfe nach dem Wrack drehte. Und ebenso weit jenseits des Kutters hoben sich die scharfen Umrisse des amerikanischen Kreuzers „Wolverine" vom Horizont ab. Sonst zeigte sich nichts, soweit das Auge dieses einsame Gebiet des Stillen Ozeans zil überblicken vermochte. Denn es lag dreihundert Metten nördlich von der großen, Dampferroute' Jokohama-Honolulu und über siebenhundert Meilen nordwestlich von den Hawaii-Inseln; die fünfhundert Meilen entfernte Gärtnerinsel war das nächste feste Land. Auf den: Achterdeck des Kreuzers lehnten die Offiziere an der Steuerbordreeling und blickten mit gespanntem Interesse nach dem Wraäk hinüber. „Das wird ein schweres Stück Arbeit!" sagte Jves, ein junger Leutnant. „Solche Wracks, die kaum aus dem Wasser herausragen, können oft mehr aushalten als manche Erdschanze." „Ich möchte mal sehen, was ein paar sechszöllige Granaten da allsrichten würden!" meinte Leutnant Billy Edwards, ulld in sein rundes Jnngengesicht trat ein nach^- denklicher Ausdruck. „Weiter nichts als einige hllndert Dollars von Onkel Sains guten! Geld verpulvern," warf Carter, der wachhabende Offizier, ein. „Zu dem Geschäft gehören ordentlich eingesetzte Sprengladungen, innen und außen." „Dann ist Barnett der richtige Mann für die Arbeit," sagte Jves. „Der spart nicht, wenn es drauf ankommt. Da, jetzt geht's los!" Anscheinend gallz gemächlich wurde das Wrack wie vom Rücken eines kolossalen Walfisches ans dem Wasser gehoben. Seine Linien verschwommen in einem schwarzen Nebel, ans den: ein Riese enrporschoß. Er wuchs und wachs, ließ gewaltige Arme wirbelnd durch die Luft kreisen und löste sich endlich in einen mächtigen Sturzwirbel Äuf, der die Wasser unter ihm zu wilder Wut aufpeitschte. Dann erst traf der dumpfe, zweifache Knall der Explosion das Ohr der Anschauer. Nach dem Dröhnen kam das Plätschern_ einer kleinen, hastig über die größeren Wogen dahinhüpfenden Welle, die an die Bordwand klopfte, als wolle sie melden, daß das Werk vollbracht sei... Ein silbriges Flimmern, ein Purpurfleck, ein dunkler Glanz auf der Wasserfläche bezeichneben noch die Stellen, wo die Opfer der Sprengung, die vielfarbigen Fische der Tropengelvässer, dem Wasserdruck erlegen waren. Bon dem Wrack sah nran nichts mehr als im strudelnden Wasser tanzende Trümmer. „Glatt erledigt, Barnett! Trotz der Zähigkeit des alben Kastens!" beglückwünschte Carter den Artillerieoffizier, der eben an Bord zurückkehrte. „Was tvar es eigentlich für ein Schiff?" fragte Jves „Die „Caroline üemp", ein Dreimasffchoner. Weiß jemand etwas von ihr?" „Was kann uns das Auskunftsbureau aller sieben Meere darüber mitteilen?" wcnrdte sich Jves an den Schiffsarzt, einen grauhaarigen, wortkargen Veteranen — die wahre wandelnde Schiffschronik. „Vor drei Jahren — Frühling 1901 — verloren gegangen. In den Eisfeldern an den äußersten Aleuten. Einige von der Mannschaft erfroren, andere sollen Land erreicht haben. Von einem Teil der Ueberlebenden traf später Kunde ein, von den Übrigen weiß man nichts, vermutlich bei den Eingeborenen geblieben." „In den Aleuten!" rief Billy Edwards. „Himmel! Welch' eine Strecke! Wie viele tausend Meilen mag das Wrack wohl getrieben sein?" „Das ist gar nichts Besonderes, mein Junge!" sagte Barnett. Das Gespräch kam auf neue und alte berühmte Schiffs- katastrophen. Da war die „Stadt Boston", die mit Mann und Maus unterging, wovon nur ein mit verwaschenen Schriftzügen bekritzeltes Stück Planke, das an der fernen Küste von Cornwall antrieb, traurige Kunde gab. Dann die „Great Queensland", die mit 569 Mann an Bord in See stach, und von der niemals wieder etwas gehört wurde. Da war die „Naronic", deren leere Rettungsboote, auf offener See treibend, ihr Schicksal verkündeten; die „Huronian", die zehn Jahre später am selben Datum und von demselben Hw fen aus die Fahrt ins Ungewisse antrat und spurlos verschwand. Man erzählte sich von Kapitänen aus Neufundland, die in der Trunkenheit durch die Wölbungen gigantü scher Eisberge segeln wollten und in der eisigen Umarmung zugrunde gingen. Voll Schiffen, die auf ihrer Fahrt durch den indischen Ozean in eine mit Elektrizität überladene Zone gerieten, und deren unglückliche, von furchtbaren Blitzen total geblendete Mannschaft man einige Tage später planlos in der Takelage hantierend antraf, während die Offiziere verzweiflungsvoll am Kompaß he rum tasteten und die nnsin nigskn Kommandos brüllten. Von Seeraub und Feuersbrünsten, von Pest- und Sklavenschiffen, und von Fahrzeugen, deren Besatzung aus Wassernlangel irrsinnig wurde. Von Seebeben und unerklärlichen Strömungen, die das Schiff gegen Wind und Dampfkraft vom rechten Kurse abtrieben. * ^tüchtigen Fahrzeugen, die von der Mannschaft in kopfloser Panik verlassen wurden, und wieder von solchen, die so schnell sanken, daß nicht eine Seele sich retten konnte, „mtcg von der „Langhing Laß" weiß man noch immer! nichts," warf Billy Edwards ein. „Wie kommen Sie darauf?" fragte Bcrrnett. ,,Es fiel mir gerade ein. Zuletzt ist sie doch irgendwo hrer :n dieser Gegend gesichtet worden. An Land munkelte man, wir hätten nicht bloß Auftrag, Wracks zu zerstören, sondern auch, nach ihr Ausschau zu halten," fügte er zögernd „Was hat's denn mit der „Laughing Laß" für eine Bewandtnis?" ftagte der Zahlmeister, ein NewEngländer, der erst kurze Zeit bei der Marine stand. n * ? t § a ^ en Sie noch nie etwas von der „Laughina hört?""^ verschwUnoenen Doktor Schermerhorn ge- „Vtcinen Sie den Doktor Schermerhorn, dessen Experi- mente, Marcoms System auf Telepathie zurückzuflihren, so großes Aufsehen erregten?" „Damit beschäftigt er sich nur nebenbei. Er' betätigte . srch ans allen Gebieten der Natnrwisseuschaften," sagte Bar nett. „Die Regierung interessierten hauptsächlich seine Bei trage zur Astrophotographie." „Und er ist mit der „Laughing Laß" verschollen?" „Wer kann das wissen?' meinte Edwards. „Vor zwei Fahren verließ er San Franzisko auf eurem Schoner mit seinem Assistenten, einer großen eisenbcschlageuen Kiste imb Gesindel zusainrnengewürfelten Mannschaft. Ein Journalist mit Rainen Slade, der zur Burlos verstzwand, hat sich ihn, wahrscheinlich mlgeschlosscn Zuletzt wurde der Schoner vierhnndertund- fünfäta tfert Ttori>oftltdj von Oahn in guter Verfassung Kurs gesichtet. Das ist alles, was man von Barmtt'^ b " Journalist etwa Ralph Slade?" fragte „Ja. War ein tüchtiger Reporter . " 4'® n,ut habe ich ihll gut gekannt. Ralph Slade machte Nldzug gegen die Phllippnws in unserer Messe auf der { -®, t £ otn . als Kriegskorrespondent mit. Sonderbar, daß uh früher nie auf den Gedanken kam, er und der Slade K der^ „Langhing Laß" könnten ein und dieselbe Person Laß-'Tte J'ves^ bie 9?dfe bcr "Laughing widerte^Barnett' ^ Wolffte " vergrabene Schätze suchen," er- „Das sieht Doktor Schermerhorn nicht ähnlich' Nwardl CUTC Eenschaftl/che Expedition wK^mein?e alter b0U San Franzisko ausläuft, ohne KwWSt?« w^alb, bilden sich, sofort ;l n IÄ f, Ä„Ä ftut!"^ 10 ? ° l lD ’ rb öon ^'ugeborcncn umgebracht worden BWSLL-L-S« "holl Zwei Stnch an Backbord voraus! „An Deck da!" „Jawohl!" antwortete Carter, der Offizier der Woche Skfrt E -lug aBod,e - „SBic eine merkwürdige, allgemeine Glut." „Allgemeine Glut ist gut!" mnrnielte Forsythe. „Der Kerl scheint zu phantasieren." „Können Sie es nicht besser beschreiben?" rief Carter. ... -'flanii nichts aiiders sagen, Herr Leutnant. Es ist auch Aufrichtiges Licht! Es lieht eher aus wie eine Laterne im Die Lichterscheinung wurde deutlicher. ähnelt dem Widerschein von Massen elektrischen Nichts, wie man ihü über großen Städten sieht." rief Barnett. ,^ n ’ r ^ , ä Jl r nächsten elektrisch beleuchteten Stadt ist es achthundert Seemeilen weit!" warf Jves ein „Vielleicht eine Luftspiegelung!" meinte Edwards. Blödsinn!"^ derartige Entfernung!" brununte Jves. PßH“ fhhrie Edwards plötzlich. ^ Lichtgarbe schoß zum Himmel empor, und ßlflnt Pr B 1 ro& ^ te l . l, >eIfQv6tgcr Feuerstrudel von mattem .Glanz, aber wunderbarer Schönheit Mit verstörtem Gesicht eilte Forsythe, dessen Ablösuna Borfall"zi?melden ^ ^ Kajüte, um dort den erstaunlichen rapportierte eigentümliche Stö- übe^gehm ^ Kompasses, rief er semm Kameraden im Vor- stand der Kapitän auf der Kommando rabe ^ttc den Kurs geändert und hielt gc-. jedoch^dasasPhanon-en zu; nach wenigen Minuten erlosch u° mancher Gran- Äpf ist es auch man muß M ihre Empfirchungen Riicksicht Mwm; aber dm alten Mann, der Wer dreißig Lah^ mr diw Anstalt gewirkt hat, Zn fach cnklasstn, Ar hilflA Misaek^!, »Affe BÄ SS * >-- * ^legc," sagte Rektor Kä'öaer und klopfte dem kleinen , l% nn r'12 t T* i>eri 0 ?üerk, gesträubten Augenbranenbe- ruhngend auf die örte F. röoe bestehen, auf die alles ankam. Bertillae Zwang nch zu seiner kiihlsten Vtiene Er hatte sich §f lt -p re 1 - 4 ?esmiderer Sorgfalt gekleidet, wie einer, der mn ieden. Pvers Eindruck machen will. Ein grauer Gehrock umschloß straff !,as «KÄrche, aber gedrungene Gestalt. Im Knopfloch trug er mitten *$!*. öer Ehrenlegion, deren Offizier er war. Seiner kn Schnurubartspitzen waren auf das sorgfältigste gestutzt swelerbaffes i m f 3 Gezwungen-Leichtes, Schau- Rtfi SJSÄ. 3 mmen ' öaä fwi} fl ” uicht ^ trat ^ fast tänzelnd leicht mrd lächelnd, in die Sekunda ^ 5 10 ichon Derfinelt. Besonders das Bändchen im K>nMos. dics^. Bändchen war eilt grober n” J. Fehler, eine Taktlosigkeit. Die Sekundaner iraren ltuXT'k Ut h Sie LEN erwartet, daßKl ^ wP ,. -Jwrat, der itznen nichts Vormacht, vor sie treten würde erschien Armand BeEae in der ÄaL Ane^sor- cierten Ueberlegenheit, mit einem kühlen, sieghaften Lächeln dessen herau^^a^d^' SK*' ? ie Sekundaner hatten das sofort öreftr Mann ihnen imponieren wollte, und sie sedten ^I^^öeschluß, aus einem gemeinsamen Gefühl föf&jTü üektlnstelten Gehaben eine eisige Haltung entgegen. & Öer5 ° 9 ' l ^ h Bertillae seine alten Scherze machte: ainam rechts^.^.^s Ltem gehauen. Zwanzig kalte Blicke rhm vorbei und durch ihn durch, als rufen Ä?*, ^ a nV Automatisch stand mau auf, wenn man ae- &oab Antwort, fiel wieder auf die Bank zurück. Die C kein Ende zu nehmen; bisweilen drohte der Fluß tMae^Ee^ls Äin der Kälte einzufrieren. Armand Ber- oaß es fast Vesser wäre, wenn diese stllle, emdschaft offen zum Llusonich käme. Nud als das Glocken- • luar ^ ‘l ut ^Aner Haltung vorbei, er ergriff ,ein Buch, Kürzte hinauv, und es war \vxc eine Flucht. , Lehrerzimmer trat Rektor Kröger auf Bertillae zu Und }-y Cf Spangen sei. BiertilÜre nickte eifrig und mst döKlassö “' Xl> Öeir ® tre ® or ' ^ 6ut, ich bin gans zufrieden flV r V ^5? )ur Tertia aber rang Armband Bertillae mit M " sieh nicht lieber doch zu einer anderen Taktik entschließen & Zn aB ( er « bas K^nzimmer ciutrat, hatte sein. ^ unschlüssigen, unsicheren Ausdruck, das Sieghastwar darin tTj1U 5üar ^r/chwunden, und eine Spur von Angst i«L.das aller nicht. Der Tertia ,m «aS & a^AfWltiS- Die Tc-rtm hatte schon ihre BeMüsse je Mi >^ch daran, daß her Zehter Armani» hieß uni» auch £ und daß er Französisch unterrichtete, wv doch |uic6 gegen Frankreich !var, und wo man doch überhaupt reine M zum.Lernen, hätte. Das alles war der Tertia im höchst ^"U!'yn.Mthisch, und sie lNtte beDojstn, ArnstuL J n 3 U machen. Kommt noch dazu, daß die Tertia nn^VrvT? 6111 ^ 1 * a Pn eirte ^usterklasse war, vielmehr ein Ausbund I^^^enheit, und auch in ruhigen Zeiwn das Sorgenkind des Rektors Kröger; so wird es sehr begreiffich daß zÄffckw^ArmaW 1914 den Lehrer des Fran- Bertillae, nicht wie anerzogen mit seinem ,.bon iwir, Jmifim , sondern rmt nnßvergniigtem Scharren empfing Iva'rcn damit cmgeleiket. Ein vernünf- r^ges, nngefimsteltes, vssenes Wort, Dionsieur Bertillae, und die WiM, ist zu E°n und die RaÜtz-llöPs- g-b«. Ruhe.' EI galt! nn mannhafte?. rnhigoS, ix-ntscheI Wort, E ^ ' Edelsmn dieser Knaben weckt; aber Bertillae fand es nicht. hum ' Cr J tQ ^ 1 ? cn Jehdehandschuh ans, den ihm die E?wen Jungen hrngeworfen hatten, stellte sich in Kampfpositur und .m, wütend in die Klasse hmem: „Bonlez vous me faire silenre, gar^oiw imböcites, gnc vons etes!" Ar.^-SÜ"Msagt. ganz einfach, vhne Zorn uvd auf gilt eutja>. „Bengal , altes hatte noch gut werden könmm. Aber die blick schweigend g?genü^er, die "feindlichen Pa^eien ;"die'^Angreifer ^ ^ u l aft ausgeartet, und es läßt sich nicht verschweigen, daß Rektor Krögers blinde Vertrauensseligkeit von der Schuld der Unterlassung nicht sreizusprechen war. lagen die Dinge, als Bertiltae eines Morgens — es war nach dem schulfreien Tag nach Antwerpens Fall, und auf der Aafel prangte in riesiger Schrift „Antwerpen i" — in die er-> wartuugssr>ol>e Tertia eintrat, gebeugt, die Augen übernächtig gerändert, die weißen Schnurrbartspitzen gar nicht kämpferisch gesträubt und gar nicht mehr in der gesunden, cholerischen Röte', die feinem faltigen Gesicht den Ausdruck unverwüstlicher Frische tzckb. Aber junge Augen sind grausam blind, fie_ sehen nicht fremden Schmerz, zumal wenn sie selbst vor Freude strahlen. Und so begrüßte die kindische Gesellschaft den alten Bertillae mit einem halblauten, aber kräftigen .Chorus „Antwerpen, Antwerpen, du, wmrderschöne Stadt". Aber Bertillae brauste »richt auf, hatte kein spitzes, ironisches Wort, sondern sagte nun ganz einfach: „Mvn fils eft tombe — Mein Sohn ist gefallen." Und faßte sich an den Kopf uitb sagte noch leise: „Wollt ihr mär heute etwas Ruhe haltend' Ta wurde es mit einem Male ganz still in der Klasse; aber ganz anders still als jene drückenden schrveigsamen Pausen nach einem Crescendo des Lärms, die nur einen neuen Schabernack einleiteten. Die Klasse hielt den Atem an, es ging gleichsam ein großes Augenniederschlagen durch die Bankreihen, Köpfe senkten« sich und ein gemeinsames Fühlen schwebte fast körperlich im Raume Dem Mann da oben am Pult, den sie geärgert hatten all die Tage, war ein Sohn gefallen. Er hatte euren Sohn draußen kämpfen gegen die Deutschen, und hier brachte der Vater deutschen Jungen das Französische bei: das loar nicht leicht, und sie hatten es ihm wahrhaftig nicht leicht gemacht all die Tage. Und nunj ist sein Sohn gefallen, aber Armmrd Bertillae steht oben aus den: Katheder mrd gleich wird er beginnen, die Lasontaineschu Fabel durchzusprechen: „Maitre corbeau, sur un arbre perchS . . ‘ Als ob nichts geschehen wäre. Aber beiläufig ahnten sie, wie es .tut, n-enn einem der Sohn gefallen ist. Sie hatten es mit- angesehen, mit verschüchtertem scheuen Blick, bei Bekannten und Verwandten oder bei sich daheim. Sie hatten die bleichen, zuckenden, zerfurchten Gesichter gesehen. Es waren die gleichen Züge wie die von Bertillae, jeden erimrerten sie an ein Gesicht, das ganz ähnlich vom Schmerz gezeichnet war. O, es n>ar so etwas Brüderlich-Gleiches in allen diesen Gesichtern. Irgendwo in einer Bankecke schluchzte eurer. Bertillae blickt« aus und da begegnete ihm, wie eine tvarme Lichtwelle, der volle, reine, innige Blick aus dreißig Knabenaugen.. Da saßen die Jungen, tränenbedeckt, gequält, schmerzhaft heiß von dem Gestihl durchglüht, dem alten Mann da oben Liebes zu tun; und erkannten dumpf. Um wieviel leichter es sei, Feindschaft zu zeigen als Liebe. Aber sie fühlten doch auch, daß Bertillae sie verstand. Und wundervolle Aviegespräche gingen von Herz zu Herz in dieser ftistbaren Minute. Tann schlugen sie ihre Chrestomathien auf und schritten an die Aufgabe, die Lafontarneschen Verse in Prosa zu übertragen. Gedenke, datz du ein Deutscher bist! Gedenke der .Baralong"-Mörder! Gedenke der .King Stephen"-Schnrken! Gedenke des Meuchelmords an unserem Weddigen! Gedenke der öffentlichen Auspeitschmrg deutscher — kaiserlicher — Beamter in der Südsee! Gedenke, daß deinem Kaiser von englischen Ministern englisches „Strafgericht" angedroht ist! Gedenke — Casements! Gedenke, daß du von englischen Ministern zum Auswurf der Menschheit verurteilt bist! Gedenke, daß keil, Opfer zu groß sein kann für deine Freiheit, Würde, Wehrkraft'. Gedenke, daß du ein Deutscher bist! _ Aus dem „Türmer*. vermischte». * Eine Kraftmaschine für alle Betriebsstoffe. Ein norwegischer Techniker, der Ingenieur Berggraf, der einige für die Konservenindustrie wichtige Erfindungen gemacht hat, will jetzt, wie das „Stavanger Aftenblad" berichtet, eine „Maschine für alle Betriebsstoffe* gebaut haben, der dar Blatt ein« große Zukunft verspricht. Die Kraftmaschine soll mit Dar, Benzin, Petroleum, aber auch mit Dampf betrieben werden können und wird als eine Bereinigung der Prinzipien der gewöhnlichen Dampfmaschine mit denen der Turbine beschrieben, worunter man sich freilich nichts Bestimmtes vorstellen kann. ES hat sich in Stavanger eine Gesellschaft mit einem Betriebsvermögen von 120 000 Kronen gebildet, die die Patente, die in allen Knlturstaaten nachgcsucht werden sollen, ausnutzen will. * Der Haarschneidekamm. Dem amerikanischen Haarschneider erwächst ein gefährlicher Nebenbuhler: der Haarschneide- kämm, der vor kurzem erfunden worden ist. .Schneide deine Haare zu Hause!" lautet der neue Wahlspruch. Man braucht sich dazu nur einen gewöhnlichen Gnmmikamm von mittlerer Größe zu kaufen, an dem ein Metallhalter befestigt ist, der in eine Schneide ausläuft, die ungefähr halb so groß wie das gewöhnliche Raster- meffer, aber etwas dünner ist. Je nachdem man die Haare kurz oder länger abschneiden will, zieht nran eine Schraube fest oder loser an, wodurch die Entfernung von der Schneide zunr Kamm geregelt wird. Dann kämmt man sich in gleichmäßigen Strichen das mehr oder weniger üppige Lockenhaar, und in wenigen Minuten ist das Haarschneidegeschäft erledigt. Die Schneide wird herausgenommen, der Kamnr unverzüglich gereinigt, und .der Herr ist bedient*. vüchertlsch. — SealSsield: Die Erzählung vom Obersten Morse. Nr. 36 der .W ctiliteratu r", München 2, Färbergraben 24. Preis der Nummer 10 Pfg. — Der erfolgreichen Heimkehr des ersten Unterwaffer-Fracht- fchiffes „Deutschland" aus Amerika in den Heimathafen Bremen, die in der vergangenen Woche das Tagesgespräch bildete, ist ein erheblicher Teil der soeben erschienenen Nr. 3319 der .Leipziger Illustrierten Zeitung* gewidmet. Im textlichen Teil fesselt eine lebenswahre Schilderung der Knabenjahre des Kapitäns König ans der Feder von Armin Stein. Weiter enthält daS vorliegende Heft der „Illustrierten Zeitung" noch zahlreiche Bilder und Texte zur TageSgeschichte. — Die Kriegserklärung Rumänien- a n O e st erreich-Ungarn ist erfolgt und eine geographische Orientierung über diesen Balkanstaat und seine Nachbargebiete in Erwartung der kommenden Ereigniffe daher ein Bedürfnis, dem eine sehr schöne, neue Kriegskarte: Rumänien, 1 :1 Mill., 70:100 Ztm. groß, Preis ft. 1,20 = Mk. 1,—. mit Postznsendung K 1,30 — Mk. 1,10 (Verlag von G. Freytag Sr Berndt, Wien VII. und Leipzig (Robert Friese. Seeburgstratze 96) bestens entspricht. In 7 Farben ausgesührt, mit zahlreichen Ortsnamen versehen, zeigt die saubere Kriegskarte das Gebiet zwischen Belgrad, Sofia, Odessa, Kolomea, Miskolc-, so zwar, daß außer Rumänien auch große Teile von Serbien lind Bulgarien (bis zu ihren Hauptstädten), dann das viel genailnte Beffarabien, endlich die Bukowina, ein Teil Galiziens und ein beträchtliches Stück Uilgarns dargestellt erscheinen. — Ter Verein vorn Roten Kreuz, Ausschllß für Deutsche Kriegsgefangene in Frankfurt a. M., hat eine kleine, sehr beachtenswerte Schrift herallsgegeben unter dem Titel-.Welche rechtlichen Ansprüche habeil dieAngehörigennnsererKriegs- t e i l n e h nl e r?" Hier finden diese die Bestimmungen zusammen- gestellt und erörtert, auf Grund deren sie Allsprüche irgend welcher Art geltend zll lnachen berechtigt sind, und die dabei einznschlagenden Wege angegeben. Da wird Auskunft erteilt über Familien- unterstütznng, Ueberweiflmg des Gehalts oder der Löhnung an die Angehörigen Kriegsgefangener lrnd Vermißter, Anspruch aus Fnhr- preiS-Ermäßiglmg, Reilten-Zuwendungeil an Hinterbliebene^ sowie Gnadenbezüge für diese, Erstattllng von Beerdigungskosten, Nachlaß- regeluilg, Ansprüche auf Grlmd von Kranken-, Invalide!'- mib Angestelltenversicherung, Wochenhilse. Beigegeben ist eine Anzahl Beispiele für allerlei derartige Anträge. Die zeitge,näße gemeinnützige Schrift ist für alle Kreise unseres Volkes rmelltbehrlich. Darum sollen alle Unternehmungen mit einer großen Zahl von Angestellten für diese oder deren Angehörige eine gröbere Menge von Abdrücken beziehen; städtische Behörden würden sich ein Verdienst erwerben durch möglichste Verbreitung der praktischen Schrift, deren Preis nur 10 Pfennig beträgt. - vexierrälsel. Ein alter Bauln im Walde steht, Urmächtig, voller Majestät. Ich weiß, daß ich kein Waldgott bin. Doch wohn' im Baum ich mitten drin. Die Frucht des Baullles findest du, Fügst dl» dein Wort ein l hinzu. Nur setz' es richtig, gib wohl achtt Sonst hat du jemand unrgebracht. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Rätsels in voriger Numnttöl Dragon, Dragoner. SchrMeilung: Ir. R. Zenz. — Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Universttäts-Buch und Steindruckerei. R. Lange. Gießen.