Schicksale. Noman von Heinrich Kornfeld. . (Nachdruck verboten.) Amerikanisches Lopyrixkt by Carl Duncker 1914.) (Fortsetzung.) r geschah ganz unvermittelt, daß 9Narguerite Varrel »nitteu im Vorleser, stockte, daß sie Paul Bourgets „Un divoroe^' in den Schoß sinken ließ, daß Wer die Blätter des Romans hinweg ihre Augen die junge Schloßherrin suchten, daß sie abgerissen l>erv-orstieß: „Frau Marquise — lassen Sie mich fort!" Die junge Witwe zog unwillkürlich die Schultern hoch. „Wie nie inen Sie das, Marguerite — ich soll Sie fort lassen?" ,Lch möchte St. Chamant verlassen!" „Wann denn?" „Wenn es möglich wäre, Frau Marquise — heut noch!" „Kind ist irgend etwas geschehen, was Sie forttreibt?" Die junge Elsässerin schloß das Buch warf es beiseite auf ein Ruhebett, sprang aus. „Es ist nichts geschehen, Frau Marquise — a-ber ich uruß doch fort! Ich — es ist nicht rnöglich, daß ich auch nur achtundvierzig Stunden noch bleibe!" Auch Jutta hatte sich erhoben. Langsam trat sie zu dem erregten jungen Mädchen hin, legte ihr beschwichtigend die Hand auf den Arm. Sie sah Marguerites siebriigr glänzende Augen, sie hörte den angstvollen Ton ihrer Worte, sie sah das Zucken der Mrven um Augen und Mundwinkel — sie sah das altes und verstand nicht und suchbe doch zu beruhigen, zu begütigen. „Marguerite — Sie müssen Vertrauen zu mir haben \ Sie müssen mir ehrlich und offen sagen, was Sie von hier forttreibt, was Ihnen geschehen ist!" „Ich kann das nicht, Frau Marquise." „Dann darf ich auch nicht meine Zustimmung dazu geben, daß Sie St. ElMnant verlassen. In dieser Verfassung verlassen, in der Sie sich gegenwärtig befinden. Ich könnte es einfach nicht vor mir selbst verantworten." „Wenn ich aber doch darum bitte, Frau Marquise . .." „Ich tu's trotzdem nicht, Marguerite, sofern Sie mir nicht den Grund nennen. Sie wissen^ daß draußen der Krieg tobt, daß Paris von der halben Einwohnerschaft verlassen ist, daß alle Geschäfte stocken, daß sich Ihnen unter den gegenwärtigen Verhältnissen kauni Existenzmöglichkeiten bieten würden. Wie dürfte ich da meine Zustimmung geben, daß Sie sich dem blinden Zufall überlassen, daß Sie in das sichere Nichts hineinlaufen — einzig um einer augenblicklichen Stimmung, um einer vorübergehenden Depression willen. Denn das ist es doch, worunter Sie leiden." Die kleine Marguerite Varrel hatte die Hände ineinander gekrumpft. Ihre Augen flehten und bettelten; ihre Stimme hletzte. „Es ist mehr, Frau Marquise! Es ist — ich darf doch nicht ruhig hier sein. . . und mir mitansehen — wie. . . heut — oder morgen — oder irgendwann in einer btt nächsten Nächte . . ." Da brach die Stimme ab; da lies ein kreidiger Schein über ihr Gesicht. Und Marguerite Varrel fväre hintenübergestürzt, hätte die junge Witwe sie nicht aufgesangen. Der alte Frederic hastete zum Kavalierhaus Hintiber, zwei Hausmädchen trugen die Ohnmächtige in ihr Zimmer hinüber, entkleideten sie, brachten sie zu Bett. Fünf Minuten später stürzte bereits der lange Oberstabsarzt Doktor Hartmann ins Schloß, jagte die Treppen hinauf, gab der Dienerschaft allerlei höchst energische aber überflüssige Befehle, fand vor der jungen Schloßherrin nur ein höchst konventionelles kurzes Hackenklappen und verschwand dann im Zimmer der Patientin. Fast mne Viertelstunde dauerte es, bis die junge Märquise zu dem Krankenbett zugelassen lvurde. Dann gab es zwischen ihr und dem lanaen Doktor eine sehr eingehende Konferenz, in der sie die vorhergegangene Szene minutiös genau schildern mußte, worauf der Oberstabsarzt in tiefes Nachdenken versank, bis er endlich Nckt Weisheitsvolt gerunzelter Stirn erklärte, vorläufig noch keine Diagnose stellen zu können. Das Einzige, was er vorläufig sagen könne: Eine schwere seelische Erschütterung, deren Ursachen erst später geklärt werden könnten. Eine tiefe Ohnmacht ein Nervenchoc. . . und was derart erfreuliche Perspektiven mehr waren. Möglich — Mademoiselle Marguerite war binnen acht Tagen wieder munter wie ein Fisch rm Wasser; möglich auch — es dauerte Wochen, bis sie wieder aufstehen durfte. DaS hing davori ab, wie schwer die offenbare Nervenkrise aus den körperlichen Organismus gewirkt hatte und ob etwa Fieberphantasien hinzntraten. Die junge Schloßherrin war von dieser Diagnose tief erschüttert. Erst jetzt fühlte sie, wie nah die letzten Wochen ihr die kleine Marguerite Varrel gebracht hatten. Und in ihrer Stimine lag ein förmlich beschuwrender Unterton, als sie gedämpft versetzte: „Unbequemlichkeiten und Kosten spielen keine Rolle, Herr Oberstabsarzt — nur sorgen Sie dafür, daß Marguerite Varrel recht schnell wieder gesund wird." Worauf der lange Oberstabsarzt nur die trockene Erwiderung fand: „Kosten gibt es dabei nicht, gnädigste Marquise. Und das, was Sie Unbequemlichkeit nennen, ist eine ärztliche Pflicht, die ich sogar — abgesehen von der Traurigkett des Falles — mit Freuden erfüllen lverde!" Herzlich dankender Händedruck von der einen Seite — Handkuß von der andern Seite_ damit war die erste Konferenz am Krankenbett erledigt. — 418 — Die junge Marquise zog sich wieder in ihre Gemacher zuruck: der Oberstabsarzt verschwand mit dem Versprechen, am selben Abend noch einmal nach der Patientin zu sehen. Vorläufig wenigstens ließe sich nichts tun; man müsse die weitere. Entwicklung ab warten. Im übrigen — ob Tag oder Nacht... eine einfache Benachrichtigung der Frau Marquise genüge — ex fei jederzeit zur ©idle. An der Tür wandte er sich noch einmal zurück. Seine- ehrlichen blauen deutschen Augen suchten ein blutleeres schmales Jungmädchengesicht, darum das gelöste lockige Haar wie ein kostbarer prunkender Rahmen lag. Seine kleine Marguerite Varrel — sein tapferer aufrechter Kamerad... und lag jetzt so jämmerlich zusammengebrochen in den Kissen! Hots der Deuwel — man hatte es iveiß G-ott nicht leicht im Leben? Aber hier wollte er mal zeigen, Was der Königlich preußische Oberstabsarzt Doktor Georg Hartmann gelernt hatte!! " * Drei Wochen waren ins Land gegangen, seit man die sterbliche Hülle der alten Marquise de St. Chamant zu Grabe getragen — seit drei Tagen sah die junge Schloße- Herrin abends wieder den Kreis ihrer deutschen Gäste um sich. Nicht aus einem inneren Bedürfnis heraus geschah es, nicht aus einem Hunger nach Geselligkeit und Menschen, daß Jutta wieder allabendlich die deutschen Offiziere im großen Bankettsaal des Schlosses um sich sammelte — vielmehr aus dem Empfinden heraus, daß es eine Pflicht der Gastlichkeit sei, diesen aufrechten Männern, denen der Tag und oft auch die Nacht eine Kette von Arbeit, Nachdenken und intensivster Nervenspannung bedeutete, diesen Männern wenigstens für eine Stunde des Monds die fehlende Häuslichkeit zu ersetzen. 06' es sie gleich Ueberwindung kostete, ob sie sich auch gewaltsam aus der stillen Zurückgezogenheit ihrer Trauer herausriß — sie Übersah keine der tausend kleinen Pflichten der Gastfreundschaft. Und mochte auch die laute Fröh- lichkeit fehlen, mochte der Tod einer alten Frau auch immer noch wie ein Druck über allen Menschen und Räumer: lasten — das Herz ging der jungen Marquise auf, wenn sie im Bankettsaal diesen durch die Konvention nur mühsam gedämpften Frohsinn um sich beobachtete, wenn sie sah, wieviel sie all diesen deutschen Offizieren mit dev einer! armseligen Stunde eines gemeinsamen Abendessens im Schloß bvt. Nur heut empfand sie keine rechte Freude darüber. In ihr zitterte noch immer der Schreck über die Ohnmacht der kleinen Marguerite Varrel, die oben bewußtlos in den Kissen lag, deren Wiederherstellung sich vielleicht monate^- lang hinausziehen konnte. Das Ereignis war natürlich im Schloß wie im Kavalierhause eingehend erörtert worden. Jeder kannte ja die zierliche Elsässerin; jeder lvnßte, wie tapfer sie dem Doktor Hortmann am Krankenbette der alten Marquise beige- standeu uud Kameradschaft geleistet. Was Wunder, daß ihre jähe schwere Erkrankung aber- mals einen dunklen Schatten über die Abendgesellschaft warf. Und so war es denn nicht einmal auffällig, daß der; Rittmeister Drüuuow — nach ansgehobener Tafel und als die Herren mit einer Zigarette nzid einer Tasse Mokka noch in den Vorzimmern herumstanden, ehe sie sich von der Gastgeberin verabschiedeten — den Rest seiner Zigarette in einem Aschbecher ausdrückte, die Mokkatasse beiseite stellte und zu der Schloßherrin trat. „Gnädigste Marquise — darf ich mich erkundigen, ob in dem Zustande Fräulein Varrels bereits eine Milderung eingetreten ist?" Sie hatte sein Näherkommen nicht bemerkt; sie zuckte bei dem unvermuteten Klang seiner Stimme unwillkürlich zusammen und vermochte nicht zu verhindern, daß ihr ein leises Rot über die Wangen flog. „Herzlichen Dank für Ihre liebenswürdige Anteilnahine, Herr Rittmeister. Der Herr Oberstabsarzt ist eben bei unserer jungen Patientin und ich warte sehnsüchtig aus seine Rückkehr." „Ich wünsche Ihnen und uns, gnädigste Marquise, däß er recht günstige Nachrichten bringt." „Gott^gebe es, Herr Mttmeister." Der bayerische schwere Reiter LonMe die Augen nicht von ihr loskriegen. Dieser leise Schatten von Trauer, der sich wieder lauf ihr Gesicht gesenkt, gab den vornehmen Zügen einen eigenen fremden Reiz. Und dann glitt ihm ein Bemerken über die Lippen — ein gefährliches Wort, das er zurückdrängen wollte unÄ doch halblaut murmelte; „Gnädigste Marquise — die Atmosphäre Frankreichs ist unbarmherzig gegen Sie." Sie warf den Kopf in den Nacken. Die Nüstern ihrer edel gemeißelten Nase zitterten etwas, als sie entgeguete: „Wie soll ich das verstehen, Herr Rittmeister?" Und er daraus: „Die Menschen, denen hier in Frankreich Ihr Herz gehört, Frau Marquise — diese Menschen stehen unter keinem glücklichen Stern." Sie sah ihn starr an; dann lächelte sie abermals. Und wieder war es oas maskenhafte leere Lächeln, das ihür wehtat. ^ „Vielleicht habe ich das selbst verschuldet, Herr Rittmeister. Solange Frankreich mein Herz gehörte, beschützte dieses Land auch all die Menschen, die oiesem meinomj Herzen nahe standen. Jetzt rächt es sich wohl dafür, daß ich fahnenflüchtig geworden bin." Seine Augen hafteten noch immer an ihren Zügen. Er fragte zwischen den Zähnen: „Gnädigste Marquise wollen Frankreich verlassen?" „Ich Hab Heimweh bekommen nach Deutschlano, Herr Mttmeister." „Und die Uebersiedlung soll bald erfolgen?" Sie schüttelte leise verneinend den Kops. Sie sah an ihm vorbei. „Ich weiß es noch nicht. Das hängt ja aüch davon ab, wann der Herr Oberstabsarzt uns die Genesung der kleinen Marguerite in sichere Aussicht stellen kann. Vielleicht also bin ich gezwungen, noch lange Monate in St. Chamant zu bleiben." „Gnädigste Marquise geben viel auf, wenn Sie St. Chamant verlassen." „Vielleicht weniger, als Sie vermuten, Herr Rittmeister. Denn nicht wahr — Erinnerungen kann man auch über eine Landesgrenze mitnehmen." Da war es dem bayerischen schweren Reiter, als wüchse zwischen dieser schönen jungen Frau und ihm selbst ein Schatten auf — ein Spuk — ein schemenhaftes Gespenst. . . der weiland Marquis Rens de St. Chamant, der seit Jahren im Erbbegräbnis schlummerte. Und der Klang seiner Stimme war kalt, als er versetzte: „Ganz recht, gnädigste Marquise, Erinnerungen kann man auch über die Landesgrenze mitnehMen." „Erinnerungen — sie werden auch das einzige Gute sein, das ich mir mitnehme. Denn was ich sonst noch in diesem Lande empfing, das mag Frankreich behalten." Rätselhafte Worte, deren Sinn er nicht zu deuten wußte. Und vielleicht — vielleicht hätte schon die nächste Minute ihm eine Lösung gegeben, wäre nicht der lange Oberstabsarzt in der Türe aufgetaucht. Eine Sekunde blieb er suchend stehen, dann hatte er die junge Schloßherrin entdeckt, schlängelte sich durch das Gewühl der Uniformen zu ihr hindurch. Sein Rapport war kurz: In dem Zustande der jungen Paticutiu hatte sich vorläufig noch nichts geändert. Wie gesagt — man mußte ab- warteu und hoffen. Vorläufig lautete die einzige Parole: — die Hände im Schoß zusammen legen, aber die Augen ofsenhalten und jede Sekunde bereit sein, zuzuspringem Da strich sich die junge Witwe mit tastender Hand'bs- wegung über die Stirn. i „Es können also noch Wochen vergehen, Herr Oberstabsarzt, ehe Mademoiselle Marguerite transportfähig ist?" „Selbst auf diese Frage muß ich mich! vorläufig einer Antwort enthalten, gnädigste Marquise. Mer hoffen wir immerhin, daß die näck)sten Tage Ihrem Pessimismus keine Nahrung geben." „Hoffen wir es." Und der müde schleppende Tonsall dieser letzten Worte klang noch immer in dem Rittmeister Brünnow nach, als er zehn Minuten später mit dem Oberstabsarzt über die breite Kiespromenade dem Kavalierhaus entgegenschritt. (Fortsetzung folgt.) * 419 Der gestohlene Mord. Skizze von Max Arels, Berlin (Mchdruck verboten.) Julius Teigel war Stenograph bei der „Morgenzeitnng". Er hatte 100 Matt Gehalt und war dafür der .Wärmeleiter, der die glühenden Energien des öffentlichen Lebens ungekühlt in die Öffentlichkeit weiterleitete. Was der Tag anschwemMte, Taten und streitbare Meinung!^, unsauberes Spülicht imd glänzende Gewichtlosigkeiten, frohe Tinge und erschreckende Traurigkeiten, das wurde allabendlich von neun bis morgens um ein llhr Julius Teigel, dem Stenographen, durch den Fernsprecher diktiert. Tie Polizei liebte ihn und erzählte ihm von Einbrüchen und Morden; die Feuerwehr malte ihm schreckliche Brände aus, Spitäler Und Sanatorien gaben ihm Berichte über das Befinden erkrankter Künstler und hochstehender Persönlichkeiten; Zuträger und Menschen mit Verbindungen erzählten ihm, so wie man Kindern vor denk Einschlafen Märchen beibringt, alles Bunte und Unwahrscheinliche, das der abend vorlog. Die ganze Stadt salutierte vor ihn: und! erstattete gleichsam mit gesenktem Säbel Meldung. Wem: er ans der Telephonzelle kam, hing«: viele Alugen an seinen Lippen; denn jetzt salutierte eine Redaktion vor ihm. Große Angelegenheiten warf er wie brennende Scheite vor die erwartungsvollen Redakteure und schürte dann den Brand mit den weißen Blättern, auf denen! Einzelheiten, Zahlen und Zeiten nrit seiner raschen und nachdrücklichen Schrift vermerkt waren. Blatt um Blatt gab er /eine Schätze ab, übertrug das Stenogramm mit jage:ü>em Stift auf das Papier und je mehr er von seiner Beute veräußert hatte, desto kühler wurden die Blicke, die ihm eben noch freundlich imio auf- mnnternd gefolgt waren. Oft hob er sich als letzte die Nachrichten von der Börse auf. So konnte er das prachtvolle Gefühl: zu! gelten, Ueberraschuugen zu verschenken, Enttäuschungen hinzuschlendern, bis zum äußersten genießen. Es gab Momente, da er zögerte, den Sturz von Kursen aufzuschreiben, da er nur,verworrene Striche auf das Papier malte, so, als ob er den Zusammenbruch von Vermögen noch eine Minute aufhalt«: könnte. Wenn er aber dann seine ganze Wissenschaft abgegeben halte, war er bettelarm. Niemand kümmerte sich mehr um ihn, denn alle gingen daran, der nackten Wahrheit bunte Gewänder anzuziehen. Julius Teigel tvar kein Poet. Man erzählte ihn: zU viele Geschichten vor dem Schlafengehen,, als daß er Lust verspürt hätte- auch nur eine dieser kantigen Geschichten mit dem Sand der Phantasie rund zu schleifen. Er war kein Poet, aber eines dichtete er immer wieder, weil -es das Unmöglichste, weil es sein Eigenstes war; dieses dichtete er: einmak, ein einziges Mal nur aff die Ereignisse, die ihm des Nachts zu gerufen wurden, nicht preiszugeben, sie wie Geheimnisse für sich zu behalten, ihre Keuschheit zu bewahren, sie nicht zur Schau zu stellen. Er hatte das inbrünstige Verlangen, über verzweifelte Liebhaber den Mantel seines Schweigens zu breiten, die Schönheit eines Feuers für sich zu behaltest .o ja, . . . abelr all dies blieb sein, ungeschriebenes Gedicht. Er trug die große Gebärde des Verschweig ens, aber seine Tat war das atemlose Reden. Die Redaktion der Morgenzeitung war angefüllt von Stille. Allzu stürmisch sind die Begebenheiten, die in einer kleinen Residenz an eine kleine Redaktion lieranroNen, eben nicht. Der Chef überlas seinen Leitartikel, der Nachtredakteur war im Setzersaal. Mitternacht hatte geschlagen, das Blatt war fast geschlossen, denn es sollte als erstes der drei Zeitung«: der kleine:: Stadt erscheinen. Schreibtische standen wesenlos und unwichtig im griinen Schein verkleideter Glühlichter. Sie sahen unnütz und abgebraucht aus wie die Worte, die an ihnen geschrieben waren. Ein Duft von Zigaretten und Maschinenöl schwamm kalt mtb fettig in der erschöpften Luft. Julius Teigel malte mit unernuidlicher Beharrlichkeit immer wieder die Grimasse eines Politikers auf ein Blatt Papier. Es war nun nichts mehr zu erwarten. Die Korrespondenten hattet sich für heute ausgegeben. Er schaute in die stille Unordnung des Zimmers hinein, in diese Teller mit den Speiseresten, in klebrige Gläser, verstreute Papiere, anfgeklappte Bücher, lstnein in verbitterte Spannungen, die nun in Setzerkästen und Druckmaschinen rumorten, um in wenigen Stund«: zu verschlafenen Menschen zu kommen, die sie aufrütteln und brauchbar machen sollen für das wache Getriebe des Tages. Herr Julius Teigel fährt mit dein' .Bleistift durch das verwirrte Haar und denkt .... eigentlich an nichts. Vielleicht e:n wenig cm die letzte Premiere und an die wunderschöne Veronika Karr. . . oder an den Einbruch in der Hülbenstraße Nummer 81 ... . und wieder an Veronika Karr, die nicht nür die größte Künstlerin, die auch der liebenswerteste Mensch ... ja, ja, Stenograph mit hundert Mark. . . Ueber- schwemmung des Ebro. . . Reblaus in Mederösterreich ... und der Wanderzirkrls Hidalespo kommt.und Sturmflut in .China.... ,,Herr Teigel . . . Herr Teigel . . . schläft der Mensch?" ruft der Nachtrcbakteur, er ist dick und groß und wälzt sich »nie eist Meer an den Stenographen heran. „Sturmflut in China," denkt Julius Teigel Und fährt tfu3 den: Traum. ,,Teigel, hören Sie denn nicht? Telephon!" Der Stenograph flattert aufgascheucht zur Zelle, nimmt den Hörer ab; „Morgenzeitung?" „Halloh . . . Sind Sie's, Teigel? Hier Korrespondenz Kluhn. Eine schreckliche Nachricht! Veronika Karr ist ermordet. Der Heckmann, abends hat er noch den Lohengrin gesungen, hat sie erschossen. Eifersucht. Fix, Teigel, daß Jhr's noch ins Blatt bekommt, ich rufe in fünf Minuten nochmal an und gebe Euch Einzelheiten. Warten Sie am Apparat!" Julius Teigel legt den Hörer auf. Das Klingeln des Telephons steht noch in der Zelle, bohrt Gänge in sein Hirn, und über diesen: zackigen Don, diese hastige, von geschäftiger Erregung gerötete stimme, die von Veronika Karr erzählt und von Ihren: Ende. Mit auseinander fallenden Lippen sitzt er einen Augen- blick lang, dann gräbt ein starrer Einfall eine Furche in sein Gesicht: Nein!" Die Macht ist in seinen Händen! Er kann den Tod unterschlagen. Er, der kleine Stenograph, kann den Tod unterschlagen. Gönnerhaft und hinterhältig blinzelt er durch das Fensterchen der Telephonzelle: loie einer, der sich der: Spaß macht, vor Kinder hinzutreten mit leeren Händen und dabei die Taschen voll Zuckerwerk hat. Aber er wird die Taschen zuknöpfen. Er defraudiert einen Mord! Dile ganze Redaktion ist jetzt so winzig Kein vor ihm, er abe^ wächst ins Riesenhafte, das macht: er steht auf dein unterschlagen«: Sterben der schönen, seinen Veronika Kärr. Kommt der Nachtredakteur, eilig: „Wer ries denn, Teig.es, so spät noch?" Sehr ruhig, sehr gefaßt antwortet der: „Ah, ein Freund fragte, ob ich noch ins Cafe komme." „Sorgen!" brummt der Vorgesetzte, und geht in die Setzerei. Und Julius Teigel steht mit zitternd«: Knien vor der Zelle. Ergriffen von sich selbst;, diesem plötzlich«: Geist der Auflehnung; nicht gewachsen, erschüttert von einer Pflichtverletzung. Er möchte ein Recht haben zu schweigen ... ein Recht! Wenn er jetzt die Nachricht weitergibt . . . ihn: fällt ein, wie holdselig Veronika Karr gefächelt hat, als er sie iwch gestern :m Magen fahren sah und sie grüßte. Ein Lächelr: war wie eine Blume in seinen Hut gefallen. Ja, er liebte, ganz, ganz heimlich liebte er die groß«. Veronia Karr. Er überdenkt, welcher Mftuhr nun entstehen wird, wenn er das Schreckliche preisgibt. Wenn er es auf ein Blatt Papier hinwirft, wenn es von ein paar Menschen mit flink«: Fingern geordnet, in Buchstaben gegoss«:, in Press«: zur Wahrheit gemacht wird, mm: es in weift g«: Stund«: hastig hinausläuft, von Weiber:: mit heiseren Stimmen in alle 'Straßen getragen, angepriesen, a:G- geschrien würde „Der Liebling unseres Stadttheaters, Veronika Karr, ermordet! Die Tat eines Eifersüchtigen!" Die tote Veronika wird durch den fröstelnden Morgen gezerrt, geschleift, verkauft. Eine verschlafene Stadt, die vor den: klft)pel::d«r Nus anfmUckt, den Kaffee zur Seite schiebt, diese Menge wird sich über die Arme, Holde beugen, wird mit roten Augen ihre Wunde begaffen. Nein! Auch wenn er schweigt, wird es die Stadt nässen. Denn die ander«: Blätter, die werden rede::. Oh ja. Mögen sie. Julius Teigel mit den abgeschabten Röllchen und den: vom Staub eingefaßten Henrdkrag«: spürt plötzlich eine große Reiulichkert, etwas Klares, Gnies. Er hat kein Teil an dein, was geschieht. In einer Viertelstunde sind diese Räume hier finster, alle Türen versperrt, kein Mord kani: sie heute mehr aufsprengen, Da lähmt ihn ein Einsall, bricht wie ein Knall in die Stille seines Spürcns nach denk Recht: er hat noch nicht altes getan! In wenigen Sekunden wird der ersten Meldung eine zweite, eine dritte, eine Kette von Fernrufen des fleißigen Herrn Kluhn folgen: Wie ein Blitz, alle Tiefen und Möglichkeiten durcheilend, alle Notwendigkeiten erhellend, zuckt seine Ueberlegung. Sjutn zieht Julius Teigel sein Taschenmesser, dasselbe, mit den: er vor zu'« Stunden sein kleines Abe:ü)brot zerteilte, mtb drückt sich scheu in die Zelle, zu den: einzig«: Telephon der kleinen Redaktion. Ein rascher Schnitt in die Leitungsdrähte, und noch einer . . . und schon winselt sterbend die Glocke, aber er sägt in die Drähte hinein, erstickt das verräterische Läuten. Die Drähte schälen sich wie Wunden aus der Isolierung... die Glocke ist still... die wird schweigen. .. Nun weiß er, daß er diese Raunte nie mehr betreten wird, uvdfe, daß man ihn morgen vielleicht wegen boshafter Sachbeschädigung verhaften wird, weiß auch, daß er aus dieser Zelle ins Elend geht. Aber er trägt es ohne Beschroer, wie ein Berauschter sein Leid trägt. Ter Nachtrcbakteur: „Feines Blatt heute. Gute Nacht Teigel." Da spürt der Stenograph plötzlich, ohne Uebergang, etwas sehr Seltsames, spürt dies: daß vielleicht affe Nackt re da ff eure, daß alle Redakteure der ganzen Welt irgendwo im tiefster: ßiinm'U weinen, nicht weil Veronika Karr gestorben ist, aber weil sie es hinansschrcien müssen und er hascht nach der Hand des Nacht- rcdakteurs und streichelt sie leise. „Verdreht, Teigel, ganz verdreht?" Dann werden die Lichter ansgeniackst. Und Julius Teigel schlürft mit aufgeklapptem Rockkragen, den gestohlenen Tod in: Arm, hirnrus in die Nacht . . . ins Nichts 420 vermischter. Franzosen unter deutschem Trommelfeuer Nach der Schilderung, die ein Franzose, .der dabei war-, in der »Revue des Deux Mondes- gibt, sind die französischen Nerven der Wucht des deutschen Trommelfeuers nicht gewachsen. Wenn die Journalisten — heißt es da — von der Sorglosigkeit und Früh lichkeil der Poilus schreiben, mit der sie den Platzregen der Geschosse über sich ergehen lassen, so zeigt das eben, daß diese Herren noch niemals ein Trommelfeuer durchgemacht haben und nur vom grünen Tisch ans urteilen. An den täglichen Austausch der Ge schaffe gewöhnt man sich wohl als an eine Gefahr, deren Bedeutung und Dauer man kennt Aber wenn die Menge der Granaten und Schrapnelle ständig zunimmt, wenn die Kaliber größer und größer werden und methodisch jeden kleinsten Abschnitt des Grabens be- hammern, dann verlieren die Poilus ihren Gleichmut. Zuerst versuchen sie es wohl noch mit allerlei schwachen Witzen, wie „Tie drüben haben sich geirrt!* oder „Die zielen heute mal schlecht! Geht dann aber erst die richtige Höllenmusik los mit dem Sausen und Pfeifen, Krachen und Platzen der Geschoffe, hebt das Wimmern und Schreien der Verwundeten an und ist die Luft verpestet von dem manch der Explosivstoffe und den erstickenden, tränenreizenden Gasen, so ähneln die unglücklichen Verteidiger, ganz verwirrt und schrecken gelähmt, den Reisenden, die an Seekrankheit leiden, und sie stehen unter dem Bann der qualvollen Todesangst, die dem Weltuntergang vorausgehen soll. Mit wachsendem Entsetzen sehen sie, wie die Riffe uu Unterstand immer größer und größer werden. Von Zeit zu Zeit konunt ein Offizier in den zertrümmerten Graben. Er drückt sich ganz tief zusammen, spricht seinen Leuten, die sich auch so klein wie möglich machen. Mut zu und sorgt für die regelmäßige Ablösung der -Losten. Ständige Aufmerksamkeit der Horchposten ist in diesen Augenblicken höchster Gefahr dringend nötig. Gelingt es dem Feinde, sich dank der Staub- und Rauchwolken und des entsetzlichen Getoses, das sein Herannahen verbirgt, unvermutet in den Graben der ersten Lime zu kommen, so gibt es für besten Insassen nur ehr- tose Uebergabe oder erbanniulgsloses Niedergemetzeltwerden. Jeder Widerstand der Verteidiger ,vird durch Handgranaten erstickt. Aber sie denken ja gar nicht an Widerstand, die Poilus, denn in ihnen lebt nur em einziger Gedanke und ein einziger Instinkt: Nur ein Onde, nur ein Ende dieses schrecklichen Höllenseuers, lieber sterben, als das noch länger ertragen! Darum spricht auch aus den Gesichtern der Toten so oft ein unendliches'Glück, das weder Worte, noch der Pinsel schildern können. Man sieht eS diesen Gesichtern der Erlösten an, daß sie noch Zeit hatten, den Tod zu segnen, der 311 ihnen als Befreier kam, daß sie mit dem letzten Reste ihres Bewußtseins noch die Vorstellung hatten, daß für sie nun die Ruhe käme, eine Ruhe ohne Trommelfener, ohne Granaten und Schrap- nelle. — So der Franzose. Wir aber wissen aus Feldpostbriefen, wie aus dem verwunderten Zeugnis englischer Zeitungen, daß unsere feldgrauen Helden es vielmehr als eine Erlösung empfinden, wenn auf da? entnervende Trommelfener der feindliche Sturm olgt und nn Handgemenge endlich an Stelle des untätigen Wartens tatkräftiges Handeln tritt. So mußten unsere Feinde z. B. an- ecr i n m-L b -k ? CI Sommeschlacht in vollständig zerstörten Gräben noch Widerstand bis ans den letzten Mann und die letzte Patrone geleistet wurde. Wie hat doch Hindenbnrg einmal gesagt? „Siegen wird, wer die besseren Nerven hat!" ... Ein merkwürdiges Spielverbot. Für den Feld- soldaten ist das Spiel, sei es nun ein Karten- oder ein Brettspiel eine notwendige Anregung, und niemand, und sei es der ärgste Griesgram, wird unseren braven Feldgrauen einen Männerskat nuvgonnen. Früher aber, als es noch ein faules Lagerleben gab und Raub und Plünderung viel Geld und Geldes,vert in die Hand kr Q (f)t c , nahmen Spiel und Spielerleidenschaft oft gefährlichen Umfang an, und die Führer suchten deshalb den Gebrauch von Karten und Würfeln möglichst einzudämmen. Freilich, man wandte zweierlei Maß an und auch, als die Könige Richard Towenherz und Philipp August durch eine Verordnung vom 8 . Oktober 1190 gegen das Spiel in ihrem Kreuzheer einschritten, w^chEen sie sehr bedeutsame Unterschiede und zeigten, daß sie von der Macht des guten Beispiels nichts wissen wollten. Ihr Edikt lautete nämlich: „Niemand sott im ganzen Heere irgend ein Spiel des Gewinnes halber spielen, außer den Rittern und Geistli chen, welche jedoch die ganze Nacht und den Tag hindurch nur 30 ^olidi verlieren sollen.- Uebertraten sie da- Gebot, so kostete sie das 100 Solidi Strafe: „Die Könige s 0 l l t e n f e doch nach ihrem Belieben spielen. In der He,berge des Königs (also im -Hauptquartier*) können Knechte nach Befehl derselben bis 20 Solidi verspielen, ebenso in Gegen- 2 >ül L u,l £. etjbitööf« imb Sijc&äfe. Wenn jedoch u e & * j . I oder andere Diener für sich spielen, so werden me '.nechle drei Tage nackt vor dem ganzen Heere Schläge bekommen und die anderen Diener desgleichen: die Schisfslente werden an drei Tagen des Morgens früh in? Meer getaucht, nach Brauch der Seeleute ..." ' 1 Die Pariserin m i t bem 60111 m erpelz. In der gegenwärtigen Hitze, so schreibt der „Matin" in seinem jüngsten Angriff gegen d,e ModeauSwüchse der Pariserinnen, denkt man an den Soldaten, der draußen ipl Felde zwischen Geschützen und Gräben bürstet. Um so merkwürdiger ist es, daß die Pariserinnen gerade dtese Zeit auserwählt haben, um sich mit ihrem Pelzwerk zu schmucken. Es ist die neueste und sinnloseste aller Moden. Ueberall tn Paris erblickt man jetzt Frauen, die in der Glut de? August unter der Last von Pelzkragen und Pelzstolen keuchen. Und wenn man diese Wahnsinnigen betrachtet, so möchte man ihnen den Rat geben, daß sie, falls sie wirklich so sehr die Erhitzung lieben, dies !? auch durch Arbeit in den Kriegswerkstätten in reichlichem Maße haben könnten. Man fragt sich, ob solche Modetorheiten in der gegenwärtigen Zeit bloß Dummheit oder krankhafter Walm- stnn sind. Im ersteren Falle müßte die Zensur einschretten. im letzteren der Irrenarzt. Jedenfalls greift diese Epidemie immer weiter um sich, und die Pariserin im Sommerpelz wird eine von Tag zu Tag häufiger zu beobachtende Erscheinung. vüchertlsch. , & w r t M 0 re ck : Menschen im Kampf. Preis 1 Mk. Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart. Bei diesen Erzählungen handelt es sich um seelische Erlebnisse von Menschen w. den Sturmen außerordentlicher, ja einzigartiger Geschehnisse. Em Dichter von feinster Empfindsamkeit für jeden sinnlichen und seelischen Reiz, von ungeivöhnlicher Schärfe des inneren Gesichts und fast visionärer Kraft des Schauens gestaltet hier einzelne Menschenschicksale in den Schrecken des Krieges. “ Äunftfreunb. Zeitschrift der Vereinigung der Kunstfreunde. Heft 8/9. A. Bodmer, Die Schönheit der Waffen. Dr. L. Luttenberger, Die Versicherung von Kunstgegenständen in Krieg und Frieden. P. Wahlberg, Die Erscheinung moderner Großberater nn Rheinland. E. Grüttel. Kriegergräber. E. Lettkow, Werbepramien. I. Franke, Der Blumenstrauß. E. Trutter, Stip. Rundschau. Verlag Ad. O. Troitsch, Berlin-Schöneberg. — Das literarische Echo. Halbmonatsschrift für Literaturfreunde. Verlag: Egon Fleische! & Eo., Berlin W. 9 . DaS erste Septemberheft ist soeben mit folgendem Inhalt erschienen: M. Kronenberg: Denken und Phantasie; Heinrich Dleyer-Benfey: Gorch Fock; Walther Heymann j-: Zum Verständnis neuerer Wort- runst II; Oskar Walze!: Zu Uhlands Briefen; Georg Witkowski: Goethe-Bücher im Weltkriege I. — Echo der Zeitungen. — Echo der Zeitschriften. — Echo des Auslandes. - Kurze Anzeigen. — Kürschners Bücherschatz. Band Nr. 1077: Die 9 X 0 nik v 0 n Wreden Hagen. Roman von Hedda v. Schmid. 96 Seiten Umsang. - Preis 20 Pfg. - Herm. Hillger Verlag, Berlm W 9, Potsdamer Straße 124/125. 9 — Da 8 Kaninchen und seine volkswirtschaitliche Bedeutung in Kriegs- und Friedenszeiten. Praktische Anleitung für Zucht- anlänger. Von A. Kaiser, Marbach bei Marburg (Lahn). Preis 30 Pfg. m den Buchhandlungen. Gegen Voreinsendung von 3b Pfg. an den Verfasser freie Zusendung. - Das Schristchen sagt klar und deutlich, was unbedingt erforderlich ist, um Freude anstatt Enttäuschung an der Zucht zu erleben und wirklichen Nutzen zu erzielen. J 0 Schach-Ausgabe. Schwarz. t b c d 1 g h Weiß. Weiß zieht und setzt in drei Zügen Matt. .Auflösung in nächster Nummer^ Auflösung des Magischen Quadrats in voriger Nummer: H 0 R 'N 0 B 0 E R 0 H R N E R 0 «icfrnilleiiuna: Aug. ©oetj. - Rotationsdruck und Verlag der Brühllch«. UnwersiMr-Buch- und S,-i»druck-r°i. R.'üang«, ®ie&e*