IM - Nr. J02 Schicksale. Roman von Heinrich Kornfeld. (Nachdruck verboten.) , tNmerldantscher Copyright by Carl Duncker 1914 .) (Fortsetzung.) r ' Die junge Elsässerin glaubte das zu wissen, als hätte kH ihr einer bei allen zwÄf Nochelfern zugeschworen. Versunken der Traum von Sonne und Glück unL Seligkeit — verweht die Hoffnung einer gemeinsamen Zukunft —i verklungen das Lied vom Glück... Als die kleine Marguerite Varrel sich schließlich vom Fenster abwandte und zuni Bett zurückkehrte — da streiften ihre Angen inr Vorübergehen unwillkürlich den Spiegel der Frisiertoilette. Aus dem geschliffenen oval geschnittenen Mas starute ihr ein blutleeres erledigtes Gesicht entgegen — ein Gesicht, darin die Augen trüb und glanzlos und überwacht irrlichterten, darin die Lippen schmal und herb sich 'zusammenpreßten. Das war sie? War sie es wirklich? — Die allzeit tapfere lustige kleine Marguerite Varrel, die in den Jahren ihrer Pariser Einsamkeit die Not des Alltags lachend getragen, bi? mit fröhlichen: Scherzwort stets sich selbst einen Halt zu geben verstanden hatte? Sie — und dies müde junge Weib, das ihr da aus dem Spiegel entgegenstarrte .... das sollte ein und dieslbe Kerosn sein? Aber auch dieser Frage nachzugrübeln war sie zu müde. Sie sank wieder auf das Bett zurück, vergrub den Kopf in den Kissen, schloß die Augen ... die bleischwere dumpfe Lethargie legte sich abermals wie ein erstickender Schleier über sie. Und so verrann Stunde um Stunde. Und im Schloß erwachte allgemach Leben. Und die Sonne loderte wie ein glühender Feuerball mit ockergelben Rändern am türkisblauen Horizont, schüttete auch durch die geschlossenen Vorhänge Fluten strömenden Goldes ... die kleine Marguerite Varrel sah nichts, hörte nichts, fühlte nichts. Und dachte mitten in ihrem brütenden Dahindämmern plötzlich: „Wer sich da nur sortlvährend an meiner Tür zu schassen macht? Ihr sollt mich doch in Frieden lassen! Ich will ja von euch allen nichts mehr — 'nichts mehr!" Doch das Klopfen wurde stärker, wiederholte sich dringender, herrischer. Sodaß sie sich schließlich auftichtete, widerwillig und gequält die Lippen öffnete: , JEntrez!" Eins der Stubenmädchen ttat ein. knickste, legte auf Marguerites Bett ein weißes verschlossenes Kuvert. „Für Mademoiselle." „Von Alphonse ein Abschiedsbries! Eine letzte überflüssige Mckftchtnahme!" . , . glitt es ihr durchs Gehirn. Und ob es sie gleich überflüssig däuchte, wiederholte sie doch: „Für wich? Von wem ist dieser Brief?" ,Jch weiß es nicht, Mademoiselle. Ein Ordonnanz aus dem Kavalierhaus gab ihn vor ein paar Minuten ab, mit der Weisung, ihn sofort Mademoiselle zu überbringen. Und Antwort würde in einer halben Stunde abgeholt werden." Damit alitt das Stubenmädchen aus dem Zimmer, drückte leise die Tier hinter sich ins Schloß. Marguerite Varrel wollte sie zuriickrusen, doch ihr wäre nichts eingefallen, was sie das Mädchen etwa hätte noch fragen können. Sie streifte das Kuvert mit müden Augen. Sie vermochte sich nicht zu denken, wer aus dem Kavalierhans ihr schreiben konnte, was man von ihr wollte. Mer es war ja auch gleichgültig — so grenzenlos gleichgültig. Es dauerte lange, bis sie sich soweit ermannte, den Umschlag zu öffnen, den Brief zu entfalten. Er enthielt nachstehende Zeilen: „Mademoiselle, in einer Angelegenheit, die Sie und mich in gleicher Weiset betrifft und die nicht ohne Wichtigkeit sein dürste, niuß ich noch heute eine Rücksprache mit Ihnen unter vier Augen haben. Teilen Sie tnir bitte Ort und Zeit mit. Ihre Ant- wart werde ich in einer Stunde holen lassen. Ich bitte um vorläufige Diskretion. Sehr ergebenst Dr. Hartmann." Marguerite Varrel schüttelte unwillkürlich den Kopf, als sie den Brief wieder in den Umschlag zurückschob. Sie vermochte sich nicht zu denken, was dieser Oberstabs-arzt für Interesse an einer Rücksprache mit ihr unter vier Augen haben konnte. Wohl eine halbe Stunde lag sie noch, dann raffte sie sich gewaltsam aus, kleidete sich an und schrieb die Antwort dahingehend, daß sie um vier Uhr nachmittags auf der großen Allee sein würde, die vom Kavalierhaus zmn Schloß führte. \ Möglich, daß der Doktor Hartmanu über diesen Rendezvousplatz erstaunt sein mochte. Doch das kümmerte sie nicht. Sie wünschte keine Heimlichkeiten; mochte jeder Zeuge dieser Unterredung sein — sie hatte kein spähendes argwöhnisches Auge zu schauen. Die große Uhr auf der Diele des Schlosses schlug dröhnend viermal an, als Marguerite Barrel das Hans verließ, die breite Kiespromenade dem Kavalierhans entgegen hinabschritt. Ganz langsam. Ihr fehlte jede Neugier, jede Spannung, was wohl der Zweck dieser Unterredung sein könnte. Sie- hatte noch nicht ein Viertel des Weges zurückge- legt, als der Oberstabsarzt ihr bereits entgegenkam.. Ein leises Lächeln lag auf seinem Gesicht, als er sie begrüßte — ein Lächeln, das nicht durch aufdringliche Vertraulichkeit beleidigte; ein Lächeln vielmehr der Erinnerung an gemeinsam verbrachte Wochen tapferen Zusammen- kämpfens in einem Krankenzimmer. Seltsam, wie dies Lächeln die kleine Marguerite Varrel beruhigte, ihr einen Teil des früheren Lebensmutes zurückgab, ein Teilchen der schweren Last löste, die über ihrem ganzen Denken und Sinnen wuchtete. Wohl eine Minute wunderten sie schweigend nebeneinander, ehe der lange Doktor endlich zu sprechen begann. „Mademoiselle Barrel — vor allen Dingen seien Sie bedankt, daß Sie meiner Bitte entsprachen. Denn nicht wahr — es ist natürlich ein gräßliches Abenteuer für ein junges Mädchen, sich mit einem unverheirateteil Herrn zu treffen?" Scherzhaft gemeinte Worte, mit denen er wohl den Versuch machen wollte, die trübe Starrheit ihrer jungen Züge zu lösen. Marguerite Barrel jedoch entgegnete ruhig und freundlich: -' „Wenn es sich um einen Herrn handelt, dessen Pflichttreue und Herzensgute solch ein junges Mädchen sich zum Vorbild genommen hat — dann kann dies gräßliche Abenteuer sich sogar zu einer Freude wandeln." So ohne jede Koketterie, so ganz schlicht und einfach klangen diese Worte, daß der lange feldgraue Laban die kleine zierliche Marguerite Varrel unwillkürlich verdutzt von der Seite musterte. Dann glitt über sein energisches Gesicht ein verklärender Schimmer. Er kümmerte sich den Deuwel darurm daß an ihnen Beiden gerade ein Motorfahrer vorbeiknatterte, daß die Allee von Offizieren und Soldaten belebt war. Er griff nach der Hand seiner reizenden Begleiterin und preßte fie heftig. „Für die Antwort danke ich Ihnen, Mademoiselle. Wenn es Wahrheit ist, was Sie sagten, dann haben Sie mich nur froh damit gemacht und dann stehen Sie mir vielleicht auch nicht ganz so fern, wie ich es fürchtete." Sie hob erstaunt die müden Augen. „Weshalb — fürchteten, Herr Oberstabsarzt?" „Weil es sich ivnst Verdeuwelt schlecht vertragen hätte mit dem Thema,, das einer Aussprache zwischen uns beiden bedarf." ^ ' 1 > Und als sie keine Erwiderung fand, ging er direkt auf sein Ziel os. „Nämlich, Mademoiselle Marguerite — Seine Exzellenz will in einer halben Stunde losreiten und da gehöre ich zu seiner nächsten Begleitung; also viel Zeit bleibt mir nicht. Gestatten Sie nur deshalb, mich kurz zu fassen. „Sagen Sie — wer ist dieser Alphonse de Marsillar- gues?" Sie war jählings stehen geblieben. Sie starrte ihn an. Sie war wehrlos dagegen, daß ihr ein brennendes Rot ins Gesicht schlug. „Weshalb fragen Sie mich danach, Herr Oberstabsarzt?" Da war die Unsicherheit plötzlich, aus seiner Seite; bis ihm ein rettender Gedanke einfiel: „Gestatten Sie, Mademoiselle Marguerite, daß ich mir eine Zigarre anstecke. Tatsächlich? Na also gehorsamsten Dank natürlich... und ja sehen Sie — weshalb ich gerade Sic danach frage! Das ist nun eine ganz knifflige Geschichte und ich seh schon, es bleibt mir nichts weiter, als ehrlich zu beichten. Denn rund herausgesagt: — gestern nachmittag hatte eine gewisse Mademoiselle Varrel eine sehr erregte Auseinandersetzung mit einem Monsieur de Marsillaogjues bei einer Rasenbank im Park." „Woher wissen Sie das?" Wie heiser ihre Stimme klang! Wie in den sanften Madonnenaugen jählings ein hartes sinstereA Leuchten aufwachte! Das hatte der Oberstabsarzt noch, nie an ihr gesehen; und es trug nicht gerade dazu bei, seine Stimmung zu erhöhen und seine Beichte zu erleichtern. ' Aber helf er sich> — drum rum kam er doch: nicht; soviel sah er schon ein. Da war's das Beste, er erzählte ganz einfach und ehrlich den Zusammenhang und gestand auch, die Auseinander- setzuug znüschen Marguerite Und dem Pariser fast vom ersten Wort mi tan ge hört zu haben. Danach war es lange still. Und ohne daß die Beiden es merkten, verloren sie sich in einem der Seitengänge der großen Querallee, gerieten allgemach in die Tiefe des Parkes hinein, wo nur noch die große Stille und Vogelgezwitscher und spielende Sonnenstrahlen um sie waren. Marguerite Barrel hielt den Kopf tief gesenkt. Ihre Augen sU-chten den Boden. Und wie als Lloschluß einer langen schweren Gedankenkette flüsterte sie: „Ja — es gab einmal eine Zeit, wo Herr de Mar- sillargues mein Verlobter war." Die linke Hand des Oberstäbs arzteis! spannte sich um den Säbelkorb. Er wußte gar nicht, wie dringlich es klang, als er schnell fragte: „Und die Zeit dieser Verlobung liegt lange zurück, Mademoiselle?" „Sie fand gestern ihr Ende, Herr Oberstabsarzt." „Donnerwetter!" Da sah die zierliche kleine Elsässerin zu ihrem langen Begleiter auf. lieber den Augen lag ihr ein feuchter Schleier. „Ja — gestern. Und nun werden Sie verstehen, Herr Oberstabsarzt, wenn ich Ihnen erwidere: — kein Mensch fühlt sich weniger dazu berufen, über Herrn de Marsillargues ein Urteil abzugeben, als gerade ich." Er nickte heftig. Er konnte die Augen nicht von ^hr loskriegen. Armes kleines Ding — in seinem ehrlichen deutschen Herzen schoß ein Gefühl hoch, das halb Mitleid und halb altes mögliche andere war, über das er sich im Augenblick gar nicht klar wurde. „Natürlich! Selbstverständlich! Der erste Schmerz und auch son bißchen Verzweifluirg über dies in die Brüche gegangene Glück! Versteh ich selbstverständlich, Mademoiselle Marguerite." Sie aber bewegte leise verneinend den Kopf. „Das ist es nicht, Herr Oberstabsarzt. Wenn ich keinen Beruf dazu in mir fühle, über Herrn de Marsillargues zu sprechen — so ist es, weil kein Malsch mir fremder ist, als gerade er." Der lange Doktor machte eine so überraschte Bewegung, daß die Säbelscheide ihm klirrend gegen die Sporen schlug. „Mademoiselle Marguerite — daran glauben Sie ja selbst nicht." Und sie mit einem Lächeln, das.trüb und müde um ihre Lippen irrte: „Ich glaube nicht nur daran, Herr Oberstabsarzt, sondern ich weiß es. Ich habe mich eine ganze lange Nacht geprüft — ick) habe heut früh den Beweis vor mir selbst abgelegt. Ich sah den Herrn de Marsillargues heut vor Tau und Tag in seinem Krastwagen schloß St. Chamant verlassen — nicht einen Schlag mehr hat mein Herz getan, als ich ihnl nachsah. Es ist alles zu.Ende, Herr Oberstabsarzt. Diese Verlobung war wohl auch von Herrn de Marsillargues nicht so ernsthaft gemeint, als ich sie ausfaßte." !Sie sagte das alles still, bescheiden; fast, als bereite ihr jedes Wort ein wenig Mühe, und setzte nach kurzem Schweigen hinzu: „Aber wenn Sie solchen Wert darauf legen, über Herrn de Marsillargues Informationen zu erhalten — als er heut morgen das Schloß verließ, befand er sich nur in Gesellschaft seines Chauffeurs; und war doch in Begleitung des Herrn Doktor Darragon gekommen. Also müßte dieser Herr sich noch in St. Chamant befinden." „Das verhält sich auch so, Mademoiselle." Wie sie jetzt «abermals zu ihm hochsah, erwachte in ihren Augen ein leises Interesse, eine schattenhafte Spannung. „Sie wissen es bestimmt, Herr Oberstabsarzt?" „Ganz bestimmt, Mademoiselle." „Dann hat er sich vielleicht mit Herrn de Marsillav- aues überworfen, oder die Frau Marquise lud ihn ein, seinen Besuch noch über einige Tage auszudehnen." „Beide Vermutungen treffen zu, Mademoiselle." Marguerite Varrel murmelte: „jJch wußte gar nicht, daß Herr Doktor Darragon ein so naher Bekannter der Frau Marquise sei." „Er ist es auch nicht, Mademoiselle Marguerite." „Dann verstehe ich aber sein längeres Bleiben nicht." „Es geht Ihnen, wie uns allen." k „Und Sie besitzen auch kei,ne Vermutung, weshalb .Herr Doktor Darragon seinen hiesigen Aufenthalt länger ausdehnt?" „Das ist es eben, Mademoiselle Marguerite, worüber wir uns alle den Kopf zerbrechen. Und deshalb auch mein Wunsch nach einer Unterredung mit Ihnen; weil ich hoffte — vielleicht köimten Sie mir einige Andeutungen geben." Und kaum, daß er noch zu Ende gesprochen, versetzte die kleine Elsässerin hastig, fast überstürzt: „Ich weiß nichts, Herr Oberstabsarzt — nicht das Mindeste. Ich weiß nicht einmal, welchen Beruf der Herr Doktor Darragon in Paris hat. Ich kannte ihn nur als einen Freund des Herrn de Marsillargues, aber... lassen Sie den Monsieur Darragon während seines hiesigen Aufenthaltes nicht aus den Augen." Der Oberstabsarzt verhielt ruckhaft den Schritt. „Sie sind in diese rätselhaften Zusammenhänge tiefer eingeweiht, als Sie es wahrhaben wollen, Mademoiselle Marguerite!" . . . sagte er ernst und mahnend. Sie jedoch war von ihm zurückgewichen. Sie sah ihn Nicht an. Sie schüttelte nur heftig den Kopf. „Ich schwöre Ihnen bei der Mutter Gottes, Herr Oberstabsarzt — Sie irren sich! Herr de Marsillargues gab mir Aufträge, die ich nicht ausführen konnte und wollte — das ist alles." „Ich kenne diese Aufträge!" Sie neigte den Kopf und murmelte errötend!: „Gestern hier im Park bei der Rasenbank — Sie waren jp Zeuge, Herr Oberstabsarzt." Dann fuhr sie auf. Wie verzweifelte Entschlossenheit sprang ihm ihre Stimme entgegen: „Um Gotbeswillen — Seien Sie wachsam, Herr Oberstabsarzt! Lassen Sie den Doktor Darragon keine Sekunde aus den Augen!" Und wandte sich ab und eilte davon — fast, als flüchte sie vor ihm. Der lange Oberstabsarzt Doktor Hartmann starrte ihr verblüfft nach. Dann drehte er sich Um und kchtte kopfschüttelnd Mm Kavalierhaus Mrück. Er wurde aus dem Mädel nicht klug. Er wurde aus den ganzen Verhältnissen hier nicht klug. Irgend etwas stimmte nicht. Und während die eine Halste seines Gehirns immer und immer wieder konstatierte, daß diese kleine Marguerite Varrel doch ein reizender Kerl sei — grübelte die andere Hälfte über diesen Alphonse de Marsillargues und diesen Doktor Darragon und der Gefahr, die irgendwo im Dunkel der Zukunst lauerte. (Fortsetzung folgt.) Der vritenspiegel. Wo ist die Fahne Englands, sag' an? Sich hin, wo reiche Geschwader zieh'n. Gefüllt mit gefälschtein Gut Und Bier und Bibeln und Rum. H e n r y L a b o u ch e r e. In der Tat: mit „Bier MÄ Bibel und Rum", mit dem Snobismus seiner Politik, der Niedriges bewundert und Niedriges tut, mit seinem „cant", dem Rotwelsch „verftschiter respectability" Und brutaler Scheinheiligkeit hat England die Meere aller Zonen erobert und die Völker aller Erdteile ausgeplündert und geknechtet^ Wer die blutgetaufte, auf Sarg! Und Leichenstein der Völkerfreiheit und des Weltfriedens anfgebaute Geschiichte Englands in hell- strahleriden Blitzlichtern kennen lernen will, der greife nach Erlvin Rosens neuem Buche „B riten spie gel".*) Er wird es nicht *) England! Ein Britenspiegel. Schlachlichtcr aus der Kriegs-, Kultur- und Sittengeschichte. Geh. 2,50 Mk., geb. 3,50 Mk. (Verlag von Robert Lutz in Stuttgart). In seinem Vorwort sagt der Herausgeber Erwin Rosen u. a.: „Seht 'in den Spiegel! IM Spiegel huschen im grellen Wirrlvarr die Tatsachen, die Menschen, die Blntfarben. Irländer schreien ihre Empörung. Inder seufzen ihre Not, ein Napoleon lacht bitter, Amerikaner^ die längst gestorben, klagen das Muttervolk au, Christen beschuldigen das Volk, das die Bibel als sein besonderes Eigentum betrachtet. Märtyrer aller Rassen und Völker zeigen droheitd ihre Wunden. Türken lachen Hohn, Aegyptcr klagen unij ihre Freiheit, Goethe erkennt nt wundervoller Sprache die große Scheinheiligkeit. Engländer selbst, vvm großen Staatsntann bis zum großen Dichter, verzweifeln an ihrem eigenen Volk, törichte Negerrassen weinenj über die Segnungen des englischen Christentums. Wie in Parade marschieren im Spiegelbild die Laster: Da ist die Lüge, die Scheinheiligkeit, die Gier, der Geiz, die Verleumdung, die Blntroheir, die Unduldsamkeit, das kalte Verschtagensein..." Die Hauptkapitel lallten: I. Blitzlichter. — II. Gold über alles. — III. England Md' .die Völker. — IV. Im Anfang war das Wort. —, V. Tie englische Lüge. — VI. Schlagschatten (Kultur-Sitten). bereuen. Am überzeugendsten und geradezu wie mit Hammerschlägen wirkt das Buch dort, wo es John Bull, dem das Hamlet- wort : „daß einer immer lächeln kann intb immer lächeln, und doch ein Sch-urke seinI" im voMen Maße gilt, im Urteile seiner eigenen Männer zeigt. Hier *etgt sich der geschichtliche Snob in, seiner ganzen widerlichen Größe, der, was Einbildung, Selbstgefälligkeit und Prahlerei betrifft', wie wenigstens Dhakeray behauptet, in seiner Art nicht seinesgleichen sucht. England aber — wir folgen bei unseren Ausführungen und textlicher Wiedergabe iniMer bem unerschöpflichen Blitzlichterbuche von Erwin Rosen —, „das sieb zehnmal die Dynastien gewechselt, neun seiner Könige ermordet, einen König und vier Königinnen hingerichtet, vier Herr- scher abgesetzt ftaf"; England, die Nation des krassesten Egoismus, der tyrannischen Unterdrückung Und der brutalsten Heuchelei, lener Heuchelei, die unter dem Geschrei des Selbstlobes das fremde Recht mit Füßen tritt!" wird hier, durch englische Zeugen überführt, an den Pranger der Weltgeschichte gestellt, England hat das Schwert gegen den „preußischen Militarismus" mit dem cant geigen, daß es für die belgische Neutralität kämpfe. Ter englische Geschichtsschreiber Seeley erklärt uns diesen cant schon vor Jahreit: „Für England", sagt er, „ist des Krieg eine Industrie, eine der möglichen Artey, reich zu werden, das blühendste Geschäft, die einträglichste Geldanlage." Nur aus diesem Grunde hat England in 76 Jahren 41 .Kriege geführt. Wem das ungeheuerlich erscheint, erinnere sich des Opiumkrieges, dsn England zUM Schutz des Opümrsckmnggels vom Zaune brach. Ein solcher Kriegsgrund wär selbst Gladstone zuviel Und in flaminender Entrüstung rief er den Schuldigen im Parlament zu: „Tie Chinesen hatten ein Recht, Euch von ihren Küsten zu vertreiben, als sie fanden, daß Ihr diesen infamen und scheußlichen Schmuggel nicht Uufgeben wolltet. Einen nach seinem Ursprung ungerechteren Krieg, der unser Land Mehr mit bleibender Schwäch bedeckte, kenne ich nicht." Aber der Krieg und damit das Geschäft war gemacht. Das „Geschäft" war vierzig Jahre vorher der Grund znm englischen K'riegscant gegen den „französischen Militarismus". „Mrr kämpfen", heißt es im Manifest der Londoner City-Kaufmannschaft, „um die ganze Mlelt ftor dem barbarischen französischen Joch vor dem militärischen Despotismus Frankreichs zu bewahren." In .Wirklichkeit aber war, wie Seeley konstatiert, das Ringen um neue Märkte für englische Waren gegen Frankreichs Handel und aufstrebende Industrie schärfer und volkstümlicher als der Kampf gegen die ftanzösische Revoluliom Die Franzosen in ihrem Revanchekoller haben heute natürlich jene Zeiten vergessen und so entgeht ihnen, daß der «englische Krieg s- grnnd zur „Einkreisung" Napoleons, ihres Nationalheiligen, heute gegen den „preußischen Militarismus" nur etwas aufgewärnit ist. Sie haben Wohl auch nur deshalb vergessen, daß die Engländer ihre Nationalheilige Jeanne d'Arc hauptsächlich aus dem Grunde verbrannten, weil die heldische Jungfrau so vermessen war, Nordfrankreich utrd Calais von der englischen Fremdherrschaft zu befreien. Denn der Besitz von Calais war den Engläirdern von jeher ein Kriegsgeschäft; und es sieht beinahe so aus, als ob nicht nur die Beritichtung der deutschen Handelsflotte und der deutsche Industrie, sondern auch der Besitz von Calais zu den englischen Konjunkturen dieses Krieges zählt. Bon Calais aus läßt sich die belgische Neutralität tatkräftiger beschützen als von Downingstreet in London ans. Vielleicht wird die Besetzung. Calais' durch die Engländer solange dauern, „als der gemeinschaftliche Feind, der Tyrann der Meere, der Vampyr des Handels nicht zur Vernunft znrückgebracht ist". Worte Napoleons, der jedenfalls die Engländer besser kanitte als Primäre, Delcasse, Briand und Genossen. Im Revanchekoller hat Frankreich das Vergangene vergessen, weil die antideutsche Politik Eduards VII. ihm alle Garantieu für die Zukunft versprach. Aber ganz abgesehen davon, daß der Engländer Massingham 1912 dieser Politik nachsagte, daß „sie nichts Gutes auf ihrer Seite habe, weder Recht lwch Ehre, weoer Tradition, Gerechtigkeit oder gesunden Menschenverstattd", welche vertraglichen Garantien kann England bieten, tvenn selbst ein sicherer englischer Marinentinister — Lord Selborn — unter Beifall des Snobismus sagen durfte: „Bei Ausbruch des Krieges fliegen alle diese Paragraphen des Völkerrechts wie Fetzen über das Wasser." Und so werden eines schönen Tages auch che Paragraphen der Verträge Englands mit Frankreich, Rußland und Japan wie Fetzen über das Räeer fliegen. „Denn," sagte fckwn Lord Derby im Jahre 1857, „wir verfahren gegen fremde Rationen höchst schamlos." Aber warum nicht auch! Es ist nich Lochüldt der Engländer, daß die fremden Nationen so charakterlos dem „perftden Albivn" alles vergeben und vergessen, was es ihnen angetan hat. Der alte Washington und seine Freiheitskämpfer werden sich wegen der Neutralität Wilsons und der amerikanischen Kriegsliefernngen an England nwyl im Grabe herumgedreht haben. Denn dasselbe England hat sich nicht ent- blüdet, die indianischen Wilden gegen die eigenen Stannnesgenossen loszn lassen. Der englische General Bonrgoyne drohte damals den Vätern der heutigen Kriegsli esera.it ten Englands: ..Die Furchtbarkeit der Wildert zeigt den stärksten Eifer, diejenigen zu chüach ten, die sortfahren sollten, gegen Großbritannien zu handeln." Der alte Pitt entsetzte sich über diese Art von Kriegsführung, daß er im Oberhause einen flammenden Protest gegen diese Greuel erhob und das Haus in bewegten Worten beschwor, „diesem ehrlosen .Vorgehen den untilgbaren Stempel öffentlichen Abscheus aus 408 zudrücken." Die Anglo-Ainerikaner und Woodrow Wilsoil köimten, gleich den Franzosen, manches aus dem „Britenspiegel" lernen^ wären sie nicht voll des süßen englischen cant's. Rosens „Britenspiegel ist nicht nur für Staatsmänner vom Schlage Wilsons und Poincares und die amenkanischcn Munitionssabrikanten, die vergessen haben, daß in ihrem Freiheitskamps Tausende und Abertausende von Amerikanern unter den Skalpiermess-ern der wilden Berlinde den Englands verbtutekul, sonderil für jedernumn, er sei Politiker oder nicht, eine Fundgrube, ein Handbuch der weltgeschichtlichen Verbrechen Englands an Kultur rmd, Menschheit. Mir ehernem Griffel, Zeile auf Zeile erweist der ^Briten- spiegel" Englands tausendjährige Blutschuld, der düstere L>timnren das Menetekel künden. „Die Saat, die als Ernte einen gÄvaltigw Kampf znnschen der weißen und der gelben Rasse im Pazifik zeitigen muß, geht schöner Reise entgegen!" ruft Ramsay Macdonald ironisch warnend seinen Landsleuten zu. Uno aus dein Geheimnis des Grabes schallt dumpf John Ruskius, des großen englischen Geschichtsschreibers Stimme: „Sorgen wir uns nicht um dieses E ngland; in hundert Jahren zählt es zü den toten Nationen!" . . . Wilhelm Fischer. Vermischte». * Das türkische Somme reis. Zu den mancherlei Kulturelementen, die aus der Türkei zu uns herübergekonnnön sind, gehört auch die Kunst, Eis im Winter ernziuernten, run es im A>mNrer Kur Kühlung von Getränken und Spesen z-u venv-en! Man behalf sich früher bei uns mit kühlen Kellern, die man lichft keif anlegte, bis das türkische Verfahren, über das Oeutj^ Reisende im 16. Jahrhundert staunend berieten, auch bet ims Eingang fand. Im Jahre 1608 erschien in Deutschland eine „Reisebeschreibung nach Konstxrntinopel" von Salomvn Schwaiger, einem aus Brettau stammenden Theologen, der darin seine Beobachtungen rnedergelegt hat, die er bei einem Aufenthalt in der türkischen Lxruptstodt 1578 machen konnte. Der Verfasser eAahlt uns dort gelegentlich der Schilderung der Obstgärten des Sultans \olyent>e&: r,Das Obst wird verkauft, welches doch für kein schand wrrd gehalten, so wenig, als ivenn der Sultan mit Schnee und Eitz hau-' tirung treibt, da er jährlich ein unseglich Gelt läßt aus den Eiß- druben, dergleichen thun auch die Waschen (Paschas), die auch mit dieser Käuftmannschaft umbgehm, dann ich glaubwirdig berichtet kvorden. daß AUnnet Mascha järlich aus seinen Eißgvuben oder aus dem Eiß, biß in die achtzig tausend Ducaten löse, das kan ivol ein frostiger kalter gcüvin seyn„ daraus abzunemen, daß der^ Sultan muß mehr lösen. Diese Wahr kauften die Obsthändler rm Sommer, und verkauftens widerumtb dem Gemeinen Bolck, ein Stück so groß als ein viertel eines Laib^ Brodts umb anderthalben Asper, daS Macht schier 3 Kreutzer, damit kühlen sie ir Traiuk, lvenn einer ein Diaß Scherbet oder Hutzelwasser (Hutzel nennt man noch heute in Süddeutschland die Birne: es handelt sich also hier uM ein aus Birnen beveitetes Getränk' kaufst, so kaufst er zumal auch ein knollen Eis, den wirfft er dvein, oder geht auf den Gassen daher, hat einen knollen im Mnnd und sauget daran: es hat mein G. Herr üGnÄnger Herr- täglich für einen halben Taler, oder lvann er Gastung gehalten, fast zween Taler unkb Eis geben müssen, das legt man aus die Zinnerin Flaschen in ein Schafs gestellt, damit man ein ftftchen Trunck mog haben, dann es hat kerne treffe Keller, wie in unfern Landen. Dieser Eißgruben hat es viel umb die Stadt her, gegen Galata, im freyen Feld, da hat es tveite tiefts Gruben, darüber ein hülyerin Hütten gemacht ist, wie im Schwarz- Wald die HeustÄ>el in den Thalern hin und wieder, da sehn sondern Personen darzu bestellt, Schneescheuffter, die den Schnee zu Winterszeiten in die Gruben aufffchütten, darinn wird es alstdann M Eis, dasselbige saget man zu großen Stücken, daß ein Rost an -Weyen Kr tragen hat, die wickeln die Christen, die Bulgarr, in Filtz. und führens also umb bestimbten lohn m bk Stadt den Obßhändlern." Der Verfasser, der Theologe von Beruf gewesen ist, erinnert bei dieser Gelegenheit an eine Stelle der Sprüche Salomonis (Kap. 25, Vers 13), in der es heißt: „Me die Kühle des Schnees zur Zeit der Ernte, so ist ein getreuer Bote dem, der ihn gesandt hat, und erquicket seines Herrn Seele". Diese Biöelstelle scheint zu beweisen, daß man im Orient schon ftüh und Schnee zur Kühlung im Sommer benutzt hat. Jedenfalls! aber stamMt diese Art^der Verwendung des Eises im Sommer aus dem Orient, und bie Türken haben sie nach ihrer Festsetzung auf dem Balkan unserem Erdteil übermittelt. Vüchertisch. — V e rner von Heiden ft am, Karl derZwölste und seine Krieger, Erster und zweiter Teil. Berechtigte Uebersetznng aus dem Schwedischen von Gustav Bergman. Titel- und Nmschlagzeichnungen von Wilhelm Schulz, Einbandentwurs von Felger. Zwei einzeln käufliche Bände. Jeder Band geheftet 4 Mart, gebunden in Leinen 6 Mark, in Leder 15 Mark. Verlag von Albert Langen in München. — Historische Erzählungen bietet uns deidenslain in diesem in Skandinavien längst hochberühmten Werke. Anch in Deutschland hat der Langensche Verlag den ersten Teil vor Jahren schon herausgebracht. Heute nun läßt er das ganze Werk in neuer, stilgerechter Uebersetzuug und einer wunderschönen Ausstattung erscheineil, die dem inneren Wert dieses großen Prosa-Epos in würdigster Weise entspricht. Karl der Zwölite, eine Herrschernatur, ein großer Mensch, groß in Jemen Schwächen, großer in seiner Charakterstärke, stürzt durch jahrelaiige Kriege sein Volk in das größte Elend. Sein Dämon treibt ihn. von Kampf zu Kampf, von Abenteuer zu Abenteuer, er vermag die Leiden feines Volkes nicht zu empfinden, sein Sinn steht zu hoch, alles Erdenleid bleibt unter ihm, wie der Nebel die höchsten Bergspitzen nicht zu berühren wagt. Sein Wesen ist tragischer Jdealisinus. — Die Größe des Werkes zeigt sich darin, daß hier, wie Schiller es gefordert hat, selbst das Tragische versöhnt. Und da diese deutsche Ausgabe im höchsten Sinne zeitgemäß ist, darf man hoffen, daß sie dem großen schwedischen Dichter Verner von Heidenstam auch tn Deutschland den breiten Erfolg bringen wird, den er schon längst verdient hätte. — Der Türmer (Kriegsausgabe). Herausgeber: I. E. Frhr. v. Grotthnß. Vierteljährlich (6 Hefte) 4 Mk. 60 Pig., Einzelheft 80 Pf. Probeheft portofrei (Stuttgart, Greiner & Pfeiffer). — 2Ui3 dem Inhalt des zweiten Augnsthestes : Annexionen. Von Profeffor Dr. Ed. Heyck. — Die Prüfung. Von Fritz Müller. — „Kriegs- mtnister" Lloyd George. Von Dr. Frhrn. v. Mackay. — Die Seele der Bauernuhr. Von Mar Jungnickel. — Die Zukunft der Vlamen. Von Dr. Erich Kleinschmiot. - Wo bleibt die Staatserziehung? Von Marie Diers. — Im Schatten Bismarcks. — Um 1866. — Die großen Vermögen in der nordamerikanischen Union. Von Paul Dehn. — Goschens Bluff. — Platz dem Deutschen '. — Deutsche Zukunft in Kurland. - Zur Verdeutschung der Heeressprache. Don Hauptmann G. Goeckel. — Der alte Engländer. — Zu Heinrich Steinhausens 80. Geburtstag. Von Karl Storck. — Vom Widerstand gegen die „mene* Kunst. Von Karl Storck. — Türmers Tagebuch: Der Krieg. — Auf der Warte. — Kunstbeilage. — NotenbeUage. — Ho chl an d. Inhalt des Augusthestes: Die Freimaurerei und der Weltkrieg. Von Dr. Heinz Brauweiler. - Judith. Roman von Peter Dörfler. — Shakespeare und der Genius der Kunst. Von t ochschulprosessor Dr. Robert Saitschrck. — Clemens Brentano und uise Hensel. Von Dr. Hermann Cardauns. — Kleine Bausteine: Die Iren aus dein Kontinent im Mittelalter. Von Anton Mayer. — Kritik: Krlegsliteratnr zur politischen Neuorientierung. Von Dr. Eduard Stadtler. Im Lande der Morgenstille. Von K. Eckermann. Nelle Ronlane. Von Franz Herwig. — Rundschau: Kriegs- betrachlung. Dienstpflicht und Dienstjahr 6eS weiblichen Geschlechts. Deutsche Rückwanderung. Heinrich HanSjakob. Max Reger. — Neues vom Büchermarkt. — Unsere Kunstbeilage. — „Bühne und Welt". AnS dem Inhalt des August- HesteS erwähnen wir: „Die sittlichen Ziele deutscher Lebensführung im Spiegel der deutschen Dichtung", Prof. Dr. L. Hllber; „Gedanken zur Zeit", Aribald; „Dichtung und Musik", Eberhard König ; Richtlinien zu Ibsens „Peer Gynt", Dietrich Eckart; „Strindberg und die Frauen", Käthe Rohmeder; „Der Erdgeist", Anna Schellen- berg; „Ein Blich der Andacht", Prof. vr. tdeol. Richard Hoffmann; „Marlin Deutinger", Dr. JohS. Eckart. — „Deutsche Bücherbriese". Ferner drei Reproduktionen von Plastiken des Karlsruher Bildhauers Pros. Herrn. Bolz. — Preis des Heftes Mk. —,60, für den HalbjahrLbezug 3,50 Mk. — Durch jede Buchhandlung, -die Post und den Verlag von „Bühne und Welt", G. m. b. H., Hamburg 36. _ «önlgspromcnade. Man darf die einzelnen Wörter und Silben nur in der Weise miteinander verbinden, daß man — wie der König aus dem Schachbrett — stets von einem Feld au- auf ein benachbartes übergeht. daS dir loS glanz! will schö ganz kampf wird ten hülle seiner ne nie le selbst sein man ent ge im sein den dia glückt rückt will pflückt blume einen ge windest fein dazu kranz jede du und Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des LogogriphS in voriger Nummetrr Undine, Unding. Schrrstlettuna: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Ärühllcheu UniverstlätS-Buch- und Stetndruckerei. R. Lange. Gießen.