Schicksale. Roman von Heinrich Korn selb. (Nachdruck verboten.) (Amerlkanlsches Copyright by (Earl Duncker 1914 ) (Fortsetzung.) Das Begräbnis der alten Marquise von St Chainant war sehr feierlich. sticht nur, das; die Besitzer der um liegen- den Schlösser und Meter, soweit sie nicht vor den Schrecken des Krieges geflohen waren, daran Teilnahmen auch die gesamten Herren des deutschen Obertommandos der XI. Nr mee sowie des Oegeralstades alles, lv!as unter dein Dach des .Kavalierhanses von St. Chamant Obdach lind O-nartier gefunden folgte dem Trauerzuge, der vom Schloß zu dem kleinen Friedhof pilgerte, wo im Erbbegräbnis der edel- geborenen Herren von St. Ehamant scholl so mancher ihrer Sivpe ruhte ... so mancher Marquis, der die glorreiche Tradition seines Hauses aufrecht erhalten und mit starker Faust geschirmt hatte so manch edle Frau, die ans der Jahrhunderte alten Geschichte dieses vornehmen Geschlechts gelernt, die sich stets bestrebt hatte, ihrenr Gatten ein treues Eheweib, ihren Untertanen eine gütige Herrin, ihrent Gott eine demütige Dienerin zu sein Die junge Marquise von St. Chamant folgte dem Sarge als Nächste am Arm Seiner Exzellenz be3 Kommandierenden Generals von Lüssow, dahinter Marguerite Var rel, geführt von dem Oberstabsarzt Doktor Hartniann, dann der Schlvarm von deutschen Offizieren, französischen Guts besihern. Adligen, Honoratioren. Es mochten an hundert Trauer gaste sein, die sich in und vor der Kapelle drängten, die nach der Einsegnltng der Leiche den kurzen Weg znnl Erbbegräbnis der Marquis von St. Chamant antraten. Die junge Marquise bewahrte eine Hattnllg und Festigkeit. die allgemein Bewunderung fand. Denn jeder unter bettelt, die sie in dieser Stunde unlgaben - jeder wußte, wieviel sie verloren hatte, wieviel jie zu Grabe trug. Es war lvie ein Instinkt, es lvar, als könne zu dieser chlveren Stunde jeder in den schönen bleichen, heut so trengen Zügen des jungen Gesichts lesen. Ob sie selbst — Jutta — es schon üt voller .Klarheit empfand? Wohl kaum. Aber während der Geistliche den Segeit über die Versammlung sprach und sie tief das Haupt gesell kt hielt - war in ihr ein Etwas, ein ganz neues Ge- fichl, eine tastende Ahnlmg dessen, lvas sie init dieser^ vornehmen alten Frau einsargte. Etile Ahnung — daß für sie hier mehr dahinging, als nur ein Mensch, der ihr nahe gestanden, den sie geliebt hatte. Weiter dachte sie noch nicht. Vielleicht schauderte sie un- Uüllkürlich davor, diese Gedailken, die sich ihr heut auf- drängten, bis zum letzten uubarnlherzige,i Elide zu verfolgen. Mer als alles vorüber lvar, als die Herren All ihr herautrateil und die Hacke ll zu summen schlugen nnd sich Über ihre Hand neigten tt.tvb noch eimnal ein paar konveutionelts bedauernde Worte mnrlnelten, als plötzlich auch der Rittmeister Brüllnow vor il?r stalld und desgleichen tat ba hatte sie das Entpfinden, als lveiche ihr ein dmllpfer Druck von der Stirn, als lösten die wenigen herzlichen Worte des bayrischen schweren Reiters mit vorsichtiger HanD eilvsll eisernen Reif, der ihr die Schläfen zusammenpreßte. Ganz seltsam lvar das. Delin eigentlich stand er ihr doch genau so fern, lvie all die andern deutschen Offiziere Oder doch nicht? . ..... Wenigstens vernlochte sie später nie zu sagen, ob )te slch ill dieser Sekunde daran erillnerte, daß sie kurze Zeit vorher, mit eben demselben Rittmeister Brünilolo ittt Schloßparke von St. Chaniant eine Unterredung gehabt, die lveit abseits vov^dem Gebiet herkömmlicher gesellschaftlicher llnterhal tllng gelegeil. Der iitlterrednllg entsalln sie sich in diesenl Angenblnk lvohl nicht lnit dem flüchtigsten Gedanken, lind dennoch vaö seltsam befreiende Gefühl, als sei ihr dieser schmelzende Drilck von beit Schläfen genomnien, dennoch die ganz klare Empfindung eines Menschen, der einsam ans ragende,ll Berge steht und um ihn liegt die Welt erstickt in trostlos grauen Nebelschwaden. Und jählings durchbricht spielender Sonnenstrahl die erstickende Wolkenwand Diese Empfindung hatte sie: lvie eine ganz dentllche, fast körperlich lvahrnehillbare Vorstellung war es ihr. Hub ohne daß sie es wollte, hielt sie seine Hand für euc paar Herzschläge länger in der ihrigen, als es die .Konvention bedingt hätte. Bis sie sah, wie ihm im Gewirr der Schlüfenadern jählings das Bllit aufsprang. TXt löste sie ihre Hand und wandte sich hastig einem anderil zu Irgelldeinem andern, der gerade ill der Nähe staub. Itub das lvar ihr Vetter Atphonse de Marsillargnes Sie war von seiner Amvesenheit so überrascht, utit irgendeilke Frage zu tun. Sie streckte ihm wohl, ivie all den andern, die Hand entgegen und fühlte seine Lippen sich darüber senken, uud hörte seine herzlichen schlichten Worte. Uild dann trat wieder der Kommandierende General von Lüssow zll ihr tutb krümmte den Arm Und sie legte ihre Fingerspitzell allf fetnett Aermetallfschtag llnd lies; sich znrückgeletten ill das Schloß. Alpyonse de Marsiltarglles aber tauchte wieder llilter im Schlvarm der Trauergäste. Die Abendtafel int Schloß lvar für heute abgesagt. Selbstverständlich. Die Herren vom dentschell Armee Ober- koinlnando speisten ittt Kavalierhaus. Die junge Marquise lag in ihrem Boudoir auf dem Ruhebett uttb hielt die Augen geschlossen tutb dämmerte erschöpft und gedankenlos vor sich Hill. Stundenlang war es so, daß kein Laut sich im Schloß regte. . . . ^ Oben in die ZinlUler, darin die alte Dame gelegen und gelitten, strölnte durch weitgeöffnete Fenster die milde Wärme des eindämmernden Herbstabends. Drüben von den Schützeltgräben am Rhein-Marne Kanaf wehte ilnahlässig und schon 378 — Von memaubfH mehr beachtet, das dumpfe monotone Dröhnen herüber. Und wenn die junge Marquise manchmal aus Ihrer Erschöpfung hochschreckte und sich über die Stirn strich und den Kopf hob — dann vermochte sie in der tiefen Stille ringsuni deutlich das schwere Schlagen der riesigen alten geschnitzten Standuhr von der Empsangsdiele her zu hören. Bis auch das wieder still wurde, bis sic den Kops zurücksinkeil ließ, bis sie die Angen wieder schloß. Stunden um Stunden war das so. Der Schlaf mußte sic wohl wider Willen überinannt haben — denn sie schreckte verwirrt hoch, als drüben ans der kleinen Nische des Boudoirs her ein Lichtschein sie Iran Marguerite Varrel war lautlos in das Zimmer gehuscht und hatte die große tief verschleierte Ständerlanipe an gezündet. „Sie hier, Marguerite? Und es ist schon so spät?" „Acht Uhr, Frau Marquise." Sie strich sich mit schwerer Handbcweqnng über die Stirn. „Schon. Und ich habe stundenlang hier gelegen imb mich nicht uni nieinc Gäste gekümmert." „Die deutschen Herren speisen drüben im Kavalierhaus, Frau Marquise, Herr de Marsillargnes und sein Freund auf ihren Zimmern." „Wer ist dieser Herr, Marguerite? Ich entsinne mich gal nicht, von seiner Anwesenheit benachrichtigt zu sein." , Das junge Mädchen stand noch immer im Hintergründe des Boudoirs, wo die Schatten schwarz und schwer lute zum Sprung geduckte Raubtiere lauerten. Ihre Stimme klang müd und abgespannt vielleicht von den Nachtwachen der letzten Tage. „Es handelt sich um einen Doktor Paul Darragon, einen Pariser Freund des Herrn de Marsillargnes. Die beiden D-l'rren tarnen im Auto hier an, als die Tranerprozession schon zürn Kirchhof unterivegs war. „Herr de Marsillargnes läßt sich erkundigen, ob Frau Marquise sich bereits soweit erholt hätten, ihn zu emp- sangen und die Vorstellung seines Freundes entgcgenzn- nehmen. Andernfalls würden die Herren selbstverständlich bis morgen warten." Die sauge Witwe machte eine halbe abwehrende Hand bewegung." „Nicht heut mehr, Marguerite morgen vormittag." „Ich werde es ansrichten, Frau Marquise." „Lassen Sie bitte in meinem Schlafzimmer alles zn- rechtmachcn; ich möchte mich sofort hinlegen." „Wollen Frau Marquise nicht wenigstens vorher noch etwas essen? Frau Marquise haben der, ganzen Tag noch nichts zu sich genommen." L^^be keinen Appetit, Kind. Ich möchte nur lchtafei.. ^ch werg — Sie meinen cs gut. Aber quälen Sie Mich heilte nicht." Und als das junge Mädchen wortlos und diensteifrig das Zimmer verlassen wollte, rief die junge Witwe sie noch einmal zurück, streckte ihr die Hand entgegen. f . f/tfinb — ich danke Ihnen von ganzem Herzen. Sie S" dfksen Tagen^sehr, sehr viel für mich getan. Ich si'ylt mich in Ihrer Schuld; und ich werde die Möglichkeit finden, dreie schuld abzutragen." Da schüttelte Marguerite Barrel nur heftig den Kopf, wandte das Gesicht ab, löste ihre Hand hastig ans der ihrer Gonnerin und stürzte ans dem Zimmer nislos'nach ^ schloß Herrin sah ihr erstaunt und vcrständ- * Wie seltsam sich der Doktor Paul Darragon benahm, ob «m nodiftcii Vormittag der Hausfrau gegenüberstand! p^lichrschuldigeil Haildkuß, die pflichtschuldig her- " Bcileidvphrajen, die pflichtschuldig erbetene Z^eihniig wegen seines unvermittelten Auftauchens auf Schloß St. ^Haina.lt, und gerade zu solcher ernsten Stunde . ► . selbstverstanblia), daran mangelte es nicht! . .„^ber das war auch so ungefähr das Einzige, was die betäm ^ ölqm f e 1,1)11 ^in Freunde ihres Vetters zu hören da an verstummte er fast vollkommen. Sank in l'K 'Miner und immer wieder mit der Hand durch das wnschlige Haar, zerrte an seinem Sviü- bart uno ließ die krellen unrastvollen Auge-n rlichetos i» dem k 'lneu Salon umherwander,.. Etnms U.istäckes lag Ä diesem Mensen, etioas Gedrücktes, ettva Sprunghaftes. Die junge Witwe Wußte sich nicht zpi erklären, wok)>tr das leise Mißtrauen kam, das sie sofort von der ersten Ge^ künde ihrer Begegnung überkonlinen hatte. lind dabei wirkte er nicht einmal nnsiimpath-isch; nur — es war etwas mit und um diesen Menschen, was sie mcfyt zu deuten wußte. iü'beigens war sein Benehmen absolut tadellos, kavaliermäßig wie er so in seine!,i Sessel saß und seine unruhigen Angen umherwandert« ließ. Alvt.onse de WLarsiUargnes, der sclbstverstätidlich gleichfalls sich un Salon befand, hatte die Unterhaltung an sich gerissen. In jener spielerischen zwanglosen Manier, die über jede, selbst die ernsteste Situation einen leichten liebenswürdigen Schleier ir.arf. R'och nie in all den Ihren hatte Jutta diese seine Manier störend oder gar unangenehm empfunden — lMt mißfiel sic ihr. Heut mißfiel ihr eigentlich alles in diesem glatten geschniegelten, stets korretten, stets über sich selbst wachenden Menschen. Schon N'ie er ans dem Knie die Handflächen leicht geg, „einander legte und sich lässig vorbog, schon wie er «lach den ersten Einleitungen gleichsam beüänfig hin warf: „Vergessen Sie doch eins'nicht, teuerste Eou^ilw - - Sie haben cs doch stets verstanden, zwischen sich lind den Leben- c»et, Distanz zu halten. Warum finden ^ie diese Distanz nun nicht Mischm sich ,md der Toten?" „Wollen Sic mir das nicht näher erklären, Alphonse?" Er schien euren Augenblick zu überlegen; dann hob er langsam den Kopf. „Daß Sie um die alte Dame trauern, Jutta — selbstverständlich Niemand verargt cs Ihnen, jeder schätzt Sie um oieser Trauer iuil(ru nur noch desto höher; jeder würde Uw wnnderii, wenn es nicht an dem wäre. llnd trotzdem! Vergessen Sie doch das Eine nicht, Cousine - es war eine alte Frau, die da nach einem an Ehren reichen Leben ge- stoiwen ch . . . draußen aber ans unseren -Schlachtfeldern rn den Vchntzen gräbt il, in den Forts .und Artillerie ständen, manßen verenden täglich Tausende und Abertausende junger blühender Männer! Draußen verblutet sich Frankreichs Iw gerid und Frankreichs Hoffnung. Was roill da das Sterben einer lcchsnndsiebenzigjahrigen Greisin dehnten!" Die junge Marquise sah ihn starr an. Er hatte in seine Worte „her Frankreichs Jugend einen lvarml.erzigen be- dnueinaen Kttang hineingelegt unb dennoch schien es ilw ab laiire hinter all dem ein ungeherlerlicher grerizenlo-br Zynivinn-'. Ein Zhnismns, den sie nicht begriff, für den sie ine im Leben eine Entschndignng g-efitnden hätte versetzte lall: Thönse die kühle Bcrstandesphitosophie euieo WUunaiuiev von ^hrcnl Schlage deckt sich wohl kann, nut den Empfindungen einer Frau " ' Dentsch^ist"^ bn3U/ )üCUn Mefe 3 WW von Geburt eine von Alphonse de Marsillargnes Lippen diese Worte geglitten, bereute er sie schon wieder Er war sonst eine kühl berechiiende Natur, die sich allereit im Zugel zu halten wußte. Wo sich ihm aber die Mc>gtich- Spott bot — da betrog inanchmal das ^empeia.nent sesnen scharfen Verstand. Auch jetzt war das gewesen, diesen Aligeiiblick eben. Er lvußle es sosi l.. Er hatte cs in derselben Sekunde an der leisen hoch- mutigen Bewegung gemerkt, mit der seine Eonsinc die Brauen znsammcnzog. ' ' w Als wolle er seine letzten Worte von sich selber ab- ^ Mcb^d ick? ^i uub lächelte beschwichtigend „Nicht doch, teuerste ^nrta — ich fürchte Sie imfi» Beritten mich voUk'ommeii. Mchts lng in s ferner Ja »nendwie einen Tadel allSznsprechs.n Ich hatte ja a ck ml! n C Hr»eascr«ebu»sse »n Wildwest zum best«» gab. g Aderm-ochte sie sich auch, ans der dummen Pulnu- nichts machen, ff. genügte, daß Emsl sie schätzte, und seine Mahnung sollte ihr ;v$ 4 J fni - bie Dalure icklcgen, daß er, wenn als ^n7am. s«ne Freude daran haben würde. Für ihn hätte sie ja "les tun können,.warum sollte sie da nicht seinen Wunsch erfüllen? Und als sie in ihrem Heim angekommen, betrachtete sie »rock'! nninal so freundlich, als bisher, die große Palmen st an de, die int «rtWiirmvt stand, und es war ihr, als ob sie beim Anblick dev gjwcnflwi Bananenpflanze „seiner" besonders innig gedenken Mein Gott, was spar da§r Beim näheren Betrachten der ^pfpslanze entdeckte s»e, daß eines der langen Mütter braune Veck? anftmes. Elfrredchen war ge näß ohne gärtnerische Talente, ^iel glaubte sie gelernt zu haben, daß sie annahin. daß grüne Blätter habe, daß braune Blätter ein Leichen des Absterbens und Bertrocknens seien ,»nd daß gegen Ber- j^en das Tranken helfe. Mo füllte Elfriede ich- zierliches Mießkännchen nnt ^Sasfer und tränkte die durstige Palme. g ^^chrak jedoch sech heftig, als sie am nächsten Tage sest- te, daß die braunen Flecke ans den» pp. Matt nicht a^ imrdeu »vareii, sich viel inehr vergrößert halten. T-iesiual fürste Besorgte das Girükauuche>, gleich zweimal mit Masse»- und »oiczzte den Durst der Frieden spalme. „Ich Kc.mkl," nwuologicrle die Palmen Pfleger in da bei . »che konnte ,ch auch danken, daß solch große Pflanze nur soviel Wasser brauckü wie die Äcraniea." <*, nm ?°^lten Tage war nieferfchfegrnd Toe rw - 77?," bttte sich noer und über mit Braun bezogen, es war spznsaqen Elfr,ede.war ganz, unglücklich. „Fa, .mevicl säuft de,.., B,cft? schalt sw verzrorLfelt, und goß drei Giüküunen Mi) ^e Trove»Mai»ze, daß der ganze Erker bald unter Waffe. stand --■ci ns cd) schrieb sie emen Brief an ihres, Emil, der ganz Sarg- für Soldaten, und sie, die F-riedenspalme, war. iL2 * r *°* «nt iv-t»blicker Schläue omt Iw»- präiMige« ~ "«Ä baß lie. die Palme, bereits «euf «nch nicht nach, die P«;,ne fleißig gießen und besprengen. -f l, V^ U lS l dir Palmeiiiiatur »fiivfen, « Ec Äk ' ubci.dics, Behoxdlun» bcimruAgt acwesa, So abci vcr- stand cr cbcnsoweing von dcr Scclc ci>icr Pa,„ic mit wiiHThout. norf) von b« (ikitx-Inicrfc. Sem Brief !var ga,^ von Sl»^ rrffitlt u i b ’. 1 1 ‘üiiüt- Vemutsart feines imiflot Deibcs, die sich in der Snlmrnpslrqe IN feiner Art chend tat. So handelte mich s?in Br »er ,md GEeNavv^' 8 ‘"^' *“ r aiU>fr “ 00,1 Teik Elfriede, Tante Linas Srfahrung.m ci.izuholen L»c Ivar der Laute durchaus »sickrt hold und brese Filcoeuspalme vergaß s»c ihr ganz und gar nicht. Als aber anck' der Gattner nicht mehr zu erreiche,» tva», denn er rvar einbr.uß'n ichlietzlich rwch Onkel Kasimir ins Bertram u. ^ann der nüchtern«, Weitauschau»,„a. Ansicht ging dahm, daß vor Trockenheit die Feu/ktia^-it nm ÄSÄ.'ri(« flt ,Mr ' b,,lfr * ,e Augestillt mii so piche« urohlgesneinte», Natjchiägen, 0,-gab iick El friede tweder zu ihrer Pal »ne. Eigentlich »rar sie ,liefe klüger, nlo i ) orfe r Wenn doch eure Palme r^en könnte od«-r »»«m e*? dock' PstonAstNiarzte gäbe — — dachte sie schwerzbewrgt. dr»n zweilettos, d,r Palme iv.»r krank. Scchr krank. Sc' trübselig, wie tNislah. Ob s»e Sehnsucht nach ihrer Wüstt hatte wer ElNiede nach .feem Äönoitift ? Fedcnfalls durfte sie nicht Kantern. ^.Manzr' wsefer^ gesund zu machen. Onkrl Kasimir l«»te zum «^2 -/%*} r ‘!r Else zun, Fasten nui> Blätterabkn»ck. n. V tÖ 5 Tvi znm Futtern mit Zlgarrenafckw. Glfriedc tat %Z,r% te ; mS be« so viele,» Rezepten tun fa„r. sie m 6 , um i*" n?u V rn eul anderes an. Einen Lag trautte ^ ^olme. den zweiten ließ sie sie fasten und ttlickte Blatler ab den dntttn stteute ,w 8»garrenasche, die Onkel Kvsimn fron! willigst annParte, m den Topf. ^iednisl-alme rragierte seltsam auf diese Behandlung, brachte Bckzc zur Well^ - Meder stürzte Elttirfe zu den Sckwcstcr^. und Onkel Kasimir. Diesmal sckmtteltcn alle den »ropß Spuluweb, la. das !«tteu.sie schon an den Palinentzlättern tnodack» Nem, Onkel Kasimir ließ die Frage offen, dar eü mellekcht kennend»- Banane» seien, die diese Pflanze zn^r nur ^Ap'nd herporzubrmgen pflege, vorausgcs^. baß es slck nicht um eure Dattelpalme handle: als ihm «fer Elsnede glstgud. daß sie im imer nur selten tru<\ gfeg tim- ^liwchtuug ufer sein tfenckt Nur fesfelb gefe.h dir Wärme natürlich die hrimatlickß- trvpißfe Wachm lvaufee Esfri^- einen rchck'-dwn t ni1 !' ‘ V 1 ‘ 1 " r,n . ^'Oliur da- iK-imatlidv i ,ma ä)i ersewu. Die Tafeteu loderten s,ch an fen Wgnfe,, P, sprangcm die Satten, dir Bilder rx-rfe.gen sick- die f t ini , i i rrn Sfer l b klappten z,dämmen, die Wfeudu!,'. bekam tvn Trop..,. Allee und «lte uiu Tage ui der Zeit »ruau^ T»e Palme im»V kr1m,»'erli»fer »ub kürnn,etlicher. — 380 föutottier öeminelitwmn mt indes svivell ausgeblldet, daß fctu Atusrücken ins Feld sozusagen vor der Tür stand. Ta betvilugte ,nan ihm einen kurzen Heimaturlaub. Das Telegramm, das seine Ankunft meldete, traf Elfriede in verzweifelter Verfassung.^ JSox einem kümmerlichen Pflanzenstru.uk, dem kläglichen Ueberbleibsel der herrlichen Friedenspalme, säst sie zusammen ge, unken, rn ^ranen aufgelöst und hielt ein Papier in der Hand, das sie doch hatte rn einen Freudentaumel versehen sollen. . , .... In solchern Zustand fand sie auch, Onkel Ka,rinrr, als er sich ein- stellte, um die pünktlich versprochene Zigarrenasche abzi,liefern. Aber Kind, aber Elfriedchen," erschrak der gute Onkel, ,,lvas ist £ir?" und er streichelte der Verzagten väterlich tröstend dra Hand. Tann schielte er auf das Telegramm, „Wie, Dein Mann ist doch nicht-?" Sie nickte. „Ja, er ist schon unterwegs. Onkel Kasimir rist die Augen auf. „Wohlbelmlten!?" Elf riebe nickte in Tränen. . „Absr Kindchen, das ist ja Sünde, zu weinen, wenn Dem Mann , 00 hl behalten aps Urlaub kommt," sagte er. Ta wies Elsriede auf den Palmenftnmpf. „Ta sieh doch. Onkel, die Palme? Wie kann ich mich denw freuen, wenn er das sieht?" . ^.. x ... ,, Und nun begann Onkel Kasmnr zu stauneu und kopfschnttelu und sich hinter den Ohren zu krauen, um endlich rn em befreiendes Gclä^r anszilbrechen, das so ansteckend wirkte. dast auch Elsriede jetzt lückwln mußte. ^ _.. „Und da tust Du, als ob Du vom Begräbnis kamst, na höre n:al. Kindchen, mit D^nen Nerven scheint es nicht aufs beste „Ach, wenn Du wüßtest, Onkelchen, „seufzte Elfriede," lvre er mir die Sorge der Palme aus Herz gelegt hat!" . „Nun, hast Du ettva nicht für sie gesorgt? Was kannst Du schließlich dafür, wenn sie es Dir nicht dankt. diese undankbare. Pflanze?" „ Er vif» den Strunk aus denk Topf und be,ah ihn gering,ckwtzig, ..Aber deshalb nicht den Kopf hängen lassen, Friedchen^Noch ehe Dein Kanonier kommt, steht eine neue Palme an dieser stelle. Darauf kannst Du Dich bei Onkel Kasimir verlassen." Dankbar drückte Elfriede dem guten Onkel die Hand, der ver- sprach, sogleich das nötige veranlassen zu wolleit. Jetzt erst konnte sich die innge Frau der Freude ganz hiugeben. ihren Mann ruiederznsehen. , .. .. Und diese Freude leuchtete ihr aus de»l Augen, als ne Emil am Bah 'Hof empfing. Was war ans dem bleichen Buchhalter Emu Senmielmann geworden! Ein braungebrannter Kiieger >var er ge- worden, der von Gesundheit und Kraft strahle, so hatte ihn das Soldateuleben verwandelt. Wenn sie dagegen an ihre Palme dachte' ... Es rvar doch ein lieber Mensch, der Onkel Kasimir. Sie wäre von selbst nicht aus den glücklichen Gedanken gekommen, Ersatz zu schassen, um ihr Mißgeschick zu verbergen. Glücklich, wie ain Tage ihrer Hochzeit betraten beide Die Wohnung, in der alles sinnig für de,i Empfang des feldgrauen .Hausherrn hergerichtet war. ... „Ter tausend!" machte Emil Semm-elmann, als er mit seinem Frauchen das Erkerzimmer betrat, „alles noch so wie damals, selbst die 'Palme —" lächelte er, „sieh an — nee, Herrgott, das ist doch eine Zi m merli n de, wie?" Er trat näher zu der Pflanze, die da in frischem Grün leuchtend prangte, sah das Gewächs an und sah seine Frau an. . . Die Zimmerlinde machte sich ihrerseits nicht das mindeste daraus. daß ein ihr unbekannter Kanonier sie wie das montenegrinische Rätsel anstarrte. Aber Frau Elfriedes Wangen begannen sich mit einem purpurnen Rot zu färben, während ihre Lippen etwas von Onkel Kasimir, einem Versehen und dergleichen ftamme(ten. Da — stand mit einem Male, wie der Teufel aus der Versenkung, Onkel Kasimir vor dem Paar. Er hatte richtig hinter der Gardine gesteckt und ,var nun im rechten Augenblick hervorgetreten, zum maßlosen Erstaunen der beiden. Alis seinen! Gesicht stand ein halb schalkhaftes, halb verlegenes Lächeln, während er in der Linsen einen Pflanzenstrunk lnelt. Nachdem man sich vom Staunen erholl. gestand Onkel Kasimir ein, daß das zeitige Kommen des Paares ihn bei den „Vorbereitungen" überrascht habe. „Vorbereitungen — Du?" fragte der feldgraue Ehemann- erstaunt. „Ja doch, freilich, die Palme — das heißt seht Ihr, das ist es 1 a eben, es ist wirklich eine Zimmerlinde — Kinder, Palm-ew waren nicht mehc zu habet! die Einfuhr aüs dem Auslande — na, Ihr versteh! schon, Kriegszeiten!" „Nämlich", so fuhr er dann fort und hielt dein verblüfstsn, Kanonier Semmelmann den Palmenstvunk unter die Nase, „das ist die „Friedensvalmc" der Tante Lina, wenn Du nichts dagegen hast. Und ich sag? Dir, lieber Nesse, wenn eine Palme gepflegt worden ist, so ist es diese, aber nicht einmal die Zigarrenasche meiner .Havanna ist ihr bekommen, noch haben die Tränen Deiner Frau etwas genützt dieses Gemüse da ist die Frucht unseres! Fleißes!" Lachend schloß Einil Seiumelinann seine Frau in die Mute „Kinder", sagte er, „macht nichts, macht gar inchts, wacht! absolut nichts. Ich bring Euch eine aus Ägypten mit nnd dtjl Friedenspalme soll dann haltbarer fern, als Tante Lmas H-ochzeitsgeschenk!" __ Bauern. Bon Bruno Goetz.*) Mit ruhigen! Trotze im harten Gesicht Mühn sich Bauer,! im ersten Frühsonnenliichjt Und lassen in schwerem sorgenden Sinnen Gelbe Saaten zur Erde rinnen. In ihres Ganges wuchtigen Tritten Lebt alles Leid, das sie duinpf durchritten« Sie schauen forschend und uuvenvandt Weit über das schweigende ruhende Land, Hub horchen nicht auf. wenn in der Luft Hoch oben ein ferner Vogel ruft. Und fühlen nichts als der dampfenden Erde Ernteträumendes mächtiges: Werde! Stuium schreiten sie im braunen Meer Der Schollen saateustreueud umher. Und des zeuchenden Lichtes klares Glübn Strahlt ewig gleich ans das gleiche Mühn. *) Aus dein Baltenbu ch. Herausgegeben von Paul Rohr bach. Mit vielen Bildern, 1.90 Mk. Der gelbe Verlag Dachau b. München. vüchertisch. — Das literarische Echo Halbmonatsschrift für Lite- raturfreunde. Verlag: Egon Fleischet L Eo.. Berlin ZV. 9. Das 1. Augnsthest ist soeben mit folgendem Inhalt erschienen: Otto Kiefer: Der Knabe in der Literatur; Edgar Steiger: Alt- München im Spiegel Josef Rnederers; Ferdinand Gregori: Philipp Hafner; Paul Feldkeller: Militärisches und künstlerisches Sehen; Alexander v. Weilen: „Volk in Not". Echo der Zeitungen. — Echo der Zeitschriften. — Echo des Auslandes. Kurze Anzeigen. — Die im Verlage von G n st a v K i e p e n h e u e r in W eima r erscheinende L i e b h a b e r b i b l i o t h e k hat als 26. Bqnd Goethes Wertster steransgegeben (Preis gebunden 1,50 Ml.), und das schmucke Bändchen, mit vier reizvoUen Abbildungen nach den Kupfern von Dan. Ehodowiecki versehen, eignet sich auch vorzüglich als Feldpostgabe. So eisern und schwer die Zeit ist, ,vird doch mancher gern in dem Buche blättern, das ja auch ein Kriegsmann ivie Napoleon oft auf seinen Feldzügen mit sich herumtrug. ^ .. — I u b i k a u ,n s n n m m e r einer Feldzeitunz ' m Osten. Die in Wilna erscheinende Zeitung der 10. Armee hat kürzlich ihre 100. Nummer entsandt. Eie ist besonders reichhaltig ansgestattet, und indem sie an Beilagen vereinigt, was sonst nur wechselweise mit dein Hauptblatt und seiner „Liebesgabe" verbunden erscheint, stellte sie gewissermaßen die Gesamtleistung der Zeitung in einer einzigen Nummer dar. — Was muß der Kaufmann von der neuen ReichSbekle'idungS-Berordnung wissen'? Von 21. Neu man». (Verlag Mar Potlak, Landsberg a. d. W. Preis Mk. 1.20.) - „D a 2 E i n in a ch e b ü ch l e i n d e r s p a r s a m e n H a us- fr au", von der Schristleitung der illustrierten Frauenzeitschrist „Monika" versaßt, wurde schon in der ersten Auflage m ältest Haussrauenkreisen als außerordentlich praktisch und brauchbar begrüßt. Eigene Kapitel behandeln das Dörren und das Einmachen ohne Zucker. Der Verlag der Buchhandlung Ludwig Auer tu Donau,vörth versendet das Büchlein für Mk. 1,10 frei ins Haus. — Kriegstch e für jede r „i ann ! Ein Kochbuch kür das Jahr 1916. 80 Seiten stark. Preis 80 Psg. Von Henriette Furt h. Verlegt bei Englert L Schlosser, Frankfurt a. M. Logogriph Du mutzt es rein und ganz erhalten, Willst du dich zeigen in der Welt; Sonst zählt man dich zu den Gestalten, Die mau für problematisch hält. Und wärst du auch geschickt, behende, Kurz: wärst dn's «selbst mit t" zuletzt, Wenn's ohne „t* nicht Beifall fände. Du würdest arg znrückgesetzt. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Kantine, K a n t i l e n e. Schristleitung: Aug. Goetz. - RotaliouSdruck und Verlaa der Brübl'schen UniversitätS-Bnch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.