Schicksale. eman von Heinrich Kornseld. (Nachdruck verboten.) lAmerlkanlschcs Copyright by (Earl Duncker 1914 .) (Fortsetzung.) Und dann ließ sich der kleine Doktor schlver wieder in seinen Stnhl zurncksallen und versetzte mit einer Stimme, die ihm nicht mehr ganz gehorchte: „Sie sagten vorhin, Alphonse — worauf »vir sinnen müßten, das fei ein Gegenschachzng gegen die Flucht der Regierung von Paris nach Bordeaux Ein Gegenschachzng, durch den lvir das gesunkene Selbstvertrauen der Nation wieder anfenern und der Baissespekulation das.Wasser ab- grabeu könnten." „Wir brauchen doch über diesen Gegeuschachzug nicht mehr nachznsinnen, Doktor." „Ich verstehe nicht." „Kindchen, ich sage Ihnen doch — in der Dependence im abseits gelegenen Kavalierhalts des Schlosses St. Chankant ist Oberkommando und Generalstab der XI. deutschen Armee einqnartiert . . derselben XI. deutschen Armee, oeren zähe Offensive während der letzten Tage das Schlacht bild für uns so ungünstig verändert hat." Den kleinen Herrn hielt es nicht mehr aus seinem Platze. Er war aufgesprungen ... er tvanderte mit ganz unwahrscheinlich großen Schritten kreuz und quer durch das Zimmer. Er geisterte mit den Armen aufgeregt in der Lust herum und blieb schließlich irgenwo, mit dein Gesicht zur Wand gekehrt, stehen und murmelte: „Rätsel! Alphonse — seit wann haben Sie in sich das Talent zur Pythia entdeckt?" Hinter feinem Rücken sprang ein kurzes scharfes säst belustigtes Lachen ans „lind seit wann haben Sie sich diese' Schlversülligkeit des Gehirns zugelegt, kleiner Doktor?" Da fuhr der Besucher herum und schoß blitzschnell ans Alphonse de Marsillargues zu und packte ihn bei irgendeinem Knopf und zerrte an dem herum und flüsterte: „Reden, Mann! Nicht mehr diese spielerischen Worte und halben Gedanken, hinter denen man den Teufel welchen verdammten Sinn suchen könnte! Lassen sie das! Ich ertrag das nicht! Ich bin kein Dununkops, aber ich bin auch nicht kaltblütig genug. Sie ohne weiteres zu verstehen." Und Alphonse de Marsillargues legte dein kleinen Herrn den Arm gm die Schulter und zog ihn in eine ganz entfernte Fensternische und beugte sich zu ihm hinunter. - > Und dann gab es ein paar Minuten, da nur flüsternde Stimmen und hastig aufflatternde Gegenrede im Zimmer war Dann verließ der Doktor Paul Darragon die Fensternische und kam Ianafam und schweren Schrittes in das Zimmer zurück unb suchte»sich seinen Hut aus der Sofaecke hervor und hatte ganz große seltsam dunkle Angen uud sagte mit einer Stimme, die zwischen Hohn und Weinen schwankte: „Die Marguerite. Ja, ja, Alphonse — ich gehe sofort zu ihr und schicke sie Ihnen. Es ist eine wahnsiimiHo Geschichte, die Sie da Vorhaben Ein höllischer Plan Die Welt wird fröstelnd die Schultern zusammenziehen. Und der stolze deutsche Empereur wird zum erstenmal im Leben fühlen, was Angst heißt „Ja, ja, Alphonse anders ist es wohl nicht zu machen. Und wie gesagt — ich schicke Ihnen die Marguerite. Für Sie würde das Mä,del ja selbst einen Engel aus der Holle holen. Ja — die Marguerite . . ." Er verließ das Zimmer . . scheu uud doch ttnsicher tastend wie ein Schlafwandler Alphonse de Marsillargues sah ihm mit kalten» Lächeln nach * i . Eine Stunde später betrat Marguerite Varrel das Arbeitszimmer Alphonse de Marsillargues Er begrüßte Sie herzlich: er war ihr beim Ablegen behilflich: er zog sie in seine Arme und küßte sie „Cherie — wie konntest du 'mich eitle volle Stunioie warten lassen!" Marguerite Varrel war eine madonnenhaft sanfte Schönheit. Und die weicha «schmiegende Verträumtheit ihres Wesens machte sich noch klarer bemerkbar wie sie tn einen Sessel sank und glücklich lächelnd zu Alphonse de Marsillargues aufschaute „Alphonse — ich bin aus dem schnellstett Wege hergekommen " Er stand dicht neben ihr; er strich ihr mit der .Hand leis begütigend über das Haar ,Z'ch tveiß ja, Kind. Hast du dich sehr nach mir gesehnt?" Sie.griff nach seiner Hand. Ihre großen tiefblauen Augeti wurden dunkel vor Leidenschaft „O, Alphonse — Paris war leer und tot!" „Nun aber lebt es wieder, llicht wahr, kleine Mar- glterite?" Unter gepreßten Atemzügen kam die glückselige Antwort: Ja, Alphonse r— nun lebt es wieder! Nun ist es wieder mein altes schönes herrliches Paris!" „Und es iv.ürde dir schlver fallen, Marguerite, dies Paris jetzt zu verlassen?" 'Sie sah ihn an. Sie zog nur hilflos die Schultern hoch Er aber desillierte — immer in dem halblauten zärtlichen Ton, der sie seit je vernarrt pnd verhext hatte: „Ich sehe, Cherie, du verstehst mich llicht. Aber nimm einmal an, es gäbe irgendwelche Gründe, die mir den Wunsch nahelegten, dich mit einer Mission zu beauftragen. Würdest du pagegell irgendwelche Bedenken haben?" „Wenn ey deinen Wünschen entspräche, Alphonse — nie!" „Also dann las; uns darüber reden, Marguerite." Er zog sich einen Stuhl heran; er ließ sich nieder; er griff' nach ihren beiden Händen und hielt sie zwischen den seinigen, während er sprach: „Sieh mal, Cherie — wir beide gehören doch zueinander. Schon seit Jahren. Wir haben uns kennen gelernt; wir lieben uns; und wenn dieser Krieg Vorüber ist, dann sollst bii meine entzückende kleine Frau werden. Das habe ich dir ja oft genug versprochen und ich weiß — d>u zweifelst uirf)l au ineinen Worten." Sie hielt beu Kopf tief gesenkt, als scheue sie sich, ihm in die 9lngen zu sehen. Ein zartes juugmädchenhaftes Karmin überflog ihr Gesicht, als sie leis entgegnete: „Nein, Mphonse — 'ich zweifle nicht daran. Ich träume täglich und stündlich von dieser Zeit des Glücks." „EinüZili'ick aber muß man sich verdienen, kleine Marguerite." „Ich will — o Alphonse, ich will es mir mit tausend Freuden verdienen." „Dazu sollst du Gelegenheit haben, Kind. Uttb nun höre: „Du weißt, ich war acht Tage verreist. Ich habe mich während dieser Zeit auf dern Schloß St. Chamant, das meiner verwitweten Cousine gehört, besuchsweise aufge- halten. Es liegt nur hundert Kilometer von der deutschen Schlachtsrout entfernt." * Margnerite Varrel sah erschrocken auf. „Nur hundert Kilometer, Alphonse? «Aber weshalb hat deine Cousine das Schloß dann noch nicht verlassen und ist nach Paris gegangen?" „Weil sie nicht allein das Schloß bewohnt, sondern dort lebt auch noch ihre Schwiegermutter, die Mutter ihres verstorbenen Gatten, eine sechsundsiebzigjährige Greisin. Augenblicklich liegt die alte Dame schwer!rank unb ist nicht transportfähig Und ails Liebe zu ihr und Besorgnis trotzt meine Cousine allen Gefahren und der Möglichkeit einer etwaigen Beschießung des Schlosses." Marguerite Varrel ließ ihn nicht aus den Augen. Sie flüsterte: „Ich kenne deine Cousine nicht, Alphonse. Aber sie muß ein Engel an Herzensgute sein." „Sie ist es,, kleine Marguerite 'trotzdem sie aus Deutschland zu uns gekommen. Aber laß mich weiter sprechen: — , „Mannigfache Gründe, die ich dir im Augenblick nickt auseiuandersetzeu kann, haben während meines Aufenthalts in St. Chamant den Wunsch in mir reifen lassen, während der nächsten Monate dort einen Menschen zu wissen, der mir blindlings ergeben ist und auf den ich mich restlos verlassen kann. Nur du darfst und kannst dieser Mensch sein, Margnerite. Also versprich mir, sofern sich die Möglichkeit dazu bietet — daß dn gewissermaßen.in meinem Anstrage nach St. Ehamant gehen und für die nächsten Monate dort leben willst." Das «junge Mädchen strich sich ,mit verlorener Haudbewe- gung über die Stirn. Sie begriff das alles nicht.' Tausend Fragen und Gedanken drängten sich ihr ans. Und doch gab sie nur einem einzigen Raum. „Weiß deine Cousine von diesein Plan, Alphonse?" „Um Gotteswilleü." „Aber wie willst dn denn die Möglichkeit finden,, mir einen längeren Aufenthalt in dem Schloß zu ermöglichen?" „Auch darüber habe ich schon nachgedacht, Marguerite; und als glücklichste Lösung scheint es mir — ich schicke dich mit einem ausführlichen Brief zu meiner Cousine. Mit einen: Brief des Inhalts — dn seiest Elsässerin, hättest heim Ausbruch des Krieges durch einen Unglücksfall deine beiden Eltern verloren und wärest jetzt eine mittellose Waise. Soweit ich meine Cpusiue kenne, wird sie sich mit tausend Freude,: deiner anuehmen und dir in ihren: Hause eine Stellung als Gesellschafterin oder Vorleserin oder ähnlich anweisen. Du wirst also ein durchaus behagliches Leben führen und eine herrliche Zeit verleben.." „Aber Alphonse — dieser Brief wäre hoch eine Lüge! Gew:ß, :ch bin Elsässerin und bin eine Waise; aber ich An :n Paris geboren und ernähre mich doch — wenn auch be- schewey, so doch, ehrlich — als Putzmacherin: und überdies weißt du ja, daß. mejn Vater als Gerichtsaktuar gestorben :st, ,ch also aus einer sehr achtungswerten Familie staNrwe." Mphonse de Marsillargues hatte ihre Hände freigegebeip er lehnte sich in seinen Stuhl zurück und schlug — wie stets, wenn er nervös wurde — die Beine übereinarider. „Versteh mich doch recht, Cherie — wenn ich meiner Cousine diesen tatsächlichen Sachlverhalt schriebe, so läge doch nicht die mindeste Veranlassung für sie vor, dich in ihrem Hause aufzunehmen." „Mer weshalb soll sie es denn überhaupt tun. Welchen Wert und welchen Erfolg versprichst dü dir davon?" Eine Sekunde stutzte er vor ihren klarer: fragenden Unschuldsvollen Augen. Dann versetzte er kurz und fast mit leiser Schärfe: „Ich verspreche mir davon, Marguerite, daß deine Anwesenheit auf St. Chamant für die Ausführung meiner Ideen notwendig und unbedingt erforderlich ist." „Und diese Jde.eu, Alphonse?" Da kam in seine großen schwarzer: Augen ein kaltes stechendes Licht. „Diese Ideen, Marguerite, sind nur einige wenige Glieder in einer langen Kette von Arbeit und Aufopferung fikr r:nser Vaterland! An dieser Antwort laß dir solange genügen, bis es an der Zeit ist, dir nähere Mitteilungen zp machen. Und entscheide dich sofort - bist du bereit, meinen: Wunsche zu entsprechen und nach St. Chamant zu gehen, sobald die Zeit aekommen?" Da wagte sie keinen Eiuwaud mehr. Irgendwo in einem ganz versteckten. Winkel ihres Herzens lebte etwas wie eine duirrpse Angst oder auch nur wie leise Benommenheit - vor dem Unverstäirdlichen, das man von ihr verlangte und das sie nicht"begriff vor eii:er kaltblütigen Lüge. Aber diese Lüge forderte von ihr ja Mphonse de Marsillargues. Er den sie liebte mit all ihrer Reinheit er, in den sie sich verloren hatte... er, der sie in Bann geschlagen mit seinen großen zärtlicher: Augen und. seiner weichen Stimme und all seinen herrlichen Eigenschaften. Alphonse verlangte diese Lüge; und Marguerite Varrel besaß nicht die Kraft, seinen: Verlangen ?>>.: widerstehen. Sie neigte demütig den Kopf und flüsterte: „Ich bin bereit, Paris zu verlassen, wann du es von nur forderst, Alphonse!" * Waren das jetzt seltsame Tage auf St. Ehaiuaut. Drei Jahre lang hatte das Schloß still uich wie verwunschen dageleaeu; vergraben in der großen Stille ringsum und der seltsam tiefen Weltabg-eschiedeuh.it. ^ Drei Jahre da die roeiteu prunkvollen Räume und Säle nur die junge schöne Marquise und eine alte gebückte Greijin sahen; drei Jahre da nur das Rascheln und Rauschen eines Frauenkleides und der fast lautlose Schritt der Dienerschaft das vertraute Schweigen störte. Und nun plötzlich quirlte aufgestärtes, straffes, jrisch- ' zugreifendes Lehen durch die Zimmerfluchten des Schlosses, durch die weiten grünen dämmernden Gänge uub Alleen des Parkes, durch das abseits gelegene, im Blockhnusstil gehaltene Kavalierhaus. Dort in der Depeudeuee hatte Se. Exzellenz der General der Infanterie, der Oberbefehlshaber der XI. deutschen Armee, sein Hauptquartier aufgeschlagcu. Die in: Erdgeschoß gelegenen Räume waren ihm zuu: Wohnen und Arbeiten eingerichtet worden, während in den oberen acht Zimmern sein Stad es sich nach Möglichkeit behaglich machte. Auf der großen Allee aber, die'von: Kavalierhaus quer durch den Park zun: schweren gußeisernen Portal und weiter hinaus zur Chaussee führte - herrschte Tag und Nacht keine Ruhe mehr. Das war ein ständiges Kommen und Gehen. Ordonnanzoffiziere preschten bei: Kiesweg, herauf, daß unter den Hufen ihrer Gäüle der Schotter: spritzte. Motorradfahrer surrten vorüber; hin unb wieder sogar brachte ein Kraftlvageu b<$ Freiwilligen Automobil Korps zu kurzen: Besuch und wicht:Kr Rücksprache mit dem Oberkommaudierenden illustre Perstzulichkxiteu. ' Die Funker hätten eine Station äugMgt. hatten Telephon und TelegrapHeuleitungeu gezogen. Morseapparate arbeiteten. Telephonkliugelu schrillten unablässig durch die Nacht. Cs war ein Kommen und Gehen, ein Gewimmel, ein Wirrwarr van Offizieren und Maltuschafteu üud Pferden ruck) KraftryaKu. Hier im KavchierhauK tzes Schlosses St. ChauiauL wohnte und arbeitete und dachde der Geist!, der weit rück- 359 I ) tvärts in den lang gezogenen endlosen deutschen Schützengräben &m Uhein-Manre-Kanal jählings Schnellfeuer auf- st-ürnren ließ, der Artilleriestellungen und mit Geschützen bewehrte Positionen zu feuerspeiender Hölle machte, sobald es in den strategischen und taktischen Plan paßte. Hier svohnte der Geist, der den deutsche Sturmangriff oft unwiderstehlich vorwärts trieb, her markiges Hutra den englischen und französischen Schützengräben entgegengelten ließ. Im Archeitsziplmer tzes Oberkourmandierenden standen riesige Tische, auf deren Platten Karten festgenagelt waren: stapelten sich an den Wänden Bücherhaufen; saßen der Chef des Stabes mit seinen Lenken über Befehlskarten und Meldungen n i ugt; jagten Federn übers Papier; flirrten Offiziers ordr »uzen aus und ein. lsnd jeden Mittag versammelten sich im großen Banketd- äal des Schlosses nur die Taftzl die Herren des General--- tabes, soweit sie nicht dienstlich nn.ter.wegs' wären oder in wn Schützengraben gemeinsam mit den Leuten das frugale Essen aus der Goulaschkanone verzehrten ^Fortsetzung folgt.) Zu seinem Julius Sturm. 100. Geburtstage, 21. Juli. Wenn die Lyrik eines Volkes in ihrer Enttvicklung durch die führenden Dichter der Gatt,mg bestimmt wird, so verdankt sie die Fülle pnd- Mannigfaltigkeit ihrer Töne und Individualitäten den bescheideneren Sängern,. Mancher von diesen steuert nur ein D'ützend Gedichte oder zwei bei, aber durch diese Beiträge bauen sie alle mit an jenem Schatze nationaler Lyrik, der als lebendiger Gesang in der Seele Und der Erinnerung eines Volkes sich he- Haupt ei. Die Zahl solcher Gedichte von dauerhaftem L^ben, die Inlins Sturm unserer Lyrik geschenkt hat, rst keineswegs gering. Gleich die erste Sammlung, die seinen Dichter vuhm begründete, die „Frowinen Lieder" von 1852, eröffnete' jene lyrische Perle „Gott Küße dichm der dieser innige, in Süddeutschland ja noch« heuje allgemein gebräuchliche Gruß so zart und sinnvoll ged/utet und besungen wurde. Die feine Parabel vom Bauern und seinem Sohne, von denen jener das Unkraut al^ Tenfelswerk anklagt, dieser Mer über die von, Herrgott geinächte Pracht jubelt, w.ird durch die Hahrheit und Feinheit ihres Motivs in,wer anziehen, und in eines ganzeil Reihe von Gedichten ist Sturm jene tMe Konzen- Mt eine).' ^ , tration des lyrischen Gedankens gelungen, die ein Merkmal der Meisterschaft auf diesem Gebiete bildet. Dazu gehört „Das höchste Glück hat keine Lieber", und mehr noch vielleicht das Gedichts O Liebe, deine Gedanken sind höher als HiinMelshöh! O Liebe, ' ... ' ' H ö MM deine Gedanken sind tiefer als die Liebe, deine Gedanken sind schneller als der- Wind und.leuchtender viel tausendmal als Sonnenstrahlen sind." Julius Sturm gehört zu jener Gruppe von Dichtern, deren schassen ein Rückschlag gegen den Rationalismus Und Radikal lrsnlus der Jnngdcntichen anzusehen ist. Vor falscher Freiheit und ihren Gefahren l-at er sein Volk manchesmal gemahnt, aber, fern lag es ihm darum doch, ins alte romäntische Land zuruck- zukchrcn: „Ihr könnt nur Dichter heißen'als Söhne eurer Zeit": so hat er den Romantikern warnend zugernfen. ^en Grundton seiner ^Yrik bildet eine tiefe und echjhe Religiosität, der jedoch alle Frömmelei fern liegt. Sie kommt nicht nur in Sturms zum Teil lehr wohlgelungenen geistlichen Liedern znin Ausdrucke, sondern schwingt in all seinen Gedichten als Unterklang niit. aber blickt er mit Hellen Augen in die Welt, gemaßt und preist ihive> Güter, lebt und webt in der Natur. Die Töne, über die seine Lyrik gebot, waren mannigsaltig. Er hat sich auf dem. Gebiet der Fabel und der Ballade mit Glück versucht und seine prächtige Erzählung aus dem Siebenjährigen Kriege „Wie schön lencht't uns der Morgeu- stern" erfreut noch jetzt nicht nur die Kleinen in ihren Lesebüchern, sondern in nachdenklichen Stunden der Sammlung auch die Großen. Stark war Sturms vaterländisches Gefüht. „Deutschland für tmw-er! heißt niein Lied": so l-at er ausgernfen und die deutschen Einigungskriege von 1864 und 1870 hat er mit Liedern 'begleitet, die sich in der patriotischen Dichtung dieser Zeit mit allen Ehren! behaupten. Durchweg hat seine Lyrik den Vorzug des Natürlichen, Gesunden: und zuweilen, in seinen besten Schöpfungen, ist ein Klang in ihnen, der an Meister Mörike erinnert — nicht Umsonst ist Sturm in seiner jüngeren Hauslehrerzeit mit der- schwäbischen Dichterschiule in Fühlung getreten. Zur Kennzeichnung dieser Seite seiner Lyrik sei ein loenig bekanntes Lied von ihm hierher gesetzt, in dem die M'nfik seines Erlebens und Dichtens besonders schön zum Ausdrucke gekommen ist: „Ter Mütenbaum durchhaucht mit Tu fr die Linde, weiche Abendlust, der ich die Brust erschlossen; mein Herz wie eine Knospe liegt in Blüteuträume cingewiegt. von Blütenduft Umflossen. Ta blickt der Mvnd ins stille Das, und kaum hat sich ein milder Strahl in ineinc Brust ergossen, als auch mein Herz vom Traum Mvacht, in heiligstillcr Mondscheinnacht als Blüte sich erschlossen.^ Julius Sturnr ist von Abstammung eines fürstlich renßi schien Rates zu Köstr Ausbildung in Gera und Jena, wo er Theologie studierte. >5s folgten nach altem Theologiebrauch« die Hauslehreriahre, die ihn zunächst nach Heilbronu führten, wo er mit JUftinus Kerner, Lenau und anderen in Beziehung treten konnte. Späterhin ward er Erzieher eines reußischen Erbprinzen, um dann seit 1850 in die Pfarrlaufbahn überzugehen, die ihn wieder nach seinem Geburtsorte Köstritz führte. Kurz vor dcr Vollendung seines 80. Lebeuchahres ist er am 2. Mai 1896 als Geheimer Kirchenrat verstorb n. Seine dichterische Laufbahn reicht von 1852 bis zu seinem Leben-?. ,,be; noch nach seinem Tode ist aus seinenr Nachlasse ein Bändä-eni Gedichte „IN Freud und Leid" herausgegeben worden. Gesottene Eier. Turchhalten, auch durch wirtschaftliche Schwierigkeiten, bis zum siegreichen Ende! Tie Hausfrauen fage»t srch's von ^ag zu Tag und stehen wie Soldaten in ihren Küchen zwischen Pfannen und Kochlöffeln, uin durch tanfenb Künste den wirtschaftlichen Feldzug zum Siege zu führen. Das Brechen ohne Fstt, das Kochen ohne Kohle, das Hinmachcn ohne Zucker rst ihnen längst kein Geheimnis mehr, mtb bie anfangs so verwirr eichen Zeichen der Mi^ch-, Prot-, Fett-, Flejsch- upd Znaerkärten haben sich mit der Zert in ihrem Hirn zu nnnrjüch^n, Kochrc^etz^en zusammen ge fügt. Auch wir ru unserem eliägischen Staocheu hatten uns ip alles gesunden und zuguterletzt noch in rmseren Herzen mit dein Eiev- gcnnß abgeschlossen, als es eineß Tages streng gemessene Eier- Tarten gegeben hatte. Seither lebten die Eierkuchen, Ereranfläuse, Eiercretnes mit den ungezählten Eiern luir noch in Erinnerung, und es galt auch in den: Reich der Hühner hauszuhalten. Ta wollte es eines Morgens, ein gütiger Zufall, daß eine Freundin mir ins Ohr rannte, daß in einem Geschäft infolge einer ffeinnt Feuersbrunst 1000 durch den Rauch leicht schw ärzte Eier ohne Karten erhältlich seien. Aber ich müsse mich beeilen; denn die wenigen Eingeweihten hätlen schon tüchtig eingekauft, und wenn es erst in weiteren Kreisen bekannt wurde, dann-Sie zuckte die Achseln, und tdi verstand. Ja, daun gab es vor dem Ladest wieder die lange Polonaise, und nach z>vei ständigem harten würhx von innen eine wohlwollende Stimme erschallen: „Mdaure — es gibt keine Ejer mehr!" Und dann würde wieder das weiße Schild mit dem „Eier ausoerkanft" hexansg^hängt wsrdew! Das trat alles ganz deutlich im Bruchteil einer Seknüde vok meine Augen. Die gute Fre'undin lieh mir das Geld. Schirm und Marktkorb ließ ich in einem Geschäft stehen, um, durch! nichts behindert, zstr kostbaren Eierfundstätte zu lausen. Ja, zU laufen; denn die Angst, es könnten mir andere zuvorkomwen, saß mir in den Schuhsohlen. Endlich wart ber Spezerei laden erreicht. Und sieh?, in einem großen Korb, auf Stroh hübsch nebeneinander gebettet, lagep noch etwa 200 Eier, die, trotz der vcrrUßteü Gesichter, freundlich und verheißungsvoll blickten. Andere Käufer drängten mir nach. Allen bestätigte das Fräulein, daß die Eier gut seien. Ich aber legte die Hand aus den ^orb und bat um 7t) Eier. Aus Oie mürrischen Gesichter und entrüsteten Worten der Umstehenden achtete ich nicht. Mit einem Gefühl von D^onne vernahm ich nur das Zählen des Ladenfräuleins: Zwei - vier — sechs — und so weiter bis siebzig! Das würde aus lange, lange Zeit Rühr-, Spiegel- und weiche Eier geben! Inzwischen war das Gedränge gewachsen, und ich hatte Mühe, an der Kasse an zu komm cm und meinen köstlichen Schatz zu zahlen. Jetzt freilich brauchte keine Angst mehr meine Schritte zu beflügeln. In meinem Herzen stimmte ich ein Loblied aus die Freundschaft an, dcr ich diese Eier verdankte, und schlenkerte langsam nach Haus. Unterlvegs kehrte ich beim Metzger ciu. Dort aber »nachte ich die unliebsame Entdeckung, daß ich in dem Menschientrubel in der Eierhandlnng meine Fteischkartc verloren l^rtte. Erne telephonische Anfrage führte zu keinem Ergebnis. Tie Kärte war spurlos ve- schlvundeu, und lO Tage laug lvürde ich keinen Bissen Fleisch kaufen können. Ueber dieses Mißgeschick half nur mir dcr Gedanke an meine siebzig Eier hinweg, die nur ja für den Verlust Ersatz bieten würden. Siebzig frische Eier! Wir standen zu Tritt in der Küche, mein Mann, die erfahrene Kochperle Lina und ich und staunten die negerschivarzen Hühnerkinder an. Die Koch,perle wagte einen leisen Einwand.^ Ob die Eier auch glle roh seien? Roh? Daran lwtte ick) gar nicht gedacht. Das mußte gleich erprobt worden. Das erste Er wurde aufgeschlagen. Es war steinhart. Das zweite elw'nso. Das dritte desgleichen. Völlig bestürzt sah ick dem grausamen Spiel zu. Die Hitze der Feuersbrunst hatte ohne menschliches Zutun die Onrc hart gesotten. - Ich habe mich nur langsam von dern Dckckag erholt. Natürlich hat sich die Flcischkarte nicht wicdergefnndRi. und wir waren zehn Tage lang ganz äuf unseee siebzig harten Eier ange-oiesen Schließlich, als wir sic auf unserem Tisch fast nicht mehr sehen konnten. haben nur sie zur Abivechselung rot, blawstnd gelb gefärbt. Da-.- sollte uns an die Kindheit und den Osterhasen erinnern und uns von dem Eiereinerlei ablenken. Es Krals aber nicht viel, und als Oio ncnen Fleischkarten kamen, halten wir uns die Eier so >v. und- lich übergegessen, daß wir die Eiuschränknngeii hurck, die Eier- karten nicht mehr als Entbehruna, sondern als Wohltat empfanden. Und ich meine, das stmr von der ganzen G'icknÄe de, gioßko Nutzen ... H Schede. 360 Vermischtes. • »Welch entzückender Abend! . .' Ein auSnahmS weise unkriegerisches, baffit aber auch recht unterhaltsarnes Ge schichtchei, weiß »Paris-M,di" auS dem Hause des französischen Generals Lyautey zu berichten. Der General pflegte feine Mußestunden völlig feiner Liebhaberei für Tiere zu widmen, und er hielt sich stets einen dressierten Affen und einen Papagei, die er selbst arff Reifen mitnahm. Während der Affe nach Ansicht des fran zösischen BlatteS ein Wunder an Verstand und Geschicklichkeit »var, zeigte sich der Papagei weniger gelehrig, da er trotz aller Bemühungen in seinen sprachlichen nenntmffen nicht über den einen Satz hinauskam: »Welch entzückender AbendI" Warum ans- gerechnet dieser Satz dem Tier gesiel, ist nicht aufgeklärt. Tat fache aber ist. daß der Papagei nur diese Worte zu sprechen ver mochte. Eines Abends nun begab sich General Lnaute y zu einem Feste, und er beging die Unvorsichtigkeit, seine beiden Hausgenossen unbewacht in demselben Zimmer zuriickzulaffen. Als er spät nach Mitternacht wieder heimkehrte, bot sich dem militärischen Tierfreund ein Bild des Schreckens. Der Affe hatte sich mit einer Unzahl bunter Papageifedern geschmückt und betrachtete im Spiegel grinsend diesen neuen Schmuck, während der Papagei völlig gerupft auf die höchste Krone der Lampe geflohen war und mit im Todeskampfe röchelnder Stimme krächzte: »Welch entzückender Abend I* Seit dieser Zeit soll General Lyautey auf derlei Freuden im Hause ver zichtet haben. _ vüchertisch. — ,D, e Türkei" von Paul R. Krause, Kaiser!, ottom. Regrerungsrat a. D. »Aus Natur und GeisteSwelt", Sammlung wissenschaftlich-gemeinverständlicher Darstellungen. Band 469. Mit 2 Karten im Text und auf 1 Tafel (III und 136 S.) Geheftet Mk 1,—, gebd. Mk. 1,25. Verlag B. G. Teubner, Leipzig und Berlin 1916. - Deutscher Wille (K u n st w ar t). Erstes Jul,Heft 1916. (Kriegsausgabe zu ermäßigtem Preis. Vierteljährlich 3,60 Mk. Verlag von Georg D. W. Eallwey, München.) Im Leiter »Reisezeit - Heiinatzeit" behandelt der Herausgeber, Ferdinand Avenarms, d,e Frage des Heimatschutzes als Pflege eines gemein kamen Volksgutes. Man dürfe Heiinatwerte, die ja Volkskraft bedeuten, nicht durch privatkapitalistische Sonderintereffen vernichten lassen., — Der österreichische ReichsratSabgeordnete Franz Jeffer führt im Anschluß an den 50. Jahrestag der Schlacht von Königgratz aus. wie sich das Verhältnis der Deutfchösterreicher zum Staate Oesterreich und zum Deutschen Reiche seither gestaltet hat. — Wolfgang Schmnann gibt einen kritischen Ueberblick über eine An zahl neuerer »soziologischer Romane und Novellen". — AvenartuS fordert in einen, Aufsatz »Neuer Photographen-Kunstdienst" die Liebhaberphotographeu auf, ihr Können in den Dienst der alten deutschen Kunst, besonders der Plastik, zu stellen, denn von diesen Werken gäbe es in den meisten Fällen keine befriedigenden Wiedergaben. — Profeffor D. Friedrich Niebergall behandelt die Persönlichkeit und das Wirken Adolf DiesterwegS. — Es folgt ein bisher unveröffentlichter Gedichtzyklus von AvenariuS unter dem Titel »Sommer Frieden". Aus der Rundschau nennen wir folgende Themen: Zur Reichskanzler-Rede vom d. Juni. Pansen im Ge- dichtrythmus. Neue Bücher über Musik. Die Börse als moralische Anstalt. Der Bauer als Geschäftsmann, der Bauer als Helfer. Der Weg der Kriegerheimstätlen. Krieg und Kinderkräste. Zu der Münchener Erklärung gegen F. W. Foerster. Ein deutscher Verband für Volksbild,mg. — Die Bilderbeilagen bringen eine farbige Wiedergabe von Elarita Beyers „friesischer Bauernstube", Ferdinand Staegers »Schöne Zeilen" und vier wissenschaftliche Aufnahmen von der berühmten Elastik des Westchors des Nann,burger Toines. Die Notenbeilage enthält eine Arie aus Haendels »Judas Makkabäus" in der Neubearbeitung von Hermann Stevhani. - "Unser Burgfriede" betitelt Hans v. Wolzogen einen Leltaufsatz tu der von Wilheln, Kiefer herausgegebenen Monats- schrtit für da« deutsche Kunst- und Geistesleben »Bühne und Welt Ueber H. St. EhainberlatnS »Politische Ideale" schreibt Armand Cronnnelin eine Abhandlung. Einem gefallenen KriegS- fce,w,lügen fetzt Karl Henckell ein Denkmal. Anton Ohorn bringt ein mtereffanteS Kapitel aus den schriftstellerischen Erfahrungen fernes Lebens. Neben einer eingehenden philosophische», Abhand- lung über »Peer Gtziit" von Dietrich Eckart bringt das Heit eine Wurdiaung des BiSniarck-Romanes von Karl Bleibtreu. Der Pr.,5 des beites beträgt 60 Pfg., ein HalbjahrSbezug 3.50 Mk. durch ,ede Buchhandlung, die Post und den Verlag von .Bühne und Welt", Hamburg 36. J 7 " 0 o *i b Q „J q a b e desGeseh ' und Verordnung S° blatteS für die okkupierten Gebiete Belgiens. Aicht nur m Deutschland, sondern auch in den besetzten Gebieten Belgiens hat der Umfang der gesetzgeberischen Tätigkeit den Wunsch nach einer übersichtlichen Sammlung der seit Beginn des Krieges erla.'enen Gesetze u»d Verordnungen anfkominen lassen. Während aber ,n Deutschland bisher lediglich private Sammlungen der Kriegsverordnuugen bestehen, hat die deutsche Verwaltung in Bel- dem kürzlich erlchienenen ersten Band der »Handausgabe de. Gesetz- und Verordnungsblattes für die okkupierten Gebiete Belgiens" (Buchhandlung Mffch Sr Thron, Brüssel, Koni,»gstraat 186, den Grund zu einen, großen amtlichen Sammelwerk der von ihr erlassenen Bestimmungen gelegt. Die von der Politischen Abteilung bei dem Generalgouverneur in Belgien herausgegebene »Handausgabe", die von Gerichtsaffessor Otto Spengler bearbeitet ist, druckt in Band I nur den.deutschen Text der für die besetzten Gebiete Belgiens erlaffenen Verordnungen und Bekanntmachungen auS der Zeit von, 2. Eeptenrber 1914 bis 31. Dezember 1915 ab. In einen, Anhang zu der Handausgabe sind die nicht im Gesetz- und Verordnungsblatt veröffentlichten Verordnungen und Bekanntmachungen zusam,ne»,gestellt, die in späteren in, Verordnungsblatt erschienenen Verordnungen ermähnt sind. Die »Handausgabe* kann von der Buchhandlung Misch &. Thron, Brüssel, Koningstraat 126, bezogen werden. — DaS Gebiet der Tierpsychologie hat durch die ,n den letzten Jahren schnell bekannt gewordenen Rechenleistungen der Elberselder Pferde und des klugen HanS (Pferd deS Hek^n von Osten) einen bedeutenden Umfang gewonnen. So sind auch mit Affen ähnliche Versuche durchgefuhrt und zu interessante», Untersuchungen erweitert worden. Der bekannte Psychologe, Professor Dr. Karl Marbe, Vorstand des psychologischen Institutes der Universität Würzburg, hat die Rechenkunst der Schim- pansin Basso in, Frankfurter Zoologischen Garten geprüft und dabei wertvolle Tatsachen zusannnengestellt, die er als drittes Heft im IV. Bande der Zeitschrift »Fortschritte der Psychologie" (Verlag B. G. Teubner) veröffentlicht hat. Wir lassen einen Abschnitt daraus folgen: Durch mancherlei Beobachtungen »var ich zu einer Hypothese gelangt, an die ich die Fortsetzung der Versuche gnzu- schließen beschloß. Ich war närnlich auf die Idee gekommen, der Wärter stelle seinen Körper bei jeder Fragestellung unwillkürlich so ein, daß die der Aufgabe entsprechende Tafel von der Medianebene seines Kopses durchschnitten wurde. Zur Prüfung meiner Hypothese führte ich »„nächst folgende Versuche aus. Ich ließ den Wärter 10 Rechenaufgaben stellen. Vor jeder Aufgabe legte ich jedoch selbst die 10 Tafeln ans den Tisch. Nachdem Basso reagiert hatte, packte ich die Tafeln wieder zusannnen und nuschle sie, ahn lich wie Spielkarte»,, durcheinander, un, sie dann von neuem wieder aufzulegen. Vor jeder Frage des Wärters stellte ich dann diesen so ei»,, daß die Medianebene seines Kopfes, »velcher der ga»»ze Körper unwillkürlich bis zu einem gewiffen Grade folgte, eine ganz bestimmte, von mir in Alissicht genoinmene Tafel u»,d nur oiese kreuzte. Natürlich mußte ich schon bei»,, Auflegen der Tafeln ans d,e Möglichkeit, diese Einstellung zu be»verkstelligen, Rücksicht nehmen, d. h. ich »nutzte die Tafeln jeweils so legen, daß es mir möglich »var, nur eine durch die Medianebene des Kopses deS Wärters kreuzen zu lassen Jrn übrige»» legte ich die fragliche Tafel regellos bald mehr nach liyks, bald inehr nach rechtS, bald ungefähr in die Mute des TtscheS. Der Wärter durfte natürlich keine -r.afel a»,sehen, sonder»» er »nutzte, »vie bei den üblichen Vorführungen Bassos, über den Tisch hinweg nach den, Publikum starre»,. Die Versuche führten zu folgeuden Resultaten: Nicht ein klnz,g?s Mal war die von Basso angegebene Zahl richtig, jedeSinäl aber hob Baffo diejenige Tafel auf, die von der Meoianebene des Kopfes des Wärters geschnitten wurde. Durch diese Versuche, die ich mit einiget, Modifikationen und gleiche»,, Erfolge wiederholt habe, ist z»ve,fellos beiviesen, daß Baffo bei der Anslvahl der von ihr aufgehobenen Tafel», wesentlich durch die Lage dieser Tafeln S"r Medianebene des Kopfes deS Wärters bestiinint wird. Jedenfalls dürfen wir sagen: Von eine»», a»»tomatischen oder wirkliche», Rechnen Bassos kann nicht d,e Rede sein. Sie rechnet »veder auto inatisch, noch selbständig, noch verfügt sie gar über ein geheimnisvolles natürliches Rech»,en. Sie reagiert offenbar nur auf be- stinunte, unwillkürliche Zeichen, unter denen jedenfalls die Einstellung der Medianebene des Wärters bedeutsam ist. Silbenrätiel. a, bad, fa, fal, ga, han, i, jo, la, lit, me. nior, na, ni, nis, o, ra, ra, rang, rau, sa, schar, so, stall, la, tan, te, ter, llh, tnr, n, n, ul, va, wit. AuS vorstehenden Silben und Buchstaben sollen elf Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt »verden, daß die Anfang»- und Endbuchstaben von oben nach unten gelesen den Rainen eines Dichters und den Titel eines seiner Werke bezeichnen. ES be- beuteit aber die einzelnen Wörter folgendes: 1. Böhmische», Badeort. 8. Einen Banin. 8. Naturforscher des 18. Jahrhunderts 4. Biblischen Rainen. 5. Ei»,e der neun Muse»,. 6. Stadt in der Niederlausih 7. Altertüinliche Bezeichnung für eine des Gatten beraubte Frau. 8. Ein Tier. V. Ein Bildungsintttel. 10. Eine Naturerscheinung. 11. Kölnische Fiour bei Shakespeare. Auslösung in »nächster Nummer. 1 - Auflösung des Logogriphtz in voriger Nummer. Kann»», Lamm, Da»„n. SchrMeUung. Aug Boetz. - Rotationtdruck und Verlag der Briihllchen UniverstlLls-Buch- und Sleindruck-rei, R. Lang«, Wieben.