Schicksale. Roman oott Heinrich Kornfeld- (Nachdruck verboten.) (Amerikanisches Lop^n8>it Carl Duncker 1914 ) * (Fortsetzung.) Er klingelte. Der alte Lakai trat ein. „Frederic - hier ist ein Brief nach Paris von einer sehr großen Wichtigkeit. Sorgen Sie selbst dafür, daß er wenll möglich in den Pariser Schnellzug, der mittags hier eine Minute Aufenthalt hat, geworfen wiird." Der Alte, der den Verwandten seiner Herrin schon seit Jahren voll beit gelegentlichen Besuchen aus Schloß St. Ehamant kannte, verneigte sich. „Ich werde selbst dafür Sorge tragen. Herr de Mar- sillargues dürfen beruhigt sein." Damit wollte er sich znrückziehen, doch Alphonse hielt ihn durch eine Handbewegung zurück. „Einen Augenblick, Frederic." Und als der -Lakai in das Zimmer zurückgetreten war und die Tür hinter sich geschlossen hatte: „Sagen Sie, Frederic — meine Cousine sprach mir gestern abend von einer Einquartierung, die auf Schloß St. Chantant gelegt werden solle." „Heut nachmittag, Herr de Marsillargues." „Ist die Zeit scholl genau bestimmt?" „Sehr wohl, Herr de Marsillargues. Vor etwa einer Stullde kam eine Ordonnanz mit der Meldung, daß die deutschen Herren gegen sechs Uhr eintroffen lvürden. Frau Marquise hat daraufhin dem Koch für sieben Uhr ein großes Diner angesagt." „Um lvieviel Herren haildelt es sich denn?" Der Alte war einen Schritt nähergetreten. In seinem undurchdringlichen blutleeren Gesicht regte sich nichts; allenfalls klang die Stimme etwas gedämpfter, als er erwiderte; „Zwanzig Offiziere mit der nötigen Begleitung, .Herr de Marsillargues. Es sollen auch höhere Offiziere darunter sein Ueberhaupt hat es fast den Anschein — als erhielte St. Ehamant eine sehr illustre Gesellschaft." Alphonse schob ruckhaft den Schreibsessel herum. „Was meinen Sie damit, Frederic?" Dach der Alte ivar schon wieder ganz in seiner farblosen vorsichtigen Zurückhaltung. „Ich weiß ja selbst noch von nichts, Herr de Atarsillar- gues werden ja heut abend an der Tafel teilnehmen und die Herren alle persönlich kennen lernen." Der Pariser Nationalist schien eine Bemerkung auf der Zunge zu haben. Doch noch rechtzeitig kanten ihm wohl Bedenken. Er erwiderte nur: „Sie haben recht. Im übrigen — ivas kümmert das alles uns. Also den Brief, Frederic. Und dann — ja. Hören Sie, meine Cousine sagte mir, daß Sie das Frühstück immer oben im Krankenzimmer am Bett meiner Tante einnimmt." „Sehr wohl, Herr de Marsillargues. Die gnädige Frau Marqnis-e ist überhaupt jede freie Minute oben." „Also übermitteln Sie nteiner Cousine - ich müßte sie unbedingt vor dem Eintreffen der deutschen Offiziere noch einmal unter vier Augen sprechen. Es handle sich um eine äußerst wichtige Angelegenheit wichtig nicht nur für mich, sondern auch für sie selbst." „'Ich werde es sofort ausrichten, Herr de Marsillargues." „Und die Antwort bringen Sie mir dann sofort, nicht wahr?" „Sehr wohl." Eine halbe Stunde später stand er vor dem großen Eckspiegel seines Schlafzimmers und überflog seine Erscheinung noch einmal mit einem prüfenden Blick. Er tvar zufrieden. Der Cutaway saß lute angegossen und die Krawatte war ihm selten so tadellos gelungen als heut. Eine gute Vorbedeutung Leise vor sich hinsummend stieg er die Freitreppe hinab. Jutta hatte ihm Frederic mit der Nachricht geschickt, daß sie ihn in ihrem Boudoir erwarte. Nun kam es da» auf an! „Alphonse - Junge . . über deine zweiunddreißig Jahre ist mancher Sturm dahingebraust, hat dich unter uns gesagt doch verflucht mitgenommen! Jetzt wird es Zeit, nach dem Tauende zu suchen, an dem du dich wieder aus der gefährlichen Sintflut hocharbeiten mußt. , Die Nerven zusammengenomuten und die Augen auf. vielleicht, daß du dies Tauende wirklich heut zu fassen kriegst!' Und doch wollte dieser grimmige Troß sich meuchlings wieder davonfchleichen, als er ihr ein paar Minuten später daitu gegenüberstand in dem fraisfarbenett Nestchen von Boudoir, dessen knschelige kosige Weichheit so gar nicht passen wollte zu ben strengen, stets etwas kühlen Linien ihres schönen Gesichts. Auch das Lächeln, mit dein sie ihn zuttt Sitzen eittlud, verwischte nicht ganz die Herbheit ihrer Züge „Daraus können Sie sich wirklich ettvas einbitden, Alphonse, daß ich für Sie heute Zeit finde." Er merkte garnicht, daß ihm die Erregung vor der nahen Entscheidung die Kehle zusammenpreßte, daß seine Stimme etwas heiser klang, als er entgegnete: „Ich weiß — die Einquartierung für heut nachmittag. Da gibt es vermutlich für die Hausfrau tausend Dinge zu bedenken und vorzubereiten, dattiit Schloß St. Chantant in würdigem Glanze strahlt." „Ganz recht, Alphonse." „Umsomehr weiß ich den Vorzug zu schätzen, teuerste Cousine, daß Sie es doch ttoch ermöglichen, mir einige Minuten zu widmen." 346 In leisem Spott warf sie ein: „Ich hoffe, daß diese Minuten wenigstens nicht'^u den verlorenen zählen-werden." /» Er stutzte. Er sah sie kurz und scharf an. Faßtö sich dann schnell und versetzte: » ,,Das kommt ganz auf Sie und Ihre Gesinnungen an, die Sie mir gegenüber hegen, teuerste Jutta." Und als er sah, wie sich ihre kühngeschwungcnen schmalen Brauen leise zuckend zusamnienzogen, ergänzte er schnell, ehe sie noch vielleicht ein Wort kühler Abwehr fände: „Außerdem seien Sie überzeugt, Cousine — wären wir nicht gestern abend durch den deutschen Offizier in unserer Aussprache gestört ivorden, dann hätte ich Ihre Zeit heut nicht in Anspruch nehmen brauchen. So aber bleibt nichts anderes übrig. Denn es gibt Dinge, die zur Entscheidung/ drängen und die klar vor uns liegen müssen, ehe sich Schloß St. Chamant mit Waffenlärm füllt. Dann erst werden Sie in Wahrheit keine ruhige Minute mehr haben, sich mit mir und meinen Wünschen zu beschäftigen." „Und diese Wünsche, Vetter Alphonse?" . . . fragte sic freundlich und ahnungslos. Da sprang er «aus und trat von ihr fort zu einer kleinen Vitrine, hinter deren geschliffenem Glase allerlei altes, selt- farn geblümtes behäbiges Porzellan prunkte. Ein Jäger, der sei kl Hifthorn blies. Ein Liebespaar, das sich in zierlichem Reigen drehte. Ein kleines Mädelchen, das ihr Lockenköpfchen an das buschige Fell einer Katze kuschelte. Kavaliere mit Kniehosen und Wadenstrümpfen nnb wage recht gehaltenen Galanteriedegen. Tausend Nichtigkeiten, über die sein zerstreuter Blick hinglitt, ohne mehr als die äußere Form wahrzunehmen. Und doch war alles nur, um diesen kühlen, leis erstaunten Frauenaugen da drüben auszuweichcn, um' Zeit zu ge- ivinnen vor der letzten Entscheidung, um noch einmal diö nervös durcheilianderzuckenden Gedanken zu bändigen und zu ordneil. Vis er merkte, wie ihn trotz allein inib allem der Mut immer mehr und mehr verließ. Da knirschte er die Zähne aus- einander und ivandte sich ruckhast zu ihr und stieß brüsk und ganz gegen seine sonstige leicht spielerische Art hervor: , „Jutta, ich^bitte Sie um Christi Barmherzigkeit willen - überstürzen Sie sich nicht in Ihren Entschlüssen, eilen Sic nicht mit Ihrer Antwort und mit Ihrer Entscheidung. Ich habe drei Fahre dazu gebraucht, ehe ich den Mut fand, Ihnen heute zur letzten Aussprache gegenüberzustehen; drei Jahre — nun quittieren Sie über diese drei Jahre rastlosen Grübelns und Denkens nicht in einer arniseligen Sekunde, nicht in der flüchtigen Stimmung des Augenblicks. Ich bitte Sie, Jutta: ich flehe Sie an lassen Sie sich Zeit! Erwägeil Sie alles und jedes!" llnd von drüben kam als Antwort nur ein halblautes, fast schon ein wenig ungeduldiges: „Aber Alphonse ich verstehe Sie noch garnicht und ich kenn Sie ja überhaupt nicht ivieder. Wozu diese Erregung und diese lange Einleitung?" „Weil es sich um große Dinge handelt, Cousine. Um große Entscheidungen. Vielleicht um die größte, die es für mich gibt." „Und diese Entscheidung liegt in meiner Hand?" „In Ihrer, Jutta." „Aber dann nennen Sie sic mir doch, Alphonse." , r . schleuderte er ihr kurz und schroff und wie in Wehr losigkeit entgegen: „Jutta — Sie sind seit drei Jahrsn verwitwet. Si leben allein mr sich. Sic haben sich freiwillig abgeschlossei von dem bunten rauschenden Leben, das da draußen auf Si wartet und in das Sie hineingehören als Fürstin. Jutta - Sie haben sich vergraben in eine Trauer, die doch bestenfall« nur eine schöne Erinnerung noch sein kann. Sie dürfen da- nicht langer tun. Sie sind jung und schön. Und sind ein. von Welt und sind dazu geboren und dazu geschaffen ö" glawzen und eine Rolle zu spielen. Weshalb tun Sie e< nicht? Weshalb vergraben Sie sich freiwillig in einer erstickenden Einsamkeit?" Die Stimme der jungen Marquise de St. Chamant wa: hell und klingend, wie dieser Ton ihr manchmal anflog: „Weil ich in dieser erstickenden Einsamkeit — mein Glüc gefunden habe. Weil Rene mich lehrte, über die Enge de: Umgebung hinaus mir einen weiten Blick zu gewinnen un! zu erhalten." 2llphoiise de Marsillargues toarf unvermittelt ein: -,Sie haben Ihren Gatten sekr geliebt, Jchtta?" „Sehr, Alphonse. Mehr als ich es einem dritten Menschen ins Gesicht hinein zugeben würde." „Das nahm ich an." „Weshalb nehmen Sie das an, Alphonse?" „Weil Sie ohne die Liebe Ihres Gatten sonst in dieser Einsamkeit hier stumpf und vorzeitig alt geworden wären,- Cousine." Sie sah ihn lange an. Die Mngel ihrer Vornehm gemeißelten Nase zitterten etwas. „Und?" „Und ich meine, Jutta — die letzte« drei Jahre haben Sie sich noch jung und elastisch! erhalten m der Erinnerung an dieses gestorbene Glück. Bis heilte noch!. Aber überschätzen Sie nicht Erinnerungen; vertrauen Sie nicht zu blindlings auf das Gedächtnis des Herzens." Die schöne junge Frau erhob sich, hastig. Eine finstere Falte glitt ihfr zwischen die Brauen. „Rühren Sie nicht an begrabene Stunden, die niemals wiederkehren können." Und Mphonse de Marsillargues darauf trotzig: „Und doch rühre ich daran, Cousine. Und wenn Sie mich ans Ihren schöneil Allgen noch so zürnend anblickcn — ich tu es trotzdem! Ich warne Sie vor sich selbst! Ich warne Sie vor Erinnerungen und Sentimentalitäten, die. klirrende Ketteil werden können — schwere klirrende Eisenlasten, ail beuen Sie sich vor der Zeit müd und alt schleppen!. Ich weiß, was ich sage. Ich kenne das Leben. Ich bin feilt Charlatan und kein Blagueur! Ich bin durch eine harte Schule gegangen und kenne Frauen und Frauenhcrzcn. Jutta - klammern Sie sich nicht an Schatten! Opfern Sie Ihre Jahre nicht m.ehr dem wesenlosen Schemen eines zerronnenen Glücks! Ich warne Sie, Jutta - weil ich Sie liebe und weil ich S.ie begehre!" Daraus war es lange still. Und dann irrte über die blutleeren schönen Züge bet jungen Marquise de St. Chamant ein verlorenes Lächeln. Wie Mitleid und zugleich wie stille tteberlegenheit. „Bis vor wenigen Minuten verstand ich Sie und Ihre Warnungen nicht, Vetter Lllphonse - jetzt verstehe ich sie. Und habe Ihnen nur das eine Wort zu sagen : nein!" „Jutta!" ... er war ihr unwillkürlich ivieder einen Schritt nähergetreten: er stand vor ihr - mit schwer atmender Brust, mit lodernden- Augen, die Hände zu Fäusten geballt, vornübergebeugt. . . „Jutta ist es, weil ich ein armseliger Krüppel bin?" Sie maß ihn mit finsterem Blick. „Denken Sie so verächtlich von einer Frau, die Sie begehren, Alphonse? Nein — es sind nicht Aenßerlichkeiten — es sind Innerlichkeiten mtb nur Innerlichkeiten! Sie warnten mich vor Schatten und Schemen ^ . . ich aber sage Ihnen — dieser Schatten lebt und dieses Schemen gibt mir jeden Tag von neuem Kraft zu leben und jung zu bleiben. Ich bin nicht sentimental; ich klammere mich nicht an begrabene Stunden, die kein Mensch wieder auserwecken kann . . . aber ich bin treu, Alphonse; und bin dankbar der Erinnerung eines Mannes, der mir soviel gegeben hat. Was war ich denn, ehe ich ihn kennen lernte? Ein dummes törichtes! Ding, das mit stumpfen Angen durch den Tag lies und nichts wußte von oll der Schönheit ringsum. Alt das hat er mir doch erst gezeigt, und hat er mich doch erst gelehrt und hat mir ein Glück gegeben, das ihn lange überdauern wird. Ich bin nicht sentimental, Alphonse, aber ich bin dankbar." Er murmelte zwischen den Zähnen:. . „Sie sind eine Deutsche! Schwächlich, romantisch und ziellos. Sie sind bescheiden, Jutta — Sie hatten die große Kugel „Leben" in der- Hand und wälzen sie hin und her und wissen nichts mit ihr zu beginnen." Drüben aber über die blaßroten sein geschwungenen Lippen der jungen Marquise de St. Chamant glitt es wie ehrliches Bedauern: „Armer Alphonse — was müssen Sie bisher im Leben snr Frauen gekannt haben! Frauen? Waren es nicht herzlose armselige Geschöpfe? Müssen sie nicht bedauernswert gewesen sein, die Ihnen so wenig Achtung vor uns und unserem Herzen zu geben vermochten?" Sic hob halb die Hand gegen ihn. (Fortsetzung folgt.) 347 4 in Erzieher unserer Volker. L8u Gustav Frehtags 100. Geburtstag, 13. Jrrli.) - Von Heinz Amelung. Deutsche Dichtung, deutsche Forschung, deutsche Gesinnung — mit diesem Dreiklang läßt sich treffend Gustav Freytags Lebens- Werk kennzeichnen. Alles, was er freischöpferisch, nachbildend oder lehrend dem deutschen Volke geschenkt hat, war durchglüht und erhellt von den Strahlen einer innigen Vaterlandsliebe. Zudem, was die Deutschen jetzt sind und leisten, hat er nicht wenig beigetragen ; er gehört mit zu den großen Erziehern unseres ^Volkes. Vor nunmehr 21 Jahren ist dieser aufrechte deutsche Mann wie ein Fürst zur letzten Ruhestätte geleitet worden, und doch wirkt er heute, da lvir seinen hundertsten Gebursstag dankbar begehen, ganz wie ein Lebender unter uns. Türch seine Romane und namctttltd) durch seine „Bilder aus der deutschen Vergangenheit" hat er das Selbstbewußtsein der Deutschen gehoben, ihre Selbstachtung geweckt und gesteigert, das Staudesgesühl mancher Berufe zuin Besten der Allgemeinheit geschärft. Durch seine politischen Aufsätze, die in ihrer Bedeutung noch längst nicht genügend erkannt sind, hat er einen maßgebenden und richtungweisenden Einfluß auf die staatsbürgerliche und politische„ Schulung weiter Kreise gewonnen. Schon bevor er diese machtvolle Wirksamkeit in den „Grcnz- boten" begann, hatte er selbst sozusagen, einen praktischen Lehrgang durchgeniacht in der Kenntnis der politischen und sozialen Verhältnisse und Nöte der imteren Volksschichten, als er im Frühjahr und Sommer 1848 einen von ihm gegründeten Handwcrkerverein in Dresden mit außerordentlichem Geschick und Erfolg leitete. Das war zwar nicht selten recht aufregend und mühevoll, wurde aber für Freytag zu einer Schule, in der er den deutschen Charakter in allen seinen Vorzügen, freilich auch in seinen Nachteilen gründlich kennen lernte. In das Leben aus Gütern, auf dem Lande, in Kaufmanns- und Prosessorcnkreisen hatte er bereits als Berliner Student irnb als Breslauer Privatdozent einen tiefen Einblick getan, der Nationalitätenkampf zwischen Deutschtum nüd Polentnm war ihn:, dem Sohn der schlesischen Grenzstadt Kreuzbnrg, von Jugend auf vertraut. ,Jn dieser praktischen Weife sowie durch eingehendes Studium war er vorbereitet für den hohen Beruf, dev- thm bestimmt war. Es traf sich, günstig für ihn, daß sich ihm nach der Nicderlegnng des seiner Natur nicht gemäßen akademischen Lehramts Gelegenheit bot, gemeinsam mit Julian Schniidt die Zeitschrift „Die Grenzboten" zu übernehmen. Mit Schmidt stimmte er in seinen politischen und literarischen Ansichten trefflich überein. Gern erinnerte er sich im Alter noch der laugen Jahre gemeinsamer Tätigkeit. „So redlich, so warmherzig, so gescheit, ein. so guter Preuße, seine Seele so rein wie die eines Kindes und sein Urteil oft wundervoll klar und hoch. Weuu^ich damals etwas Größeres geschrieben habe, Die Journalisten, Soll und Haben, so war seine Ansicht die erste, die ich suchte, und seine Verstimmung gab mir gegenüber der Oeffcutlichkeit eine Sicherheit, die gar nicht mehr um den Erfolg sorgte." Die beiden Werke, die seine Berühnrtheit begründeten und noch heute ansmachen, nachdem er bereits mit drei Dramen Beachtung gefunden hatte, sind ebevr genannt worden: „Tie Journalisten" (1802), die mit Recht als das beste deutsche Lustspiel nach Lesfings „Minna von Barnhelm" gelteir, dürfen wir als poetischen Ausdruck des allgemeinen Charakters ihrer Zeit betrachten, und der Roman „Soll und Haben" (verfaßt 1854- -1855) eroberte sich im Fluge die Gunst des Publikums, die er nach zwei Menschenaltern noch nicht eingebüßt l)at — ein sicheres Zeichen für den inneren Wert dieses Kunstwerkes. Was er selbst an den „Pickwickiern" hervor- gehoben hatte: „Alles war modernes Leben, im Grunde alltägliche Wirklichkeit und die eigene Weise zu empfinden, nur verklärt durch das liebevolle Gemüt eines echten Dichters", das paßt wörtlich auf seinen Roman. Gleich Dickens, von dem er, wie er selbist. sagte, viel gelernt hat in bezug auf die launige humorvolle Betrachtung und Zeichnung von Menschen und Trugen, hat er Hunderttausendtn frohe Stunden und gehobene Stimmung verschafft. „Ter deutsche Romair soll das deutsche Volk da suchen, wv es in seiner Tüchtigkeit zu finbcu ist, nämlich bei seinen Arbeit." Diesen Satz Julian Schmidts hat Gustav Freytag seiner ersten erzählenden Dichtung voraugestcllt, ifjm blieb er auch der der zweiten treu, spielte „Soll und Haben" in den Kreisen des werktätigen, Werte Müssenden Bürgertums, dem sich als Gegensätze unehrliche Handelsleute und schiffbrüchige Landadelige gesellen, so greift „Die verlorene Handschrift" mehr auf das geistige Gebiet über, in die Zunft der Gelehrten, die iir Verbindung gebracht wird mit cmem tüchtigen Bauerngeschlecht und mit ungesundem Hofleben. Bedeutung gewinnen in dem Kaufmanns^ roman die Kämpfe zwischen Deutschen und Slaven: einen mit sichtlicher Vorliebe und besonderem Gelingen dargestellteu tüchtigen Edelmann Fritz von Fink beruft der Dichter zum Vorkämpfer des Deutschtums. Auf Männer wie ihm, denen Frauen wie Leouore rührig zur Seite stehen, ruht die Hoffnung und die Zukunft des Vaterlandes: zuversichtlich dürfen wir erwarten, „daß au--' dem Slavenschloß eine neue Schar kraftvoller .Knaben hervorspriuge und ein neues deutsches GeschleclN. dauerhaft au Leib und Seele, sich über das Land verbreite, ein Geschlecht von Kolonisten und Eroberern" wie cs sich in diesem Weltkriege in wahrlich Helden^ Hafter Art beivährt. Nicht ganz auf der Höhe des Meisterwerks „Soll und Hoben" steht der 1864 ersckftencne. Roman „Die verlorene Handschrift"t. Das Taufrische der Erzählung, das Ursprüngliche des Humors, das rwch den heutigen Leser voir „Soll und Haben" so sehr entzückt, mangelt der „Verlorenen. Handschrift", die etwas unter der Last der inzwischen von Freytag emsig betriebenen kulturgeschichtlichen Forschungen leidet, ohne daß dadurch freilich dem Gesamteindruck Schaden geschieht. Aus seiner Gegenwart nahm der Dichter die Stoffe zu diestzn Marken, seine Zeit schilderte er in ihnen. Wie er immer mit osseuen Augen und ivachen Sinnen durchs Leben gegangen war, so erweiterte er in Leipzig, wo er während des Winters wohnte, stets die „Grenzboten" betreuend, seine Beobachtungen und seinen Gesichtskreis wie seine Kenntnisse ans den verschiedensten Gebieten int regen und angeregten Verkehr mit geistig und gewerblich tätigen Männern. Die Sommermonate verbrachte er seit 1851 regelmäßig auf seinem Besitztum in dem thüringischen Dorfe Sieblcben. Im naheu Gotha regierte Herzog Ernst II., der liberale Fürst, mit dem Freytag bis zum Tode eine enge nie getrübte Freundschaft verband. In der Ruhe des Landlebens entstanden neben den großen Werken eine erhebliche Zahl von Beiträgen für die „Grenzbotcn", in den politisch unfruchtbaren 50 er Jahren namentlich solche kulturgeschichtlichen Inhalts. Aus der Sammlung dieser Aussätze in denen die Früchte ernster Forschungsarbeit ttiedergelegt sind, wurden die „Bilder aus der deutschen Vergangenheit", cme'Knltur- geschichte, wie sie kein anderes Volk besitzt, eines der seltenen Geschichtswerke, die, wie Treitschke sagt, von Frauen verstanden und gelesen, werden können. Was tiefe Gelehrsamkeit aus den Quellen geschöpft, das ist in diesen Bänden mit reifer .Künstlerschaft gestaltet. Eine erstaunliche Fülle von Wissen ist hier aufgeschichtet uub verarbeitet, ohne daß man jemals den Eindruck von Ueber- lastung und eitlem Prunken empfindet. Was Freytag schon als junger Privatdozent als Ziel einer Vorlesung hinstellte: „Ich habe mich bestrebt, den Sinn für unsere deutsche Nationalität, soweit diese in meiner Wissenschaft darstellbar ist, zu wecken", das hat er. in seiner gesamten Lebensarbeit, in seinent polüischelk Wirken, ut dichterischer und geschichtlicher Form, vorzüglich aber in den „Bildern aus der deutschen Vergangenheit", verfochten, nur tupft er über seine eigentliche Wissenschaft, die deutsche Philologie, sehr bald weit hinaus ging. Die überzeugte preußische Staats- gesinnung tritt bei ihm jederzeit und überall im fefteu Verein mit deutschem Nationalgefühl zutage, die Vergangenheit wußte er stets in lebendige, nutzbringende Beziehung zur Gegenwart und Zukunft zu bringen. Immerdar zum besten des Deutschen Volkes tätig zu sein, au seinem sittlichen, sozialen und politischen Fortschritt mitzuarbeitcn — darin sah er seinen höchsten Daseinszweck. Diese reinen, ausschließlich vom vaterländischen Gefühl geregelten Absichten verfehlten ihre Wirkung nicht. Gustav Freytag sah seinen Eifer durch.reiche Anerkennung und liebevolle, von allen Ständen des deutschen Volkes beiviesene Zuneigung belohüt. Der ungewöhnlich starke Erfolg der „Bilder aus der deutschen Vergangenheit" lockte ihn, das, was er hier dargestellt hatte, noch einmal in dichterischer Fassung wiederzugcben. Ter Gedanke gewann feste Gestalt, als Freytag ans Einladung des Kronprinzen, in dessen Hauptguartier er den Feldzug gegen Frankreich 1870 mittnachte. Tic Berichte, die er damals schrieb, sind gerade jetzt wieder lesenswert. Lange litt es ihn nicht, untätig dem siegreichen Heere zu folgen« er kehrte in die Heintat zurück und widmete die nächsten zehn Jahre vornehmlich der großen Ausgabe, die er sich gestellt hatte: der sechsbändigen Romanreihe „Die Ahnen". Tie Geschichte einer Familie verfolgt er darin durch die Jahrhunderte. Gewaltig in der Anlage, kühn im^ Entwurf, voll von Schönheiten ist das Ganze, nicht gleichmäßig dagegen in der Ausführung und im künstlerischen Wert sind die einzelnen Teile. Oft ist das Werk doch^nchr, Kulturgeschichte als Dichtung: am wenigsten befriedigt der Schluß, der allerdings wieder mit Freytags bürgerlich fester und einfacher, jedem Heeresdienst abholder Gesinnung zusammenstimmt. oo hat der Dichter uns in doppelter Gestalt die Geschichte unserer Achnen geschenkt. Bdag man sic genießen in dem Roman oder in den „Bildern", stets worden wir gefesselt von der alles durchflutenden, hell leuchtenden Liebe zum deutschen Volke, die in ihrem freudig bejahenden Optimismus recht behalten hat, wie die Gegenwart aufs Herrlichste beweist. „Wir haben," sagt Freytag selbst, „das Recht zu hoffen, denn wir leben in mann-- Hafter Arbeit, den altert Gegensatz zwischen Volk und Gebildetes aufzuheben uub nicht nur den Bauer, auch den Fürsten und den Mann von altem Landgeschlecht mit den: Segen der freien bürgerlichen Bildung zu erfüllen." Das lvar sein Glaube, an dem er. festhielt, für den er sein Lebert rrnd seine Arbeit eirtsetzte und dem er in rinverärtdertcr vaterländischer Gesinnung noch einmal 1886 in seinen für ihn höchst charakteristischen Lebcnserinrrernngert Aufdruck verlieh. Er hatte, als er in hohem Alter starb, nicht sich selbst überlebt: als Mensch und als Schriftsteller steht er uns heute noch nahe. Und solange unser Volk feinem Wesen trat bleibt, wird es die kerndeutsche Persönlichkeit dieses seiiws Erziehers nicht vergessen 348 vermischter. * D i e Zone des Schweigens Alls »>em Westen ei> galten wir Mg ende Z>icschrift: Jnben „Gießener Familieirblättern vom 28. Juni dS Js. finde ich eine Abhandlung mit der Ueber- schrist: Jahreszeit und Kauollendouner. In nachfolgendem erlaube ich mir, Ihnen meine diesbezüglichen Wahrnehmungen nntzuteuen, die einesteils im Widerspruch zu Ihren Ausführunaen s^hen, mrdernteils aber eine Erklärung siird, für den Umstand, daß der Kanonendonner in den Wiriternunmten besser rrnd weiter hörbar ist. als im Sommer. . .. Ich stand von Ellde Februar bis Ende April ds. Js. tn Fasses, einem kleinen Städtchen, etwa 43 Kilometer südwestlich von Namur F-osses liegt so ziemlich von allen Hauptpunkten dev Westiront gleich iveit errtsernt, nämlich von Bpern etwa 435 Kilometer, von Arras etwa ebensoviel Kilometer, von Soissons etlva 147 Kilometer. Die Entserimngen von Reims uird Verdun kann ich hier nicht festste!len, da mir die dazu nötigen Karten fehlen, sie werden aber nicht viel mehr betragen. Also liegen alle diese Orte in einer Entfernung von Fosses, die in Ihrer Abhandlung als die Zone des Schweigens bezeichnet wird. Gleichwohl habe ich aus den Richtungen all dieser Plätze den Kanonendonner, je nach der Windrichtung, besser oder weniger gut hören kömren. Unter günstigen Verhältnissen konnte man sehr gut die ganz schweren Geschütze vou den leichteren unterscheiden. Als dann am 4. Mai d. I. meine Kompagnie nach Wopron, eurem.kleinen) Ort au der Maas, etwa 5 Kilometer oberhalb Namur, versetzt wurde, fiel mir uach einiger Zeit auf, daß vou Geschützdonner nichts mehr zu hören war. Die um etwa 43 Kilometer weiters Entfernung vou der Westfront kann nicht die Ursache hierfür sein, auch nicht der Umstand, daß Fosses vielleicht um einige Meter höher liegt als Wepion, dagegen halte ich es für nröglich, daß der Grund in der Belaubung der Bäume zu suchen ist, die im März uird April noch kahl waren. Zweifellos liegen zwischen den genannten Orten große Waldungen, so z. B. in der Richtung nach Verdun die bewaldeten Ardeirnen, und ich glaube nicht sehr zu gehen, ivenn ich anuehme, daß belaubte Waldungen! sehr wohl den Schall hemmen und dämpfen können. Daß es eine „Zolle des Schlveigens" gibt, möchte ich keines- «vegs bestreiten. Im Gegenteil, im Glauben an eine solche, haben mich Erzählungen von Belgiern ans verschiedenen Orten der Umgegend von Namur beftärft, ( wonach in dieser Gegend das Bombardement von Lüttich nicht gehört ivurde, obgleich beide Städte nur etwa 55 Kilometer voil einander entfernt sind. * ' „T i m e 4" - A n z e i g e n. Verwundeter Soldat iviinscht als Zllschauer in einen Golfklub einzlitreten. — Offiziere und Mannschaften ,verden darauf anfulerksanl gemacht, daß sie durch Gin- fendlmg von photographischen 5XufuaOnten von der Front an die „Daily Mail" ihre Einkünfte mit Leichtigkeit verdoppeln können. — Die llnterzeichnete Dame rnöchte kosteirlos ein echtes Kriegskind adoptieren. — Mer Feine Kriegsarbeit leistet und dennoch feinen Patriotismus tatkräftig beroetjen will, möge bem rnrterzeichnelen erhollmgsbedürftiqen Offizier ein utonxobil für Spazierfahrten leihen. — Reichliche Entlohnung, eventuell 50 Prozent des Rein- gewinneS, wird demjenigeil zngesichert, der kleinem Kapitalisten einen Vorschlag zrrr raschen Erlangllllg eines ansehnlichen Ver- mögerls zu unterbreiten vermag. — Alle Frauen, die ihr ohnedies letzt schon sorgenschweres Leben erleichtern wollen, mögen sofort da? Buch lesen: „Das Leben ohne Dienstboten." — Ein Offizier des königlichen Fliegerkorps sucht einen Geldmann, um seine Erfindung auf dem Gebiete des Flugwesens, die dem Kriege eine unerwartete Richtung geben könnte, praktisch ansführen zu können." * Vorsicht beim Verbrauch n e u e r K a r 1 v f f e l n. Die ungeduldige Erwartung, mit der jedermauu bei der allgemeinen Kartoffel knappheil dem Erscheinen der neuen Kartoffel auf dem Markte entgegenblickt, kann leicht zu nicht wieder gut zu machenden Schäden führen. Die Kartoffel ist nun einmal eigentlich keine Sommer- soirdern eine Herbstsrucht und die sogenannten Frühkartoffeln sind ein künstliches Züchtnngsprodukt von allerdings gerade in der heutigen Zeit hervorragender Bedeutung. Die Frühkartoffel kann mrd wird weder im Ertrage, noch vor allen Dingen im Nährlvertgehalt und damit in der Haltbarkeit jemals die Spätkartosfel erreichen, daher vermeidet der erfahrene Landlvirt, sie in größerem Umfange anzubauen, als ihn die BerhälNüssc, dazu zwingen. Auch beim Genuß der Frühkartoffeln ist eine gewisse Vorsicht geboten, da sich in "den nur selten vollständig ausgereiften Knollen ein unter gewissen Umständen für den Menschen schädlicher Stofs befindet, dessen Wirkung man am besten aushebt, wenn man beim Kochen der Kartoffeln einigs Körner Kümmel hinznfügt. Beim und unmittelbar nach dem Genuß frischer Kartoffeln empfiehlt es sich dringend, alle Getränke, besonders Wasser, zu vermeiden, da andernfalls sehr erhebliche Erkrankungen eintreteu können. Beim Beuchten dieser kleinen Merkmale ist der Genuß frischer Kartoffeln vollständig unbedenklich Wenn gesagt ivurde, daß die Frühkartoffeln ein allerdings unentbehrlicher Notbehelf sind, so muß es als durchaus im zweckmäßig bezeichnet werden, wenn etiva in den Knollen schon gut entwickelte Svätkartoffeln vor ihrer völligen Ausreise zu Nahrungszwecken. sei es für Mensch oder Tier, ohne allerdrin^ gendste Notivendigkeit herangezoaen tverden. Ausgereist ist die Kartoffel nur dann, wenn das Kraut vollständig welk geworden ist. und nur dann hat sie ihren vollen Nährwert. Der an und für sich schon hohe Wassergehalt der Kartoffel beträgt bei unreifen Knollen bis zu 90 v. §>., man kann sich leicht ausrechnen, was da noch für Nährwerte übrig bleiben. Eine gut ausgereifbü Kartoffel l>at 24 bis 26 Stärkewerte pro Doppelzentner, dagegen vermindern sich diese be-i zu früh geernteten Knollen auf 45 bis 17 Stärketverte. Die schon bei den: Genuß von Frühkartoffeln leicht anftretenden Krankheitserscheinungen treten beim Verbrauch von zu früh geernteten Spätkartoffeln viel leichter und stärker aus, denn die unreifen Knollen enthalten das für den menschlichen und tierischen Körper gleich schädliche Solanin. Der unerfahrerre Kartoffelbauer lasse sich also durch die herrschende Knappheit nicht verleiten, Spätkartoffeln vor ihrer völligen Reife, zum Gebrauch heranzuziehen, er würde seine und anderer Leute Gesundheit gefährden und viele für uns so überaus wichtige Nährwert« vernichten. Die Frühkartoffel kann und tvird uns über die Zeit bis zur Reise der Spätkartoffeln hinweghelfen. Sprarhrcke des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins. Das gute Beispiel. Wir lesen schon viele Monate die Verordnungen der Behörden, die in das Wirtschaftsleben jedes Haushalts tief eiuareiseu und baburcf) den Sprachgebrauch unseres Volkes stark beeinflussen. Namentlich hat das reine Deutsch dieser Verordnungen manchem heimischen Worte im Kampfe gegen die Fremdwörter zuin Siege verholseu. Wer spricht heute noch von Maximalpreisen statt Höchstpreisen ? Die Konsumenten und Produzenten, der Konsum und die Produktion weichen vor den Verbrauchern und Erzeugern, dein Verbrauch und der Erzeugung oder Herstellung. Der Rohstoff treibt das Rohiuaterial oder Rohprodukt siegreich zurück. Sehr viele hielten es bis zum Kriegsausbruch für geziert, anstatt von Delikatessen und Delikatessenhandlung von Feinkost und Feinkosthandlung zu reden, aber die Verordnungen haben auch diese Wörter anuehmoar gemacht. Vor Jahrein waren viele Kanflente darüber empört, daß man von einem Kleinhandel sprach, weil sie die deutsche Bezeichnung als eine Erniedrigung ihres Stande? ansaheu, jetzt haben die Erlasse das Wort zu Ehren gebracht. Die «reuen Wörter haberr sogar schon frische Triebe erholten rvie Feinkost- wäre, Feinkostwnrst, Kleinhandelszuschlag, Ueberverbrauch, roh- stofsarru — ein trefflicher Beweis ihrer Leberrskraft. _ 9t a u (Zwickau) vüchertisch. - MeyerZ Taschenbuch der Kriegsflotten. Jahrgang 1913. Wie rvir hören, fommt im Laufe dieser Woche der sehulichst crivartete neue Jahrgang von Meyers Taschenbuch der Kriegsflotten zur Ausgabe. Infolge deS Krieges rvar es rricht nröglich gewesen, das Brich rvie sorrst üblich im Dezember erscheinen zu lassen. Dafür bringt der neue Jahrgang alle Ver nnderungen bis rurd mit der Schlacht vor dem Skagerrak. Als höchst rvertvolle Beigabe eruhält das Buch eine kurze, aber völlig erschöpserrde See-Kriegsgeschichte mit Angabe aller Verluste und ein Verzeichnis aller feindlichen Kriegs- rurd Handelsschiffsverlnste. — „W re wir u rr s e r Eisern K r e rr z e r rv a r b e n". Selbsterlebuiffe. Nach persönlichen Berichten der Inhaber des Eisernen Krerizes 1914. Bearbeitet von Friedrich Frhr. v. Dmcklage- Eanrpe, Gerrerallerrtnant z. D. 8. bis 10. Lieferung. Deutsches Verlagshans Boirg & Co., Berlin W 57, Potsdamer Str. 88. — Das literarische Echo. Hcrlbnronatsschrrst für Lite- ratrrrsrerrnde. Verlag: Egon Fleische! & Co., Berlin W. 9. Das 2. Julihest rst soeben mit folgendem Inhalt erschieirerr: Conrad Schmidt: Vorn Neuklassizismrrs; Karl von Felner: Das Kinder- nrärchen aus der Bühne; Heinz Keim: Tie jüngere Rorrrantik und die Germanistik; Juliris Bab: Die Kriegslnrik von heute VI. Sitatenrätsei. AnS jedern der folgenden Zitate ist ein Wort zrr nehnren, so daß sich ein neues Zitat ergibt: 1. Wohltätig ist des Ferrers Macht, Wenn sie der Merrsch bezähnrt, beroacht. 2. Derr Rlerrschen adelt, den tiesgesrrnkeneir, das letzte Schicksal. 8. Der Wille lockt die Taterr nicht herbei. 4. Das hat die Frerrde rrrit dein Schmerz gemein, daß sie die Menschen der Vernrnrft beraubt. 6. Es ist eine alte Geschichte, doch bleibt sie ervig neu. 6. Nie kommt ein Unglück ohne sein Gefolge. 7. Das Glück ist eine leichte Dirire. Auflösung in nächster Nummer. 1 1 V Auslösung des Scherzrätsels in voriger Nummert ,W rr r st". Schristlettmrg: Ang. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS-Buch- mrd Steindruckerei, R. Lange, Gießen.