Mittwoch, den 28. Juni Die arme Prinzessin. Spontan von F e dor von ZobeltiA (Nachdruck verboten.^ (Fortsetzung.) 15. Kapitel. Der irische.Zaun füllt, es fallen auch Aiauern. döoch schneit es, aber die fruchtbare Erde duftet schon nach dem Frühling. Die Flocken flogen; es schneite nicht stark, es wirbelten nur vereinzelte, glitzernde Kristalle durch die Helle Luft, dabei strahlte der Himmel in frohem Blau und die Sonne leuchtete über der Landschaft. „Der Zaun muß satten," sagte Graf Ariern; „dieser Zaun ist von einer Scheusäligkeit ohnegleichen. Weshalb so rot wie ein kannibalischer Gedanke? Und weshalb diess Fratzen über den Pfählen?" „Es sind irische Gebilde," bemerkte der Burgmülter schmunzelnd: „Grete hat mit dem Architekten' dickleibige Bücher durchblättert, ehe sie diese geschmackvolle Fürchterlichbeit sand. Es kann auch keltisch fein, Fürbringer weiß es genauer. Jedenfalls sind es naturgetreue Kopien irgend-' welcher alter Götzenbilder,, e^s liegt also Historie darin." „Und eine ausgesprochene Verrücktheit," setzte Artern hinzu. Grete lachte, imb die Schiteeslöckchen auf ihrer Pelzjacke stäubten umher. „Glaubt nicht," sagte sie, „daß mich die Häufung eurer Beleidigungen aus nretner vornehmen Gelassenheit bringen wird. Der Architekt hat in Berlin Paläste erbaut und ist eilt feiner Kopf. Was ihr unschön findet, ist wahre Kunst. Doch davon versteht ihr nichts." „Der Zaun muß fallen," erklärte Artern noch einmal. ' Sie machten einen Spaziergang: Graf Gideon mit feiner Braut und den: im Glücke schwelgenden Schwiegervater. Sie sondierten das Terrain, denn allerlei Neneks wurde geplant, und vor dem roten Zaun, der die Bnrgmühle umgab, machten sie halt. „Er nluß schon, fallen," fuhr Artern fort, „um den Leuten gewissermaßen durch eine symbolische Handlung zu zeigen, daß wiederum alles anders wird. Schwiegervater, du bleibst naturgemäß der alte Burgmülter, aber ich werde der n e u e. Das Wasser soll wieder zu u n s e r n Gunsten die Näder treiben, und /für uns sollen die Sägen arbeiten."s „Bravo!" rief Reschke: „es ist eilt Unsinn, die Mühlen in fremden Händen zu lassen, wo sie die eigene Familie ernähren können." „Sehr richtig, Schwiegervater. Ebenso werden wir die Nnspektorenwirtschaft ans das richtige Maß beschränken." ., „Ich war ja immer dafür, Gideon, aber Grete erklärte, ich hätte unbedingt gewisse Rücksichten z(u nehmen —" „Kennst du die Geschichte vom Krempeltier, Schwiegervater? Es ist ein sagenhaftes Vieh, das sich eigentümlich benehmen soll Es krempelt sich von Zeit zu Zeit vollständig um und wird dann ein ganz neues Wesen. So wird es mit Grete geschehen. ,Sie befindet sich bereits in der Krempelperiode." „Was du mir andichtest, Gideon," sagte Grete, „ist! un- eheuerlich und sollte mich eigentlich tief schmerzen, denn es elveist mir, daß ich iit oir einen abscheulichen Tyrannen heirate, der mit roher Gewalt in mein zartes Seelenleben eingreift. Aber ich bin zum Dulden geschaffen, und so leide ich schweigend. Neugierig bin ich aber doch, wie sich der Herr Graf von Artern als Müllermeister ausnehmen wird. Wirst du die berühmte Mehljacke tragen und die Lederschürze über den Beinen?" „Es könnte mich reizen, Gretelein — warum nicht? Wär's schon, nur zu sehen, ob mir die Grafenkrone auf dem Kopfe wackelt, wenn die Hände so plebejisch ihr Brot verdienen. Scherzhaftes Kind, was bin ich denn? Ich bin ein armer Teufel, heute noch. Ich habe um des schnöden Verdienstes willen überall die Nase hineingesteckt, habe das Wassenhaudwerk erlernt uub hierauf höfische Grandezza, Pferdezucht und Landwirtschast, den Bergbau und die Top- serei, habe mich mannigfach mit Rindvieh beschäftigt und mit künstlicher Düngung — alles nur um des lieben Lebens willen —" „Mer doch auch der Arbeit zuliebe," sagte der Burgmüller. „Gut — auch das Verdienst setzt Arbeit voraus, sie kann aber auch Selbstzweck sein, dann ist die Freude um so größer. Jedenfalls bleibe ich der arme Teufel, auch wenn ich dich heirate, Gretuleiu, die das Schicksal langsam in Ueppigkeit uub Wohlleben Hineiuwachsen ließ. Ich werde also weiterhiil au das Verdienen beitfeit müssen. Sind Mehljacke und Lederschürze dabei vonnöten, mich soll das lischt stören; ich werde sie tragen, wie ich Frack und Smoking trug. und wem das nicht paßt, der soll mir gewogen bleiben." „Das ist ein gutes Mort," warf der alte Reschke ein, und es lachte über sein Gesicht. „Gideon, ich freue mich, daß ich dich als Schwiegersohn bekonlme, wenll du auch ein Graf bist uub es mir Mühe kosten wird, mich an deinen Vornamen zu gewöhnen, der eigentticT) mehr nach Palästina gehört, als in das Nuthetal. Ich freue lnich schon deshalb, weil ich die Hoffnung habe, bu wirst ans der Grete wieder allgemach ein brauchbares menschliches Geschöpf machell —" " „Vater," rief Grete, den Alten unterbrechend, ich habe Vater gesagt, llicht Papa, um wuchtigere Dramatik in ineine Worte zu legen: wenn auch du dich von mir wendest und künstighin diesern Grasen mehr anhängst als deinem leiblichen Blute, so stürze ich mich eines Tages tu dies rauschende Wasser — und wenn ihr niich dann herausfischt und mir in das bleiche Alltlitz schaut, so werdet ihr zngestehen müssen: sie war doch erheblich besser, als wir dachten und glaubten, sie war doch eine Reschke. . . ." Als Grete dies mit Gefühl und Lustigkeit sprach, waren die drei aerade bei der Sclileuse angelanat. Sie hatten eine Tür in öcm roten Zaune geöffnet und waren an der Säae- halle vorüber den alten Wiesenweg hinaufgegangen. Hier am Mehr war Grete lang nicht gewesen. Die Wasser sprudelten wie immer und gebärdeten sich zwischen der Um- mauerung wie ein reißender Wildbach; aber hinter der Schütze wurden sie zahmer, und da hingen auch am Uferrande blanke Eisstücke und tropften in der Sonne. Den fallemden Tropfen schaute Grete nach, und es kam ihr zui Si;m, wie sie einstmals zur Sommerszeit mit der lieben armen Annemarie an der Schleuse gesessen hatte, hinter den Brombeeren, Berberitzen nud Pfaffenhütchen, und beide hatten ein törichtes Geschwätz geführt, was sie von der Zukunft erhofften und sich wünschten. Grete hatte ein gutes Gedächtnis; sie erinnerte sich noch genau, lute sie ihrer Sehnsucht Worte verliehen hatte: ein wirklicher Graf möge kommen und um sie freien. Das war ihre Seligkeit gewesen in heimlicher Hoffnung — und der wirkliche Gras war auch wirklich gekommen, und nun war sie seine Braut und im Lenz sollte .Hochzeit sein. Und was das Merkwürdigste war: dieser Gras tat gar nicht so>, als sei ejr von gräflichem Stamme, sondern, freute sich auf die neue Arbeit, die seiner wartete, und wollte ein Müller werden und selber den Acker bestellen; er tat viel weniger hochgeboren als Grete selbst, und wenn sie ihn nicht so sehr geliebt hätte, würde sie das vielleicht als Entartung empfunden und als ein böses Fragezeichen für die Zukunft betrachtet haben. So aber liebte sie ihn, und das war ein Gliick, denn in der faulen Grete begann wieder Besseres zu erwachen und chr hoher Mut wurde ganz klein. Wenn Artern sie am Kopfe nahm und küßte, wohin der Mund gerade traf, und ihr sagte: „Grete, den Oberinspektor jagen wir hinaus, der Oberinspektor bin i)ch selbst" — da nickte sie erfreut und gab ihm seine Küsse zurück; und wenn Artern ihre Hand nahm und ihr erklärte: der Miesbacher Schlag sei nichts für die Weiden der Nuthe, er wolle es einmal mit einem Mischblut aus Holland und Wesermarsche versuchen — da war sie so eifrig bei der Sache, als sei der Glanz der Rinderzucht auf dem Burglehn von jeher der Traum ihres Daseins gewesen. Freilich, manchmal hatte sie auch ein klein wenig Furcht Nun war sie heraus ans dem Banernrock, und da kam der gräfliche Bräutigam und sagte ihr, der grundbesitzende Adel und das Bauerntüm, das seien nahd Verwandte. Und cmcf) un Vater wurde das alte Blut wieder rebellisch; er reckte Zuweilen die Arme, daß die Gelenke knackten; er freute sich auf den Fnihling und difi Aussaat, er hatte einen Dampfpflug bestellt und besprach mit Gideon voll lebhaftem Eifer die Neueinrichtung der Mühlen, die man dem Pächter wieder ab nehmen wollte. Er war auch nicht mehr so fein wie in den letzten Jahren; im Hause freilich, da schyute Grete auf rhu und achtete auf sein Aenßeres; aber im Freien strich er zuweilen in einem uralten Kittel herum, und eines Tages holte er auch die Kniestiefeln hervor, die nicht geputzt, sondern nur geschmiert werden durften: er wollte einmal die Kuhstä^le ans dem Vorwerk reöibieren. Das waren bedenkliche Symptome. Grete merkte sie, aber sie sagte nichts. hoffte ans ein ausgleichendes ju8te miüen. Wenn Gideon über die Felder sprengte oder in den Wald ging, sah er Quci) Nicht höfisch aus; alle Wetter nein — dia trug er meist 5.^i ^erwogenes Kostüm, ähnlich wie der selige Herzog von Cnisklrch, und wer ibn nicht kannte und furchtsam war mochte ihm gern aus dem Wege gehen. Aber im Salon war er immer der vornehme Mann. Das tröstete Grete einiger- mchzen. Mochte der Vater sich wieder kopfüber in die alten Passionen purzen: m die Landwirtschaft und in den Mehl- uub L.agestaub der Müllerei - im Salon sollte die Bügelfalte bleiben,' das tröstete Grete. J Mer es kam doch auch neue Lust in sie. Nun war es abgemacht: Otto hatte sich damit einverstanden erklärt, daß chm der Betrag des Burglehns nach Landschaftstaxe im Erbe gebracht würde. Artern nahm fü7 seine 2fr?" ?' wlt Besitz in, Verwaltung. Man,schaffte also künftighin ans Emblem. Da wurde Grete hellhöria, wenn Gideon von ^^LFsl^^ungen sprach, von netlen Drainagen, einer zweck- maßlgeren Geldeinteilung und Fruchtfolge, von der Anlage einer Brennerei, von diesem und jenem. Sie marschierte so- Tages Mit chm durch die Ställe; das ging nicht sie inußte das Kleid schürzen und wurche f O0te: // "'?. a tut es der Buuernrock, derbe * e u . n ^ JvSftci. . . . Sie mußte mit den niedlichen Stie- ^ '^olzschuhe schlüpfen, die eine Magd vor sie h stellte, und da es kalt war, hing Artern ihr den Loden> kotzen, den eir selber trug, um die Schulterm. Aber es machte chr doch Freude, als Gideon nun Arm in Arm mit ihr die Stallgänge hinabschritt, ihr allerhand Erklärungen gab, von neuer Aufzucht sprach und hinein anderen Molkereisystem, von einem gewaltigen Umsturz in der Schweinemästung und der Abschaffung der Perlhühner zugunsten einer erweiterten Putenzucht. Er hatte auf Gotternegg viel gelernt; Kappstein und Riefenstahl waren seine Lehrmeister gewesen, er hatte redlich gearbeitet und gedachte seine Erfahrungen nun auf eigenem Besitz zu verwerten. Es ging Grete seltsam: sie begann Interesse für Dinge zu gewinnen, die ihr bisher höchst gleichgültig gewesen waren. Und es geschah auf kluge Weise, wie Artern dies Interesse zu wecken verstand. Er mokierte sich nicht mehr über sie und manche ihrer kleinlichen Regungen; er wurde kameradschaftlich und blieb bei aller Verliebtheit doch der verständige Berater. Ganz glücklich war der alte Reschke. Was Otto wohl zu Gretes Verlobung sagen würde, das hatte ihm noch Sorge gemacht. Aber Otto hatte herzlich gratuliert und an den weder berufsmäßig, noch aus innerer lleberzeugung Pest simist. Ich male mir also das Ehegliick Gretes keineswegs grau in grau aus, obwohl das nachbarliche Vorbild, Du weißt, was ich meine, einigermaßen zu derlei Schattierungen berechtigen könnte. Ich habe mich Dir gegenüber einmal zu einem herben Wort über Artern verleiten lassen, und ich wünsche nichts sehnlicher, als daß die Zukunft mich Lügen strafen möge. Jedenfalls steht sest: Euer Gideon gehört nicht zu jenen jungen Grasen, von denen der alte Fritz sägte, daß sie in den Spinnstuben Fleiß lernen müßten. Euer Gideon besitzt wenigstens tätige Hände, und daß er Mühle und Bnrglehn wieder vereinigen will, „als wie in alter Zeit", das freut mich besonders an ihm. Er mag auch der rechte Mann sein, der Grete gelegentlich derb den Köpf zu waschen versteht, und vielleicht mischt sich in beider Brut glücklich der derbe Bauernschlag unsrer Väter mit dem Blanblütigen, so daß ans dem Burglehn ein Geschlecht heranwächst, aus das dwReschkes ebenso stolz sein können wie das Grafenhaus. Es kommt mir noch schier unwirklich vor, dieser Ehe weg zwischen Burgmühle und Grafenhans. Aber da die Wirklichkeit in diesem Falte nun doch einmal unbestreitbar ist, gehe ich schon mit Hegel, der da behauptet, alles Wirkliche sei auch vernünftig. Jedenfalls ist cs das Einzige in dieser Welt des Wandels, das von Dauer ist; sela, Vater, ich drücke auch Dir aluckwunschend die Hano und hoffe, daß die Dauer zugleich Entwicklung sein wird, mit Keimen, Trieben und Blüten. Dann soll es mir gleichgültig sein, ob ans unserer alten Scholle oerernst junge Arterns nmherspringen; etwas vom „Mutterboden" wird ihnen immer verbleiben. . . ." Ja, Reschke war glücklich. Nicht der Graf machte ihn so froh, aber der Mann. Er hatte volle Schätzung für die Tüch- trgkeit Arterns; er hatte es vor Angen gesehen, wie der „Leichtfuß und Höfling" bei Tagesanbruch mit den Leuten auf dem Felde gewesen war und noch in sinkender Nacht im Stall bei einem kranken Pferde gesessen hatte. Er freute sich auch sur sich selbst. Er ging einmal zur Dämmerstunde an das Grab seiner Frau, nahm die Mütze vom Kopf, lehnte sich gegen das Gitter, das den Grabstein umgab, und sprach mit der Toten. „Mutter, wenn du noch lebtest, du würdest deinen Segen geben wie ich," sagte er, ohne daß es jemand anders horte, als die schneebedeckte Trauerweide über ihm „Wir haben das neue Haus gebaut, und das wär' aegen deinen Willen gewesen, ich weiß es, und ebenso Bob, die Kutschen, die Bügelfalten und Gretes Schleppcnkleid Aber nun kehrt etwas von deinem Geiste zurück. Es ist nicht der Bauernstolz, wegen dem wir uns manchmal gestritten haben wenn ich dir die Geschichte aus der Chronik erzählte, wie der Ahn den Gotzeneck mll dein Mehlsack erschlug — aber es ist der Bauern flei ß, der an deinen Händen gehaftet hat, Tilde, und der auch ein Stuck Geist ist, kraftvolle Keime in ? l€ Zukunft säend. Daß es ein Edelmännischer ist, der lins den Fleiß wiedergibt, unb keiner von unsrem Stamme, danach frage ich nicht Denn der Edelmann faßt zu wie einsb mals du selber, und seine Hand ist fest wie deine es war, und KI' b f iU O0 £ii ^eser Gideon, hieße er bloß so und das Gräfliche fehlte, würde auch dir ein willkommener Schwieaer- sohn sem. Liebe Tilde, wir wollen uns nicht wieder zanken: ?l c Sache ist abgemacht, nndbei der Frühlingsbestellnug gehe ich wieder wie früher aufs Feld und kümmere mich um die - 323 Illühle und den Holzhandel und bin wieder der alte Gottfried, der ich ehemals war, vielleicht mit dem einzigen Unterschied, daß die Politur etwas gebohnerter ist. Und nun bitte ich dick) herzlich, laß allen Widerspruch und gib auch du die Heirat in Gottes Namen zu. Ich lege heute nacht deine Photographie mit dem kleinen Testament unter mein Kopfkissen und hoffe, daß du mir im Traume erscheinen und freundlich zunicken wirst. Tust du es nicht, dann nicht. An deinen ewigen Trotzkopf habe ich mich nachgerade gewöhnt; ich will meine Meinung aber auch einmal durchsetzen und lasse mir nicht immer dazwischenreden — das kannst du dir merken — Amen! . . Worauf Reschke wütend die Mütze über den weißen Schädel stülpte und mit großen Schritten davonglng. Er unterhielt sich viel mit seiner Lotet: Frau und sagte ihr auch manche Wahrheit. Er war etwas wunderlich geworden seit ihrem Hingang, und wenn sie einmal in einer Traumnacht ausblieb, brummte er viel und war arger Laune. — (Fortsetzung folgt.) Die Uhr. Von Friedrich Kipp (Nachdruck verboten.) der Lölveschen Strophen soll in diesen Zeilen nicht die Rede sein, sondern von dem Geschick einer wirklichen, goldenen Uhr, das sich wahrheitsgetreu im großen, heiligen Rußland zugetragen hat und von dem mir der sächsische Rittmeister Georg von Hanstem berichtete. Herr von Hanstem stand zu Beginn des Krieges bei einem Ulanenreglment. das anfänglich zum westlichen Kriegsschauplatz ausruckte. Aw Dann der langwierige Schützengrabenkrieg in Frank- rerch begann und man darum für hie Kavallerie weniger Verwcn düng hatte, wurde Hausteins Regiment nach Rußland verladen Vrer ereilte den Rittmeister ein böses Geschick. ' Auf einem Patronillenritt wurde er von den Kosaken, die sich kleinen Trupp nahten abgeschnitten und umzingelt, so daß es ern Tmg der Unmöglichkett war, sich durchzuhanen. Was ml’mml« ‘Ä LA oegm -ine Ueber.nacht in «WKkLM " mifm [trcfe unb fi * ... Mtt meister von Haustein war aber ein schneidiger Kerl und voll fUrf™*. f r 0Jnmt-eS und Tollkühnheit. Es gelang .ihn:, aus der ^mrne^utreffen" €Tltfommen uni> wieder mit den Deutschen zu-, ^ «-’S? 1 % ihm der Umstand zugute gekommen, daß er die rnlsilche Sprache beherrschte und über einiges Geld verfügte daher mit Mut gnd Klugheit alle Wirrnisse und Tahrlrchkeuen, dw fern gewagtes Unternehmen mit sich brachten, Zwilkleidern, die UM ein alter Händler gegen gute llingende Münze besorgt hatte war er wieder wohlbehalten znrückgeke'hrt um nun aufs neue das Schwert gegen Deutschlands Feinde ^zn Lachend gedachte er oft der Gefangenschaft b^i den ^inc wundervolle Begebenheit mub ich Ihnen doch einmal Gläsk B'i« ÄmwLaL “ tS 1Wt gütlich bei einem sie mtä''lateÄ’ÖSVSs 1 “InnWquattier rinS mit leuchtenden Äugen musterte rhn eme Wonne, euren wirklichen, leibhaftigen. Ulanenoffizier in Gefangenschaft zu haben. J Vor den Ulanen hatte er nämlich großen Respekt. — hatte eine schlechte Behandlung erwartet, aber es kam ansnahmswepe anders als ich dachte. Der General behandle nach Mi ar.sge,achter Liebenswürdigkeit und lud mich sogar zur DÄteÄ,. 1 !" aIIe ' E durch dm Dienst v«hLd«rU ^Natürlich war ich der Gegenstand der allgemeinen Beachtung Wd da der General mich mit äußerster Zuvorkommenheit und Güte überhäufte, Sollte keiner seiner Offiziere ihn, nachstehen und ich srotztm Schmeicheleien und Artigkeiten zu hören! .san) Tlsch konnte ich mich frei und ungeniert, wie die anderen bewegen und ich rauchte daher in Seelenruhe meine kleine Sinai wtle, bte ich jlttS 6et mir führte, mich dabei in russischer Sprache mit dcni entzückenden General unterhaltend — 1 ,Mcm, diese Russen!" dachte ich. „Wer hätte cs geglaubt? NVr«v mit ehren Gefangenen, wie mit Ihresgleichen!" - Das hatte ich nur doch anders vor ge stellt! Wie iclchso im stillei: Behagen an meiner Zigarette sog, faßte A) NlLchanisch nach der Uhr, um zu sehen, ivie spät esAei fu hr? ^ beschreibt meinen Schrecken, der mich da plötzlich durch- Tie Uhr Wr verschlvunden! — .. . Ich .VUkßte wohl kem allzu geistreiches Gesicht bei der Entdeckung dieses Umstandes gemacht haben, denn de7 General sah mich auf einmal fragend an: „Fehlt Ihnen etwa-. Herr Kamerad? Sre ',ehen ia plötzlich ganz blaß aus!" — „Es ist nichts, Exzellenz," erwiderte ich, indem ich nach Fassung rang. Ich konnte mir die Geschichte unmöglich erklären, daß hier, .im Kreise der liebenswürdigen russischen Offtzi-ere, meine Uhr, v:e doch durch eine stabile goldene Kette befestigt, verschwunden -rar, aber ich vermochte mich genau zu entsinnen, daß ich sie vor einer halben Stunde noch gehabt hatte. Ein Irrtum war also gänzlich ausgeschlossen. Der General, der an meinem Verhalten, das reservierter geworden war, wohl merken mußte, daß etwas Besonderes mit mir ws sei, ruckte mir daher mit eindringlichen Fragen jetzt näher aus den Leib, so daß ich endlich mit der Tatsache herausplatzte. „Herr General, soeben ist mir meine goldene Uhr abhanden gekommen, sagte ich darum, ein wenig erregt. w x.'-'® 0 ' Hw, Hm!" machte dieser. „Und Sie hatten sie vorhin noch?" zx. "^6wohl, Uhr und Kette! .Beide Gegenstände sind verschwunden." „Ja, ja! Glaubs schon! — Verstehe!" lächelte jetzt der Russe. „^ie iahen doch während de§ Soupers neben Oberst Ordnnow. Daher kann rch mir alles erklären! Ist ein schlauer Fuchs! Geneben und klug! Kem Offizier tut es ihm gleich. — Tüchtiger Soldat und ausgezeichneter Stratege! Bcvechttgt zu den schönsten Hoffnungen." Ich konnte mir nicht erklären, was diese Lobhhmne auf den Oberst Mit meiner Uhr zu tün hatte, kam aber bald dahinter, denn der General fuhr fort: „Natürlich hat Ordynow Ihre Uhr! Ich feititc ihn! Wer, seien Sie beruhigt, in zehn Minuten haben 'Lie ne wieder." Mes war mir nun mehr zuwider, als jetzt die gute Stimmung unter den Offizieren zu verderben und daher bat ich: „Aber, Exzellenz, es ist ja weiter iiicht schlimm. Mir ist die Sache furchtbar pemlich und ich inöchte teilt Aufsehen erregen. Vermeiden Sie daher cmen Affront!" "Seien Sie mir nicht aufgeregt, mein lieber Rittmeister! Ich werde schon alles zn Ihrer größten Zuffnchenhert regeln." 4-aber klopfte er nur liebenswürdig auf die Schulter und mischte sich Mim unauffällig unter die hernmstehenden und sitzenden Offtzicrc. — Ich verlor ihn aus dcni Auge. — Nach kurzer Zeit aber schob kam er freudestrahlend zurück und überreichte mir d:e Uhr nebst Kette. Ich war frappiert mW stammelte: „Wahrhaftig, das ist sie! Herzlichen Dank, Exzellenz! Wer, wie haben Sie sie so rasch bekommen? Was hat der Oberst gesagt?" Da sah ,nich der Alte belustigt an, neigte sich ganz nahe zu Mir und indem er das eine Auge zumiff, sagte er in selbstbewusstem Ton: „Ganz ohne Sorge, mein bester Rittmeister! Oberst Oropnow ist nicht im geringsten kompromittiert! — Ha, ha, ha! — Wird der nachher Angen machen!-Er hat nämlich nichts gemerkt." ZeldhemrhcmSschrtften. Im einem soeben erschienenen Büchlein (Sammlung Ans Natiir und Gepteswett, Band 514, B. G. Teubner, Lcipziah „D ie Ha ud- scyrNtenbe urteil u ng von Dr. G. Sm neiden, übt, Profcstor der vergleichenden Pathologie an der Universität Kiel, wrvd darauf Angewiesen, wie nüchtig es sei, vor der Bern^ivahl den in der Handschrift zutage tretenden Anlagen gebührende Beachtung zu -schenken. Bon besonderem Interesse wird heute sein, wie me Aufstellung ^des Verfassers sich an Feldi-errnhandschriften bewahren: H.r der Hand,chri.t eines Offiziers, der die wichtigsten Eigenschaften für feinen Beruf besitzt, rvjrd man vor altem die Merkmale der Festigkeit, Entschlossenheit, Klarheit, Spannlraft, Einfachheit und Zuruckbaltuug neben mehr oder Nnmiger vorhandenem verbindlichen Wesen seststellen. Wo diese Eigenschin'tt.k bei einem jungen Manne, der sich dieser Laufbahn tvidmen will, in der ^^BAü)rstt erkennbar sind, wird man auch ein entsprechendes Urteil über reuto Befähigung abgeben können. Musterbeispiele für das Vorhanveusem diefcr Eigenschaften bieten die Handschriften hervorragender Feldherren aus dem Weltkriege. Man betrachte nur emmal aus dieie Eigenschaften hin die Handschriften von Hin- d°« b u r g L u d c n b o i- f i • Ü Inck. B ii (o w. M a ck c - n. Km.m.'ch. Linsin.ic,,. Eichhorn. Auch die" atibfcbvit de« Reea,Kanzlers v. B e t hma n n H o ll weg ist in dieser Bcziehnnq charakterlstifch. Die feste, klare, schmucklose Schrift ist alten ge- nenisam.- Man vergleiche mjt diesen Ha.idschritten die 'eine, druck- u) wache des Generals I off re und man wird uns chicer den Unter,clued erkennen können. Recht häufig kann man heim Studium der Handschriften von Abiturienten, die später tüchtige Offiziere geworden sind, die Merkmale obigez- Clwraktercigen'chgstea in'der Handschrift lejcht feststellen. Man sieht also dnß die Beziehungen zwiscken tzandkel-ti't und Charakter incht bloß ein Produkt der (h„l),lhmu>}tVait sind o„d-ni '.'chcrcm cr,abru»g§wisseni»as»liche„ Grunde ruhe» Sävn un Altertum fot man dlcseB-hanPtnng ans.iestcllt und u, dearii». ^n «sncküt bedeutende Männer der traten ^ahrhnndeur nie Goethe, L-cibmz, La Vater, Alexander von Stouafeüt, Alexander Tu- MiaÄ u a. haben sich eingehend da Et beschäftigt, und doch gibt es Heu de twch viele, die an eine ernste Wissenschaft in der Hand- schriftenbeurtruung nicht glauben »vollen Die Schrift Schneidern ühls möge sie bekehren._ Vermischtes. ' Die päv st li che Flagge auf dem Atlantischen Ozean. Wie römische Blätter berichten, wird der Dampfer, der den neuen päpstlichen Nuntius von Italien nach Südamerika bringen soll, zum Schutz gegen Kriegsgefahren auf seinem Mast die päpstliche Flagge tragen. Es wird dies fett dem Jahre 1870 das erste Mal sein, daß wieder die Flagge des Papstes weht, die seit Oktober 1870, als der Kirchenstaat in dem Königreich Italien aufging und die weltliche Herrschaft des Papstes ihr Ende nahm, nicht mehr gesetzlich als Flagge einer offiziellen Macht anerkannt wurde. Das Erscheinen einer päpstlichen Flagge hatte vor 5 Jahren in Frankreich einen Rechtsstreit zur Folge. Bei einer Feier zur Erinnerung an die Jungfrau von Orleans wurde von einem Bürger das g»^>-'.veiße Banner des Papstes entrollt, was das Einschreiten der Polizei zur Folge hatte. Das Ortsgericht wies zwar den Fall zurück, aber der Pariser Kassationshof erklärte, daß die päpstl'che Flagge gesetzlich nicht anerkannt sei und darum nicht auf fran ft> heut Boden entfaltet werden dürste. ' Jahreszeit und Kanonendonner. Die Hörbarkeit des Kanonendonners aus erstaunlich weite Strecken hin ist erst in diesen Tagen wieder im Anschluß an die Seeschlacht vor dem Skagerrak besprochen worden. Es haben sich bei der Erforschung dieses Problems sehr interessante Tatsachen ergeben, wie z. B. die Feststellung der „Zone des Schweigens*, die von 100—160 km reicht. Eine wichtige neue Beobachtung über die Hörbarkeit des Kanonendonners teilt Dr. P. Ludewig in der Umschau mit, indem er nämlich durch eine Umfrage seststellte, daß die Hörbarkeit auch von der Jahreszeit beeinflußt wird. Hinter der „Zone deS Schweigens", in der man den Kanonendonner überhaupt nicht hört, liegt eine „anormale Hörbarkeitszone", die die Entfernung von 160—230 km umfaßt und in der der Schall wieder deutlich und laut zu vernehmen ist. In dieser anormalen Zone ist der Kanonendonner aber nur im Winter, nicht im Sommer zu hören. Eine Mitteilung aus Prüm in der Eifel, das von der Westfront etwa 170 km entfernt liegt, schildert diese Tatsache sehr anschaulich : „Der Geschützdonner war zuerst nuv von Mitte August bis etwa Mitte März zu hören. Den genauen Zeitpunkt kann ich nicht angeben, weil wir erst allmählich daraus aufmerksam wurden, daß wir feinen Kanonendonner mehr hörten. Anfangs glaubten wir, es sei eben ruhig an der Front. Bestimmt weiß ich aber, daß um Ostern herum nichts zu hören war . . . Den ganzen Sommer über hörten wir nichts bis Mitte September. Da sing es wieder langsam an, und bei der großen Chainpagneoffensive war es so heftig, daß unsere Zimmerfenster klirrten. Man koimte glauben, die Kanonade sei nur etwa 10 km weit weg, und tatsächlich sind aus dem Nachbardorfe drei gefangene Russen ausgebrochen, die dort arbeiteten, weil sie glaubten, die Franzosen ständen unweit und sie könnten rasch zu ihnen hinlausen. Diese Beobachtung wird durch zahlreiche andere bestätigt. Bon 50 Zuschriften stinunten 27 darin überein, daß im Sommer in großen Entfernungen vorn Kanonendonner nichts git Horen war. Auch die Monate, in denen der Wechsel in der Hörbarkeit eintritt, sind vielfach angegeben, und danach läßt sich als allgeinein gültig seststellen, ^aß dieAenderung in der Hörbarkeit im Anfang des Mai und am Ende des Septeinber eintritt, wobei ein allmählicher Uebergang vorhanden ist. * Die in u s i k a l i s ch e L e b e n s r e t t u n g e i n e s K a l b e s. Einen höchst originellen Beitrag zu der Theorie der magischen Wirkung der Musik auf Tiere liefert das folgende, in englischen Blättern veröffentlichte Geschichtchen: Ein Kalb war mutwillig in einen Teich gesprungen, und trotzdem es nur mit dem Kopse aus dem Wasser herausragte, ließ es sich weder durch Zuruf, noch durch Schläge bewegen, wieder an Land zu kommen. Die Aufregung des Besitzers, der fürchtete, daß das Kalb ertrinken würde, lockte zahlreiche Leute herbei, und unter ihnen erschien schließlich auch der englische Violinvirtuose John Dünn. Da alle Versuche fruchtlos blieben, kam der Musiker aus den Gedanken, den Einfluß der Musik aus die Tiere in diesem Falle praktisch zu erproben. Er lies fort, um gleich daraus mit seiner Geige wiederzukehren, stellte sich dicht an den Rand des Teiches und begann ein gefühlvolles Lied zu svtelen. Beim Klang der Töne wurde das störrische Kalb sichtlich rahm, es wandte den Kops dem Geiger zu, machte dann kehrt und suchte sich der Musik zu nähern, bis es auf diese Weise glücklich wieder an Land geklettert war. So mag der Vorwurf des geringen Musikverständnisses, der so oft gegen die Engländer gerichtet wurde, wenigstens den englischen Kälbern gegenüber zurückgenommen werden. . VLchertisch. — Politik. Bon Professor Tr. Fritz Stier- Somlo. Dritte verbesserte und ergänzte Auflage. 175 Seiten. (Wiffenschast und Bildung, Bd. 4.) In Leinenband Mk. 1.25. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — Die EinheilSschule und „Freie Bahn dem Talent!" Vortr«g von Geheimem Oberschulrat Rudolf Block. 78 Seiten. Geheftet Mk. 1.20. Verlag von Quelle & Mever in Leipzig. Der Verfasser tritt rückhaltlos dafür ein, daß eS gilt, die Tüchtigsten des Volkes zu fördern und an den richtigen Platz zu setzen, und daß diese Forderung unabhängig von oer Gunst der Verhältniffe zu erfolgen hat. Einheitsschule wohl, aber nicht in dem Sinne, allen das Gleiche, sondern jedem nach seinen Fähigkeiten das Seine. - Vom Stürmen, Sterben, A u s e r st e h n. KriegS- gedichte von Rudolf Herzog. 145 Seiten mit Buchschmuck von Professor Belwe. Gebunden Mk. 2.-. Verlag von Quelle L Meyer in Leipzig. In der neuen Sammlung spiegelt sich das Erleben deS Kriegsfortganges ab. Todesmutiges, freudiges Durchhalten und guter, unbeirrbarer Siegeswille ist aus dem begeisterten Aufschwung erwachsen, die tiefe Bewußtheit all der schweren Opfer, aber auch zugleich die lichte Verklärung, von der sie umflossen sind, die unbeirrbare Gewißheit, daß sie zum großen Ziel führen. „Das Erbe halten!* „Das Reich gestalten!" „Für uns!" „Für uns!* Das sind die inneren Leittöne. - Teubners Kriegstaschen buck. Ein Handlexikon über den Weltkrieg. Herausgegeben von Ulrich Steindorff. Mit 5 Karten (IV u. 346 S.) Geh. Mk. 3,-, gebd. Mk. 3,50. Verlag von B. G. Teubner, Leipzig und Berlin, 1916. — Je länger der Krieg dauert, je mehr er nahem alle Gebiete des LebeuS in seinen Bereich zieht, je größer die Fülle der Kriegsereignisse und je verwirrender die Zahl der Kriegsmaßnahmen ivird, um so mehr sieht sich jeder, der irgendwie von den Kriegsmaßnahmen betroffen ist, einer Fülle von Fragen gegenübergestellt, empfindet er daS Be- dürfniS nach einem Hilfsmittel, das ihm auf alle diese Fragen rasche, knappe und zuverlässige Äuskuust bietet. DaS soll Teubners Kriegstaschenbuch, herausgegeben von U. Steindorff (geh. Mk 3,— gebd. Mk. 3,50) sein, das in alphabetischer Anordnung in mehr als 5000 Stichworten alle politischen und militärischen Ereignisse des Krieges, alle zu ihrem Verständnis notwendigen Fachausdrücke, alle Persönlichkeiten, die in ihm hervorgetreten find, alle irgendwie mit dem Kriege in Zusammenhang stehenden wirtschaftlichen und kulturellen Ereignisse und Maßnahmen, im Deutschen Reiche wie bei unseren Bundesgenossen, insbesondere in Oesterreich-Ungarn und bei den Gegnern behandelt. Beigefügt sind 5 Karten, die in Verbindung mit den Angaben im Wörterbuch die Auffindung jedes Ortes auf größeren Spezialkarten ermöglichen. — Der Krieg als Problem der Mechanik. Wi^ ein außerordentlich genau berechnetes und durchgeführtes Spiel mechanischer Kräfte die Zertrümmerung der russischen Front im vergangenen Jahre vollzogen hat, dies führt uns die bekannte Zeitschrift „Der V ö l k e r k r i e g" (herausgegeben von Dr. E. H. Baer, Verlag von Julius Hoffmann. Stuttgart) in den Heften 8 1 u n d 8 2 vor. Wir sehen, wie die verschiedenen Armeen, eine jede zur bestimmten Zeit und in bestimmter Richtung, ihre Keile vortreiben oder ihre Hebel ansetzen, und wie die feindliche Front unrettbar in Stücke zerbricht. J„ dieser Darstellung, veranschaulicht durch einige seine Skizzen, erscheint die Strategie in der Tat in der Uebersichtlichkeit und Exaktheit eines mathematischen Problems. Wenn auf diese Weise durch Ausnützung der Gesetze der Mechanik Kräfte gespart und zur höchsten Wirkung gebracht werden, so ersehen wir aus den Einzelschilderungen und den Bildern gerade derselben Zeitschrift, daß den persönlichen Eigenschaften des Kämpfers noch Raum genug zur Entfaltung bleibt, ja ihnen durch jene Gesetze erst die einfachste Linie gegeben wird, so daß wir in den Gesetzen der Strategie, ästhetisch gesprochen, die wahren Stilgesetze der Kriegskunst erkennen. - Das Haus Huhn. Eine Anleitung für Anfänger, mit Nutzen Hühner zu halten, unter besonderer Berücksichtigung städtischer Verhältnisse. Mit vielen Zeichnungen und photographischen Ausnahmen. Von G. Wichmann. Otto Weber Verlag. Heilbronn a. N. Preis 1.20 Mark. Diamanträtsel. In die Felder nebenstehender Figub sind die Buchstaben a b e e e e t r hiiillmnnnoorrrsa derart einzutragen, daß die wagerechten Reihen folgendes bedeuten: 1. Einen Buchstaben. 2. Stadt in Italien. 3. Raubvögel. 4. Einen Maler. 5. Germanische Gottheit. 6. Einen Titel. 7. Einen Buchstaben. Die senkrechte und wagerechte Mittelreihe ergeben das Gleicke. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Versteckrätsets in voriger Nummert Arbeitsamkeit ist die beste Lotterie. Schristlettung: Aug. Goetz.- — Rotationsdruck und Verlag der Brühk'schen Universitäts-Buck- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.