Die arme Prinzessin. Estoman von Fedor von Zobeltitz. (Nachdruck verboten.t (Fortsetzung.) Alle lachten. Aber Eva ersuchte Otto, Platz zu nehmen und ersuchte die andern, zu schweigen. Sie hielt dem Medikus einen besonderen Vortrag.«-Das fand Otto hübsch, denn die gelehrte Eva setzte sich dicht an seine Seite und legte zutraulich ihren schlanken Arm um den seinen. Sie war niedlich wie-sonst, trug eine große Schürze, hatte Helle Augen und rosige Wangen und sprach wie ein Buch, aber mit melodischer Stimme, als ob sie etwas ganz Reizendes erzähle. Nun begriff Otto allmählich. Von den ersten Druckversuchen Gutenbergs wusste man wenig. Der Erfinder hatte kein Geld und mußte sich damit begnügen, kleine Lehrbücher der lateinischen Sprache zu drucken, die sogenannten Donate, von denen uns' noch einzelne Fragmente erhalten worden sind. Es folgten sodann die Ablaßbriefe, deren Erlös dem durch die Türken bedrängten Könige von Zypern zufließen sollte, und 1440 der sogenannte Türkenkalender, von dem nur ein einziges Exemplar auf uns überkommen ist. Aber zweifellos trug Gutenberg sich damals auch scho'.l mit dem Plane der Herstellung eines größeren Werkes, und in dem alten Misfäle, dein die Hauschronik der Reschkes vorgeheftet war, glaubte Jost einen solchen, mit den Typengraden der sechsundreißigzeiligen Bibel ansgeführten Versuchsdruck gefunden zu haben, dessen Entstehung er, von scharfer Beweisführung ausgehend, nach Mainz und in das Jahr 1449 verlegte. Unter Mithilfe seiner beiden kundigen Adlaten arbeite er nun an einem Werke über seine Entdeckung, das seinen Namen mit einem Schlage in der Fachwelt bekannt machen sollte. Die drei hatten zu ungefähr gleicher Zeit ihren philologischen Doktor lind das Bibliothekarsexamen gemacht. Das war für einen geborenen Prinzen etwas Neues, und natürlich hatten auch die Zeitungen nicht verabsäumt, den staunenswerten Fall der Mitwelt bekannt zu geben. Velten hielt das Bibliothekarsexanten bei Jost zwar eigentlich für einen „lustigen Unfug"; aber der Prinz hatte zeigen wollen, daß er sich seine Stellung in der Welt auch allein schaffen könne. Was er später anfangen würde, wußte er noch nicht; er dachte daran, sich in irgend einer Universitätsstadt als Privatdozent niederzulassen, wollte dann den fürstlichen Namen oblegen und sich mit dem Frerherrntitel seines Hauses begnügen: aber auch aubere Pläne schwebten: ihm vor. Vorläufig beschäftigte ihn seine Arbeit, die er in der Ruhe von Gotternegg zu vollendet! gedachte. Daß auch seine Freundin Eva daran teilnahm, machte ihn glücklich. Ihr war eine Stelle als Bibliothekarsassistentin (über dieses ungeheuerliche Wort freute sich Velten jedesmal) bei dem Kunstgewerbemuseum in Frankfurt a. M. angeboten worden; sie hatte indessen abgelehnt, um Josts Wunsch zu erfüllen. Und sie war ihm eine streitbare Mitarbeiterin. Ihr kluges feines Köpfchen konnte auch recht hart werden, wenn es galt, eine Ueberzeugung zu verteidigen: dann wurden die sanften Augen blank und strafend und es trat Purpur in die Wangen. Im übrigen war sie eine gescheite kleine Person, die viel gelernt hatte; eine Broschüre aus ihrer Feder über die Metallschnitte des fünf-« zehnten Jahrhunderts hatte sogar ein gewisses Aufsehen erregt, wenn auch natürlich nur in Fachkreisen. Ottos Auskunft hatte die Arbeit unterbrochen. Trauerte man auch um den alten lieben Herzog Rübezahl, so wurde doch beschlossen, den Tag in gewisser Weise festlich zu begehen. Man gedachte eines Wortes in dem Testamente bes Herzogs, von dem Graf Harro erzählt hatte, eine.? Wunsches, der den ganzen Mann charakterisierte. Herrfurth hatte geschrieben: „Begrabt mich ohne großes Brimborium und heult nicht allzuviel. Es ist mir lieber, wenn meinem Angedenken zu Ehren ein Glas 'geleert wird, als daß Tränen fließen. Es ist mir lieber, wenn majt sich mit fröhlichem Gesicht meiner erinnert, als mit zitronensaurer Miene. . . ." So wollte matt denn mit Otto ein paar heitere Stunden genießen. Die Fürstin war heute nicht sichtbar. Man bestellte also zu Madame Balfonrs froher Ueberraschung im Prinzenhause ein Souper, ließ an Grete und Ariern Einladungen ergehen, und vertrieb sich die Nachiuittagstunden mit einem Spaziergang auf den Götzen. An der Burgruine waren allerhand Reparaturen notwendig geworden,' auch den Nmfassungsring hatte man aufgemauert, und von den Wachttürmen aus, die völlig wiederhergestellt waren, hatte matt nun tu ehr einen wundervollen Ausblick über das ganze Nuthetal. Auf einer dieser Platt- formen standen Velten und Otto nebeneinander und schauten in das Land hinein. Der Himmel war klar geworden und lag in gelber Abendsonne. In See und Fluß und in den Regenlachen spiegelte sich dies lichte Gelb wider: die Wiesen dampften, die Stoppeln waren schon wieder frisch umbrochen, und auch von der feuchten, schwarzen Erde stieg ein ganz feiner Nebelschleier auf. Die Birken am Waldrande hatten sich schon ihres Laubes entkleidet, aber da? Silbergrau der Stämme hob sich hell von der dunklen Tannenlinie ab. Das Dorf schob sich jetzt über die kleine Kirche hinaus: man sah das spitze Dach des Prinzenhauses, das flache des Gotterneggschen Schlosses und das vielfach gebrochene, mit Türmchen gezierte des Müllerschlosses. Wie ein blutrotes Band leuchtete der närrische Zaun, der die Burgmühle umschloß. Die beiden Männer sprachen über den Fürsten Bolko und die Zukunft von Gotternegg. „Ich lveiß nicht, ob die Fürstin an Scheidung denkt," sagte Belten, „aber ich weiß, daß sie dazu berechtigt nxire. Tritt der Fall ein, so lvürde ihr ihr Töchterchen zlvcifellos zugesprochen werden und dann könnte der Fürst von neuem die Jagd nach einer reichen Partie eröffnen, die vielleicht abermals in die Brüche gehen würde. Man kann nie- 306 lancholisch werden, wenn man so den Untergang eines großen alten Geschlechts vor Augen sieht." „Aber, lieber Velten," entgegnete Otto, „der eine entartete Sproß besiegelt schließlich noch nicht den Untergang des ganzen'Hauses! Sie haben sich in Jost doch selbst eine Natur herangezogen, die sich schon prächtig genug entfaltet chat und auch noch weiter nach allen guten Seiten hin ent-' wickeln w i r d." Vellen schüttelte den Kopf. „Jost ist kein Gotternegg," sagte er, „er ist kein Ritter. Mißverstehen Sie mich nicht. - Wie lieb ich Jost habe, wissen Sie — er ist sozusagen durch meine Liebe zun: Mann geworden. Aber er wird ans dem Studierzimmer nie herauskommen. Er wird der weli^ flüchtige Gelehrte bleiben — alles int äußeren Sinne Heldenhafte. alles Glänzende und Repräsentative geht ihm ab. Das bedauere ich nicht etwa seinetwegen ... ich traure nur um den Verfall des Rittertums da unten . . ." Ein unmerkliches Lächeln glitt über Ottos Züge. Doch er wurde rasch wieder ernst; er scheute sich, dies Lächeln dem andern zu zeigen. „Bester Freund," erwiderte er, „Werden und Vergehen ist Naturgesetz. Nicht nur die alten Adelsgeschlechter lösen sich auf, auch die Bauernhäuser entvölkern sich. Sie beklagen den Untergang der Ritterherrlichkeit, die einst hier oben ihren Sitz errichtete und in veränderten Zeitläufen hinab zog in das Tal. Unweit des Schlosses der Gotterneggs stand noch vor ein paar Jahren ein stattliches Bauernhaus. Das hat man niedergerissen und auf den Fundamenten einen verrückten Neubau aufgeführt, die zu Stein gewordene Laune ejnes ungezogenen Mädels. Aber man hat mehr eingerissen als das frühere Haus. Man hat zugleich auch ein altes' Vauerngeschlecht zu Grabe getragen. Wir Hcraugewachseueu haben uns losgelöst aus dem Milieu, dem wir entsprossen . ftjib. Wir sind keine Bauern mehr. Mir ging es wie Jost; ich wählte den Gelehrtenberuf. Und ich mochte meine Hand ins Feuer legen: die Grete wird keinen Mahlmüller heiraten und keinen hemdärmeligen Ackerkuecht — sie möchte am liebsten eine Adelskrone auf den Dachfirst setzen und möchte ein Von und zu vor ihrem Namen haben. Ist das nun ein Aufwärts, dieser Sprung und Schwung über die Geburtslinie hinaus? Und ist es ein Abwärts, wenn der letzte vernünftige Gotternegg die Gelehrtenstube dem Hofparkett vorzieht und seine Bücher dem ritterlichen Sport? —" Er wias mit der Hand hinter sich. „Was wäre, Belten, wenn aus der Freundschaft der beiden die Liebe würde? Als Bolko cm die Vergoldung seines Wappens dachte, schlug kein Blitz in bia Gotzenburg ein; aber vielleicht wird es rebellisch in der Ahnengruft, wenn Jost ein armes Bürgerfräulein heiratet. . . ." Wieder lächelte Otto eilt wenig spöttisch. Velten er- widerte nichts; sein Blick war auf den beiden Gestalten haften geblieben, die aus dem östlichen Wachtturm der Umzingelung standen — Jost und Eva, Arm in Arm und eng beieinander, zwei Silhouetten im verblichenen Gelb des Sonnenuntergangs. Die Frage Ottos klang in seinem Ohre loieber: Wenn ^ Freundschaft der beiden nun eine Liebe wird'? — Auch Belten hatte zuweilen daran gedacht. Nichts in dem eigentümlichen Verhältnis der jungen Menschen sprach dafür, daß es so kommen könne. Nur ein einziges Mal war Velten suß Eva ani Arbeitstische, tief über ihre Bücher geneigt, und das Helle Tageslicht umspielte ihr braunes Haar. Jost war hinter ihr stehen geblieben, schaute SuNre herab und sagte plötzlich: „Was hast du für schönes Haar Eva - beugte sich und küßte ihren Scheitel. Sein Gesicht war dabei freundlich und ohne Erregung, es war wie ein harmloses Schmerchelwort und wie eine flüchtige Zärt- "^^^^bschwistern. Aber Velten sah, daß über Evas Antlitz eine heiße Flamme schlug und daß ein leiser leiser Schauer ihre Gestalt durchbebte. Da wurde er nachdenklich_ Tag ging zur Rüste, Man mußte wieder den Berg hinab. Es wehte kühl durch die Tanuen, und die Nebel über den Wiesen verdichteten sich. Als die Vier vor dem Park- eingaug standen, war es bereits dunkel; die elektrischen Bal- großen Allee flammten auf. Auch in derTreppen- -des Prinzenhauses bräunte bereits das Licht. Da saßen und links auf den steinernen Bänken an der Wand ^Ee "nd Örtern, unp letzterer sagte scherzertd: „Durchlaucht, WLM - aber wir sind tief beleidigt. Man hat uns eiste Erliche Einladung zum Souper zukommen lassen, und nun unä feiner ^ tüarten unb hungern, und' es empfängt m „Die Stimmung war fröhlich, als man zu Tisch schritt. Voller Seligkeit war vor allem Madame Balfour; sie hatte Alt Mamsell Anschütz lange geplant und beraten, wie das Menü zn entwerfen sei, und präsidierte nun in glücklicher Wurde, während' ihre Hängelöckchen sich heiter schaukelten. Auch der „grüne Max" war wieder in Tätigkeit und gab sich die erdenklichste Mühe, seine Sache brav zu machen, denn er nährte im heimlichen Busen die frohe Hoffnung, eines Tages vom Prinzen als Kammerdiener engagiert zu werden, eine Stellung, die ihm ungefähr gleich dünkte mit der eines persönlichen Adjutanten. Für einige Minuten wechselte mit der fröhlichen Laune der Ernst dieses Tages. Velten stand auf und erbat sich von Jost das Wort. Er sagte:,,.Liebe Freunde, verstattet mir dem Aildenken dessen, den mir heute zur Ruhe tragen halfen, ein Zeichen der Erinnerung. Er wollte nicht, daß diese Erinnerung igetrubt werde durch die Wehmut des Abschieds für ewig; er wollte, das; seiner gedacht werde im frohen Kreise und wenn der Becher.gefüllt vor uns stehe. Der Maun, der dies niederschrieb' als einen seiner lebten Wünsche, der sah schon den Tod vor Augen. Aber für ihn trug der Tod einen Rosenkranz und die Hippe init Blunien umwunden; für ihn !var er der Geleitsmaun in eine Welt voll hehrer Schönheit Unser geliebter alter Herzog war kein Frommer, der auf das Wort schwur; höher sals das Wort stand ihm der Geist, der vom Ganges aus das' Zordantal befruchtet hat. Mau sagt, der Herzog habe sich in seinen letzten Lebensjahren eifrig mit dem Buddhismus beschäftigt. Aber ob er die Erlösung in der Transformation der Seele sah oder in ihrem Aufstieg zur besseren Ewigkeit: er glaubte an die Erlösung, die ihm der Endtrost war in beit Zweifeln seiner dogmatischen Forschung. Er war ein seltener Mann, vereinzelt stehend im Treiben unserer Gesellschaft. Nichts war ihm fremd, wahrlich nichts. Er war ein kühner Soldat, ein treuer Vasall ft ui es Königs, ein ehrlicher Kämpfer im politischen Streite der Zeit; sorgend mehrte er beit Besitz der Seinen, er linderte Elend unjbi Not; ein Herz voll großer Menschenliebe wohnte unter der rauhen Außenseite, ein reger, in die Tiefe gehender Geist lebte in ihm. Er ivar nicht fehlerlos, er war ein Mensch; er war ein Mensch und war ein Edelmann, auf den Deutschlaiid stolz sein konnte. Jost, dir war er- ein hilfsbereiter Verwandter, mir war er ein Freund. Weihen wir seinem Angedenken ein stilles Glas . . Schweigend."wurden die Gläser geleert. Es währte ge- ehe die Unterhaltung wieder in Fluß kam. Aber als Max den Champagner einschenkte, stieg die Stimmung von neuem Zwischen Jost und Otto saß Eva, Grete zwischen Velten und Artern, und oben thronte Madame Balsour in der Haltung einer greisen Königin, die sich au dem Froh- film ihres jungen Hofstaats erfreut. Es wurde gescherzt und gelacht, man tauschte Erinnerungen von der Üniversi- tätszeit und der gemeinsam verlebten Kindheit aus, man sprach in buntem Fluge von hunderterlei — nur Bolkos wurde mit keinem Worte erwähnt. Auch Grete verlor ihre Haltung als große Dame und xlvurde wieder zum lustigen Backfisch, Das frische und uuge- zwuugeue Sichgeben Evas blieb nicht ohne Einfluß au sie Die beiden hatten sich rasch augefreuudet und verplauderten auch dann und wann eine Teestunde bei der Fürstin, der das heitere Wesen der Mädchen angenehmer war als die höfische Steifheit ihrer Gesellschaftsdamen. Von der Fürstin sprach Graf Artern mit höchstem Respekt, nicht allein aus Rück/ ftZft auf ^zost, sondern aus dem Herzen heraus. Es war erstaunlich, mit welcher zielbewußten Energie sie binnen wenigen Jahren die Herrschaft Gotternegg in einen blühenden Besitz verwaiidelt hatte. Sie war aber nicht nur ein eminent kaufmännisch schaffender Geist und ein hervorragendes Organisationstalent, sondern auch eine Frau, die ihre hohe Stellung durchaus ausznfülten wußte, die nicht kargte wenn es sich um eine würdige Repräsentation handelte und dre auch ihren zahlreichen Bediensteten eine immer ivoht- wollende Herrin war. Artern klagte nicht mehr über seinen neuen Bergs, aber vollauf schien er ihn hoch nicht zu be- er ließ gelegentlich einfließen, daß er Lust habe, wieder in den Kolonialdienst M treten. — 5 Nach dem Souper zog sich die'kleine Gesellschaft in die Zrmmer JpM zurück. wo die fommfeuer entzündet worden mären utü) eine KeyaHsiche MrUe verbreiteten, während draußen flch von Neuem foie zu schgren begannen und die ersten Mnrmwehen dexsinfenden Mlcht das Haus umtobtem Jost zeigte in dem eisten Gemach, dös seine 307 Privatbibliothek enthielt, den näheren Kunden einen alten Druck des Volksbuchs von Faust, den ein Antiquar ihm zur Ansicht geschickt hatte und den er für unbekannt, in den Bibliogrjaphieen jedenfalls noch nicht beschrieben hielt. Artern und Grete hatten am Kamin des Vorderzimmers Platz genommen; der Graf präsentierte Grete eine Papy rus und steckte sich! dann selbst seine Zigarre an. „Ich frage nicht erst um Erlaubnis," sagte er, „ich Weiß, daß die Ginäjdige in höchsteigener Person nach dem Diner oder Souper einem havannesischen Opferbrande nicht Abgeneigt sind. Darf ich mich zu Ihnen fetzen?" ' „Wenn Sie artia sind, ja," erwiderte Grete; „das sind Sie freilich feiten. Und wenn Sie wieder irgend etwas an fnu- auszusetzen haben sollten, so sagen Sie es gleich und in rnappster Fassung. Auf Längere Entgegnungen lasse ich Mich nicht ein." Artern ließ sich dem jungen Mädchen gegenüber nieder Und schaute ihr lächelnd in das hübsche Gesicht. ** (Fortsetzung folgt.) Die Tote. Eine Komödiantennovelle von Paul Ernst. (Nachdruck verboten.) Wenn in Frankreich der König stirbt, so ruft der Herold vom Schlosse herunter: „Der König! ist Lot, es lebe der König." Der Konrg ist unsterblich, mag der zufällige Träger der Krone auch, wie jeder Mensch, dein Irdischen seinen Zoll zahlen. Zu. den vielen Aehulichkeiteu, die der Komödiant mit dem Kö- n>.g hat, gehört auch die, daß er gleich ihn: unsterblich ist. Silvie, du reizende, kindliche, unschuldige Silvie ist gestern gestorben; heute steht sic schon wieder auf der Bühne, in all ihrem Reiz, ihrer Un- ZciMld und Kindlich.e.t. WenJümmert est wie sie früher I;üeßi, ehe sie &.unt Theater kam, wie die Silvie, die gestern gestorben ist, früher ihi-eß — laus sie beide überhaupt je eine Zeit in ihrem Leben hatten, Mo u_c mcht beim Theater warm, wo sie nicht Silvie lsteßen. Ja, sind sie denn überhaupt zwei verschiedene Mädchen? Die Ludwige und Heinriche in Frankreich unterscheidet Niau durch Zahlen, die man hinter ihren Namen hängt; aber man spricht nie von einer Süvie der vierzehnten und fünfzehnten, man spricht immer nur von Silvien: die neunzig-jäl-rigen Greste und die Jünglüige — und wenn die Jünglinge von heute neunzigjährige Greise sein werden, dann wird immer noch die sechzehnjährige Silvie das Häutchen auf das'Herz legen. , Die Probe ist beendet, es ist niemand inehr auf der Bühne wie Süvie, der Rechter und der junge Offizier, der Silvien liebt. Der Duhter ist nicht mehr ganz jmrg; schon sind einzelne graue Haare m lcutcui Bart imb Hausühaare zu sehen, zeigen sich an dm Augenwinkeln kleine, feine Runzeln. Mer sein Blick ist E) umg seine Bewegungen, sein Lachenund cuich sein Weinen, sein Glauben mrd Hoffen; das sagt er selber. Silvie, die sechzehnjährige Süvie sagt von ihm: „Das ist eben der Reiz bei ihm; so e ! u Manu ist er, der so viel weiß, mw dabei ist er wie ein Kind. Der Dichter sagte: Dort hängt ein altes rostiges Blech an ernem Bindfaden; daneben liegt ein abgebrochener Spazierstock £T*jL. blc Donnermaschine. Für einen Soldo Cobophonium liefert Blitze für zehir Vorstellungen. Jener Stnrzbach, der wild von Felsen herabschaumt, ist aus zerknittertem Silberpapier gemacht. lind was sind unsere Gefühle, die Gefühle der Komödianten? Wenn ein rostiges Blech und eine Prise Colophonium ein Ge- witter erzengh was ist dann die Leidenschaft eines Künstlers?" .^vüblickt verlegen dm jungen Offizier an: sie hat noch nie über so etwas nachgedacht: aber sre laßt wenigstens ihre reizenden Fiißchen rn den ausgeschnittenen Lackschuhen auf seinen rind- ^.Stiefeln spielen. Der^Offizier bürstet sich mit seiner Tnschmbürste den Schnurrbart hoch und erwidert: „Ich war 8ld- üutant bei dem großen Helden, der die Schlacht bei Nördlingen hat Ww ste begann, da stand er vom Tisch miß wischte sich dm Bart uiid sagte: „Noch nicht einmal die Morgmsupipe lassen einen die Kerle in Riche fresse,,." Silvie lachte, vblvohl ihr Ä Znsa.nme, - Dang nzcht klar wurde. Der Dichter fuhr fort: Ich bin älter, Kinder, wie ihr beide Msamwen. Wenn rch «rf mein Leben zmückblicke. bann kann ich schon «ne schone Strecke sehen. Was ist mir geblieben? Ich habe !!Ä gesessen, mit cher, die mir gestern gestorben ist. Mir fefen mcht gesprochen: fie war ein gutes Mädchen. Weshalb hrer saßen, tveiß ich nicht. Wer das habe ich mm in der Ennnernna> als ob das das Wichtigste in meinem Lchen gewesen wäre. Morgen wird man sie mm begraben: ich 8t f : ° fer ift **' °ls ob sie niU „ MW wischie sich die Augen wnd sagte: ..Sie hat mir all« L?Jlech-r v-kmq^ Z war ein ganzL Kvffer ^ll. mch se Sachen. Dieses Koshlin. das ich hatte trage, ist Ter Dichter sah sie Prüfend an, dann sprach er: „Ja, ich erkenne das Kleid. Dieses Band, das über dem Herzen zu einer Schleife geschlungen ist, habe ich ihr geschenkt. Sie hatte sich das Kleid selber genäht, dann sagte sie mir: „9Iun ist Alles fertig, nur em rotes Bändchen fehlt noch, das kommt aeraSe über dem Herzen zu sitzen, das sollst du mir schenken." Ich hätte ihr ja gern em ganzes Kleid geschenkt, denn sie war ein gutes Mädchen, aber ich hatte doch kein Geld; das Bändchen konnte ich ihr kaufen, dv, nun trägst du das Kleid mit dem Bändchen!" 5 c. beim immer geschwiegen, wenn Ihr beisammm '^dct? fragte Silvie. „Wir andern haben oft über Euch gelacht." „Nein,^zuweilen erzählte sie auch und fragte," erwiderte der x/'^ ie m * r „Caroline liebt dich", oder ancf> *'s? * cmRV*** ^urwer nach dir umgeseheii". Sie Lachte imnrer, ledes Mädchen war m mich verliebt. Ich lachte dann und sprach: „v^ch bln nicht zum Verlieben. Ich bin immer allein gewesen." Silvie. blickte still in ihren Schoß. „Wahrhaftig," fuhr der Dichter zu ihr gewendet fort, „ich glaube, wenn sich wirklich einmal eine in mich verliebte, ich merkte cs gar nicht!" 1 glaube auch," sagte ernsthast Silvie; der iunge Offizier lachtesie warf ihm einen Blick zu, der ihn erstaunte. . der Dichter, „ist es denn so wichtig, ob wir nun m der Wirklichkeit etwas erleben oder nicht? Was hat Dein Feld- herr erlebt, als er die Schlacht gewann, wäs erlebt der Sckxu^ pwlcr der Mellercht reden Monat eine neue Liebesgeschichte aus- Z^E^e Nichts erlebt. Aber nun erinnere ich mich, wie ich hier mit Silvrcn saß, die nun tot ist: alle Schauspieler waren fottgegangen wie letzt; wir waren ganz allein; ich saß aus diesem ^tnhl, ,ie ans dem Bänkchen mir zu Füßen; sie hatte den Arm aus Niem Knie gestutzt ,vielte mit dem roten Bändchen, das ich ihr geschenkt hatte. Silvie hatte so ein schönes Lachen, lvcnn wir zu- sainmcn saßen; sonst hatte sie es nicht; auf der Mihne wäre es reizend gewesen Einmal weiß ich, lachte sie so, daß sie sich zicketzt mit beiden Händen die Augen zuhielt; dann ließ sie einen kleinen ^palt zwpchen den, Fingern uiib sah mich so schelmisch an, daß ich bei Mir dachte, ich nwchte sie eigentlich küssen. Aber ich habe cs denii doai nicht, getan; ich hätte sie erschreckt; sie hatte ja keine Ahnung, daß ich ,olche Gedanken bei ihr hatte. Ja, das ist UuN alles gewesen und nun ist sie tot. Ilnd ist das nun nicht so, als ob ste mich geliebt hätte, nick) ich sie?" Lilvie schwieg imb der Offizier war merkwürdig verlegen. Er wstchte an einem Flecken, den er ans seinem Aermel hatte. ,,^ch bin nun über fünfzig Jahre alt," strln der Dichter fort. „v-.ch lehe, wie das Leben vorüberfließt. Du bist nun jung, Silvie; ach. lvie maiiches Madcheii habe ich gesehen, jmig lvie du ulid schön und anmutig wre du: dann war es mißniutig geworden oder gleichgültig; und wieder lvar ein junges Mädchen an der alten Stelle Heuer zuirleden und anmutig. Auch Silvie ist ja nun tot; und iiun b-.,t du und,ivo vorgestern noch Silvie saß, da sitzest du, und du trägst dasstlbe Klerd, imb mein rotes Bändchen, das ich ihr ge,chenkt, l)ast du über dem Herzen. Die Menschen, welche innner zu lein an stch denken, sehen das ja nicht. Aber Silvie sab cs auch. L-ebr merkwürdig ist das alles." Ter Dichter verabschiedete sich von den beiden und ging. Und wahrend er aus der Straße weitcrschritt, dachte er. in welchem Irrtum dochchie Menschen befangen sind, welche glauben zu leben, wenn sie blop erleben;, und er dachte bei sich: „Wie reich ist doch mein Leben, denn ich sehe, doch alles, was rim mich vorgeht, und sehe es genau, weil ich nie beteiligt bin." Ter junge Offizier sagte zu Silvien: „Der Arme, das Leben wird immer an ihm wrbeigehen. Er sielst nichts. Er hat ja nicht gesehen, daß du tote Süvie ihn geliebt hat." „Solch ein Mensch ist er, daß Silvie ihn so geliebt hat, daß €r ^^kte.'so ist Silvie durch ihn geworden," e-i'widcrte nachdenklich das Mädchen. Er schob scherzend seinen Arm um ihre Taille und sagte: waln?"° n ü)tl träumen lassen, wir leben, wir beide, nicht Sie schüttelte sich leicht, nahm seine Hand und legte sie fort; dann sagte ste: „Laß mich, auch ich liebe ihn." vilder aus dem „Laouuois". Wir haben einen Laufgraben, der zu unserer Stellring führt, dessen eigen nmlicher Nmne mich nach seinem Ursprung forschen ließ. „Chemin res Lames". —- Bor meinen Augen steht die Zeit Lurwigs des XV. ^und Ludwigs des XIV, die Glanzzeit des Hofes von Bersackles. Bove Ehäteau, von Ludwig dein XV. >uicbcr auf- gebmit, gehörte unter der Regierung Ludwigs des XVI.. der Gräfin und nachmaligen Herzogin von Narbonnc-Uara einer Hosdauie der Schivest-er des Königs, der Prinzessin Marie-Melaide von vrankreich. In schönen Somniertagen Herrschte hier reges Leben .Nrt großem Gefolge sind die alten Tanten des .Königs gekommen und die sonst stille Gegeich haUt wieder vyn dem Jubel der Besucher T^e Tage vei-briugt die Jugend auf der Jagd und die Wende stillen Tan- und -Konivdie aus Haben sie doch eine eigene Schauspiele geselstchast mltgebr-ackst. Oder aber ste lststirmndeln azst bm Chemw ^?ules, einem Mg, der emenS für sie angeleat ist und von dein L ange gardren über b*e Höheir nach Hurtebise und von bi cn# das Schloß zu führt, und ich Verstehe, ba& sie iit Entzücken geraten über den Ausblick -ans die liebtick>en Täler weit nach dein Süden zu und nordwärts, mo ihr Blick das hochgelegene Laon auf seinem Kalfsteinfelsen trifft, dessen Kathedrale ihre Türme in den rosigen ?lbendhinlmel schickt. Und ich höre die Stimme zierlicher Rokoko- dämchen von Liebesabenteuern flüstern und ihr süßes Lacken durch den Albend girren. — Einschlagende Granaten rufen mich in die Gegenwart zurück und der alte Chenlin des Danres muß es sich gefallen lassen, datz der Eiscnhaget de.^ Nachkommen jener lnstigen^Gesellschaft tagtäglich seinen Boden mehr aufreißt. — Das Schloß n-ar schon früher der Revolution zum Opfer gefallen. — C'est la gilerre. Das ist -die Entschuldigung der schüver heim- gesuchten Bevölkerung für alles Unglück des Krieges und sie lvartet ergeben auf den Tag, der ihnen den heißersehirten Frieden bringen soll. _ Hugo Lotz. Vermischtes. * K i t ch e n e r s P a r l a in e n t 3 a n g st. In den seitenlangen Erinnerungen an Kitchener, die seit Tagen die englischen Blätter füllen, findet sich eine scharf gesehene und bezeichnende Schilderung von der Feder eines Mitarbeiters des „Daily Ehronicle", in der ausgeführt wird, ivie Kitchener bis in die allerletzte Zeit eine starke Scheil vor dem Verkehr mit Diplomaten an den Tag legte. Der Mann, der feit'bet frühesten Jugend als Soldat ans verschiedenen Erdteilen wirkte, fühlte sich iu der großstädtischen Enge von London und unter denr Druck der steiseu diplomatischen Gesellschaft ule- in als wohl, weswegen er in der englischen Hauptstadt trotz aller Verehrung stets als eine Art „wilder Mann" betrachtet wurde. „Kitchener wurde' höchst selten im Parlament gesehen. So viel man sich erinnert, erschien er überhaupt niemals im Unterhaus und im Oberhaus ließ er sich nur blicken, wenn sein Erscheinen unumgänglich notwendig war, z. B. wenn er über den Krieg oder sonst eine militärische Angelegenheit zu sprechen hatte. Seine Reden zeichneten sich durch Kürze aus uud konnten keine rhetorische Kunstfertigkeit aufiveisen. Oeffeutlich zu svrechen war für ihn stets eine drückend empfundene Qual, und er bereitete sich in solchen Fällen stets so vor, daß ein sorgsam schriftlich ausgeführtes Manuskript ihm zur Hand war, um ihn vor Entgleisungen oder Stockungen zu bewahren. Einer der ältesten englischen Parlamentsbräuche läßt das Ablesen von Redeu als verabschemmgs- würdig erscheinen, aber Kitchener hielt sich nicht an dieses Herkommen, sondern las alle seine Bemerkungen von dem mitgebrachten Manuskript ab. Wenn er vor dem Rednerpult erschien, setzte er zuerst sorgsam eine Brille aus, dann entfaltete er ohne Rücksicht auf die parlamentarische Sitte das großmächtige Munuskript und la? es so schnell herunter, daß die Lords, die an ein weniger eiliges Tempo gewöhnt lind, ihm nur schwer folgen konnten und nicht gerade sehr erbaut waren. Sowie Kitchener seine Aufgabe im Parlament erledigt hatte, machte er ein befreites und glückliches Gesicht, und er eilte so schnell wie nur irgend möglich aus dem Hause, iu dessen Luft er niemals völlig unbefangen und frei zu atmen vermochte." 'Die Mär von General To w n sch e n ds Heldentöchtern Durch die französischen Zeitungen ging bei dem Fall von Kut-el-Amara die rührende Geschichte von den beiden Töchtern des Generals Townshend. Rot und Entbehrung hatten die beiden jungen Mädchen in der eingeschlossenen Festung mitertragen, und als es zur Uebergabe von Kut-el-Amara kam und die türkischen Sieger den Generalstöchtern freies Geleit in die Heimat anboten, da wiesen diese die Ritterlichkeit deS Feindes zurück und erbaten und erhielten die Erlaubnis, ihrem Vater nach Konstantinopsl zu folgen und ihm in der Gefangenschaft Trost und Stütze zu sein. Diese herrliche Geschichte gab besonders dem „Temps" Gelegenheit zu einem Loblied der heldenhaften englischen Frau im besonderen und im allgemeinen. Nun aber sieht sich der „Temps* durch eine ziemlich grobe Berichtigung aus dem Leserkreise gezwungen, zuzugeben, daß diese Geschichte ebenso schön wie falsch war. Aie phantastische Romantik, die die Gestalt der beiden Töchter des Generals umkleidete, wird durch die nüchterne Tatsache erheblich abgeschwächt, daß General Townshend überhaupt nur eine Tochter bat und daß diese eine Tochter weder in Kut-el-Amara noch in Konstantinopel gewesen ist, sondern sich in — Paris aufhält. * F i s ch n e st e r a n s d e m F e st l a n d e. Es gibt nicht nur Fische, die auf verhältnismäßig großen Strecken über Land zu wandern vermögen, wie cs z. B. im Frühjahr die Aale tun, um die nächste Wasserscheide zu erreichen, sondern man sagt auch den Meeresbewohnern nach, daß es unter ihnen besondere Arten gibt, die an der Küste selbst Nester verfertigen. Solche Fischnester auf dem Lande beobachtete, wie die „Umschau" erwähnt, der englische Forscher F. I. Jackson in Südafrika. Es handelt sich um den sogenannten afrikanischen Lungenfisch (?rotopterv3 ethiopicus), dessen Nester von dem Forscher in einem mit Gras bewachsenen Fleck gefunden wurdeik. Diese 50 Ztm. tiefen Nester hatten eine runde Form und euren Durchmesser von 1 Meter. Ringsum waren sie von einem kleinen Wall von Schlamm umgeben, der mehr als 10 Ztm. breit war und ungefähr 2K Ztm. über das Wasserniveau emporragle. Die Oberfläche dieses Schlammringes war mit großer Sorgfalt geglättet, und man nimmt an, daß die Lungensische den Schlamm im Maul zu den Nestern befördern und ihn mit ihrem aalähnlichen Schwanzende glatt streichen. vüchertlsch. — Türkische Frauen. Ihr Leben im Harem und im Spiegel türkischer Erzählungen. Unter diesem Titel veröffentlicht B ey O g hlu im Delphin-Verlag, München ein-interessantes Buch über Leben und Lebensumstände der türkischen Frau, über Dinge also, über die man bei uns noch vollkonnnen im Unklaren ist (Preis geh. Mk. 1.80, geb. Mk. 2.80). Der Verfasser ist ein bekannter Orientkenner, der nicht nur die Führerinnen der türkischen Frauenbeivegung, sondern auch die türkische Gesellschaft durchaus kennt. _ Den Schluß des Bandes bilden einige Erzählungen der bekanntesten türkischen Dichter der Gegenwart, der Hussein Dschahid, Haltd Sia, Mehmed Reust u. a., die alle sich mit der Psychologie der türkischen Frauen beschäftigen. - Nargileh. Türkische Skizzen und Novellen. Unter diesem Titel erschien eben im Delphin-Verlag, München, ein schmucker, kleiner Band (kart. Mk. 1.40, geb. 2.30) von Major Franz Karl Endres, der bekanntlich drei Jahre lang in verantwortlichsten Generalstabsstellen in der Türkei Dienste leistete. Was der Verfasser bartn in seiner herzerquickenden und temperamentoollen Art erzählt, das vermittelt dem Leser allgemach ein sehr lebendiges, eindringliches und mit tausend Farben und Begebenheiten erfülltes Bild von Land und Leuteii im türkischen Orient. - Ein Bilderbuch über die Türkei mit 215 auserlesenen, wahrhaft mustergültigen photographischen Abbildungen von Land und Leuten ist eben im Delphin-Verlag München zu dem billigen Preise von 2 Mark erschienen. Das Buch, dessen Widmung Kronprinz Rupprecht von Bayern angenommen hat, ist herausgegeben von Franz C. Endres, Kaiserl. ottomanischec Major. Es will in erster Linie durch die Fülle seiner Bilder eine lebendige Anschauung von dem Lande vermitteln, mit dem sich da? allgemeine deutsche Interesse jetzt so eingehend beschäftigt, von dem Lande, das ganz naturgemäß uns noch fremd ist und doch nicht fremd bleiben soll. In prächtiger abwechslungsreicher Bilderfolge ziehen da an uns vorüber: Städle und Straßenbilder von Kon« stcmtinopel, Jerusalem, Damaskus, 'Aleppo, Bagdad und anderen großen Städten und Ortschaften.- wundervolle Landschailsbilder aus der Umgebung Konstantinopels, vom Bosporus, den Meeresküsten, dem Taurus, aus Armenien, Kurdistan und dem heiligen Lande, vom Suezkanal, Südarabien, Mesopotamien bis zu den Gebieten des Schatt°el-Arab mit seiner schon völlig tropischen Flora und den märchenhaft schönen Palmcnhamev Dann Bilder aus dem Volksleben, den Arbeits- und Vergnügungsstätten, Typen der verschiedenen Völkerschaften, Darstellungen aus der Tier- und Pflanzenwelt. Der sachkundige einleitende Text, welcher den großen Stoff fesselnd und übersichtlich behandelt, fuhrt in das Verständnis des türkischen Orients ein. Wir erfahren alles Wesent- liche über die geographische Einteilung des Landes, über die politischen und völkischen Verhältnisse, über Jilstiziveseii, Schiiliveseii, Sprache, Religion und Sitte, über Literatiir und Kunst, dann über das Wirtschaftsleben, die Bodenschätze des Landes, über Industrie und Handel. _ Rösselsprung. Hand mil- leumd- da gunst Un« Hause Gattin Ver- wohnt ihre fall im die Miß» den dert ung tet grimm- und höhnen» sicher wo .allein ige Glück ver- wal- ruh'ge je- der jedes streben der suchen nunst par- den UN- du 3 und Be- Friede magst Ver- diesen nicht hegen da im sie heil'gen tei- ver- drau- Weiten wirken Liebe isches gebens auf Kreis Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer. Nadel, Nagel, Angel, Algen. Schriftleituna: Aug. Goek. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steiudruckerei. R. Lange, Gieken.