samrrag, den \T. Juni Die arme Prinzessin. Roman von Fedor von Zobeltitz. (Nachdruck verboten.^ (Fortsetzung.) Ottos Gesicht verfinsterte sich. Er murmelte etwas, es klang wie „Komödie" oder dergleichen. Dann reichte er dem Vater die Hand; er wollte nac^ dem Schlüsse gehen. Bob hals ihm nuten in der Eintrittshäkle in den Ueber- vock, sagte auch, gnädiges Fräulein hätten befohlen, aAnfragen, «ob der Herr Doktor einen Wagen wünsche. Aber Otto dankte. Der Regen hatte ans gehört, die Wolkenballen \am HimMel n in kränzten irur noch 'den H-oriziont und dcrrüber lachte die blasse Herbstsonne. Otto wolte zu Fuß gehen. Er besuchte erst Schnauzerl, der am Ponystalt logierte und ‘mißmutig den struppigen Kopf aus der Hütte streckte, auf beide Vorderpfoten gelegt, wie ein hündischer Philosoph, der Liber die Vergänglichkeit aller Knochen grübelt. Er öffnete die Augen ein wenig weiter, als er Otto nahen sah, und stieß ein leichtes kleines Knurr er chen aus, hob dann die Nase :nnd begann mit sich weitenden Nüstern lebhaft zu schnuppern, während der Schwairz in Belvegung geriet und schließlich auch ln rhythmischer Wellenbewegung die ganze aus der Fasson geratene und aller Schönheit bare Körperlichkeit. Der alte Köter hatte den Freund seiner Jugend erkannt, und nun gab es ein Zerren an der Kette, ein Janlen, Bellen und .Heulen, eine ganze Skala von Jubel in tierischer Tonart: eine Freude, die fast menschlicb war. Otto streichelte und liebkoste den braven Gesellen und hätte ihn gern von seiner Kette gelöst; aber schließlich konnte er ihn nicht gut mit ln das Schloß nehmen und begnügte sich dann damit, Schnauzer! ernsthaft zu versichern, daß er noch einmal zu ihm kommen werde, ehe er abreise. Schnanzerl spitzte dazu die Ohren und schien sich zufrieden zu geben: aber so lange Otto sichtbar war, schaute er ihm mit großen, klugeir und gleichsam klagenden Augen nach. Der junge Mediziner konnte es sich nicht versagen, einen Blick in den neun eich affe neu Park zu werfen, der sich In drei Terrassen nach mm See zu senkte. Die Anlagen waren hübsch und mußten viel Geld verschlungen haben, da fast nur größere Baume gepflanzt tvordlen waren, die eine sorgfältige Pflege erheischten. Me Gärtner waren auch schon an der Arbseit, die junge Aufzucht fiir die Winter- Toilette viorzuberetten, die Stämme mit Stroh zu umwickeln Und durch ansgespannte Mattel: Vor den Nord- Minden zu schützen. Eine Menge Leute schwirrte umher; eine Marmorgrnppe am Fuße einer Fontäne wurde unter Bretter gelegt — imb plötzlich blieb Otto wie festgebannt sieben: er hatte unter Efeugeschlinge den alten steinernen Werlden- sarg erkannt, der früher auf dem Höfe vor der Haustiir getänden hatte. . . , Der Fußpfad über die Wiesen, beit Otto so oft gewann delt, wenn er die Spielgefährten aus dem Schlosse abgeholt hatte, war eingegangen: der rote Zaun sperrte ihn ab. Man mußte durch das Dorf, wenn mall nach dem Schlosse wollte. Das Dorf war größer geworden, städtisch erbaute Häuser schlossen sich den alten Lehmbaracken an, auch in einige Schaufenster konnte Otto mit Verwunderung blicken; der Krämer hatte eine ganze Etalage von Stoffen, bunten Bändern und wohlfeilem Putz aufgebaut, im Bäckerladen blitzte alles vor Äanberkeit, in der Auslage des Fleischers einten die Würste sich zu hängenden Guirlandeu und darunter siand die Sülze, verziert mit Blumen ans rotem Papier. Sogar eine Apotheke gab es; vor der Tür sah man eine steinerne Bank und auf einem Fenster las man in goldenen Buchstaben: „Probierstube". Da man Medikamente aber nicht zu probieren pflegt, so nahm Otto init Recht an, daß der Apotheker auch Weinwirt sei, und er sagte sich: „Gotternegg Großstadt — alle guten Geister seien gepriesen — es fehlt nur noch ein Monument auf dein Anger und das Klingeln der elektrischen Straßenbahn. . . ." Es klingelte nicht, aber in der Ferne stöhnte und pfiff es. Ein Motorwagen brauste die neue chauffierte Straße hinan, und eine vergnügte Stimme rief: „Tag, Doktor! I der Tausend — S i e hier? —" Es war der Graf Gideon Artern: er bremste gewaltig und hielt: trug einen stichelhaarigen Pelz von verwegenem Aussehen und eine Schutzbrille. Aehnliches Pelzwerk lag neben ihm; den Chauffeur spielte er selbst. Ein paar rasche Worte wurden gewechselt. „Ich will zu Ihrer Schwester," erzählte der Graf; „ich habe ihr zu Gefallen das Automoppeln gelernt und rase nun wie ein Wütender umher. Der Moppel gehört nämlich Fräulein Grete, die alles Nene haben muß. Aber der Chauffeur war täglich betrunken, da habe ich ihn nach Berlin zurückexpediert. Eben ist die von Benedikt verschriebene Autotoiltette für Ihre Schwester eingetrofsen; die will ich ihr bringen; sie wird wie ein Eskilnochristkindchen darin aussehen. Doktor, wo wollen Sie hin? Nach dem Schlosse?" „Oder nach dem Prinzenhause," antwortete Otto, „jedenfalls zu Jost und Velten." „Die sind im Schlosse — von früh bis spät sitzen sie in der Bibliothek und schreiben gelehrte Sachen. Dazu gehört auch Fräulein Eva Storm, eine Dame, vor der man den Hut abziehen muß, gleichfalls Doktor, aber es wird phil. sein, nicht med. und —" „Ich kenne sie," warf Otto lächelnd ein. „Ah so — dann kann ich mir die Beschreibung spareir. Ein kolossal fleißiges Trio. Man hat eine große Entdeckung gemacht — Sie können mich totschlagen, wenn ich Ihnen sagen soll, was für eine. Es handelt sich um einen alten Druck, den kein Mensch mehr lesen kann, aber das ist eben das Feine und so ungeheuer Seltene. Nun drucksen sie seit Monaten über der Schwarte und messen sogar die Buchstaben aus. und wenn sie eine Seite umwenden, setzen sie 302 S erff in Posiiur, als rilftefen sie zu einer geistlichen Hand'- g. Manchmal wage auch ich mich in die Bibliothek; aber nach drei Minuten pflegen sie mich schon wieder 'rauszun Wersen. Gott befohlen, Doktor!" Er brückte auf da§ Signalventil. Es tutete unheimlich, und der Motor raste von dannen. Gänse flohen schnatternd davon, eine Katze stürmte angstgepeitscht auf den nächsten Zaun, alle Hunde schlugen an. Otto schritt weiter. Er wählte den rückwärtigen Parkeingang, der nach dem sogenannten Küchenportal führte, - und fragte einen der Lakaien nach dem Herrn Intendanten Beyfuß. Der Lakai war höflich und geleitete ihn. Beyfuß war um diese Stunde dienstlich nicht beschäftigt und in einer Wohnung; er saß im Schlafrock an seinem Schreibisch, hatte große Bücher vor sich und rechnete, während eine dicke Frau im Lehnstuhl am Fenster wollene Strümpfe 'topfte. Beide erkannten Otto sofort, schrien auf und sprangen von den Stühlen empor. War das denn möglich? Der Otto Reschke! Der kleine Otto, der sin Niese geworden war! — „Mutter, Kaffee/' befahl Beyfuß, „oder keinen Kaffee- Mutter, Schokolade! Auch nicht? Hol von den mürben Plätzchen, Mutter, die hat er als Junge immer so gerne "Hessen. Nein, der Otto! Er schlägt dem Vater nach, aber h wieder die Nässt — die Nase ist von Frau Tilde selig!" „I bewahre," sagte Frau. Beyfuß, „die Nase i.st ganz Reschkcsch. Mer der Mund ist von Tilde." „Dsr Mund ist vom Burgmüller," behauptete der Schtoßintendant, „auch das Kinn. Ueberhaupt, hie Aehnlich- keit geht mehr auf den Baker. Otto, setzen Sie sich und sehen Sie mich nicht an. Ich bin im Schlafrock. So zeig' ich mich ttte der Welt. Aber in meinen vier Pfählen — du lieber Goft, Fürbrtngsr sagt, selbst ein Mann wie Napoleon habe zu Hanse einen g,anen Schlafrock getragen..." Lange wollte Otto nicht bleiben. Aber von den mürben Plätzchen wußte er doch essen unb viel erzählen und sich noch mehr erzähAu lassen. Beyfuß war gegen Ende seiner Tage noch ein glücklicher Mensch geworden. Er hatte die Stellung wieder, die ihm gebührte, unb feiner focht sie ihm an. Er sang dem Grafen Artern und der Fürstin hohes Lob; vom Fürsten sprach er diskret: der sei. von bedauernswerter Nervosität. DaS war alles; aber Frau Beyfuß senkte dazu die Angen und seufzte vielsagend... „„ fügte sich, daß die Fürstin nach der unterbrochenen Nückfahrt von GmMrch sich angegriffen fühlte und nicht empfing So brauchte Ofto nur feine Visitenkarte abzu- gebeir und konnte ich direkt in die Bibliothek führen lassen. Sie war gegen früher erheblich erweitert worden lind umfaßte drei Säte mit vier Nebenzimmern. Seit Velten als D'dlger Bibliothekar (und Hcmsarchivar) nebst einigen Hilfsarbcitcn,, die sich hier die Shoren verdientsn, cmqestellt worden, war auch Ordnung in die umfangreiche Bücherei gekommen, Belten hatte mir ein haar schlecht redigierte a terc Kataloge vorgefunden und sich vorläufig mit einer rff? wen Neuaufnahme begnügen müssen, die ihm aber bestätigte, was er sich schon nach flüchtigem Ueberblick hatte gaen können: daß die Glotterncggschc Sammlung eine der Mnsten und namentlich an Inkunabeln und Drucken aus r? vorreformatorischen Zeit reichhaltigsten Privatbiblioihe- 6 eS t Das Entgegenkommen m Fbrsten ermöglichte auch eine vollständige Neuetnrickl- M obiliar?, so daß die gewaltigen Bücher- schape begncin und handlich ilntergebracht werden konnten. - h V baä l r *l c Lesezimmer gelassen, in dem sich I- Nachschlagewerke und die Handbibliothek befanden, und n,!^.?///nen Augenblick stehen, da er ans den, anstoßenden Genioche lebhafte Stiuunen horte. ,,),Jedenfalls scheint mir," tvarf Velten ein, „daß es Durchaus zur Säche gehört, wenn loir auch die Episode Waldvogel in Kürze behandeln. Ich halte ein klärendes! Wort darüber sogar für unbedingt notwendig!." „Dann könnten wir auch nach Kotter und Jean Brito und alle übrigen Konkurrenten Gutenvergs in die Debatte Ziehen!" rief Jost heftig. „Aber, liebe Kinder, über alle diese Fragen ist doch nicht mehr zu streiten! Wir schreiben uiiser Buch ja doch auch nichjt für däs Laienpublikum, das über das Für ünd Wider aus das genaueste unterrichtet sein wilf> sondern für die Fachwelt, die den Rummel keniit! Tut mir den einzigen Gefallen und schweift nicht von unsrem Thein« ab — wir verlieren uns sonst ins Unendliche!" „Unsinn!" brummte Velten. „Bor allen Dingen streitet euch nicht, sondern liebet encfij uuteteinonder," sagte Otto lachend und trat in das Zimmer, in dem die drei arbeiteten. Meder wurde ein Ausschrei taut. Jost und Velten stürmte,i Otto entgegen und umarmten ihn stürmisch, dünn reichte auch Eva ihm die Hand. Es war eine fröhliche Unterbrechung der allgemeinen Tätigkeit. Otto schaute sich im Zimwer um. „Das ist ein ganz famoser Arbeitswinkel," sagte er kopfnickend. Wirklich, das war er. Es war eilt achteckiges Gemach mit zwei großen Tsenfteru, (bie nach dein Park hinausführten, der fein farbiges xaub in dichten Schauerir voii den Wipfeln schüttelte. Die Wände waren mit Bücherreihen bekleidet; ein großer, grün überzogener Tisch stand in der Mitte, au dem die drei arbeiteten; mächtige Folianten lagen überall umher, auch Ein- zelblatter mit Falsiiniledrncken, Handbücher und Repertorien. Durch die offenen, nur mit Portieren verkleideten Türen sah man einerseits in das Lesekabinett, anderseits in den ersten Bibliotheksaal wit seinen bis zur Decke aufsteigenden Bücherregalen. ' £)tto wurde ohne weiteres in das Geheimnis der Arbeit emgeweiht. „Keiner sonst weiß davon," sagte Prinz Jost, „oder doch nur andeutungsweise, und das versteht niemand Dii aber sollst es wissen, denn du hast ein Recht darau.f. sintemal die Familie Reschke an unserem Bunde beteiligt ist — wird auch in der Arbeit mit Namen genannt und nimmt demzufolge an unserenl Ruhme teil." „ "® li \ S"? etwas," meinte Otto, ans einen geöffneten Schweinslederband deutend, der auf einem transportablen Lesepult inmitten des Tisches stand. „Bedeutender Mensch," sagte Velten und legte seine Hand ans die Schulter Ottos. „Jahrelang hat sich eure alte Hanschronik bei uns herumgetrieben, ohUe daß wir ahnten, welchen Schatz sie birgt —" . . l^tte recht sehr/' fiel Jost ein, mir schwante längst, das; das Mistalc, dem die Chronitblätter vorgebunden sind cm austergewöhnlich seltener Frühdruck sein müsse - tcki hatte bisher nur keine Zeit, mich intimer in die Forschung stürze». Ich hielt ihn anfänglich für den Druck eines deutschen, nach Spanien ausgewanderten Meisters — da 'ege» trotz Haeblers ausgezeichneten Untersuchung^» die Verhältnisse noch nicht völlig klar " . . '/Wer kS ist kein Dpanier/" sagte wiederum Belten mit feierlicher Stimme, „sondern höre und staune —" . ''Hjsre und staune," wiederholte Jost, Velten das Work abschnechend es ist em bts dato völlig unbekannt aeblie- dencr Versnchsdruck Guteilbergs, der noch vor die Donate und Mlahbriefe fällt, em Dotument von unschätzbarem Werte, um das euch alle Bibliotheken der Welt beneiden lverden! . . ." ..Otto wußte nicht anders zu erwidern als mit einem! kraftmen „Donnerwetter". Bon den Geheiinnissen der Typographie verstand er nicht viel. Jost, Belten und Eva ver- uchten, ihm die Bedeutung des Fuirdes klar zu mackEw Im glücklichen Eifer ihrer Entdeckung schrieen sie dürchein- ander, schleppten Äachf«agebüch-r her^ef, zetat'en ihinHL similierungen der GutcnLergtscken Ablaß- Und^Donatdrucke. ein paar Blätter ans dem Psateriuin Schössers und ein Exemplar der sechsnnddreißigzeilrgeii Bibel, Äas Trio war ,hr erregt und dabei doch von froher Ausgelassenheit, Ott» «n paar Mal „Aha" und „M, seht ihr wohl," - j utib als Betten ihn endlich ragte: Am ist dir di- Sachq 1 bo^oUtommen klar?" erwiderte er trocken: ,Sine Spur»!' ch bin noch gerade so dämlich wie zuvor. . . iFortsctzmr^ folgt.j, - 308 Der Lieg im Städtchen. Dvn Paul Alexander Schettler. (Nachdruck verboten.) Dre kleine Stadt lag verträumt in süßer Mrttagsm'übig'keiL. !T-er Kirchtnm blinzelte schläfrig aus die roten, Kävllich ineirrandev verschobenen buckligen T>ächer ringsum. Mrs dem Markte stand der Roland und starrte mißvergnügt in oas trockene Brunnenbecken, Während drei Spätzlein ernstlich um einen Pferdeapfel in Streit geraten waren, als sei er der köstlichste Besitz von der Welt- Die Stadt träumte. Träumte sie vom Frieden? Aber der lag ta wie Sonnenschein selig über ihren Dächern ausgespannt. Oder schickte sie ihre stille Sehnsucht weit hinanA, wo ihre Söhne weilten? Es lag etwas Verhaltenes in ihrer Miltagsstille, daß man das Summen der Telegrapheudrähttz durch die glasige Luft p vernehmen meinte, die sie ivie feine blinkende Nervenstränge in die Welt hinansgestreckt hatte. Tie trän mente Stadt merkte nicht, wie Plötzlich ein gucken durch ihre Nerven lies, und wie es in ihrem Gehirn $!» fiebern itrtb z>u rappeln begann, daß der alte Redakteur des Stadtboten zornig auffirbr, denn er dachte nicht anders', als daß »nieder so em langjähriger Abonnent sich narb den Wetteraussichchen, oder nach der neuesten Kriegslage erkundigte, oder daß — „Hakloh, hier Stadtbote!" rief er in den braunen Kasten hinein, der rasselte und meckerte, als säße der Teufel leibhaftig darin. Kaum aber hatte er das schwarze Jiihlhorn an feilt Ohr gelegt, schvüpp — sprang ihm etivas in die haarige Ohrmuschel und von da direkt dl sein Herz, daß der alte Männ zusammen zuckte. „Jst's möglich? Wie — was?" Und in seinem» Herzen begann es zu rumoren, wie kn denk Apparat, und während seine Finger sich Uin die .Bleifeder kranrpfterr und hastig Wort für Wort von dem! uiederkritzelte, das wie eine schwersüße Bdelodie in sein Herz niederrann, gr»rgen ihni! die Augen über; denn siehe, was auf dernj Papier vor ihm stand, das »vor ein Sieg, ein großer deutscher Sieg. Ter Sieg tanzte vor den Augen des alten Redakteurs die tollsten Sprünge auf dem Papier, und der Alte setzte das feierlichste Gesicht auf und schüttelte doch immer wieder den Kops. Noch ivar er der einzige, der um dieses neueste Ereignis wußte. Noch hatte er den Sieg sicher auf dem Papier, das er so fest in der Hand hielt, aW könne er ihm entwischet, bevor er gedruckt »väre. Und vorsichtig, als dürfe er den wichtigen Fang um keinen Preis verlrereu, legte er das beschriebene Papier säuberlich zusammen, nahm seinen Mut mrd eilte hinüber zur Druckerei. Tie Spatzen, die noch in, »wer Um beu Pferdeavfcl prozessierten, erschraken nicht »reuig, als sie irr der Mkttagsstille ben alter: t errn hurtig wie eilt Windsviel irber daS Pflaster jagen sahen. re siobcu erschreckt auseinander und schinrpften llr echter Gassen- juugennranicr hinter dem Eiligen drein. Der war indessen zur Buchdruckerei gestürmt, und deur aus seinem Mittagsschläfcherr aufgeschreckten Manne, der in feiner umfangreichen, gewichtiaen Person den Rang eines Verlegers, Herarrsgebers, Faktors und Druckers Vereinigte, »varen die Worte eutgegengesprudelt: „Herr Neuenhagen, ein Sieg!" . Herr Neuenhagen suchte Umständlich nach seiner Brille, bis er gewahr tvurde, daß er sie nuker seine Schlafmütze geschobeir hatte, laN, grunzte und spuckte in hie Hände. mal!"^a^," er, „sieh mal, ein Sieg, ein großer Sieg, sieh Und es war, als habe das Fieber, das auf das Papier ge-, bannt war, nun auch ihn ergriffen. Er zappelte in seinen weichen Schuhen m die Trucker ei, wo Mittagsstille herrschte, und stellte rch selbst an den Setzkasten: Tenn das, wvs das' Papier des Redak- teirts enthielt, das müßte ja sogleich als frohe Kunde in alle Winde wehen, das sollte durch die Schwarzkunst erlöst werden, daß es tvip eiue gütige Fee, Freude und Hoffen spendend, durch dre Gassen eilen konnte. Zitternd fügten die Finger Brrchstaben an Buchstaben, bis das ganze wie ern Zaubersprnch bis aufs letzte Tüpfelchen in Lettern vor ihm stand, zitternd spannten es die knochigen Hände in die Presse dann goß ein Hebel Leben in die starren Glieder der Maschine und sie besann sich ihrer Kraft. Blatt für Blatt türmte»! srch schwarz bedruckt. Hundermal wiedergeboren sprang der Sieg aus der Maschine, ließ sich von dem bärtigen Zeitungsboterr unter den Arm nehnten und spazierte nrft ihm von Haus zu Haus. Haus lMschte er hinein, setzte sich auf den Tisch Und Stuhl, lachte die Alten an und sprang mit den Kindern und tollte auf de»r Straßen. Mit einem Male »oar die schläfrige Stadt »vre üirtgewandelt. Gassen und Plätzen füllten sich mit Menschen, die Häuser blinkerten mrt erstaunten Augen einander zu, der Steg sprang wie ein Kobold durch den Svnncntaa. Ritsch! schwang er sich arr eine Fahnenstange und winkte mit denk Fahnentuch gen Himmel, ratsch' L. andern, daß dem Roland ein Lächeln über Ms steinerne Gesrcht huschte . Plötzlich aber hatte er die alten Stiegen vom! GlockenturM i^uünLn Mdhängte sich mit aper Mackst an den Glockenschwengel ?^^Erchte der Turin aus seinem mittäglichem Schweigen und, Grohden Sieg weit über die Dächer himveg dre blauen Hüfte, ajS sollte fern Sang in die Ferne, i,n die» werte Ferrre dringen, tvo die Söhyne des Städtchens seit Monden! standen und stritten, ein Echo der Taten ihres singenderr Blutes. Und als am Abend ein Fackelzng vorm! Rathaus lfielt, und der Büraermvister in Worten des SiegeS KUnde einsaßte »nie in ein Gebet, da lugte der Sieg von einem still leuchtenden Sternlein herab und grüßte die andächtigen Menschen an$ Sphären der Unendlrchkeit her mit blinkendem Gruße. Das Tierleben auf der Eiche. halbkugeliges Nest aus dürren Reisern geflochten und mit zarten Grashalmen weich gefüttert ist, von einer andern schallt das Klopfen des geschäfttgen Spechtes herab, welcher unter der Rinde nie vergebens nach Insekten und deren Larven, Puppen und Eiern sucht, auf einer dritten hüpft ein .Eichhörnchen behend von Zweig zu Zweig, unr sein weiches Lager in einenr Astloche zu erreichen oder unr Eicheln zunr Wintervorrat zu sammeln. Andere Tiere sind aber nicht so harmlose Bewohner der Eiche und nähren sich nicht bloß von dem .Neberftnsse ihrer Früchte, sie tun ihr vielmehr großen Schaden und berauben sie nicht selten ihrer Elften Säfte, unter der großen Schar von Insekten welche auf der Eiche leben, sind besonders hervorzuheben: der Hirschkäfer, die Prozessivns-, raupe und die Gallwespen. Ter Hirschkäfer sauat mit seinem Säugrüssel den aus wunden Stellen und den Erchenblättern fließenden Saft. DaS Weibchen legt feine Eier in eine faule Erche oder in die Erde unter einer solchen. Tie Larven wohnen in dem modernden Holze ftinf Jahre lang, dann verpuppen sie sich in einer eirunden, glatte wandrgen Höhle in der Erde. Die Larven wie die Puppen sind» den Spechten eine »villkomMene Speise. Tie P r o z e s s i o n s r a n p e n, die Larven eines Nqchtschmet- terlmgs (Bombyx processionea) leben gesellig auf der Eiche. Das Weibchen des Schmetterlings 5egt seine Eier an die Eichenrinde und bedeckt sie mit einer llebrigen Feuchtigkeit, welche erhärtet sich wenig von der Eichenrinde unterscheidet. Tie Raupen kriechet inr Mai aus, sammeln sich im Juni und spinnen sich ein gemein-, schaftliches Gehäuse aus Lockeren Fäden, vermengt nrit den langen Haaren der Raupe, »velche sich leicht aus der Haut lösen. Nach jeder Häutu»rg »vird eine neue vergrößerte Wohnung angelegt. Erst nach dein dritten Wechsel verändern sie ihr Nest nicht wieder. Bei 'Sonnenuntergang oder zur Nachtzeit, »venn sie auf den Fraß ausgehen, verlassen sie ihre Wohmrng in einenr regelmäßig ge-, ordneten, einer Prozession ähnlichen Zuge und gegen Morgen» kehren sie ,\n derselben Ordnung in ihr Nest zurück. Ta oft 600 bis 800 Stück auf einer Eiche wohnen, so können sie bei ihrer großen Geftäßigkeit in kurzer Zeit den größten Baum kahl fressen. Auf verschiedenen Tellen der Eiche, aus den Blättern, Knospen, Blüten oder der Rinde findet man häufig grünliche oder rötliche runde Auswüchse von der Größe einer Kirsche, die man Galläpfel oder Gallen nennt und die von verschiedenen Galtwespen- arten (Cynips) herrühren. Oeffnet man euren solchen Gallapfel, so findet man eine »mißliche Müde darin, oder eine leere Höhlung, wenn sie sich als ein vollkommenes Geschöpf bereits Hera ns gebohrt hat. TuS. saftige Zellgewebe der Gallen entMt reichlich eine eigentümliche Säure, die Gallsäure, die unter anderem zur Be- rcittmg der schwarzen Tinte gebraucht »vird. £ Vermischtes. Was ein amerikanisches Millionärskind koste t. Tie Ausstellung der Jahresausgaben, die die Witwe des bei der Titania-Katastrophe ums Leben gekommene»! Millionärs John Jakob Astor deur New Yorker Vormundschastsgericht für ihren vierjäbrigen Sohn vorlegte, gervährt einen interessanten Einblick über die Ausgaben, die ein ainerikauisches Milliouärskiud selbst unter dein schulpflichtigen Alter erfordert. Danach hatte der fleine Astor in seinem vierte»» Lebensjahre folgende Sun,men au zahlen: 59 265 Mk. Vermögenssteuern; 13 770 Mk. Einkommensteuer auS ben Zinsen; 48 330 Mk. für Essen, Kleidung, Spielzeug und Vergnügungen; 680 Mk. Staatsgebühren arrs der Vormnnd- schaftsrechmma des Vorjahres; 1495 Mk. für Aerzte und Medikamente ; 3600 Mk. für Erziehung; 6580 Mk. Anwaltskosten; 1095 Mark für verschiedene vormundschastliche Spesen; endlich 4805 Mk. für Lieferanten. Insgesamt verausgabte der kleine Astor »vährend seines 4. Lebensjahres also 138 550 Mk., »velchen Ausgaben sein heute bereits 1b Millione»» Mk. betragendes Privatvermögen gegenübersteht. * Wie bestimmt in a n d a S A l t e r des Hühnereies? Die Amerikaner, die in der Hühnerzüchtnna so Hervorrage»,des leisten, haben auch eine sinnreiche Methode gesundem nn» das Alter des Hühnereies festAustellen. Wenn das Ei älter wird, so gehen in ihm gewisse Veränderungen vor, die darauf zurückzuführe»! sind, daß die Flusstgkert in ihm verdunstet. Ans dieser Veränderrmg ist die Bestinummg des Alters aufgebaut. Eine Lösrnrg aus Salz und destilliertem Wasser im Verhältnis von einem Teil Sal, zu zivet T'l tlt d» Wellen Wasser w,rd hergestellt. Wenn man das Ei in diese legt, so läßt sich an der Art seiner Lagerung in Wasser das Alter be- stimmen. (Sin Ei, das nicht älter als 30 Tage ist, sinkt aus den Boden des Gefäßes und bleibt dort wagerecht liegen Wenn daS Er zwei bis drei Tage alt ist, so liegt es nicht wagerecht, sondern seine Längsacküe bildet einen Winkel zu dem Boden des Gefäßes. Je älter das Ei ist, desto größer wird nun der Winkel, den seine Längsachse mit dem Boden bildet. Nach fünf Tagen beträgt er 20 Grad, nach acht Tagen 45 Gr., nach vierzehn Tagen 60 Grad und nach einem Monat steht das Ei in der Lösung nicht mehr parallel zrr dem Boden des Gefäßes, sondern senkrecht ausgerichtet. Eirr arnerikanischer Hühnerzüchter hat nun ein Gefäß, das zur Bestimmung des Alters des Hühnereies dienen soll, angegeben, an dem die einzelnen Winkelgrade vorr 0 Grad bis 90 Grad angezeichnet sind, so daß das Ei durch Hineinlcgen in die Lösung sogleich auf sein Alter hin geprüft werden kann. * Die kostbarste Henne der Welt. Die kostbarste Henne der Welt ist, nach dein „Strand Magazine", die weiße Wimderhenne „Lady Eglantine", die am 15. April 1914 ans einer Farm in Maryland aus dem Ei schlüpfte. Diese Henne hat den Weltrekord inr Eierlegen an sich gerissen, indem sie im Verlaufe eines Jahres 314 Eier legte. »Lady Eglantine", die dieses Kunststück bei eineur Wett-Eierlegen auf der landwirtschaftliche'! Unler- suchungsstation im Staate Delaware scrtigbrachle, wurde hierdurch zu einer Weltberühintheit in den Kreisen der Hühnerzüchter, und beispiellose Sun i nie n ivurden ihrem glücklichen Besitzer für lieber- lasiung des Wundereremplares geboten. Bei der letzten Hühner- zuchtschau in New Jork feierte »Lady Eglant nr" Triumphe, wie sie sonst mir eine Primadonna zu erleben vermag. Zuerst wurde in Philadelphia Halt gemacht, wo die Hühnerzüchter zu Ehren der Wunderhenne im ersten Hotel der Stadr ein großes Festbankett mit besonders zusannnLngestelltem musikalischen Programm abhielten. Ain nächsten Tage wurde das Wunderhuhn von einer anzen Kompagnie von Schutzleuten auf Motorrädern zur Bahn egleitet und in einem besonderen Wagen nach New Jork gebracht. Bei der Ankunft in New Jork war der Bahnhof mit Neugierigen und Filinphotographeü überfüllt, und im Aulo wurde das beneidenswerte Huhn nach dein Ausstellungspalast geleitet, wo man es feierlich als Ehrengast empfing. Nicht minder glücklich als »Lady Eglantine" selbst aber ist ihr Besitzer, der für ein einziges Ei dieser Wunderhenne die Summe von 100 Mark verlangt imb auch erhält. _ Yüchettlsch. — Staat und Gesellschaft in der Gegenwart. Eine Einführung in das staatsbürgerliche Denken und in die politische Bewegung unserer Zeit. Von Professor Dr. A. V i e r k a n d t. 162 Seiten. In Leinenband Mk. 1,25. (Wissenschaft und Bildung, Band 132.) Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — Handbuch der Kunstwissenschaft. HeranSgegeben von Universitätsprofessor Dr. Fritz Burger, München. Dtit zirka 6000 Abbildnrigen. In Lieferungen im Abonnement A Mk. 1,50, außer Abonnement Mk. 2 ,—. (Akademische Derlagsgesellschast, Neu- Babelsberg). Lieferung 25. Burger, Deutsche Malerei der Renaissance« Heft 9. Seit langem hat uns kein Werk so gefesselt wie diese Kunstgeschichte, bet der es sich in der Tat um ein ganz bedeutendes Unternehmen handelt. Ter Stoff ist nach den neuesten Ergebnissen der Forschung bearbeitet und führt das neuartige Prinzip des Vergleichens zum ersten Male, und zwar mit vollem Erfolg, durch. Dieses Prinzip bringt nicht nur die inneren Zusammenhänge der Kunstgeschichte ans Tageslicht, es fordert auch in besonderem Maße die Schärfe des künstlerischen Sehens. Durch die Gegenüberstellung ähnlicher Stoffe aus verschiedenen Kunstperioden und von verschiedenen Künstlern, durch die tiefschürfenden Erläuterungen dazu gehen dem Leser ungeahnte neue Gesichtspunkte auf. Tie Reproduktion ist glänzend und in jeder Beziehung aus der Höhe. Da die Verlagsbuchhandlung außerdem in dankenswerter Weise den Bezug durch Einrichtung eines billigen Subskriptionspreises (Mk. 1,50 pro Lieferung) erleichtert hat, so können wir nur anraten, sich diesen Vorteil zunutze zu machen und sich den Bezug des Werkes baldigst zu sichern. — A u ß e n h a u d e l s a m t. Ein Zentralamt zur Förderung des deutschen Außenhandels. Von Profeffor Dr. Max Apt, Berlin, Syndikus der Korporation der Kaufmannschaft von Berlin Erstes bis drittes Tausend. Geheftet Mk. 1.—. Verlag Quelle & Meyer, Leipzig. — »Heber Land und Meer*. Von den neuesten vier Nummern (33-36) der vielgelesenen Zeitschrift „lieber Land und Meer" (Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart) gefallen uns besonders die zwei letzten Heste sowohl hinsichtlich der Mannigfaltigkeit der Bildermaterials als auch der Textbeiträge. T)as in Farben wiedergegebene Bild Deutsche Frauenhilfe un Weltkriege von Fritz Martin in Nummer 36 verdient eine besondere Empfehlung. Ein hübsches Bild ist auch die Burg Eochem an der Mosel im Sch,nucke des Frühlings. Bon den wichtigsten Beiträgen sei die Betrachtung von Major a. D. von Schreibershosen: Der große Türkensieg von skut-el-Amara erwähnt. Auch die Nummer 34 verdient Beachtung, da in ihr der neue Roman von Ernst Zahn beginnt: Die Liebe des Severin Jmboden. Der Roman von Lisbet Dill findet sein Erde in Nummer 35. — Hans Mayr, Bayrische Wanderschaft. Um- schlagzeichnnng von Rudolf Sieck. Preis geheftet 2 Mark, in Papy- band 3 Mark 50 Pfg. Verlag von Albert Langen in München. — „Wer Vecht in Freuden wandern will, der geh' der Sonn' entgegen" heißt es im Lied; aber es gehört schon noch mehr dazu, um „in Freuden" zu wandern: ein feiner Sinn und ein zartes Herz und Angen, die nicht nur sehen, was da ist, sondern die Ferne vieler Jahrzehnte zu durchdringen vermögen. Hans Mayr versteht zu wandern; ihm öffnen Berg rmd Tal, Wald und Wies» mtb alle sonnigen Auen und plaudernden Flüßchen ihre Herzen. Da werden nicht nur die Geheimnisse der Naturgeister enthüllt, - dem verständnisvollen Besucher wissen die alten Ortsgeister, die im Gemäuer von Schlöffern und Klöstern wohnen, gar manches zu erzählen von Rittersehde und Mönchseinfalt, von deutscher Treu und deutschem Trotz. — Die B ü st e. Roman von Else Eroner. Preis 1 Mark. Verlag von Otto Janke, Berlin SW. — Im Bannkreise einer Büste, die die junge Künstlerin von ihrem Geliebten geschaffen hat, erfüllt sich das Schicksal einer übergroßen Leidenschaft. — Neuerscheinungen der U n i v e r s a l - V i b l i o - t h e k. Nr. 5841, 5312. Das eiserne Spiel. Von Martin Proskauer. Kriegsroman. (325 S.j In Leinen 80 Psg. - Nr. 5843. Nomen est onicn Lustspiel tu einem Aufzug. Von Otto Hinnerk. (36 @.j — Nr. 6844 - 5847. K r i e g § g e s e tz e des Deutschen Reiches. 3. Ecgänztutgsheft. Abgeschloffen aut 1. April 1916. Texlattsgabe mit kurzen Anmerkungen und Sachregister. Herausgegeben von Karl Paunier. (336 2.) In Leinen All. 1.20. — Nr. 5848. H e r r e n r e ch t. Schauspiel in vier Aufzügen. Vo,t Max Bernstein. (84 S.j — Nr. 58-19. Berichte aus d e in G r o ß e n Hauptquartier 1914/15. Herausgegeben von Karl Wille. 4. Band. (87 S.j — Nr. 5850. Die goldene S ch ,n i e d e. — N o t e s Blut. Zwei Geschichten. Von Michael Georg Eonrad. Mit dein Bildnis des Verfassers iliid einer Einleitung von Ernst Luther. (112 S.j In Leinen 60 Psg. Jede Nuimner der Uuiv.-Bibl. kostet geh. 20 Pfg., Werke von mehrereti Nuinmern den eiitsprecheudcn Betrag. — Band Nr. 1067 von Kürschners Bücherschatz: Zwei Frauen. Novelle von Alice Stclii-Landesinann. 95 Seiten Umfang. — Preis 20 Pfa. — Hermann Hillger Verlag, Berlin W 9, Potsdamer Straße 124/125. Gretzener Haussrattett-Verein. Wochen-Kü che u zette l. Sv n u t a g: Nudelsuppe, Rehbraten, Salzkartoffeln Midi grünen Salat. Montag: WassergrießsuppL, Kartoffelknödel und Backobst. Dienstag: Grünkcnrsuppe, He rings ka rtv f felu. Mittwoch: Sauerampfer suppe, Rehragout und Kartoffelbreis Donnerstag: Brotsuppe, römisch Kohl-.md Salzkartoffeln. Freitag: Hafermehlsuppe, gedünstete Milchmideln*), Stachel-- beerkompvtt. Samstag: Knorrs Kaisersüp'pe, saure Bohnen und gebratene Bücklinge. *) Gedünstete M ilch nudeln: Die Nudeln werden in einem Topf mit Milch, Zucker, Butter gedünstet, dann* 1 Stück Butter obenauf und ins Rohr gestellt, bis die Milch.eingedünstet ist Und oben schön gelb sind. * Verwendung von 'Eicheln im Haushalt. I Eichelkaffee ist ein Getränk, das vor einigen Jahrzehnten sehr geschätzt war und besonders gern von schlächlichen und der Kräst tigung bedürftigen Personen getrunken ivurde. Jetzt scheint es ganz in Vergessenheit geraten zu sein. In den Kriegszeiten föiutte man es ganz gewiß mit Nutzen. wieder einführen, um den teuren, Bohnenkaffee wrd das zu Malzkaffee verarbeitete Korn zu sparsr. Die geschälten Eicheln schneidet man in kleine Stücke, röstet sie int Brat- oder Backofen, auch im Kaffeebrenner. Dann kann nmn siq wie Kaffeebohnen mahlen urrd aufbrühen. Auch als Zusatz zu. Kakao ist die Eichel vorzüglich! zu gebrauchen. Sie lvirkt darmstärkend, ja sogar heilend bei ruhrartigen Erkraw- kungeu. Zu Eichel-Kakao schält mau die Eicheln wie sie sind, reibt slH aus'dem 9teibeeisen und setzt sie dem Kakao zu. Sofie Rode, Tilsit. Logogriph. Mich sticht eS mit „d". mich sticht es mit „g". Selbst wenn ich die Spitze ein wenig verdreh. Und Hab' ich die Zeichen erst gründlich gemischt So Hab' ich mir seltsame Pflanzen gefischt. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Rätsels in voriger Nummert Lawine, Alwine. ^chrrstleitung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.