IM — Nr. 75 Die arme Prinzessin. Noirian von Fedor von Zobeltitz. (Nachdruck verboten.^ ' (Fortsetzung.) „Ich mein es, Baker," entgegnete Otto cruft; „du l)«st nüch schon früher einmal über unsere Verhältnisse orientiert. Aber du vergißt. das; sich auch Reichtum erschöpfen kann und' das; durch die Verpachtung der Mühlen und die Jnspektonvirtschast sich die Erträgnisse bedeutend verringert haben Oder irre ich rnich darin?" Reschke rourde ein »venig verlegen „Nein, bu irrst dich nicht," gab er jtu. „Früher nrnftte das, ivas wir im Hause brauchten, die Wirtschaft bringen, und >oas darüber war, das timrbe aus die hohe .nanie gelegt. 3 >a lvaren wir eben anspnick-sloser und lebten kaum besser als wie ein wohl' lebenderer Bauer. Nun geht die Muh len Pacht ja piinktlich ein: sie ist niedrig, der Pachter schindet das Vierfache heraus. Aber die Va 11b iu ivlfd>aft in nicht metjv die gleiche wie damals, wo ich selber nach dem Rechten sah, über die Felder rackerte und die Bestellung leibete? Zivei Inspektoren habe ich schon hi na usge fenstert: sie mausten mir gar zu toll. Mit dem drittelt geht es: aber es ist das alte Lied unb das alte Leid: n>eun der Herr nicht in eigener Person hinterher ist und die Augen überall hat und dos Ganze überwacht, dann sind die Unregelmäßigkeiten unb Dummheiten und Betrügereien bald nicht mehr zlt zälsten." „Ja. Vater, verzeihe aber warmn hast du dich so ganz ans dein Altenteil zurückgezogen? Fühlst du dich nicht mehr jung und frisch dazu, der Wirtsckwft vorzustel-en?" ..Oho das wohl, Otto. Ich könnte schließlich immer noch arbeiten lvie der beste Knecht. Aber das ist eben das Verdammtige. Kiunmre ich mich um den Rnnnnel, dann greis' ich auch z,i. Verstehst du mich? Bloh daneben stehen und Direktiven geben lind großschnäuzig tun, das kann ich nicht. Wenn ich Mitarbeiten soll, dann lverd' ich lvieder der Bauer; dann drückt inich der Rock, dann ttcfrm’ ich selber Hacke imb Forke, schirre die Pferde auf unb geh' hinterm Pfluge her. Und das ist eben nicht möglich Das verträgt sich nicht mit der Bügelfalte in meinen Hosen uub dem ga^ louierten Mdienten »uld vor allem nicht mit der Grete." „Bor allem mit, ihr nicht," sagte Otto. „Wut, Vater. Es kommt keiner aus seiner Haut. So Herr sein, lvie sie vielleicht möchte, kannst du nicht. Aber wie soll es in der Zukunft werden? Du weißt, lvie sehr ich an meinem Berufe l-änge und lvie mir schon früher zniveilen in Erwägung gezogen l>aben, das; es das Beste sein würde, dos Burglehn, mürde zu Gretes Erbe geschlagen uub sie heiratete einen tüchtigen Landlvirt, der sich auf die Verwaltung des Gllts verstände und vielleicht auch die Mühlen mit Übernahme. Dann verbleibt der alte Besitz doch weiligstens in weibllcher Linie den Reschkes. Es toürde mir sckmierzlich sein, tvcmt er in frembc Hand überginge. ." Reschke erschrak fast. „Red' nicht davon," erwiderte er knurrig: „das will ich nicht, das haben Vater und Großvater erst recht nicht gewollt. Otto, es überkommen mich so manchmal meine Gedanken. Meist lvehre ich ihnen, denn ich bin träge geworden — aber sie kommen immer lvieder. llnd da wird mir dann oft reckt bitter zu Mute, das; ich dich nicht neben mir habe. Heiliges Donnerlvetter. was bin ich für ein Kerl geworden! Ich weiß dock, lvie frisch und energisch ich früher lvar — aber seit der Mutter Tode ist alles wie ausgepustet in mir. Woher kommt das bloß? Ick grüble zuweilen darüber und sage mir, die Mutter ist uns allen vielleicht doch mehr gelvesen, als mir selber geglaubt haben die Mutter »var vielleicht unbewußt das treibende Rad bei uns und war's in erster Linie bei mir — und nun sie unter der Erde liegt, steht das Rad stille.... Magst ja recht haben, Otto: ich hätte der Grete nicht so in allen Dingen llachgeben müssen. Es war' sicher auch nicht geschehen, hätte ich dich all meiner Seite gehabt Aber du warst in Berlin, und da kam denn die Grete mit Bitten und Scklneicheln und klugen Reden und . . Er unterbrach sich, schnellte die Asche seiner Zigarre ab. rückte sich auf seinem Platze zurecht und fragte: „Was sagst du zu dein Grafen Ariern?" „Zu Ariern?" wiederholte Otto erstaunt. „Was ist mit dem? Was soll ich zu deul sagen?" Der BurginüIler nahm eine geheimnisvolle Miene an. lächelte unb wisperte: „Der ist höllisch binter der Grete her. . . ." Otto wurde blutrot. Er sprang auf „Vater," rief er. „ich stehe wirklich wie vor einem Rätsel! Herrgott im Him mel, ist dir denn dein alter Bauernstolz gänzlich abhanden gekommen? Du erzählst mir mit fröhlichen! Gesicht, daß dieser verbummelte Aristokrat höllisch hinter der Grete her sei! Willst du vielleicht auch noch deinen Segen dazu geben? Sagt dir denn nickt dein Gefühl, wie diese ungleiche Ehe. ausschlageu würde? Schau doch einmal drüben nach dem Schloß hinüber! Das war auch eine Geldheirat! Nun sitzt die Fürstin mutterseelenallein in Gotternegg. und ihr Herr Gemahl treib! sich in der Welt umher! Was ist denn dieser Gras Artern? Ein netter, liebenswürdiger Kavalier da- sind sie alle. Und watz sonst noch? Ein Leichtfuß und ein Höfling. Der paßt gerade hierher! Das hätte die Mutter wissen sollen! ..." ' Ottös Augen blitzten noch. Er wandte sich ab und trat in die Fensternische. Sein Blut stürmte. Was war an- der Heimat geworden! Rührte sich nicht der Geist jenes alten Reschke, der oben auf der Göyenburg den höhnenden Herrn erschlagen hatte? Reckte er nicht warnend ans dein Grabe heraus die knöcherne Hand? — Der BnrgmüUer saß mic zusammengesunken in dei Sosaecke. Er duckte sich förmlich. Jetzt hätte man den Manu nicht wiedererkannt, der noch vor wenigen Jahren 298 mit starker Faust die Schueidesägen in das Gatterwerk der Mühle gespannt hatte. Er war blaß geworden und das ganze Gesicht sah bekümmert aus. Plötzlich fiel ihm die Zigarre aus dem Munde und auf die Erde. Otto sprang herzu und hob sie auf. Er nahm die Hand des Vaters und drückte sic herzlich. „Ich bin heftig geworden/' sagte er, „sei mir nicht böse. Ich bin verärgert, Vater, es geht mir so vielerlei gegen den Strich. Ich muß es dir sagen: ich fühle mich nicht mehr behaglich iim Elternhause-" Er zuckte mit den Schultern. „Elternhaus! Jst's das denn noch? Die Fundamente hat man stehen lassen und darauf einen neuen Bau errichtet, der nicht mein Geschmack ist. Also nimm an, nur Geschmacksache sei's! Ich hatte das alte Haus gern mit den Schwalbennestern in den Stuckgirlanden über den Fenstern; die Schwalben hat man vertrieben, und sie haben viel mitgenommen, was mir lieb war. Es ist nicht der Luxus, der mich 'stört, die ganze moderne Schnörkelei, sondern die Luft, die hier weht. Sie gefällt mir nicht — Geschmacksachc, Vater! . . Der Burgmüller hatte das dritte Schwefelholz angestrichen und wieder verlöschen lassen. Nun legte er auch die Zigarre fort^ sie war ihm auf einmal.'zu stark geworden. „Du tust mir weh, Otto," erwiderte er; „stille — laß ^ich ausreden —■ du weißt gar nicht, wie weh du mir tust. ... Für mich ist hundertmal mehr mit den alten Mauern niedergerissen worden als für dich. Aber ich habe geschwiegen. Ich sagte mir: die Jugend hat andere Forderungen als unsereins, und sie sind auch berechtigt. Grete lebt nun einmal in einer Welt, die nicht die ist, in der ich ausgewachsen bin: sie hat andre Anschauungen gewonnen und Empfindungen — und ich sagte mir auch, daß ich das Kind unglücklich machen würde, wenn ich sie zwingen wollte, im Bäuerlichen zu bleiben. Du bist's ja auch nicht, Ojtto; du brst ebensogut über uns herausgewachsen wie sie. Gewiß — soas bei dir das Geistige ist ünd die ernste Wissenschaftlich^- ieit, bei Grete ist's tmmfer nür die glatte Oberfläche, der Hang für das Aeußerliche. Aber letzthin ist's bei euch beiden der gleiche Drang, tzu steigen; ich will sagen: der Mutterboden, der genügte euch nicht mehr. . . Otto schaute, an den Tisch gelehnt, mit ernstem Gesicht auf den Vater herab. Der Alte hatte sich in manchen Dingen nnt den Wandlungen um ihn selber gewandelt. Aber der Auge Mann war er geblieben, und sein Auge sah immer scharf. Die Geschlechter steigen und fallen wie die Volker, und die große Treiberin ist die Zeit. Der Urahn ^1: schlichte Bauer gewesen, der Hörige; viel- lercht hatte er nicht einmal zu schreiben vermocht. Aber Reckes dienten nicht mehr, ihr Besitz dchnte sich aus, chr Wohlstand inehrte sich. Der letzte Burgmüller stand schon über dem Bauerntum, hatte städtische Schulen besucht, und ein gewisser schliff der Erziehung war ihm m ct Ö eri I es waren nur vereinzelte Äußerlichkeiten, in denen er gern noch die Abstammung betonte, teils aus auae- borener Pietät, teils des praktischen Richens wegen Die neue Geueratiou ließ auch das Aeußere fallen — und noch zwei Menscheualter weiter, da dackste ruan vielleicht gar nicht mehr an die Vorfahren, die den schweren Mehlsack als Zeichen rer Leibeigenschaft den Götzen hinaufgeschleppt, und an oen Ahn, der auf dem Rade gestorben war, weil er in jähem Bauernzorn sich loiiber die Tyrannei' empört V. wuchsen die Geschlechter über den „Mutter- bodeu hinaus. Es gab stolze Grafenhäuser im Lauoe, die dem KaufmaNustaude entstammten, und viele von gutem Adel, m deren Adern Bauernblut floß; es gab hohe Darren, deren Vorvater Diappschastsdienste geleistet hatten und andere, die aus der Srhreibersttibe heraus zu Ehren gekommen waren. ... ' ö v Der Burgmütter war aufgestanden. In sein Gesicht war L^der getreten; er war ruhiger geworden und wollte Ende^Eresthb mit m °' bie er kommen sehen, zu Weib Otto," sagte er. „Was bei der Grete äußerlich ist, es ist doch >auch ivjieder weiblich Wr / ^ Jl e bet ben Herrnhutern erziehen lassen, wo Tand^ Und Putz verpönt sind, — es hat wenig gefruchtet. Du kannst spotten darüber, daß sie ein vorneMes Dämchen ^ frage bid) wieder: was schadet ^ ^ehen nun einmal aus dein Pnnk^ da ^er Bruch kommt mit der Vergangenheit. Wie du nickt SmÄ willst, so kann ich auch Grete Nicht m Leu Kühstall zwingen. Nun ja — dlses neue Haus Mid der niodische Firlefauz — vielleicht lvar's zu viel. Mir hat es manchuial widerstrebt, und ich guckte zuweilen verwundert auf, svenn der Bob kommt und nieldet mir: es ist serviert und wenn ich im' Dogeart neben dem Mädel sitze, ist mir's, als träume ich, un!d> wenn sie. 'mal drüben geladen ist und in großer Toilette vvr mir steht mit bloßem Hals und Shitzen mtd Mischen — gewiß, La frag' ich mich:, ist das denn meine Gretg? . . . Aber es ist auch Stolz dabei — kachle nicht, Otto, es ist so Kein Bauernstolz, nein —. aber Vaterstotz. Laß ihn mir Du wirst das Kind nicht mehr ändern, so wenig wie ich . . Und was du über den Artern sagst — Otto, das ist hart Es ist auch ungerecht." ^ , „Es kommt aus ehrlicher Seele- Vater." „An deiner Ueberzeugung zweifle ich nicht. Trotzdem -- du beurteilst den Mann falsch. Leichtfuß und Höfling! Nun ja, eist Duckmäuser ist er nicht und hat vielleicht nach manchmal über den Strang gehauen. Aber du hättest sehen sollen, wie er hier mit derber Hand in die Wirtschaft ,gegriffen hat; hat sich keine Rühe gegönnt, hat wie ein Taglöhner geschuftet und stand immer auf dem rechten Posten! Und Höfling! Otto, das klingt nach Lackschuhen und seidenen Strümpfen. Er hat feine Stellung im fürstlichen Haushalt und die muß er ausfüllen. Aber so verächtlich sprich nicht von dem „Höfling"! Stehst bat deinem Professor gegenüber, du machst auch deinen Bückling. Doch tiefer als du bückt er sich nicht, und inwendig, da bleibt er kerzen-- gerade — wie du. Mir scheint, du bist in Berlin unter die Adelsfresser gegangen — oder lockt dich vielleicht die Hanswursterei von der Gleichheit und Brüderlichkeit?" „Es wäre sehr töricht, Vater, wollte ich mit dir über Politisches streiten. Daß ich mir auch meine Ansichten über Volk, Staat und Regierung aebildet habe, wirst du. mir ja wohl nicht verdenken. Ich Hab' auch deiner: geliebten Grasen nicht verketzern wollen — es fällt mir n'icht ein Ich gesteh' sogar, daß er mir recht sympathisch ist. Aber das hat mit meinem Urteil Wer deine Hoffinnngsfreudich keit dem erwünschten Schwiegersohn gegenüber nichts m tun." v „Richtig. Nur verdrehst du nür wieder einmal bas Wort im Munde. . . ." Die Stimme Reschkes klang wie grollend, und eine Falte schob sich zwischei: die gerunzelten Brauen. „Ich möchte dich auch darauf aufmerksam machen, daß bisher weder von Arterns noch von Gretes Seite irgend eine Andeutung gefallen ist, die'du so deuten konntest, wie es dir beliebte. Und damit möchte ich bitten das Thema ruhen zu lassen. Willst du noch eine Zigarry haben oder dich lieber auf ein Viertelstündchen aufs Sofia strecken? Ich denke mir, du wirst müde sein." ^ „Nicht die Spur. Jch^will hinüber nach dem Schloß, -/-pst und Velten guten Tag zu sagen. Wie steht es denn drüben? Auf den Berliner Klatsch gebe ich nicht viel." „Man hört auch hier nicht viel mehr. Der redet so der so. Es heißt;, es sei zu einem ernstlichen Zerwürfnis kommen, und infolgedessen bleibe der Fürst so lange im 'Ausland. Es tut mir leid ; ich habe ihn immer gern gehabt trotz seines Leichtsinns — und ich glaube, der war auch in diesem Falle die Hauptschuld." ' „Schon möglich," sagte Otto. „Weißt du, ich komm' za nicht viel rn Gesellschaft - aber ich habe einen guten Berannten, den Botschastsarzt Dr. Resin, das ist sozusagen die lebende chromque scandaleuse, und der erzählt mir zuweilen allerlei aus den Mubs und a:is der Welt, in der man Nch/amusrert Der erzählte mir gelegentlich auch, Fürst Dolko je: nicht allein über die italienische Grenze gereist sondern habe ein niedliches Mädelchen mitgehen heißen -- er nannte mir auch den Naimch es soll eine Russin sein, nnd-zwar habe der Gotternegger die Meine ans verwandtschaftlicher Hand übernommen, nämlich von dem Fürsten Bura-eddin, den: Gatten Annemaries. . " Der Burgmülker schüttelte den Kops. „Jnfamigte Bande meinte er so eine Gesellschaft! Da lebt man ai l- be .? x c .^ n ^ e iS ü):e :m Paradiese gegen die babyko- msche Wirtschaft rn Berlrn. Kruppzeng, verdäinmtes' " Aber er war neugierigs. . . „Und von dem' Bura-edbim sagst du, dem Fürsten Kola?- Er war beini BearäbniA. Annemarie auch ^ und sahen aus, als hätten sie erst aestern.geheiratet. Ich ging gerade vorüber, dä hdb er sie in den Wagen Midi währenddessen küßte sie ihn auf den Schnurrbart. Es war ein niedliches Bild. . . (Fottsepung folgt.) 299 Aath wasjenachr großer Tag. Don Hanns Gisbert. (Nachdruck verboten.) Kath Wassenach von der Lasserger Klippe ist unter den 5oänd- lern und Bauersleuten, mit denen sie in Friedenszeiten nach der Stadt fuhr, uni Hühner und Eier zu verkaufen, unter dein Namen Lasserger Kath bekannt. Sie hat es nicht leicht gehabt, sich bei den Unterbaum bachern in Achtung zu sehen. Mün trug ihr nach, baß sie.mit dcni jungen Weiler im Kyllhvf „gegangen" ist, und daß der sie nachher hat sitzen lassen, um die Tochter des Schulzen aus dem Oberdorf zu freien. Zu Anfang wollte der junge Weller das Mädchen, das damals ein schönes, frisches Ding mit Br ombe eräugen und krausem Haar Uni ein wildes, biaunes Gesicht war, wohl heiraten, wie er es ihr zehnnial für einmal versprochen hatte. Ader der Sohn eines Herrenbauern und ein Taglöhnerkind: das reimt sich schlecht znsammeü: und der Hannes war keiner von den Starkmütigen. Als der alte Weiler ein deutliches Wort vom Vor—die—Tür— setzen und Enterben sprach, war sein Widerstand gebrochen. Er ging der Kath scheu aus den: Wege und ließ es geschehen, daß der ,^Vadder" die „Zigeuncrsch" samt ihren Angehörigen aus dem Fnchwerkhäuschen, in deni sie zur Miete wohnten, kurzerhand aus die Straße jagte. Tie Familie wanderte ins Unterdorf aus und kam nur an Sonntagen zum Kirchgang nach Oberbaumbach. Aber der Kath fraß es am Herzen, wenn sie sah, wie der Hannes an ihr vorüberging, als hätte er sie nie gekannt, und wie der alte Kyllhofbauer und der Schulze die Köpfe zusamwensteckten. Tie Leute sagten, sie könnten sich wegen der Mitgift nicht einigen. Ter Kath einzige Mitgift wären freilich nur ihre Schiönheit und Gesundheit gewesen, gerade das, !vas des Schulzen Lena nicht geben konnte: im Vollgefühl ihrer Jügend und Kraft stellte sie sich wohl neben daS kleine sommersprossige Ting, sobald des Hannes Blick sie itreffen konnte. Und trug den Kopf hoch, wenn die Unter baumbacher an ihr herum zweifelten. Ihr Genüssen war rein: es war doch keine. Sünde, daß sie den Schwüren des jungen Bauern geglaubt und sich als seine Braut betrachtet hatte. Ms sie dann den Wassenach kennen lernte, einen großen, stattlichen Menschen, der sie um Haupteshöhe überragte, und einen Freier in ihm fand, besann sie sich nicht lange. Und war beffie-< digt, daß sie im Kirchenbuchs stand, ehe die Sache mit dem Hannes und der Lena spruchreif geworden war. Llber ihr brennendes Nachegefühl gegen den schwachen Menschen, der sie schmählich ver- lasseu hatte und obendrein jetzt geringschätzig behandelte, blieb wüch und wartete auf eine Gelegenhell, sich zu äußern. Ter Wassenach war an der Bahn, ein tüchtiger, fleißiger Mensch, der nur zuweilen, wenn er seinen Lyhn bekommen hatte, unwillkürlich den Weg Kim Wirtshaus cinschlug. Da sorgte denn die Küth, daß sic Samstags abends in der Nähe war; und hielt im übrigen Häuschen und Feld tadellos in Ordnung. Und als ein hungriges Mäulchen nach deni anderen ankam, fing Kath den Handel an, der ein hübsches Stück Geld abwarf und für einen; Notpfennig sorgte. Tas war nun alles lange her. Ter Meller war jetzt selbst der „Hährebaner", der sellic alte Liebe kaum noch gesehen hat. Nicht einmal in der Kirche: denn die Kath mit ihrer vielen Arbeit konnte nur die Zeit für die Frühmesse herausschlagen, während der Hannes Weller mit der Lena stolz ms Hochamr wanderte. diur einmal haben sie sich noch an der Kirchentür getroffen, als Kath Wassenach nach der Geburt ihres vierten stämmigen Jungen zum erstenmal wieder zur Kirche ging, während Haunes gerade seinen Ersten, den schwächlichen Hoferben, zum Pfarrer brachte. Tie Kviegszeit, die mit Eiern und Hühnern ziemlich auftäumte, hat die Kath sozusagen xn den Ruhestand versetzt, Das heißt, was man so Ruhestand nennt. In die Stadt fährt sie nur noch einmal in der Woche, aber sie bestellt die Felder, hält die Gärten in Ordnung, da die Sommerfrischler auch während der Kriegsbeil junge Gemüse, Erbsen und Bohnen essen wollen, und geht in die Kartoffeln. Iw Somww hat sie int Jungholz Dannen gesetzt, eine in der Sonnenhitze schlimme, aber gut bezahlte Arbeit, oder im Gasthof zur Eiselaussicht bis in die Nacht hinein gespült, um hares Geld in die Hand zu bekommen. Ja, wenu man den Mann und vier Söhne im Feld hat? S'nt Henmonat wird die Kath erst zweiundvierzig Jahre alt, aber in dem einst so glatten Gesicht sind tiefe Falten, Wind und Wetter haben es gegerbt, und die Sorge hat das Kraushaar schneeweiß gebleicht „Wenn Ihr heimkehrt, werdet ihr eine silberhaarige Mutter ftndeu. Llber das schaoet nichits, wenn Ihr nur l^un- ^ehvt." So staud es in den Briefen an ihre Söhne Briefe schreiben kann sie überhaupt wie ein Professor. Und der Tom der Aelteste, hat es von ihr geerbt. Der weiß zu schildern: Die Belagerung und Beschießung ünd dann das Verfolgen des fliehenden Feindes, was hauptsächlich Sache der siebten Jäger ist, bei denen so vnle Eisler Jungen stehen. Grad abdrucken lassen in der Landes- Kertuna. könnte man die Briefe, und alle Welt würde staunen >Aber die Kath hat zuviel Angst, einer der Briefe könnte dabei verloren.gehen: sie hebt alle in dem altmodischen Pult auf, wo sie auch ihr Testament und die Sterbekerze venvahrt. Unter dem Gesangbuch liegen Jte. Wenn die Kath in den Briefen ließt, bete* sie einen Spruch dazu, und umgekehrt, Der Wassenach ist in Antwerpen, also'ziemlich gesichert; der Toni, der gewandte Briefschreiber, und der Pitter sind mit der: Jägern in Rußland, derDikkcs steht hei Ypern und der Jüngste im Argonnerwald. Böse Stunden haben sie mit durchgcmacht und auch schon zwei Eiserne Kreuze ins Haus gebracht. Die Kath zittert um ihre Jungen und ist ohnmaßen stolz auf sie. Bier Söhn/ stellt sie dem Vaterland, vier schneidige, tapfere, untadelige Jungen Kommen sie auch aus einem uiedern Häuschen — wenn cs um Kraft, Mut, Ausdauer geht, stehen sie keinen! nach. Tie Kath hat jetzt in der Kriegszeit mehr Besuch als vorher iv ihrem ganzen Leben. Alle wollen hören, was der Toni geschrieben hak, und was er von den anderen Jungen aus dem Ort weiß, und ob er glaubt, daß es noch einen Winterfeldzug gibt, und tausend andere Dinge. Und eines Tages schreibt der Toni, daß der Pitter sich, bei Grodno auszeichnete, und daß er selber jetzt in Vertretung eine Schivadron führt. Und daß der Herr Leutnant ihm gesagt habe, wenn er dabei bleiben wolle, könne er noch Offizier werden« Die Brombccraugen der Kath strahlen, und ihre Wangen sind so rosig gefärbt wie in den Tagen der Jugend. Und die Nachbarn hören und itaunen. Offizier, der Sohn von dem Wassenach und der Kath, die mit Gefühl handeln ging, und die der Kyllhvfbauer vor langen ^Jahren hat sitzen lassen? Mer Kath ist stolz und selig. Bier Söhne hat sie dem Kaiser gestellt, einer wie der andere mutig, starr, tapfer. Auch der reiche Leherhäudler aus Stellisseld und der selbstbewußte Ochiemvirt sprechen bei ihr vor. Und als die Herbstsonne früh hinter dem Nerother Kopf gesunken ist, kommt einer, der den Hut tief ins Gesicht drückt, einer, den die Kath im ganzen Leben nicht erwartet hätte. Sie schiebt die Brille, die ihre ivell- sichtigen Augen zum Lesen nötig haben, weit ans die Stirn und schaut aus den Bauer.Es gibt ihr ordentlich einen Stoß, und fast kann sie es nicht glauben. . . Und doch! Der vorzeitig gealterte Mann, der ordentlich klein geworden zu sein scheint und gedrückt zu der sttahlenden Mutter emporschaut, ist der Kyll ho bauer. Ein armselig Kind hat er zu Hause, ein Mädchen, das nickst leben und sterben kann, und um den einzigen Jungen, der auch iu Rußland steht, sorgt er sich fast zu Tode. Das hat ihn hierher- get rieben. „Dän Jäffsep hat so lang net mieh geschriwwen." Und dann kommt es: In seinem letzten Brie' e steht etwas von den beiden Wassenachs. Und da mehrt der Bauer, ob der Toni, der doch so ausführliche Briefe schreibt, nichts erwähnt habe, wann und wo er den Jnssep zuletzt sah, und tvjie es diesem ergehe. „Jungen aus einem Ort, im weiten Rußland zusammen, da schriwt doch einer wat vom andern." Unbeweglich sitzt die Kath in-der Ecke des Sofas aus verblichenem BaumwolId amast dem einsttgen Verlobten gegenüber. Ihre blühenden Wangen sind erdfahl geworden. Jstzt ist die stunde gekommen, da sic an dem alten Mann wett machen könnte was der jimge an ihr gesündigt hat. Jetzt könnte sie ihm das Messer ins Herz stoßen und es darin umdrehen — und könnte sich rveiden an den Qualen ihres Opfers. Tenn oft hat der Toni von dem Joseph Weiter geschrieben': daß er ein .Hinterlistiger und Falscher sei und kein rechter Soldat. Und daß er für keinen Pfifferlinge „Korrasch" habe. Hät sie ahtt immer gebeten, nichts davon zu erzählen. Im letzten Bries hieß es dann bei der Schilderung eines besonders schweren Gefecht^- „Wir Eisler mußten da zeigen, daß wir Ehr im Leibe lnben. 'Aber erncr war unter uns, ein Feiger, aus unserem Dvrfe ist er. gottlob nicht aus unserem Regiment; aber . . ein HcrrenbaUern^ sohn. . . . Du weißt ja, Mutter. Vier Söhne hat sie ihm Felde, in Stolz'und Ehren, und der Svhli des Mannes ihr gegenüber.Ihre Augen tri dem bleichen Gesicht brennen; ihre Hände zittern. Die Lippen bewegen sich, als wollten sie Worte formen; aber kein Ton dringt hervor. „So lang hat ähn net mich geschnwwen . . . Des Bauern zitternde Sorge findet keinen anderen Ausdruck. Mit feurigen Lettern stehen die Sätze, die von dem Joseph Hameln, vor Kaths Seele. Sie weiß, was es dem stolzen Mauue meilten würde, wenn sie ihm die Stelle vorläse: „Mer ciuer war unter uns, ein Feiger." .Dem Manne, von dem das größte Leid ihres Lebens gekommen ist! Und dann sieht sie das zusammengefallenc Gesicht des Bauern, sieht in seinen Angen die zitternde Sorge flackern, Batersorge, wie die Muttersorge trügt. Und sie weiß, daß sic ihm nicht sagen wird, was in dein Briefe steht. Jahrelang hat sie gehofft, daß sich einst eine Gelegenheit zur Rache bieten werde, zur erbarmungslosen Rache an dem, der sie verraten und brachtet hat. Und jetzt kann sie, null sie die (&v legenheit nicht nutzen. Sie sagt deni Bauern auch nichts von der großen Ehre, die ihren beiden Aeltesten ividerfahren ist. Sie sucht nur die alten Briefe heraus und ließt vor, daß der Toni den Jüssev gesehen hat, und daß es diesem gut gelst. Und tröstjdt den Hauu^ daß die Feldpost infolge der Truppenbewegungen und raschen Bei folguugen oft im Rückstand, daß sein SohU wobl bestimmt bild von sich hören laste, und — da hat sie einen Funken von Ho'fuuug rn ferne ©t'rtc zu werfen daß der Toni vor längerer Zeit ge v DO föriffern babc. bcr Joseph kL'.i' viellrtckt zur Pserdesammeiab- tcilung dort sei er dgnn iu Lici»erheit. aber die Briefe Inraiwfyieit vielleicht längere Zeit bis zur Hernutt ..Wenn äbn bloß ichriu-wen dbät' Ter Bauer findet die Türe i i j Wie einst in de:: Tage» der Jugend düngen seine Blicke «: w \*in y üiln der Müia und er khum und wartet, ob sie nicht noch c: ras zu seinem Tröste zu sagen weist. ALS sie immer wieder in bei’ B:l.nn g leien und immer wieder nach HosstumaSgnttwen «sucht hat. und al-> es spät und dun st l geworden ist, bleibt dem Bauer nickt « übrig. alS zu gehen. Tr dreht an dem weichen, breit' räudigen Hut: ».Wenn ähn bloss schriwwen bhLt!' Tre Kath aber iü weich und mitleidsvoll und geschäftig wie ine zuvor Sie reidH ibm an der Tür die .Hcmd und verspricht rvin gleich an den Toni zu schreiben. Nrrr Mut. nur Lwftnung? Und dat ollen .Haß und olle Bitterkeit vergessen, ist nur noch Teilnahme und Mitgefühl für den ungluckliclten Bitter Das tau der Kalb Wassenachs grosser Tag vermischte». ' Ein Preisausschreiben s ü r Aufschneider. Daß Frankreich daS Paradies der Aufschneider und Nachrichtenersinder ist, haben selbst die Leute, die im Frieden hierin nur einen leicht gu überlebenden nationalen Fehler erblickten, im Verlause deS Krieges iiachdrücklichft erkennen müüen. Daß aber daS Ausschneiden geradezu cUS nachalmtenswene Kunst geschäht und jo-n- sagen o'" zielt betrieben ivird, ist eme Neuigkeit, die zu verküirben dein »Journal deS DöbatS" Vorbehalten blieb. Wie in der Pariser Zeuung „iitgeteilt wird, ivnrdc unter den in Caen versammelten Flüchtlingen auS den befehlen Gebieten NordfrankreichS ein großer Wettkampf «ür Aufschneider eröffnet. Alle Flüchtlinge auS deni Norden sind von einem besonderen Komitee -ur Teilnahme an diesem mehr als seltsamen GeseUschait-spiel einqeladen. Sie sollen vor einem Schiedsgericht erscheinen, und ;eder soll seine Kunst im Ausschneiden dartun. indeni er die erstannlichste Lügengeschichte erzählt. die «eine Phantasie auszuspinnen vermag. Ter Wettkampf wird in fünf Sitzungen vor sich gehen, und für die Sieger sind eine Anzahl vo'i Geld- und Threnpreisen atiSgefchrieben. Das Journal deS D^barS" benterkt - hierzu, daß man zugeben inüffe» daß die französischen Velden zn ollen Zeiten daS Ausschneiden liebten, und daß selbst die sranzc'ischen Heldensage.: mit derartigen AiiSschmiickungen reichlich v.riehen sind. Aber d:eS. sagt daS ^Journal de) DsbatS^, sei schließlich em unschädliches Vergnügen, und man könne es den armeii Flüchtlingen wohl gönnen, daß sie sich in ihrer wenig beneidenSiverlen Lage wenigstens mittels deS Reichtum- der französischen Phantasie ein glücklichere- LoS vorgaukeln. • Kriegerische UeberrumoelunaStaten. Auch in diesem Kriege sind wiederholt die Feinde durch kühne lieber- runipelungSkaten erfolgreich geschädigt worden. Tin Handstreich deS berühnUen Kyau (1D54—1733), des lustigen KriegShelden. der seine Laufbahn als gemeiner Soldat unter dem Großen Kurfürsten von Brandenburg begann und in fächsischen Diensten als General und Kommandant von Köuigstein beschloß, mag als Vorbild für solche Datei: erzählt werden. In seiner Jugend stand Kyau einmal im Elsaß an einem kleinen Flüßchen, der Lauter, aus Posteu. Sein Vorgesetzter war ein Leutnant, der ebenso wenig Mut wie Verstand hatte. Die Feinde rückten in stiller Nacht heran; der Offizier tat nichts, sondern zog sich fluchtartig zurück. Kyan aber blieb mit einem Tambour zurück. Die Nacht war besonder- finster und dabegünstigte den Amdftreich. Kyau ries beim Nahen des Feindes mit sehr lauter Stimme: .Wer da?" Als keine Antwort erfolgte, ließ er Alarm schlagen, stellte sich initten auf die kleine Brücke und kommandierte: »Ganzes Bataillon, vorwättS MarschZugleich trampelte er und der Tambour auf der hölzernen Brücke nach Leibeskrästen. Der Feind, nur aus einem kleinen Dortrab bestehend, hielt an. Kyau konimandierte: »Halt!* und dann weiter: »Das »weite Batlillon soll aufmarlchieren!* Schon nahm er »vahr, daß ver Feind sich zurüHiehen wollte, da befahl er dem Tambour, durch daS »eichte Äaffer z»l waten und hinter dem Feinde tüchtig zu trommeln, so daß er denken muffe, daß er uinztngelt werde. So hielten die zwei Mann die Franzosen so lange in Schach, bis ein deutsche- Reiterregiment heranrückle und die Feinde sämtlich gefanqennahm. * Amerikanischer Humor. „Bevor Sie die Suppenteller fortneb neu,* sagte die HauSsrau zu dem neuen Mädchen, „ nüster- Sie stets leben Gast frage»!, ob er nicht noch etwas Suppe haben möchte.* DaS Mädchen nahm dies zur Kenntnis, und bevor es bei der nächsten Mahlzeit den Teller sortnahm, fragte eS den G er Famr'-.e: ..'-'^.inscht der Herr noch etiva» Suppe?* .Ja, bitte " lautete die Antwort. »'S ist aber keine mehr da!" — »D r (5 Tier." «ragte ein Professor der Zoologie seinen kleinen So n, .gibt stch »nii der geringsten Nahrung zufrieden ?" — »Die Molle," erio werte das Söhnchen, „sie irißt nur Löcher/ - Auf dem Hauplplatt in Liverpool fan,melke sich eine Menge von Menschen tu den Abendstunden, und alle» starrte nach zwei leuchtenden Punkte»!, dte über den Dächer:! der Häuser sichtbar wurden Bald konnte man erfahren, daß die Leute die zwei englischen Lllftschiffe bestaunten, die gemäß den längsten Versprechungen der Regierlmg die Stadt gegen die feindlichen A,»griffe schützen sollten „Mein Gott/ sagte da plötzlich ein Herr zu seinem Nachbar, »die Leute halten Venus und Jupiter für Luftschiffe!" »Ich weiß/ erwiderte der andere im ängstlichen Flüstertöne, »aber sagen Sie eS nicht laut, sonst iverden wir als Deutschenfreunde verhauen I* vüchertisch. — Christus. Don Profeffor Dr. O. Holtzmann. 2. Auflage. lös Seiten. (Wissenschaft und Bildung, Bd. 3.) In Leinenband Mk. 1,2b. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — Der ,B ö l k e r k r i e g" (herausgegeben von Dr. C. H. Baer, Verlag Julius Hoffmann, Stuttgart) hat sich eine feste s>telluna in der KriegSlileratur erivorben und ist vielen Lesern unentbehrlich gelvorden, indem er immer eine ebe,iso vollständige, mit wiffenschastlicher Gründlichkeit und Zuverlässigkeit gearbeitete, als auch unterhaltende, farbenreiche, mit allen Mitteln der schildernden und bildenden Kunst auSgestattete Darstellung der Krtegv- ereigniffe anstrebte. Was es heißt, diesen Ausgaben gerecht zu iverden, zeigen die zuletzt erschienenen Hefte 7S und 80 (Preis je 30 Pfg.) nt ganz besonderer Weise. ES galt, die entleqei'.sten AuS- läuser deS VölkerringenS, die Kämpfe im türkischen Orient, m daS große Schauspiel einzureiheu. Weittäusiq sind die Schauplätze, spärlich und unsicher die Nachrichten, und doch wird unS nicht nur eln geschloffenes Bild alles desien, was im Kaukasus, Persien, Mesopolaniien, Arabien. Aegypteii vorging. gegeben, sonderii auch ein Bild von einem romantischen Reiz, ,vte er den gewaltigen enropäischen Kämpsei, nicht einen ist. Schon die Einzelschllderuugen au« den Lagern der Verbündeten auf Galli- poli erscheinen m eigenartigen orientalischen Lichtern und Stimmungen: aber erst in den unzulänglichen Gebirger» und iveiten Steppen und Landwüsten deS eigentliche,i Orients, be» den von Natur und Ueberlieferung kriegerischen Armeniern, Klirden, Arabern ntnnnt der Krieg Formen an. die den Reiz d«S Elementaren, Wilden uiid Sagenhaften an sich haben und die unbegrenzte Man- »rigialligkett des Weltkriegs so recht zum Bewußtsein bringen. Eme Reihe feffelnder dlbbildungen, auf denen die orientalische Natur, der türkische Kämpfer in seiner malerischen Vielseitigkeit emdrncks- volle Momente deS religiösen und Volkslebens mit kü«istlerische»i Emvsinden dargestellt sind, machen den Tert umso lebendiger und daS Gefanilbild umfo geschloffener. — Die I n d o fl e r m a n e n. Von Pros. Dr. O. Schräder. 2 Austage 167 Seilen mit zahlreichen Abbildungen auf Tafeln. (Wissenschaft und Bildung, Band 77.) In Leinenband Mk. 1,2b. Verlag von Quelle A. Meyer in Leipzig. — Hallo, Tommy, komm zur Armee! Huntortslischer Roman mit vielen lustigen Bildern von Paul Linde. (Preis geheftet Mk. 2,—, eleg. gebunden Mk. 3.—). In ihrer Romane, Erzählungen und Schilderniigen bietenden Treizack-Bückerei spendet die DerlagSsirma Richard Mühlmann Verlagsbuchhandlung (Max Groffe- Halle (Saale) ein von Kunstmaler Richard Lehmann mit vielen köstlichen Bildern geschmücktes launiges Werk, das in iveiten Kreisen als Mitarbeiter der »Meggendorfer", »Bergstadt' und durch feine flotten KriegSerzäblungen bekannten Schriftstellers Paul Linde. Das ivechielvolle Spiel der tu lustiger Hast sich drängenden Er- eigniffe läßt wie in einem Lllstspiel viel gelungene Komik der Lage entstehen, und gibt an der Fro»it, tm Lazarett und im FantilienkreiS Stoff zu fröhlicher Heiterkeit. — Franz Schubert und das deutsche Lied. Von Proieffor Dr. von d e r P f o r d t e n. 160 Seiten. (Wiffenschast und Bildung, Bd. 130.) In Leinenband Mk. 1.2b. Verlag von Quelle und Meyer in Leipzig. Rätsel. Donnernd verwüst' ich die Hütten der friedlichen Alpeiibewohner; Hast du zwei Zeichen vertauscht, siehst du ein Mädchen in mir. Auslösung in nächster Nummer. Auslösung der Skat-Aufgabe in voriger Nummer: Abkürzungen: tr — Treff, p = Pigue, o --- E oeur, eitr — Carreau ttL — Treff-Bube, pA — Pique-Aß, cD - Qoeur-Taine usw. Im Skat liege,: oY, uitb f-arA Vorhand erhielt: trü, pL. ek. trA. trZ, trK, trD, trO, tr7, carZ, Hinterhand den Rest. Verlauf des Spieles: 1. V. ov 2. V. tr7 3. M. c7 4. Dt. c&r9 5. M. car7 M. pZ M. trs H. carl) H. car8 H. PA H carB 14. H. eA =»11. V. carZ = 13. D. trA = 11 V. trZ = 21. In den nächsten drei Stichen erhält Mittelhand noch 17 Augen, während Vorhand die beiden letzten mit trB und pB nehmen muß, Hinterhand ist Jilngfer geblieben. (Hätte Mittelhand statt car9 die car7 auSgespielt und Hinterhand statt carl) vorher eine andere Karte mttgegeben, so konnte Mittelhand mit ihrer carl) nach AnSspielei, von car8 doch wieder ans Spiel gebracht iverden.) Schnftleitung: Aug. Goetz. - RotatwnSdrnck und Verlag der Brühl'jchen UntversitälS-Buch- u,:d Stetndruckerei. R. Lange, Gießen.