Mittwoch, den 24. Mai Die arme Prinzessin. Roman von Fedor von ZobeltiK (Nachdruck verboten.^ (Fortsetzung.) Dort auch. Er streute ein flimmerndes Leuchten durch die Luft und rieselte durch das Laub der Bäume und punktierte oen grünen Rasen mit Goldflecken. Man mar mitten im Brieselang, dem letzten schönen Laubwald in der Umgebung bet Hauptstadt, der noch vor einem halben Jahrtausend ein ungeheures Sumpf- und Bruchland gewesen war, in dem Bär, Wolf und Wildkatze gehaust. Aber von dem Getier war nichts geblieben als Rudel halbzahmer Rehe, die dicht an der Chaussee ihre Aesung suchten und mit neugierigem Blick zu den Fremden herüberäugten, und als der gefiederte Sängerchor oben in den Zweigen, der ununterbrochen trillerte. Der Sumpf war zu Wald geworden, und aus den Eichenkronen trug der Wind rauschende Grüße herüber in die großen Luchs am Rhin und an der Havel, bie ihren eigenartigen Bruchcharakter noch länger bewahrt hatten'als der melancholische Brieselang. Nach kurzer Rast bestieg man wieder die Räder. Jost und Eva Storni nahmen jetzt die Spitze. „Laßt sie," sagte Belten, „sie simpeln Fach..." Ja, das taten sie. Sie plauderten über die Wanderung der Buchdrucker zu Ende des fünfzehnten Jahrhunderts und über die Beeinflussung der Jllustrationskunst durch die Wechselbeziehungen der verschiedenen Drnckerstätten, die von» Lübeck nach Paris, von Augsburg nach Saragossa und von Foligno nach Mainz führten. Aber es war merkwürdig, daß anch bei ernsthafter Unterhaltung und selbst dann, wenn das Gespräch gelehrsam zu werden begann, dem jungen Mädchen so gar nichts Blaustrümpfliches anhaftete. Sie behielt den Plauderton bei, und nur ihr Auge wurde lebhafter; das Helle Braun verdunkelte sich dann und die Pupille wurde strahleirder. Sie sah in ihrem Radelanzug fast knabenhaft aus; aber in den zierlichen Gliedern steckte eine erstaunliche Kraft. Davon sprach Velten soeben zu Annemarie. „Ist sie nickt wie eine Puppe, diese kleine Eva?" sagte er. „So zerbreche lich, als müsse man sich fürchten, sie anzufassen. Und dabei fiub ihre Hanteln so schwer wie die meinen... ja, sie hantelt, diese Professorenmaid, und ich glaube sogar, in eurem Ringkampf mit ihr würde ich es nicht leicht haben, mich zu verteidigen. Sehen Sie nur, Prinzessin/ wie kräftig sie neben Jhrenr Bruder daherstrampelt?" Annenrarie lachte. „Das ist ein Wunderkind. Ein Ausbund an Wissen und Klugheit und dabei eine kachierte Riesenjungsrau. Auf diesen Artsdruck tue ich mir etwas zu aut. Aber sie ist ein nettes Mädel. Ich beneide sie. Wer es so haben kann wie sie! Das wächst nun in der Freiheit auf — und unsereiner steckt ewig im eisernen Küraß! Ach, Velten, es ist ein plötriges Dasein! Ich war nie im Leben unzufrieden — auch rricht bei der Dickmilch der Madanre und mit meinen beriesterten Stiefeln — aber jetzt bin ich es. Ich fühle mich nicht wohl als Hofdame Ihrer Hoheit... was übrigens ganz allein an mir liegt, und nicht an der Hoheit." „Weshalb würden Sie es?" „Weil Onkel Herrfurth es so wollte. Ich sollte in die Dressur kommen. Er meint auch, so bekäme ich vielleicht noch einen Mann. Er hat mir ein Nadelgeld ausgesetzt, damit ich köstliche Toiletten machen kann. Er meint es schrecklich gut. Aber ich bin ein Freiheitstierchen, und auf dein Hofparkett verliere ich mein seelisches Gleichgewicht. Ich verliere auch meine Harmlosigkeit, ich merke es selbst. Ich werde spöttisch, ich werde schon ganz altjüngferlich und bin noch nicht einmal Zwanzig. Ich möchte einmal wieder hinten ausschlagen — das würde mir wohl tun. . . ." Velten antwortete nicht. Die arme Kleine tat ihm leid. Sie paßte wirklich nicht in die höfische Atmosphäre — aber wo sollte man sie hinbringen und wie ihr eine geeignete Stellung schaffen? — „Stehen Sie mit Ihrer Schwägerin, der Frau Fürstin, auf gutem Fuß?" fragte er. Sie bejahte. „Hören Sie, Velten," fuhr sie fort, „die Lilian haben wir allesamt falsch beurteilt. Ich habe sie sehr lieb gewonnen. Sie hat mir auch angeboten, ich solle zu ihr nach Gotternegg kommen, wenn es mir bei der Prinzeß Irene nicht mehr gefalle. Am liebsten möchte ich schon; ich habe eine brennende Sehnsucht nach Hause. Aber erstens graule ich mich vor den Vorwürfen Onkel Herrfurths und zweitens vor meinem eigenen Herrn Bruder. Bolko hat sich wenig zu seinem Vorteil verärrdert. . Sie erzählte mancherlei von ihm. Er habe sein Abschiedsgesuch in so ungehöriger Form abgefaßt, daß der kaiserliche Herr entrüstet darüber gewesen sei und Bolko auch das Tragen der Regimentsuniform verweigert habe, das sonst immer den in Ehren aus dem Dienst entlassenen Offizieren gewährt wird. Es sei ganz seltsam, wie sehr sich die unliebenswürdigen Seiten im Wesen des Bruders verstärkt hätten. Er sei launisch geworden, reizbar und jähzornig — auch seiner Frau gegenüber, deren eheliches Glück keineswegs zu beneiden sei . . ." Mitten im Plaudern unterbrach sie sich und zeigte nach dem Himmel. „Ein Gewitter, Velten! . . ." Von Westen herauf rückte eine graugelbe Wolkenwand. Die Natur war stiller geworden; träge hing das Laub der Bäume, der Gesang der Vögel verstummte. Der auffliegende Chpusseestaub nahm trichternde Formen an. „Ein Wetter, Velten!" rief nun auch Jost und hemmte den Lauf seines Rades, um dem Freund an die Seite zu kommen. Velten zeigte eine bedenkliche Miene. Der Stahl der Räder zieht den Blitz an; auch konnte ein tüchtig^ Regenguß insonderheit für die Damen allerhand Unbequem lichkeiten im Gefolge haben. Der Reisemarschall zog seine Routenkarte aus der Tasche und suchte nach dem nächsten Unterschlupf. „Wenn wir etwas auszulegen versuchen." sagte 270 er, „können wir einer halben Stunde am Forsthause sein und dort das Gewitter abwarten. . . „All Heil!" schrie Annemarie, „also vorwärts!"..Sie bog den Oberkörper vornüber und ihre Sohlen traten stärker dle .Pedale. Sie flog allen voran. Ihr Ruck flatterte, ihr Gesicht färbte sich dunkler; man sah an den geschmeidigen Knöcheln, wie ihre Muskeln arbeiteten. Eva war die erste, dre sie einholte. „Hallo, Durchlaucht," rief sie, „wer siegt?" Annemarie ärgerte sich, sie raffte ihre ganze Kraft zusammen. Aber die andre war ihr doch überlegen. Eva sauste wie eine lustige Windsbraut über die Chaussee. Die Speichen ihres Rads erschienen im drehenden Wirbel wie leuchtende Kugeln. Ans dem schnurgerad sich durch den Wald ziehenden Weg ver- Amerte sich ihre Erscheinung zusehends. Als die übrige Gesellschaft unter dem ersten Rolleii des Donners am Forsthause emtraf, stand sie schon vor der Tür und begrüßte die übrigen. der Försterei war eine Gastwirtschaft verbunden. Aber der Wirt mußte der kleinen Gesellschaft ein Zimmer purer Privatwohnung anweisen, da die beiden Gasträume bereits besetzt waren. Man hörte hinter der Tür Stimmengewirr, Klirren von Gläsern und lautes Lachen, dazwischen ein paar Töne eines verstimmten Orchestrions, die heiser ausschwirrten uiid wieder verstummten. „Wohl eine Landpartie?" fragte Jost den in Jägergrün geklecheten behäbigen Wirt. Der Mann schmunzelte verschmitzt. . 0 .-vornehme Leute," anüoortete er, „ich glaube, Offiziere m Zivil mit ihren Damen. Sie sind zu Wagen und zu Pferde gekommen und haben ein Frühstück befohlen und gleich acht flaschen Champagner kalt stellen lassen." s ^??s 'ncrkt man," entgegnete Jost lachend. „Velten, wir fö bescheidener. Meine Damen, was dürfen wir Ihnen vor- Ä e ?„® eft 'st ausgegangen, aber ich höre im Stall eme Kuh blöken, und auch der Brunnen fließt" Sffiut ^ I>aBe vorzüglichen Bordeaux im Keller," sagte der c®« Damen dankten, und Jost bestellte eine Flasche ungenießbar war. In dem kleinen Zimmer, ^ burch den bezogenen Himmel wie mit Abenddämmer er- sullt war, umdrangtcn dre Sechs die Fenster, um das Wetter ö" beobachten. Es schien nicht heraufzukommen. Die Wolken- wand blieb lense,ts des Waldes und in ihr spielten die Blitze. ,U u schwach, aber der Wind wachte auf. Ueber die Chaussee flog der Staub in gewundenen Tuben. Tit-W/Y-Ita 11 ‘Sft bs zu schwül im Zimmer. Sie huschte ^„Du waren ein paar Reitknechte in roten Zacken damit beschäftigt, einen sehr eleganten offenen Landauer ,n die Remise zu schieben, um den perlgrauen den Mrtl^as^Äst?or dem Regen zu schützen. Rechts an cken inh™E sauber gehaltenes kleines Gärt- qcn, in dein die Georginen blühten, die eine große schwarze ' Glaskugel in Rosettenform umgaben DF.Pr'nzessm schaute zum Himmel auf. Noch regnete es 5 Sie sprang d,e drei Lteinstufe» hinab, bk m iaut r 11 fa-Diten, und trat tu das Gärtchen Der wider' G^cht'« breit gezerrten Um? ss-n Ammen ' darüber - und dann fuhr sie erschreckt «DM! äfSÄr'— i.. c(Ä!,^bzvgener Mensch," antwortete sie und schüttelte die Hände von sich und wandte sich um Fürst BuraAdm stand vor ihr, der BruderdesFürsten Jazik des Schwiegersohns Herzogs Rübezahl. ^ 6 ' hn?“ ~ SMa '" fö9te ^uemarie, „wo kommst d u denn r ' Dasselbe, kleine Mieze," erwiderte der Russe in scharf akzentuierten und nicht immer fehlerfreien Deutlch. ,^Wtc kommt die Mieze hier mitten in den Wald?" nnA immer Mieze nennen, Kola — ich ^Ä,^te mir das, fuhr Annemarie in plötzlichem Aerqer auf Ö 6e Annemarie - Mieze ist eintaefcK auaen^veiftübt Sfok uni .i k f f tin£ wundervollen Samt- igsgssMsmae, , Annemarie starrte ganz entsetzt in das Gesicht des jungen ^7/dkomaten. Jetzt fiel ihr erst auf, daß Kolas Wangen eigen- tümltch gerötet waren — urid plötzlich spürte sie auch dett Wetndunst, der ihr entgegenwehte. Sie ärgerte sich, daß ein letles Furchtgefühl sie überschlich, trat aber doch einett Schritt zurück und runzelte die Ärauen. „Kola — da drüben steht ein Brunnen. Halte deinen Kopf unter das Wasser, damit du klarer siehst, wen du vop dir hast. Du hast zu stark pokuliert, mein Lieber. . . ." Sie wollte gehen. Aber Kola vertrat ihr den Weg. Er iur. Rettkostüm; trug eine knappe Joppe, eisengraue Betnkletder und Ledergamaschen; die Fuchtel hing au denl Joppengurt. Er nickte. ist richtig, Miknschka," sagte er; „ich habe ge-, trunken. Wrr sind in lustiger Gesellschaft. Anch> Damen dabei. Aber das tst nichts für ein Prinzessel vom. Laiche. Prinzess^' ich wetß tmmer noch nicht, wie du hierher konnnst?" „Wir haben eine Radtour gemacht. —" „Ei, ei — schickt sich das?..Er erhob drohend den Zetgeftttger. „Du wirst mich lehren, was schicklich ist! Geh zu deinen — Damen!.. /' Er stand vor der Gartentür und versperrte ihr den Ans-, gang. . ?" fragte sie in drohendem Tone; „beliebt es dir vtelletcht, mich durchzulassen?" w er kopfschüttelnd, „noch nicht. Mieze, Haar!" ^ ^ ^ ^worden! Und was hast du für goldiges' Er streckte die Rechte aus, um das blonde Gelock zu be- ruhren, das zwischen dem Hut und der Ohrmuschel hervor- gnoll. Aber ste gab ihut einen leichten Schlag auf die für- ^tzrge Hattd. „Es war eine Wespe," rief sie dabei; „hütei otch, Kola — hier gibt es noch mehr Wespen!" Kola sah sich urn. Darin umschlang er plötzlich Anne- marte — so rasch, so fest und so unvermutet, daß sie sich gar 'ilttcht zur Wehr setzett konnte. Er beugte ihren Kops ein wentg zuruck und gab ihr einett langen heißen Kuß ans detr Mund ... Es war Anttemarie iu diesem Augenblick, als schwanden thr dte Stnne. Wer sie umschlang uttd tver sie tnßte, das wußte ste nicht. Der Weindnnst wurde zu einetN lauen Fruhltngsodem, der Rosenduft auf seinen Schwingen trug. Em Wonneschauer durchströmte sie, eiir Gefühl grenzenloser Seligkeit, das sie in unbekannte Weiten trug Es klang Und sang um sie, es war wie ein rauschender Strom utw auch wre Harfenschlag. Es war eilt wundersames Ber- gesjen nt cd Perienken — aber nur eilt Augenblick war es... „-Mit leisem Auflachen ließ Kola sie los. Annemarie plckte zusammen, fuhr mit der Hand nach der Stirn — und \ amt tief die Nöte der Scham Aber ihr Antlitz Und ?^oment später wurde sie fahlblaß, intb der Zorn Augen, ^hre Hände ballten sich, und sie hob ZL Z ^er dte Faust schlug nicht, sondern die Uache Hand. Ste gab thut eine schallende Ohrfeige. . ^sckschke und schallte. Dann sprang Annemarie ein Schritte zürnck und stellte sich in Kampspositur: fest auf ?'? deine, die Ellenbogen in die Seiten gedrückt, alle Mus» reln gespannt. Sre erwartete, er würde sich auf sic stürzen, un ^ würgen, sie umbringen. Wer es gescha.8 smÄc.'Ei- ^ttcrte rasch über sein Gesicht, etwas Rät el» lodernde Wut oder groteske Lustigkeit - ein seltsam - »wiefaltiger Ausdruck. Dann lächelte er sanft und liebens» ^?'g U7ch sagte: „Süße kleine Kanaille, ich liebe dich, lliid ^ Warst du den Schlag büßen müssen Dn sollst dulie Msen "" « ^ntraf - stündttch Jetzt knirschten wieder seine Raubtierzülhue aufeinander doch «tmter noch lächelte er. Er wollte ,v>eiter sprechen abÄ L^^mund von der Haustür aus. „Koka," rief e nq lujhae Herrenstimme tn französischer Sprache wo stecken Swdem.? Mensch, das ist zum Attache n-das miissmi A« ^PeisetM!^ Fandango mitten auf dem - r?/m^iseite," herrschte Kola haMaut Annemarie am „ dte Bandr. braucht dich nichi zu fehlen!..." ' wer gen Zähne wohl bÄvußt war, tippte mit dem Finger auf das Bild und sagte: ,.JHre Sukimftige, mein Freilein! Ihre S'atz!" — Enima Kirsch hob die Augen und sah in die des Italieners ™ brütend, verschwand sie im Hause des 5Ä^^eyer. Aber der herrli^ schöne Jtalierier ging ihr Ettvbiü ^ ^Kj 1 ' UfÜ> ?/* mr lpät nachts noch auf ^ dem s c e fJ te ftngeii anhtib wid sie von ihrem W^denftnster aus den Italiener stehen sah. Merkte sie tief beglückt daß man ihr em ^tarrdchen bracht-, zog sich leise an U"d schlich übn di- knarrenüe Solzsttcgc jll ihm hinunter. - Zwei Tage blteben die TOi Amfcett mit Ort, dann zogen sie w iter aber nur zu zwei«, Ter dritte hatte den Papagei mit i^n ,®!gg abgegeben, blieb am Ort und tat hier und da Ä ^ abeichs band er fich einen roten Schlips um itnd spazierte ”'i t , b«r„ glückstrahlenden Enima uck den Diarktplah, wie auch die vrtsausassigeu -oerlicoteii mrd Verlobten tateii. . v w icrt äj n ^ r kündigte Emma Kirsch beim Eisen- ^^ouhandler Meyer, hob ihr Sparkassenbuch ab und veränderte ILroflÄ Raom„kwV Seirat die Ehefrau des Ereole ein fÄÄ ft fand ^nen sauberen Krage,? tnr, wenn # VomllÄr"nVm'Äe Huer! m krim* f ^bst- und Gemüseladen an! Markt. Zuerst gmz. das Geschäft, wrx daS in solchen Fällen üblich ist. .blieb nachts aus, hatte allerlei Abenteuer unkj vmwel und wurde ein Ehemann, wie er weder in einen Olilttoden noch in eine schlesische Keinstadt paßte. ^bstladm So ging rs etwa zwei Jahre lang. Da erschien wieder einmal nne wandernde Mujikantenbande, mit der sich Ercole in der Svrache ^n^/blmat wsort begeistert schreiend unterhielt. Und am uäc§ ruverlässiger Bürger und ^r 6-rau Emma ihr Ehemänn — mitsamt der Ladenkasse und den dem"Laden^ ^ußbaumschrank in der guten Stube hinter sich wieder der nüchteni praktische Sinn der ebe- ShT l fr It ? ^ ir W- Sie heulte sich gründlich aus, erholte sich ^sow^ kckm?län^ ^ „Lumpen", gab den Nachbarn Recht, die ' r/tfÄÄ: ^tten kommm sehen", mrd brachte ungefähr w,> alä tam L blcfen Kunden Jungen zur Welt, der — August echftlt ^ ^ bCTl ^^nanttschen Vater - den Vornamen 3m übrigejl führte sie das Geschäft mit Fleiß und Arbeit ?***.£;' n rL ^ e bom Malermeister Me schon zu Anfanal ^^Erandevung vornehmen. Die Enckeifung einer rechM atS 'k ? em Rat der Nachbar L da der „Lump die Kosten nicht wert sei und sich wieder sehen,lassen könnte, dstrfte und würde ^ Auch! ihr Sohn Augüft, der mit schwarzen Haaren, blauenl Augen und roten Pausbacken den Dyp seiner Eltern sonderbar; lustig, vermischt zeigte, erfuhr Nur, daß sein Vater leider ein 6l/ q ü 3u .Volksschule und würde schließlich braver strammer Lehriunge im Eisesüvaren-Geschäft des Kaufmanns^ Meyer, wo Frau Ennna früher Wirtschafterin gewesen ÖlpTf schrieb iitUeSi e W« eÄ »Ä^1Ä"^ 1 %P 6 te tti>rer , babcü nwchto und sä rwts srm ,ss ©o pergmgen die Jahre. August Morrosini wurde „junger S'l rm Meyerschen Eijomoarengeschäst und seine Mutter eine rotwangige Frau, die den rdmantischen Traum \errw^(kr! 4 n t häusliches Ende nur noch wie ein unwirkliches fernes Geschehen empfand, an das man sich Mit Mühe erinne^ fÄn’sTi 'f>iden alz y ihr Vater'und GEelWU b"wr nrcht mehr mit Schimpfwotten, man dackNe vicht mehr an ihn. Und nur der Namtz „Morrosini" pL?dZ'MmrtpkaL''- 9C dlume über das holprig- Stein- ungeheure Weltereignis, das wir bcrcits bem eigmtlich armseligen, nichtssagenden Stichwort „Wrlt- ^ unseres Begriffsvermögens eingestellt haben. . «um m dieser kleinen Stadt spiegelte es sich wie überall im Lande wieder. Ern Lazarett entstand, Feldgraile kanren und gingen, ans dicken Bürgern wurde über Nacht wie durch Vermummung haherstanipsende Soldaten: und auf dem Sandvlaü vor der Stadl übten die Rekruten des rasch hierher verlegtÄ Jnfantene-Ersatz-Bataillons, unter denen auch August Rtorro- frni war. im Bürgerverein eifrig LWesgav-n- Socken imd Leibwarmer und gab außerdem eine Menge Obst anzunehmen ^ ^^^azarett, ohne Bezahlung daftlr So kam'erl die Tage des Jahres 1915, in denen der Staat' Italien es für richtig hielt, deii früheren Bundesgenossen als Fernd gebenöberzütreten. Schon lmige hatten fett gedruckte Artikel T1 X k, eu Zeitung gejtandeik, die Frau Einnia immer mit A^^rem Jliteresse als das andere yelesen hatte: denn der Scknvall dhr°sen, dieses unnötige Spiel uüt Ehre, National- glühenden Empfindungen in einer dem gesilliderr ..t».nickenverstand nüchtern und klar crscheinendeii Sache, diese & l n ö ® beteuernden, nur das Mißtrauen weckenden Reden italienischer Minister erinnerten sie an den verftosseiien Ercole Morrosnro der muL wnin er seelisch am meisten in der Klein Nitz faß 1 , von feurigen Worten Überzuströmen pflegte. habt^hchte^ ^ b{c, ' c ^rinnKing magische Ktaft ge-, -r.. ^ 'ines Slbends stand in dein leeren Laden, gerade als ! wollte, ein ältlicher, zerzaust mib verlnnipt 2?n f f5SwJt wrt wirrem grauschivarzcm Haar und flackeni- be! sein« EWd'w,Lr'°mn'tÄ- **««*« wiw f ° fWt ^ WS ruhig aus und „Na, was soll's-" fragte sie. & ^^^^ubsti-cicher unb versuchte, mit dem dlick früherer sichre die Augen seines Äegeunbersl emzufangen. Frau Ernma schüttelte den Kopf. ^ wit dir nischte mehr zu schaffen," sagte sie langsam, Nick! r^,- ° f w rt - r rci>€n .- Wiis früher nmr, Mis iS' ”J ei P e Schuld is es mch, aber an deiner Stelle, ISs«rtS fe $nüci\Z l ’- mi " Wmn ’ ^ irf) nM} ü5c, ^'W r, Aovle stotterte etwas zusammen. Er Iviir aus der Fassung S5 a 2T' ?>attc sich letzt, da ihm Mis schirellfüßtge der Laiidstraße allerlei Böses seiner südlichen Hmmit ich« Ntragon hitte. di- SÜiÄIrt Pol« Witt * fiS Ä MmmaShastn kEt. M.r her koste ä feS»rS LE itnruhigte i[)it Mehr, als tes SMmpfivortc actmi hätten. 272 Frau feilte auf die Tür. „T-a is der Weg für dich," sagte sie. >,Wenn ein M-ensch mir was Böses angetan hat, dann bist du's gewesen. Mer es \fr schlmr lange her. Ich denk' manchmal, s' is gar nich mehr wahr. Es tut nick mal mehr weh. Ich Hab' geglaubt, du bist weg und vielleicht schon lange tot?" — Der 'Landstreicher, in dem noch der Aberglaube seiner Heintat leben mochte, zuckte zusammen, als ab er widersprechen wollte. Llber die ruhige Stimme zwang ihn zum Schweigen. „Stille biste' Hier is mein Laden, Int' chiier red' ich. Mer nich' mit dir." — Sie griff in die SchMade hinter dem Tisch und lachte kitrauf: „Tie Schieblade Vennste noch — was? Die hafte damals leer gemacht nnd Mein Herze auch. Mer es is nischt leer ge-i blieben. Hier aus der Kasse — da tu ich dir jetzt einen Taler geben, das is alles, was ich noch für dich übrig Hab'. Mer tene Kolonnen wälzten sich sofort nach der Flucht Rennenkampfs vor Hittdettburg gegen Schlesien und brachen in Galizien immer tiefer eilt. Es sah dort nicht aus, als ob die Oesterreicher allein des Feindes Herr tverden köitntett. Von der italienisch-französischen Grenze fam die Nachricht, daß die Franzosen ihre Truppen dort Wegnahmen. Italien ging schon auf den Wegen des Verrats. Was aber auch sonst noch erst ttach Friedensschlttb bekannt werden mag über die Gründe zum Rückzugsbefehl, das kann nichts ändern an der Tatsache, daß der Rückzug aus der Schlacht an der Marne ein gettiales, strategisches Manöver größten Stils und der Sieg der Franzoseit ein erst in allerletzter Stunde staunend entdeckter lvar. Deut „großen Sieg an der Marne* fehlt vor allein das Wesetttliche eines wirklich großen Sieges, die überwältigende Zahl unverwunderer Gefangener. Der Jubel der Feinde konttte nur angeseheit werden als die Frettde über das nicht mehr erwartete Aufatlltenköttlten. Und tvetn votn anderen durch diesen Rückzug das Gesetz des Handelns vorgeschrieben wttrde, das beweist der mm bald zweijährige folgende Stellungskrieg aus einer fast unverältderten Front." — Jean Paul: Leben des vergltügten Schllltneisterlein Maria Wttz in Attenthal, mit Bildern ttach Steinzeichnungen von Walo von May. Nr. 21 der „Weltliteratur", die jedett Satnstag zum Preise von 10 Pfg. einen der besten Romane oder Novellett der Weltliteratur herausgibt. — Baitd Nr. 1063 vott Kürschners Bücherschatz: Schmetterlinge auf See. Roman von Luise Westkirch. 110 Seiten Umfang. — Preis 20 Pfennig. — Hermann Hillger Verlag, Berlin W-9, Potsdamer Straße 124 125. Kreuz- und Quer-Nätsel. 1 2 3 4 Die Erstes tmd Zweiten, ein weiter Rauin, Enthalten die Ersten unb Drittelt in Massen; Zwar wohnlich ist solch' ein Gebäude wohl kaum, Doch nützlich, um nichts verderben zu lassett. Die Ztveitett nebst Vierter bezeichnen dir (Sitten deutschen Dichter im Persergewande, Und unschwer kauft du aus zwei und vier Eilt Städtchen im schönen Harzerlande. (Auflösung in nächster Nummer.) .Auslösung des Rösselsprungs in voriger Nummert Dtt finbeft in dir Ruhe nicht, Den milden Hauch von Gottes Gnaden, So lang voit deiner Schttld Gewicht Dtt willst ein Teil auf andre laden, Nicht, wenn du das, was dich gelenkt, Von dem, tvas du getan hast, trennst. Dir ist die Schttld ttur ganz geschenkt, Wenn btt zur ganzen dich bekennst. Lettau. Auflösung des Telegrapheit-Rätsels in voriger Nummer: Freut euch des Lebers, Weit noch das Lämpchen glüht: Pflücket die Rose, Eh' sie verblüht l Usteri. Schristleitung: Aug. Goetz. - RotatioitSdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steiltdruckerei, R. Lange, Gießen.