Die arme Prinzessin. Sftomart von Fed or von Zobeltitz^ (Nachdruck verboten.^ (Fortsetzung.) Der fürstliche Na »ne und der hübsche Junge öffneten Jost die Mädchenherzen. Seine erste Liebschaft mit einer niedlichen Kellnerin machte ihn ganz schwermütig. Er begann zu schwärinen und bekam Herzweh, er setzte den Juwelier in Nahrung und kaufte heimlich rotseidene Strumpfbänder. Aber die Leidenschaft verging, und die kleine Kellnerin mußte trauern. Jost begann sich für das blonde Töchterchen des Regierungspräsidenten zu interessieren, spielte eifrig Tennis mit ihr, machte Fensterpromenaden und nannte einen stuck, jur., der ihr beim Ball auf die Schleppe trat, einen „erstklassigen Hammel", worauf eine Kontrahage erfolgte. Auch das ging vorüder, es folgte eine seriöse Mrgung zu der jungen Frau eines Amtsrichters, voll Ehrerbietung, heißen Handküssen und feuriger Ritterlichkeit, dann ein bedenklicherer Flirt mit der schwarzäugigen filia hospitalis, der Tochter einer Hofratswitwe, und endlich eine auf richtige Freundschaft mit einer jungen Studentin. Das war schon iit einem späteren Semester, als die Reise, die Klärung und Läuterung begann, der tollste Jugendübermut im Berschäumen war und sich die ersten lieber- gange zu innerer Einkehr fanden. Dazwischen lag ein Weih- uachtsfest im alten Hause Gotternegg, das letzte für eine Reihe von Jahren. — Auf der Ferieureise nach der Heimat hatten Velten und Jost einen Tag in Berlin gerastet, um Bolko und Lilian zu begrüßen. Jost machte sich wenig daraus, aber Velten hielt es für schicklich. Sie wußten: der König hatte seine Zustimmung zu der Heirat Boltös gegeben und die Umgehung des Ebenbürtigkeilsparagraphen im Gotterneggschen Hausgesetz nach Zustimmung Josts gestattet, hatte aber gewünscht, daß der Fürst in der Armee verbleibe. Das junge Paar Hatto infolgedessen ein villenartiges kleines Palais am Tempel- Hofer Ufer gemietet, und hier ließen sich Velten und Jost ein paar Tage von Weihnachten anmelden. Ein Diener hatte ihnen die Karten abgenommen, ein zweiter Diener stürmte Mit den Karten von dannen, ein dritter entledigte sie ihrer Paletots, ein .Haushofmeister öffnete unter tiefer Verbeugung die Tür zu einem großen Salon und verschwand dann wieder so lautlos, als trage er Gummischuhe. „Mich üherkommt eine höhere Weihe," sagte Velten halblaut, „hier verbindet sich Reichtum mit gutem Geschmack, der aafrikanische Goldstrom füllt edle Gefäße. Sieh dich um, Jost: alles vornehm und nichts übertrieben, keine Neigung zum Allermodernsten und Absonderlicheil, aber eine gewisse Gediegenheit. Das freut mich, und ich frage mich: geht diese Geschnlacksrirhlung von ihr aus, der Fürstin?" „Mag sein," erwiderte Jost, „vielleicht hat sie Geschmack. Ich sehe sie noch am Hochzeitstage vor mir, da gefiel sie mir nicht. Aber der erste Eindruck kann täuschen, ich war auch voreingenommen . . ." Er schaute sich um . . . „Ja, es ist merkwürdig. Ich hätte im Salon Lilians anderes erwartet, mehr Prunk und Gleiß, mehr Aufdringlichkeit, auch mehr Sonne und architektonische Fröhlichkeit. Statt dessen — hm — wie soll ich sagen: ein stilnmungsvoller Ernst. . ." Nun trat die Fürstin ein, in einem eleganten weiten Hauskostüm, ein freundliches Lächeln auf dem schönen Antlitz, gemischt mit einer leichten, aber unverkennbaren Verlegenheit. Sie reichte beiden die Hand zum Kusse. „Guten Tag, lieber Jost. . . verehrter Herr von Velten . . ." Man nahm Platz. . . . „Ich freue inich herzlich, Jost, daß du nicht durch Berlin gereist bist, ohne uns auf- zusuchen. Wie lange bleiben die Herren? Können wir am- Abend zusammen sein? . . ." Jost bedauerte. Man wollte Annemarie abhoteu und den Nachtzug benutzen. „Ich habe förmliches Heinlweh, Lilian, es drängt mich nach Hause. Madame schrieb, alles sei vorbereitet, schon stehe der Weihnachtsbaum, und die Anschütz rühre den Kuchenteig. Auch Artern freue sich — ich glaube, er langweilt sich in Gotternegg und sehnt sich zurück nach der Sonne Afrikas und den schwarzen Landsleuten." Die Fürstin lächelte. „Der arme Graf — Bolko hat ihn auf dem Gewissen. Er nahm einen Hofchef, und wir halten nicht Hof. Aber ich höre, die Jagd entschädigt Artern. Er ist übrigens ein verständiger Wirtschafter und hält gute Zucht in Gotternegg. Er erspart uns die Oberaufsicht. Lüeißt du, daß wir daheim eine Töpferei begründen?" „Eitle Töpferei?" fragte Jost erstaunt. „Ja. Eine Fabrik für Steingut und Töpferwaren. Wir sind unweit der Brauilkoh-lenzecheu bei der Himmelsleiter auf ein umfangreiches Tonlager gestoßen, das sich der Hebung lohnt. Schade nur, daß Bolko so wenig Interesse für derlei hat. Mir macht das viel Spaß. Weißt du, alle solche Unternehmungen niachen mir Spaß: da rührt sich noch das amerikanische Blut. Ich würde für mein Leben gern auf Gotternegg wirtschaften. Aber es geht ja nicht, vorläufig lvenigstens geht es nicht. Der Kaiser wollte, daß Bolko aktiv bleibe- dagegen ist nichts zu machen." „Lebt ihr triebt sehr gesellig?" < ,',J!a, es sing lebhaft an. Aber — aber es ist jetzt stiller gewordeti; es ist mir lieb," — und wieder errötete die junge Frau — „ich bin keine Freundin allzu stürnrischeu Lebens. Ich beneide dich förmlich, daß du nach Gotternegg darfst: ich habe meine Kindheit auf dem Lande verlebt und einen Teil meiner Mädchenjahre. Also du willst Annemarie abholen? Höre, das ist ein prächtiges Mädelcheir. Und wie sie heranblüht! Sie ist allsonntäglich bei uns, mtb wir sind gute Freundinnen geworden. Zuerst kanr sie aus der Scheu nicht heraus, aber das lmt sich gegeben. lind nun erzähle von dir. Jost. Herr von.Velten, wenn ich Sie noch als Präzeptor L42 meine- Schwagers betrachten darf, mtiß ich Ihnen ein Kom- plinwnt sagen. Jost sieht vortresslich ans. . . Mit Interesse hörte die Fürstin der Schilderung Josts zu. Sie fragte viel mit ihrer angenehm klingenden Stimme und nur einem leichten fremdländischen Akzent in ihrem Deutsch. Daß es eine Bibliothekswissenschaft gebe, war ihr etwas Neues, und daß Jost sich gerade diese als Studium erwählt, erweckte ihre Neugierde. Sie wollte wissen, wie er darauf gekommen sei und warum er nicht die diplomatische Karriere eingeschlaaen habe, die seinem Stande doch näher liege. Aber ehe Jost antworten konnte, klirrte draußen ein. Sporenschritt, und man hörte Bolkos Stimme im Vorzimmer: „Was Deuxel, Prinz Jost? Hättet ihr doch in die Kaserne geschickt und mich holen lassen! . . ." Bolko trat ein. umarmte Jost mit großer Lebhaftigkeit und drückte Velten die Hand. Dann küßte er Lilian die Stirn. „Wohlauf, Maus? Ja, kein Schatten im Auge — warst du im Bade? Hast du deine Medizin geschluckt? Bist du lieb Kind gewesen? — Der Rittmeister hat mich wieder einmal gerüffelt, er häkelt an mir herum, ich möchte den ganzen Krempel. . . ria —! Also, Jost, Junge, guck mich einmal an! Fein hast bit dich 'rausgemacht, du bist weiß Gott noch gewachsen und . . . ha, was sehe ich, einen regulären Schmiß, eine reguläre Tiefguart, eine Backenzeichnung, wie man sie sich nicht besser wünschen kann! Velten, was haben Sie aus unseren: piepsigen Säugling gemacht! Das ist gar nicht Jost, Sie haben ihn vertauscht, das ist ein großer, strammer Bengel, das ist nicht mehr unser zartes Jüngelchen! Lilian, die beiden bleiben zum Essen, schieb einen Feiertagsgang ein, ich lasse eine Pommerp kalt stellen. . . ." . Bolko war immer sehr lebhaft gewesen, aber etwas Fahriges und Zerstreutes hatte sich seinem Wesen zugesellt. Es schien dabei, als sei er behäbiger geworden, das Gesicht war voll und rund, nicht mehr so fein in den Zügen, das Auge verschwommen. Seine laute Art stand in schroffem Gegcn- sah zu der ruhigen Gelassenheit Lilians. Er schrie und wetterte, als er hörte, daß die beiden schon am Abend weiter^ fahren wollten. Dam: warf er sich in einen Sessel und schlug mit Hellem Sporenktaiig die Beine übereinander, sprang wieder auf, gab Lilian einen Kuß, packle Jost an den Schul- rm 1 ! ^§te:. „Du, sei froh, daß bu nicht Soldat geworden bist! Eine ewige Schinderei und kein Ende. Mein Ritt- meister ist der dicke Grelling. Er zwiebelt mich, er trietzt mich, Schindlnder spielt der Kerl mit mir: ich bin sein Prügelpriuz; ich habe die Quälerei bis zum Halse heran, ich mach' doch, emmal kurzeil Prozeß. Grüße Artern, grüße die Madame, grüße alles. Guck dir unsere neue Fabrik mal an. Ich bui Töppermeister geworden, Lilian hat niich avan- cleren lasseii, sw zeichnet selbst die Ornamente für Töppe und Tiegel, o sie ist eine gebildete Hausfrau. Sie ist nicht nur Ichon, sondern auch weise, sie regiert, sie hat die Zügel M l ^ Hand: was von mir übrig geblieben, ist nichts als ein Stückchen Wachs. ..." . Es wurde noch ein weniges hin und her gesprochen. Velten beobachtete dabei scharf. Bolko war sichtlich nervös und verärgert; vielleicht war nur der Rittmeister v. Grelling daran schuld, vielleicht lag die Ursache tiefer. Irgend etwas schwer zu beurteilen, wie die junge ch- "ch'>.^"lko küßte seine Frau viel, er zog ihre Hand an seine Lippen, er zwinkerte ihr zärtlich zu. Sie war imnier gleich liebenswürdig und herzlich, aber sie,var sichtlich es klang zuweilen etwas Erzieherisches ansthlug "erliches aus dem Don, den sie Bolko gegenüber w Lullt begleitete die beiden auf den Korridor. An der Entrcetur stand schm: wieder der schattenhafte Haushost Nieifter und hatte die Klinke in der Hand. Jetzt erkannt«, tialt nmr Mister Lennox, aber der Backenbart sthlte, dav Gencht war grauer genwrden, der brutale Zug um den Mund war ersterbender Demut gewichen. Mister ^rechtem WUike^ ^ unb verneigte sich vor Jost ,-Dvppla," meinte Velten, sich in das Polster der Droschke Äf was sagst du, Jost? Hast du bemerkt: die Fucstiii swht guten Hoffnungen entgegen, der Fink hat wieder der alte Staimn will neue Blüten treiben. Die Aus- Nchtcn, daß du doch noch einmal Regierender werden könntest siiid trilbe geivorden. Soll ich mir Vorwürfe machen? lommtn, Fritz, sie sind auch nicht nötig. Ich pu sprichst nur im Sche^. Ich habe freiwillig verzichtet und gern. Es schinerzt nicht, Paetus. Es schmerzt um so weniger, als ich auch Lilian mit andern Augen zu betrachten beginne. Ich finde, sie macht einen recht ver- stäiidigen Eindruck." „Das ist lvundervoll philologisch ausgedrückt. Aber es stimmt. Stimmt auch zu der Aeußerung Bolkos: sie regiert, sie hat die Zügel. Jost, ich glaube, ich täilsche nlich nicht: die Dame aus Amenka führt ein strenges Pantöfselchen. llnd ich glaube auch, es schadet dem fürstlichen Bruder nichts." Jost lachte. „Nee - im Gegenteil, das ist ihiii außer- ordentlich zuträglich. Er mag es sich e..tze.gedacht haben; vielleicht hat er sich in ihr getäuscht wie du und ich. Aber das steht fest: für Bolko ist eine straff führende eheliche Hand nur gesund. Bin neugierig, wie die Mie über die Frau Schwägerin urteilen wird. . . ." In dem großen und schönen Gebäude des Elisabethstifts herrschte bereits weihnachtliche Aufregung. Der Unterricht war gestern mit einer Feier im Beisein der Prinzessin Irene geschlossen worden; heute wurde gepackt und zur Ferienreise gerüstet, die Backfische schwirrten wie ein aufgestörter Taubenflug uniher, besänftigend schritten die Erzieherinnen von Znnmer zu Zimmer, verabschiedeten sich und gaben gute Lehren. Vorsorgliche Eltern hatten Kuriere abgeschickt, ihre Töchterchen zu holen, in der Vorhalle warteten ein paar galo- nierte Diener, ein baumlanger Jäger ging mit einen: Damenpelz über den: Arm auf uu-d nieder. Der Portier wollte die beiden Herren anfänglich gar nicht in das vestalische Heiligtum lassen. Aber Jost erklärte, er habe Auftrag, die Prinzessin Gotternegg abzuholen, er sei ihr Bruder, mrd Velten ließ einen Taler in die Hand des Mannes gleiten. Da wurde er sehr zuvorkommend, führte die beiden durch lange Gänge und blieb vor einer Tür stehen, auf der ein Pappschild befestigt war mit der gedruckten Aufschrift: Zim mer N r. 16. Annemarie Prinzessin von Gotternegg. Ernestine Prinzessin von Berleberg. Hede Gräfin Berknhn. Mathilde Freiien von Tempel. Dev Portier wies auf diese Türe und entfernte sich sodann schleunig!. Der Lärnr hirrter der Tür mochte ihn: genierlich sein; es war ein gewaltiges Toben. „Ich sage," meinte Velten lächelnd', „ist das ein Damenpensionnt? Es ist eine Volksversammlung. . „Still," entgegnete Jost, „es ist keine Volksversamm- lung, es scheint ein Kommers zu sein. Hör nur . . ." Man horchte. Drinnen ries eine helle Mädchenstimme: „Silentium! Ich kommandiere: ad exercitium salamandris, eins — zwei — drei. . ." Die beiden Freunde vor der Tür schauten sich erstaunt au. „I je," sagte Velten, „da trau' ich mich gar nicht hinein. D:e brummen uns einen Bierjnngen ans. . ." „Merkwürdige Mädchenerziehung," meinte Jost. Dann krümmte er den Finger und klopfte herzhaft an. Nun ertönte drninen ein gedämpfter vielstimmiger Aufschrei, daun Gläserklirreu, dam: wurde es still; eii: Schlüssel drehte sich, und tue Tür wurde geöffnet. Sechs junge Mädchei: neigten sich zu einem ehrfurchtsvollen Knicks, und daun schrie wieder dle Stimme Annemaries: „Hurra, es ist mein Bruder, es :st Velten! Kommilitoniunen, es ist kein Tyrannenknecht, es :st Verwandtschaft und Frem:dschast, begrüßen wir die An- kommenden, wie es sich gebührt. . Zwölf kleine Stiefel- Z sohlen begannen den Boden zn scharren, dann stürzte Aunemane ait den Hals des Bruders und umarn:te auch Velten. 7 .. „Jost, verzech —. es war nämlich. . . wir dachten, es wäre d:e Hüningen, die hätte wieder tückisch kehrt gemachtste war ichon hier und hat sich verabschiedet, aber es tra:^ ihr kenrer." Pelten ' ie - lt ben Damen nicht recht," sagte „Annemarie, stelle uns vor," ermahnte die Prinzessin Berleberg. Dies geschah; außer den Zimmerbewohnern waren noch d:e Komteß Tini Erdinann und ein Fräulein von Wa Ar öden aiuvesend. „Frei:e mich außerordentlich, Ihre Bekanntschaft machen zu dürfen, meine Damen," sagte Jost „und bedaure, Ihnen meine kleine Schwester gerade :n ^^bM Augenblick entführen zu müssen, der hervorraae:ck Östlich gewesen.zu sein scheint . . ." Mgemeines Erröten, leises Kichern, schämige Bewegungen: hierauf trat Fräulein vou Tempel mannhost vor. (Fortsetzung folgt.) Hauptmari,l Lerbas. Skizze aus dem polnischen Ausstand 1863 von Marga-Jehanne Gräfin Wielopolska. (Nachdnick verboten.) In den SümpsM von Malüwwka wütete das Granu: des lüngsten Gerichts. In der Ferne stöhnte der Wald das Abschieds- led der Sterbend:'::. Heiliger Gott, heiliger, starker Gott. . . Kartätschen zerrissen heUlend die Lust. Kanonenkugeln fegten wie ein toll gewordener Besen die letzten rostfarbenen Blätterreste von den Bäumen. Bon Zeit zu Zeit schob eine feurige Rakete durch die Luft, kreischendes Wiehern der Pferde und das unmenschliche Getöse gebrochener Reihen war die Antwort. In dem wilden Schlachtengebrüll starben still, ohne Stöhnen, ohne Jammern, die Meuschen lautlos, nur die Erde wimmerte, — galt es den Seelen der Hinsterbend«:? Oder ihrer ungestillten Sehnsucht? Oder war es nur das donnernde Spiel der Geschütze, das sie so tvimmcrn machte? Au den Sümpfen stand schweigend der Trost, eine znsammengeballte, verzweifelte Masse. Sie wnstten nicht, was sie tun sollten. Die Pferde rissen und Irrten an den Zügeln, bäumten sich! und versanken mit den Hinterhufen in dem schlüpfrigen Moorgrund. Tie Soldaten hielten die Pferde kranrpshaft an der Kandare und starrten stnmin aus den schwarze:: Wald: der Wald aber dröhnte und donnerte. Jeden Augenblick konnte aus diesen: Wald das bleiche Gespenst zu ilsnen kommen: der Tod. Wie die großen, altersgeschwärzten Blätter eines alten Folianten hatte sich der W!ald nach beiden Seiten gelegt, sie aber lasen mit tödlicher Anstrengung, gierig, was in dicsein schwarzen Schicksalsbnche dort vor ihn«: für sie geschrieben: stand. Ter Kampf neigte sich osfenl>ac seinem Ende zu. Das Schntzen- seuer streute die Perlen seines tragischen Lachens imMier seltener, nur das Echo gab dem kläglichen, vereiuzelten Knallen noch eine gewisse Bedeutung. Bei den FoUragewagen. stand Hauptmann Lerbas. Sein Gesicht war dunkel, wie jener Wald, der dort unter den Schlägen der Geschütze starb, nur die weist«: Haare legten sich wie ein polierter Rahmen um ein byzantinisches Heiligenantlitz. „Still gestanden!" — wiederholte er hart von Zeit zu Zeit iuud bohrte sich mit den Beinen und den: Karabiner immer fester iu den Moorgrutü>. Ter unheimliche Llbgrnnd dieses Sumpfes lrg hinter ihm, vor ihn: war«: tausende -von Feinden und zwölf Verderb«:speiendc Geschützschlünd c. Seine Kameraden starben. Jeder Kanonenschust hallte von den w'vostedeckten Rinden der Buchen und Birken wider und traf das Herz des jüdischen Offiziers !vie ein Kenlenhieb. Jeder Schuf; fräst Und fräst an seinen: treuen Soldalenherzen, doch er hatte de:: Befehl, hier stehen zu bleiben, er durfte sich nicht vom Flecke rühr«:, >also stand er. Plötzlich sah er Groineykos Ulanen auf sich zusammen. Sie brachten den Befehl des Obersten, Lerbas sollte sich mit dein Trost ans jenseitige Ufer des Sumpfes zu rückzieh«:, sonst wären Munition, Kriegskasse und Proviant verloren. Und Angst packte die Herzen manch,er Soldaten: noch niemaich hatte diesen Sumpf durchquert. Tort vor ihnen, im Schlunde des heulenden Waldes, war der Tod, doch hinter ih::«r, in dem schlüpfrig«: Sun:Pf, lauerte mehr als der Tod — dort lauerte das Grauen. Hauptmann Lerbas machte ans der Stelle Kehrt und ries mit dumpfer Stimme sein Kommando: „Kehrt, marsch durch den Snurpf!" Tie Pferde wurden ausgespannt, dafür spai:nte er sich selbst Und seine Mannschaft vor die Wagen; sie fing«: an zu ziehen. . „Ta soll das Donnerwetter dreinschlagen! Herr Hauptmann, wir können nicht weiter!" „Lieber dort im Walde verrecken, als in diesem Treck ersaufen." Und der Schlamm gurgelte und spritzte, leckte gierig mit seinem igrünlnhen Schaum Füße und Räder: die Mannschaft aber sing an zu murren über das wahnsinnige Unterfangen. Tie Wagen gerieten in Unordnung, kracht«:, neigten sich bald links, bald ^chts, in ihrem Rücken aber spielten die Geschütze ihr schauriges Orgelkonzert in allen Tonarten. „Wer den Wagen l:>slästt, den schieße ich nieder!" — brüllte Pierb'Ct3 heiser. — „Los, Jungen!" Bon Euch hängt die Entscheidung dev Kampfes ab, wir haben: die Munition, die Kasse, d«: Proviant. . ." Kaum hatte er eg gesagt, als einige der Leute die Deichsel lvsliesten und ftcE), M dem heulenden Walde zuwandtei: - „Stehen bleiben, Ihr Feiglinge!" — schrie Lerbas. Die Soldaten aber rannten keuchend weiter, mit den sie un:klamu:eri:- mi Mallen des Moores ring«:d. Ter jüdische Offizier erbleichte, und gleichzeitig huschte eine Wamme ilber seine roten Win:^«:. Er hob die dürre Hand, der Sckmst dröhnte, und der erste Ausreißer wälzte sich in feinem 1 ■«* andern kamen entsetzt zurück, spannten sich wieder an die agen, und lvieder ging es keruhend und röchelnd, immer näher. immer näher den: gegen übe rlieg«chen Jtfer, dem festen Grund, der Rettin:g entgegen. Als sie den grünen RasenstreiseN schon beinahe erreicht hatten, versperrte ihn«: ein Reiter den Weg. „Mit lvelchem Recht hast Du Meine Soldaten uiederqc- schossen?" — rief dumpf eine Stimme in die Dämmerung hinein, — er war Rittmeister Gromeyko. Lerl>as liest den Wagen los und sprach erregt, mit scineml Karabnier he rum suchet nd: „Mit dem Nicht, daß ich Befehl hatte, vorwärts zu gehen, urchr-davonzulaufen, jed«:, der es tut, muß ich niederschiesten." fy c a S* lmir ^ e ks für einen Llugenblick still, nur das Lied Nost dahm, klagend und gewaltig, und in dieses Lied hinein lvie m «neu Blumenkelch, fiel ein Schuß, und der hallte lauter, als alle die andere::, die seit zwölf Stund«: die Luft zerrissen Tw Pistole in Gromehkvä Hand rauchte, Lerbas aber wankte, als zöge ihn das Moor in seine schoarze Tiefen hinab. Mit furchtbar trauriger Frage sah er Gromeyko in die Augen, — dann sank er zusammen. ,,Sie haben mich nicht verstanden, Herr Rittmeister! Schade es :st vorbei! . . Und langsam glitt er auf das schlammige Lager hinunter. uimiurcreu :i: oer tperne otc ^veuyiltze, doch mehr wie ein Signal. Ter GZang war verstummt. Jetzt lvar nicht die Zeit, zu smgen oder zu beten. Ter Wald ächzte und bebte und krümmte s:ch unter den Schlägen: die verscheuchten Vögel schwebt«: hock: über der Erde dahrn — ungezügelter Siegesjubel brauste zum Himmel empor. * r. "i " ^l>e oen Lerbas nwoergeschossen —" sagte eine Stunde spater Gromeyko salutierend zi: seinen: Obersten. „Sind sie denn wahnsinnig? Warum?" Gromeyko faßte sich an den Kopf. „Ich habe ihn nicht verstanden! Nichts habe ich verstand«, Ich dachte an den Verräter Abraham und sah in ihm, )veil ev atlch Jude war, im Augenblick der Erregung gleichfalls einen Verräter. Ich meinte, Lerbas drohe mit seinem Karabiner, er aber schwor doch nUr bei seiner Büchse, dies«:: seinem einzig«: Lottatentalisman, er würde jeden niederschiesten, der Polens Sache verließe. . . In meiner Erregung betäubt, rvie ich lvar, hatte ich :hn nicht verstanden. — Lassen Sic mich erschießen, Herr Oberst." ^er Oberst mußte sich ans seinen Säbel stützen, denn kampfes- ninde, w:e er war, konnte er kaum noch auf seinen Bcilien steh«:, und er sprach dniwpf, als spreche er zu sich selbst, zu den zer-, stampften Feldern und zu dem Walde, der nach den: Siege lvie tu Leichen starre dalag. „Sollte ich alle jene erschießen lass«:, die in Polen die helfende Bruderhand zurückgewieseu l>ab«:, — sollte ich alle die nieder- M.ßen la„en, deren Herzen voll Mißtrau«: ivaren, die böser Absicht i«:e geziehen, die fremden Stanunes zwar, doch uiiserer Sache treu ergeben gewesen, — lieber Rittmeister, dann lvürden tneme Kugeln wohl kaum reichen." verruisehtes. * D i e G e s a in t l e i st u n g der B e v ö l k e r u n g d e r Erde, bzw. der hauptsächlichen Kulti:rländer in mechanischen Arbeitseinheit«: vUszudrncken — diesen interessanten Versuch mackst Professor Dr. H. Boruttau ir: seinem soeben erschienen Buche: Tie Arbeltsleistnngen des Menschen. Einführung in die Arbeitsphysiologie. (Verlag B. G. Teubner, Leipzig und Berlin). „Natürlich ist dies nur schätzungsweise möglich, da es nicht nur, lvie mir schon Am«:, an der Möglichkeit genauer Berechluing der mechanischen Leistung in den einzelnen Bernsen, sondern auch an den nötigen statistischen Grundlagen in weitgehendem Maße fehlt. Zieheli wir Unter Berücksichtigung der Tatsache, daß es dem weiblichen Ge schlechte, sei es in der Hai:sarbeit oder ans dem Felde, sei es in Berufen, vielfach nicht an beträchtlicher Teilnahme an körperlicher Arbeitsleistung gebricht, ja daß auch Kinder und Greise nach Masterer Kiäftc nicht untätig sind, von der Gesamtbevölkernng des Deutschen Reiches die Hälfte in Betracht und rechne,: für jed«: einzeln«: (etwas Jfcacfc gegriffen) den Arbeitstag gleich einer Leistung von 100000 mkg-, so ergibt das bei einer Einwohnerzahl von 6o Millionen chic tägliche Arbeitsleistung von 3 Billionen 250 000 Millionen mkg. Etwa 300mal so hoch wäre in Anbetracht jer Feiertage die Arbeitsleistung in: Jahre einzuschätzen. Ent sprechende Werte würden aus den Einwohnerzahlen der anderen in Betracht kommenden Länder erhallen. Nehmen wir für die 1700 WckUonen betrag«:de Gesamtbevülkerung wieder Beteiligung der Hälfte an der Arbeit und aiigesichts der abweichenden Kulturzu- stände großer Teile Asiens, Afrikas und Südamerikas den 'Arbeitstag nur zu 50 000 mkg, so erhielt«: wir 42,5 Billion«: mkg als menschliche Tagesleistung für die gai:ze Erde. Um damit die Leistungen der Zugtiere und Kraftmaschinen zu vergleichen, wollen wir davon ansgehen, dast im Jahre 1887 die Anzahl der Pferde auf der ganzen Erde zu «um 62 Million«: geschätzt wurde und wollen angesichts der Zunnayme der Kraft- inaschrnen und Kraftfahrzeuge aller Art annehm«!/ daß sich dies« 244 b'ü-K’m jtt"!'falls lischt vermehrt l^bc. Wir wollen ferner ::* r.ruitiKi'. L istungsfäl^gkeit des lcbeni-cn Pferds nur zu ei'.-rii! Trilt-.'l . Mas! inonpscrd" ansetzen. also zu 25 mkg in der Sclunde. so cr^äb? ; a- auf di? Stunde 90000 mkg. dtehnum mir f'r r an. j\y, leci'-’ '4 im Durch-chnitt nur 4 Stunden täglich! V rb. bi»nn. u närvn da- itiOOOO mkg, also für sämtliche Pferde b.' ^ rd? -2 Bill:, neu 320 000 Millionen mkg tägliche Leistung, ; e Arbeitsleistung der R.'cuschheit und der ihr gehorchenden lebenden Wesen. Run wurde aber bereits im Jahre 1888 die gesamte Dampf- ?rast d-er Erde zu rund 50 Millionen Pferdestärken geschätzt, genauer, mach Mul hall . 50150 000 PS davon feststehend. 10050 000 „ „ Lok.m t ven . 31980000 „ „ , Sdchffsmas?! inen ...... 8120000 Da die Pferdesiärke 75 mkg auf die Sekunde entspricht, )o bedeut t >'i. eine Leistung 75x3600 — 270000 mkg in der Stunde, ob ge 50 Millionen ?8 an T-ampfkrast leisten also, in einer Stunde 13,5 Billionen rakg, und wir würden bereits zu einer der oben für oie menschliche Erdbevölkcrung und die ihnen gehorchenden Tiere geschätzten gleichen Gesamtleistung (etwa 80 Billionen mkg) gelangen, wenn wir annehmen, daß jene Danrpfkräste täglich 6 Stunden durchschnittlich im Gange sind, und vor allem, daß sie sich in den letzten 27 Jahren nicht vermehrt haben." *^D er Wandertrieb der Fische. Eine ganze Reihe von stischarten haben zur Laichzeit bekanntlich die Gewohnheit, den eigentlichen Aufenthalt zu verlassen und aus dem Meer in das Eüßwasser zu wandern, um dort zu laichen Beim Aal liegt das Verhältnis der beiden Siedlungsperioden dagegen umgekehrt; für lim in das Meer der gesuchte Laichplatz. Es war bisher sehr unklar, welche Empfindungen beim Fisch für das Zustandekommen solcher Wanderungen maßgebend sein mögen. Wie die Naturwissenschaftliche Wochenschrift mitteilt, ist es einem französischen Forscher, L. Roule, neuerdings gelungen, für die Ursachen, die den Wanderungen des Lachses und der Meeräschen zugrunde liegen, einen Anhaltspunkt zu finden. Schon vor 2 Jahren machte er an der Bretagne die Beobachtung, daß der Lachs nicht in jede Süß- wasserverbindung mit dem Meer eindringt, sondern daß der verschiedene Sailerstoffreichtum des Wassers in dieser Hinsicht einen gau; deutlichen Einfluß übt. Neuere Untersuchungen Nonlös bei den Laichzügen der Meeräschen, die sich zur gegebenen Zeit ans den stehenden Gewässern an der Mittelmecrküste in das offene Meer begeben, also den umgekehrten Weg einschlagen, zeigten ebenfalls einen Zusammenhang mit dem Reichtum an gelöster Luit im Waffer. Das Wasser der Meeresküste war dabei bei sonst möglichst gleichen Umständen, wie Tiefe, Witterung, Temperatur, lufterfüllter als die stagnierenden Teiche, das offene Meer übertraf darin aber wiederum das Küstenwaffer. Diese Tatsache, daß die Lachse und Meeräschen trotz umgekehrter Wanderrichtung gleichmäßig das lnst- reichere Wasser anssuchen, scheint nun ihre Erklärung darin zu fiudeu. daß der erhöhte Atemdranq der Fische zur Laichzeit eine' iutenrivere Aufnahme an Sauerstoff notwendig macht. Dieses Bedürfnis löst nun beim Fi^ch den Wandertrieb ans, der nur an solchen Stellen eine Befriedigung erhält, an dem auch die Sauer- stoffverhältnisse günstigere sind. Vüchertisch. — Major E. Moraht: .Tage des Kriegest Militärische und volitische Betrachtungen, 1914—1916. Band I. Mit zwei großen farbigen Karten vom östlichen und westlichen Kriegsschauplatz und 42 Kartenskizzen im Tert. (Hutten-Verlag, Berlin SW 11). Preis: Geheftet Mk. 5,—, gebunden Mk. 6,—. - Die Frauenbewegung in ihren modernen Problemen von Helene Lange. Zweite umgearbeitete Auflage. (Wwenschaft und Bildung, Vd. 27.) 156 Seiten. In Leinenband Mk. 1,25. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — Fritz Skowronnek: Das M a f ur e n b nch. Verlag von Otto Janke, Berlin 81V. 11. — Das deutsche Volk hat durch seine freiwilligen Spenden bewiesen, wie warm es an dem Schicksal Masurens Anteil nimmt; Fritz Skowronnek hat all dies Denken. Empfinden, Wünschen und Hoffen, alles Wissenswerte und Interessante in einem Buche niedergelegt, das sehr lesenswert ist. - Tie wirtschaftlichen Fragen derZeit. Von Oelonomierat vr. Ml. h. c. Hösch, Mitglied des Hauses der A5- geordueten. Verlag von Reimar Hobbing, Berlin. 160 Seiten. Preis kart. 1,20, geb. Mk. 1,60. — Sonnenblume und Mohn, zwei wertvolle Futter-, Lel- und Honigpflanzen. Anban, Pflege und Nutzung. Eine Handreichung in Kriegszeitcn. Von Val. Wüst, Königlicher Ockonomie- rat. Zweite, wesentlich vermehrte Auflage. Preis 50 Pfennig, gebunden 90 Psg. Verlagsbuchhandlung Alfred Michaelis, Leipzig. — D i e Run st. Monatshefts für freie und angewandte Kunst. (München, F. Bruckmann A.-G.) Von einer ganz neuen Seile lernen wir durch zwei Aufsätze in dem soeben erschienenen Matheft der »Kunst" zwei Künstler kennen. Thomas Tbeodor Heine, der den meisten wohl nur als einer der Hauptmitarbeiter des Simpli- smimuS, also alS Graphiker bekannt ist, findet hier in einem reich illustrierten Aufsatz eine Würdigung als Maler. Eine ebenso große Ueberraschnng bedeutet für uns der zweite Aufsatz .OSkar GrasS Kriegsradiernngen 1914/15". Bilder von dieser Wucht, verbunden mit solcher Echtheit und Eindringlichkeit in der Wiedergabe deS auch inneuid) Erlebten und Geschauten hat nnS bisher noch kein Kriegsgraphiker gegeben. Wir gewinnen den Eindruck, daß von allem, was bisher der Krieg auf künstlerischem Gebiet hervorgebracht hat, die Grasschcn Radierungen unbedingt mit an erster stelle genannt werden müssen. Illustrierte Aufsätze über den Berliner Dtaler Theo von Brockhusen und den vor mehreren Jahren verstorbenen Münchner Philipp Helmer, sowie ein ebeusallS illustrierter Bericht über das neue Winterthurer Museum schließen sich an. Höchst imeressant ist, was der Aufsatz Wilhelm von Bodes über die Kunstsammler in den Vereinigten Staaten sagt. — Der der angewandten Kunst gewidmete Teil des Heftes enthält einen sehr reich illustrierten Aussatz über die Bauten deS Berliner Architekten Walther Epstem, über Josef Gangls Kriegsmedäillen, sowie über Blumengärten mit sogenannten perennierenden Dauerpflanzen. — Gustav Falke: Vaterland heilig Land. Herausgegeben vom Reichsverband zur Unterstützung deutscher Veteranen. Kriegslieder zum Teil mit Vertonungen von Leo Kahler und A» Jessen. Buchschmuck und drei Linoleninschnitte von P. Hartniann. Geb. Mk. 1,20. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. 1915. — »Deutsches Wese n." — Den Begriff deutschen Wesens suchen eine Reihe von Abhandlungen des soeben erschienenen April- hesteS der von Wilhelm Kiefer herauSgegebenen Monatsschrift für das deutsche Kunst- und Geistesleben »Bühne und Welt" klar- znstellen. Wie im Märzhefte, wo es mehr die Umschreibung der germanischen Raffe und ihrer geistigen Wertung galt, haben sich auch in diesem Hefte eine Reihe berufener Schriftsteller, unter ihnen Friedrich Lienhard, Richard Schankal, Paul Schulze-Berghof, Dr. Georg Göhler, Fritz Droop, Tr. Walter Eolsmann und Dr. Otto Kieicr znsammengesnnden — Die vom Herausgeber der »Bühne und Welt" gepflogene Art, eine bestimmte Frage in den Mittelpunkt eines Heftes zu stellen und sie so von den verschiedensten Männern beleuchten zu lassen, hat nicht nur etwas äußerst yn- ziehendes an sich, sondern wirkl vor allen Dingen erzieherisch ans die Gründlichkeitsgesühle der Leser und ihre Sammlung für einen Gegenstand. - Das Maihest^der Zeitschrift lvird eine bedeutungsvolle Neuerung in Form der im Aufträge der »Fichte-Gesellschaft von 1914" von Wilhelm Kiefer herausgegebenen »Deutschen Bücherbriefe* enthalten. Hier soll znm erstenmal der Versuch unternommen werden, eine von volklichen wie ästhetischen Gesichtspunkten gleichermaßen bestimmte Sichtting der neuen Bucherscheinungen anzubahnen. Die „Deutschen Bücherbriese" erscheinen als Beilage zur „Bühne und Welt", können aber auch besonders bezogen werden durch die Geschäslsstelle der »Fichte-Gesellschaft von 1914", Hamburg, Holstenwntt 3/5. — „Bühne und Welt" kostet halbjährlich Mk. 3,50. Sie ist durch jede Buchhandlung, die Post und den Verlag von „Bühne und Welt", Hamburg 36, zu beziehen. — Die Hygiene des männlichen Geschlechtslebens. Von Professor Dr. C. P o s n e r. Z,veite verbesserte Auflage. 135 Seiten mit Abbildungen. (Wissenschaft und Bildung, Bd. 97.) In Leiuenband Mk. 12,5. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. 1916. _ Rätsel. Willst du bekräftigen, stimmst du zu, So nickst mit beredter Geberde du Und rufst bei deines Hauptes Neigllng Ein kurzes Wort voll Ueberzengung. Und setzest du daran ein t, Entsprießt's dem Maler-Atelier; Es zeigt »Natur" lebendig frisch, Drum iuirft’8 oft wenig „künstlerisch." Auflösung in nächster Nummer. Auflösung der Skat-Aufgabe in voriger Nummer: Abkürzungen: tr — Treff, p --- Pique, c — Eoeur, corCarrean trB = Treff-Bube. pA = Pique-Aß, cD = Coeur-Dame usw. Das Spiel gehl verloren. Im Skat liegen tr7 und pZ; Vorhand erhielt: pA, pK, pD, p 9, p 8, p7, rZ. rll, r9, r8, Hinterhand die übrigen. Gang des Spieles: V. pA M. trD H. trA — — 2b H. cD V. c8 M. cA Die nächsten Stiche macht gleichfalls der Spieler; schließlich muß er doch mit Earrean kommen: Dt. carD H. carK V. eZ — — 17 H. carA V. pK Dt. carZ = — 26 Die Gegner haben somit 67 Augen erhalten. Kchriltlcitung: Aua- Goetz. - Rotationsdruck >md Vertan der Bruül'!-1>e„ Untversitäts-Buch- und Steil,druckerei, R. Lanae, Gteben.