Die arme Prinzessin. Roman von Fedor von Zobeltitz. (Nachdruck verboten.^ (Fortsetzung.) . „Gelernt wird feste. Die Hauptsache freilich ist die „häusliche Erziehung". Wir kochen, backen, stricken, sticken und flicken, daß uns die Finger weh tun; dabei fingen wir Choräle. Gebetet wird etwas zu viel. Sicher, man kann nicht gdnug beten, aber der liebe Gott wird unnötigen Zwang auch nicht gern haben. Heucheln ist noch häßlicher. MiO, ich will ganz ehrlich sein: ich glaube, dieses Herrnhuterische Ev- ziehungswesen hat seine vortrefflichen Seiten; aber ob es sich grade für mich eignet, ist zweifelhaft. Verdrehtes ße&ett: Du würdest mit Deiner blonden Seele viel besser hierher passen, und vielleicht hätte ich mich in eurem.Stift sehr glücklich gefühlt. Aber so geht es, das Verguere ist gewöhnlich Trumpf. „I must zu Ende kommen. Nur vier Uhr ist „Haar- inachen". Da sitzen wir hintereinander wie die GreNüdierq zur Zopfzeit, und jede nimmt sich den Schopf ihrer Vordev- maid vor, wäscht, kämmte bürstet und flicht. Wenn ich die Jannasch oder Gabler bekomme, rönnen sie sich gratulieren. Ein kleines Rabenaas (pfui Geher, ist das ein Wort, aber ich lasse es stehen, damit Du siehst, wie sehr verwildert ich noch innerlich bin) hat mir neulich das ganze Haar verfitzt und verwuschelt. „Ich möchte einmal wieder mit dem Grafen Ariern Polka tanzen. Was mag er wohl machen mit seinen „zärtlichen Augen"? Ich glaube, er hat cs dick hinter beit Ohren. Jeder Gedanke an ein männliches Wesen ist hier verpönt. Denke Dir, die Henriette Pusaht korrespondiert mit einem Volontär auf dem Gute ihres Vaters, natürlich heimlich, aber wir sind dahinter gekommen, wir haben auch seine Photographie entdeckt: ein grüner Junge mit angeklatschter Tolle. Das wäre etwas für mich. „Otto schreibt sehr selten, Vater mehr und höchst unglücklich. Er sehnt sich nach mir, er hat mir ein Reitpferd versprochen, wenn ich erst wieder zu Hause bin. Pastor Fresenius soll recht krank sein. Am Dreizehnten ist das Stiftungsfest der Brüdergemeinde. Da soll es hoch hergehen. Es wird etwas Rechtes sein. Was ich noch sagen wollte: wie ist denn bei. euch das Essen? Hier ganz leidlich, aber vulgär. Du schreibst ziemlich trübepimplich, dennoch beneide ich Dich. Gottlob, dast bald Ferien sind und wir uns Wiedersehen. Bei diesem Gedanken jodle ich, auch nur in Gedanken. „Herzlichen Kuß, süsttiebe Sötte. K ^ Deine ganz und immer getreue Grete." ! 1 * Während die beiden Mädchen ihre ersten Pensionsbriefe Wechselten, begannen Jost und Velten in Göttingen eifrig ihr Studium. Velten hatte eine unerwartete kleine Erbschaft gemacht, Jost erhielt eilten Zuschuß voll dem Onkel-Herzog, so daß sie zusammen über einen Monatswechsel von gegen vierhundert Mark zu verfüget: hatten. Das dünkte sie ein riesiges Geld; sie mieteten in der Nähe der altberühmten Universität ein gemeinsames Quartier und richteten sich mit ihren Bücher schützen behaglich ein. Belten war in glltckltchster Stimmung. Es war ihm, all sollte er noch einmal jung lverden, noch einmal wurde der Achtundzwanzigjäh-rtae ein lustiger Student. Seirie besten Jahre hatten Jost gehört; aus dem väterlichen Belehrer und den: lerneifrigen Knaben waren treue Freunde geworden; die gleichen Interessen und auch das gleiche Stndinm verbanden sie noch inniger. Belten war Heidelberger Vandale gewesen, und am liebsteil wate er mit seinem Prinzen nach der Neckarstadt zurückgekehrt. 9kber er hatte and) nichts gegen Göttinger:; sie trafen in einer Mondnacht ein, und das schöne alte Rathaus Meister Brunos schien ihnen von stolzer Vergangenheit erzählen &u wollen, das noch hinter gtaucit Letnenhüllen liegende Bürgerdenkmal sprach von dem poetischen Ruhme des Hainbundes. Die modische Abelsuniversthäi von ehemals war die Göttillger Allna Mater nicht mehr, und das war aut; aber auch der Niedergang unter dem westfalischen Königtum war vorüber, und für die hohe Schule, au der Albrecht vom Hallet, die Bruder GrimM, Gervinus uud Waitz gelehrt hatten, begann in der Gegenwart eine Zeit treuer Blüte. Die Wahl Josts war durch die vor kurzem erfolgte Begründung eines Lehrstuhls für Bibliothekswissenschaft beeitiflußt worden. Die Professur der netten Wissenschaft führte Professor Karl Dziatzko, zugleich als Direktor der wundervollen Universitätsbibliothek und als Vorsitzender der Kommission für die bibliothekarische Fach- Prüfung. Während Velten sein altes Studium, die klassische Philologie, wieder anfnahm, besuchte er auch die Vorlesungen Dziatzkos, jda er die Absicht hatte, sich späterhin praktisch als Bibliothekar zu betätigen. Für Jost ging das Interesse für die Bibliothekswissenschaft weniger aus praktischen Erwägungen hervor; er schloß die technische Verwaltungslehre von vornherein aus und widmete sich dafür mit um so regerem Eifer der geschichtlichen Bibliothekographie mit alten ihren Abzweigungen; dazu belegte er Germanistik und hörte auch noch mit Velten zusammen die Vorträge im Seminar für Archäologie. Das Arbeitsschema. das er sich entworfen hatte» nahm ihn anfänglich gewaltig in Anspruch; doch er dachte vorerst nur an eine allgemeine Orientierung mit dem Aus* blick auf eine spätere „intimere Ordnung" des Lehrplans. Dem Fuchskeilen war Velten als alter Student mit Vorsicht aus dem Wege gegangen. Aber der Jungbrunnen akademischen Lebens sollte Jost doch rricht verschlossen bleiben. Belten war alter Korpsbursch, ha schien ihm der Beitritt zu einem Korps auch jetzt selbstverständlich. Gerade hier in Güttingen hatte Idcks Korps leben eine höchst interessante historische Vergangenheit. Der Verruf von 1818 hatte die Korps harten Verfolgungen ausgesetzt, die Göttinger Revolution 238 — Vom Januar 1831 einen neuen Hagelschlag über die frischen Blüten und jungen Triebe gebracht. Auch noch zur Burschen- ! eit Bismarcks konnten die Göttinger Korps nur in größter .Zurückgezogenheit existieren: das Hambacher Fest und der ! frankfurter Putsch brachten unaufhörliche GusPensionen. Korps für Korps flog auf, bis in den Märztagen Achtundvierzig infolge des berüchtigten Polizeiskandals die gesamte Göttinger Studentenschaft auszog und erst wieder heinv- kehrte, als die hannoversche Regierung iljte Beschwerden als gereckt anerkannt hatte. Dann kam die abermalige Auflösung aller Korps im Winter 1863 wegen der lärmenden Streitigkeiten des S-. C. mit andern Verbindungen bei Gelegenheit des fünfzigsten Gedeuksestes der Leipziger Schlacht, und schließlich im Sommer 1867 die große „Knotenschlacht" als Folge der Plünderungsgelüste des Pöbels vor den: Einzüge der Preußen. Das innige Verwachsensein der Göttinger Korpsgeschichte mit der Geschichte der Georgia Augusta war allein schon für das historische Empfinden Veltens genügend Grund, Anschluß an ein Korps zu suchen. Jost sollte die schäumende Poesie des Studentenlebens in den Grenzen einer festgegliederten kameradschaftlichen Vereinigung kennen lernen; er sollte das Glück der Jugend an erfahren leitender Hand genießen. Er war rüstiger geworden, straffer wölbte sich seine Brust, höher trug er den Kopf im Nacken, breiter rundeten sich die Schultern. Aber noch immer sorgte sich Velten um ihn. Er entwarf einen genauen Plan, nach dem der Tag eingeteilt wurde, er blieb der Mentor und Arzt. „Budenbüffeln" war für die erste Zeit Untersagt, die sechs Hörsaalstunden erforderten genügende geistige Anstrengung. Es kam auch auf der ehemaligen „Adelsuniversität" nicht alle Tage vor, daß eine Durchlaucht immatrikuliert wurde, und so hatte denn Seine Magnifizenz, als Jost sich mit Handschlag auf die Statuten der Georgia Augusta verpflichtete, besonders schön gewählte Worte für ihn übrig. Stolz war auch das Korps auf „seinen" Prinzen. Freilich, man ließ sich den Stolz nicht merken, man tat so, ah bah, als sei man fürstlichen Verkehr von der Kinderstube her gewöhnt und schlendre, rechts eine Hoheit und links eine Durchlaucht, voll aristokratischer Wurstigkeit durch das Leben. Es gab dieser junge Prinz auch keinen Anlaß zu sonderlichem Slolz, oder gab er ihn, so konnte es nur der Stolz darauf sein, einen so prächtigen Jungen zu den Semen rechnen zu dürfen. Jost trat nichts weniger als fürstlich auf; er war die Bescheidenheit vom alten Hause her gewöhnt, wo die Sorge schon in seiner Kinderstube Wacht gehalten, wo die Armut den Glanz der Vergangenheit mit -rauen Schleiern verhängt hatte. Ihm fehlte auch wirklich jedwede Nergung zur „Repräsentation", er war in der Tat für die Studrerstube geboren, und war er nicht ganz mehr der „blasse Stillsitzer" von einst, so war dies im letzten Grunde nur Veltens Verdienst. , Velten schätzte die Korpserziehung hoch ein. Cr stand keineswegs im Banne feiidalistischer Weltanschauung, sein ungetriibt und sah klar, sah heller, als es die demokratische Presse durch die Parteibrille in ihrem alteii gegen das Korpsweseu tat. Falscher Schneid und eitles Strebertum waren ihm immer widerwärtig qe- Nusen; das fand man überall, es haftete nur am einzelnen, es wurde nicht typisch für diese uud jene Verbindung. Was Pi r! 1 iü der Korpserziehung von Wichtigkeit für Jost war neben dem Verkehrston der kräftige nationale ^ duldend war m Bezug auf Konfession und politisches Empfinden, aber streng in dem Pflichtbewußtseiu gegen Vaterland, Kaiser und Landesherr. Nun fühlte sich frer von politischer Einseitigkeit, er schwor auf keine Fraktionsschablone; aber er war ein tapferer Legitimist, er war zudem Romantiker, und die Glorie des Königtums war für ihn em heiliger Gral. In seinem Hang zur Romantik !Kg anch sein Ehrbegriff Wurzel; er konnte Vorurteile belächeln, er war nicht von kleinlicher Empfindsamkeit, aber die Ehre der Person war ihm unantastbar, da sprang seine Klinge, da wurde er zum Raufer. Er merkwürdiger Mensch; er sah im Adel noch den historischen Stand, das seßhafte Herrentum; ging die Macht falletauch der Adel fallen; so hatteer selbst ihn war eme eigene Natur; im Grunde seiner Seele voll stolzer Freiheitlichkeit, hassend das höfische ^ionzeutum und die neue Aristokratie, doch aber blind königstreu iin Sinne der alten Ritterlichkeit. Zur Wahruna schien ihm im akademischen Leben das Korps berrlfen, als eine Gemeinschaft Gleichgesinnter, eine Bundesbrüderschaft, in der einer den andern überwacht, deren Zugehörigkeit zu einer Quelle sittlicher Empfindungen wird, in der die Treue reift ittib über der Freunoschaft der Hauch poetischer Verklärung weht. Das, was Velten durch den Beitritt zilm Korps für Jost erstrebte und zu erreichen hoffte, war ein Männlicher- werden, das letzte Ab streifen innerer und äußerer Verweichlichung. Freilich erleichterte sein Einfluß ihm das Fuchsjahr nach Möglichkeit; man nahm mannigfache Rücksichten auf ihn. Der Fuchsmajor waltete milde seines Amtes, der Leibbursch war ein verständiger Gesell. Die Erziehung zum Trinken wurde nur locker gehandhabt, strenger der Fechtunterricht. Meister im Fechten war Velten; er hatte nichts vergessen, -seine Hand war fest und doch locker, er war auch ein tüchtiger Theoretiker. Er wurde der Fechtlehrer Josts. Die feinen Nerven des Prinzen zittertet! bei oer ersten Mensur; dennoch hielt er sich wacker; er sah wohl ein, oaß auch dies Kampfspiel ihn stählen würde, und wurde Herr seiner nervösen Schwäche. So verging die Zeit, und Jost erhielt das Bnrschen- band. Es war ein herrliches Nebeneinanderleben mit Velteu und ein fidel kameradschaftliches im Korps. Die Kollegien wurden nach Möglichkeit eingehalten, zuweilen andere „genascht". Josts Leibbursch war ein Mediziner, Klans Zielen hieß er; den besuchte der Prinz zuweilen in: Seziersaal, schwenkte auch dann und wann zu Velten ab, unr sich über die Oresteia oder die Sprachwurzeln des Sanskrit belehren zu lassen, schand gelegentlich ein Kolleg im historischen Seminar oder hörte die Vorlesung eines Äteraturprofessors über den Hainbund an. Das waren seine wissenschaftlichen Erbauungsstunden; weniger geistige reihten sich an. An den Kneipabenden wachte seine Laune auf, bei dem Exbummel in ein benachbartes Vierdors tobte er den übrigen vergnügt voran, er fehlte nicht bei den großen Kommersen, er war fröhlich am Stiftungsfest und bet den sommerlichen Spritzen über Land, und ber dem Begräbnis eines Professors half er das Banner tragen. Den gesellschaftlichen Verkehr hatten die Freunde, soweit es angängig war, einzuschränken versucht; aber außer den Professorenkreisen mußten auch einige Spitzen der Stadt aufgesucht werden, und es war natürlich, daß der Prinz mit seinein unvermeidlichen Schatten überall mit offenen Armen ausgenommen wurde. So hatte man denn häufiger den schwarzen Ucberrock oder den Frack hervorzusuchen, und schließlich fanden sich auch zartere Anknüpfungen, die auf dem Tennisplatz, im Ballsaal und bei den Landpartien mit Damen fortgesetzt wurden. Velten war ein zu verständiger Mentor, um seinem Schützling eine harmlose Liebelei oder einen hübschen Flirt zu mißgönnen. Immer ist das Weib ein mitsprechendev Faktor in der Erziehung zum Manne; es sollte auch bei Jost nicht fehlen. Mit inniger Freude sah Velten, !vie Jost sich gewandelt hatte, was aus denl „blassen Stillsitzer" geworden war. Das, was er gewollt hatte: fein aufgedunsener Bierstudent, kein Raufbold und renommistischev Schaumschläger, kein eitler Geck und auch kein welker Stubenhocker, sonderii ein frischer und fröhlicher Bursche, wohl eifrig und mit manchem Interesse hinter den Büchern her, aber voll glücklicher Heiterkeit, frisch auf der Mensur, weltgewandt im Salon, lachend mit ben Lachenden und auch gelegentlicher Dummheit nicht abgeneigt. Nur den Karten konnte er keineri Geschmack^ ab gewinnen; der „Bubenskat" langweilte ihn tödlich uiid beim „Bierramsch" stockte sein Intellekt. Aeußerlich hatte er sich prächtig entwickelt; er? war ein bildhübscher Biirsche geworden und wußte sich mich gut zu kleiden. Daß das Budget iiicht allzusehr überlastet: wurde, dafür sorgte Velten nach Möglichkeit; waren Schulden zu begleichen, so griff er sorglos sein Erbteil an, ohne? daß Jost eine Ahnuiig von seiner Gutherzigkeit hatte. (Fortsetzung folgt.) ^ Die Hranzosen im vogekberg. In eine große Bauerndorf sei baal all die Mannsleut im Kröia- De Weuver sei mick de Felderwet net allau fertig warn Do feiiS drrm mgelomme, daß se gefangene Franzose zur Helf bekoame men zaimestanne worn. Anes Doags kome se merklich on' —* Bau aaner Fraa, bät nor noch aan Dienstmäd Hot, Pom auch a'ner Des Dmmchr, des Scho,liche, ißem NM doll o.t bäi rote Ln gL Ä ’SL erfi o rc ^9 WM he om Äfseedesch foafi. De Fra« ^fsee, Botter, Latnxrge, Käs un Worscht uffgedrahn. Da saav oe Franzos: „Oh! madarae, vous avez trop de choses.“ (Sia — m - K en zu viel Sachen.) Ach Felle, der Helzern Stauhl iß der Kau rt bei deine dünne rote Hösercher, äwer ulff de Schiooß nehnt ^ch dich doch net, eich nrifl der c Kiffe gehole. Säi gung in de KaNnner un koam metenüe groß gewecfelte Bettkisss. De FranzoÄ Mußt gor net wos de Fraa wellt. Do nohmsen om Oarm un hoten uffgezoge un dohiteml des! Kisse uffen Stanhl lehe. Do saade zauer: „Madame vous etes trop bonne." (Sie sind zu gut.) Nää, häi sei Mer net in Bonn, Hai sei mer im Vuggelsberg. Des kannste net wisse, des werste in de Schaut net gelernt hon. Säi doahtem ornd- lich uffnedige. Usf aamol räif he: „quel bon frornase". (Wrlchj miter Käse.) Do lour äwer däi Fraa dies. Frach werste, bau windig .Französche!! Noch aamol, do kannste äwer ebbes erlewe. Säi hotem zwir Fäust gemocht un e poar Aage hiegefunkelt, daßem ganz Angst iß worn. Er räif als : „que voulez vous madame?“ (Was wollen! Sie?) No, des werd jo als schenner! Ae Wnltewu war de Madam, ä Mullogans?! — Etz fimg aach des Schotliche zau gantze on. Wann de net Atadam gesaad häst, wierste äioer gefloge. — Madam s-ääde?! —; -KS schoe Madam miteme korze gefleckte Rock, ä bloa Scherz un Stallschanh! — Eich Müßj, so lang der Franzos do iß, Mei Sonndigs-Mondur ongedohn un mei Haab ilfssetze. (Im Vogelsherg tragen gleich nach der Verheiratung die jungen Frauen Sonntags schwarze Spitzenhauben.) — Wäi de Kaffee gedrunke woar, hiotsem glei alles gewisse, wu des Fauder fir's Väih wur,- de Stall mußt gemißt wern usw. He muß aach en Bauernsoh! sei, 'dann he vestunn alles. Heint woars scho zau spät, int noch uff's Feld zau geh, säi hon fräuh ze Nacht gesse, un sei nocher ies Bett gange. De Franzos koam in e Bodckammer, däi wur metem große Virhengschluß vom Wächlter zaugeschlosse, un de annern Morrm Widder uffgeschlosse. Wäi er de aunern Morrn erobber koam, saade: „von jo^ur, Madame!" (guten Morgen). Ei joa, eich Hot e gaud Schur, mir hon vill Schoaff, aa Kammer wor ganz voll Moll. Aewer eich moßtse baal all hergegäwe ftr de Srrwote. — He gung erst euaus Un Hots Väih gefcrudert un nvcher house Kaffee gedrunke. Däi Fraa Hot scho ihr gaud Mondur on, un ihr Haab uff, däi stmmer goar schee. Do saad de Franzos: „vous avez une joli face, ma* dame“ (Sie haben ein schönes Gesicht). Säi räif äwer ganz cr- schrocke, „ei warim daa lvarim soll eich daa mein Schotliche in e Faß duh? De brauchst dich net ze ferchte, des dauhter naut meh, des waaß etz, daß de ies Karls gehirscht." Nochem Kaffee hote de Käuh iogespamit, un do sab he erscht, was des fir Staatskäuh woarn, un da saad he: „Quelles heiles vaches“. (Welche schöne« Kühe.) — Naa, bei de Wäsch brauchste net ze helfe, däi schaff eich met de Mäd altair. He betracht als lwch de Käuh un maaut hol „ll y a beaucoup de lait et de beurre“. (Es gibt viel Milch ünd Butter.) — Joa, saadse, saht uor börr, mir sahn „brrr", wann de Käuh hoole selte, äwer däi werus aach vesteh, wann de „börr" sahst. — Es gung uff de Kadoffclacker. Säi uohme Säck met, däi Wern uff de Wah gelegt, do setzte sech! de Fraa un de Mad druff. Däi Fraa eit ihrm Stoad. De Franzos grmg newe her. Uffem Acker stilnrl aach en Baam met scheene Mte Aeppel. — Däi drei hon fest geerwet, daß de Franzos saad: „Madame, vous etes tres appliqu6e“. (Sie sind sehr fleißig.) Oablicke? Säi glaabt he maant de Aeppel, un do saad se zauem: Joa, ivann de Kadoffel Haus sei, noched kannste aach de ?leppel aoblrcke. Des iß e ganz späd Surde, där hält sech bes es Widder naue gilt. De Fraa fort nor ihr Fraad gehot, daß sen so gaud vesteh doht. Bis de Mittag hotese scho vrll Säck voll, däi honse uffgeloade, un de Wieibsleut dohte sech druff setze. —.Des Esse woar schon firgericht. ES goab Melch- soppe, gebackene Eier un! Kadoffelsuloat. Bes de Soppe gekocht un de Eier gebacke woru, Hot de Franzos eweil de Käuh firgewe un de Kadoffel vabgeloade. — An de Eier Hot de Fraa kaa Salz !gedohn. To boat de Franzos: „s'il vous plait madame, du sei“. (Bitte inabume ©d*.) Säi Hot nor Widder des letzt Wort Vastaune un sahd do: Tes duht Mer äwer laad, dau best net meh vn de! Erwet gewchnt, un do hoste en Düsel kräicht. Mir saan aach Koppweh. Erch will der e Gloas Zockerwasscr gehole, des Werder Ml'.e. — Säi Hot im Hof e Schoppegläs gesellt, un vill Zocker enn gedohü. De oarUt K^rl wutzt gor net, wäieut geschahk, he wollt Saalz, un krooch Zocker. He moßts äioer gedrinke, säi läiß net noch. Wäi ersch ausgedrunke hot, wollt ses em noch emol gefille, he hot äwer des Gloas mit de zwu Hänu festgehaale. Säi necktenl tzanz freiirdlich zau un saad: „gelte, es iß scho besser?! e cr met H, Stifkstraße 27), ist zum 1- Mai wieder in zwei Ausgaben erschienen : 1 . N 0 r d w e st - D e u t s ch l a n d, Niederlande, sowie die in deutschem Betrieb stehenden Strecken von Nordfrankreich, Belgien, Rußland (Preis 60 Psg.). 2 . Südwest- Deut s ch l a n d mit beit in deutschem Betrieb stehenden Strecken von Nordsrankreith, Belgien und Rußland. (Preis 50 Pfg.> Der Kunstfreund. Zeitschrift der Vereinigung der Kunstfreunde. Adolf O. Troitsch, Bsrlin-Schöneberg. Inhalt des Märzheftes: Walther Sturm : Konrad Müller - Kurzwelly. Rnd. Hetnemann: Wie man mit Genuß durch ein Museum spaziert. Karl Leop. Mayer: Kolonnenlied. Walther Schneider: Ein Feldpostbrief. Else Grütte: Thüringer Volkskunst. Eberhard Büchner: Kriegschroniken. — Rundschau. — Kunst und Künstler. — Römische Kultur t m Bilde. Von Professor Dr. H. Lamer. Dritte, umgearbeitete Auflage. 16.-35. Tausend. (Wissenschaft und Bildung, Bd. 81.) 159 Abbildungen aus Tafeln und 64 Setten Text. In Leinenband Mk. 1.25. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. 1915. - Kriegstagebuch „U 2 0 2 * von Kapttäuleutnant Freiherr!! von Spiegel. Verlag August Scherl, G. m. b. H., Berlin. Preis 1 Mark, gebunden 3 Mark. Mag eine blühende, kühne Einbildungskraft noch so verwegene Gebilde schaffen: durch das modernste aller Seesahrzeuge ist alles Ersonnene und Erklügelte tief m den Schatten gestellt. Der Verfasser ist in seiner schlichten See- mannSart ein grober Künstler, in seiner packenden Sprache unterhält er nicht nur den Leser, nein, er unterrichtet uns auch über Leben und Treiben an Bord, Über und unter Waffer. Wir sehen die stolzen, feindlichen Schiffe todwund auf den Meeresgrund sinken, w r sehen, wie unser kleiner Delphin durch seine Geschmeidigkeit, mit der er taucht, einer g-anzen Meute von feindlichen Verfolgern entgeht, wir sehen — und unser Herz bebt dabei — wie das starke Boot unter Wasser ein feindliches Stahldrahtnetz durchbricht, wie die zähen Drähte sich um den schlanken Körper winden und wickeln, sich in den Schrauben verfangen und ivie eine ge>valtige, weithin sichtbare Schwimmtrosse aus Kork in diesem Stahlgeivirre hangen bleibt, und dem beutelechzenden Feind die Fährte des Edelwildes zeigt, und wie dieses trotz alledeni und alledem durch kühne Geschicklichkeit dem Verfolger entrinnt. - , “ neue Speisekarte. Hirtentäschelsalat, Tauben kropfgemuse, Scharbockskraut, saure Rohrkolben ..Gerichte, bi, mancher von uns bis jetzt nicht einmal dein Namen nach gekann hat, und doch sollten sie heute ans keinem Tische fehlen, denn ei sind „Notgemüse", die die Natur als wildwachsend. J * 1 a u *m. r u n d Pflanze n zu menschlichen Ernährungszwecke! bletet. Nicht achtlos soll man jetzt an den vielen Unkräuter» vorübergehen, aber auch nicht planlos herausreißen, sondern st. genau kennen lernen und prüfen auf die Möglichkeit ihre- V e r w en duna als Nahrungsmittel. Manches Kräutleii ist ja bekannt, aber mehr in feiner Verivendbarkeit als Heilpflanz, oder als Gewürz. Was für wildivachsende Pflanzen aber auch nocl zu Gemüsen, Salaten usw. gebraucht werden können, das ist nocl nickit zu allen Ohren gedrungen Jetzt wird ja täglich auf diese! „Knegsgemüse' hmgewiesen, einzelne Pflanzen werden anfgezählj, die m ihren Blättern, Früchten oder Wurzeln genießbar sind. UiO umsaffende Zusammenstellung über alle diese wildivachsenden »Not» gemüse' hat bis letzt noch nicht gefehlt. Dieser Mühe hat sich der bekannte Kränterruudige Pfarrer Dr. Losch unterzogen und über 50 wildwachsende Kräuter, Früchte und Wurzeln vereinigt unv unter dem Titel „Notgemüfe' in der Franckh'schen Sammlung „Stuttgarter Kriegsbilderbogen Nr. 7* soeben erscheinen lassen. Auf einer Tafel sind die Pflanzen in naturgetreuer, schivarzer Ab- vlldung iviedergegeben und aus 16 Seiten Text wird für jede Pflanze ihre verschiedenartige, teils nur dem Volksmund geläufige Benennung aufgeführt, ferner die Zeit der Reife und Verivendbarkeit, der Standort usiv. Wichtig ist, daß bei -feder Pflanze auch gleich gesagt wird, was von ihr genießbar ist, ob Frucht, Blatt, Blüte, Stengel oder Wurzel, und dann wird auch die Art der Zu» b e r e i t u u g in Form von kurzen Kochrezepten angegeben. Der Bilderbogen, der in jeder Buchhandlung erhältlich ist, kostet nur 25 Psg. Er sollte in großen Maßen unter der Schuljugend und auch unter den Erwachsenen Verbreitung finden, denn er erfüllt einen guten Ziveck und soll dein Allgemeinwohl dienen. — Der deutsche Wald. Von Professor M. B ü s g e n. 2 . durchgesehene Auflage. 191 Seiten mit zahlreichen Abbildungen und 3 Tafeln. (Naturwissenschaftliche Bibliothek für. Jugend und Volk.) In Leinenband Mk. 1.80. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. __ , r ~ „Die Schonhei t." Moderne illustrierte Zeitschrift mit Beiblatt „Licht, Luft, Leben". (Verlag der „Schönheit', Richard dl. Gieiocke. Dresden-A. 24.) — Viel Schönes und Lesensivertes bietet ivieder das neue Heft der bekannten Monatsschrift „Die Schönheit". Es enthält den Schlnßanfsatz des Dramaturgen und Spielleiters des Dresdener K oniglichen Schauspielhauses. Dr. V. Eckert, über das Streben nach Schönheit in der Theaterkunst mit ier prächtigen Szenenbildern. Oskar Zwlntscher wird ein Nachruf gewidmet und eines der schönsten Bilder des Künstlers - Melodie — iviedergegeben. Der Altmeister Hans Thoma schreibt über die Mellterwerkstätte für Holzschnitzerei in Triberg. Der Aufsatz ist auSgeschmückt mit Abbildungen von Arbeiten des von Joseph Fortivänaler ins Leben gerufenen Unternehmens, das rein deutsche Handwerkskunst pflegt. Zn dem Inhalt des Heftes gehören noch eine Anzahl weiterer Abbildungen und Naturaufnahmen, Gedichte von Bruno Wille, Alfred Friedmann, Earinen Sylva, Karl Weiser n. n., ein illustrierter Aufsatz über Koustankinopel, sowie eine Reihe kleinerer literarischer Arbeiten. Reichhaltig ist auch ivieder der. insbesondere ans die praklisck ^ heitspflege gerichtete Inhalt blnttes „Licht, Luit, Leben". Mit Beiblatt beträgt für das ye ^ejituoneug-, storpet* uno «vchon- des 20 Seiten starken illustrierten Bei- Der Bezugspreis der Monatsschrift Halbjahr 6 Mark. Gieszcrrer Hausfrauen-Bereitt. ^ ^ WocheN-Küchen zettet. Sonntag: Hammelbriche mit Nudeln, Hammelfleisch, Bob-, nengeMüse. Mon tag: Bohnensuppe, Steinpilze und Sernimelknödel. Dienstag: Hafer mehlsuppe, Kuchen michel *), Rhabarber--, kompot. Mittwoch: Ticke Gemüsesuppe, Karamelcreme. T 0 nner S t ag: Brennsuppe, Sauerkrai-' imd Kartoffelbrei. Freitag: Drodsuppe, Bratfische, Kartof.chsalat. Samstag: Kartoffelsnppe, Sptimt mit Et. *) Kuchen michel: Va Liter Milch, V» Liter Mehl, 4 Eier, etwas Salz, gut abrühren. Vig Schmalz in die Pfanne und eilte» gute halbe Stunde bei gleicher Hitze backen lassen. Skat-Aufaade. ES wird Vierskat gespielt. Da Mittelhand überdies kurz vorher einen „schönen Grand" verloren hat, spielt sie jetzt statt de- GrandS lieber Treff-Solo auf folgende Karten: Kann das Spiel verloren gehen, wenn eine Zehn und noch ein Trumps litt Skat liegt - - Das Coenr-Atz soll von den Gegnern nicht gestochen werden. (Auflösung in nächster Nummer.) .'£*~ * Auflösung des Silbenrätsels in voriger Nummer: S> Armemm - Xegrito - Daniel - Dübel — K9va -Lichenlaudr > And ree, Ballon. Schristlettung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlüa der Brühl'fchen UnioerfltätS-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.