Die arme Prinzessin. Noinan von Fedor von Zobeltitz. (Nachdruck verboten.*» ^Fortsetzung.) Von Zeit zu Zeit mußte er nach Dombach, Rechnung voregen und Bericht erstatten. Einmal verlangte Annemarie gebieterisch, mitgenommen zu werden; sie habe dem Onkel Rübezahl wichtiges anzuvertrauen. Velten tat ihr den Gefallen. Es war zu Anbeginn November; der Wind strich stark, dabei war Schneeluft und es hingen dicke grarve Wolken am Himmel. Als man im Parke von Dombach ein- fahren wollte, kam ihnen der Herzog entgegen, in seiner Lodenjoppe, mit einem Sitz stock und der Flinte über dem Rücken. Er wollte eine Krähe schießen, wie er sagte, und war sehr verwundert, als er Annemarie unter dein Verdeck auftauchen sah. Die sprang leichtfüßig aus dem Wagen, knickste, sprach aber kein Wort ansonst, sondern begann ohne weiteres folgenden Blödsinn in deklamatorischem Tone: „Much Sängers des ist das, vergessen und versunken, Heldenbuch kein, Lied kein meldet Namen Königs des. Sand den durchdringt Quell kein, Schatten verstreuet Baum kein —" „Halt!" brüllte der Herzog Er klappte mitten auf dem Wege seinen Sitzstuhl auf und ließ sich nieder, während Velten mit großen Augen und entschieden erschreckt auf die Prinzessin schaute. „Willst du mir fteundlichst sagen, was das für ein wahnsinniges Kauderwelsch ist, Annemarie?" Die Prinzessin knickste und suhl' fort: „Heideland ödes ein, Gärten duftiger statt, rings und Nacht über stürzen kann, geborsten schon diese auch —" „Halt!" schrie Fürst Herrfurth abermals. Er sprang auf, riß die Eisenspitze seines Stocks aus der Erde und lachte, daß es »mithin schallte. „Annemarie, komm her!" rief er. „Komm her, fall mir schleunigst um den Hals und gib mir einen Kuß. Du bist ein Prachtmädel. An dem Geborstenen habe ich es gemerkt, das ist des Gängers Fluch von rückwärts! Hallelujah, kannst du die ganze Ballade rückschrittlich von der Wurzel nach oben?" „Pracht verschwundener," deklamierte Annemarie, „von Keugt Säule hohe eine noch, zerstört sind Hallen die „Hör auf, Mädel, es ist die Möglichkeit! Annemarie, obschon es verrückt ist und du Besseres hattest tun können, als dir dies Kunststück eiuzuiiben —" „Aber, Onkel, du »vimschtest es doch!" „Sei stille — so hast du dennoch das Rad gewonnen —" „Onkel, ich danke dir tausendmal, ich rufe All Heil" » das jauchzte sie in die Luft „und um dir eine Freude fcu machen, fahre ich in meiner bremsenden Deklamation fort " „Nein," schrie der Oheim, „das sollst du nicht! Es ist gut. ich glaube dir. daß du Methode in den Wahnsinn; bringst, ich glaube dir, daß du mir den ganzen Uhland auS dem Hintertreffen meuchlings zu versetzen im stände bist, ich glaube dir alles. Aber du sollst stille sein. Das Rad hast du weg." „Schön, Onkelchen. Wird es ein Amerikaner sein für fünfhundert Em?" „Du bist wohl nicht klug?" grunzte der Herzog los. „Fünfhundert Mark für so -eine Drahtspirrne. Für hundert Mark wird wohl auch eins zu kriegen sein." „Das ist Schund," erklärte Annemarie. „Ich weiß Bescheid. Herr Belten auch. Onkel, bleibt es bei dem Amerikaner?" „Velten, kommen Sie!" rief der Herzog. „Wir lassen diese freche Prinzessin von Gottes Gnaden hier stehen, wir haben mehr zu tun." Da war Annemarie aber schon zu Seiten des Onkels und sprach mit Pathos: „Gehört hat's Himmel der, gerufen hat's Alte Der, verhaucht Luft leere in, Röcheln letztes ein wie sei —" „Ruhe!" schrie der grimmige Oheim. Annemarie schritt weiter neben ihm her: „Getaucht Nacht ewige in, vergessen sei Name dein, Ruhms blutigen Kränzen —" Jetzt nahm sie der Herzog beim Ohrläppchen. „Weil du es bist, Annemarie." sagte er. „Nur weil du es bist, Mausekatze. Weil du erne so göttliche Unverschämtheit besitzest und eigentlich Haue verdientest. Und weil ich ein alter Dummkopf bin. Velten, bestellen Sie den Amerikaner für diese kratzbürstige Maid ..." Das geschah, uud>in paar Dagje später traf das Rad aus Berlin ein, wohlverpackt, und Annemarie selbst schälte die stählerne Schöne aus ihrem Verbandzeug heraus und war glückselig. Der Winter verfloß rasch. Josts Befinden besserte sich zrrsehends. Annemarie urtb Grete besuch den bei Pastor Fresenius den Konsirmationsunterricht und waren viel bei einander. Bon Bolko aus Berlin hörte man selten etwas. Nur Otto hatte einmal an Jost geschrieben, was er neues vernommen habe. Miß Lilian Simpson war durch sachsen- meiningische Erhebung in eine Freiin von Dörnach verivau- delt worden. Mer zufällig gab es schon ein Adelsgeschlecht dieses Namens, das erhob feierlich Protest. Ta »äiegte es das Kabinett zu Sachsen-Meiningen mit der Sorge und änderte das Diplom; aus dem ch wurde ein u, aus der Baronesse Dörnach eine Freiiu von Dornau. Die Zeitungen amüsierten sich voll liberaler Spottlust über die Buchstabenänderung, in einem Possentheater wurde ein EoupletverS über den Vorfall gesmigen, der Kladderadatsch brachte ein Leitgedicht unter dem Titel „Ach oder au, wer nimmt's so genau". Jost räsonierte, Herzog Herrfurth lächelte boshaft, der Burgmüller hielt sich die Seiten, Velten zuckte nrit beit Achseln, h-4 Bald nach Weihnachten traf iiberraschende Kunde ein. Die ritterschaftliche Verwaltung von Gotternegg wurde aus- gehoben. Einigen Hypothekengläubigern war gekündigt »vor- beit.' Der bucklige Jsaaksohn rannte mit rotem Kopfe Umher, er rannte zu Hirsch in der Kreisstadt, dessen Geschäft der Pserdehandel war, und rannte zum alten Mumenfeld, sur den der Produktenmarkt keinerlei Geheimnisse hatte, und erzählte ihnen unter lebhafter Gestikulation die neueste Neuigkeit und versicherte, wahrhastig in Gott, bar kriegt der junge Fürst ausgezahlt seine acht Millionen und mehr, und wer noch hat eine Forderung an ihn, der soll sich melden, er kriegt sein Geld mit Zinsen und Zinseszins. Der bucklige Jsaaksohn galt unter seinen handelnden Glaubensgenossen im Kreise für einen aufgeregten Idealisten, der alte Blmnenseld dagegen für den weisen Salomo und hatte eine gewichtige Stimme. Er schaute mit überlegenem Lächeln auf Jsaaksohn herab, der vor Gemütsbewegung Zitterte, und sagte kaltblütig: „Schneie, was du da verzählst, as füll sein ä grauße Neiischkeit nn is käme nich, das waiß ich all lange. Ick krie' mitf* ä rundes Sümmche- von Saine Dörchleucht, daß er leben möge nach hunnert Jahr, aber ich wer' mer hüten un wer' mer melden, ich wer' wer hüten und wer' drängeln, denn hätt' ich gewallt drängeln, hätte ich all lange gedrängelt, aber ich drängle nich, nebbich. Vun selber allaine füll he mer kommen, und he werd schunst..." Aber bei aller ruhigen Abgeklärtheit wuchs doch auch in lern weisen Salomo das Interesse für die neuen Vorgänge brennend. Der Rechtsanwalt Briesemeister aus Belzig ratterte aus seinem kleinen Einspuz in die Kreuz und Qfuere und hatte eine große Mappe mit Papieren bei sich und obendrauf eine Vollmacht des Fürsten von Gotternegg; er hatte aber auch eine große Brieftasche mit Banknoten bei sich, denn es galt, einer Anzahl von Unterpächtern zu kün- oigen und die Leute abzufinden, und nebenbei wurden Schulden bezahlt. Auch Blumenfeld kam an die Reihe. Er steckte die Daumen in die Aerinellöcher seiner geblümten Sammetweste und sagte: „Gott, Herr Rechtsanwalt, wvßu sonne Eile! Mer eilt's nich; Dörchleucht sin mer immer gewest ä sainer Kunde, wo er gehabt hat nach nischt, un sagen Se: is mir eingefallen, daß ich habe gedrängelt? Ich habe nischt gedrängelt, ich habe gewußt, Dörchleucht sin fain, ich habe schon vor drei Jahren geprophezait und zu Hirsch gesagt: „Hirsch, paß uff, Dörchleucht wer'n nuch emol schwer raich. Gott erhalt' 'n nuch hunnert Fohr. . Mer in die Burgmühle fuhr der Rechtsanwalt nicht. Da traf eine direkte Sendung ein, mit einer liebenswürdigen Dankzeile Bolkos. „Lieber Nachbar und Burgmüller," schrieb er, „anbei statte ich den freundlichst geliehenen Mammon mit herzenswärmstem Merci wieder zurück, eingedenk Sirach 29, Vers 2. Schönen Gruß für Sie, Ihre werte Gesponsin und die nudliae Arete. Ihr Gotternegg..." Das Wort „Gesponsin" fand Frau Tilde unpassend, das Wort „nudlig" mißfiel der Grete. „Hätte er niedlich geschrieben," saate sie, „das wäre nett gewesen. Aber nudlig, das heißt wie eine Rudel so dick uno rund, das ist fast beleidigend. Doch als Untertanin muß man so etwas hin nehmen..." Der Burgmüller holte die Bibel vom Sims und schlug Sirach 29 auf und las den zweiten Vers: „Leihe deinem Nächsten, wenn er es bedarf; und du anderer, gib es auch wieder zur bestimm- teu Zeit." Da schmunzelte der Burgmüller; Bibelfestigkeit freute ihn immer, und saß er mit dem spartanischen Fürbringer zusammen, so flogen oft die Zitate hin und her. Ms es märzlich wurde, schlug es im Schlosse ein und ttaf Beyfuß. Es war kein richtiger Blitzschlag, aber ein Brief, der beinahe ebenso lvirkte, ein eingeschriebener Brief, und als Beyfuß ihn gelesen hatte, bald rot, bald weiß werdend, sanier erst wie zerschmettert in seinen Lehnstuhl und sprang dann wieder empor und rief nach seiner Frau: „Auguste, es geht los, es geht los! Die Dekorateure kommen, ein Baumeister, ein Innenarchitekt, ein englischer Kammerdiener, sieben Lakaien, Wagen und Pferde, auch ein Hofchef! Es geht los! . . Es ging wirklich los. Eine Invasion neuer Menschen überflutete Gotternegg. Als Spitzenreiter erschien Rechtsanwalt Briesemeister auch, bei Beyfuß mit seinem großen Portemonnaie; es handelte sich um die Unterbringung und Verpflegung aller der eintrefsenden Leute; es mußte ein förmlicher Schlachtplan entworfen werden, das Schloß öffnete wieder Türen und Fenster, die Communs wurden gelüstet, die großen Tore des Marstalls und der Wagenremiseu sprangen auf. Sie kamen zu häuf: es kamen ein Obergärtner N't drei Gehilfen, ein Mister Knought (Knautsch nannte ihn Beyfuß schlankweg), ein kleiner Mensch mit großer Nase und Faltendraperien im hageren Gesicht, der brachte Reit- und' Wagenpferde, ein paar Kutscher folgten nach, zwei Neit- kiiechte und ein zwergartiges Geschöpst mit einem halben Dutzend krummbeiniger Teckel an der Leine; es kamen der Baumeister und der Architekt und brachten ihre Arbeiter mit und Wagen voll Mobiliar und allen möglichen Stoffen; es kam ein eleganter Mann mit englischen Allüren, der sich Mister Lennox nannte, das war der erste Kammerdiener und er hatte wiederuin ein Rudel anderweitiger männlicher Bediensteten um sich; es kamen zwei Kammerzofen und eine französische Garderobenverwalterin, Madame Louison, mit ungeheuren Koffern, die kleinen Häusern glichen: es wurde mit Plötzlichkeit erstaunlich lebhaft in Gotternegg, und Frau Beyfuß rang die Hände und wußte nicht, wo sie ihren Kopf lassen sollte, während der Gemahl Gott sei dank seine alte Würde wiederfand und sein organisatorisches Talent von neuem bekunden konnte. Denn nun war er wieder der Herr Schloßintendant; Bolko hatte ihn in dieser Charge bestätigt, er sollte direkt hinter dem Hofchef rangieren, sollte sozusagen seine rechte Hand sein, und seine Frau war die Beschließerin. Es war nicht leicht, sich in dem riesigen Wirrwarr zurechtzufinden. Es war wie ein Erwachen aus einem Dornröschenschlaf, und mit eiliger Hast wurde gearbeitet. Der Baumeister ließ Maurer kommen; die Schloßfassaden wurden abgeputzt, der Sprung im Wappen über dein Portal ausgebessert, die alten Löwen mit ihren gähnenden Mäulern sortgeuommerr und durch Sandsteiubecken ersetzt, die mit blühenden Blumen gefüllt werden sollten. Durch das ganze Schloß ging von früh bis spät ein dröhnendes Klopfen und Hämmern; man riß die Gardinen uud Portieren herab, die Stoffbekleidung der Wände und Polster, Teppiche und Läufer wurden über die Treppen und Korridore gespannt, üoer das Parkett rasten die Bohner mit Bürsten an den Füßen und führten seltsame Pantomimen auf, ein ewiger Zuglvind strich durch die Räume, Fensterscheiben zerklirrten, überall lehnten Leitern, an denen geschäftige Menschen hinauf- Und hinabglitten. In: Park wurde gerodet, gegraben, abgesteckt, ige- schnitten, gepflanzt; neue Anlagen entstaitden, Rabatten und Laubengäuge; die wilde Pracht mußte zierlicher Kultur weichen, über die grünüberwucherten Wege ergoß sich eine Flut von gelbem Kiessand, die Walzen knirschten, es klangen Säge und Art. Beyfuß hatte einen schweren Stand. Es galt, die Würde zu wahren. Mister Lennox war sehr von oben herab; er befahl, er gab an, und so und so sollte es sein, er verlangte für sich selbst eine rasche Bedienung, er war anspruchsvoll und sein glattes rosiges Gesicht mit den kurzgehaltenen, im Strich ans halber Wange abrasierten Backerroarten trug immer den Ansdruck von Ueberhebung uni> Hochmut zur Schau. Er radebrechte sein Deutsch; Madame Louison rade- brechte das ihre auch. Frau Beyfuß war in Verzweiflung über das fremde Volk; das schrie, zeterte und schimpfte, am frühen Morgen begann der Spektakel. Die hübschen KaiNi- merkatzen schäkerten mit den Lakaien, man spielte Haschen und Greisen in den langen Korridoren und warf sich mit Bettstücken; bei den gemeinsamen Mahlzeiten herrschte ein betäubender Lärm; einmal feierte Mister Lennox seinen Geburtstag, da gab eO Schaumwein zum besten, und Beyfuß wußte nicht, wo der herkam. Beysuß stöhnte j,etzt viel, trotz seiner Würde. Er sollte alles wissen. Auch aus deu Ställen kamen sie zu ihm. Mister Knautsch fluchte in unverständ- licheu Lauten und verlangte die Einrichtung von zwei Paddocks; Mister Lennox wollte eine neue Livreekammer haben, Madame Louison war mit den Garderoben nicht zufrieden, der Koch forderte gebieterisch einen Rostapparat System Giesecke, der koste zwar achtzehntausend Mark, aber es lohne sich. Wo bleibt der Hoschef? stöhnte Beyfuß. (Fortsetzung folgt.) Die Rose. Von Ferdinand Künzelmann (Berlin). (Nachdruck verböten.) Das war an dem Abend, als Susanne Mwingsteede den Haupt- mcum Harstedt in einer ganz stillen Hochzeit zum Manne genommen hatte. Ter Hauptmann war blind und ein Krüppel aus dem Felde zurück aekom men, und es war mehr eine Heirat des Mitleids als der Liebs. ... Am Abend dieses stillen und sonderbaren Tages saßen wir vier, fünf junge Leute, noch ziemlich spät bei einem Glase Wein und erzählten uns allerlei Geschichten von lustigen und von ernsten Hochtzelten, die wir mitgemacht, oder 216 von denen wir gehört hatten. Damit ging eine Stund« hin. Dann kamen wir auf den Krieg, denn zwei von uns touren im Felda gewesen, waren schweigsamer wiedergekommcn als sie ausgezogen waren und hatten, als ihre hartgeschlossencn Lippe»» sich endlich öffneten, viel zu berichten und zu sagen. So war wieder fast eine Stuiroe vergangen, und es war nicht Wehr weit von Mitternacht, als Jürgen teu Brinck, der Rittmeister, ein Bettet des Hauses, plötzlich den Kopf zur Tür hereinsteckte, Um uns zu sagen, daß er noch, nicht schlafen könne. Er müsse utit Uns durchaus noch eine Zigarette rauchen. Er warf sich in einen Sessel, zog seine langen Beine wunderlich ein und machte es sich bequem. Katzenbequem', wie er es nannte. Ms er hörte, daß wir vom Ktiege sprachen, zog er ein Gesicht. -„Wenn mair ein Jahr lang draußen war, spricht man lieber vom RSctter und von den Blumen," sagte er. Plötzlich fuhr er aus und begann, ohne sich um das Gespräch der andern zu kümmern, eine Entdeckungsreise in dem weitläufigen, halbdunklen Zimmer, das Unt vielen Ecken Und Winkeln, mit schönen, alten Möbelstücken aus der Großväterzeit behaglich und traulich eingerichtet war. Eine ganze Weile hatte er sich so, stumm und ganz für sich, beschäftigt. Plötzlich sagte er, irgendwo curs der Tiefe des Zimmers t r, neben einem Glas schrank stehend: „Hier liegt, in einer chale eingesargt, eine zertretene Rose, die noch nicht alt i|t. Was bedeutet das? Rosen, die man sich aufhebt, haben immer eine Geschichte. Und nun erst gar eine zerttetene Rose. Das ist schon beinah ein Roman. Erzähl' mir die Geschichte dieser Rose, Jobst." Jobst war der Jüngste von uns, der Herr dieses Zimmers, Und ein schmächtiger, blasser, ewig kränkelnder Mensch, der zu Hause geblieben war, weil Herz und Lunge ihm so viel zu schaffen wachten. Er hatte mit glänzenden Augen dagesessen und hatte dem Leutnant zugehört, der viel von dem Uebergang über den großen Fluß und dem schweren Geschützfeuer des Feindes berichtete. „Nein," sagte er nebenher und mit einer erschrockenen Miene, ^.nein, davon wollen wir lieber nicht reden. Von der Rose da Anten, mein ich. Das ist eine Geschichte, die nur für mich Sinn hat." „Das sind Geschichten, die es nicht gibt," sagte der Rittmeister, „aber wenn du nicht willst, schön. Natürlich ist es eine Liebes- oeschiichte. . . . Was mit Rosen zusammen hängt, sind überhaupt immer Liebesgeschichten." Das Gespräch! war unterbrochen, und alle sahen mit einem kleinen Lachen, halb mitleidig, halb neugierig, zu Jobst herüber, der plötzlich! den Kopf tief sinken ließ und schwer atmete. „Nanu " sagte der Leutnant, der gerade von den großen. Mörsern gesprochen hatte, „was ist denn los?" Jobst wandte sich ein wenig nach ihm um, zuckte die Achseln' Und sagte leise: „Ihr glaubt mir meine Geschichte ja doch nicht. . . Warum also davon reden? Außerdem ist es eigentlich gar keine Geschichte, sondern höchstens, höchstens. . . ." Er brach ab, bedeckte die Augen mit der Hand Und schauderte wie fröstelnd zusammen. „Mso was ist es?" fragte der Rittmeister und sah gelangweilt auf die Ringe an seinen Händen. Jürgen ten Brinck hatte die Gewohnheit, mit seinen Gedanken die weitesten Reisen zu machen Und niemals lange bei den Gesprächen der andern zu bleiben. -,Eine Begegnung," sagte Jobst. „Begegnungen können sehr nett und hübsch sein," sagte einer jder Leutnants. „Es kommt nur daraus an, wem man begegnet." „Ties war eine Begegnung mtt denr Tode," sagte Jobst aufstehend. Dann ging er langsam mit seinen müden, gleitenden Schritten, in denen immer etwas von Unsicherheit war, tief in das Dunkel der entlegensten Ecke hinein. Ein betretenes Sck)weigen antwortete ihm, verwunderte Blicke liefen hinter ifym her. Der Rittmeister machte eine kleine Bewegung mit denr Kopse, eine sehr vieldeutige Bewegung, Und schloß für einer: Augenblick feine wcisserklaren Augen. Dann sagte er: „Ja . . . das . . . das kommt vor .... Erzähl' uns doch davon .... Wir sind ja nicht so schreckhaft .... Nicht wahr? Wir stehen uns ja alle mit dem Tode beinahe auf du und du . . . Und außerdem ist es oft wie eine Erleuchtung, wenn. man vergleichen kamr, wenn man nebeneinanderstellt, was der und teuer erlebt." Die Offiziere wunderten sich urrd fragten, seit wann Jürgen an Gespenster glaube. Der Rittmeister zückte die Achseln, lächelte verbindlich, wie es seine Gewohnheit war, und sagte: „Laßt es nur gut sein .... Gespenster sind eine sehr schätzbare Angelegenheit.... Das heißt, wenn ritam die Gabe hat, mit ihnen umzugehen." Und dann, schnell den Don ändernd, wandte er sich wieder $u Jobst hiniiber und sagte: „Also erzähl' doch. Es ist gleich Mitternacht. Mso die richtige, ordentliche und gehörige Zeit für deine Geschichte." Jobst kam Unter dem gespamtten Schweigen der andern lang' sank »weder in den Kreis der Lampe zurück und sagte: „Wenn ihr denn durchaus wollt, gut, daun kann ich ja erzählen. das war so: Ich hatte von Kindheit an einen Freund, den jungen Grasen Halgerode, mit dem ich mich besser verstand, als mit irgend einen: andern. Er hatte immer Geduld mit mir, und er gab sich immer MüW, daß er sich mir anpaßte ... Ja . . . Das wißt ihr . . . Uno ihr wißt auch, daß er hier bei uns gewesen. ist, neulich, vor drei Mbnaten, als er verwunde! war, und daß wir ihn hier, nicht ohne Mühe, gesund gepflegt haben." Das wußten wir alles. „Daß er die Zeit nicht erwarten konttte, wieder ins Feld zu kommen," fuhr Jobst fort, „begriff ich gut, denn er gehörte zu den Menschen, für die Jagd und-KUieg der natürlichste Zustand von der Welt such. Ich beneidete ihn, als er wicher hinaus konnte. Und war doch sehr traurig, ihn herzugeben. Aber er lachte immer, wenn ich von schwarzen Dingen sprach, und er meinte, ihm könnte nichts geschehen. Er hätte schon mit der schweren Wunde dem Tode seinen Tribut gezahlt und hätte nun ein Anrecht auf ein/ langes, fröhliches Leben in Sonne und ^Licht." „Das glauben wir gern," sagte der Rittnreister. „Wie man ja überhaupt gern das Helle und Hübsche glaubt und in seinen! Gedanken'dem Dunklen und Trüben aus dem Wege geht. Sofern man Kultur hat wenigstens. Und das ist es ja schließlich, worauf es ankommt." Wir anderen wurden ungeduldig, Jobst hatte nicht recht zugehört. „Tie letzte Zeit seines Hierseins lief wie ein Traum hin," fuhr er fort, „und es kam ein Morgen, an dem stand der Koffer gepackt, Und es ging wieder hinaus in die Welt und in den Krieg. Er fuhr in die Stadt, au den Schnellzug. Tie Schnellzüge halten in unferm Dorf ja nicht . . . Ich konnte mich nicftf ent* schließen, ihn zu begleiten, und ich habe meinen Abschied von ihm im Hause genommen. Aber verabredet hatten wir, daß ich aus unfern Bahnhof hier gehen sollte, wenn sein Schnellzug durchs fuhr . . . Daun wollten »vir uns nach einmal sehen, uns noch einmal im schnellen Vorüberfliegen grüßen ... Ja . . . Das tat ich denn auch . . . Urrd ein glücklicher Zufall lieh es geschehe^ daß der Schnellzug auf unserem Bahnhof ein wenig langsamer fahren mußte, als sonst. So konnte ich! ihn deutlich erkennen, »vir konnten uns ein paar Worte zurufen, und ich konnte ein paar! Schritte neben dem Wagen hergehen, der ihn fortführte. Plötzlich, als der Zug wieder ansing schneller zu fahren, riß er eine Rose von der Brust, die er sich selbst am frühen Murgen geschnitten hatte, und er warf sie mir mit einem, helken Aufleuchten seiner! Augen zu. Sie siel dicht vor meinen Füßen hin. Aber als ich mich schnell bückte, tun sie auszuheben, — da trat plötzlich eins plumper, häßlicher Stiefel dicht neben meiner Hand zur Eide nieder und zermalmte die Rose. Ich sah auf, ein Fremder mit einem schmutzigen Mantel, ein Fremder mit einem grauen, grinsenden Gesicht, ein Mensch, den ich ganz gewiß zwei Au g en blicket vorher noch nicht gesehen hatte, stand neben mir, grinste Und sah mich mit fletschenden Zähnen an. „Warum haben sie das getan?" fragte ich. Ein Lachen war die Antwort, und dann sagte eines knarrende, häßliche Stimme: „Eine Rose und ein Leben — waS liegt daran?" In diesem Augenblick sah ich, daß der Zug schon seine Biegung machte, daß er gleich hinter dem Wäldchen verschwunden sein mußte, und ich lief schnell vorwärts, an dem Fremden vorüber, um den Freund noch einmal zu grüßen. 9f&er sein Wagen hatte die Wendung schon gemacht. Ueber dem kurzen Gespräch! mit dem Manu, der seine Rose zertreten hatte, war mir der letzte Blick des Freundes verloren. . . . Ich kehrte traurig um'. Ter Bahnhof war leer, nur ein paar Bauerniveiber waren da und sprachen mit lauten Stimmen über die Waren in ihren Körben. Mir würbe plötzlich bang und schtver zumute. Mir war, als hätte jemand nach meinem Herzen gegriffen. . . . Trotzdem! dab ich mir Mühe, den Fremden zu ffnden, der mir so arg init-- gespielt hatte. Aber niemand hatte ihn gesehen, niemand konnte mir Auskunft geben. Ich spürte, daß man »»sich mit sonderbaren Blicken ansah, als ich die Frauen und die Beamten nach einetm Menschen fragte, den nur ich allein gesehen haben ivollte. . .. Ttt gab ich denn das Fragen auf. . . Mer die zertrete»»e Rose hob ich aus den» Schmutz auf und nahm sie mit mir und legte sie dort in die Schale, w'o sie jetzt noch liegt. Solange noch ein, wenig Leben in ihr war, gab ich ihr Wässer, und ich pflegte sie . . Schließlich ist sie verdorrt. . . Ein paar Tage dauerte das . . . Das geht ja'schnell im Sommer, »venu die Tage heiß sind-. . . Und nach acht Tagen kam denn auch die Nachricht, daß Halgervde gefallen war . . . Irgendwo in Flandern, in seinem ersten Gefecht. Die andern glaubten, sie dürften es mir nicht sagen, aber ich merkte an ihre»» Miene»» Und air ihrem ganzen geheimnisvollen Gebaren, was geschehen »var ... Es schl»»g mich auch nicht zu Boden, imb es hat mich auch nicht getötete ich war ja vorbereitet. Ich hatte? nichts anderes erwartet. Es mußte so kommen." Jobst »var im Sprechen und Erzählen langsam im ZimUker auf- und abgegangcn und stand nun, als er geendigt hatte, dicht neben der Tür. Er öffnete sie leise, sah uns mit einem Lächeln an und sagte: „Nicht wahr, ihr träumt »richt davon? Gute Nacht." Tann ging er, ganz leise. Sehr langsam schloß sich hinter ihm die Tür. Wir andern waren sehr still, sahen aneinander vorbei und tranken und rauchten, schweigsam, mit allerlei Gedanken. Ter Rittmeister war aufgestandcn und hatte ein Fenster geöffnet. Draußen stand eine blaue Nacht mit viele»» Sternen, mit einer schmalen Mondsichel imb dem süßen, reifen Duft, den der Herbst hat. Tann schlug d-ie alte Uhr auf dem spitzen Durme Mitter^ nacht. Sehr milde, sehr rein und weich Kögen die zwölf Schläge dahin und hoben diese Stunde fttr uns alle aus dem ewigen) .Kreislauf der Zeit hoch empor. Ter Rittmeister wandte sich um und hatte eine sonderbare, versteinerte Miene und einen fernen, seltsamen Wirk. Er lehrte langsam zu uns zurück, blieb auf halbem Wege stehen und lächelte plötzlich und sagte mit einem kleinen Seufzer und einer kleinen Bewegung seiner schöiren Hand: „Ja, das ist nun einmal so, daß 7mm eine Rose und ein Leben nicht achtet.Das ist nun einmal so, weil wir blind sind." Und dann leerte er langsam das Glas mit rotem Wem. v. Hindenbur^ vermischte». * Der Fußkuß des P a p st e s. Zu den besonderen Ehrenrechten, die der Papst sür sich in Anspruch nimmt, gehört der Fuß- kuß, ursprünglich eine orientalische, ins Abendland erst später durch die letzten römischen Kaiser eingeführte Sitte. Die Päpste verlangten ihn schon im achten Jahrhundert, und als Heinrich VI. 1191 von Cölestin III. zum Kaiser gekrönt wurde, küßten nicht nur alle seuie Barone, sondern auch er selbst und seine Gemahlin die Füße des Papstes. Seit Gregor VII. wurde der Fußkuß niemandem erlassen. Die kirchliche Vorschrift hierüber sindet sich in dem Oers- moniali Sacro, Libr. I Sect. in Cap. HI. Die betreffende Stelle lautet deutsch: »Alle Sterblichen und vor allem die gläubigen Christen, welche Stellung und welchen Rang sie auch einnehmen, sind gehalten, sobald sie den Papst erblicken, in entsprechender Entfernung dreinral das Knie zu beugen und dann zu Ehren unseres Heilandes Jestls Christtls, dessen Stellvertreter auf Erden er ist, seine Füße zu küssen." (Ehr. § 18 von D. Mayers Iraetat. äs osculo pedum Pontificis Romani.) Mehrfach hat mau diese Ehrenbezeugung als unangemessen angegriffen, und selbst Kardinal Za- barilli hat seinerzeit darüber geschrieben, man solle diese Ehr- furchtsäußerung nicht übertreiben, damit es nicht den Anschein habe, als würde der Papst ebenso geehrt wie Gott. Doch haben diese Stimmen nichts geändert, und der Fußkuß wird dem Papst allgemein zugestandeu. Ausgenommen von der Verpflichtung dazu sind nur regierende Fürste«: und Protestanten. So war auch der englische Preiniermiuister A s q u i t h bei seinem jüngsten Besuch davon befreit. * Berühmte Spinnenfreunde. Es ist eine seltsame Tatsache, daß die Spinne, die sich im allgemeinen nicht des Wohlwollens der Menschen erfreut, doch zu jeder Zeit ihre besonderen Freunde hatte, die sich an ihrem Tun und Treiben erfreuten. So wird im »Mondo animale" von der Vorliebe Jiiles Michelets für die Spiiuren erzählt. In seiner Jugend war der große Schriftsteller und Historiker Lehrling in einer Druckerei und arbeitete als solcher in einem Keller, wo er enge Freundschaft mit einer Spinne schloß. Zu einer bestimmten Stunde, wenn ein Lichtstrahl in den elenden.Arbeitsraum drang und seilten Sitz erhellte, kam die achtfüßige Nachbarin von ihrem Gewebe herab, um sich bei ihm ihren Teil Sonne 31t holen. Er empfing ihren vertrauensvollen Besuch, der ihm eine Abwechslung im langweiligen Einerlei der Arbeit war, stets mit großer Freude. Auch Henri Fabre, der „Homer der Insekten", wie Maeterlinck ihn nannte, war ein be- soliderer Spinnenfreund. Gern duldete er es, daß die Tierchen sich in seinen Bücher»: gemütlich einrichteten, bei Sonnenschein trug er sie aus das Fensterbrett und sorgte in jeder Weise für ihr Wohlergehen. "Hunde als Mitkämpfer im Kriege. Wieviel die Hunde in diesem Kriege im Sanitätsdienst geleistet haben und noch leisten, wird von allen, die im Felde ihre Tätigkeit beobachtet haben, bestätigt. Weniger bekannt ist aber, wie häufig früher die Hunde als Krieger, als Mitkämpfer benutzt wurden. Schon 1121 v. Ehr. hatte ein chinesischer Kaiser die Kriegstüchtigkeit der Hunde erkannt und führte nach Ueberlieferungen stets eine Tibetdogge bet sich, eines jener mächtiger:, kräftigen Tiere, die, ivie Marco Polo berichtete, oft die Größe eines Esels erreichten. Terxes sührte nach Herodot im Krieg gegen Griechenland eine große Anzahl dieser Hunde mit sich. Und schon vor ihm hatte Darius diese starken Gefährte,: des Menschen in seine Dienste gestellt, indem er den Rückzug seines Heeres burtf) Hunde deckte. Ein Teil von ihnen verharrte auf dem verlassenen Schlachtlelde und machte durch wildes Gekläff den Feind glauben, daß die Perser noch da seien, während diese sich schon in aller Stille zurückgezogen hatten. Bei Marathon kämpfte ein Hund in den Reihen der Griechen gegen die Perser mit; er fand den Tod und erwarb sich den Ruhm, in dem berühinten Geinälde, das die Schlacht verherrlichte, mit fest- gebalten zu werden. Bei den Griechen wurden die Hunde allgemein zum Bewachen von Forts unb Schlachtfeldern verwandt. Besonders bekannt ,var die „Garnison" der 50 Molosserhunde, die in Korinth lag und den Wachtdrenst versah. Eines dieser Tiere verdiente sich durch seinen Mut und seine Aufmerksamkeit im Augen- btlck der Geiahr eine besondere Auszeichnung. Ihm wurde vom Staat ein silbernes Halsband mit der Inschrift .Verteidiger und Retter von Korinth" verliehen. vüchertisch. — Dem Generalfeldmarschall tft zu seinem goldenen Mtlitärdienstjubiläum die neuesteNummer 879 (Kriegsnummer88) der Leipzig er „Illustrierten Z eitun 9* (Verlag I. I. Weber) in der Hauptsache gewidmet. Die Nummer eröffnet ein markiges Bildnis de« dentschen VolkShelden nach einem im Hauptquartier Ost geschaffenen Gemälde des hannoverschen Künstlers Georg Backhaus. AuS dem Leben gegriffen und darum von packender Wirkung' sind auch die Bilder „Hindenburg und Ludendorff" von Profeffor Hugo Vogel und „Ein Abend bei Hinden- bürg" von Profeffor Arnold Busch, hier den Heerführer in gemütlicher Tafelrunde zeigend, dort zusammen mit seinem Generalstab»- chef beim Kartenstudtum. Kein geringeres Jntereffe bieten zahlreiche unbekannte Aufnahmen aus der militärischen Laufbahn Hinden- burgs, wie au» seiner Tätigkeit im Felde. Die großzügige, au» Sachkenntnis geschöpfte Würdigung HtndenburgS und seiner strategischen Großtaten stammt aus der Feder de» bekannten Militärschriftstellers General der Infanterie z. D. von Janson. Eine ausgezeichnete Ergänzung dazu bieten die reizvolle Einzelheiten enthaltenden Artikel „Hindenburgs Charakterbild" von HanS Osman und „Der Feldmarjchall im Felde" von Friedr. Bertkau. Zweifellos bildet diese Hindenburg-Nummer, die außerdem noch eine Reproduktion der Hindenburg-Büste von Profeffor Stanislaus Cauer, ein illustriertes Gedicht „An Hindenburg" von Professor Theo Sommerlad und Abbildungen von Hindenburg - Erinnerungsstätten bringt, eine wertvolle Bereicherung der über den Feld- marschall bisher erschienenen Publikationen. Im übrigen enthält das Heft noch mancherlei andere interessante bildliche und textliche Beiträge. — Weltkriegs - Bilderbuch Franz!, Mich!, Mohammed. Text von Ludwig Pronold, Bilder von Albert t ensellnann. Preis gebunden in Halbleinen Mk. 3.80. Verlag der l. Attenkofer'fchen Buch- und Kunstdruckerei. Verlagsbuchhandlung. Straubing a. d. Donau (Bayern). Das Buch, für groß und klein sehr amüsant, schildert in lustigen Versen den Hergang des Weltkrieges. Wertvoll sind besonders die zahlreichen bunten Bilder des Münchener Malers Albert Henselmann, eines Schülers Angelo Jank'S. — Art ur Brause weiter: „WerdieHeimatliebt wird u". (Verlag von George Wester,nann, Brannschweig). Die Handlung des Romans wurzelt in der Liebe zur ostpreußischen He,mat und schildert die dortigen Derhältniffe in der Zeit des Russeneinfalles. — F. Gräfin zu Reventlow, Der Geldkomplex, Roman. Preis geheftet 2 Mark. Verlag von Albert Langen m München. — Ihren Gläubigern hat die Gräfin Reventlow diesen geistreich lustigen kleinen Roman gewidmet. Me sie in ihrem Amouresken-Büchlein „Von Paul zu Pedro" die berühmte Liebe „nicht ernst" nahm, so mustert sie hier das liebe Geld und die Geldnöte überlegen und ohne Pose von der heiteren Seite. Der oder jener, ein abgesottener Kriegslieferant etwa, mag sich entrüsten, weil diese kecke Frau nicht einmal die Heiligkeit des Geldes, des mit Bosheit geladensten aller Objekte, respektieren will. Die Mehrzahl der Deutschen aber wird innige Freude an dieser Der- ulkung des goldenen Kalbes empfinden. — Band Nr. 1057 von Kürschners Bücherschatz: „Der tote Passagier." Kriminal - Roman von Sven Elvestad. Autorisierte Uebersetzung aus dem Norwegischen von Rhea Sternberg. 111 Seiten Umfang. - Preis 20 Pfennig. - Hermann Hillger Verlag, Berlin W 9, Potsdamer Straße 124/135. — K 0 chbuch für d t e f l e i s ch l 0 s e K ü ch e. 800 Koch-, Brat- und Backvorschrifteu. Von Frau Anna Barnbeck. 3. Auflage. Preis 90 Pfg. - „Größte Einfachheit — größte Wohlbekömmlichkett l" ist der Grundsatz des Büchleins, das auch einen Absatz über die Kochkiste enthält. Den Wert des Büchleins erhöht die Tatsache, daß seine 300 Rezepte in jahrzehntelanger, praktischer Erfahrung von der Verfasserin sorgfältig ausprobiert wurden. Der billige Preis macht es zu einen: Volksbuch für weiteste Kreise. Arithmogriph. 1 2 3 4 4 8 Titel ei,:es Birch-Pseiffer'schen Stückes. 2 8 16 Deutsch-russische Stadt. 3 1 8 4 ein Tier. 4 8 4 4 8 Stadt in Frankreich. 4 6 2 2 6 spanischer Dichter. 5 6 5 6 1 8 8 ein Vogel. 6 8 1 3 2 nordische Gottheit. 2 6 1 6 7 schweizerischer Badeort. 7 3 8 1 8 nützliches Haustier. 8 2 4 8 ein Baum. 2 3 13 Gebirgsstock in der Schweiz. Die Anfangsbuchstaben der gefundenen Wörter ergeben der Reihe nach, von oben nach unten gelesen, den Namen eines öfter- reichischen Dichters. (Auflösung in nächster Nummer.). Sch Auflösung des Logogrisihs in voriger Nummer. Mail:, Maine. - k riftleitung: Stufl. Goch. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schcn UniversitätS-Buch- und Steiudruckerei, R. Lange, Gleiten.