Somsicig, den 15. April ^ Irüerhailnngsblall )nm I$ief euer Reißer OeutmiAu^iZer) MMtzM M st st / | 7EMÄ L^'tt M Die arme Prinzessin. Roman von F e d 0 r von Z o b e l t i • (Nachdnick verboten.'» (Fortsetzung.) Bums!" sagte Otto, „da Hab' ich's. Gretelein, Mutter hat doch recht: die fürstliche Freundschaft ist dir in den Kopf gestiegen. Tn müht wieder in den Mshls-ack zurück." chrete stampfte voran. „Ich rede jetzt leinen swn mehr mit dir," rief sie. „Immer sprich nur, ich bin still." Und Otto sprach richtig weiter. „Du bist zwar noch sehr jung, Grete," sagte er. „und ich deine, die Herrnhuter werden dich zu modeln verstehen, und ein bißchen wirst du Wahl selber an dir retouchieren, aber ich fürchte, was so in der Hauptsache in dir liegt, das wird bleiben. Und das pasch mir nicht, Vätern (wird's auch nicht passen und unsrer Mutter erst gar nicht. Aber von der reo' ich nicht 'mal, sie hat ihre eigenen Ideen. Es geht uns beinahe wie denen drüben im alten Hause. Für Jost ist der Fürstenhut nichts und für micr nichts die Müllersacke. Wobei ich bemerken möchte, daß beides mich gleich dünkt und keines mehr als das andre. Aber ich hatte nun doch einmal Neigung zum Studium, ich will bei der Stange aushalten und deshalb kann ich die Mühle nicht übernehmen. Aber in der Familie soll sie wenigstens bleiben: es ist 'wieder wie bei den Gotterneggs, es ist keine Pietätssimpelst, es ist das Gefühl der Anhänglichkeit am altererbten -Eigentum, itiffc es sprechen auch praktische Erwägungen mit. Wenn nun Fein- Gretelei n ihre dummen Ideen beibehätt und das Vogel- hirnchen sich nicht weitet und möchte einmal einen heiraten, der n tch t auf oto Mühle paßt — was soll dann aus unsrem Besitztum werden? Verkaufen? Würde dir da das Herz nicht wehe tun, was?" 1 Er dackte doch, nun würde eine Antwort kommen; aber Grete blieb trotzig, marschierte weiter voran auf dem schmalen Wiesenpsad, daß die wehenden Röcke rechts und links die blanken Sommerfüd-en abstreiften, und blieb stnmm wie zuvor. Doch offen war ihr lauschendes Ohr. Sie horchte scharf aus, und als Otto v-ou neuem auhub, wurden die Augen glänzender, und der Zug von Spannung in ihrem Gesicht verstärkte sich. „Gretelein, ich sage noch einmal: du bist'noch sehr- jung, bist auch noch unreif in Gedanken und Worten, und manches wird sich noch ändern; aber immerhin, es schadet nichts, wenn du oir merkst, was dein älterer Bruder spricht. Ich kann nur schon denken, wie sich alles entwickeln wird. Du wirst einmal ein hübsches Persönchen werden — na ja, wenigstens mit dem Ävec der allgemeinen Manns- geststlbarreit, nan-entlich wenn du dir abgewohnst, dos Mäulchen zu spitzen unb effektvoll den kleinen Finger gen Himmel zu spreizen: wenn du deine Natur wiedersindest. Und reich wirst du auch einmal; ich weist Äs besser als du. was unser alter Herr seinerzeit vom Großvater selig geerbt hat und der wieder vom Ahn, und was der Alte selbst im Laufe der Jahre aufgespeichert — Grete, wir sind viel reicher, als du ahnst und als die Leute denken. M i r tut bat? nichts, aber Dir kann es schaden. Tu 'urirft nicht immer in der Mühle kleben bleiben, dafür wird deine Freundin Annemarie schon sorgen; sie wird dich in die elegantere Gesellschaft hineinziehen, bii wirst viel umworben werden, uhd es kann kornmen, daß eines Tages eiir Herr dorr Jxypsilon um dich anhält. Der arme Adel ist ans gute Partieen angewiesen, siehe Fürst Bollo. Ein Fürst wird ja bei dir nicht antreten, aber ein Herr Bon kann es schon sein, vielleicht gar ein Herr Baron. Und wenn du den Hochmutsteufel weiter mit Ueppigkeit in dir närhrst, ist taufend gegen eins zu wetten, daß dich der Gedanke gewaltig kitzelt, eine Baronin zu werden: alle H.ochachtnng, was würdest du freu kleinen Finger fliegen lassen, und hinten raschelt die Schleppe, uns die Erinnerung an die Mühle verursacht dir Vapeurs. Feines Gretelein, ich erhebe warnend meine Stimme und sage: werde vernünftig. Gewöhne dich frühzeitig ,au den Gedanken, daß dein guter Mann -einmal der Burgmüller von Gotternegg werden muß, schlage dir alles Hoch fliegende aus deu Sinnen, beschäftige dich ulehr mit der Kunst, Brot zu backen, als mit der Genealogie und halte am Bürgerlichen fest, wenn and) der Adels toller lebendig tu dir wird. Dixi et seia! ..." Sie waren jetzt an »der Sägehalse vorübergeschritten mtb hatten das Wohnhaus mit der alten Linde vor sich. Ta wandte sich Grete um, zu dem nachfolgenden Bruder zurück, der nunmehr eine längere und vielleicht heftige Antwort erwartete. Doch Grete knickste nur, tippte mit freut Zeigefinger ihrer Rechten an ihre Stirn und sprang mit vergnüglichem Lächeln in das Haus. Otto schritt ihr nach. „Sie ist noch-ein großer Hammel," sagte er sich. Die Eltern warteten. Frau Tilde schimpfte, als sie Grete sah. Die Lackschuhe waren naß vorn Tau der Nacht, am Kleibsaum hingen die feuchten Fäden des Altweibersommers, Gräser unb Flocken. „Mach daß du in die Klappe kommst," befahl sie: „hänge den Rock auf, morgen wird ec ausgebürstet, vor der Einsegnung gibt es keinen unten, das sage ich dir: die Stiefel stell in die Küche" .... Der Bnrgmüller wollte wissen, tute altes gewesen fei; ec hätte gern, noch ein halbes Stündchen mit Otto geplaudert. Aber Frau Tilde war müde, ihr gehorchte auch Reschke. Wenn, alles im Bett war, ging sie noch einmal durch das Haus, zu sehen, ob Türen und Fenster auch -ordentlich geschlossen seien und kein Licht mehr brenne. Gret-st ivar rasch in den Federn, aber es währte lange, ehe der Schl um mer kam. Sie. lag mit offenen Augen da, starrte in das Dunkel und aus das gelbe Herz, das der durch den Ausschnitt des Fensterladens fallende Mondschein auf die gestrichene Wand malle. Sie dachte nicht nach, es hüpften ihre Gedanken, sie sprangen von dem zu dem, sab den Chamvacmer schäumen, wie er Blasen warj 210 ltnb die Perlen durcheinander wirbelten; da stand die Mustorte, da saß der Fürst und lächelte und trank ihr zu und sagte: Prost, Müllermädel... Müllermädel — o je! Was hatte Otto nur alles zusammengeredet! An einzelnes mutzte sie immer wieder denken. Lllso so reich waren sie. Viel reicher, als die Leute wußten. Und mit diesem vielen Gelde sollte sie einen Müller heiraten — oho! Die Millionen der amerikanischen Miß hatten einen Fürsten gefangen. Auch sie würde viel umworben werden; sie wollte wählen. Aber- keinen, der mit Mehl und Sägespänen zu tun hatte.... „Gnädige Frau," sagte sie zu sich selbst und kopierte ihren zukünftigen Diener, „werden die Frau Baronin heute abend in die Oper fahren?" — „Nein, Jean, wir sind bei meiner Freundin, der Frau Gräfin, zum Souper gebeten; sagen Sie der Kammerzofe, sie soll meine weißseidene Pariser Toilette mit den echten Spitzen herauslegen und der: großen Brillantschmuck, der so funkelt..." Dabei machte Grete auf dem gestreiften Kopfkissen ein hochmütiges Gesicht und krauste das Naschen. Dann drehte das kleine Schaf sich aus die Seite und schlief ein. Es war still geworden in: Hause. Alles schlief. Regungslos hingen die Blätter der Linde. Die Nebel auf den Wiesen verdickten sich, der Mond schwamm in einem weißen Wolkenmeere. Auf einem der Baumstämme im Seewinkel saß ein einsamer Frosch und quakte gelangweilt. Schnauzer! lag in seiner Hütte auf dem Rücken, streckte die Beine von sich und jaulte ganz leise im Schlafe. — 8. Kapitel. Beyfuß gewinnt feine alte Würde zurück und der neue Hofchef trifft ein. Von Hochigezeiten und dem Mann mit der Hippe. Am folgenden Morgen fuhr Bolko nach der Residenz zurück. Am folgenden Abend fuhr Velten nach dem Dombach-Schlosse, um mit dem alten Herzoge einen Rehbock zu schießen. Aber mau schoß keinen. Man blieb im Schlosse und verplauderte sich. Dem einsamen Wittmann schien die Unterhaltung des Kandidaten zu gefallen. Er hatte ihm zuerst einen dünnen Mosel vorgesetzt; dann befahl er einen Bern- kastler Doktor; zuletzt kam Win zungenlösender Agritiusberg an die Reihe. In dieser Steigerung lag auch, ein sichtbar zunehmendes Wohlwollen. Mit lebhaftem Frohgefühl im Herzen fuhr Velten nach Gotternegg zurück: er hatte den Geizhals besiegt. Weder Jost noch Annemarie erfuhren etwas davon: aber mit der Madame hatte der Kandidat eine längere heimliche Aussprache. Und in der Folge kräuselten sich die Hängelöckchen der Madame vergnüglich und nahmen eine heitere Keckheit an. Und in weiterer Folge wurde manches anders int alten Hause, und man brauchte nicht mehr so angestrengt zu rechnen: zur Freude von Annemarie kam eine gewisse Abwechslung in die Mahlzeiten, und das „Alle Tage Wild" wurde auf ein weniger üppiges Maß beschränkt; die Toilettesorgen schwanden, die Hosen des Kandidaten kamen nicht mehr in Frage, die beriesterten Stiefelchen Annemaries wurden durch nagelneue ersetzt; BeYfuß erschrak fast, als er sein rückständiges Gehalt ausbezahlt erhielt, und wieder überschlich ihn die Ahnung einer großen Zukunft. Es war, als wachse der Wohlstand. Alles bekam ein anderes Gesicht. Die Löckchen von Madame behielten ihre heitere jTendenz bei, Velten hatte keine .schwarzen Stunden mehr, in denen er sorgenvoll an die nächste Zukunft seines geliebten Prinzen dachte, die Anschütz war selig, daß sre sich über Hirschrücken und Rehragout hinaus dann und wann auf ein weiteres Kochgebiet begeben durste, und auch der grüne Max schlotterte weniger: er begann seine Falten auszufüllen. Es kamen auch neue Leute in das Hans. Für Annemarie ttmr.be eine junge Engländerin engagiert, Miß Ringens, die sich mit der Madame in den Unterricht teilte, dem nunmehr auch Grete beiwohnte; für Jost ein Repetitor, Herr Triesand, ein Mann mit phänoi- menalem Gedächtnis und begabt mit hervorragendem Appetit. Alle diese Veränderungen mußten schließlich auch Jost auffallen. „Velten," sagte er eines Tages, „es entwickelt sich hier ungeahnt fürstlich. Ich hoffe nicht, daß das Gold aus den amerikanischen Stahlquellen kommt. Das will ich nicht...." Velten schwor, das sei nicht der Fäll; aber Herzog Herrfurth habe zugunsten der Geschwister aus irgendwelchen alten Erbschaften Ressourcen herangezogen, und da war der Prinz beruhigt. Die Milde des Herbstes nützte Velten dazu aus, mit Joteineneue Kur zu beginnen. Er sah, daß jedwede medizinische Behandlung auf ihn wirkungslos blieb und daß die Eisenpräparate, die ihm verschrieben wurden, nur seilten Magen ruinierten. Belten war ein leidenschaftlicher Anhänger der Homöopathie und der sich in vernünftigen Grenzen bewegenden Naturheilkunde. Er war ein schwächliches Kind gewesen, und daß er ein Riese geworden war, schrieb er allein der auf ziemlich einfachen Grundsätzen beruhenden Behandlung zu, die ihm ein Freund seines verstorbenen Vaters zuteil werden ließ-, unter dessen Obhut er erzogen wurde. Es war dies eilt alter Arzt, der ehemals ein eifriger Gegner der Naturheilkunde gewesen war, um sich später so lebhaft dafür zu interessieren, daß er sie auf wissenschaftliche Basis zu heben versuchte; feine Schriften hetzten ihm aus der einen Seite die gesamten Kurpfuscher aus den Hals, die das neue Heilsystem als Ausbeutungsvcrsahreir betrachteten, auf der andern Seite die Aerzte, die ihm wiederum eine Begünstigung des Laientunts zum Vorwurf machten. Jedenfalls hatte er durch eine geschickte diätetische Behandlung und methodische Anwendung des kalten Wassers unter strenger individueller Rücksichtnahme bei Velten glänzende Erfolge erzielt. Da Jost nun nicht eigentlich krank, sondern nur zart und etwas blutarm war, so glaubte Vellen es vor seinem Gewissen verantworten zu können, wenn er auch den Prinzen in ähnlicher Weise behandelte. Daß dabei die größte Vorsicht obwalten mußte, war selbstverständlich, eine absolut regelmäßige Einteilung des Tages war die Hauptsache. Die Arbeit wechselte mit Spaziergängen, Gymnastik U'.td der Wasserbehandlung nach Art der Kneippschen Methode. Madame Balsour sah scheel drein und ihr Herz war voll Angst: Annemarie fand das alles ganz famos und beteiligte sich am Barfußgehen durch die taufeuchten Wiesen, bis eilt fürchterlicher Schnupfen ihrem Etlthusiasmns einen Riegel vor- jchob und für sie wieder das alte Hausmittel der Madame: der Fliedertee, in Wirkung trat. Begeisterung erregte Veltens Kur bei dem spartanischen Fürbringer; das war „Rückkehr zur Natur", da war er immer dabei. Er jagte seine Rotte Korah. allmorgendlich nacktsüßig über die Wiesen und ließ seine Jungen Wasser trinken, bis sie stöhnten; wenn sie in der Schlachtordnung standen, mußtet! sie die Hosen weit über die Knie aufkrempen, um sich die Beine abzuhärten; wer Zahnschmerzen hatte, mußte Wasser treten, wer über Kopfweh klagte, bekam einen Oberguß. wem es int Halse juckte, erhielt einen Wickel; strömender Regen wurde mit Jubel begrüßt, in jeder Pfütze wohnte die Heil- kraft, unter jeder Regentraufe feierte die Gesundheit Triumphe, in jeder Wassertonne steckte siegende Kraft. Pastor Fresenius erhob beschwörend die Hände „Fürbringer,'" rief er, „denken Sie an das Speiiige Konsistorium und an den Schulrat! Es kommt alles an den Tag. Das Wasser allein tut es nicht, die Genehmigung von oben muß dabei sein. Das Oben ist in diesem Falle nicht der liebe Himmel, mit dem finden wir uns in Gottvertrauen ab; das Oben ist die Vorgesetzte Behörde, sie kommt wie der Blitz, sie kommt wie ein Ungewitter, sie wird uns zerschmettern"..." Fürbringer erklärte wie der alte schwäbische Ritter, er sorcht sich nit. Aber das Ungewitter kam doch und schlug ein. Es zog auch über das alte Haus. Veltetl hatte schwere Tage. Jost erkrankte plötzlich; es war eine grimme Erkältung. Sie ging vorüber, aber Velten machte sich Vorwürfe. Er mußte noch schonender, milder, allmählicher Vorgehen. Er verlor den Mut tücht, ob auch die Madame händeringend in ihn hineinsprach, von der entsetzlichen „Pferdekur"'Abstand nehmen zu wollen. Schon bei Beginn des Winters zeigte sich ein erfreuliches Resultat. Witterungswechsel pflegte Jost sonst immer ein großes Unbehagen zu bringen: nervöse Einflüsse mochtet: mitsprechen. Jetzt spürte er es in seinem Befinden gar nicht, ob heute die Sonne schien und über Nacht der Schnee zu tanzen begann und am Morgen der Reif kristallisiert auf den Feldern lag. Seine Wangen waren gebräunter geworden, die Muskeln tvuchsen, und straffer spannten sich die Sehnen. Velten frohlockte wieder. (Fortsetzung folgt.) votzgeiker und der weise Lraftus. Eine Schelmengeschichte von Robert Walter (Hamburg).. (Nachdruck verboten.) Zu Beginn der Fasten — das ist eine gesegnete Zeit für die Aerzte und Quacksalber — trug es sich zu, daß der tveise Erastus auf einem Esel in Hamburg einritt. Ta er vom Stachel desj Ehrgeizes und der Geldgier Übel gepiekst wurde, hatte er seine 211 Diener mit allerhand Geräten, Tinkturen, Pflastern, Spritzen, Salbentöpfcn, BLessern und Sägen voran geschickt, damit sie in den Straßen ein Wesen von ihm machen sollten, denn ec wußte wohl, daß sich Ruhm und G-eld nicht heimlich winken, sondern! nur mit lautem Geschrei herzubringeu lassen. Tie beiden Gesellen, die eines Metzger-s Handwerk erlernt hatten, trieben am frühen Morgen durch die Gassen, bliesen das Kuhhorn und riefen ihr Sprüchlein an jeder Ecke: „Erastus kommt! der große Meister? vor dessen Weisheit kein Mensch besteht. Der Herr über Grind, Zipperlein, Blindheit, Teusels- anwurf, Gistblut und die bösen Franzosen. Der große Arznei- mann, Besieger des höllischen Pacazelsus, Entdecker des goldenen Elixiers! aller Meister Meister! der Weisen König! Erastus kommt!" Als der Türmer vom heiligen Michel den Mittag ausblies, ritt der Weise durch die Sternschanze aus eimini Esel, denn erkannte sein Volk. Hinter ihm rotteten sich die Gassenläufer. Er tat großmächtig und wild gleich einem Marktschreier, hatte dem Eseleiu eine Hornbrille aufgesetzt und einen Klingelbeutel an die Schwanzquaste gebunden. Und als ihn der Pöbel mit schlechten Witzen! und manchem Gelächter bedrängte, bfffefce er sich aus seinem bockbeinigen Rößlein herum und schrie, daß ihm der Hals rot wurde: „Müßt ihr immer der Spur von euresgleichen folgen?" „Folgen wir nicht der Spur des weisen Erastus?" ries ein Kuäblein dagegen, Sohn des Pritschenmeisters Botzgeiker, der in der Papagoycnstraße wohnte und bei den Gildesesten den Harlekin machte. „Habt ihr noch keinen Esel gesehen?" brüllte der weise Erastus und lachte im Herzen, wie das Volk auf seinen Köder biß. „Noch keinen reitenden," rief das Kuäblein, und die Gefolgschaft sprang vor Gelächter. „Sei gepriesen, mein Sohn, ob deiner schlagfertigen Zunge," lobte Erastus, „du bist eines weisen Mannes Kind und sollst ein Advokat werden." r „Mein Väterchen ist der Hanswurst Botzgeikcr," grinste das Kuäblein. Erastus hielt das Reittier au, stand hoch in den Bügeln, als wollte er einen Feind duvchhauen oder einen guten Trinkspruch tun und sagte zum Volk: „Menschen und Leute, es ist besserreiten zü können und dabei ein Esel zu sein, als zu Fuß lausen! und für ein Verberroß gelten." Tamir trabte er fürder. Und die Lctteiu schicker hänselten weiter: „Wie kommt Erastus mit seiner Weisheit auf den Esel?" Erastus schnob: „Ihr sollt euch fragen: wie kommlen die Esel auf den Berg der Weisheit?" Mit solchen Stachelballwürfen gelaugte er zur Herberge, schied sich von seinem Gefolge und ließ sich eine Aalsuppe bringen. Nach der Vesper, als die Sonne hinunter war, machte sich Botzgeiker der Narr auf, der von seinem Söhnlein die Kunde über den weisesten Mann der Welt gehört hatte, trat hin vor das grüne Tor der Herberge und begann zu rufen: „Herfür, her für, Meister aller Meister, König der Weisen, Licht Himmels und der Erde! Geh auf und laß deinen Schein über uns leuchten!" Tem Weisen gefiel das wohl, und er trat heraus. Da sah er den Narren, der sich mit einer pumpernden Schweinsblase deck Bauch schlug und vor Heiterkeit kreischte — und sein Gesicht färbte sich wie ein Puterkopf. _ ^ Tie umwohnenden Menschen rannten herzu oder warfen die Scheiben aus und legten sich grinsend in die Fenster. Botzgeiker rollte die Mütze vor Erastus, machte drei Kratzfüße und begann: „Ich bin Botzgeiker, Freudenmeister aller Freudenmeister, König aller Lacher, Knacker der Tranköpse, Iuauisitor der Bücherwürmer, Feldhaupimann und Generalissimus der Schälke, Schelme, Flicgenklatscher, Narrenschneider und Windbeutel, in summa der Kaiser aller Weisen, und bin gekommen, mich, mit dir zu messen in Worten, Gründen, Sätzen, Schlüssen, Gedichten und Werken!" „Willst du disputieren, du großes Maul," rief Erastus, „so geh in den Stall zu meinem Esel." u „Wahrhaftig! das will ich tun," ries Botzgeikcr und pumperte sich den blanken Schädel mit der Schweinsblase, „denn der weise Erastus, der seine Bekanntschaften wählt und siebt, wird keinen: Esel besteigen, der dümmer ist, als er selbst!" Ta lief der Weise in die Herberge zurück und warf die Tür hinter sich. Botzgeiker aber ging in den Stall zu dem Esel. Und die Nacht siel jäh ein und schlug die Gassen mit dunklen Tüchern aus. Als Erastus am neuen Morgen das Grautier besteigen wollte, um auf den Burstah zu reiten, woselbst er in eines NeepfchlägerÄ Stube seinen Apothekerladen aufgeschlagen hatte, konnte er sein Fürnehmen nicht ausführen, weil das Eseleiu verschwunden war, ohne eine Spur zu hinterlassen. Der Wirt der Herberge lief eilends zum Richter und beschwor seine Unschuld. Der Weise sttzte ihm auf der Ferse nach und beschuldigte den schlimmen Narren Botzgeiker deS gemeinen Diebstahls. Und das Gericht sandte zur Erkundung zwei Büttelknechte in die Papagopenstrastch die traten die Tür am Haus des Pritsckwnmeistcrs ein,'nachdem sie lange und vergebens geklopft hatten, und fanden Botzgeiker mit seinem Knäblein am Tisch bei einer guten Brühe, in der eines Esels fettes Bein schwamm. Sie hoben ihn aus und nahmen ihn zwischen sich. Und als er durch die Stadt mußte, tat er gleich einem kleinen Waisenkind, weinte schnapplange Tränen und heulte dazu herzbrechend, daß die Leute gelaufen kamen und lachten. Vor dem Richter erzählten die Knechte, wie sie den Telin- guenten bei der Eselsbrühe getroffen hätten,.und Erastus, als er es hörte, barst beinahe vor Zorn über den Verlust, hob aber sein Gesicht frcimütiglich. denn es schmeichelte ihn, daß sein Verdacht den Rechten ausgespürt hatte. Da fragte der Richter den Süw?. r, weshalb er den Esel des Erastus gestohlen habe? Botzgst e aber zog ein erstauntes Gesicht und rief vernehmlich: „Lieder Herr Richter, ich will ein schlechter Schalk sein, wenn ich das getan hätte. Ich habe vielmehr auf Geheiß des weisen Erastus mit dem Esel ein großes geistiges Kampf- und Streitspiel geübt, wobei sich mein Disputant über die Maßen tapfer gehalten hat. Ws es aber gen Mitternacht ging und mir mein Strohsact immerfort vor feint inneren Gesichte lag, sprach ich zu ihm: „Ich will nun heimach'n, willst du mich begleiten?" Da verlor er allen Widerspruch/sagte vielmehr „J-- a!" und trottete mit. Daheim erhob sich zwischen uns ein neuer Streit, bei dem sich mein zorniges Gemüt ernsthaft erhitzte. Und im Zorn herrschte ich ihn an, ich würde ihm den Kopf vom Halse schneiden. Ta schrie er wiederum und sreudiglich: „I —a!" Worauf ich ihm flugs nach seinem Wunsch tat und damit unfern Tisput für alle Zeit beendete." Tie Richter und Beisitzer verkniffen sich mühsam das innere Lachen, blickten aber strengen Auges aus das Gesetzbuch, das vor ihnen aufgeschlagen lag. „Botzgeiker," sagte der Richter, „nachdem du solcherweise dein Gewissen entlastet und den Diebstahl bekannt hast, verurteilen wir dich hiermit in Anbetracht deiner sonstigen Qualitäten zu der geringsten Strafe, die einen Dieb unb Mörder — ja Mörder! schweig, du hast den Esel gemordet — hierzuland trifft: man soll dir sofort ein Auge ausstechen." „Gestrenger Herr Richter," zeterte der Schelm, „du begehst bei 'Gott im Himmel ein Unrecht an meinen Mitmenschen. Konnte ich. doch schon mit zwei Augen nicht recht sehen, was mein öden dein war! Wie wird es mir erst ergehen, wenn ich, als halber! Blinder herumlaufe!" Erastus stand daneben, und die Schadenfreude saß iynr im Gesicht. „Herren und Richter," sagte er, „hört nicht auf die niederträchtige Zunge, die mich gestern schon gestochen hat. Gebt ihm nach Verdienst und mehr, denn jedes Werk ist seines Lohnes wert." „O du unbarmherziges, unersättliches, rachcfressendes Herz!" schrie Botzgeiker und schrie gar kläglich. „O Schöppen und erhabene Jünger der armen Mutter Justitia, um deren völlige Blindheit ich. euch beschwöre! Was lwbe ich Schlimmes getan, als einen befohlenen Tisput mit dem Vertreter des weisen Erastus geführt? Soll ich so hart büßen, weil ich obsiegte und Erastus in der Gestalt des Esels unterlag?!" Darüber ergrimmte der Weise unbändig. Aber weil der Angeklagte so wehmütig jammerte und zwischendurch einen gesegneten Witz um den andern machte, fühlten die Richter Mitleid mit seinem Auge, das zu gleicher Zeit weinte und lachte rurd versprachen ihm einen Aufschub oder eine andere Vergünstigung, doch sollte an dem Urteil nichts gedreht und geschnitten werden. ^ Darauf verzog der Narr das runde Gesicht und sprach: „Weil denn der Himmel über mich gelost und mir mein Schicksal aus dem Mund der hohen Richter und Herren verkündet bat, so will ich es erleiden. Ta ich aber den Famulus des weisen Erastus im Disput besiegte und mir'der Meister bis zur Stuud den Ehrenpreis vorenlhalten hat, so soll er selbst als Entschädigung mir das Auge ausschueiden. Doch will ich mit meiner Forderung billig sein und ihm das^ Hühnerauge überlassen." Mit diesen Worten schlenkerte der Schalk den Schuh vom Fuß und hielt dem Weisen die große Zehe unter die Nase. Erastus wur-dc bleich und sing an zu rasen. Aber der Richter sprach ihm die Verpflichtung billig zu und drohte ihm mit empn üblicher Strafe, worauf der Arzt ein Messer zog und sich wütend aus Jßkrf machte und am Enoe vor Zorn uebenbeischnitt. daß ein Tröpfleiu Blut heraussprang. Darauf lachte Botzgeiker und sagte zum wutzitterndeu Erastus, er wolle ihm, eine Lehre besorgen beim Bader Hornschneider in der alten Weibergasse und machte sich darauf von dannen, leichtfüßiger als er gekommen war. Erastus aber verließ neck am gleichen Tage auf einem guten Pferd die Stadt Hamburg, denn seine Weisheit wollte es nickt ertragen, daß man von ihm als von einem schlechten Bader uiib» Schröpfer sprach._ vilchertisch. — Das literarische Echo, (albmonatsschrlft kür Literaturkreunde. Verlag: Egon Fleische! & Eo.. Berlin W. 9. Aus dem 2. Avrilhest: > Charlotte Lady Blennerhassett: Deutsche Kultur; p. Wollgaug Seidel: Neues über Bismarck; Rudolf Krauß : Eäsar Flaischleus Stimmen zum Krieg: Gustav Jakob: Freiheitsberaubung und Dichtung: Ludwig Geiger: Gelehrten- briese: Julius Bad: Die Kriegslyrck von heute IV. — Das Aprißhest der Münchener Monatsschrift »Die Kunst* (Verlag Bruekmanu, München), bringt einen vorzüglichen orientierenden und den Kern der Saedc treffenden Aussatz von Dr. W. E.' Behreu'dt über die Frage der Kleinsiedlungen. Es ist eine außer« ordentlich verdienstvolle Veröffentlichung, die die Münchener Kunst zcitschrist damit bietet. — Im übrigen ist das Hest reich und glänzend, wie wir es bei dieser Zeitschrift gewöhnt sind, illustriert. So stnden wir einen ninianqreichen, mit vielen ^lbbildirngen ans- gestalteten Amsah über die von dein bekannlen Maler Adolf Münzer in der Düsseldorfer Kgl. Regierung geschaffenen Decken- gemälde, dann außerordentlich tcinc, zum größten Teil farbig wiedergcgebene Zeichnungen des bekannten Malers Ferdinand S t a e g e r über feine Züge mit dem KorpS Hostnann in Ost- galizten, Zeichnungen, die in sehr wohltuender Weise von den bis zum Usberdrnß gesehenen üblichen Illustrationen abstechen, ferner ein illustrierter Älilfsah iiber die Ausstelllinq der Freien Sezession in Berlin, über die Große Wiener Blöde-Ausstellung nsw. — Wiking-Bücher B d. 16: Klaus R i t t l a n d, Auf neuen Wegen. (Verlag der Wiking-Bücher, Leipzig.) Zn Leinen 1 Mark. Die Tochter einer vermögenslosen O'fizierssanlilke hat das Dasein der jungen Dame alten Stils, das trübe, würde« lose Warten ait? den Mann kennen und verachten gelernt. Aus eigener Kraft will sie sich et", anderes, besseres Schicksal schmieden. Das Leben in einer kleinen llniversitätsstadt reist in ihr de-, Ent fchluß, Medizin zu studieren. Aber noch vor dein Staatsexamen kreuzr die Liebe ihren Weg. Sie gibt einem sympathischen jmtgen Juristen ihr Wort, ohne sich dadurch von ihrer Laukbahn ablenken zii laßen. Erst als Aerztin wird sie seine Frau unb er läßt sich ihr zu Liebe als Rechtsamvalt in Berlin niebcr. Zii Anfang scheint sich die Ehe der „beiden Doktoren" harmonisch zu gestalten. Aber bald treten Konflikte ein. Wie sich die Hauptperson mit diesen Konflckten abfindet, das ist der spannende Inhalt de5 an ur* wüchsigen, lebensvollen Gestalten reichen Buches. — Bd. 17: Margarete Schneider, „Die L u x u 3 f a b i it c". Zivei junge, schöne, leidenschaftliche Menschen finden sich durch einen amüsanten Zufall im engsten Raum stundenlang allein und tm« bewacht vereinigt. Eine sie selbst überraschende Gleichheit des Empfindens und die Macht einer Erinnerung ivirken zusammen, um zwischen ihnen schnell eine gefährliche Flamme anfslackern zu lassen — gefährlich deswegen, weil das junge Weib einein anderen Manne angehört. Nicht irge»rd>velche moralische Reflexionen, sondern lediglich natnrgewollte Reinheit, gute Erziehung und guter Geschmack irrachen hier das Nnglartblrche glaublich, daß diese beiden Menschen durchs Ferier schreiteir und darin sich selbst de- wahre»». — Großer Bilderatlas des Weltkrieges. Elfte Lieferung r Antiverpen, Flandern, dlrtois. Zivölfte Lieferung: Champagne, Argonnen, Vogesen. Dreizehnte Lieferung: Ter Drrrch- brrrch irr Galizien. (München, F. Brucknrann, A.-G. Subskriptionspreis der Lieferuirg 2 Akk. — Mit der elften Liefermrg beginnt der zweite Baud d eses größten aller Urkunden- und Onellenwerke über den Krieg, das mit Ausschluß aller Bhantasiedarstellungen tu einer Fülle vortrefflicher Ansnahnren, Slnsichten, Porträts, Karten uiib Tokl'inenteu eine planvoll geordnete Bilderfolge darbictet, den Text aber aus das striktest Notivendige beschränkt. Tie Eroberung von Antwerpen, die anschließeliden Kämpfe in Flandern, die Eiirnahlne von Lille nrachen den Airfairg. Fesselnde Bilder von der Tätigkeit unserer Truppen iit Feindesland leiten zu der Schilderung der großen Durchbrnchsversilche im Mai 1915 über, durch die die Nomen Loos, Lorettohöhe, Sonchez nsw- berühmt wurden. Darm kommen Arras. Peronue, die Champagne, wo Ende Septernber der gewaltige, mit bis dahin unerhörtem ^lrrfwand an Menschen und Kriegsmaterial uuteruonnueue Borstoß beginnt, der unter dem Namen °. Die Herbstschlacht in der Ehiuupague, irr das Bruch der Geschichte eingetragen wurde. Hier wie überall zeigt der Bruck- »nannsche Bilderatlas auch flute Aufnahmen ans den! Lager der Feinde, was den Reiz der Darstellung rvesentlich erhöht. Mit Lieferung 13 wendet sich die Darstellung ivieder der Ostiront z,i; wir erleben in packenden Bilder», den machtvollen Durchbruch der deutschen und österreichisch-ungarischen Heere au der Tunojec- Frout, die Wledereinnahme Prreiuysls und Leiubergs und folgen ihnen ans ihren» unwiderstehlichen Vormarsch in Galizien und Polen. - Das Lebens werk Immanuel Kants, von vr. zur. et phil. Woldemar Oskar Döring. Preis broscb 3 m, "l Leinen geb. 3,50 Mk. Verlag Charles Colem.ann, Lübeck.— Ties Buch unterscheidet sich von den zahlreichen mehr oder weniger ausführlichen Darstellungen der Kantischeu Philosophie dadrirch, daß es versucht, nicht einen Extrakt oder eine Deutung uiib Wertung dieses monumentalen Systems zu geben, sondern ' eine möglichst getreue Wiedergabe der Gedanken, die zugleich für ein größeres Publikum bestimint ist. So bahnt er für Biele, die bisher nicht an Kant herankonnten, einen klar belichteten, gangbarenWeg, ohne docy diesen Weg „auf Kosten der Fernsicht" zu erleichtern". „ —JS ockeleunddieMädchen, Roman von Mar Geißle r. ^n Originaltemen gebd. 5 Mk. Alexander Duncker Verlag, Weimar. Man kann in diesem vortrefflichem Roman des berühmten Erzählers zunächst ein Unterhaltungsbnch sichen — und zwar eins mit den besten Eigenschaften: cs ist in einer blühender Sprache geschrieben, hat eine rasch vorwärtsdrängende Handlung und ist bis zmn Rande voll von innerem Leben. Die Idee, den wackeren Jungmann Zockele in seinem Verhältnis zum andereil Gsschlc - : darzuftetlen, fesselt schon als solche bis zum Sch uß: die femgezetchnelen deutschen Mädchentypen bekunden die schöpferische Art des Erzählers. Gs geht zwar in den Brausejahren dieses zockele, der sich vom Landschaftsmaler zur Universität Jena und zimii Dr. Phil, durchringt, nicht ganz ohne Leichtsinn und nber- schünmende Jugendkeckheit ab . . . Aber das ist alles so überaus lustig, erfrischend, deutsch und glückselig, daß selbst dein bedachtsamster Mer nie bange iiuvb um diesen helläugigen Jockele und seine Mädel in ihrer blanken und frohgemuten Art. Und doch: es stecken viel höhere, ethische Werte in den, wahrhaft blühenden Vuck>e. So z. !Bj. die erziehlichen: zunächst in dein Verhältnis zur fern- geistigen Tante Veronika. Diese ist überhaupt — täuscht nicht alles — eine der unsterblichen Nomanfiguren, die sich denen anreihen, die uns Reuter, Spielhagen, Raabe, Stifter geschaffen haben. Es liegen ethische Werte aber autf) in der glänzenden Darstellung des Verhältnisses der Geschlechter zueinander. Wie der Jünglmg Jakobus durch die Liebe und Klugheit der mancherlei Freundinnen ins Wanken gerät oder gefördert und endlich zu hohem Lebensziele geführt loirb — dies mitzuerleben ist nicht nur reizvoll und unterhaltsam, nein, es ist von einer vorbildlichen Bedeutsamkeit für alle Deutschen beiderlei Geschlechts, tlnd so mögen die Nachdenklichen unter den L^ern dieses in vieler Hinsicht einzigartigen Bilches in „Jockele unb die Mädchen" einen unserer gediegensten Erziehungsromane begrüßen. Gresteuer Har;sfratte?;-Bercrn. W.o che n - K ü ch-e n z e t t e l. Sonntag: Ochsenschwanzsuppe (vrn Suppenwürfel), Schmorbraten mit Kohlgemlsse und Kartoffeln. Montag: Kartoffelsuppe von Tunke von TagS zuvor, Reisbrei mit Zucker und Zimntt. D i e n stag: G.iess.'vvr, Mch pfannkuchen n, t g ihr m Salat. Mittwo ch: Suppe mit Gerste^ueinlage, Suppersieisch mit Kartoffeln und Meerrettich tunte. Donnerstag: Ausländisches Schweinefleisch mit Sauerkraut und Kartoffelbrei. ^ Freitag: Kräutersuppe, Spinat mit gebackenen Eiern und Salzkartoffeln. Samstag: Grünkernfuppe, Käseauflauf mit 5)imbeertunke (Rezept von Frau Laih). * Einfaches, sch m a ck h a s t e s Gericht: Hergestellt au§ Vi Pfund gehacktem Ochsenfleisch, 2 Brötchen, 1 Schoppen Milch, 1 Zwiebel, Pfeffer und Salz. Die sein geschnittene Zwiebel läßt man in etwas Fett gelb schmoren, gibt 2 eingeweichte, gut aus- gedrückte Brötchen, die Milch, das Fleisch und dis Gewürz hinzu, läßt alles gut dnrchkvchen und reicht das Gericht mit Pellkartoffeln. Rezept von Fr a u L a ih. Pilzauflauf: 50 Gramnr Fett und 100 Gramm Mehl iverden gedäin pft und mit der Pilz brüh' .Patc gerührt und zwar so, bis sich die Masse vom Topfe löst. Nun scher et man dieses in eine Schüssel. Nach dem Erkalten fügt man 2 E g'lb. etwas S.flz uub Muskatnuß hinzu. Bon 2 Pfund Pilz n (Chim'.ignon oder Steinpilze) wird die eine Hälfte seingewiegt, die andere in Schüben geschnitten und unter die Masse gemengt, ebenfalls den Schnee der 2 Eier. Nun füllt Man dies alles in eine mit Fett ansgeschmierte Auflaufsorm, streut obenauf e^was Reibekäse und backt die Masse im Ofen > -> Stunde. Dazu scheneckt seixr gut Petersilientnnle uns Salzkartoffeln. ^ Berichtigung: Zuin dem Rezept „Fischfrikandellen" von tvrait Laich in brnt vorigen Küchenzettel gehören noch: */± Pfund gekochte, geriebene Kartoffeln. LsgoaNph. Stets eil' ich ineinei,, Vater zu, Ich finde nimmer Rast und Ruh'. Wohl Hab' ich manchen schönen Bogen Durch Felder rrnd dilrch Ait'il gezogen. Hängst dn mir mir ein Zeichen an, Ein Staat der Pankees bin ich dann. (Auflö-suxg in nächster Nummer.) Auflösung des Geographischen Verschiebrätsels in voriger Nummer: Hatte Norwegen Berlin Ungarn Posen ^ Bnsgarieil Frankreich Wien Bnckapest Helgoland. Schrisrleitung: Aug. Goetz. — Rotationsdruck und Verlag der Brübl'kcbcil Uliiversitäts-Biich- u»,d Sleindruckerei, R. Lange. Gießen.