Die arme Prinzessin. Nornan von Fedor von Zobeltitz. (Nachdruck verboten.'» (Fortsetzung.) „Ern Glück, dasj »>u Velten hast. Sonst war' es vielleicht noch schlimmer bestellt. Aber auch Velten ersetzt dir nicht den Umgang mit Gleichaltrigen und Gleichgestimmten. Das Gvübeln beherrscht dich, ein ewiges Analysieren: da werden Nichtigkeiten zu großen Fragen und Unbedeutendes-wird zu Ereignissen: es kommen Zkveifet, die nicht nötig sind. Ich ivill nicht mit dir über die Penibilität des Ehrempfindens streiten. Mir scku'int auch nmnches richtig von deru, was du über die Skrupellosigkeit des Erwerbs bei den großen Spekulanten Amerikas sagst. Aber erzsthle das Bolko; glaubst du, du wirft ihn belehren? Er tvird dir Mr. Simpson als leuchtende Ausnahme schildern. Er wird dir auch antworten, daß er Miß Kilian Herrate rmd nicht ihren Bater. Uird wenn dir pfni rufst über die Millionerstnitgift, wird er wahrscheinlich lächeln und einfach entgegnen: non ölet. Lieber Jost, sein Himmelreich schasst sich jeder selbst. Das ist eine Weisheit von vorgestern, aber sie läßt sich durch sentimentale Er- wägungen nicht ans der Welt schaffen. Natürlich, euer Hausgesetz berechtigt dich, gegen die Heirat Widerspruch zu erheben. Was hast du davon? Ich glaube wenig oder gar nichts. Dann wirst du Fürst: das wäre hübsch, wenn auch dein Besitz ein fürstlicher lväre. Aber Gotternegg bliebe verschuldet. Du hättest mit tausend Sorgen zu kämpfen, und das darf nicht sein. Das darf nicht sein, denn es wäre schade für dich, wenn dir sdie Sorgen die Freude an deiner Arbeit nehmen wollten. Und deine Arbeit ist dein Element; ,du kannst einmal ein Gelehrter von Weltruf werden, das ist möglich: aber zum „regierenden Fürsten" eignest btt dich herzlich wenig—" Jost hatte seinen linken Arm nin das Kreuz des ge öffneten Fensters gelegt. Der Wind,, der sich ausgemacht hatte, tvehre ihm das Haar in die Stirn; seine schlanke, feine Gestalt stand zart Umrissen gegen das Himmelsblau. Sein Gesicht imiu finster, es lag ein Druck ans seinem Haupte. Die Zweifel arbeiteten wieder iu ihm, sie erschöpften ihn. Er' sühlte keinen festen Grund in seiner Le'bensanschaunng; widerstreitende Gedanken durchfluteten ihn, bohrten sich fest — und andre kamen nn/d rissen sie mit sich fort. Was sollte er tun? - Vorsichtiger als Otto hatte Vellen seine Ansichten geäußert. Das kalt Verständige Ottos fehlte ihm; auch ein Rest von Adelshochtnut mochte noch in ihin lebendig sein, und lebendiger als alles ein Zug zur Romantik. Stärker erhob sich, der Wind; ein volles Rauschen erklang unter dem Fenster. Da stand Otto aus und sagte: „Jost, ich bin nicht zu dir gekommen, uml dir das .Herz, noch schlverer Air machen. Wir sind auch 51t verschiede na ÄÜatltLen, als daß wir uns leicht über eine Frage einigen könnten, die für mich gar kein Fragezeichen hat mit) dich ans der Unentschlossenheit nicht herausbringt. Ich Witt damit durchaus nicht sagen, daß mein Urteil das richtiges ist: ich bin vielleicht nur der größere Durch sch n i ttsm ens« von uns beiden und stehe der Ideenwelt, die dich belastet und dir das klare Handeln schwer macht, verstandnislchA gegenüber. Ich will dich auch nzcht beraten, Jost; ich kann es gar nicht. Wollte ich dir mit der sogenannten gesunden Vernunft tommen, es bliebe schließlich doch nichts übrig als ein Paradieren mit Schlagworteu; denn in Fällen tvie dieseru tvird endgültig das Gefühl Sieger sein. Ich tarnt nur wiederholen: Du bist mir lzu gut für eine Krone, die deine liebe blasse Stirn wund drücken würde. Und mm lasset! wir das Thema fallen, nun erzähle mir, Jost: soll'» bei der Germanisttk bleiben?" Mit einem tiefen Atemzuge ließ der Prinz das Fenster- krenz los. „Auch darüber wollte ich mit dir sprechen, Otto," antwortete er. „Wird es nicht besser tnit meiner Gesundheit, so werde ich mich kvohl Zeit meines Lebens als „Privatgelehrter" durchschlagen müssen, statt ernsthast in einen Berus einzntreten. Das soll mir auch gleichgültig sein: ich kann ohne Amt und Würden der Menschheit ebensogut dienen. Ich habe nur den einen großen Wunsch, kvenigstenS ein paar Semester die Universität besuchen zu dürfen — und da möchte ich mich, wenn es erst so weit ist, mit liebsten für Göttin gen entscheiden, weil dort ein Lehrstuhl für Bibliothekswissenschaft eingerichtet lvorden ist. Du siehst mich fragend an, als wolltest du sagen: Wie konrmt Jost gerade auf diese alterneueste Wissenschaft? Ich habe ihr aber immer Interesse entgegen gebracht, Otto, weil ich immer ein — Büchernarr war. „Denn es genügt schon meinem Sinn, luetnt ich umringt von Büchern bin", heißt es in, Brants „Narrenschiss". Die Passion hat mir Erkennt- uis gebracht: zum Entschlüsse aher bin ich gekommen, als ich von »der Errichtung des Göttinger Lehrstuhls durch Professor Dziatzko hörte." „Und was meint Herr Beltetr dazu?" fragte Otto. Jost zog sich einen Stuhl neben den Ottos und ließ sich nieder. „Belten kvar selbst einmal Bibliothersassistent itf Wernigerode. Er hat mir nur zngeredet. Diese „allerneneste" Wissenschaft ist auch die umfassendste, Otto. Ich sehe von ihrer praktischen Seite ab. ich habe nur das Theoretische im Auge: Was verlangt sie alles! Kenntnis des Schrisd- und Buchwesens, der Drnckergeschichte, Paläographie, Jn- kuuabelkunde, des Stempelschuitts, der Reproduktionen, sie erfordert Beherrschung der alten Sprachen, geschichtliches Studium und philologische Gewissenhaftigkeit, sie tunspannt ein ungeheures Gebiet, sie ist in der Tat eine universale Wissenschaft. Ich habe ja vorderhand nur einmal iu sie hineinschauen, sozusagen voit ihr traschen körnten. Aber Ux \4 sind das für köstliche Wittterabende gewesen, die ich drüben in der Schloßbibliothek tnit Beltetr verleben konnte! Belten war da der Mann mit denr Dentestock, der Erklärer, der Ein- sichrer. Er versteht das meisterhaft. Er schlägt eine alds Vi-ek auf iiub beginnt zu erzählen. Da kverden gewissermaßen die Typen lebendig und die gemalten Initialen sprechen; es manscht in denk Pergament und zwischen den. Leiten steigen Bilder auf: Gntenverg an seiner Presse, die hilflosen Versuche der Prototypographen, die mönchischen Miniaturmaler bei ihrer Arbeit, die ersten Holzschneider in ihren armseligen Werkstätten . . . o welche Freude war mir das, ihm znzuhören! Er schildert nicht, er formt — er doziert nicht, es ist, als werde das wirkliches Leben, was er spricht, als sähe man cs vor sich, als .setzten sich feine' Worte in Plastik und Vilderrethen um. Er ist nicht nur der Lehrer, sondern auch ein Poet." „Das muß er wohl sein," sagte Otto nachdenklich. Sein Auge glitt prüfend über die weichen Züge Josts, und dann fuhr er lebhafter fort: „Und ein Stück Poet steckt auch in dir, lieber Kerl, das hat dein Mentor, wachgerufen. Lieber Phantast, ich glaube, du bist auf dem richtigen Wege. Am besteil in uns vertragen sich die Gegensätze. Wenn du deiner Seele Schwingen spürst, laß sie nur auswärts steigen zu Wolken und Wundern; da wird es ein Ansrnhen sein, wenn tu wieder zwischen Keinen Scharteken fitzest und kollationierst die Seiten rmd wagst au der Form der Lettern mit nüchternem Auge ab, wann deine Inkunabel gedruckt sein kann. Ich bringe dir eine mit; du wolltest unsere Hauschronik haben, und die hat ein ordnungsliebender Vorfahre mit irgend einer alten Druckschrift zusammenbinden lassen. Null Leige, was du kaniist, und sage inir, was ist dies, woher stammt es, wer druckte es und wann ging es in die Welt hinaus?" Er hatte die Chronik ausgepackt und legte sie auf den Sthreibtlsch. Da glitt eine Helle Freude über Josts Gesicht, und mit der behaglichen Erwartung eines glücklichen Finders setzte er sich am Tische zurecht, fichlte tastend mit den Händen über das gepreßte Schweinsleder des Einbands und schlug beit Folianten ans. Er sprach anfänglich gar nicht; er las die ersten Zeilen, prüfte das Papier zw-ischeu den Fingern und suchte nach dem Wasserzeichen; dann forschte er ans der letzten Seite nach dem Kolophon, der gewöhnlichen Schlußschrist der alten Drucker, aber sie enthielt hier weder Namen noch Jahreszahl. Und nun schüttelte Jost den Kopf und wurde eifriger und begann lwlblaut zu murmeln: „Das ist närrisch . . . kein Register, keine Seiteuzahlen, nicht einmal Signaturen . . . ungeheuer viel Abbreviaturen . . . und vor allem die merklvürdigen Typen! Grob geschnitten, absolut ungleich — mic bei den ersten Versuchen. . . . Vielleicht eilt spanischer Wiegendruck . . ich.muß ein- imU den Hain zu Rate ziehen — drüben steht eine Menge bibliographischer Lexika. Kann ich das Buch ein paar Tage behalten, Otto?" „Solange du willst, lieber Freund; ich werde es ver- antworten. Uebrigens hat es mir Spaß gemacht, dich beobachten zu können. Ich, sage nun nichts weiter. Ich sage nun bloß noch: Jost, du wirst in deinem Leben nicht viel mehr als ein Stubenhocker und Bücherwurm; du hast gar keine Anlage dazu, ein feuriges Roß zu tummeln oder aus höfischem Parkett zu schliddern oder im Herrenhause zu sitzen oder mit ausgezeichneter Noblesse den Glanz deiner Fürstenkrone weithin leuchten zu lassen. Nein, Jost: du wirst ein Gelehrter werden, de-r Professor Doktor von Gotternegg, und das halte ich für ein großes Glück, und du irnrft um so berühmter werden, weil du ein Prinz bist, was unter den Gelehrten nicht alle Tage vorkommt. Wir wollen uns einmal wieder sprecheu . . . Nun schlug eine Hand gegen die Tür und Annemaries stimme ries: „Jost, du wirst gesucht! Kann ichherein?.. Die Prinzessin stand schon im Zimmer, sehr außer Atem und sichtlich erregt. „O Jost!" ries sie, „o Herr Reschke? O Otto, legen Sie auch ein gutes Wort ein? O Jost, es ist ja alles ganz anders, als nur dachten! Er hat sich mir anvertraut; denke dir doch, er liebt sie ja! Er liebt sie von ganzem Herzen, er vergöttert sie, er sagt, er könne ohne sie niicht leben! Und er lügt nicht, Jost. Er hatte beinahe Tränen in den Angen. Aber sie möchte so gern Fürstin sein — oder vielmehr^ der Alte — oder vielmehr, der Alte möchte gern, da>; sie Fürstin wird . . . ich bin'ganz konfus — ich bitte dstb. nur, lieber, lieber guter Jost, sage nicht nein und sperre dich nicht gegen die .Heirat? . . ." Sie umarmte Jost, gab ihm eilten Kuß und dabei schaute sie den Bruder mit feuchten Augen angstvoll an. Dann 'prang sie auf einmal zu Otto, nahm seine Hand, schüttelte sre kräftig und sagte: „Sind mir nicht Freunde? Ja, wir sind Freunde. Sie werden Jost gut Zureden. Er liebt sie ja doch! Was nützt es!" „Natürlich, Durchlaucht," erwiderte der Student, „was nützt es. Wenn er sie liebt, ist es abgemacht. Also, Jost, ich rede dir hiermit gut zu; er liebt sie, wiederhole ich dir,, und sage: was nützt es!" Doch da wurde Annemarie ärgerlich. „Pfui, Herr Reschke," rief sie, „Sie verspotten mich! Sie sollten sich schämen! Wenn ich faijte: Was nutzt es, so meinte ich was nützt es, tnenn Jost srch gegen die Heirat erklärt. Es gibt dann bloß eine große Küb^/ei und wahrscheinlich fürchterliche Prozesse und der Frieden der Familie wird unsanft gestört. Und deshalb bleibe ich jdabei, Ihnen zum Trotze, und sage abermals: Was nützt es. . . ." Jost schob Annemarie zur Seite. „Wer laßt mich rufen?" fragte er. „Onkel Herrfurth. Herr Velten soll dich holen. Er steht unten." „Soll mich holen?" wiederholte Jost. „Aber wir Hütten doch abgemacht, daß . . ." Er wendete sich mit hastiger Gebärde zu Otto zurück und schaute ihn fragend an. „Nun zieht mau mich doch noch hinein, Otto. Was soll ich tun? Herrgott, laßt mir doch meinen Frieden! Fragt mich nicht erst! . . . Was soll ich tun, Otto?" Der zuckte nur mit der rechten Schulter; er erwiderte nichts. Aber -ans dem Korridor draußen hörte man den schweren Schritt des Kandidaten. Annemarie hing sich an Josts Häls; Tränen fluteten plötzlich über ihr Gesicht. „Lieber, lieber Jost," bat sie, „sage nicht nein! Es kann keiner von uns verantworten, wenn er sie lieb hat. Es kann dir auch einmal ähnlich ergehen — und mir auch. . . ." Da überschlich Jost ein weiches und zärtliches Gefühl. „Sei still. Kleine/' sagte er und küßte sie auf das tropfende Auge. Er hielt sie einen Augenblick fest un!d fühlte ihren weichen und warmen Körper an seiner Brust. Velten war eingetreten und an der Tür stehen geblieben. Er schaute etivas erstaunt auf das hübsche Bild. Zärtlichkeiten waren zwischen den Geschwistern sonst nicht üblich. „Lieber Prinz," sagte er stockend. „Ja, Velten. . . ." Jost ließ Annemarie los. „Sie sollen mich rufen; ich komme. Mer Sie bleiben dabei, Belten . . . Otto, entschuldige mich; Annemarie mag dir Gesellschaft leisten. . . Die Heine Prinzessin nickte und warf dem Bruder noch einen letzten Blick heißer Bitte zu. Jost ging. — Der .Herzog und Bolko hatten in der Zwischenzeit kein Wort weiter über die Frage der Abdankung gesprochen. Wohl hatte Bolko versucht, in der Abwesenheit Veltens dem Gespräch Me intimere Wendung zu geben; aber Herrsurth wehrte ab. „Warten wir auf Jost," sagte er; dann fragte er nach gemeinsamen Berliner Bekannten, nach dem und jenem, nach dem Verlauf der Manöver, den Pferden Bolkos, den letzten Jagdergebnissen, der Regimentsmeute, nach zwanzigerlei. Bolko hatte schon seit längerer Zeit das Empfinden, als habe er die Sympathien des Oheims wesentlich ein- gebüßt, als sei bei dem alten Herrn eine starke Gefühlsabkühlung eingetreten. Nun sing er aus den stahlgranen scharfen Augen Herrfurths einen so eisigen Blick aus, daß er sich unwillkürlich fragte: was ist denn geschehen, dag mich der Alte wie einen Ausgestoßenen betrachtet? Und dann zog er die Oberlippe trotzig empor und seine Augenbrauen schoben sich zusammen; er zweifelte nicht daran: der Onkel war verstimmt und verärgert, weil er vor der Verlobung nicht zu Rate gezogen und zum Mitwisser gemacht worden war. Aber gerade das hatte Bolko geflissentlich vermieden. ^ Es ging ein Zucken durch sein Herz, als er Jost an Veltens Seite in das Zimmer treten sah. Das war vielleicht neue Fürst von Gotternegg: ein blasses Bürschchen mit nervös vibrierenden Lippen, schmalschnltrig und mit zarter Brust, unfähig zu ritterlicher^ Sport und zu stattlicher Repräsentation, wie die Welt es will. Wie die Welt es will/ wiederholte sich Bolko; denn er war klug genug, zu wissen^ daß des Lebens Aenßerlichkeiten im letzten Grunde immer nur ein Stück Komödie sind; aber man muß sie zu spielen verstehen— Er nickte Jost freundlich und unbefangen zu. Auch das war nur Komödie; jede Fiber in ihm bebte, und, immer wieder stieg die bange Frage in ihm ans: mein Gott, was wird, wenn Jost die Zustimmung verweigert?... (Fortsetzung folgt.) 171 Die erste Liebe. Eine heitere Geschichte von Georg Ruseler. (Nachdruck verboteil.) Zwei Jahre bin ich Europa fern gewesen, und- diese alte, Uralte, ttberalte Welt glaubte ich ganz vergessen zu haben und war überzeugt, daß sie mich, noch mehr vergessen hätte. Abep kaum habe ich den Zug verlassen und schau mich ein wenig um auf dem Bahnsteige meiner Hermstadt, da stürzt mir irgendwer in die Arme und ruft: „Karlchen Wienecke, wo kommst du her?", Und als ich ihn näher ins Auge fasse, da ist es Franz Haase, ehedem Studiosus beider Rechte. Ja, wo komm' ich her? Ich setz' ihml auseinander, dass ich in den letzten Jahren anderthalbmal um die Welt gekommen bin. — Was, du mit deinen Schulden)? — Gerade ich mit ftreinm' Schulden. Ern halbwegs tüchtiger Doktor der Medizin kommt heutzutage so oft um tue Wett, wie er will; denn einen Sckstffs- arzt braucht man allenthalben. Ein solcher Posten hat zuweilen auch noch den Vorzug, das; Schulden verjähren: denn ein Gerichtsvollzieher kann doch, unmöglich hinter modernen Schnelldampfern herlaufen. Herzbruder Frwuz war froh, mich einmal wiederzusehen.- Geschrieben hatte ich ihm ilicmals, er noch weniger, und so wareiv es denn Neuigkeiten, als ich erfuhr, daß er Mitarbeiter eines berühmten Rechtsanwalts geworden sei nnd alljährlich eine bedeutende Summe daraus gervinne, die Kuh der Gerechtigkeit zu melken. Ich seufzte hörbar. Und überdies wäre er seit ein paar Monaten mit einem reizenden Mädchen verheiratet (und sie ser nicht nur reizend, sie habe viel mehr anzuziehen als Eva im Paradiese). Ich seufzte lauter. Lächelnd blickte er mir ins Auge, und weil ein gerissener Rechtsbeflissener in seiner Weise ebensogut Diagnosen stellen kann als ein Arzt, hatte er gleich weg, was für einen Hungerleider er vor sich habe, unb so lud er mich denn zu Mittag ein. Das war mir ganz reckst: denn obgleich ich in meiner Heimat war, wußte ich doch nicht recht, wo ich mein Haupt hinlegen sollte. Er wintte also ein Auto heran, und nun sausten wir vom Bahnhof nach einer der reizenden Vorstädte, die sich sanft einbetten in das Grün ihrer Gärten. „Sag einmal," fragte er mich unterwegs, „kennst du meine Frau vrelleicht? Du bist doch ein Hiesiger. Kanntest du Tilla Müller?" „Müller, Mütter? Wer kann atte Fräulein Mütter behalten, die man mal gekannt hat! Aber Titta Müller? Ne, eine Tilla Mütter habe ich- nie gekaimt." „Dachte ich mir wohl. Sie hat überhaupt wenig Herren kennen gelernt, bevor ich in ihren Bannkreis trat. Ich bin ihrck erste Liebe." „Erste Liebe? Unglaublich, — beneidenswert! Darin muß ein ganz eigenartiger Zauber stecken." Und nun gingen wir die Treppe zu seiner Billa empor. Villa, so etwas bekomme ich nie im Leben, dazu müßt' ich eine Praxis haben; al>er wo ist der erste, der sich einem Doktor anvertraut, der anderthalbmal um die Erde gebummelt ist? Wirttich beneidenswert, dieser" Franz Haase! Und damals, als es galt, ins Kolleg zu gehen, war er stoch fauler als ich. Wie wohlig ihm nun zumute ist, wie er sich dehnt in seinem! Glück! Wie eigenartig es klingt, nun er, nachdem er die Borplatztür mit dem Drücker geöffnet hat, nach oben hinaufruft: „Tilla, liebste Tilla!" „Ja, wart' nur ein wenig !" „Tilla, ein Gast!" „Ein Gast? Einen Augenblick! K°enn' ich ihn?" „Nein, ganz Allbekannt." -„Tann komm' ich sofort." Und da tollte eitle weiße Gestalt die Treppe herunter' aber ckuf dem Absatz 'in der Msctte, da bleibt sie stehen, die schlanke,, reizende Frau im braunen Haar, schreit auf,. blickt mich an. mit starren Migen blickt sie mich an und scheint zu Tode er-i schrocken zu sein. Mich aber, mich durchzuckt es wie der Blitz: Diese Tilla kenne ich allerdings! Donnerwetter, Bathilde Müller! Bathilde und Franz, so nannten wir uns damals, als wir im Park auf verschwiegenen Wegen spazieren gingen und uns küßten. Hat die sich- aber herausgemacht! „Was ist dir, Tilla?" fragte der Mann besorgt, „kenntst dst den Herrn Doktor?" Ta stammelte sie: „Herr Doktor? Das ist ja ein Indianer!" Und dann legte sie wie bittend den Zjeigefinger auf die Lippen., t Ich verstehe, nrach' eine sehr höfliche Verbeugung und sage: „Ein bißchen Tropensonne. Verzeihen Sie dein Indianer, Frau Rechtsanwalt! Ich freue mich außerordentlich, die Gemahlin eines meiner liebsten Couleurbrüder kenneir zu lernen. Er hat wir herwärts viel von seinem Glück erzählt." Da weiß sie also, daß sie sicher ist. Wir gehen ins Besuchszimmer, Und sie entfaltet in der Plauderei atte ihre bezaubernden! Eigenschaften. O weh, mein Herz, o ihr alten tollen Erinnerungen! Mein Neid steigt und steigt. Ich muß bald dies alte Europa wieder verlassen; die Sonne, die hier scheint, ist heißer als big Tropensonne. Es dauert nicht lange, da gehen wir zu Tisch, Und als der Herr Genrahl ein paar Schritte zurückbleibt, flüstert sie wir Au: „Nichts verraten! .Wir dürfen uns nie gekannt haben!" und ich entgegne: ^Unbesorgt, niemals! Nebrigens reise ich schon morgen wieder üo." ,Da ist sie denn vollständig ruhig geworden, und beim Essen — übrigens ein vortrefflick-es Essen, mal etwas anderes. Ländlicheres als diese ewige Schiffskost erster Klasse — beim Essen ist sie in einer Laune, entzückend. Bewundernd sieht mein Freund Haafe zu feiner Frau hiniiber, aber meine Eifersucht ersteigt den höchsten Punkt. Trotzdem bleibe ich immer vernünftig: .ich schelte nur - mich selber: „Du Tor, diese Frau hättest du haben können, wcnn du in Europa geblieben wärst!" Ich bleibe vernünsttg, aber so ein Weib, das seiner sicher ist, muß durchaus mit dem Feuer spielen, natürlich eins der prickelndsten Gefühle, mit besagten: Feuer spielen zu dürfen! Alte Jugenderinnerungen flicht sie in die Rede ein> macht Anspielungen, daß ich wie aus Nadeln sitze, und sieht mich dabei hold-unschuldig aus der: lieben Augen an. Das Essen zieht zieht sich in die Länge; immer wieder reizt sie mich zum Trinken — allerdings vortrefflicher Wein! — Und ich muß natürlich erzählen. Ich erzähle von meinen Fahrten zu See — „Unglaublich!" sagt sie ein Mal über das andere und lacht —, voll meinen Jügendff ansflügen — „Münchhausen!" sagt sie und lacht noch toller. „O, bitte!" lverse ich gekränkt dazwischen, „lvarum wollen! Sie mir nicht glauben, da ich doch jedeni Ihrer Worte glaube?" „Das dürfen Sie auch, und das tut auch mein Ndann", sagt der Racker lind spielt weiter mit obbeineldeteül! Feuer. „Wellst sch ihm sage, er sei nleine erste Liebe gewiesen, so glaubt er das, und auch Sie werden das nicht bezroeiseln." „Niemals, aber ich bitte nur auch von Ihnen Glauben aus^ wenn ich sage —" „Daß Sie noch niemals ein Mädchen geküßt haben?" „Meinetwegen, daß ich lioch nie ein Mädchen geküßt habe." Da vergißt sie sich, schlägt die Häilde zusammen und sagt in innigstem Ton: „Nein, mein lieber Herr Doktor Wienecke, das glaube ich Ihnen ganz sicher nicht." Ms sie das he raus geschlagen hat, begibt sich etwas Unerwartetes. Der Hausherr verfärbt sich, legt seine Serviette loeg, erhebt sich und schaut mit dem durchdringenden Blick eines Rechtsanwalts erst seine Frau an und dann nrich, und darauf sagt er 3 „Liebe Tilla, willst du mir lricht das Rätsel lösen? Ich weiß jetzt bestimmt, daß ich vorhin vergaß, dir k’it Namen meines Freundes zu nennen, u.ub nun nennst du ihn selbst." „O Gott!" ruft da die junge Frau, sieht aus wie ein Geist und! ist zu Tode erschrocken. Ich mag mich auch ein wenig verfärbt haben, jedenfalls stoß' ich>ctwas lauter als unhörbar den Ruf aus: „Mke Teufel!" Der^iechtsmensch ist aber ganz in-seinem ,Fahrwasser, tut, als wäre er Untersuchungsrichter oder Staatsanwalt, und sagt mit unerbittlicher Miene, ganz ohne Humor sagt er dcrs: „Gesteht!" Llufspringt da das Frauchen, wirst den Stuhl rücklings lun, lutb hinaus ist sie aus der Tür. Mein Freund Haase legt seine! Stirn aber noch in tiefere Falten, und er herrscht mich an:! „Heraus mit der Sprache! Ich will alles wissen!" „Alter Freund", sag ich da, „in dem Don, da erfährst du! nichts von mir. Geh übrigens deiner Frau nach, damit sie keine! Dummheiten mackst, und dann wollen wir einmal vernünftig miteinander reden." „Erst will ich, Auskunft haben über das, was ihr miteinander gehabt habt. Du wirst mir alles sagen." „Kein Wort werd' ich dir sagen." „D ann werd' ich dich dazu zw tilgen mit der Pistole in der Hand." Das hat er natürlich- nicht leise gesagt, das mit der Pistolch und kaum ist das herails, da stürzt Frau Tilla wieder zur Tür herein, — gelauscht hat sie also da draußen — stürzt herein^ wirft sich vor ihrem Männe nieder, umklammert seine Haild und wimmert: „Um Gottes willen, Franz, nickst schießen! Er ist unschuldig. Ich Hab' dich belogen." Ta steht der Herr Gemahl in unnahbarer Größe, hoch und kalt wie der Montblanc steht er da und sagt: „Tilla,' jede innige Gemeinschaft zwischen Manu und Frau muß auf Wahrheit gegründet sein, mrd du konntest nrich belügen!" „Ja", flüsterte sie ganz gebrochen, „als du mir sagtest, daß ich deine erste Liebe sei, da wollt ich iticfnt hinter dir z-urück- stehen uild versicherte, ganz so wär's auch bei mir." Als' ich! das höre, was der Herr Gemahl ihr gesagt yatz, bin ick; aber auf der Höhe. Laut auftachen muß ich, und daiM tret' ich an den alten Couleurbruder hinan, nehme ihn ganz! sachte beim Ohrzipfcl.und wiederhole gemütlich seine eigenen! Worte: „Jede Ehe muß aus Wahrheit gegrülldet sein. Jawohl, liebes Fvanzel, dam: beichte mal sofort deiner Frau. T-ars ich dir helfen? Ich glaube, ihr werdet eincnlder nichts vorznwerfen habem Ich mache den Vorschlag, wir setzen uns gemütlich wieder zu Tische, Und dann wollen wir von alten Zeiten plaudern." Na, das haben wir denn auch getan, und ich bin überzeugt, daß mm am Ehehimmel weiches Freundes alle Wolken zerstreut sind. Jetzt ist Wahrheit zwischen ihm und ihr. Sonst so im att- gemeinen: ein bißcken Schwindler sind wir atte. 172 vermischtes. * Eine hiftoris ch.e A nekd o t c. Die Vorwürfe, die sich die Brächte der Entente gegenseitig bereits verschiedentlich wegen der Geld- und Blutopfer, die sie für einander gebracht, gemacht haben, erinnern an eine weltgeschichtliche Anekdote, die wie folgt überliefert wird: Der französische Kriegsminister Lonvois machte eiiift Ludwig XIV. Vorstellungen wegen des hohen Soldes, ben er den Schweizern, voit beiieu 30 000 uu französischen Heere Meuten, zahle^ „Von dem Gelde, Sire," sagte er, „könnte inan ja eine Straße von Paris nach Basel mit Talern pflastern !" Der schweizerische Oberst Stuppa, der anivesend »vor, erwiderte: „Und mit dem Blute, daS Schweizer bis jetzt für Frankreich vergossen haben, könnte mau einen Kanal von Paris bis Base! sülleu l" Gäiiseb raten als F a st e n s p e i s e. Biele Verehrer einer gilt gebratenen Gans haben in dem vergangenen Kriegs- winter aiif diesen Geunß leider verzichten müssen, oa er bei den hohen Gänsepreisen beinahe nur Kri^gslieserauteu möglich ivar. Um so überraschender ist es heilte für uns, wenn wir hören, daß es einst eine Zeit gab, in der Gänsebraten als Fastenspeise galt lind als solche ausdrücklich vielfach genossen ,vurde. Es handelte sich daber freilich^ nicht um unsere zahme Hausgans, sonderii uin die sogeiiannte Seegaiis oder Ringelgans - LraMa beruiela U.). die auch Baum-, Bernikel- oder Bernakclgaiis genannt wird. Sie ist ein vollkoiiiiuener Seevogel, ivohiit ans deu Inseln mtb an bcu Küsten der alten unb neuen Welt zwischen dem 60. itnd 80. Grad nördlicher Breite und erschein! im Oktober und November, danii im April und Mai scharenweise an den Küsten der Nord- lind Ostsee. Die nordischen Völker jagen unb sangen estrig diese Gänse, die im früheren Mittelalter, um die Berechtigung dieses Vogelwildprels als Fastenspeise zu erweise t, für das Produkt vo»i Bäumen ausgegeben wurden. Diese seltsanie Metarnorphosenlehre, die ans orientalische Quellen zurückiveist, >vird zuerst in den „Mußestunden" (Ofcia imperiolia“ des Gervasius von Tilburg uin 1211) angeführt. Dort heißt es im 73. Kaoitel: Die Ringel- oder Bernikelgans entstände nicht'aus Eiern, sondern wachse ans den Aesten von Ufer- bäinnen. ,Jn der Grafschaft Kent, in der Nähe der Abtei Favers- hani, entliehen ain Meeresstrande Bäunichen nach Art der Weiden. Ans diesen sprossen Knoten, fast wie Knospe»! neuer Triebe, die, wenn sie dein Alter ihrer Entstehung -gernäsz ausgeivachse»! sind, in Vögel verrvaiidelt werden. Diese hängen die ihnen von der Natur znerleilten Zeiten hindurch am Schnabel abwärts und fallen nach der Belebung und nachdem sie gleichsam ihre Jugeudperiode durch- gernacht, mit Jauftem Flügeljchlage ius Meer, ziehe»! sich auch, von der Ebbe bloßgelegt, bei der »nenschlichen Berührung zusammen." Unter Bernfnng hierauf »vnrde die gebratene' Bernikelgans jahrhundertelang ^.als Fasteiispcise verzehrt, auch noch, nachdem der Holländer G. de Vera in seinen! Buche, über Spitzbergen (1599) die dortigen Nistplätze der Vögel entdeckt und beschrieben hatte. Andere Schriftsteller behaupteten mit unerschütterlicher Hartnäckigkeit die Entstehung dieser Gänse aus auf der Meeresoberfläche treibeudeii wurmstichigen Hölzer»! und lüoflteu den Jugendziistaud des Vogels in der Entemnuschel (I^epas auatifera) erkennen. Erst nach iv»eder- holtem kirchlichen Verbot ist diese denkivürdige Gans ans der Liste der während der Fastenzeit erlaubten Speisen verschwunden. Die Literatilr über die Frage, ob das Fleisch der Ringelgans als Fastenspeise anznsehen sei oder nicht, erstreckt sich über ein halbes Jahrtausend ; sie reicht vom 13. bis ins 18. Jahrhundert. vüchertisch. — Die I n se l - B ü ch e r e i — die wohlbekannten schmucken Bändchen im bunten Papptleide, die so fröhlich anznsehen mtb so ha»idlich zu lesen sind — hat in einenl Zeiiranin von etivas über drei Jahren einen Absatz von zwei Millionen Bändchen erzielt u,id ist in unzähligen Exernplaren auch im Felde verbreitet. Die Sammlung umfaßt bisher 187 Bände, die alle Gebiete der Literatilr, die besten Erzählungen, Gedichte, Briefe, geschichtliche uub philosophische Abhandlungen berücksichtigt. — .Erträumtes und Erlebtes". Die bekannte und vielgelesene Sammlung „Ans den Tagen des großen Krieges" (bei Velhagen & Klasing in Bielefeld und Leipzig) wurde kürzlich durch eine»» nei»en Baud bereichert, den »vir empfehlen können: „Erträumtes und Erlebtes" heißt der Titel dieses kleinen Buches, in dem eine Aiisivahl von Kriegsnovellen ans der Feder namhafter Novellisten 511 einem bunten in den verschiedensten Farben schillern- den Strauß vereinigt lvnrde. Mit Beiträgen sind untec anderen vertreten: Fr. W. von Öfteren, Friedrich Freksa, Kurt Küchler. Ak. E. beite Grazie, Karl Freiherr vo,l Berlepsch. — Eonrad von Höhendorf. Ein Lebensbild nach originalen Quellen mtb persönlichen Erinnerungen e itnion'en von ^ . v 0,1 d a st 0 r , k. k. Hofrat, 0 . ö. Professor der Geschichte luuversität zu Innsbruck uub Direktor des österreichischen histor,,che,i Instituts z,t Roin. Mit Eonrads Bildnis »nd Schrift- pro^e. Elftes bis fnnfzehntes Tausend. Ein Teil des Reinertrags wird Zwecken der Kriegsnirsorge geividniei. 8°. (XII u. 104 S.f v^Olburg und Wien 1016 , Herderschc Berlagshandlung. Kart. Schristleitting: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der B.-ü Gietzener Hausfratten-Bereitt» W 0 chen - K ü ch e n z e t tet Sonntag: Grünte rnfnhpe, Kalbfleisch, TomaidetrtMke, Apfelmus. Montag: Kalbfleisch brühe mit Niideln, Wirsing und Kartoffeln. Dienstag: Brotsuppe, Milchreis ^Kochkiste!. Mittwoch: Mäggisuppe, Grießklöße*) und Backobst Donner s tag: Kartosfelsuppe niit Grünzeug, SeÜeriege- genliste*) mit Klößchen. Freitag: Selleriesuppe, Kabeljau. Senfvutter S a ui s tag: Sagvsuppc, Fischfülze *), Kartoffelsalat. Kochatttveismrgen. Grießklöße (für 4 Personen) : 1 Pfund mittelfeiner Grieß wird mit nn ge fahr V> Liter siedender Milch angebrübt. daß de-r Teig ganz steif ist. 2 Eier und etwas Salz rverden dazu getan. So läßt man beit Teig eine kleine Viertelstunde stehen, oann kommen von 5 Weißbroten die in Schmalz gerösteten Klößbröckeln daran. Mit dem Löffel Klöße.abgestochen und in siedenden! Satz rvassep y 4 Stunde kochen. Selle r i eg e m ü s e mit Klößchen: Sellerie rveich gekocht^ von der Brühe schöne holländische Tunke breitet, Sellerie in Scheiben geschnitten hinein, ebenso kleine vorher in Saüz Wasser ab gelöstste Fleisch kl oste dazu getan. Fischsülze: Nach Antveisung des Gelatine-KockchucheS, ^eite 13. * Rezepte von F r a n L a i h. Ge rnü s e p lldd i n g mit To nr a ten tunke: Man nimurt 1 Pfund Spargel und 1 Pfnnd Erbsen mit Karotten oder nur Spargel oder nur Erbsen mit Karotten. Vs "Pfund Fett wird mit V* Pfund Mehl gedämpft und mit so viel Gemüse brühe glatt gerührt, bis sich die Masse von! Tops löst. Dann schüttet man ik Masse in eine Schüssel, fügt 3 Eier, das Weiße zu Sckmee ge-> schlagen, Salz, 50 Grauun geriebenen Käse, 1—2 Lössel Kartoffel- mehl l«nd das Gemüse hinzu. Alles gut mischen und in einer vorgerichteten Form 1 Stunde im Wasserbad kochen odet'backen. T o m a te n t ll n k e: Etwas Fett und seingeschniltene Zwiebel halbgelb rüsten, 2 Eßlöffel Tomatenmark, 1 Tasse Wasser oder Fleischbrühe unb 2 Eßlöffel geriebenen Käse. AlKT gut durchs kochen lassen. « Reis mit Aepfel: Aepfel 1 verden geschält, in, Scheiben geschnitten und in etwa 1 Liter Zuckerwasser tveichgekocht, dann niit einem Schaumlöffel herausgenommen. Inzwischen brüht mjatt Vs , Pfund Reis ab, gibt ihn in das Aepfelwasser und kockst ihn weich Eine Form wird mit Wasser ausgespült. In diese Form gibt man Reis und Aepfel lagemveise und stürzt dann die Masse auf eine Platte. Etlva V* Pfund Erdbeer- oder Aprikosenmarmelade verdünnt man mit 2 Tassen Wasser und läßt es auskochen. Fügt dann unter stetem Rühren 1 Eßlöffel Mondamiuersatz, mit etwas Wasser angerührt, hinzu und gibt die fertige Tunke über den Reis. Buttermilch- oder D i ck m i l ch p ud di n g: 1 Liter- Butter- oder Dickmilch gut geschlagen, Zucker nach Geschmack, etirmS Ruin und 12 Matt aufgelöste Gelatine, wovon einige rot sein können, füllt man in -eilte mit Wasser ausgespütte Puddingform mrd stellt die Masse 6 Stunden zum Erstarreu hin. Marr reicht Vanille-- tunke dazu. In Frredenszeiten kann man diese Speise auch von saurem Nahm machen. - Zchach-Uufgabe. Von W. Bone. Auslösung des Versteckrätscls in voriger Nummer: Der Zorn ist ein schlechter Ratgeber. 'scheu UniversitälS-Buch und Steindruckerei, N. Lange, Gießen.