Die arme Prinzessin. Roman von Fedor von Zobeltitz'. (Nachdruck verboten. ^ (Fortsetzung.) Da km nun die Zeit des Glanzes. Es ging hoch her in Goiternebg, wenn der Fürst nicht in Berlin oder auf Reisen lveilte. Ein kleiner Hofstaat umgab ihn, und der Hofchef war von gutem Adel. Dem unterstand Beyfuß; und da dieser Hofchef neben seinem guten Adel auch reichlichen Hang zur Bequemlichkeit und leichte Anlage zum Asthma desaß, so legte er vielerlei Vvn feiner höfischen Last auf die breiten und eckigen Schultern des Intendanten. In Got- ternegg schaltete Beyfuß ziemlich unbeschränkt. Seine Bildung stand freilich nicht ans massivem Sockel: aber das war für diesen Fall auch nicht nötig. Sein Pflichteifer war groß: auch war er immer ein Mann der strengsten Ordnung gewesen: so ging denn im Schlosse altes wie am Schnürchen, und der Fürst war sehr zufrieden mit dem neuen Beamten. Beyfuß war auch zufrieden — o, wie war er das! Es war eine köstliche Zeit, und er gewann «an Würde, als ihm tint§ Tages sogar eine Art von Uniform verliehen wurde. Das war damals, als Seine Majestät fast eine ypx&t Woche lanA Jagdgast des Fürsten war —« die Zeit höchsten Glanzes für Gotterncgg. Da ging auch für Beyfuß die Sonne auf . . . Der Hofchef hatte'die Uniform des Herrn Intendanten selbst erfunden und entworfen und Robrecht in Berlin die Ausführung übernommen. Es war ein Frack mit hohem Kragen und feiner Goldstickerei, und auch die Knöpfe waren vergoldet, und die Beinkleider hatten goldene Gallons. Frau Beyfuß weinte, als sie ihren Mann zum ersten Male in dieser höfischen Gewandung sah, die im Grunde genommen doch nicht viel mehr war als eine Livree. Sie weinte vor Rührung: wie er so vor dem Spiegel stand und sich anschaute — ein Kammerherr hätte nicht gewinnendere Größe entwickeln können. . . . Lieber Gott, das ging -alles vorüber. Es war wie ein großer Rausch; es war wie das letzte Aufprasseln eines schonen Feuerwerks, und dann wurde es dunkel. Noch existierte his Uniform: sie hing im Schranke urrd roch nach Naphthalin; keine Motte traute sich heran. Erdolcht, nein gevierteilt hätte Beysuß die Matte, die sich verbrecherisch an dieses Kleidungsstück gewagt; es toar ja kein Kleidungsstück mehr: es war etwas Heiliges, es war eine Reliquie, es imtt ein Stück Herz. . . . Der Krach kam, die Gloriole verging; alle Größe schwand, und der Fürst starb, und in einer Winternacht sprang das Wappen über dem Schloßportal. Es wurde sehr einsam, es schied einer nach dem andern. Die Türen des Schlosses öffneten sich nicht mehr, und vor die Fenster fiefett die Rouleaus herab. Die Adurinistration der Herrschaft wurde nach einem Vorwerk verlegt, das so ungefähr oen Mittelpunkt des Besitzes bildete, und die junge Fürstlichkeit siedelte in das Rentamtsgebände über, in das ,,-alrs Haus". Es schied einer nach dem andern, aber Beyfuß blieb. Er, Velten und die Madame: das waren die Getreuen, die hielten aus. Es hätte nur einer kommen sollen und sagen: „Alter Beyfuß, warum flüchWst du nicht aus diesem Rattennest und kehrst in die Welt zurück?" Da würde er sich gereckt und geantwortet haben: „Weil ich hierher gehöre; weil ich die Sonne untergehen sah und die Nacht nicht fürchte; weil ich meinen Herrn bis über das Grab liebe; weit ich ein treuev Mann bin." Das war er, und deshalb sprach auch niemand ein respektloses Wort über die Gotterneggs, wenn Beyfuß den Bnrgmüller besuchte. Man hatte Achtung vor dieser Treue, und Fürbringer sagte, es erinnere dies an das Zeitalter der Kreuzzüge; warum, sagte er nicht. — Beysuß wischte, nachdem er die Butterbrote verzehrt hatte, mit seinem roten Taschentuche über seinen Mund und zündeye sich nun "auch die Zigarre an, die der Burgmülloc ihm reichte. „Es ist eine von Ihren Havannas, Burgmüller," sagte er, „ich seh' dies am Bändchen. Es scheint eine Vuelto zu sein. Hoffentlich bekommt sie mir. Ich habe mich des Rauchens so ziemlich entrvöhnt, es raucht niemand bei uns, auch Herr Velten nicht, und Seme Durchlaucht nur Zigaretten. Aber die selige Durchlaucht, die rauchten sehr stark und hatten* merkwürdig lange und dicke Zigarren, es hieß eine Sorte Panetelös, dess' entsinne ich mich noch. Es waren feine Zigarren und manche kosteten einen Taler das Stück." „Verrückt", äußerte der Burgmüller. „Wie?" fragte Beyfuß, als habe er nicht recht verstanden. ,^Ja, es war so — ich hatte die Rechnungen unter mir, es ging viel drauf, es war ein ganz fürstlicher Haushalt. Jetzt hat man sich ja eingeschränkt, und inan tut zuweilen etwas viel in der Einschränkung; die Repräsentation könnte mehr gewahrt bleiben. Aber. Durchlaucht Prinz Jost sind so einfach . . . mein Gott, das hätt' ich ja beinah' vergessen: Prinz Jost hätte gern einmal Ihr altes Buch gesehen, Burgmüller; es wäre eine Bibel oder so etwas und eine Hauschronik — er interessiert sich dafür. Ob der Otto es nicht mitbringen könnte." „Natürlich," rief Otto, „und gern! Deine alte Scharteke, Vater! Hast du sie noch?" „Ei, versteht sich," sagte Reschke, ftanb auf und holte den Folianten aus der Kommode, schlug einmal mit der flachen Hand aus den schweinsledernen Deckel, um den Staub zu vertreiben, und legte das Buch sodann auf den Tisch. „Also den Jost interessiert das?" fuhr er fort. „Woso denn auf einmal ^gVon wegen der Chronik?" „Es ist wohl mehr von wegen des Gedruckten," eutgeg- nete Beysuß, und Otto fügte lebhaft hinzu: „So wird's sein. Für alte Schmöker hatte Jost immer 'was übrig. Er wollte leidenschaftlich gern Germanistik studieren, aber der arme 142 Kerl mit seiner zarten Gesundheit durste ja nicht aus dem Hause heraus." . ' !„Er hat wieder das Hensieber," sagte Beysuß; „das ist |pie bei der Malaria." „Ein schönes altes Buch," bemerkte der Kantor, der den Folianten aufgeichlagen hatte. -,Es hat kein Titelblatt, cs ist auch ein seltsames Latein, es scheint eine Geschichte der Heiligen zu sein." ^ „Die Chronik hinten ist noch älter", behauptete Reschke. „Die ersten Blätter sind Pergament. Eine Jahreszahl Hecht vierzehnhnndertnndachtzig. Das ist in Deutschs geschrieben, aber es ist ein verflixtes Deutsch." .„Hört einmal," ries Otto, „ich habe eine gute Idee. Ich werde Jost bitten, daß er uns die Chronik in vernünftiges Deutsch überträgt. Das tut er gern; cs wird ihm Spaß machen. ..." Der Burgmüller nickte bedachtsam. Er gab dies Buch ungern ans dem Hanse; aber die Bitte des Prinzen ließ sich nicht gut abschlagen. Und Otto mochte immerhin recht haben: aus den Chronikblättern kamen auch zu öfteren die Wild- uub Burggrafen zum Gotzeneck zur Erwähnung, die Vorfahren des Prinzen; das mochte das Interesse Jostens für die alte Urkunde erhöhen. „Mutter, hol mal ein Stück Zeitung," sagte er, „oder noch besser, ein Stück Packpapier und wickle das Ungetüm ein. Beysuß, sagen Sie dem Prinzen mein Kompliment und es sei mir eine besondere Ehre, ihm das Buch leihen zu dürfen." „Ich werd's ausrichten," erwiderte Beysuß, „und werde Seiner Durchlaucht auch das von der Uebersetznng sagen. Es ist mir bekannt, das; Seine Durchlaucht Ihnen, lieber Herr Reschke, ein ganz besondrcs Wohlwollen entgegenbringen, mit) deshalb zweifle ich nicht, daß er sich freuen wird, Ihrem Wunsche zu willfahren . . ." ^ Der Burgmüller nickte wieder, antwortete nichts, aber es spielte um seinen glattrasierten Mund ein etwas nwkanter Zug, der zu sagen schien: was schiert Gottlieb Reschke das gnädige Wohlwollen der Gotterneggs. Grete hatte das Packpapier gebracht, und Frau Tilde schlug den Folianten ein. Der Kantor und Otto stritten sich noch über den Inhalt. Otto nieinte, es sei keine Legende der Heiligen, sondern ein altes Missale, irgend ein undatierter Frühdruck aus den Anfängen der Typographie; man müßte eigentlich einmal einen Fachmann, einen Bibliothekar oder Antiquar zu Rate ziehen. Nun erzählte Fürbringer von der Bibliothek im Schlosse Gotternegg. Vor zwanzig Jahren habe er sie zusammen mit dem Pastor Fresenius einmal geordnet. Es stände da noch eine Masse uralter Bücher, und der hochselige Fürst hätte auch die Absicht gehabt, einen besonderen Bibliothekar aü- -ustellen: aber es sei schließlich bei der Absicht geblieben. Jetzt würden sich ivohl die Würmer über die Schweinsledernen hermachen. Dagegen erhob Beysuß Einspruch. So lange e r als Schloßintendant aus seinem Posten stehe, sei so etwas ausgeschlossen. Alle Vierteljahr sei die Bibliothek ansgestaubt und gesäubert worden. Ten letzten Winter hindurch habe man die Raume sogar durchheizt, weit der Prinz Jost da häufig studiert habe. „Was denn studiert?" fragte der Burgmüller. „In eben diesen Büchern," erwiderte Beysuß fast beleidigt. Der Kantor schüttelte den Kopf. „Ich weiß," sagte er. „Ihr Prinz hat das Zeug zu einem Gelehrten. Er ist eine stille Natur. Aber in seiner Stellung erachte ich das für bedenklich. Und warum? Wenn alles so kommt, wie man spricht, und Fürst Bolko entsagt seinen Würden, so ist er der Aelteste. Prinz Jost wird dann Fürst. Nicht nur dies, sondern er ist dann auch der einzige Träger seines Namens. Und als solcher ein Bücherwurm? Nein, Herrschaften, das ist gegen jedwede adlige Tendenz, gegen die Tradition, gegen das Herkommen. Als Fürst muß er ritterliche Waffen tragen, da muß er in erster Linie Soldat sein. Die Gotzenecks tragen immer die Hand am Schwertknauf. Herren waren die Gotzenecks! Burgmüller, Sie lächeln. Lächeln Sie oder lachen Sie frei heraus. Es ist doch die Wahrheit. Mich wurmt's, daß so ein altes Rittergeschlecht die Kraft verliert, seine Massen zu führen." „Jawohl!" rief eine helle Stimme. Das klang ganz begeistert. GreG rief es dem streitbaren Kantor zu. Sie saß am Fenster und starrte in den Mondglast, der durch den Linden bäum rieselte, nickte und ries noch einmal: „Jawohl!" „Geh zu Bette", sagte Frau Tilde. Otto lachte. „Laß sie noch aus, Mutter, es ist mein Ankunstsabend. Sie muß sich erst beruhigen, sie träumt sonst schlecht. Sie ist ein verfehltes Müllerkind. Sie hat keine Krone, aber Zacken'im Kopf. Die Gelehrsamkeit ist ihr wie unser Mehl, sie macht sich nichts daraus. Sie ist mehr ein Raubritterfräulein." Der Bnrgmüller brummte und stopfte sich die Pfeife frisch, aber Fürbringer rief: „Hast ganz recht, Grete! Seht ihr, das ist meine Erziehung! Als ihre Nase noch miß war, haben wir sie schon zur Königin Wlasta gekürt. Sie ist eine feine kleine Maid und soll einmal einen Edelmann kriegen." Da rasselte Frau Tilde mit'ihren Stricknadeln kricgs- gemäß und schaute bedrohlich ans. „Setzen Sie ihr nur noch mehr Raupen in den Kopf, Kantor," meinte sie voll Aerger, „sie spielt sich noch nicht genugsam auf. Sie tut sich noch gar nicht. Wenn sie in den Kuhstall soll, verzieht sie die Lippen, und !vo cs geht, drückt sie sich in der Wirtschaft. Aber sitzt immer mit der Annemarie zusammen, und von daher kommt aller Unfug. Es ist kein Glück, ich bleibe dabei, die Nachbarschaft von den Gotterneggs und diese dicke Freundschaft. Sie schickt sich nicht, sie ist nicht zu passe; ich. möchte sagen, sie widerstrebt der Natürlichkeit. . . ." Das ging nicht ohne eine scharfe Gegenrede ab. Grete schrie: „Mutter, Annemarie ist mir hundertmal lieber als die Karline Jannasch, die du in Seide" wickeln möchtest! Der Schielebock, die Karline, mit der verkehr ich doch nicht. . ." „Halte die Gosche!" gab Frau Tilde erzürnt zurück. „Tatatata", machte der Bnrgmüller gleichwie beruhigend, ohne die Pfeifenspitze ans dem Munde zu nehmen. Otto sagte nur: „Du darfst nicht übertreiben, Mntting;" aber der hitzige Kantor schlug mit der Hand ans den Tisch, und hinter der Brille blitzten seine Augen. „Burgmüllern, wenn man so etwas hört," rief er, „da möchte man doch lvahrhaftig gleich aus der Haut fahren und sie neben sich legen! 0 si tacuisses, Frau Reschke, oder zu deutsch: Wenn du bloß stille sein wolltest! Frau Reschke, ich will Ihnen einmal etwas sagen: Es kommt so manchmal die Zeit, da spreizen Sie sich mit Ihrer bäuerlichen Abstammung, aber nur, wenn's Ihnen gerade mal paßt. Tie drüben im Schlosse tun sich nichts zu gut ans ihre Fürstenherrlichkeit und sind doch echte und rechte Fürsten, jawohl, von Gottes Gnaden, Frau Reschke, und es ist ein paradiesischer Zustand, sage ich Ihnen, daß die Gotterneggs mit den Reschkes sozusagen aus du und du stehen und verkehren miteinander auf der Diagonale der Gleichheit wie im berühmten Zuknnstsstaal. Und dadranf wollen Sie schimpfen und wollen behaupten, für Ihre Grete tauge das nichts? Burgmüllern, die drüben sind grade zufälligerweise im Niedergang; aber es kann wieder einmal anders kommen, und auch auf der Mühle kann das Wasser knapper werden. Sie sollten stolz sein auf die Freundschaft der Gotterneggs und, daß Ihre Tochter und eine Prinzessin sich duzen! Und was für eine Prinzessin so ein liebes, frisches Kind, so, ohne Gehaben und Tuerei . . . Donnerwetter, eine Ehre sollt's für Sie sein, Frau Reschke!" „Tatatata," sagte der Bnrgmüller und nahm die Pfeife ans dem Munde. „Man immer ruhig. Fürbringer, Ihr seid ein Fürstenknecht. Ich unterschreibe auch nicht alles, was meine Frau behauptet —" „Du wirst nicht widersprechen," siel Frau Tilde ein, mit starker Betonung des „du", und erneute Streitlust klang aus ihren Stricknadeln hervor. „Was meine Frau behauptet," wiederholte der Bnrgmüller gleichmütig; „ich habe die Leute vom Schlosse sogar aufrichtig gern — aber von Stolzsein und Ehre soll mir keiner sprechen. Nein, Fürbringer. Mit der Untertänigkeit ist es vorbei; das war früher einmal, unter dem Leibgedinge; hercke sind die Gotterneggs nicht mehr als die Reschkes, sind Staatsbürger wie wir — und soll ich wirklich stolz sein darüber, daß meine Kinder mit denen vom Schlosse befreundet sind, dann ist's für die drüben dieselbige Ehre." „Bettelvolk," murrte Frau Tilde leise. Das hatte Otto gehört; er wurde rot und sprach mahnend: „Mutter!" Beysuß erhob sich mit Anstand. „Ich streite nicht mit," sagte er; „ich bin Partei, ich gehöre nach drüben. Was ich denke, behalt' ich für mich. Mer, Herr Kantor, Ihnen möchte ich die Hand schütteln. Sie haben mir aus dem Herzen gesprochen. . . ." Er hatte noch einen Rest w 143 seinem Bier glas; den trank er ans und rief: „Dies leere ich ans die alte Ritterlichkeit!" „Prost!" schrie Mirbringer aufgeregt und sprang empor. „Wo ist mein Glas? Otto, ich habe nichts mehr, ich nehme deins. Du hast auch nichts mehr; Burgmüller, geben Sie mir Ihr Glas, ich muß Beysuß Nachkommen! Behfuß, alles was Ritter ist und ritterlich denkt, das lebe! Otto, schrei mit! Grete, schrei mit! Das Lebe! Die Gotterneggs hoch! Donnerwetter!" Grete brüllte- und auch Otto rief „hoch". Frau Tilde nahm ihren Strumpf auf und ging mit.starken Schritten aus dein Zimmer. „Ihr seid allesamt verdreht," sagte der Burgmüller lachend. Auch Otto lachte. Aber es zuckte dabei um seine Lippen. Diese beiden närrischen Vertreter der Ritterlichkeit, die sich die Hände schüttelten, das war !v-ie ein-Bild aus einem Satyrspiel. Nun ging die Tür auf, und Mau skr, der Bogt trat ein: ein riesig großer Mann mit einer fernen Kinderstimme. Der brachte Reschke-den Schlüsselbund und meldete, es sei alles in Ordnung. (Fortsetzung folgt.) Der Herr Zchinkenbiilder. Bon Louise Schulze-Brück (Nachdruck verboten.) Wenn die Mädchen aus dem Torf jeden zwettnr Sonntag Liebesgaben fiir die Lazarette sammeln gehen, dann ist es immer halb ein Pläsir und halb ein An gang, wenn sie am Hause vom! Herrn Bülder schellen. Da wird ihnen zuerst einmal gar nicht ausgemacht, so heiser sich auch die alte Flurklingel schreien will. Es ist so still im Hause, daß cs ganz leer zu sein scheint. Aber sie haben ja Zeit und können warten. Sie wissen auch. ganK genau, daß hinter dem einen der schlossen eil Laden der Herr Bülder «llslugt, die Pfeife im Mund, die Samt kappe auf dem Kopf, und hinter dem andern das Fräulein Bülder mit einem Seelenwärmer um den mageren Oberkörper und einem großen Häkeltnch um den Kops. Die zwei unverheirateteil alten Geschwister hausen zusammen. Sie haben arg viel Geld und sind berühnlt wegen ihres Geizes. Sie heißen Biller. Aber ihr Spitzname ist Herr und Fräulein Bülder, weil dae' alte Mädchen einnial vor Gericht in einer Zeugnissache, in der sie beide vernommen wurden, dem fragenden Richter nüt einem vornehmen Mund spitzen hochdeutsch geantwortet hat: „Wir heißen Herr Bülder und Fräulein Bülder." Nun müssen sie den Spitznamen tragen bis an ihr seliges Ende, das ihnen ein paar entfernte Verwandte recht christlich gönnen, damit das viele schöne Geld doch endlich einmal in Hände kommt, die es nicht verschimmeln lassen. Endlich, wenn schon auf allen Türen ringsum Leute stehen, die sich das Schauspiel, >oas jetzt kommt, nicht entgehen lassen wollen, läßt sich ein schlürfender Schritt hören, ein Schlüssel wird dreimal im Schloß herum gedreht, ein Riegel zurückgeschoben, die Tür vorsichtig geöffnet. Fräulein Bülder steht aus der Schwelle, schlüge die Hände überm Kopf zusammen und schreit mit der lauten Stimme der Schwerhörigen: „Ach du liebes Herrgöttchen, da ist das Bcttelvolk schon wieder. Hört das denn gar nicht auf? Wo man selber kaum genug zu leben hat, sott man auch noch immer und immer lvas wegschenken. Und wofür? Da in beu Lazaretten, da werden sie ja ohnehin schon verpflegt wie die Prinzen." Dann guckt sie in den Korb, sieht die Stücke Schinken und Spccl und Dürrsleisch, die Butterklumpen und die Eier, und fängt von neuem an zu zetern: „Heinrich, Heinrich, nu kuck doch cmal. Was die Lem' all zuviel han!" Der Heinrich ist schon da. Mit höchster Mißbilligung betrachtet er den Korb voll guter Gaben: „All' müssen se in den. Steuern gehuckt (erhöht) werden," brummt er ärgerlich. „Butter, als ob se nix^kost, und 'Eier, als ob se geregnet wären, und Schinken und Speck, als ob's Dreck wäre." „Ich Han nix, ich Han nix," jammert Fräulein Milder. „Mein Rauchkammer is als ganz leer! Und mein Hühner legen nit, und Butter kriegt mer auch kein, Ivo mer kein Futter hat ltir's Vieh." „Geht weiter, ihr Mädcher," jagt der Herr Bülder wehleidig. „Geht bei Leut', die ihr Sach zum Fenster rausschmeißen, da kriegt ihr mehr." ^ Run werden die Sammlerinnen ärgerlich: „Lossen mer giehn, stellen mer uns hier net hin zum Spott," sagt eine, und eine vorlaute schreit bcnt_ Fräulein Bülder so laut ins Ohr, daß es die ganze Nachbarschaft hört: „Mer Han ja auch so viel Sach, mer könne Ihnen noch was schenken, daß Sie nit verhungern." Jetzt schlägt die Stimmung um: „Mach', daß du selber nit verhungerst, du frech Dingen," sagt das alte Mädchen gereizt. „No viel wie die annern können mer auch noch, gell Heinrich." Dann schlürft sie zurück und kommt nach einer langen Weile wieder: „Matt hat der Vorsteher geben?" schreit sie. „Zwölf Eier, und da den Klump Butter, und da den schweren Knubben Schinken." „Heu is ganz und gar verdreht," jammert Fräulein Bülder. Und dann bringt sie auch zwölf Eier, auch einen Klumpen Butler und außerdem auch noch einen Topf Zwctschenmus. ^Schinken hann ich keinen^mehr, ich kaim Euch keinen geben, sonst verhungern wir im Sommer." Und zögernd und ungern trennt sie sich von ihren Schätzen, von denen sie nichts hergäbe, weun's nicht darum ginge, daß sie gerade so viel geben könnte als die anderst. Und am Abend im Wirtshaus poltert der Herr Bülder eine halbe Stunde lang über die Bettelei- und die teuren Zeiten nnd schwürt einen Eid/ daß er nix- ans seiner Räucherkammer geben kann, weil sie sonst elendiglich verhungern. „Wieviel Schinken haste denn noch drin," fragt schließlich ärgerlich ein Altersgenosse, dem das ewige Gespräch nun zuwider wird. Ter Herr Bülder zögert. Wenn er sagt, daß er noch sieben hat, ohne das Dörrfleisch nnd die vielen Speckseiten, dünn verhöhnen sie ihn, und er muß das nächste Mal doch damit her- ansrücken, und wenn er liegt, daß äs nur zwei oder drei ftnS, bei stellt er sich so arm, was er auch nicht will/ Er' brummte etwas Unverständliches. Aber der andere laßt nicht locker. Schließlich findet - der Herr Bülder einen Mittelweg. „Vier Hann ich noch, und das ist doch grad knapp für's Auskommen," seufzt er betrübt. „Vier? Ich wollt'-, ich hätte die, die es mehr sind," sagt der andere. „Kein einen mehr!" sagt der Herr Bülder. „Nu sei awer still, du Bedenrlichduer (Bedauerlichtuer)." Sie haben mittlerweile schon ein paar Schoppen getrunken. Und der Herr Bülder kann nicht viel vertragen. Seine Zunge wird schon schwerer. Genau weiß er auch nicht mehr, was er sagt, sonst ivürde er nicht auf einmal lospoltern: „Vier sind es und keiner mehr. Was mehr is, das gab ich für die Bettelmädcher, — wenn sie's holen können." „Is das cu Wort?" „Ja, das is en Wort!" „Halt Jhr's gehört, Ihr annern? Bier Schinken hat der Herr Büld — — — der Biller in der Räucherkammer. Was mehr is, können sich die Mädchen holen." „Wenn se dran können," ruft der Herr Milder, dem es bei der Sache etwas unheimlich ivird. „Ja, natürlich, wenn se dran kommen." „Na ja, dann Ijat das gute Weg. Die Dühr dreimal zugeschlossen und den Riegel vorgeschob!" „Sein Haus muß mer behüten," sagt der Herr Bülder. „Mit Gcivalt darf nix gemacht werden, natürlich nit..." „Nä, na, natürlich nit. No, drauf trinken wir noch en Schoppen, wat, Biller?" ^ „Noch einen, ja. Awer dann muß ich heim... bei mein Schinken. .sagt der .Herr Bülder. DieZRekrnten von 1915 stupsen sich vor Pläsier am andern Tisch. Stecken die. Köpfe zusammen nnd tuscheln hinterm Rücken vom Herrn Bülder. Eine ganze Zeitlang. Dann steht einer auf und geht fort. Ein paar Minuten drauf klopst's an einem Fenster im Dorfe. Dahinter ist noch Licht nnd Geschwätz. Da sind noch die „Bettelmädcher" zusammen, nnd cs wird ausgemacht. Und nicht fünf Minuten drauf kpinmen zwei von ihnen nüt einem großen Waschkorb heraus nnd gehen durch die dunkle Dorf- ftraße zu Bilters Hans. Tic Schelle bimmelt, der Spitz bellt wie rasend. — Das Fräulein Biller kommt erstaunt heraus. Just hat sie schlafen gehen wollen. „Was is denn nu da wieder los?" „Ei, en schönen Gruß vom Herr Biller, und das Fräulein Schwester soll so gut sein nnd gleich mal nauf in den „Ochsen" kommen. Und sollt die Schinken mitbringen, die über vier in der Räucherkammer wären." „Was? Was soll sie?" „In den „Ochsen" kommen und die Schinken mitbringen, die über vier da wären. Aber schnell, es tat pressieren." „Ja, aber..." „Es tat arg pressieren!" „Wie is das mit den Schinken?" „Ei, vier sollen da bleiben, die andern sollen vorauf in den „Ochsen" gebracht werden." Das Fräulein Biller wundert sich ein bißchen. Aber vielleicht hat der Bruder einen guten Handel gemacht. Wo der Schinken jetzt so teuer ist. — Also zündete sie ein Licht an nnd steigt hinauf auf die Räucherkammer. Die Mädchen hinterdrein. Sie lachen, daß sie fast ersticken ... So ein Spaß ist noch nicht dagewesen. Die Jungen, die haben's gleich weggehabt, daß der nur gerät, wenn er gleich ins Werk gesetzt wird, im Handumdrehen gleich. Denn wenn der Biller erst daheim ist und ausgeschlafen hat, und zur Ueberlegung kommt, dann ist's natürlich aus mit dem Pläsier. Und das ivird jetzt ein Hauptpläsier,- wenn sie mit den Schinken kommen und das Fräulein Bülder auch noch gleich mitbringen. Ja, der Hannessen Hannes, der heckt all so Sachen aus, das iÄ der Richtige für so was. ,Zch kann die schtvereu Schinken nicht ruiruerh-Peu," seufzt das Fräulein Bülder, „da, Halit ihr ft mal." Einer - ztoei — drei. Vier bleiben häugeri. „9ro jo, mit vier koimuen wir ja auch aus, - mit all dem Dürrfleisch und Speck und der Wurst " Das sind Schinken. So sch:v?r, das; die zwei rid>.ij zu schleppen haben. — Das Fräulein Bülder kommt hinterher, murmelt und schimpft über den Bruder, der sie da bei nachtschlafender Zelt beraussprenAt, und >oas das nun wieder herben soll. Der Hannesten-Hannes wartet schon vor dem Ochse«. — „So Ihr Mancher! Jedevejns einen Schinken in der Hand und den Nr, 3 zwischen Euch getragen." Erstaunt schaut das alte Mädchen der Verauslallung zu. Was is denn nu das? Wo der Hannesfen-Hannes dabei.ist, da ist doch immer eine Eulenspiegelei im Gange. Und ungewiß trollt sie hinter dem Hannes her. Die Tür der Wirtsstube stößt der Hannessen-Hannes mit Gepolter aus. Geht feierlich aus den Herrn Bülder los und meldet militärisch: „Mit drei Schinken zur Stelle, die die Bettelmädcher geholt hau. Bier sin noch da. Das Fräulein Schwester bau ich gleich mitgebracht, daß sie es bezeugen kann. Mir Gewalt is mx gen^acht worden." Dem Herrn Bülder fällt - rack - die Pfeife aus dem Munde. Die beste Sonnlagsuachmittagspseif! Er schaut den .Hannes an, als ob er der große Elefant in der Menagerie wäre: „Wa—<»—at?" „Die Bettel mädcher h-an die drei Schinken gehockt — vier sind noch in der Räucherkaminer," wiederholte der Hannes stockernst. Der Herr Bülder springt aus, als ob ihn was gestochen hätte: „Mein Schinken --, mein Schinken! Datt gilt nit! Datt is gestohlen! Datt leide ich nit! Watt haste denn gemacht, Lies?" Das alte taube Mädchen versteht nicht, was vorgeht. Hilflos starrt sie ans den erbosten Bruder. „Watt k>aste gemacht?" schreit der ihr nochmals ins Ohr. „Watt is mit de Schinken ?" Endlich versteht sie und versteht auch gleich, daß man ihnen einen gehörigen Schabernack gespielt hat: „Die Volker! Die schlecht Stücker! Du hältst sie geschickt, hau se gesahd! Ich sollt mitgiehu, Han se gesahd ! Esu en Gesellschaft — fu en Völker!" Und wie sie nicht mehr kann, fängt der Herr Bülder wieder mi. Droht mit Gendarm, Polizei und Gericht. „Oho, Biller," sagt da einer von iftn Alten. „Mach langsam! Mir sin all Zeugen, daß du gesahd hast, watt über vier Schinken wären, könnten die Madcher holen!" „Ja, ja! So loar et!" „No also! 9ht bis ganz still. Gieh heim und schlaf dich aus. Stoch et en rmd sag ,gar nix mich. Datt is dir sehr gesund, datt do. Bor lauter Geizlgkeit d.'htste dick) am liebsten selber offessen, wann de nur kimntst. Die Schinken bleiwen do. Do Han mer morgen en schönen Wagen voll! Die schmecken unfern Berioundetcu extra gut. Du has dich jo immer daniit gebrüft. datt su schwer klrnd su zart wie dein Schinken keine im Dorf wären. Datt pulst lunsern Zaldateu danrr extra gut. Gieh heim un verschlos deinen Äerger!" # Ja, was bleibt dem Herrn Bülder anders übrig. Gegen die Stimme des Dorfes ist nichts zu machen. Dagegen gibt es auch weder Gendarm, noch Polizei, noch Gericht. Das weiß er wohl. Am andern Tage fährt der Hannessen-Hannes mit einem extra schweren Wagen voll Liebesgaben in die Stadt. Er knallt durchs ganze Dorf wie besessen mit der Peitsche Und alles kommt an Fenster lind Türen. Aha! Da fahren dem Herrn Bülder seine Schinken. Und der Hannes ruft dazu mit der heiseren Stimme, die der Ausrufer an der Kirmes-Glücksbude immer hat: „Ansgepaßt, meine Hörrschaften! Jetzt komnren die Schinken! Die größten Schinken der Welt? Die besten Schinken dec Welt! Dem Herrn Schinken-Bülder seine Schinken! Jmnrer ausgepaßt, meine Hörrschaften! So 'ne Schinken wie den»-Herrn Schinken-Bülder seine Schinken, so 'ne Schinken, hat's noch nicht gegeben, so laug das Dorf besteht!" Ja, wer den Schaden hat! Der Herr Bülder lauert hinter feinem Laden. Und der Hannes knallt und schreit doppelt laut: „Dem Herrn Schinken-Bülder seine Schinken!" und der weiß: wenn lange nichts mehr von ihm da ist, nicht ein Knöchlein mehr aus dem Friedhof, dann wird im Dorf noch die Geschichte erzählt. Die Geschichte vom Herrn Schinken-Bülder seinen Schinken. Denn für so »vas hat das Dorf ein gutes Gedächtnis. Vermischtes. *-Gin Oberst als Wachtposten. Bon dem im Jahre 1900 als General der Kavallerie verstorbenen Alex. p. Wartens- lebeu wurde das folgende Geschichichen in Offizierskreisen erzählt, das wohl jetzt Interesse erregen dürste. Als der Genannte komr Acmdeiir der 7. Dragoner in Saarbrücken war, verließ er eines ' Tages sein Hans, vor dem natürlich ein Wachtposten des Regiments stand. Der Oberst hatte die Absicht, einen Besuch zu machen, tras vor der Tür eine Terme, die zu seinen Angehörigen wollte, und n 3 er sich kaum von dieser verabschiedet hatte, bemerkte er, Lag er ferne Zigarreutasche oben hatte liegen lassen. Selbst nrochte er nicht mehr zurückgehen, um die Tanke nickst noch eÜH mal zu treffen, so wandte er sich an den Tragonev, der vor der Tür aus Posten stand imd befahl ihm, daß er die Zigarrentasche: hole. Der Dragoner, -der vielleicht nreiute, er solle aut die Probe gestellt wcrd'n, sagte seine Instruktion her: er dürfe unter keinen Umständen, nur bei drohender Lebensgefahr, die andere betritt, feinen Post.,» verlassen Und sein Oberst nahm mit Befriedigung diese Entgegnung des Postens ans: kurz entschlossen, löste ec aber den Posten selbst ab. Er ließ sich d>en gezogenckl- Säbel des Mannes geben uns stand Posten, bis dieser mit der Zigarreutasche herunterkain. Und bis das geschah, prüfentierbs der Oberst vorschriftsmäßig vor einigen Offizieren, die zufällig vorbei kamen und fick nicht genug darüber ttmudern und amüsieren konnten, wie ein Oberst seine eigene Wohnung bewacht. Vlichertisch. - B o u g s i l l u st r i e r t e Lk r i e g s g e s ch i ch t e „Ter Krieg 1914 16 in Wort nüd Bild". 66.-66. Heit. (Preis je 30 Pfennig.) Deutsches Bettagshaus Bona & (io., Berlin W. 57, Potsdanrer Straße 88. — Band Nr. 1052 von Kürschners Bücherschah: Leska. Roman von E. Pely. 112 Seiten Nmiang. — Preis 20 Psg. — Hermann Hillgcr Verlag, Berlin W 9, Potsdainer Straße 124/125. — „B n h n e und Welt". Monatsschrift für das delltsche Kunst- und Geistesleben, hcransgegeben von Will). Kiefer. Februar- best. Inhaltsverzeichnis : „Die' Botschaft des Grals" - Professor Dr. L. Huber; „Festliche Kunst" — Hans vor» Wolzogen; „Zu Gustav Falke's Tod" — Ernst Ludwig Schellenberg; „Germanisch- dichterische Moitnnientaltuttst" - Paul Schulze-Berghof; „Ter Fall Genüna-Boie — Viktor Eckert; „Grabbe's Scherz, Ernst, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung" — Professor Tr. Hiigo Dinger; „Das Schicksal der deutschen Kunst* — Sebastian Krafft; ^Der Weltkrieg und die Weisheit der Wohltemperierten" — Dr. Eugen Kilian; „Die Berliner Bühnen im zweiten Knegswinter" - Dr. E. Th. Kaentpf; „Mein deutsches Vaterland" — Michel Georg Eonrad; „Kampf hinter der Front" - Pros. Tr. Ed. Henck; „Ein Briet aus Amerika" — E. von Zigesar; „Aus der Modeschmt" — E. A. Greiner. - Preis des Einzelheites 60 Psg., Halbjahres bezug Mk. 3,50; durch jede Bttchhaitdlung, die Post und den Verlag „Buhne und Welk", G. m. b. H., Hamburg 36. Gietzener Hausfrauen-Verei». Ein Mitglied schreibt an den Verein: Spar t a uch an a tka r t o f fe l n! Voraussichtlich wird sich auch in diesem Jahre eilt Mangel an Saat- kartofseln bemerkbar machen: ich möchte daher folgendes empfehlen: Es lassen sich sehr gut Kartoffelschalen, natürlich von gekeimten Kartoffeln, dick geschält, verwenden. Am besten eignet sich dies Verfahren bei einem Acker nicht weit vorn Haus. Man gräbt die frische Schale täglich ein imd bereitet sich gleich die Furche für den nächsten Tag vor. Ans diese Weise weiß man, wo man schon gelegt hat, und wird nicht irre. Man wird erstaunt sein, welch' guten Ertrag auch Kartoffelschalen zu liefern imstande sind. Zu dick dürfen die Schalen nicht gelegt werden, sondern man rechne ungefähr immer das Doppelte an Schalen, was man sonst an einzelnen Kartoffeln gelegt hätte, also ungefähr die Schale von l 1 /* bis 2 Kartoffeln für sonst je eine Kartoffel. W o ch e n - K ü ch e n z e tt e l. Sonntag: Krebssuppe aus Suppenwürfeln, Rinderbraten in der Düte, Winterkohl, Kartoffeln. Montag: Brötchensuppe, Sauerkraut, Kartoffelbrei, Leberklöße. Dienstag: Bohnensuppe, Gemüsesülze, Kartoffeln. Mittwoch: Reissuppe, Wirsingkottlett, Bohnensalat (aus eingemachten Bohnen), Kartoffeln. Donnerstag: Griesfuppe, Fisch in der Düte gekocht, Kapern- tunke, Kartoffeln. Freitag: Erbsensuppe mit Sauerkraut, Nudeln mit Obst. Samstag: Kartoffelsuppe, Fischsülze (aus Resten vom Donnerstag), Kartoffeln. verfteckrätsei. Man suche ein Sprichwort, dessen einzelne Silben in folgenden Wörtern versteckt sind, wie die Silbe „au" in „Wanderer*. Keilschrift — Edeltanne - Antwerpen — Ehrenwort — Meisterwerk — Taucherkunststück — Weinkarte — Neger-Häuptling — Antonius — Wortspiel. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung deS Logogriphs in voriger Nummer. Linse. Bnrse. Schriftleituna: Aug. Goetz. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lanae, Dießen.