Die arme Prinzessin. Roman von Fedor von Zobeltitz. (Nachdruck verboten. > (Fortsetzung.) Otto mußte sich in die Sofaecke setzen. Es war so wundervoll behaglich in der Heinrat! In der Stube hatte sich nichts verändert. Die alte Uhr stand noch immer in dem Winkel am Fenster uiib zeigte wie vordem ihr gelbes Messinggesicht, ein Abbild des Vollmonds, mit schiesverzogenem Munde und verschmitzten Aeugelchen — und daneben an der Querwand blähte sich stolz der Sekretär, auch ein Model aus Großvaters Zeit, die unteren Schubfächer weit vorgebaucht und tu der Mitte des Oberbaus zwischen zwei Säulen ein freier Raum für allerhand Nippes. Doch der dttppes war vergänglich gewesen und nichts zurückgeblieben ans alten Tagen als eine Wedgewoodtasse, der der Henkel fehlte; nur' das blaue Medaillon mit seinen weißen Götterfiguren Ln Relief leuchtete noch voller Glanz, und in die Tasse tat der Burgmüller alle blanken Pfennige, die ihm in die Hand kamen. Auch das gehörte zur Tradition. Der Großvater hatte in den Opfersüxk der Kirche, in den Klingelbeutel und für alle Kollekten immer nur die Pfennige aus der Wedgewoodtasse gespendet, und der Burgmüller hielt daran fest, schon weil es billig war. Otto mußte lächeln, als er die Tasse sah und jden Sekretär und die Standuhr und die Bilder an den Wänden, zopfig gerahmt urrd mit Darstellungen aus vergangenen Tagen: das alles berührte ihn so heimisch Die Zeit schien vor dieser Millers strebe halt zu machen. Nichts hatte sich geändert seit der Kinderzeit; aus jenem Bilde, das den großen Napoleon abkonterfeite, wie er auf schnaubendem Rosi über den Sankt Gotthard sprengte, sah Otto noch immer zwischen Glas und Papier eine tote, längst zur Mumie gewordene Fliege, die saß genau auf der Nase des großen Napoleon. Und Otto ent sann sich daß er schon als kleiner Junge darüber aegrübelt hatte, wie diese Fliege es fertig bekommen, sich durch die Ritzen des Rahmens unter das Glas zu pirschen. Die ganze Stube steckte voller Erinnerungen, und heimlich tvurde eine nach der andern lehendpg. Vor dem Nähtische in der Fensternische stand die Hutsche, aus der' er sich niedergekruert, wenn die Mutter ihm ein Märchen erzählt hatte. Noch schöner aber waren die Gespenstergeschichten des lahmen Christian gewesen; „vor hundert Jahren", so fing jede an, und alle spielten sie auf den Nntheschlässern und hörten sich schrecklich an, wenn der lahme Christian ins Wispern kam und seine rvtuniränderten Augen immer größer wurden. Auf dem Kleiderschranke aus gelbem Birkenholz lagen drei Kürbisse; die gaben wiederum Anlaß zu allerhand Erinnerungen: da schnitt man mit dem Taschenmesser Gesichter hinein und höhlte sie aus und beleuchtete sie von innen, daß sie wie Totenköpfe aussahen mit glühenden Augen icttb grinsendem, feuerspeiendem Mund. Auch der Briefbeschwerer war noch da mit der Flrntenkugel von Düppel und das Bild des Rolf Krake und das Pfeifen- gestell mit ben sechs langen Pfeifen und den beLen kurze,! und noch so vielerlei. . . . Es war, wie es immer gewesen. Draußen rauschte die Linde, und von weiter her klang das Rauschen der Wasser, die über das Wehr stürzten. Die Uhr tickte laut, meralle» und gleichmäßig und ehe sie schlug, rasselte sie bedächtig, als müsse sie Atem holen. Die Lamve brannte, und ihr gelbes Licht quoll kreisrund unttr dem grünen Scharm hervor, auf dem eine unmögliche Alpenland.).. . . aa.varent leuchtete. Und als die Tür ansging und Frau Tilde zurückkehrtr, drängte sich auch die rote Katze in das Zimmer und rieb sich schnurrend an Ottos Bein. Frau Tilde meldete, in der Stube Ottos sei alles in Ordnung. Es hatte sich auch schon das Gerücht verbreitet, daß er wieder da sei. und nun kam einer nach dem andern, ihn zu begrüßen; die Mamsell war die erste, und auch der lahme Christian erschien, aber er torkelte, und der Burgmüller nahm ihn am Kragen und schob ihn wieder hinaus. Und draußen aut dem Hausflur rannte Christian.gegen einen kleinen Mann, der sich soeben mit einem roten Sacktuch die Brille putzte und ärgerlich rief: „Heu, Christian, wer so dem Bacchus huldet, üb' doppelte Fürsicht? Aber Bacchus, was sag' ich? Heiliger Bacchus, verzeih'. Dies Geschöpf duftet uachSprrilus wie ein Korrosionspräparat. Christian, hat nicht Euer Barer gegen die Polen gesochten? War er nicht Sergeant bei den Achtundvierzigern und einer der Tapfersten? Und sein Sobn ersäuft sich in Spiritus. 8ic transit gloria. Ein Soldaten kind — da packt mich der Ekel. . . Und während Christian brummend aus dem Hause wüh, setzte der kleine Manu im Halb licht des breiten Flurs, wo die Mahllisten standen, die Brille wieder aus und klopfte an die Wohnstubentür. Er wurde gastlich empfangen, und Otto umarmte ih» sogar; denn der Kantor Fürbringer hatte den Grund aller Weisheit, das Abc und ähnliches, in seine wissen ^durstige Seele gesenkt. Es gibt socche Kantorenoriginale nicht mehr viel aus den Dörfern.' sic wandern für immer dahin wie alles Originelle. Fürbringer hätte auch räsonniert. würde man ihm in das Angesicht gesagt haben, : sei ein Origmal. So etwas liebte er nicht. Aber ein merktrikrdigcs Menschenkind war er doch. Schon äußerlich: klein und hager, mit gelbem Taint und braunen Tupfen darin wie von tvr wischten Sommersprossen: mit großer Habichtsnase, die hatte da, wo die Brille auslag. eine roUi.f Riese; uub unter der Nase schienen zwei Kafteedolmen be^ festigt zu sein, doch waren es nach Natur und Wirkluhleit die verkümmerten Rudera eines Schnurrbarts. Ungemein lebhafte Augen blitzten unter den Brillengläsern hervor: be ständig flogen die Blicke umher und zuckten und sprühten, und dabei arbeitete auch der Mund bei geschlossenen Lippen, als wolle er ein fernes Wetterleuchten kopieren, das an her- terem Himmel herauszieht. Des Mannes winzige Körper- 184 lichkeit steckte in einem weiten, sehr langen Tuchrock von mausegrauer Farbe, zugeknöpft fast bis zum Halse, über den steife Vatermörder hoch und spitz ausragten, die halben Wangen verbergend, doch die Kehle freilassend, an welcher der Adamsapfel scharf knorpelig heraustrat. Dies war der Kantor Fürbringer; aber es kam noch etwas zu seinem Bilde, das nötig zu beschreiben ist. Füv- bringer trug hohe Kniestiefel mit blitzblank geputzten Schäften; solche Stiefel trug er immer, Sommer wie Winter,- und nie sah man ihn anders. Der Burgmüller sagte, er täte es Napoleon zu Liebe, und dieser stürmischen Verehrung gelte auch der mausgraue Rock. Nun war der Kantor freilich ein glühender Bewunderer Bonapartes; aber er bewunderte doch auch andre Genies, zumal die soldatischen. Denn der kleine Mann liebte mehr als den Lehrstand den Wehrstand. Er war ein Fanatiker des Militarismus und schwärmte für alles Kriegerische und Heldenhafte, von Achill ab und dem Feldzuge gegen Troja bis auf die großen Heerführer der Gegenwart. Es saß eine tatendurstige Seele in der physischen Un- scheinbarkeit. Es war dieser Fürbringer ein Lobredner der blanken Waffe, die er weit höher schätzte als die tückische Kugel und den Pulverdampf; und da er den blanken Stahl seinen Kindern nicht geben konnte, so bewaffnete er sie wenigstens mit Holzsäbeln, und dann leitete er gewaltige Schlachten, und seine Kommandos dröhnten über die Nuthe. Er worein großer Feldherr, und stand er da, in mausgrauem Rock und den Kanonenstiefeln, so fühlte er sich auch; selbst das Fernrohr fehlte nicht, durch das er Ausschau hielt, wo er am besten die Artillerie auffahren lassen könne und wo die Brombeerbüsche Deckung gewährten. Er tat auch als Lehrer seine Pflicht; aber bei dem kargen Geschichtsunterricht, den Mn das Pensum vorschrieb, schweifte er doch gar zu gerne ab, blieb hie und da einmal bei einer Schlacht haften und tz-vg auch weit hergeholte Vergleiche hierbei: sprang flugs von Königgräh nach den Thernropylen herüber und verließ rasch die sandige Mark zu einem Abstecher nach der Bucht von Salamis. So war er und erklärte, er könnte nicht anders sein. Es ließ sich pädagogisch gewiß manches dawider sagen, dock) hatte seine Eigenheit auch ihr Gutes. Es wuchsen stramme Jungen heran unter seiner Zucht, und die Mädel blieben auch keine Treibhauspslauzerl; bei den Sommerschlachten hatten sie mitzukämpsen und bildeten ein Ama- zoneukorps, das sich zu wehren wußte. Als einmal ein neuer Schickiuspektor die Garde Fürbringers prüfte und ganz zufrieden war mit dem, was er Hörle, erstaunte er, als der Kantor chm sagte: „Verzeihen der Herr Schulinspektor, das war erst der Geist; nun möchte ich Ihnen mit Ihrer Erlaubnis einmal zeigen, daß die Jungen von Gotteruegg auch Kraft haben und Schläue und die nötige Gewitzigkeit. Ich möchte Ihnen mit Ihrer Erlaubnis einmal zur geneigten Darstellung bringen, wie es bei dem sobeuannten Mägdekrieg im Lande Böhmeil zugegangen sein mag. Dabei treten auch unsere Mädel in gesunde Aktion und können dem Herrn Schul:nspeltor beweisen, daß sie weder an Muskelschwund noch an Ueber'bürdnng des Gehirns laborieren . " In höchster Verwunderung entgegnete der prüfende Pädagoge, so neugierig sei er sein Lebtag noch nicht gewesen; der Herr Kantor möge nur loslegen. Da zog denn alles hinaus Frere u»ü> die vereinigte Krasse schied sich in zwei feindliche Parteien. Grete Reschke begann dazumal gerade, wenn auch noch mangelhaft, ihre Schnltätigkeit, und ob sie auch eben erst sechs Jahr geworden war, hatte man sie in Anbetracht ihrer Abstammung von den Bnrgmüllern doch zur Königin Wlasta gekürt. Tie gesamte junge Weiblichkeit hielt natürlich treu zu ihrer Königin und verschanzte sich hinter der Wlustaburg: es war dies ein kunstreicher Berg von Hobel,pänen und Sagemehl, und oben wehte als Banner der jungfräulichen Fürstin ein Höschen Greres, das maii Trockenleine geraubt hatte. Inzwischen formierte sich die Mannerschar; der Sohn des Revierförsters Ms dem Vorwerk Sorgenfrei, August Jaiinasch, ein hübscher Flachs topf, das war der Firrft Przimislaw, und'um sich hatte er feine edelsten Madiken, lauter stramme Bengels, ^var barfuß die meisten und einige mit eingesetztem Hosenboden und flicken ans den Jacken, aber alle voll adligen Muts und ersüllt mit ritterlichem Tatendurst. Diese jungen Edlen verließen nun ihre schützende Stellung hinter dem Kvmpoichaufen vor dem Hause des Nachttvächters am Dorfes und rückten der Wlastaburg entgegen — mtt Vorsicht natürlich und sprungweise, dem ersten Ausfall der tapferen Mägde weichend, dann aber mit Hallo zürn Sturme vor> gehend und der Königin eine entsetzliche Schlacht liefernd. Es brachten die hölzernen Schwerter aneinander, und herüber nick» hinüber schwankte der Sieg, und Hühner und Gänse flatterten aufgeregt von dannen, und auch die Hunde mischten sich in den männermordeuden Strett und kläfften und jaulten; und manches Schürzen band riß und manche Naht platzte im Zweikampf. Bon erhöhter Position aus betrachtete Fürbriuger das Schauspiel und als es ihn: genug schien des verwegenen Spiels, führte er eine alte trompete an den Mund und entlockte ihr einen fürchterlichen Don. Im Augenblick setzte der Kanrps aus, und alles stand. 0 herrschte eine mustergültige Disziplin. Der Kantor aber verneigte sich vor dem Pädagogen und svrach: „Herr Schiuk- inspektor, das ist die böhmische Schlacht. Nicht ganz genau nach der Beschreibung weiland Aeneas Silvii; aber er mischte ja selber Sage in die Historie, und so brauchen auch wir uns nicht haarscharf an die' immerhin fragwürdige Geschichte zu halten. Bei der Schlacht von Roßbach Mid vor allein bei Belle-Alliauee gehen wir historischer zu Werke; am schönsten aber gelingt uns immer der Uebevgjang über die Beresina und macht den Jungen auch am meisten Spaß, weil sie da durch den Fluß waten können . . Der Schul- ^inspektor verzichtete auf weitere kriegerische Darbietungen, soll sich aber höchlichst amüsiert haben; dem Pastor hat er nachher gesagt: „Der Fürbringer ist noch einer ans dev alten Schule, ein Prachtkerl, dem man gut sein muß, wenn er auch seine Schrullen hat. Aber die Schrullen sind das wenigste, die haften allen originellen Köpfen an. Die Hauptsache ist das famose Herz. Er ist mit Herz bei der Sache, mit ganzem.herzen — einem Spartanerherzen, und das Spartanische tut uns in diesen Zeiten allgemeiner Weichhetts- duselei not. . ." Der spartanische Fürbringer, der doch so ganz anders anssah, mußte mtt am Tische Platz, nehmen. Er stellte seine Schnupftabaksdose vor sich hin und legte sein riesengroßes rotes Taschentuch geben sich auf das Sofa. Dann wurde der Wein ab geräumt und Mer gebracht, und der Bnrgmüller steckte sich eine Pfeife an. Das Gespräch drehte sich anfänglich natürlich um Otto und sein Studium. Der Kantor respektierte die Wissenschaft, her Otto sich zu widmen gedachte. Aber daß der lange Junge nicht Berufssoldat geworden war, tat chm doch auch wieder leid. Was wäre der für ein prachtvoller Gardekürassier geworden und wie hätte er ansgesehen im tveißen Koller mit den blauen Brandeburgs und im Stahlpanzer und mit den mächtigen Bismarckstiefeln! Gewiß, es ist etwas Gutes um die Anatomie, die die organischen Wesen zergliedert und alle Geheimnisse des inneren Körpers bloßlegt, und Fürbringer zweiselte keinen Augenblick daran, daß sein ehemaliger Schüler einmal ein zweiter Kyrtl oder Rokitansky oder Birchow werden würde. Aber gerade, weil es sein ehemaliger Schüler war, da hätte er den Otto doch lieber in Uniform gesehen statt in dem Schürzenrock des Prosektors — und ein Blick des Bedauerns flog über die protze schlanke Gestalt des Studenten. „Du wirst wie dein Vater werden." sagte er'kopsnickend, „der war ein Gardetürassier, wie er im Buche stand, und bei den Kürassieren hat er sich auch die Rettungsmedaille geholt. Du hast die Kürassierfigur deines Vaters. Schade. . Und dann stopfte er sich Schnupftabak in die Nase und nieste, daß die Stube dröhnte. (Fortsetzung folgt.) oa§ dtyrog m oer Champagne. Von Anda Maria Birnbucher. (Nachdruck verboten.) Ter Leutnant stand in der Mitte des Raumes und schaute um m, schlank und knabenhaft schmal in der feldgrauen Uniform- phm sich die ernste Spannung löste, die tagsüber aus seinem Ge- siöche lag und ihm Reife des Ausdruckes über die Jahre lieh, erkannte man, wie jung er war. Seine blauen Augen lachten, ferne Wangen erblühten in Heller Kinderfreude, er war jung und froh, ein Knabe und doch ein Mann! Heute hatte er's fein getroffen! War von der Front mit nner wichtigen Meldung zum Stab geschickt worden, fjatte den Rrtt unter allerlei Fährnissen glücklich erledigt, war vom General belobt^worden, hatte als Gast des Stabes im hellen Speiseraum ^ Schlosses das Muhl eingenommen, das ttotz feldmäßiger Einfachheit ihm an der gut gedeckten Tafel, von Offiziersdienern amgetragen, einen feierlich üppigen Eindruck hinterlieb. Wenn Man wochenlang in Erdhöhlen kampierte, wirkte Wohnlichkeit Ganz mächtig, und nun gar der Schlafraum, der ihm angerviesen wurde! Der war ja gerade von fürstlicher Pracht mit dem satten Wau der Bezüge, denr zierlichen Geschnörkel der vergoldeten Leisten tznd der schüverdunklen Seüxmtapete, der in mattem Gold die Lilien der Bourbons eingewebt waren. Hohe Spiegel ragten auf, Amoretten schwebten auf dem DeckengemÄde in einer Himmel- flauen Wolkenlandschaft, in einer Ecke prunkte das Bett unter Hein Samtbaldachin und im Kamin verglomm ein tüchttges Feuer. Da würde ec schlafen! ~ Doch vorerst wollte er an dem prächtigen Schreibtisch, der mit eingelegter Platte in der Mitte des Raumes stand, den Eltern schreiben. Tie mußten erfahren, wie gilt es ihm ging. Er setzte sich in den tt-efen Stuhl und zündete mit Behagen die Zigarre an, die ihm der General zum Abschied angeboten hatte. Und als die ersten Rauchwölkchen aufsttegen und schleierhaft im Raum ver- schrvebten, lehnte er sich bequem zurück und schloß die Äugen. Er fühlte nun erst, daß er müde war, auch mochte der ungewohnt! schwere, bei Tisch genossene Wein seine Wirkung geltend machen. Man lebte ja hier im herrlichsten Weinland der Erde! Er saß ein Weilchen, behaglich vor sich hindämmernd — da überkam ihn tählings das Empfinden, als ruhten beobachtende Blicke auf ihm. Seine Hand griff nach der Pistole, die vor ihm auf dem Schreibtisch lag. Man mußte in Feindesland ja stets auf unliebsame Ueberraschungeu gefaßt sein, anch konnte irgend ein toller Fanatiker sich eingeschlichen haben. Er schlng die Vorhänge des Bettes zurück, spähte in dunkle Ecken-nichts —, und dennoch wollte das unbehagliche Gefühl nicht weichen. Nun forschte er nach ge- Aimcn Türen, die sich in allen Schlössern hinter Spiegeln und Bildern zü verbergen pflegen —, da traf ihn unversehens von der Wand oberhalb des Kamins der Blick brauner Frauenaugen. Und in diesen Augen war ein verborgenes Glitzern und Leuchten — die kochten ja iiber ihn, den dummen Knaben, der vor einem Bilds erschrak. Beschämt und ein wenig z-ornig legte er die Waffe nieder. Wie konnte einer, der tagaus — tagetn im Schützengraben dem Tode ruhig ins Aug-e sah, sich hier von einem Bilde narren lassen! Gewiß trug der Wein an dieser Torheit schuld. Aergerlich faßte er das Bild genauer ins Auge — sein Aerger verblaßte — wie meisterlich lebendig war es doch gemalt! Feierlich, in prunkender Staatsrobe mit hochtoupiertem gepudertem Haar saß eine Dame, von der dunklen Pracht schwerer Vorhänge umrauscht, in einem treten Stuhl. Eine Hand spielte lässig mit dem Fächer, die andere hing unnattirlich schmal und lang über die Stuhlehne herab. Unter dem turmartigen Ausbau der Haare blühte ein zartes junges Gcsrcht, dunkle Brauen wölbten sich in leichtem Bogen — die Augen aber — wo hatte er solche Augen nur schon gesehen? Das Bild stellte wohl eine Vicomtesse de Montperls dar, Schloßherrin in Längst vergangener Zeit, die nun ein wenig erstaunt aus den Eindringling niederschaute. „Ja Madame lä Vicomtesse, das ist nun nicht zu ändern — vorläufig sind wir deutsche Junker Herr«: auf Euren Schlössern?" Er nickte denr Bilde zu, nahm die Zigarre wieder aus Und setzte sich neuerdings an den Schreibtisch. „Liebe Eltern!" begann er und machte eine Pause. Denn mm trat ihm das Bild der Ta- heimgebliebeuen so deutlich vor Augen, daß er ihm ein Weilchen nach firmen mußte. Tie saßen jetzt wohl auf dem väterlia-ert Gut in der Wohnstube um den großen runden Tisch beisanrmen, Pa-er las die Kreuzzeitung vor, Mutter und Schwestern strickten Sottatenstrünrpse und der kleine Bruder fornrierte die Schlacht- reihen seiner Zinnsoldaten. Das große Hans aber mit den langen Korridoren und den^ heller: Stuben schlief im Frieden des verschneiten Parkes. Mit französischen Schlössern durfte man es nicht vergleichen, und doch war es eine Heimat, die, im Kamps zu schützen höchstes Glück roar! Die daheim sollten nrrr ohne Sorge leben, die Söhlie dieser Erde, die deutschen Jungen, die würden's zwingen. und wenn sr dann als Sieger heimkehrte. Die Scheite im Kamin flammten mit leisem Knistern ein letztes Mal auf und zerfielen. Das liebe, alte Haus! Er ging im Geist von Raum zu Raum und dann hinauf in die unbewohnten Stuben, in denen allerlei Gerümpel verwahrt wurde. Denn da — Dynnerwetter, da hatte er's^ja? — und er warf einen raschen Blick auf das Bild der schönen Schloßfrau — das um reu dieselben braunen Augen — so lebhaft blitzten sie auch aus dem alten vergilbten Bilde droben in der Rumpelkammer. Das war einst seine Knabenschwärmerei gewesen. Ein schmales, junges Mädchen gesicht unrer lcichtgepuderten Haaren, aus denen ein Rosenkranz lag — dunkle, Zahlende Augen unter leichtgeschwungenen Brauen — wie kam nun diese Aehnlichkeit ntit der Vicombesse. die wohl auf ihrem Lchlvsse oder am Hofe zu Versailles in leichtsinnig üppigem Genüsse des Tag vertändelt hatte, während das Freifräulein von Zossow aus dem abgelegenen Gute ein Leben der Arbeit und der Pflichten führte. Bon früher Kindheit an war das Mädchen mit dem Rosen- ihm eine stille Freundin gewesen, zu ihr kam er, wenn er sich Uiüde getollt hatte an wilden Knabenspielen, und immer verstünde sie ihn. Er hatte sich wohl zu Zeiten dieser phantasttichen Freundschaft geschämt und ihr dennoch nicht entsagen wollen. In späteren Jahren hatte er davon geträuntt, der- ernst ein lebendes Abbild des Mädchens zu finden und den holden bestrickenden Liebreiz atmend und rosig in sein Haus zu führen. Von dem Original des Bildes feBer war nichts zu erfahren gewesen. Ein Freifräulein von Zossow aus dem achtzehnten Jahrhundert — es hatte deren so viele gegeben. Aus dem törichten Knaben, der phantastische Träume pflegte, war gottlob doch ein tüchtiger Offizier geworden, und mir in ganz lettenen Stunden hotte er aus dem jüngsten Winkel seiner Seele den bunten Wunderkram verblichener Knabenseligkeit hervor. Madame la Vicomtesse war heute schuld daran. Er schaute zu dem Bilde auf. Noch intmer lockte ihn der Glanz der strahlend dunklen Augen — doch würde er seine Frau um anderer Gaben willen wählen. Wie ertrüge solch ein Dämchen wohl das Leben in einer kleiner: Grenzgarnison, wie würde die ÄrhAslast der Gutsfrau auf diesen Schultern ruhen? Ach nein Madame — trotz all der jugendschönen Anmut, unsere Frauen sind mir lieber! Die Luft im Raum war beklemmend schwül, zarter leiser Rosenduft schwebte aus Ecken und Winkeln hervor. Wie ein köstlich schwerer Mantel sank Müdigkeit auf ihn nieder, er lehnte sich in den Stuhl zurück Und schloß die Augen. Und wie im' Traume ging er durch das Heimathaus, durch den langen Korridor, die Treppe hinauf — da war die Rumpelkammer — da hing das Bild — die braunen Augen strahlten — eine weiche Hand berührte ihn — er schaute auf und war nicht mehr allein — in dem tiefen Stuhl vor dem Kamin saß eine Frau — ein schmales, jugendzartes Antlitz blühte unter dem Aufbau gepuderter Haare — dunkle Augen grüßten — war sie aus den: Bilde herab zu ihw gekommen? Eine Weile war es still im Raum — das Feuer verglomm — die Turmuhr schlug in schweren Schlägen, dann sagte die Dame — „So, so Herr Junker —■ Hr findet also — ich wäre nicht die richtige Frau für Ihn?" Sie sprach deutsch, doch über dem Wunder ihres Hierseins, achtete &c der Ueber- raschung nicht. „Nein, nein," stammelte er verwirrt unter dem forschenden Blick, „das habe ich nicht gesagt." „Wenn nicht gesagt, so doch gedacht, nicht wahr — und Gedanken, mein Freund, pflegen auftichtiger als Worte zu sein. Nun ja, der Herr Junker ist wohl ein großer Frauenkenner — und vielleicht — vielleicht hätt' ich auch wirklich nicht in sein stilles Leben getaugt — obwohl — ach ja —" sie lächelte wie in freundlicher EiHinerung. „Ich bin kein Frauenkenner — ich Hab ja gar keine Erfahrung" verteidigte sich der Leutnant ruck) kam sich schivach und hilflos und töricht vor." „Nicht?" Die Dame erhvb sich, trippelte auf Hackenschuhen zum Schreibtisch herüber, stützte die Arme aus die Platte, den Kopf 'daraus und schaute dem Leutnant tzou ins Gesicht. „Nicht? Das wundert mich. Sollten deutsche Frauen blind geworden sein?" „Aber ich bin doch eben erst gemustert, aus der Schule gleich in den Krieg," sagte der Leutnant und xcitz sich stolz. Unter dem Mck der braunen Augen sank aber cm dies Selbstbewußtsein kläglich zusammen. Auch strömte von der Dame ein bekleminender Duft $u, ihm — das zog toia -zarte Schleier-Wölkchen um seine Stirn imd lahmte alles Denken — es roch nach ver-4 gilbten Blumen und Stoffen — wie wenn Mutter in alten Kom^ moden kramte unter Spitzen und Bändern aus Großnmtters Zeit — doch.die hoDe Frau vor ihm war blühendes Leben — unten jedem Atemzug erzitterte das Spitzengekränsel am Ausschnitt des Kleides, die starre Seide .knisterte — Puderwölkchen stäubten, wenn sie den Kopf bewegte — der Leutnant versank in beklemmend süße Betäubung. „So jung" nickte die Dame „und schon einl Held — die 'ZossollK waren alte tapfer —" sie beugte sich oov und berührte mit leisem Finger das Eiserne Kreuz an seiner Brust. So nahe die blühende, duftende Anmut des jungen Lewes — und nun streifte ein weicher Arm feine Wange und sagte eine zärtliche Stimme ganz dicht seinem Ohr: „Man muß auch Frauen gegen- über tapfer sein — wir lieben die Helden —! da griff der Leutnant mit zitternden Händen nach der holden Gestalt. Ein Schlag mit dem Fächer traf ihn, er taumelte zurück, raffte sich auf — die schöne Beute war ihm entglitten — doch nein — dort zögerte die himmlische Frau an der Türe und winkte ihm — sie glitt aus dem Raume — ihr nach — durch den langen Korridor über Treppen — sie schwebte vor ihm hin als holde Verheißung —. unerreichbar und doch nicht fliehend, nein, leise uvinlend, — nun öffnete sie eine Türe — schaute noch einmal lächelnd zu ihm zurück — da traf ihn ein furchtbarer Schlag! Krachen) Dröhnen, Splittern war um ihn — die holde Frau verschivand hinter dichten Nebeln — er brach zusammen. — Der Leutnant erwachte im Feldlazarett. Der Kops schmerzte unter dickten Binden — er konnte sich nicht entsinnen, bei welcher Gelegenheit er sich die Wunde gepolt. Vor ihm stand der Arzt und lächelte chm zu. „Was ist es?" fragte der Leutnant. „Oh, nichts von Belang. Ein Stein oder sonst ein scknverer Gegenstand hat Sie an der Schläfe getroffen. Nun wir Sie bei klarem Bewußtsein haben, ist das Aergste Überstunden — nun braucht es nur Ruhe und ein wenig Geduld. Das Beste ist Schlafen." Dann kam der Bursche strahlend, seinen Herrn bei Bewußtsein zu finden. Er plauderte in froher Erregung. „Ne das Glück, das Herr Leutnant bei allem Unglück gehabt hat. Wenn der Herr Leutnant nur eine Minute später ans dem Zimmer gehn. Und ich hatt mich noch so gefreut, daß der Herr Leutnant solch ein feines Quartier gekriegt haben. Und gerade wie ich mich aufs Stroh lege — bums kommt der erste Schlag. Und rvie wir Nachsehen, nws eingeschlagcn hat, ift's akkurat dem Herrn Leutnant sein Zimmer. Ta war nichts wehr zu holen. Die ganze Decke herunter. Ich wollte ja 136 gleich nein imb nodKirnten — da kommt einer gelaufen und sagt, der $>m Leutnant liegen drunten im Korridor. Gottlob baden sich die andern Herrn auch noch in Sicherheit bringen können — denn die Kerls toten richtig das Schl oh in Brand geschossen — das tot loieder ein so sauln-rer Patrvn im Dorf angezettelt — na die Bande tot's buhen müssen —Der Leutnant schloß die Augen und sagte: „Ich möchte schlafen." Der Bursch« schlick auf den Zehenspitzen Innung, sein $>erT aber totfjtc dem Gehörten nach. Wie war das gewesen? Sein Zimmer? Das mit der blangoldenen Prockt? Warum hatte er es verlassen? War da nicht eine Fryu? Tie Frau aus dem Bild? Das konnte wohl nur ein Traum gewesen sein. Eines war Wirkliästrit! Man hatte ihn draußen auf tem Korridor gefunden. Lag nicht ein rätselhafter Schimmer über dem Geschehnis? Ach «ein — er luotltc nicht grübeln — er wollte nur dankbar sein — innig dankbar für sein Leben, tos mm wie ein köstliches Geschenk in seinen Händen lag. Jede Stunde war er bereit, es für Kaiser und Vaterland hinzugeben — durch schmählichen Verrat sällt keiner gerne! Nur dankbar sein und schlafen — schlafe». — Er wurde zur Erholung für ein paar Tage in die Heimat gesagt. Mit leim« Zagen stieg er in einer stillen Stunde hinauf zur Shinujelfamnu'r. Da hing tos Bild, kaum erkennbar unter dem verstaubten Glas in der trüben Dämuierung des Wintertages. Er nahm es von der Wand, um es beim Fenster zu besehn. Da löste sich die Rückvand tos Rahmens und ftel polternd zu Boden. Aus der Rückseite des Bildes al'er, die nun frei geworden, stand in verblaßten Lettern: Anne Marie von Zossow, geb. am 20 . dRai 1720 Ehrenfräulein der Großterzochn von Mecklenburg am 12. Juni 1742 vermählt dem Bicomte von Mvntperlö aus Schloß M-mttperlö in der Champagne. Vc rmifcbtc*. * Theater, Fußball uub Krieg in England. John Bnlls Geldsorqen sind allmählich so groß geworden, daß er sich leibst dort mit dem Gedanken der Besteuerung teireuuden muß. wo alle Schichten des engliscben Volkstums sich au» empfindlichsten getrosten fühlen. Denn Theater. Varietös, Zirkus lind Singspiel- ballen waren deui D»trchschnmsengländer bisher ebenso heilig und teuer >vie der Sport, vor allein das vergötterte Fußballspiel. Run sollen auch die Theater und dre sportlichen Veranstaltungen besteuert inerden, »md wenn der Chronicle* fernem Publikum diese Dlaßnahine als äußerst empiehlenswerl rururdgerecht zu niachen sucht, so erhellt hieraus mit aroßer Deutlichkeit, wie arg die Geld- rieiiime ist, in der die Knegsleistung jenseits des Kanals stch befindet. ^Gegen die Besteuerung der Tl>eater. Smgspielhallen. V-erdereunen, Fnßballkämpie und ähnlicher Vergnüglingeu*, sagt das Londoner Blatt, .ist nichts weiter einzitwenden, als daß man vielleicht hierzu einen neuen Beamtenapparat be,iönqt, der umständlich und kostspielig ist. Wenn dies vermieden wird, ist die genannte Besteuerung nur zu empfehle,i Denn es unterliegt keinem Zweiiel, daß man d»,rch eine derartige Verringerung der Vergnügungen und sportlichen Veranstaltungen viel Geld für dringendere Zwecke sparen würde. Wer heute Theater und Kinos besucht, soll t-lchig mehr dafür zahlen. ,ind wenn er dies nicht will oder kann, darauf verzichleii. In beiden Fällen wird Geld gewonnen. Denn nicht nur das für die Vergnügungen ausgegebeiie Geld kon,mt in Betracht, sondert, man muß auch die Kosten in Erwägung ziehen, die zur Unterhaltung der Veranstaltungen und Unternehmungen erforderlich sind. Wemr die Halite der Theater geschlossen würde, könnte inan die Kohlen iür ihre Heizung, den elektr,sck)en Strom für ihre Beleuchtung ersparen und d,e Arbeitskräfte der Angestellten den Krieqsarbetten dienstbar niachen. In dielen Zeiten, da die überflüssige Ailsgade jedes Schillings ein Vertu echen ,st, rst es sündhait, so viel inS Theater zu lausen nnd Geld für Kinos anszugeben, das wahrhastiq nötiger gebraucht wird. Darum erscheint es wünschenswert, daß eme Zahl VerqnügungsetablissementS, Tbeater und Kln-bS dtirch Besteuerung zun. Schließen gezioungen ,verden. und daß n,an das für Fußball- und Gols-Wettkampse angewandte Geld durch strenge Maßregeln zu ersparen trachtet" . . . Der »Daily Chronicle* führt eine gewagte Rede. Denn wer England kennt, we,ß, daß inan dort nicht an Belustigungen und Sport- vergnügen tasten darf, ohne von den schwerwiegendsten Gründen geleitet zu sein. Wo sind der Stolz und der Reichtum Albions, wenn mm, Klubs schließt und den Fußball boykottiert! . . . . Hier haben wir ein englisches Baroiueter. das nicht trügt, und man kanu wohl sagen, daß es mir .schlechtes Wetter* steht. * Reitende Tiere. Daß cs auch in der Tierwelt Kavalleristen gibt, daß em Tier tos andere zum Rieften benützt, ist kerne zoologische Fabel, sondern eine naturwissenschaftlich nrehrfach festgestellte Erscheinung. Auch dichterich wurde ein Tierritt bereits to'-gestellt und zwar in Freiligraths bekanntem Gedicht „Der Loweurttt". Es wurde seinerzeit viel darüber gestritten, ob die Geichichte von dem Löwen, der die Giraffe zu Xobe reitet, lvirklich mtoilMlj oder aber bloß der Phantasie des Dicksters zuzuschreiten ]£}■ !£ incr der besten .SBeitner der a fr ika küßten Tierwelt, der Forscher Schrlluigs, löste die Frage toten, tost Freiligraths Bild uatur- gescknchtftch durchaus denkbar sei. Tatsächlich gibt es — besonders tn der kleineren Tierwelt — eine ganze Anzahl reitender Geschöpfe, wie aus anschauliche Weise auS einer naturwisschensctof11ichen Plauderei von Prof. Willielm Bölsche einem Heft der oct der Teutsckien Verlags ?ln statt in Stuttgart erschein enden Zeitschrift über Land und Meer entnommen ist. So $ü>t es eine Art von Beutelratten in Tlmerika, bei der tos Muttertter seine Jtmgen in ©tunten der Gefahr aus seinem Rücken daoonträgt. Nach der Sage von Aeneas, der seinen Vater Anchises auf dem Rücken'aus den, brennenden Troja trug, tverten diese Ratten als AeneaSrattsr. bezeichnet. Gewiffe tropische Ameisen benützen gegenseitig ihre Rücken, um so irnttels einer Art lebendiger Leiter von eitler Blatt- kantc auf eine entferntere zu gelangen. In langer Reihe hebt je eine Ameise eitle zweite cmzwr, an diesen beiten klettern andere hoch und so weiter, bis die so aufeinander rettenden Ameisen eine lebendige Leiter bilden. Doch die Kunst des Reitens ist in der Tierwelt nod» rveit mehr verfeinert. So laffen sich gewisse Tiere von anderen zu einer weilentfcrnten Beute tragen. Am testet, beobachtet man diesen Vorgang bei dem Polypen. ter als sog. Pstanzentter keine richtigen Beim hat. -Darum setzen sich die in der Forte tewvgung ziemlich hilstosen Polypen aus Kratoen oder tos Schneckenhaus eines Einsiedlerkrebses. Und nun reiten sie ter Beute zu, die Krabben und Krebse auffpüren. Allerdings ist dieses Zweiten insofern unvoll ko imrrcn, als der Reiter an den Träger gebunden ist und nickst auf- oder.absiben kamr, wann es ihm teil*#. Büchertisch. — Das literarische Echo, Halbmonatsschrift für Lite- ratursreunde. Verlag: Egon Fleischet & Co^ Berlin W. 9. Das 1. Aiärzheft ist soeben mit folgendem Inhalt erschienen: Friedrich Rosenthat: Der Schauspieler in der Literatur I; Franz Strunz: Kurt Münzers »»euer Roman; Karl von Felneri Zeit und Kunst; Asired Biese: Von Stor»nS Edeleben und Weltgemlst; Ernst Llssauer: Anthologien. - Echo der Bühnen. - Echo der Zettungen. — Echo der Zeitschriften. — Echo des Auslandes. — Kurze Anzeigen. — Ninnmer 3793 (Kriegsnununer 83) der L e i p z i g e r .I l lu- ftr i e r t e n Z ei t u n g* (Vertag I. I. Webers. Dr. v. d. Borqht behandelt in diesem Heit das Problern der UeberlettiMg der Kriegswirtschaft in die Friedenswirtschaft. Die mamttchsaltigen juristischen Fragen, die mit der Besetzung feindlichen Gebietes verbunden sind, erörtert von höheren Gesichtspunkten aus Geheimer Justrzrat Professor Dr. Joses Köhler in einem Artikel »Das Recht des HeereS in Feindesland*. Eine zusamnieniasjende Schilderung der österreichisch-ungarischen Offensive gegen Montenegro und Albanien bietet Oberleuttiant a. D. Walter Oertel, der als Kriegsbericht- eruatter den eriolggekrönten Feldzug miige,nacht hat Hervorragend wie immer ist wieder der bildliche Lchrn»,ck der SJuimmec. — »Die Geisha des gelben Teufels* von Karl Mischte. 10Ll. Band von Kürschner« Bücherschatz, der bekannten Roman- nnd Rovellensammlung (Hermann Hlllger Verlag, Berlin und Leipzig). Der Verfasser, der mehrere Jabre in Japan verlebt bat »nid dort schriustellerisch tätig gewesen ist, hat das Volk gründlich kennen gelernt, und er entwlrit uns in diesem Roman, dessen Handlung der Wirklichkeit cntuommeii tst, em sessetn- deS Bild auS dein Lebe,» der Japaner. — Der unsichtbare Tempel. Monatsschrift zur Sammlung der Geister. Verlag von Ernst Reinhardt ln München. Preis vierteljährlich Mk. 2. Das Märzheft enthält folgende Ausiätze: Glauben und Wissen von Pros. M e s s e r - Gießen. Ueder die Organisation der Kriegsinvalidensürsorge oo>i Dr. Hermann Scholl. Ein iehlendeS Werk der Menjche»illebe von Dr. Ernst Schultze- Großdorstel, Der Krieg fm Lichte großer Denker von Professor Lerweyen-Bonn. — Der rote Pierrot. Don Freiherr« von Schlicht. Prei« 60 Pfennig. Verlag von Otto Janke, Berlin 8W. — Der Kleingarten, seine Anlage, Elnteilung nnd Be- wirtschastung. Von Mar HeSdöi-ffer. Preis 0,60 Mk^ &0 Stück 25 Mk., 100 Stück 46 Mk. Berlin SW. 11, Verlag von Paul Parey. _ Skat-Ausgabt. Mittelhand spielt Piqne-Solo aus solgeuden Karten: Das Spiel wird verloren, obgleich noch ein Trumps im Skat liegt. - Wie war die Kartenverteilnng und der Verlauf des Spieles? Auflösung in nächster Nummer. Auslösung des Gleichklangrätsel- in voriger Nummer r Ter .Bock". Schrrstleitung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießem