Die arme Prinzessin. Roman von Fedor von Zobeltitz. (Nachdruck verboten.'» lFortsetzung.) 2. Kapitel. Ein Abend in der Burgmühle, bei Melcher Gelegenheit der Leser auch die Bekanntschaft des spartanischen Fürbringer macht. Auch beim Burgmüller wurde der Tisch zu der Abendmahlzeit gedeckt. Es war Raum genug im Hause; aber man bewohnte nur ein paar Zimmer — da ließ es sich bequemer wirtschaften. Die große Wohnstube diente zugleich als Speise- gemach. Sie hatte eine gewölbte Decke, und die Wände waren so dick, daß die Fenster in tiefen Nischen lagen. Herrn Gottfrieds Vater hatte das Haus mächtig erbauen lassen. Er war ein Riese gewesen wie die meisten Reschkes, und was er tat und anfaßte, das harte Gewichtigkeit. Unter ihm war es noch patriarchalischer hergegangen in der Mühle. Da hatten Herr und Frau und Kinder mit dem Gesinde und den/ Müllerburschen gemeinsam getäfelt, Das ging heute nicht mehr. Die junge Welt wuchs in anderen Anschauungen heran. Alles entwickelt sich; man kann nicht stehen bleiben. Der Otto hatte Neigung für das Studium. Dagegen ließ sich nichts sagen, denn lernen sollte er etwas, freilich hätte Reschke es lieber gesehen, wenn Otto ein Landwirt geworden wäre, mit Verständnis für die Mahlmüllerei und die Schneidewerke. Aber man muß auch die Neigungen der Kinder berücksichtigen. Und schon als Junge hatte Otto gern den Herrn Doktor gespielt und dem Pulsschlage nachgespürt und hatte Annemaries Kanarienvogel behandelt, als er sich ein Beinchen gebrochen, und hatte einmal das Skelett eines Fuchses regelrecht zus ammenge fügt, so daß alles stimmte, wie die Natur es wollte. Da hatte Reschke sich denn sagen müssen: besser Gelehrter als Müller, und gab Otto auf die hohe Schule. Man konnte daran denken, daß Grete einmal einen heiraten würde, der fähig wäre, die Mühle zu übernehmen. Dann hätte Otto sein Erbteil bar ausgezahlt werden müssen, und der Name Reschke wäre erloschen hier unten im Nuthetal. Das ging dem Buvginüller wohl dann und wann durch den Kopf. Aber Sorgen machte es ihm nicht. Er war kein Grübler, sondern ein Mann der Zwectmäßigkett. Es war doch schon so dunkel geworden im Zirmner, daß Frau Tilde die Hängelampe über dem Tisch angezündet hatte. Währenddessen deckle die Magd und stellte das Abendbrot auf. Was es immer gab: Schinken und Wurst und Speck, und voran aß man eine Grießsuppe; dazu trank Reschke ein Glas einfaches Bier. „Wo ist die Grete?" fragte die Müllerin, klinkte das Fenster auf und ries hinaus: „Alwine, hast du die Grete nicht gesehen?" Die jüglöhnersfrau meinte, vorhin da wäre die Grete mit dem Prinzeßfräulein unter dem großen Apfelbaum gewesen und dann hätten sie einen Laubfrosch sangen wollen und wären nach der Schleuse gegangen. Vielleicht wären sie noch an der Schleuse . . . Frau Tilde schlug das Fenster zu und schloß die Läden. Me sie die Eisen einhakte, das geschah stark geräuschvoll, und Reschke merkte daran, seine Gattin war übler Laune. Er saß schweigend am Tisch und hatte das Kreisblatt vor und las von den Wirren in Mittel amerika. „Es ist eine Zucht," sagte Frau Tilde, „ich kann das Kind nicht mehr bändigen. Nicht, daß sie nicht pariert: sie widersetzt sich auch. Es ist ihr nichts recht, und zu allem ist sie zu fein. Ja, wie soll das werden? Wollen wir eine, Dame aus ihr machen, so paßt sie nicht mehr in Hof und Mühle — nnd wir denn nachher? Es hat alles seine zwei. Seiten, auch das mit der guten Erziehung. Ich sage nichts, Gottfried, aber ich sage: wir beide kommen von Bauern, du und ich, und dess' sollen wir eingedenk sein. ^ . ." Reschke legte die Zeitung auf den Tisch. Das und Aehir- liches hatte er oft gehört und dabei nie seine Ruhe verloren. „Von Bauern," entgegnete er und nickte, „es ist richtig. Dein Vater war sogar Lehnschutze in Adlig-Guhrau und durfte noch den weißen Schulzenstab führen, aus Eschenholz und oben mit einem bunten Bande. So etwas gibt es heute gar nicht mehr. Die Schulzen werden gewählt, aber nicht mehr belehnt, und daß das Schulzenamt durch Generationen in einer Familie bleibt, das ist Heuer schon gar unmöglich. Was diese Feinheit betrifft, so passen wir also zueinander, Tilde; denn in unserer alten Chronik steht —" „Gottfried, hör aus!" fiel die Müllerin ärgerlich ein. Sie stand mttten in der Stube und hatte die linke Hand in die Seite gestemmt. ,,Es ist alleweil deine Manier, daß du auf andres kommst, wenn dir das, was ich sage, nicht zu Sinne ist. Aber ich fange doch wieder davon an. Ich sage: was bäuerisch ist, soll auch zueinander halten und beieinander bleiben. Ob du mehr gelernt hast und warst in einer städtischen Schule und auch noch in einer landwirtschaftlichen, darauf kommt es nicht an. Ich habe auch nicht immer auf dem Dorfe gekluckt. Laß die Zeitung liegen und hör mich zu Ende, Gottfried, du kannst die Zeitung nachher lesen; ich will mich einmal aussprechen. Der fürstliche Umgang von da drüben hat der Grete den Kopf verdreht. . 4 jawohl, es ist ganz gleich, ob die Leute kein Geld mehr haben: es kommt doch der Hochmut von drüben. Er steckt an, es liegt in der Luft. Es ist der angeborene Hochmut,' Den kann ich nicht leiden." „Ich auch nicht," antwortete der Burgnrüller. „Auch bei mir nicht und auch bei dir nicht, Tilde; bei keinem, und wir haben ihn alle. Tu nur nicht so, als hättest nicht auch du deinen Stolz, und daß ich ihn habe, gesteh' ich. Mer man soll ihn nicht allzu laut werden lassen. Das kann man auch denen drüben nicht nachsagen. Sie sind bescheiden in ihrer Fürstlichkeit und müssen es sein. Sie sind viel bescheidener als wir. Der Grete ist der Hochmut nicht angeflogen; der steckt ihr im Blute/- — 130 „So," sagte Frau Tilde; „das klingt gut. Ei sieh', von Wein hat sie ihn denn? Von mir, nicht wahr?" „Das Hab' ich nicht behauptet. Vielleicht auch von mir. In der Chronik steht —" „Ach, geh doch mit deiner Chronik? Redst immer von ihr und kannst sie selbst nicht 'mal lesen!" „In der Chronik steht, es war ein Reschke, der hatte alljährlich zu Johanni einen Sack mit Mehl auf die Gotzen- burg zu tragen als Zinspslicht, und es war bestimmt: auf seinem eigenen Rächen. Das war Satzung. Er mußte den Sack rm Schweiße seines Angesichts auf die Gotzenburg tragen und oben im Schloßhofe abladen vor dein Grafen, und alle Hofherren sahen zu Das wurmte meinen Ahn, denn er war schon ein reicher Mann, und der Hochmut packte ihn, und er wollte die Schuldpflicht ablösen. Mer der Graf ging nicht darauf ein; die Burgmüller von damals waren leibeigene- Leute und das sollten sie spüren. Es hatte seine Richtigkeit; wir hätten's nicht anders gemacht, wär's umgekehrt gewesen. Man niuß reell denken. Aber so dachte dieser alte Reschke nicht. Er soll schon an die Siebzig gelvesen sein, hindennoch ein riesenstarker Mann. Und eininal, wieder zu Johanni, hatte er wie alle Jahr den Mehlsack den Burgberg hinangeschleppt, und oben empfing ihn der Graf und sagte im Scherze: „Reschke, du bist grau geworden, aber die Esel sind es auch und bleiben doch fest inr Buckel." Da wurde der Alte knallrot, so stieg ihm das Blut zu Kopfe, und er ries: „Fühl, wie der Esel schlägt!" und packte den schweren Sack und ließ ihn dem Grafen mit voller Wucht auf d.en Kopf fallen. Der schlug gleich hin und stand nicht mehr aus. Er blieb tott Den Großahn aber hat man hinterher gerädert. Das war dazumal die Sitte. . /' Die Müllerin schüttelte sich. „Daß du mir das erzählst," sagte sie; „ich hätt' es für mich behalten, und ständ's in der Chronik, ich hätt' sie verbrannt. Wir haben keine, aber gerädert hat man auch keinen von uns. Wir sind immer anständige Leute gewesen und keine Mörder und Totschläger.. Gottfried lachte. „Tilde, man muß an die Zeiten denken, die damals waren! Da sprengten auch die von Adel über die Straßen und lauerten den Krämern auf und überfielen und bestahlen sie und wurden nachher gehenkt. .Der Hacke von Stolpe hat sogar den Tetzel begaunert, das war das Schlimmste noch nicht, und im Kloster Zinna räuberten selbst die Aebte, und auf Schloß Beuthen saß ein Brederlow als Quitzowscher Hauptmann und sengte unb brannte. Das war bloß hier herum, und anderwärts ist es nicht besser gewesen. Es war eine Zeit, da galt der Mensch nicht viel. Aber was ich erzählte, weil's in der Chronik steht, sollte nur zum Beweise sein, daß auch uns der Hochmut im Blute sitzt. Dieser alte Reschke konnte sich nicht ducken, wo es gut gewesen wäre, und so kam der Deufel über ihn, und er hak schließlicherweise daran glauben müssen. Man kann ja auch sagen, es war ein gerechter StoG der ihn gepackt hatte. Aber was nützte es? Der Ausgang war fehlerhaft. . . Da trat die Magd ein und sagte: „Soll ich denn nu' die Suppe bringen, Fr^u? Sie steht aus dem Herde und! brennt an." " „Stell sie beiseite!" rief der Burgmüller. „Da wird sie kleistrig," antwortete die Magd unwirsch. „Sie hat recht," siel Frau Tilde ein. „Bringe die Suppe; dre Grete soll nachessen. Gottfried, sag ihr Bescheid. Sag ihr einmal ein ernstes Wort. Sie kann nicht piinktlich sein. Mir gehorcht sie nicht mehr." Doch graoe da kam die Grete. Sie sprang' atemlos in die Stube und rief: „Hu, bin ich gelaufen! Mütter, entschuldige, ich !veiß, ich komme zu spät, aber denke dir —> denke bix, Vater, ein Mann ist mär nachgelaufen und hat mich quer über die Wiese gejagt —" „Ein Strolch ?" fragte der Vater ernst. ™ t^ibt sich wieder viel Gesindel herum," sagte die Mullerrn; „bei Stelz-Kranse haben sie drei Hühner gestohlen." ö „Ich weiß nicht, ob es ein Strolch! war," entgegnetg Grete und setzte sich an den Tisch. „Es lvar ein Mann iinit einer bunten Mütze und' mußte noch jung sein, denn er konnte mächtig lausen. Immer hinter mir hier, und ist in den Holzhos gebogen. „Sind die Hunde draußen, Tilde?" „Wo sollen sie sonst sein!?" . . . T-ann schrie sie auf. Es hatte an das Fenster geklopft. „-Nwerenot!" rief der Bürgmüllec mrd fuhr in die Höhe. Da klopfte es an das andre Fenster. „Schrei nicht, Tilde!" M Aber Gottfried schrie daS K . „Ein Strolch klopft nicht an die Fenster und meldet n. Das sind Narrenspofsen oder es ist Fürbringer oder ein Betrunkener. Wo ist mein Stock? . . ." Run klopfte es zum dritten Male, diesmal an die Türe. Die ging auch gleich aus, und ein junger Mdnschl trat in die Stube. Ter Burgmüller ries nicht mehr: „Schrei nicht,- Tilde" es tvar jetzt ein großer Jubel, und am ineisten jubelte Grete, daß ihr Scherz geglückt war. Otto mußte Umarmungen urrd Kiisse über sich! ergehen lassen. Die nahm er in den Kauf. Aber als Mutter nicht enden wollte, rief er: „Fortsetzung nachher, Mutter! Jetzt lag uns zu Tische gehen, ich bringe einen verständigen Hunger heim. . . Und die Müllerin befahl der Magd, sie solle in der Küche noch einen Speckeierkuchen bestellen, und Reschke nahm den Kellerschlüssel und ging stillschweigend hinaus und kehrte sodann mit zwei ansehnlichen Flaschen zurück, die stellte er auf den Tisch und äußerte: „Sie sind bestanibt> Otto; das gehört zu unsrem Beruf. Aber innerlich sitzt ihr Wert, das wirst du merken. Lag ruhig die Suppe stehen) wenn sie dir nicht schmeckt. Mutter nennt sie das Vorgericht, und sie legt auch Grund. Aber sie ist doch mehr für den Alltag, und wenn du da bist, ist Festtag für uns. . . ." Diese Ansprache gab auch Grete Gelegenheit, sich von der Suppe zu dispensieren, die der Schrecken ihrer Abendmahlzeit war. Otto bekundete einen gesunden Appetit und wußte dabei allerlei zu berichten. Dag es ihm gut erging, sah man ihm an. Er lernte auch eifrig. Er erzählte viel, von dem die Müllerin wenig verstand. Dag er kein praktischer Arzt werden wollte, begriff sie nicht. Sein Hauptinteresse richtete sich auf die pathologische Anatomie und Physiologie. Das waren böhmische Dörfer für Frau. Tilde. Indessen die Fremdwörter imponierten ihr. Ihr Bauernstolz schwand, und der Hochmut tat wieder. Es war doch ein eigenes Gefühl, einen Sohn zu haben, der so mit Fremdwörtern um sich warf, als sei es gar nichts. Alle drei am! Tisch hörten aufmerksam zu, da Otto sprach Und als er von Virchow zu erzählen begann, nickte auch die Mütter. Daß das ein berühmter war, wußte sie. . . . Run wurde ab gedeckt, und Frau Tilde ging hinaus, um das Zimnrer Ottos in Ordnung bringen zu lassen. Mer der Wein blieb aus dem Tische. Reschke schloß, fernen Sekretäv aus und kramte lange in ihm lüncher. Er fatib auch was er suchte: ein paar, seine Havannas, die er für alte Fälle einmal ans der Stadt mitgebracht hatte; er selbst rauchte mrr Pfeife. Die Zigarren trugen ein farbiges Bändchen urrd waren schwarz wie Kohle und lagen, sorgfältig! in Papier gewickelt, neben einem großen .Heiligtum, dem einzigen Orden Burgmüllers: der Rettungsmedaille. — ; (Fortsetzung folgt.) Die panjekolonne. ' Von T. v. B. (Nachdruck verboten.) Es hat doch sein Gutes, dag wir unsere Zeit mit nach Rußland genominen haben. Einmal wird es dadurch für uns früher hell als für die Russen, bei denen die Sonne jetzt erst gegen acht Uhr ansgebt, und dann kommen diese, wenn man sie zu irgeitb etwas bestellt, meist nur ein bis zwei statt eigentlich zwei bis drei Stunden zu spät. Dabei steht die Bande nicht etwa spät ans, inr Gegenteil, sie rumort fast die ganze Nacht herum, aber dennoch werden sie nie fertig, es sei denn, einer steht hinter ihnen mrd« schreit auf littcmisch: „Greita!" oder polnisch „prendko", d. h. fir. Hat man genug Mannschaften zum Schreien, also auf sechs bis acht Eingeborene einen, dann bringt man sogar etwas mit ihnen fertig. Der Fluch jedes mit friedlicher Arbeit hinter der Front Betrauten ist. die „Panjekolonne" d. h. ein Wagenzug aus Eingeborenen im Lande Polen und dort herum. Panjekolonne ist der' schlimmste Widerspruch in sich selbst, den einer nur ausdcnken kann. Pan ist der Herr, aber die da fahren, sind vielleiclit Herren gewesen, letzt wnrdöir wir keine Herrengelüste erlauben, selbst lvenn sie an solche dächten, aber sie tun es ebensowenig, toie sie den Ausdruck Kolonne für ihre Wagenreihe rechtfertigen wollen. Das ist keine Kolonne, feine festgefügte Säule, auf der des Heeres Verpflegung ruhen kann, das ist ein wildes Durcheinander von alten möglichen Und unmöglichen Gefährten, die keine Ordnung und keine Disziplin begreifen. Irgendwo im Lande Litauen gibt es Ortschaften, die heißen Ripcnze oder Kirdcyki oder Meneischkany und haben noch von dem, was die Front braucht: Hafer und Kartoffeln, Erbsen und Kohl, Rinder und Schafe. Gewissenhaft ist festgestellt, n»as beim einzelnen sich findet, wieviel er behalten, muw um weiter leben zu *■ 181 können mit Frau und Kind und Vieh. DaS übrige wird verladen. Je zehn Pud, also an die drei Zentner auf einer: der kleinen kläglichen, gebrechliche:: Wagen, vor die ein Pony gespannt wird, dem Man kerne 500 Meter zutrarrt und der dann unverdrossen fünfzig Kilometer trottet. Heut abend muß, alles fertig gepackt sein, morgen früh um vier wird angespannt und sortgefahren. In jedem Dorf bleiben zwei Mann zur Ueberwachung und Loslösung der Wagen zurück. Treffpunkt: die große Straße, auf deutsch: der Matschfluß zwischen den bedeutenderen Trecknestern. Wer zuerst kommt, wartet auf die anderen. Klarer kann kein Befehl sein, nichts leichter als die Ausführung ... in Deutschland. Andres hier im ehemaligen heiligest Rußland. In jedtzm Dorfe sinds nur fünfzehn Bauern und jeder hat begriffen, um was es sich handelt. Sein! Wagen ist ja beladen, sein Pferd steht daneben angebunden und frißt poch einmal eine tüchtige Portion Heu, aber er kommt nicht. Er schläft nicht mehr, sein Bett ist leer, er läuft imr planlos wie ein vom Autolicht geblendetes Huhn in der Nacht herum, sucht irgend einen Strick, einen Radnagel, eine Handvoll gekochter Bohnen als Wegzehrung und ist nicht zu finden. Hat man den! »weiten, ist der erste wieder fort, und erwische ich den dritten- kriegt per ziveite das Laufei:. Aber schließlich sind sie doch alle da, nur daß drei kostbare Stunden verstrichen sind, die uns schon weit vorangebracht hätten, llitb die anderen warten und fluchen. Sie täten es wenigstens, wären die Bauern gleich, und als l J' :ch r e da. Aber in allen Dörfern sind _ . mit meiner Schar nach dreistündiger Bn-spätung erscheine, sind die anderen noch unsichtbar. Ein Meldereiter endlich bringt die Nachricht, daß sie sich heranbewegen. Als sie in Sicht sind, lasse ich anfahren, und nun ergießt sich der Strom der Wagen in den ins Laufen gebrachten Fluß.' Fast einen halben Kilometer ist die Kolonne lang, rmd jedes Stocken vorn bringt die hinten zum Stehen, jeder Halt in der Mitte zerrt die Kolonne auseinander. Nur unentwegtes Geschrei hält sie zusammen. »Feder Gaul verlangt Zuspruch. Mit Nu und Otteh und Koschkä werden sie angetrreben und durch Rütteln mit den Zügeln, durch klatschende Hiebe vorgehetzt. Aber es ist kein schnell fließendes Gewässer, solche Panje- kolonne. Im Durchschnitt macht sie ihre vier Kilometer in der Stunde, und wenn sie das an einem Tage sechs Stunden lang leistet, kann n:an sich freuen. Jede Pfütze am Wege wird benützt, Uin zu tränken, jede Steigung dient als Vorwand für einen langen -Halt. Es vergeht keine Stunde, wo nicht umgeladen, die Last anders verteilt werden muß. Ta ist keiner, der nicht überzeugt wäre, daß sein Pferd die größte Last hätte, keiner, der nicht behauptete, sein Pony würde schlapp. Lieben diesen inneren Kämpfen hat die Kolonne noch, äußere Kr: bestehen. Zwar bewegt sie sich in einem Lande frei vom böser: Russenfeind, aber auf einer Straße, wo deutsche Soldaten marschieren, die es immer noch nicht, und mit Recht nicht einsehen wollen, warum ein russischer Bauer fahren und sie laufei: sollen. Jeder Panje, der sich allein in den Heerstrom wagt, geht darin Unter, ihm lvird der Wagen und das Pferd fort requiriert, ehe er sichs versieht. „Allein" heißt ohne militärische Begleitung. Ist nun diese zufällig am andern Ende der langgezerrten Reihe beschäftigt, dann kann es leicht Vorkommen, daß vorn die ersten Wagen ausgespannt werden. Ein Zetergeschrei erhebt sich, denn verstehen könne:: sich Deittsche und Panjes nur schwer, ustd es bedarf des sehr energischen Dazwischentreteils des Begleiters, um die Wagen wieder fte: zu bekommen. Dann kommt die Nacht übern Wald gekrochen, die frühe russische Herbstnacht, ohne Mondenschein, die dunkel ist wie ein Grabgewölbe. Ehe das Tageslicht ganz auslöscht, müssen wir im Quartier sein. Das Dorf natürlich, das ich erreichen wollte, liegt noch weit, so weit wie wir zu spät abgerückt. Darum wird ins nächste vbgeschwenkt, das dort am Hange hockt. Tie Scheunen werden belegt. Es gibt ein wenig Jammergeschrei, denn sie wollen ja gerade drin dreschen, aber das hilft nichts. Woina, Pan! .Es ist Krieg! Die Wagen werden dicht nebeneinandergeschoben, die Pferde jabgespannt und dahinter gebunden, aus einem Netz das Heu heraus- peschält, und in den Häusern drängen sich die Männer. Sie sitzen letzt ermattet an den Wänden entlang, und von dem Kiehnspan spielt rotes Licht auf ihre struppigen Bärte, ihre flachsigen Haare, die abgeriebenen Leder der Schafpelze, die sie nicht ablegen, obwohl das Feuer in: Herde knattert und wärmt. In einem großen Eisentopf dämpfen sich Kartoffeln, und die Männer warten still auf ihre Mahlzeit. Sie haben Achtung vor dem deutschen Soldaten, sie sprechen nur im Flüsterton in seiner Gegenwart, aber es ist nicht Furcht, es ist eine gewisse natürliche Bescheidenheit oder jene Anerkennung des Dieners für den Herren. Das steckt in ihnen, uitb 1 darum kann man gut zu ihnen sein und freundlich, sie werden nie die Grenze vergessen. Jetzt wagt sich der eine heran. Prosche Pan, bitte schön, und er gräbt aus seinen Kleidern ein Tuch, aus dessen Knoten ein Stück Papier und aus den: Papier einen Fetzen. Es ist die „Kartätschka", stein Mordgeschoß, wie der Name vermuten läßt, sondern ein Kärtchen, ein Zettel, der Gutschein, der letzte Rest gehabten Habcs und sein einziger Beweis. Man sieht es ihm an, er ist schon hundertmal heransgcholt, gezeigt, von schmutzigen Fingern entfaltet, von noch schmutzigeren nsteder zusammen gelegt worden. Denn jeder deutsche Soldat wird gefragt, ob die „Kartätschka" „dobsche", gültig, sei. Und wenn man ihm hundertinal versichert hat, es stände ein Ulk- wort drauf und fte sei wertlos, immer noch hofft der Bauer, daß der hundertemste Prüfer ihm einen Hoffnungsstrahl ins Herz.sendest Und ans den geheimnisvollen Schnftzeichen da etwas heraus- fmden könnte, das ihm dermaleinst zum Ersatz des abgenomnienen Gutes verhilft. Nun, ich bin wicht grausam, und deshalb versichere ich dem Bauern, daß sein Gutschein volllverttg sei. Besteht doch kein Zweifel, daß »vir hier wie anderwärts jeden nachweisbar berechtigten Anspruch befriedigen werden, auch wenn der Requisi- tionsfchein den Anordnungen nicht genügt, ja überharftit fehlt. Sie sind wie die Kinder, diese Bauern. Für ein freundliches Wort kann man alles bei ihnen haben, sie habe:: ein stark ausgeprägtes Gefühl für Gerechttgkeit, und manchen Streit, den mir ein Pfarrer, ein Bürgermeister vortrug, habe ich durch eine von jeder Gesetzgebung losgelöste, aber dem gesunden Menschenverstand begreifliche Entscheidung zu beiderseitiger Zufriedenheit schlichten können. Dann muß man aber auf der anderen Seite auch einnml streng sein, nach unseren Begriffen zu streng. Diese Langsamkeit im Ausfuhren eines B-esehls, wie sie die Bauern zeigen, kann den ruhigsten Menschen zur Verzweiflung treiben. Sie gehen, die Hände in die gegenüberliegenden Aermel ihrer Pelze gesteckt, mit unausdenklicher Langsamkeit dahin, wohin Man sie schickt. Leicht läuft einem da die Galle über, und als es mir neulich zu toll wurde, habe ich einen alten Kerl regelrecht verhauen. Zwar hatte ich nachher Gewissensbisse, aber wie ich ihn dann in der Kolonne hatte und an ihm vorbeiritt, nickte er mir so strahierst: zu, daß ich mich beruhigte. Er hatte begriffen, daß es nicht anders ging und war mir dankbar für diesen Ausdruck freundschaftlicher Zuneigung. Die ersten Male glaubte ich, meine Kolonne müsse des Nachts bewacht werden, damit kein Bauer ausreiße, keiner sich an dem beförderten Gute vergreise. Aber bald lernte ich um. Tie Ehrlichkeit in diesem Lande :ft bewundernswert. Man kam: sich unbedingt auf die Bevölkerung verlassen. Me man unbewaffnet allein in jedem Bauernhause die Nacht verbringen darf, ebenso wird nie ettvas von einem Wagen fortkommen, solange sich nicht andere als die litauischen Elemente :n der Nähe aufhalten. Am Morgen kostet es zunächst wieder einige Lungenkraft, die Gesellschaft in Gang zu bringen. Sie hatten die halbe Nacht damit verbracht, sich über einem offenen Feuer ein ganzes Schwein zu rösten, und standen nun noch klappernd an der Glut, um sich zu wärmen. Schließlich gelang aber der Abmarsch, nachdem ein Dutzend versucht hatten, die Erlaubnis zur Rückkehr zu bekommen. Die eine Hälfte erinnerte sich plötzlich irgend welcher kranken Familienmitglieder, die anderen niachten ihre Pferde schlecht, die nicht Mehr laufen könnten, und nur ein alter Jude, der auch zunr Frondienst gepreßt war, bewies die Klugheit seines Volkes, indem ec nur fünfzig Pfennige versprach, falls ich ihn laufen ließe. Aber selbst dies fürstliche Angebot konnte mich nickst rühren, ebensowenig wie das Klagegeheul seiner Frau am vorigen Tage, als sie das Reiseziel erfuhr. Sonst war ihr der Mann wahrscheinlich nickst jung genug, heute log sie ihm ein paar Jahrzehnte hinzu, um' ihn frei zu bekomNsen. Ich erklärte ihr jedoch, er müsse mit, auch wenn er hundert Jahre zähle und ich ihn bis Petersburg fahren lassen wollte. Aus diesem Ausspruch ent- stand in der Gegend bald das Gerücht, wir würden in den nächsten Tagen auf Petersburg marschieren... das Wort lief neben uns her, es lief uns voraus, und wo ich hinkau:, wurde diese Neuigkeit mir unterm tiefsten Siegel der Verschwiegenheit erzählt. Ein Beweis dafür, wie Meldungen aus dem Volke zu bewerten sind, aber auch, wie vorsichtig man mit der harmlosesten Aeußerung sein muß. Doppelt vorsichtig, weil in einem Lande, wo erst jeder zehnte Mensch lesen tarnt, die mündliche Neberlicscrung eine, ja die Hauptrolle spielt. Seit Monaten ist die Bevölkerung von jeder gedruckten und geschriebenen Nachricht abgeschnitten, so daß selbst die „Schriftgclebrten" ihnen Neuigkeiten nicht übermitteln können. Dennoch läuft jede wirkliche und nebenbei hundert falschst Nachrichten mit einer geradezu unglaublichen Geschwindigkeit durch das Land, dringt in die entferntesten Ortschaften, in die kleinsten Katen, weit ab von: 'Wege, im tiefen Walde versteckt. Aus einem Wort wird ein Satz, aus einen: Satz ein Roman, aus einem Gefangenen tausend, aus einer eroberten Stelling eine Festung. Riga und Dünaburg sind hier in den letzten Wochen mindestens fünftnal in unsere Hände gefallen, ebenso oft sollen uns die Russen zurückgelvorfen und Ortschaften wiedergenommen haben, die noch heute 150 Kilometer hinter der Front liegen. Ich kenne nur einen Vergleich für dies eilige Laufen des Gerüchtes (da ja nun einmal verglichen werden muß!), aber er trifft wenigstens zu. Wslt hinten in der Bretagne, einen: Lande, wo auch in Friedenszeiten selten ein Deutscher hinkan:, und in Jahrzehnten nun nicht mehr kommen lvird, ragt ein Fels aus den: Meere, der Berg des Heiligen Michael. Um! ihn spült zweimal täglich die Flut, und zweimal liegt er in trockenstem Sande. So weit das Auge reicht, ist dan,i kein Wasser zu sehen, bis sich die Gezeiten wenden und die Welle heranschleicht. Dann stehst du nichtsahnerst: auf festem Boden, und ans einmal quillt es neben dir auf. beginnt zu rieseln und zu laufen, wie tausend kleine hurtige Schlangen kommt das Meerwasscr gelaufen und i'lberziM das Becken mit seiner Salz flut. Da heißt es, sich sputen, denn es komntt mit der Geschwindigkeit eines galoppierenden Pferdes, es ist überall zugleich, hinter dir, neben dir, da, schon vor dir, ein Gräber: hat sich gcfüllt, und 132 du mußt springen. Mancher ist da schon elend umgekommen. Gerade so überschwemmen die Gerüchte das russische Etappenland. Seit einiger Zeit gibt es hier ja wieder polnische und be* bräischc Blätter unter deutscher Leitung, so daß sich Wahrheit und Lüge nur die Bevölkerung nachprüfen läßt. Aber auch Meie Wertungen werden nicht so schnell befördert, als ihr Inhalt voraus- ^ Am zweiten Tag konrmt die Panjekolonne an ihr Ziel. Dann nimmt irgend ein Stapelplatz die Vorräte auf, und wir reiten zurück zu neuen Sammelzügen. , . .. So geht es hin und her in rastloser Kleinarbeit, dre zwar ungefährlich, aber mindestens so nötig ist wie der Kampf mit der Waffe. Bis auf einmal der Pfiff einer deutschen Lokomotive die Stille der Wälder zerreißt. Nun wissen wir: unsere Arbeit ist getan, was wir mühselig in Wochen heranschlcppen, das bringt fetzt das Stahlroß in ebensoviel Stunden. Die Straßen werden leer, sie ziehen sich wieder zurecht unter Regen, Schnee und Frost, und bald ist die Panjekolonne hier ein Ding der Vergangenheit, fast ein sagenhaftes Gebilde. vermischter. * Der „Kraftfuß*. Halb Krallwagen, halb Rollschuh: so kennzeichnet Dr. A. Gradcnwitz in einer Mitteilung im neuesten Heile der reichhaltigen, bei Gustav Braunbeck in Berlin erscheinenden Zeitschrift „Motor" das Zwerganto, dessen Erfindung aus Amerika berichtet wird. Es ist eine Art Siebenmellenstieiel, der seinen älteren und größeren Brüdern kaum ernftlict) Wettbewerb machen dürfte, vielmehr ihnen inr Falle eines Schadens aus der Verlegenheit Hellen konnte, und sonst, von sportlichen Verwendimgeir abgesehen, wohl nur die Tätigkeiten eines Motorrades übernehmen wird. Es ist aber dieser Zwerg unter den Kraftfahrzeugen durch- ails ernst zu neh>nen. Seiner äußeren Gestalt liach zeigt der „Krall- fuß" zwei niedrige Räder, die durch eiue Plaltiorm verbuuden sind, aus der der Fahrer steht, die jedoch auch mit emem kleinen Sitze versehen werdeii fami. Diese Plattform liegt nur 10 Ztm. über dem Bodeii. Außerdem zeigt das Geiährtchen noch eine Steiiersäule — das ist alles. Dabei ist dieses Zwergaulo sehr kräftig und zweckmäßig geballt. Seiii 2>Lvferdiger Motor ist in das Vorderrad eingebaut und daher gänzlich unauffällig, alle arbeitenden Teile fmb standsicher verkapselt das Fahrzeug besitzt keinerlei Teile, die verbogeii oder verdorben werdeii könnten, iind auch keine Fußhebel oder sonstige vorstehende Teile. Durch Betätigung der Steuer- säiile wird die ganze Steueruiig in eiiliachster Weise bewirkt; die Steuersäule ist hohl, kann als Hilss-Benzinbehälter dienen und wird, wenn das fleiue Gewährt außer Gebralich ist, mugelegt uud in wagerechter Lage festqeinacht, wodurch der Benzinbehälter selbtt- tätig verriegelt wird. Der „Kraftsnß", deu der amerikanische Erfinder „Antoped" nennt, iviegt im ganzen 25 Kg. uiid ist daher leicht zu tragen. Sein 'Motor gibt ihm eine Dnrchschnttls- geschwiildigkeit von etwa 30 Km. in der Srunde und hilit ihm auch aus schlechten Straßen und starken Steigungen vorwärts. Wichtig ist auch, daß sich die Gummirellen leicht abnehmen und schnell answechseln lasten. - Der Erfinder dieses kleinsten Kranwagens, Herr I. D. Merkle zil Middletown nn Staate Ohio, beuft sich seine Verwendung etwa folgendermaßen: Zunächi föunte er für Post- bestellungeii auf de,n Laude, sowie für Eilbesretliiugen und Botengänge beniltzt werden. Fenier wäre er als Lie'ernnqswagen für die Bestellung kleiner Pakete geeignet. Deii Großstädter könnte er schiiell aus dem Vororte nach der Stadt und den Arbeiter von seiner Wohnung nach der Fabrik briiigen. Auch Handlungsreisende würden in dem Kraslluß ein begiicmes Beförderungsmittel finden uiid, wie schon angedeutet, könnte er schließlich auch als Notbehelf auf Kraftwagen Verwelidiiuq finden. So scheint die jiinge, aber schon so gewaltig ausgedehnte Krallwagenindustrie in dieser neuesten Erfindung eine Bereicherung voii wirklichem Werte begrüßen zu können. * ^Times"-Anzeigen. Ein Herr, besten Geschält infolge des Krieges geschlosten werden mußte, möchte gerne Eriverb finden, iiidem er sein Autoinobil veruiietet und dabei selbst als bezahlter Fahrer tätig ist. — Junger Offizier wünscht gemütvollen Briefwechsel mit einer Dame. — Helsen Sie Großbritannien, den Krieg gewlniien! Nichts ist ivichtiger als möglichst rasche uiid umfangreiche Munittonserzeuguiig. Tie unterzeichiiete Firma siicht noch ein Kapital voii 500 Pfund zur Herstellung von Mllnition. Wenn Sie sich beteiligen, machen Sie ein gutes Geschäft imd Helsen der Nation! — Die Unterzeichnete Dame ist bereit, einem Offizier der Landarmee oder der Marine durch herzlichen Briefwechsel an- genehine Zerstreuung zii verschaffen. — Lungenkranker australischer Soldat sehnt sich nach dem Klima seiner Heimat. Welcher gutherzige Patriot will die Kosten der Ueberfahrt bezahlen? — Soldat wünscht erne kleine Anleihe, um seine dringendsten Schulden zu ordnen, bevor er an die Front geht. Vüchettisch. ** Handbuch der Kunstwissenschaft. Heraus- gegeben von Univ.^Prof. Dr. Fritz Burger, München. Mit etwa 5000 Abbildungen. In Lieferungen im Abonnement ü Mk. 1.50 (Akademische Verlagsgesellschaft, Neubabelsberg). Lieferung 21. Graf Vitzthum, Die Malerei und Plastik des Mittelalters. Heft 2. Das Buch ist den Fachgeiwssen und den Laien gewidmet zur Erweiteruiw des Gesichtskreises und zur Schärfung des ästhetisck>en Urteils. Diesen Ziveck erreicht das Haiidbuch eben durch die klare, neuartige Gliederung des Anschauungsmaterials und die Konsequenz seiner zielbewußten AuA« führungen, ohne deslvegen in einen lehrhaften Ton zu verfallen. Wenn Graf Vitzthum in dem eben erschienenen 2. Hefte seiner Abhandlung über die Malerei und Plastik des Mittelalters von der italienischen Mülerei spricht, so steht seine Arbeitskraft zwar hier im Detail, doch fehlen niemals die Bezüge und Hinweise auf das große Ganze. Das angegebene Quellenmaterial erleichtert ein tieferes Eindringen in die kunstgeschichllliche Materie- Das Handbuch ist eine ideelle Unternehmung, deren Qualitäten unmöglich übersehen werden können. — D e r T ü r in e r (Krtegsausgabe). Herausgeber : I. E. Frhr. v. Grotthuß. Vierteljährlich »6 Hefte) 4 Mt 50 Pfg., Ernzelheft 80 Vs. Probehell portofrei (Stuttgart, Gremer & Pfeiffers. — Aus dem Inhalt des ersten Märzhesles: Friedensbewegung. Don Hans v. Wolzogen. — Mutter. Skizze von Olga Pöhlmann. - Nationales Verantwortlichketldgefühl. Eine Verteidigung der deutschen Frauen. Von Le>ia Voß. — Eiiie ungehaltene Schützengraben- predigt. Vorr Leonhard Schrickel. — Kriegswncher. Von Kurd von Strantz. — Englaiids Trnmvfe in Ainerika. — Volkstümliche Umgestaltungen in der Rechtspflege. Von Pros. Dr. Ed. Heyck. — Wie es in Rußland aiissieht. — Die wirtschaftliche und soziale Lage unseres Beamtenllandes. Von Dr. für. et pbil. Bovensiepen. — Etn deutscher Nothelfer unserer Zeit. Von St. — Tie ent« götterte Welt. (Berliner Theater-Rundschau) Don Hermann Kienzl. — Gustav Falke. Von Karl Storck. — Türmers Tagebuch; Der Krieg. - Auf der Warte. — Kuustbeilagen. — Notenbe«lage. — Verkehrskarte von Deutschland und seinen Grenzgebieten. J>n Maßstab 1:1 öoOCOO gezeichnet von P. Krauß. Zweite, erweiterte Ausgabe mit einer Sonderkarte des Rheinisch-Westfälischen Jndustrtegebietes. Aiti Achtelgröße gefalzt in Umschlag 1 Alt. 20 Psg. Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien. — Die ziveite Ausgabe der beliebten ilnd stark verbreiteten, von P. Kraiiß gezeichneten Verkehrska te hat eine gerade für unsere Zeit sehr willkommene Vergrößerung des Kartenbildes erfahren. Reichte die erste Ailsgabe un Westen bis zu einer Nord-Süd°Linie, die sich diirch die Städte Gent und Reiins bestimiiieii läßt, so ist sie bei der neuen bis nach Boulogne uiid Paris hinausgerückt worden Viel größer ist die Erweiterung des Kartenbildes nach Osten, das jetzt mit einer Linie abschneldet, in die Orte wie Minsk ilnd Rowno und die bestarabische uiid rumänische Grenze iatleu. Bis ans das Rheinisch-Westfälische Industriegebiet sind alle früher aufgeiioiiiineiien Soliderkarten fort- gelassen worden, so daß niiinnehr voii den Grenzgebieten Polen, ein Stück des mittleren Rußlands und das nördliche Ungarn — etwa bis hinunter nach Klailseiibnrg — einerseits, anderseits Holland, Belgien und Nordoslirankretch mit zur Darstellllng kommen koniiten. So gewährt diese eine Fläche von 70X103 Zun. bedeckende Karte zugleich eine klare Ueberstchl über den westlichen und östlichen Kriegsschauplatz, bei letzterem bis hinauf nach Schaulcii, wobei wir besonders hervorheben, daß alle Kampfplätze sorgfältig em- gezeichnet find. __ Gleichklang Rätse!. Bin ein gar setlsam Tier, Habe der Beilie vier. Aber lnein Schweif und Haupt Sind nur geraubt. Hoch schätzt der Turner mich. Kräftig und stark bin ich, Trage die schwerste Last, Die du nur hast. Fäster selbst nehm' ich hin. Bin ja oft selber drin; Schau nicht zu tief hinein, Wirst es bereu'n! Taumelst die Kreuz iind Quer, Rufst eine Droschke her. Fährst du nach Hause dann, Bm ich voran. (Auflösung in nächster Nummer.) Auflösung des magischen Dreiecks in voriger Nummer; ADLER DREI LEK E I R Schnftleitung: Aug. Goetz. - RotatwllSdruck und Verlag der Brühl'schen UnwersitälS-Biich- und Steindruckerei, R. Lanae. Gießeru