Jim toten See. Roman von RobertKohlrausch. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) War es auch hier der Freiherrntitel, der ifym nützlich war, —. nach einem kleinen Schtveigen vernahm er das unsichere Tasten einer Hand innen am Türschloß, und der Eingang tat sich auf. Allerdings vorläufig nur zu einem breiten Spalt, in dem die Figur eines noch nicht alten, aber frühzeitig verblühten Mädchens erschien. Das Gesicht war gelblich-blaß, und von der Nase nach den Mundwinkeln zogen sich ein paar scharfe, frühzeitig eingegrabene Falten hinunter. Den Kopf hatte Konradine Börner mit einem grauseidenen Tuch umbunden, das ein kleines weißes Kissen auf ihrer linken Backe sesthalten mußte. Ein intensiver Kamillengeruch ging von ihr aus. Ihr Gesicht erschien in der ovalen, dunklen Umrahmung noch blasser und kränklicher als wohl sonst, ihre großen, braunen Augen schauten halb neugierig, halb mißtrauisch daraus hervor. Ehe sie die Tür freigab, fragte sie: „Habe ich recht verstanden — Freiherr von Bassow haben Sie gesagt?" Und als er nickte, fügte sie hinzu: „Der Freiherr won Bassow aus Garchim ist ja doch —> er ist ja doch gestorben. Das hat in allen Zeitungen gestanden." Bassow mußte lächeln, obwohl ihm ernsthaft und aufgeregt zumute war. „Sie haben ganz recht, mein armer Vetter ist ermordet worden. Er hat Garchim vor mir besessen." „Ich weiß es — das heißt, daß man ihn ermordet hat. Am zweiten Juli ist es geschehen." „Sie wissen sogar noch den Tag?" „Ja, den werde ich sobald nicht vergessen. An ihm — aber wollen Sie nicht hereinkommen?" Sie trat bei diesen Worten von der Tür zurück und ließ ihn eintreten. Dann tauchte sie hinein in die tiefe Dämmerung eines langen Korridors und sagte: „Sie erlauben, daß ich vorangehe, Sie finden die Tür sollst nicht; es ist so dunkel." Dabei beschleunigte sie die Schritte und öffnete ganz hinten am Korridor eine Tür, aus der mm heller Tabesschein hervordrang. Drinnen lag Sonnenlicht auf eurer abgebrauchten, an fid> aber altmodisch geschmackvollen Zimmereinrichtung; alles war sauber und blank, weiße Gardinen hingen ail dem einzigen Fenster, ein paar hellrotn Estugeranieu blühten dort, and in einem darüber aufge- hangenen Bauer sang etit Kanarienvogel sein Lied. „Bitte, wollen Sie nicht Platz nehmen, Herr Baron?" sagte Fräulein. Börller, auf einen steifbeinigen Biedermeier- sesjel deutend. „Meine Mutter kann ich lerder llicht rufen. Sie ist krank — ich bin es eigentlich auch, aber ich habe dazu keine Zeit." „Ilm so freundlicher von Ihnen. daß Sie mir die Möglichkeit geben, mit Ihnen zu sprechen. Es handelt sich um eine für mich sehr wichtige Sache." „Entschuldigen Sie einen Augenblick, ich muß erst ein^ mal spülen," sagte sie und ging zu einem kleinen Tisch am Fenster, wo eine große Tasse auf einem Kaffeewärmer mit Miniatursläinmchen darin stand. Und ihr sonderbares Tun erläuternd, fügte sie hinzu: „Mit Kamillen muß ich spülen. Ich leide so furchtbar an Gesichts schmerzen, und es gibt kein anderes Mittel, das mir hilft. Aber es maß regelmäßig alle zehn Minuten geschehen, wenn es nützen soll. Also einen Augenblick, — ich bin gleich wieder hier." Sie verschwand mit ihrer Das st, kehrte jedoch, nachdem ein gurgelndes Geräusch im Nebenzimmer laut geworden war, rvirklich bald wieder zurück, setzte sich Bassow gegenüber und fragte: „Womit kann ich Ihnen dienen, Herr Baron?" „Sie haben mir schon gesagt, daß der zweite Juli noch gut in Erinnerung bei Ihnen sei, darum —" „Gut ist er nicht bei mir in Erinnerung. Schlecht sogar, so schlecht als möglich. An ihm bin ich so krank geworden, daß ich zehn Tage lang meinen Dienst nicht habe machen können. Aus Aerger, aus furchtbarem Aerger. Jede Aufregung wirft sich mir aufs Gesicht, was ja ganz erklärlich ist, weil es Nervenschmerzen sind, wie der Doktor sagt. Und wenn die Nerven irritiert werden —" „Ich kann das verstehen, mein Fräulein. Aber wenn Sie sich des ganzen Tages noch genau erinnern, dann auch vielleicht einiger Einzelheiten, die an ihm vorgekommen sind. Können Sie mir zum Beispiel sagen, ob damals ein Herr, der hier im Hotel de Nussie gewohnt hat, sich mit dem .Hotel Kaiserhos in Berlin hat verbinden lassen?" „Das war es ja!" rief Konradine Börner, vor Aufregung noch bleicher werdend. „Darum hat sich's ja gehandelt, ich bin deshalb so krank geworden. Ich hatte schon furchtbare Schmerzen, als ich meinen Dienst um zwölf Uhr mittags antrat. Es war nicht viel zu tun, aber mir war vor lauter Schmerzen auch so wirr im Kopse, daß ich angestrengt gar nicht hätte arbeiten können. Und in solch einem Zustande kann einem doch auch einmal ein kleiner Irrtum passieren." . „Gewiß, gewiß. Und was war es für ein Irrtum? „Das will ich Ihnen sagen. So gegen drei Uhr wurde ich durch eine Herrenstimme vom Hotel de Russie aus angerufen; ich sollte ihn mit Nummer 12 243 in Berlin verbinden. Es riß gerade wieder ganz furchtbar in meinem Gesicht, und ob der Herr nun wirklich undeutlich sprach, oder ob es mir nur so vorkam wegen meiner Schmerzen, — ich mußte zweimal Nachfragen, bis ich die Nummer verstand. Ich merkte schon am Ton, in dem er antwortete, daß er sehr ungeduldig war. Das machte mich in meinem Zustand noch mehr verwirrt, und so ist mir's denn passiert. Ich verwechselte die Nummern und verband ihn statt mit 12 243 mit 12 245. Das ist auch ein Hotel, das Zentralhotel in Berlin; er aber wollte mit dem Kaiserhos verbunden lverden. Was er dann gesprochen hat. und ob ihm iraend etwas Unange- 96 nehmes dadurch passiert ist, weiß ich natürlich nicht. Auf Einmal aber werde ich ganz furchtbar angeschrien von einer Stimme, die vor Wut geradezu zittert — vor Wut zittert, anders kann ich es nicht ausdrü.cken. Und er gebraucht Worte gegen mich — Worte! Wissen Sie, Herr Baron, was er gesagt hat? Eine taube alte Jungfer hat er mich genannt, — bei keinem Telephonamte der Welt sollte man mich dulden. Das hat er gesagt, und ich bin beinahe ohnrnächtig an meinem Telephon zusammengebrochen. Wir müssen uns ja vieles gefallen lassen in unseren! Beruf, aber so etwas war mir doch noch niemals voraekommen. Mir einen Augen- blick habe ich nicht einmal mehr meine Schmerzen gefühlt. Aeußerlich bin ich ganz ruhig geblieben, ganz ruhig und vornehm. Zu mir aber habe ich gesagt: Konradine, das läßt du dir nicht gefallen, der Mensch soll seine Strafe haben, den Menschen verklagst du." „Da waren Sie ganz im Recht/ „Natürlich war ich im Recht. Und ich bin auch gleich, nachdem ich fertig war mit meinen! Dienst, in das Hotel de Russle gegangen und habe den Oberkellner gefragt, wer um die und die Zeit am Telephon gewesen wäre. Der vat es auch gleich gewußt und hat gesagt, ein Herr von Breitenbach hatte telephoniert.' „Breitenbach!" ,La, das Fremdenbuch hat er mir sogar gezeigt. Erich von Breitenbach aus Rittergut Lünzin hat in dem Buche gestanden." ' „Ttlso Breitenbach!" sagte Bassow mehr zu sich selbst als zu dem Fraulein. Da war der Name, den er rm stillen erwartet hatte, der ihn aber nun, als er ausgesprochen wurde, doch überraschte. J „3®,' Breitenbach!" wiederholte Konradine Börner mit ganz besonderer Betonung für den verhaßten Namen. „Sie fragen, ob ich ihn wirklich verklagt habe. Leider ist es nicht geschehen. Mutter hat mir abgeraten: sie hat gesagt, unsereins könnte doch nichts ausrichten gegen solch einen vornehmen Herrn. Mein Gott, man muß ja froh ^an erne Stellung hat, um sich notdürftig ^ ?*!> ^nn ^ch bedachte, daß ich Mutter, Erank ist, noch neue Sorgen bereiten könnte, da Hab ich s denn gelassen. Mer vergessen werde ich diesen zweiten Juli mein Lebtag nicht!" Ä« bai - fe ?^ nen r i^ ;t ^rzlich, Fräulein Börner. ÄuLkunft" * n€n 9ro&eTI Drenst erwiesen durch Ihre ftÄÄ 1SM tstftss “1ä„3 M»7ch' 25 'S w . 1 . dassolv stand auf. „Nein, ich möchte Sie nicht länger ,ch wissen wellte, das weiß ich. Nur er suchte einen Angenhlick nach Worten für das/ was er noch sagen wollte - „ich ,nöchte mich Ihnen so aerme dankbar erweisen, — aber Sie dürfen mir's nicht übel LZ««. Und weil Ihre Frau Mutte! fo v/l krank ist - ^ C ”3? e doch manchmal einer Flasche Wein — darf !u chiusen ?""' Mutter hierfür Las Derartiges r . ein paar Goldstücke hervor gezogen und leate ste diskret auf einen zur Seite stehenden Tisch auf dem NN vergilbter Brautkranz unter einer Glasglocke lag wÄBta Mi ® örnet """'dte sich ab „Aber ich bitte Sie, warum weinen Sie denn»" weil es noch so gute Menschen acht, — frfvm ■ H / e , tne ' sch tn der Lage bin. daß ich Ihr Geschenk nicht zuruckweisen darf" 1 ^ ’ an? Das freut mich!" _ „Nrcht für mich, das täte ich wohl niemals Aber für ja da VveZlät^'anZntiS u,Ib far;[ erft ' w°s ft . ha^en mir eben Freude gemacht — machen Sie ; 11 <83^ keinen Kummer, indem Sie mein kleines Geschenk Frau Mutter zurückweisen." ^ SftJ mein ^Ott, wenn sie das hätte f te 1? dre Reise machet!! Der Doktor möchte lie nämlich gern in ein Bad schicken, —, dort haben wir Verwandte, bei denen Jie wohnen könnte, aber das Reise- geld hat uns noch immer gefehlt." . „Sehen Sie, das paßt ja vortrefflich. Und wenn es nrcht genug sein sollte —" „O, es ist übergenug. Ich loeiß nur gar nicht, wie ich Jhrren danken soll. Sie sind ein guter, guter Mensch, .Herr Baron —" Ohne daß er es hindern konnte, hatte sie seine Hand ergriffen und einen Kuß darauf gedrückt. Eine Träne siel zugleich darauf nieder. Bassow lächelte ein wenig verlegen. „So etwas dürfen Sie nicht tun, mein Fräulein. Und nun muß ich gehen, ich halte Sie schon zu lange auf. Leben Sie wohl. Recht gute Besserung für Sie und Ihre Frau Miltter. Und vielen, vielen Dank." „Ich habe zu danken — ich habe zu danken, Herr Baron." Sie bealeitete ihn durch den dunklen Korridor bis z'ur Ausgangstür. Mit Genugtuung sah Bassow, daß ans den: bleichen Gesicht ein leichtes, freudiges Rot aufgeblüht war. Er gab ihr noch einmal die Hand und sagte: „Und nun! schelten Sie mir nicht mehr auf d-en zweiten Juli. Ohne den wäre ich nicht hier. Wir müssen, was uns das Leben bringt, immer aus einer gewissen Distanz betrachten, dann gewinnt es meist ein anderes Gesicht." Er ging, aber Konradine Börner blieb in der Tür stehen und blickte ihm nach, bis er aus der Treppe ver> schwunden war. . ^st konnte sich Bassow mit seinen Gedanken in das Gehörte vertiefen. Der Freude, seinen Zweck erreicht zu haben, mischte sich aber jetzt auch allerlei Zweifel bei. Der geistigen Anspannung folgte die Ernüchterung naturgemäß. Er hatte festgestellt, daß Breitenbach damals wirklich an fernen Vetter telephoniert hatte, daß dieser höchstwahrscheinlich auf Grund jenes Telephongesprächs vorzeitig von Berlin abgereist war, daß also die abendliche Begegnung der beiden verabredet und nicht, wie Breitenbach ausgesagt hatte, zufällig gewesen war. Mer was bedeutete diese Feststellung für eine Schuld Breitenbachs? Doch nur die Verstärkung eines vielleicht möglichen Indizienbeweises, nicht mehr. Der wirkliche Beweis, wenn Breitenbach in der Tat schuldig war, blieb immer noch, zu erbringen. Und er sah vorläufig keinen Weg dafür. Das belastete seine Seele, und auf der Heimfahrt klang die Musik der unert- rundlichen Räder in ein gleich unermüdliches Griibeln des tief nt Gedanken Versunkenen hinein. Die Züge lagen so, daß er vor Mend nicht in Garchim sein konnte. Derselbe Zug, in dem Breitenbach damals gefahren war, brachte Bassow zurück. Er hatte telegraphisch einen Wagen an die Bahn bestellt und war um zehn Uhr ungefähr zu Hause. ö ' r. 0 f )a | lt,a f der Diener Franz ihn! verkündete, war Ä ri 5 l der am Nachmittag erfolgten Verhaftung de^ Mannes, der das Mordattentat auf Herrn von Breitenbach verübt hatte. „Gestanden soll er auch schon haben," fügte Franz hinzu. ' „Gestanden — was?" schossen"hat ^ auf ben & ertn bon Breitenbach ge- „Und weiter nichts?" „Was meinen der Herr Baron?" . „Ob er gestanden hat, auch au der Mordtat hier beteiligt gewesen zu sein?" ' / „Das kann ich nicht sagen, Herr Baron. Wir wissen ^k^haupt noch nichts Näheres. Nur, daß der Mensch verhaftet ist und daß er gestanden haben soll." erfahren ^ ® tan ä- Wir werden ja morgen alles Der Diener ging, und Bassow blieb allein in. seinem Zimmer. Die neue Nachricht fachte sein aufgeregtes eben ein wemg Zur Ruhe gekommenes Griibeln doch frisch wieder an. Tausend Möglichkeiten erwägend, schritt er lanae -tett auf und nieder. Endlich aber zimrng'er die dnrSarL wogenden Gedanken mit.Gewalt hinab. Sie waren Zwecklos, und er haßte die zwecklosen Dinge. ^ * (Fortsetzung folgt.) Line wilingerfahrt. Gchllderung von I. P e l %. (Nachdruck verboten.) In dier Unterelbe steht ein« höllisch« Fbut und in Kiellinie wertlettern unsere fünf Dorpsdoboote die aufstauenden Wachten. Alle Viertelstunden setzt mit scharfer Brise Bö auf Bö ein; »anmendicke Regentropfen prasseln auf uns nieder. Der Südivester tst nicht groß, das Oelsen g nicht dicht genug. Schön kommen die ersten echten Nordseespritzer, und des Bootsmaats Mosel ist längst mcht mehr in Brand zu halten; kurz entschlossen verdoppelt er Dein Priemchenmaß. — Wir nehmen Kurs nach Norden, nachdem die offene See er reicht ist und vollen bei nordwestlichem Winde fürchterlich. Lange, riesige Wachten stemmeii sich uns entgegen, die der scharfe Bug durchschneidet. Hat er sie überwunden, so geht es mit rasender Vahrt den Wellenberg hinunter und wiederum bohrt sich ungestüm der Bug unseres Fahrzeuges in die anstürmenden Wasser, die den ganzen schlanken Leib des Schiffes überfluten.- Wir sind Führerboot und haben leichte Arbeit; schwerer wird es 'den andern. Sie müssen Abstand halten und bekommen als Wechten Lohn das Heckwasser ihres Vorbootes, das sie völlig Überschäumt. So geht es weiter in dieser Wasserwüste. Alles ist aus der -.Höhe". Tie Maschinen arbeiten ungeheuer und Nur machen Fahrt, als ginge es um das blaue Baud des Ozeans. Längst ist der feurige Sonnenball am fernen Horizont verschwunden und im Osten lugt znwelleir die scharfe, goldene Sichel des im ersten Viertel stehenden Mondes aus den sturmzerrissenen, schwarten Wolkenschwaden. — —» — Ta tritt endlich in den Lüften etwas Ruhe ein. Merklich flaut der «nd mit ein tretender Dunkelheit ab und mit ihm das jähe Ueberstürzen der auf uns einstürmenden Tinning, die lvir ungestüm nehmen. , ker Kommandant null heute nicht von der Brücke weichen. Kerne Minute vergeht, ohne daß er den ganzen Horizont mit sein ein scharfen Nachtglase absucht. Tie Flagge ist niedergeholt, Lichter sind nicht gesetzt worden; die Bullaugen sind innen gut verwahrt, so daß auch nicht eine Spur eines Lichtstrahls nach außen dringen kann. NochKst nichts vom Feinde zu sehen, dennoch sind alle Gefechts stattonen besetzt. In solchen ernsten Augenblicken denkt ein echter Deutscher an sich selbst zuletzt, und unser braver Kommandant muß erst an die stets bereiten Schloimmwesten.erinnern. Damit wissen tmr jedoch« genug! Es ist nun völlig dunkel geworden und das uns folgende Boot nur noch durch das Nachtglas zu sehen; dennoch hält es peinlichst KUrs: Ja, unsere Rudergänger haben gute Augen und gar viel Geschick. Tas scharfe Glas des Kommandanten bleibt plötzlich an einer Stelle stehen. Er wendet es nach rechts, nach' links und hält dann wieder ans denselben Punkt.- Mit bloßem Auge ist eben nur zu sehen, wo sich- Himmel und Meer in einer Linie vereinen, sonst nichts weiter. Er reicht das Glas dem Bootsmann. Dieser tastet den Horizont ab, bleibt auf derselben Stelle stehen. „Größerer Dampfer nnt hoher Fracht," sagt er trocken. „Holzdampfer," meint der Kommandant. Wir näherm uns ihm langsam, ihn Backbord liegen lassend imb stellen seinen Kurs fest. Ter Bootsmann schiebt sein Priemchen von einer Backe auf die andere und ist bitter enttäuscht, daß ihn der Kommandant seine Sprengkunst nicht aus Wen läßt. Fast wrderwiklig schiebt er den bereitgehaltenen Sprcngkastcn lüicber Unter die Duchten unseres Beibootes. Ter Dampfer ist längst anßer Sicht und auch von seiner hochstehenden^ Rauchfahne nichts mehr zu sehen. Seit einer halben Stunde rst völlige Flaute eingetreten: in langen, kaum merklichen Wogen begegnet uns die Dünung und ein leiser Regen rieselt meder, -der immer stärker m\b stärker wird und schließlich jegliche Aussicht nimmt. Jetzt heißt es auf der Hut sein. Tie Fahrt wird verlangsar.lt, der Ausguck verdoppelt, denn auch mit deni Glase rst keine Seemeile weit zu sehen. Was nicht im Jirnern des Bootes dienstlich festgehalten wird, ist an Deck-und jeher strengt sich an, so gut er kann. _., Ta gibt es eine Ueberraschnng, denn plötzlich erscheinen im Drctrcht der Regenwolken, wie hingezaubett wohl ein Dutzend mächtig qualmender Sckjornsteine. Ist es Freund oder Feinds 177 “7,. TT Trotz vorsrchtig langsamer Fahrt nähern wir uns ihnen schnell, me Utimife der einzelnen Fahrzeuge erscheinen, ein Kreuzer ^rchnet such deutlich von den Zerstörern ab. — Es sind Feinde — Engländer, wohl ihrer neun an der Zahl, die vor uns troddeln. — r jc/ifr C0 H ?ohrt!" geht es an die Maschinen. „Klar zum Gefecht! an das seemännische Personal Und ehe es allen klar, was auf dem Spule steht, sausen prustend drei Torpedos aus den Rohreri. Nochi sehen lutr die aufbrodelnden Spuren an der Ober- fläche des Wassers und alles an Teck sieht wie festgebannt nach den Zielen. Tue fast starren Züge im Gesichte meines Köminan- danten, me wert aufgenssenen Augen werde ich wohl nie vergessen. „Hurra 7 Kommt es dann kräftig von seinen Lippen, denn etzre riesige Wafferschile vergräbt den nächsten Zerstörer. .Ein Etwas ttne Splitter, Fetzen der StaM,knde, ein zer. Ichelltes Boot fliegt über die untere breitere Terrasse der auf- wirbeluden Wassers chrle hinaus, dann konrmt wie fernes Grollen die Erschütterung zu uns herWer. — Dom Zerstörer ist nur kMes Stückwerk übrig, da steigt auch schon die zweite und dritte Wassersaule am „Kreuzer" in die Höhe. — Er sinkt; sein Achterschiff ist nnt ungeheurer Explosion auseinandergerissen, in die ^rese gesunken^und der Bug steigt, sich riesig aufbäumend, vom Strahle der Scheinwerfer grell beleuchtet in die Höhe. Ein Pselsen der ausströmenden Luft und des Dampfes als wenn der Sturmwiiid heult, ein Brodeln und gewaltiges Zischen — dann sinkt der Riese rn fern nasses Grab.- Wir sind längst vorbeigeschoren, denn Sekunden hat das alles nur gedauert. Tann sammelt sich unsere Flottille und weiter geht es m rasender Fahrt. Unser Ziel ist erreicht, der stark überlegene Fernd überraschend geschlagen. Auch uiffer Bootsmaat sollte auf seine Rechnung kommen nach England bestimmte Holzdanipfer wurden arrfgepickt wahrend dieser Rückfahrt, ihre Besatzung an Bord genommen und die Ladung an allen Ecken und Kanten in Brand gesteckt. Lange noch beleuchteten diese schwimnrenden Riesensakeln unsere Sieges- bah«n. Em schauerlich schönes Freudenfeuer für unsere wohlgelungene Wlkmgersahrt. __ Aus dem Tagebuch eines Engländers im Jahre 1920. Die Erfolglosigkeit der englischen Kriegführung und der Man, gel an Vertrauen in die Regierung geben dem bekannten Feuille- tonisten der „Daily Mall", Twells Brex, Anlaß zu dem fol- genden Frischen Artikel in Form englischer Tagebuchülätter aus denr Jahre 1920: „1. Januar. Ein trauriger Morgen. Ich ltano den ganzen Tag unbekleidet, da mein einziger Anzug ausgebessert werdeii mußte. Mein« Frau kochte die beiden Katzen, dre uns ihre Tante gesandt hat, weit die Preise in den Flersch- laden von niemand mehr bezahlt werden können. Heute ließ der Schatzkanzler Samuel Montagu wieder eine Erklärung bekanntsten, daß wrr noch mehr sparen müssen, um den Krieg zu ge- winnen. Ern ^Freund erschien zu unserem Katzenessen, aber ich bat chn aus Sparsamkeitsgründen, wieder wegzugehen. Er war lehr ttaurig. — 22. Januar. Die Kaufleute fahren jetzt in ilemen Booten ans der Themse nach der City, da Automobll- brennstoff teurer ist als ehedem Sekt. Es geht das Gerücht, daß eme Flotte von 100 Zeppelinen Liverpool bombardiert hat. Punkt 12 Ufa traf ich mich mit einem Freund in einem Trllck- lokale werden jetzt erst um 12 Uhr mittags geöffnet urw 5 Minuten ipäter wieder geschlossen, was den Krieg wirk- lich fühlbar nracht. Wir speisten und tranken mit zwei Lords, und die Rechnung betrug 2 Schilling, was uns sehr traurig ftrmmte. 26. Januar. Ich sprach mit einem gutunterrichteten Oberst, der aus Urlaub heckam. Er erzählte, daß die Deutschen an allen fronten zusammen noch 300 Mann haben, und daß wir nur noch trockenes Wetter erwarten, um die feindliche Uebermacht Mit Erfolg anzugreifen. — 4. Februar. Heute ging ich in mein Bureau, ^ch hatte nichts.zu tun, als das Formular meiner Einkommensteuer zu unterschreiben. Die Steuer beträgt jetzt 15 Schilling auf, ein Einkommen von 20 Schilling. Dieser monatliche Betrag soll aber bald erhöht werden. Ich saß in dem ungeheizten Bureauraum — die,Köhlen kosten jetzt 220 Schilling die Tonne — und gedachte seufzend meines schönen Pelzes, den ich vor zwes Jahren an einen Munitionsarbeiter verkaufen mußte. Der heutige Gencralstabsbericht meldet, daß drei Schisse gesunken sind und daß die Deutschen eine Linie in Frankreich durchbrochen haben. Die „Daily News" betonen, daß das seit Monaten der mildeste Bericht sei, was zur Hoffnung aus unseren baldigen Sieg berechtige. Ich war sehr erfreut über diese günstigen Nachrichten. — 19. März. Heute war im Parlainent ein großer Tag. Asquith und Balfonr sprachen, und der Staatssekretär des Kriegs- nrrnisteriums las fünf Minuten lang von einem bedruckten Papier eine Erklärung über die gegenwärtige Lage ab. Leider erklärte er uns nicht den Inhalt. Zwei Interpellationen, die behaupteten, daß es in England noch über 20 geschickte und vernünftige Leute gäbe, machten sich mit Recht lächerlich. Dann wurden einige dum nie Vorschläge zur Abweh r der Zeppel ine gemacht, worauf der Leiter der Luftkämpfe erklärte, daß alles in Ordnung wäre, da die Zeppeline uns kaum mehr als 100 Menschenleben täglich kosten. — 7. April. Ich erwachte um Mitternacht durch einen furchtbaren Lärm. Unser Hans schwankte und wackelte fürchterlich. Wir krochen in den Keller, wo wir Nacht und Tag zubrachten. Es waren neue Zeppelrnangriffe. Da die Zensur alle Niederschriften verboten hat, kann ich mein Tagebuch nicht mehr fortsetzen .._ vermischtes. . .. f ^. H e i r a t s e p i d e m i e der a in e r i k a n i s ch e n u h n e n F u n ft I e v t n n e u. Eine ebenso unterhaltsame ivie lehrreiche Untersuchung der Heiralsverha'ltuisse in den Krisen der amerikanischen Bühnenkünstlerinnen findet sich im „Journal des Tebntö . Da Amerika das Land der zahlreichsten Eheschließungen ijt und zugleich die Heimat der jugendlichsten Ehen, ist es nicht zu ¥ verwundern, daß die Heiratsattionen der Bühnenwetblichkeit in Amerika so hoch stehen, daß die Theater sich nicht allzu lange ihrer Kräfte erfreuen können und immer häufiger gezwungen werden, sich nach geeignetem Ersatz umzusehen. Wie der amerikanische Impresario Zigleld im Rückblick auf seine langjährige Tätigkeit aus- Mhrt. sind die Heiratsaussichten der Schauspielerinnen fortdauernd im Steigen begriffen. Er selbst hat auf seinen BerukSreisen der Hochzeit von nicht iveniger als 1440 Schauspielerinnen belgewohnt. Die Choristinnen üben ihre Tätigkeit meist nur zwei Jahre lang aus. Nach dieser Zeit sind sie - wenigstens die hübschen — fa l immer schon unter die Haube gebracht Tie Solistinnen heiraten noch schneller, die Zeit ist um so kürzer, je größer die Berühmtheit der l>etreffenden Künstlerinnen ist. Zwar stehen die auf der Bühne notwendigen Talente mit der Begabung, einen Ehemann glücklich zir machen, in keinem direkten Zusammerihang; aber die (SrUclfcu der Männer ist stärker als ihre Logik, ganz besonders im Reiche der Reklame. Tie besten Heiratsaussichteu haben die Schauspielerinnen, die sich einer jligendlichen und möglichst schlanken Gestalt erfreuen. Neigiing zur Fülle ist oft ein schwer zu beseiliges Hindernis. Als das beste Alter wird das Zwischen 17 urid 20 Jahren bezeichnet. Schauspielerinnen von 30 Jahren finden viel selrener einen Mann, 40jährige nur in Ausnahmesüllen. Das Aller van 21 Jahren soll zehnmal so viel Aiissichten haben wie das von 2b. Was die Größe betrifft, so ist Mittelgröße ain begehrtestem Nach Ansicht ilild Beobachtung des Jnipresarios sind 50 Ir? bis bb kg genau das gewünschte Gewicht, lieber Farbe der Augen sind die Meinungen verschieden Dagegen schwärmen 7 iinter 10 Mäiinern für Schauspieleriniien mit gerader Nase. Ganz besonders aber zieht man die Schöiiheit der Zähne in Betracht. Die naiven Scharsipielerinnen erhalten den Vorzug. Tragödinuen dagegen heiraten meist alte ausländische Vriiizen und russische Fürsten. Die Choristinnen heiraten niemals Leute vom Theater. Dafür ziehen die Choristen es wieder vor, überdaiipt ledig zu bleiben. In den letzten Jahren ist die Zahl der amerikariischeii Bühiieneben nach Ansicht des Jnipresario derart gest'egen, daß man gegenwärtig von einem Rekord auf diesem Gebiete sprechen kann. * Explosionen im Pflanzenreich. Eine Anzahl Psiaiizen werden direkt als Explosionspflanzen lLxploäiflorae) de- zeichiiet. Wir witerscherden Explosionen an Staubfäden imd an Samenkapseln, bezw. a,i Früchten. Voii ersteren ist ein bekanntes Beispiel die Brenneffel (Urtica dioica', und wir raten llnsereli Lesern, eine männliche Brenneffel-Pflanze einmal in eineni Glase Waffer an die Sonne zu stellen uiid selbst diese Kanonade im kleinen zu beobachten. Von explodierenden Früchtei, bietet ein großartiges Beispiel der S a n d b ü ch s e n b a u m (Hura erepiLans). Seine melonenförniigeil Früchte springen zur Zeit der Reife mit lautem Knalle auf. Unser bekanntes Kräutlein Rührmichnichtan führt als Nebenbezeichnung noch den Namen Springkraut, weil eben die reisende Kapsel elastisch anffpringt t>nd die Samen von sich schleudert. Aehiüich liegen die Verhältnisse bei Cyclonthera, welche direkt den botanischen Beinamen ^eiploäsas" führt, weil ihre Fruchtwand explosiv zerplatzt und dabe, die Samen aus- schleudert. Zu derselben Familie gehört a»rch die Spring- oder Epritzgurke. Ihre Heimat sind die Länder um das n,ittellä„dische Meer herum, doch wird sie hier und da auch in Deutschland, eben ihrer Explosionsfähigkeit halber, als Merkwürdigkeit kultiviert. Die bis zu b Zentimeter lange Frucht gleicht einer kleinen Gurke. Ztlr Reisezeit löst sich der Blütenstiel aus der Fruchtwand heraus und die Samen werden nebft dem Fruchtsafte aus dem entstandenen Loche auf mehrere Meter Entserriung hm ausgespritzt. In der Tat eine Ueberraschung für den nichts ahiiendeil Besucher des betreffenden Gartens. — Co sehen ivir Exvlosionswirtiingen im Pflanzenreich, die mit den Schrapnells und Mmen moderner Heere wohl zu vergleichen sind. Jrn Gegensatz zu diesen aber, welche auf Vernichtung des Lebens hinzielen, dienen diese Explosionen im Pflanzenreich der Fortpflanzung und Erhaltung der betreffenden Arten. —— Vüchertisch. — Das neueste Heft der reiche Abwechslung bietenden Familien- zeitschrift „Das Buch für A l l e* (Union, deutsche Verlags» gesellschast, Stuttgart) bringt u. a. „ein ärztliches Gutachten aus ruhigerer Zeit", das in unseren Tagen, in denen den Nerven, zumal denen unserer Feldgrauen, ganz anderes zugemutet wird, recht erheiternd wirkt i Tie erste Eisenbahn m Deutschland, die zwischen Nürnberg und Fürth verkehrte, wurde am 7. Dezember 1835 eröffnet. Die bayerische Regierung ersuchte kurz vor diesen, Ereignis das Sbermedizinalkollegium um ein Gtitachren über die schädliche oder unschädlich« Wirkung, die dieses neue Verkehrsmittel aus die Gesnndheit ausüben würde. Dieses Gutachten, das sich noch im Nürnberg-Fürther Eiienbahnarchiv befindet, ist im Hiirblick aus die heutige Zeit mit ihren vielseitigen Verkehrsmitteln sehr lesenswert. ES tautet dahin, „daß der Fährbetrieb mit Dampswageu tm Interesse der öffentlichen Gesundheit zu unterlagen sei. Tie schnelle Bewegung erzelig. unzweifelhaft eine Gehirnkraiikheit bei den Paffagieren, welchr eine besondere Art des vellriaw kariosam darstelle. Wollten mm d,e Passagiere schon der Gesahr trotzen, so rtlüffe der Staat wenigstens für den Schutz der Zuschauenden ein- reten. Ter bloße Anblick eines rasch dahiniahrendeu TampftvagenS 100 — erzeuge genau dieselbe Gehirnkrankheit; man muffe deshalb verlangen. daß der Bahnkörper zu beiden Seiten mit einem dichten, entsprechend hohen Bretterzaun umgeben werde " — „Hollands Interesse an Deiitschlands Sieg" sind die beachtenswerten Ausführungen des Anisterdanier Professors S. Rild. Steinmetz überschrleben, mit denen dieser bekannte holländische Gelehrte in der soeben erschienenen Nmnnier 3789 der Leipziger „Illustrierten Zeitung" in temperamentvoller Weise für die Gerechtigkeit unserer Sacke eintritt nnd vor allem die Bedeutung der von unseren Feinden und gewissen Neutralen so heilig befehdeten deutschen Kulttrr für die ganze Welt beleuchtet. Weitere bemerkenswerte Artikel behandeln die Frage emes deutsch-öster- reichlsch-ungartschen Wirtschastsbüudnisses, den Verlauf des Seekrieges im Jahre 1915, den Wiederaufbau Ostpreußens (reich illustriert), das briefliche Testament des Kriegsteilnehmers u. a. m. Der bildliche Teil des Heftes ist nicht niinder intereffant. - Uebcr Land und Meer. In den neuesten vier Nummern der hier schon oft genannten illustrierten Zeitschrift „lieber Land und Meer" (Deutsche Verlagsanstalt, Sttittgarl) muß e8 jedem tieserfchauenden Leser auffallen, daß er in den Heften auch von Dingen hört, die in anderen Blättern vielfach unbesprochen bleiben. Wir ermnern nur an Aussätze, wie: Kriegstechnische Phantasien, Deutsche Ruhniesnamen, Ter deutsche Ersindergeist im Weltkriege, DaS Zurechlsindeu im Gelände, Kriegs- und Handelsflaggen und andere. Solche Artikel, die jedem etwas bringen, sind ganz danach angetan, das Allgemeinwissen des Einzelnen zu erweitern, seinen Gesichtskreis zu vergrößern. Aiich aus anderen Beiträgen wie: Ter Moha,umedanisn,us in Indien, Wanderungen durch Alt- preußen, geht das beachtenswerte Bestreben der Schrislleftunq hervor, eigene Bahnen zu ivandeln. ungeachtet der vielen Zeitschriften, die seit den letzten Jahren ivie Pilze aus dem Boden aufgeschossen sind. Die Fanulienzeitschristen habe«, für ihre Kreise nur dann Werl, mein, sie sich voneinander in jeder Beztehilng unterscheiden, sowohl was Text und Bildschmuck aubelangt. Sonst brauchte eS ja nur eine einzige zu geben. „lieber Laiid und Meer" hat voii jeher daß Bestreben gehabt, etwas Besonderes zu sein - wer sich überzeugen will, ob Verlag und Schrutleitung in dieser Bemühung glücklich siiid, der mag die letzten vier Nummern (17/20) prüfen. - Nene Frauen kleidun g und Fraiientultur. Organ des Deutschen Verbandes für Neue Frauenkleidung und Frauenkulmr. Schrfttleitung: Klara Sander, Elfe Wirminghaus, beide in Köln. Verlag der G. BrauiLschen Hochuchdrilckeiei in Karlsruhe. Jährlich 10 Hefte in Hoch-Quart mit zahlreichen Abbildungen und Zeichnnngei, aus Kunsidruckvapier, sowie Schuitt- musteroogen. Preis fürs Jahr 6 Akk., fürs Halbjahr 3 Mk. Probehefte unberechnet und portofrei. Aus den, Inhalt des Februar- Heiles: Theorie und Praxis. - Unter welchen Bedingungen kann der Staat die weibliche Dienstpflicht einsükren? — Fraueustudium. — Einige Zuschriften zur deutschen Franenkleidung und was damit zusammeiihäiigt. — Bon Körperkultur. — Tie Vortragende Künstlerin. — Von deutschen Volkstrachten. - Eine kleine Geschichte von einem große,r Riß. — Verschiedenes. - Ueber Tuffahseidenstoffe. — Bücherbesprechungeu. — Sprechsaal. — Vereinsmittellungen. — Beschreibung der Kleider. — Praktisches und Technisches. — Schnitt- musterboqen. — Beilagen: Mode und Technik der Frauenkleidung. — Tie neue Nadelarbeit. — W i e wir im Kriege leben. Unter diesem Titel veröffentlicht in einer soeben im Verlag von I. Engelhorns Nachs. in Stuttgart erschienenen Schrift Dr. Albrecht Penck, Professor der Erdkuilde an der Universität Berlin, einen aussühilichen Brief an Professor Theobald Smith tu Princeton, der als Anstauschprofeffor il» Berlin gelebt hat. In fesselnder Weise schildert er, wie wir während des Krieges leben: in unseren großen Städten und aus dem Laiide, was an den Universitäten geschieht. Der Brief ivird namentlich im Auslande Aufklärnng bieten über unser Leben während des Krieges. Aber er wird auch willkomniei, geheißen werden von beit Leuten an der Front ilnd insbesondere von der Beoölkermrg daheim. -- Buchstabenrätsel. bo, e, es, for, gu, kl, II, Iuh, ne, no. o, PI, re, reus, sohle, lo. AuS vorstehenden Silben und Buchstaben sollen sechs Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt werden, daß die Anfangs» buchstaben von oben nach uiiten und die Endbuchstaben von umeu nach oben gelesen den Namei, emes vormals gefeierten Künstlers bezeichnen. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter folgendes: 1. Person aus einem Schlller'schcn Drama. 2. Römischen Feldherrn. 3. Mythologischen Namen. 4. Einen Philosophen. 5. Ein Gestell,. 6. Stadt in Japan. (Auflösung in nächster Nummer.) .Auslösung der Techisfrier-Aufgabe in voriger Nummert O lieb', so laiig du lieben kannst, O lieb', so lang du lieben magst, Tie Stunde kommt, die Stunde konunt, Wo du a>l Gräbern stehst und klagst. Freiligrath. Schrrstteitung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UnioersitätS-Buch- und Steindruckerei. R. Lanae, Gießen.