flm toten See. Roman von Robert Kohlrausch. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Rasch war Bassow in Hotel Kaiserhof und beauftragte sogleich den Kellner, der ihm sein'Zimmer angewiesen'hatte, den Direktor -oder den Besitzer um sein Kommen zu bitten. Wenige Minuten darauf ertönte denn auch ein Klopsen an der Tür, und ein Herr im Taillenrock, mit kurzem, braunem Vollbart und auffallend bleichem Gesicht erschien aus das „Herein"? in der Tür. Den Meldezettel, auf den Bassow seinen Namen geschrieben hatte, hielt er in der Hand, aber diese Hand zitterte ein wenig. „Herr Baron haben gewünscht," begann er mit geschmeidiger Höflichkeit, „und ich bin sofort gekommen. Aber im Augenblick bin ich wirklich ein wenig erschrocken, als ich den Namen vom Herrn Baron hier auf dem Zettel gelesen habe. Ein Herr des Namens hat nämlich sehr häufig bei uns gewohnt, er fühlte sich immer ganz besonders behaglich hier, — das hat er mir wiederholt ausgesprochen/ Und dieser Herr ist vor gar nicht langer Zeit unter so traurigen Umständen aus dem Leben geschieden —" „Es war mein Vetter; ich bewohne jetzt Schloß Garchim an seiner Stelle. Sie erinnern sich seiner also genau, das freut mich. Seinetwegen wollte ich mit Ihnen sprechen. Sie werden vermutlich noch wissen, wann er zuletzt hier gewohnt 'hat." „Aber selbstverständlich, so etwas vergißt man doch nicht. Er ist ja von hier, wenn ich so sagen darf, in seinen Tod gefahren. Am Nachmittag begleitete ich ihn selbst noch an den Wagen und wünschte ihm gute Reise, — und vierundzwanzig Stunden darauf lese ich in der Zeitung, daß er auf so schändliche Weise ums Leben gekommen ist! Ich habe gedacht, mich selber trifft der Schlag. Wahrhaftig, die ganze Nacht l)abe ich nicht schlafen können. Herr Baron werden schon bemerkt haben, daß ich ein wenig nervös bin, — das paßt eigentlich garnicht für meinen Beruf, aber was will man machen? Die große Stadt, ein so großes Unternehmen, die große Verantwortung, all' meinen Kollegen geht es nicht besser mit ihren Nerven als mir. Ich habe einen Freund —" „Nun, jedenfalls werden sie mir Auskunft über die Vorgänge jenes Tages geben können, als mein Vetter hier zum letzten Male gewohnt hat. Ist irgend etwas Mffallen- des passiert, hat er Besuch gehabt, hat er Briese bekommen —" „Ach, das alles ist ja schon ganz genau untersucht worden." »Bon wem?" „Bon der Polizei natürlich. Die wird sich doch solch eine Sache nicht entgehen lassen. Ich habe Schererei genug davon gehabt. Mer es ist nichts von irgendtvelcher Bedeutung dabei herausgekommen, und auch von Amts wegen lM man, soviel ich weiß, in dieser Richtung nicht weiter recherchiert." „Und was hat man ermittelt? Ich bin im übrigen über den Gang der Untersuchung als nächster Anverwandter des Berstordenen genau unterrichtet —" „Mer selbstverstcurdlich, Herr Baron," warf der Direktor mit einer seiner geschmeidigen Verbeugungen ein, doch Bafsokv fuhr fort, ohne darauf zu achten: „nur von den Forschungen hier habe ich bisher nichts gehört. Also: was wurde sestgestellt?" „Nichts von irgendwelcher Bedeutung, wie schon gesagt. Besuche hat der verstorbene Herr Baron hier nicht empfangen. Bormittags ist er selbst für längere Zeit fort ewesen, dann hat er an unserer Dable dchote gespeist, uird ald nach Tisch ist er durch einen der Kellner ans Telephon gerusen worden." „Ans Telephon? Und man weiß nicht, von wem?" „Nein, Herr Baron, leider nicht. Der Kellner hat, mehrfach befragt, immer wieder angegeben, daß er sich den Namen dessen, der ihn beauftragte, den Herrn Baron zu rufen, nicht gemerkt habe. Mit aller Anstrengung hat er sich nicht darauf besinnen können. Das ist ja nun freilich kein Wunder bei uns, wo täglich ein paar hundert Mal telephoniert wird. Mer das ist wohl auch der Grund gewesen, warum die Polizei hier nicht weiter hat Vorgehen können." „Ob denn ein Herr oder eine Dame meinen Betten hat sprechen wollen?" „Ein Herr höchstwahrscheinlich. Der Kellner behauptet mit Sicherheit, die Stimme sei männlich gewesen." „Und das ist alles?" „Nein, Herr Baron, doch nicht so ganz. Eine Kleinigkeit war auffallend — mein Gott — bei solchen Vorkommnissen sucht nran ja leicht etwas im Geringsten. Aber der verstorbene Herr Baron hatte sich morgens, bevor er fortging, ein Billett zum Aband für das Opernhaus beim Portier bestellt. Und bald nach dem Telephmgepräch hat er dann gesagt, er könne das Billett nicht benutzen, er müsse schon am Nachmittag abreisen. Selbstverständlich hat er dem Portier eine anständige Abstandssumme gezahlt. Der stand noch neben mir am Wagen, als der Herr Baron fort fahr: Ach, es ist mir noch wie gestern —" „Die plötzliche Abreise könnte also wohl mit jenem Delephongespräch in Verbindung stehen," sagte Bassow mit sinnendem Ton. „Ganz gewiß. Das wäre sehr möglich. Das hat auch der Herr Kriminalschuhmann gemeint. Mer wo man doch nun einmal nicht wußte, wer telephoniert hatte —" „Ganz recht, es war aussichtslos. Und weiter ist nichts ermittelt worden?" „Nein, Herr Baron. Zu meinem Bedauern kann ich weiter nichts angeben. Dürfen wir den Herrn Baron zur Table d'hote erwarten?'- „Nein, ich möchte jetzt gleich etwas essen. Bei Ihrer Frage fallt mir ein, daß ich tüchtigen Hunger habe. In fünf Minuten komme ich hinunter." „In fünf Minuten wird alles bereit sein. Ich empfehle mich dem Herrn Baron." Rückwärts gehend, mit mehrfachen Verbeugungen, verlies; der Direktor das Zimmer. Bassow brachte schnell seine Toilette in Ordnung, und erst, als er im Speisesaal an einem klernen Tisch allein saß, nahm er sich Zeit, über das Gehörte genauer nachzndenken. Die Ausbeute seiner Nachforschung war bisher nur gering. Hundert Leute konnten an seinen Vetter telephoniert haben, und niemand vermochte mit Bestimmtheit zu sagen, ob die plötzliche Abreise wirklich als Folge dieser Tel-ephonunterhaltung anzNsehen war. Und doch ~~ ,1? wehr er über das Gehörte nachdachte, um so mehr schien es ifyrti an Bedeutung zu gewinnen. Mitten im Essen sprang erlauf, ging an das Telephon, das damals auch feinem Vetter die unbekannte Bot- schast übermittelt hatte, und ließ die Verbindung mit Gar- wnn Herstellen. Mit jäher Freude- vernahm er kurz darauf die Stimme der Baronin, die selbst herangekommen war. Er ri??* Ie ' v* an lbnein Tage von dort aus irgend eine Bot chaft an den Verstorbenen ergangen sei, ' die seine beschleunigte Abreise veranlaßt haben könnte. Doch war eine bestimmte Verneinung die Antwort. Weder die Baronin ^?ch biuer der Beamten hatte damals nach Berlin telepho- Porten des Dankes, die viel wärmer klangen, als es der Anlaß erforderte, beendete Bassow die Unterredung und nahm die unterbrochene Mahlzeit wieder auf .Die soeben vorgenommene Feststellung war nötig ge- ßlj?.! 1 t e !f ^danken weiterspinnen konnten an eiiiem 7 Eurem Faden, der sich vielleicht ver- P ll yj konnte zu einem Netze für den Schuldigen. Wenn ^elten^ll^ £ ic f €r Schuldige war! Denn auf ihn KEen alle Kombinationen des Grtlbelnden hin. Breitenbach war an jenem Tage in Rostock gewesen, er hatte nach Mrer Aussage am Abend mit Bassows Vetter Wer den Verkauf eurer Landparzelle verhandelt, er konnte sehr wohl Mittags telephoniert und so die vorzeitige Wreise veranlaßt haben. Das alles war freilich an sich noch in keiner Weise ° 5 ?stend fto jh„, aBer daß ex diesen harmlosen Vorgang verschwiegen, daß er die Begegnung mit dem so kurz daraus als eine zufällige hingestellt hatte, das konnte Ba sow Znlr KW« 1 « Verdacht verstärken. Und £ baß ;ener geschäftliche Handel zwischen ©coaiifc an einen Verdacht gegen Breitenbach laa ibr w MHPM'ZkLMs “(AS “S -J%£ «.Sä ÄÄ l£ $&stäg HrTiir^ s I£ = abwechselnd mit Erwägungen wie der Ätt MÄ bie^Ä ™ iJt purrasi' asr hr MiAS ft SU»“Ä"SS *' ffJ ob Ws um enÄffi* M'ges Zusammentreffen gehandelt h«tte Bassow wußte nicht, in welchem der Hotels in Rostock Breitenbach damals gewohnt hatte. Die Zahl der für einen Kavalier tu Betracht kommenden Häuser war aber nur> gering, und schon im zweiten, bei dem er vorfuhr, sagte man ihm, daß der Gesuchte in der Tat am zweiten Juli y 1 ?? ^wohnt habe. Das Fremdenbuch erteilte diese Auskunft Mit Bestimmtheit. Weiter aber war nichts mehi: zu erfahren. Dre Kellner hätten gewechselt, uiid es war im Hotel aus keine Werse festzustellen, ob damals Breitenbach! telephoniert hatte oder nicht. Für Bassow blieb nun fein anderer Weg als der Versal, Telephon amte na chzu fragen und nachzu- war ihm der Umstand günstig, daß jenes Gespräch m der geschaftsstillen Mittagszeit stattgesunden hatte, m der eine einzige Telephonistin den Dienst versah. Sem vonrehmer Name machte den höheren Beamten, den ^zunächst um Auskunft bat, geschmeidig und höflich, und ^^e^zer Zeit hielt Bassow einen Zettel in der Hand, wül 0^? Wohnung Und Name der Telephonistin verzeichnet friv'ruVß e m Juli mittags Dienst gehabt hatte. fonradiue Börner, und als Charakteristik fügte oder^ip ist eine sehr kränkliche Person, liebe ^b^dbt sich s wenigstens ein. Wir haben unsere meistens mit solchen Damen aus n f | J Standen. Ihr verstorbener Vater war nämlich Offizier, ein verdienter, tapferer Offizier — Majestät selbst anck, wKranz bei seinem Tode. Darum haben wir trotz der vielen Kränkelet nicht ge- was unter anderen Umständen wohl schon ge- schehen wäre. Aber dre Tochter solch eines Offiziers — ^ an T ^icht iv-ah-r, Herr Baron?" Bassow horte nur mit halbem Ohr auf die Worte des ^^otljchen Mauries. Haus und Name dieser kränklichen Kvnradine Börner interessierten ihn weit mehr und als er ^erfragt l)atte, daß die Gesuchte ganz in der M-L des «wohne -- „Was ja der Pünktlichkeit wegen sehr wahr?" — nahm er dankend Abschied und begab sich auf die Suche. 1 ' ■ Das bezeichuete Haus war bald gefunden eins der {$?«/Backsteiiihäuser mit abgetreppteui Giebel t>r 1 noch besitzt, und in dem die Wohnungen L ben oberen Stockwerken immer kleiner uud enger die rzcnfter immer schmaler werden. Auf anfangs Heller "und breiter, dann dunkler und steiler emvorleitender g-, zuleßtdu^^ -^ch Linan in dem alteri Kasten und machte zuletzt vor emer Korridortür Halt, auf der eiue S, karte die Wohnung von Konradine Börner, oder vielmehr von ihrer Mutter, der verwitweten ^tou £L £ mtftlnbtflte (Sin altmodischer Glockenzng mit tamSm §o4gitif hing rechts neben der Tür, und Bassow wecktp ^ ?rner Hilfe den Laut einer hell uiid blechern klinqeiiden Bewegung, gesetzt, sich nie ?viedev ' doch, end- ii ach drück- hatte, ließ ein' vernehmen, und eine ebenso müde und sctzlev>ie-,w- fragte durch das Holz der Tür hindurch. de"T draußen? Ich kann jetzt nicht nnfmaAn" da Sie SiMiUe ^rner sprechen. Sind ^ das bin ich. Aber ich kann wirklich nicht mtf d) % p1 e l e " U ! fj ? n cit l andermal wiederkommen ^ aus Ggrchim. (Fortsetzung folgt.) nur oder M- Die Abrechnung. Bon Martin Pros kau er. (Nachdruck verboten.) MMMZNM fororit « fu ane Gemeinheit!" -- Jedesmal färbte sich das rot- bäckige Gesicht dunkler, in den freundlichen Hellen'Äugen glimmte Wut, wenn er erzählte. Ein Schuß ein ernsthafter Funken zäher -wu*., mum tt ciauijue. vj.ui ^>cyug toör ihm quer durch die linke Hand gefahren, durch den Leib £«*£* schräg vorn wieder heraus. Der Bauchschuß war wunderhübsch geheilt; aber die Sehnen der getroffenen Hand P*f en ^ Zuordnung geraten und in mühseliger ärztlicher Ar- vert notdürftig gerichtet worden. Doch das feinere Spiel der rnngerbeweglichkeit blieb ihr versagt, nur öffnen und schließen konnte Kart Mohaupt bie geflickte Riesentatze. ,,Aber das ist doch großartig geheilt!" sagten wohl dann die neugierig-wohltätigen Damen. Das war für den rotblonden Land- wehrinann ein schwerer Aerger. „Garnich schön is es," knurrte er erbost, „wenn rch und rch kumm' aus dem Kriege heem, da rann rch ane neue Prufession lernen — mit der Töpferei hat' geschnappt!" — ... "Aber warum denn^ wurde dann zurückgefragt. Dann bekam jammernden Ton^ ^ (3oIi>aten nachsichtigen und zugleich „Weil daß 'u Töpfer alle Finger brauchen tut!" erklärte er „mrr machen doch unsere Töpfe uff der Drehscheibe — jawohl und da muß man s Gefühl ei' de Fingerspitzen haben!" Ennmalkam der Arzt dazu: „Na, Mohaupt," fragte er, „wenn L-re letzt entlaffen werden-" Mohaupt sah ihn an: „Noch nich, Herr Tukter! Ich möcht' noch amal naus!" — „Warum denn?" ,,^ch mocht' bluß gutmachen," sagte er grimmig, „was die Franzuseii an mir getan haben. 20' su eine Gemeinheit!" Und in seinen Augen stand wieder die lang verhaltene Wut der Gutmütigen, die viel ertragen, aber, einmal richtig getroffen, nicht vergeben können. o aufstehen durfte, erbat er Stadturlaub aus dem Lazarett und >chob sich bald suchend die Straßen entlang, a» toa h oaS Schild einer Töpferei, Bedächtig •! f U " b et niöchte ihn eine halbe wrl nb l- m ^ etn * ^rkstatt lassen. Dabei hielt er die linke Hand pvch, wie nn riesengroßer, unbeholfener Bernhardiner, der eins ! verstand, stteß die Tür e ^ ßu ^ un ^ ^eß ihn hinein. ' Qn • Ä Mohaupt den Uniformrock und die Hose aus, M Z CI ^ e ^f^nbe uort härten Tonkrusten starrende Arbeitsam^ ber Elster schweigend hinhielt, band eine eben- stieg schwerfällig auf den Sitz der Töpfer- ^bM)eibe. wahrend er oas Fißblatt mit ein paar Tritten IjIip« ©} mff brachte, klatschte er oben auf die rotierende Scheibe einen Klumpen weichen, sahnengelben Ton, in den er beide dickte seltsamem Gefühl spürte er, wie der weiche feiichü Ton Zwischen seinen Fingern hrndurchglitt. In deni merkwürdigen, nassen Dunst der Icug entwöhnten Llrbeitsstube stieg ern dumpfes Empfinden wehmütiger Sehnsucht in ihm aus. 3 Der fremde Meister hockte sich auf einen Tisch ibm apl,en- JP cr ' knautschte eine kurze Pfeife im Munde herum und sah dem Soldaten schweigend und interessiert zu. nicht auf, legte die Hände weich und wstend über den Ton klumpen und versetzte mit den Füßen die Scheche m rasend schnelle Unrdrehungen. Seine Finger drückten !^h b b^^on, langsam wurde aus dem Klumpen ein Gefäß- jetzt necy Plump wre ern Handfreßnapf, stieg allmählich unter den ^rmendm Händen die Wandung einer höhen, edel anstrebenden . S,ch°ib° drehte sich, trübes Wasser spritzte davöngcschlcu- deU dem So.daten ui das tief geneigte Gesicht, er spürte nielit»- ""V fcmc Haride tasteten in dem zitternden, schwankenden To»: gcbilde, das sich vor rhjm drehte. Jetzt stand das Gefäß fast arm- hoch vor ihm. Wieder trat Mohaupt auf das Fußblatt und wahrend dw rechte vand die Base stützte versuchte er linkeu die Wölbung des Oberteils zusammenzuzrehen Da gab^ es einen pappigen Mang : das Gefäß schwankte dw dünne ^onwandnng knickte ein - und >oo eben noch dst Ton hingeschleEt' - ^ ^ ein nasser, formloser Haufen ... ?? Ibat ^elt mne, wischte sich mit der tongeklecksten Rechten 5 p ji' e ^ugen und sah trübselig die linke Hand an. „Ich Hab' Mir sch g.er gemacht, sagte er lanaiani. niftf btt Mannschaflsstube seine Sachen 'raus,'was ?" ^ die Kamnaden: „Du gehst wohl gttn wieder ÜL m % iHtt T P dUn !, gewordenen Angen an: mch sagen," antwortete er langsain, „ich f (? e mtt dene Kerlen! Die ha II mir - ba-druMwn verdorben - als Töpfer Hab' ich ausgespielt oav sollen dre mir büßen! Der, was nach mir geschossen hat werd' ich g ei' nich erwischen, aber Me cmb£n - was lch Äffchen tu' — das mach' ich kalt!" — wandte einer ein, „du bist doch sonst gar keen solcher Wüterich mch- Karl Molmupt sah ihn verächtlich an achts Zch Hab' ane Wut, und da givts Ulschte! Was mrr vor n Kolben kommt, is hin!" Dann MEe er nach ernrnal: ,,A' su ane Gemeinheit!", packte seine ^o^Ä^brlast auf, nahm sein Gewehr und stapfte ab. — rnrft Ltn) p,-n ll Ju l ^o^n später lag er ganz vor,l in einem Erd- dents^n "richter noch einen halben Kilometer vor den ff rr uno schoß nnt seinen Kameraden um die D,Ä l.Ä Ml a r n l tu ^ben Franzosen. Sein Gesicht war von Dreck und Staub fast schwarz: er bitz die Zähne auf die Lippen, dachte an ferne „Prupes-sion" und schoß weiter Und jedesmal TENN er rm Nebel und Rauch des Kampffeldes eine Gestalt im I fK te ? UI n lah, brumnrte er befriedigt vor sich hin. toirtiS U c uter ^i er von hinten heran: „Wir müssen Fürmck, wrr können den Trichter nicht halten!" — Mit wirren^ verstörten Augen sahen die Leute auf den Vorgesetzten dann Wochen an den jenseitigen Rand des Erdloch^s und maßen aoschatzend den Sprung zur nächsten Deckung ^" ^rrendem Ton flogen Sprengstücke durch die Lust, und eine l L b - n Sprengtrichter ein. Die Soldaten sprangen 5 Ust ern dicker Stein sauste von der Explosion hochgeschleuder-t Genick 0 ^M 7 ^or und traf den Landivehnnann Mohaupt ins EiLldkunVbQ Kg^-'^' " ""EEV. rollte in ein. P"r-de, erwachte er von einem unerträglichen im Kopfe Er reckte sich steif, riß die Llugen auf nach, wahrend er mstinktiv in der schützenden Mulde regen blieb. Langsarn fiel ihm ein, was geschehen war. Er P/kekeansich herum, befühlte mit angstvoll verzogenein Gesicht man PK m b %r der Schädel brummte, als ob Gewehrkolben daran zerschlagen hätte. „2U su ane ^eniernheit!" knurrte er wütend. nick.t^5^^^n htltte nachgelassen die Kanonen, die sich wohl durch das nächtliche Mundungsfeuer verraten wollten, schwie- SiS tst *} Ir öl !4 b ^ n Schützengräben vstffen Postenschüsse "nb herüber Mohaupt horchte mit geübtem Ohr auf den — dort driiben spar also „seine" Seite. Er Fro^ e mVrr,w 0U £ wre ihn alte Knochen schmerzten, und kvoch^mnhsam auf allen Viereki davon. H kr-af er auf kleine graue Haufen, die schon mit der Dunkel- »t Ä ÄÄ, Er sah kaum hin, er kannte das Glieder losende Daliegen der Gefallenen. - „Amok- Pitisf"' Uane nug einer ^elt im Kriechen inne, faßte nach seinem Gewehr und horchte^ Wieder stöhnte die Stinime. Er schob sich näher und sah SÄft+R bt \ Ackerfurche liegen und sich hin- und her- walzm. Mohaupt beugte sich über ihn und faßte ihn an: „Piti6!" Franzose, ,;e suis mari!" „Marie? Hier is keene über ^icki Molwupt, aber der Verwundete, der den Feind plchr spürte als er sah, wiederholte ie . "karr — trors enfants — je sui^ mari'" ..'Alte-rich.g nnt Deiner Marie!" sagte Mohaupt ungeduldig, „rch kann ,e ^ir noch nrch herzaubern. Vielleichte daß De mit mir vorlieb nennen tust! Mo haste denn tvas abgckü7gt?" Der b lC0 a d5 T cc cni ^nckm liegen und starrte den bärtigen ~ pnff?" machte Mohaupt fragend und . ^it dem Muger aus die Brust und auf den Bauch. Der amere verstand.„o?on. non —" stöhnte er, „mcs pieds — deur ballev — que je souffre!" — mu’fd) olef gedacht," sagte er' langsam, ,,s' gih! 'nimmer' «? s sä 1 " a ” n Me *" »•" °» ®wk >» *ä"x arj&T Ä,t? ssf*— • r ^nkter wenn Sie und Sie möchten so gilt sein _ ^eder ei' de Front!" - „Das geht aber dock noch Nicht! — „Ich mocht' aber doch so sehr!" — fr . xc l. 'vnjbe Karl Mohaiipt garnisonsdienstfähig geschrieben "aG"f,A'^sir'anc'Gi:mc?n§i?!E —die Hand und sagte Ohren lag: „Ich möcht'. er' de Front'" — Und al!.- Z ffi} ^,.^KbMbmrg trotz der geflickten Haiid am besten in der §^^^. 7 -§vmpagnre geschossen hatte, wurde er dem Stabsarrt S c & Ä5“%' bck°gt und für felddienstfähig Lt it ^() da,.k ok schon, Herr Stabsarzt!" sagte er und machte Kehrt. r r4> r/ rV.Vv plvrsnw, iHrß ryn eiu]t eilt Nircht- Durstgestchl Plagte Dann drückte er sich den Helm fester bnckt^stch und packte den Franzosen mit beiden ?fvmeit um r Verwundete stöhnte noch einmal, dann ließ er sich svillia hochheben. Und der Lnudioehrmann Karl Mohaupt, der nur noch einmal ausgezogen war um sich zu rächen, rannte stolpernd durch die Nacht ans dre deutschen Linien zu, während trug Franzosen fest und doch vorsichttg znpackend vor sich her Vermischtes. ^ uW 0 1 * W? e D i e n st b o t e n e l e n d. Die „DaUn Dtarl klagt m bitteren Tonen über den in ganz England herrschenden Dl^istboteninangel, der in der Welt ohne Beispiel dastehe. Es d-^ Mangel an Dienstboten", schreibt das Londoner Matt, „c er jenialx. m irgend einem Lande festgestellt werden konnte. Es ist fast unmöglich, neue dienstbare Geister anfzutreiben, trotzdem d,e Lohnangebote schon äußerst hoch geschraubt sind. Die großen Betriebe sind genötigt, viele Hunderte Pfund für Anzeigen auS- zugeb-n. und selbst dann inelden sich nur in den seltensten Fällen einige unzureichende Kräfte für die ansgebotenen Stellungen. In den höheren Stellungen liegen die Dinge weniger schlimm. aber schließlich braucht man nicht nur Gefchättsleiter und Empsaugs- dainen, sondern auch Koche, Kellner, Köchinnen und Dienst,nädchen. Besonders traurig sind die herrschenden Verhältnisse für die kleineren Faiuilien, die aus ein Mädchen für alles nicht verzichten können. Infolge der hohen Bezahlung der Mädchen und Frauen in den staatlichen Kricqswerkslätten und infolge der an die Familien der »in Fesde stehenden Soldaten reichlich gezahlten Kriegszuschüffe finden sich nur wenige weibllche Wesen, die mit einer einfachen Stellung im Haushalt vorlieb nehmen wollen. So sind denn die Köchinnen und Dienstmädchen äußerst anspruchsvoll geworden. Cie verlangen höhere Löhne und ganz besonders suchen sie sich recht vrel Urlaub zu sicher,,. In London muß man einen, Hausmädchen bereits mindestens drei Abende in der Woche freigeben, wenn »um cs behalten will. Die Mädchen stellen besondere Bedingungen für ihre Schlafräume und verlangen tägliche Benützung des Badeziinmers. Daher verändert sich auch die Haushaltung immer n,ehr. Man kaust Gasavparate zum Kochen und elektrische Heizkörper, um die fehlenden Dienstboten wenigstens einigermaßen ersetzen zu können. Besonders schwierig gestalten sich die Verhältnisse m den kinderreichen Familien, da auch Kindermädchen in England von heute zu den kostbaren Seltenheiten gehören " * Für einen Witz befördert. Es ist vielleicht charakteristisch, daß in den Heeren unserer drei Hauptgeguer, der Franzosen, der Russen und der Engländer sich Anekdoten erhalten haben, deren Helden ihre Beförderung einer witzigen Antwort verdanken. Die französische Geschichte spielte unter Napoleon, dem angeblich bei einer Parade fem Hut herunterfiel, den ein Veteran aushob. Napoleon, nicht sehend, daß jener ein Gemeiner der Garde war, sagte: »Ich danke, Kapitän I* — »In welchem Regiment, Sir?" fragte kühl der Soldat »In meiner Garde!" lautete die Antwort des seinen Irrtum entdeckeuden^Kaifers, der, die Beförderung erklärend, hinzufttgte: »Ich sehe. Sie besitzen Entschlossenheit! Das verdient Anerkennung!" — Das im russischen Heere erzählte Geschichtchen knüpft an den berühntten Feldmarschall Suwarow an, der es liebte, seine Untergebenen durch allerlei Fragen auf die Probe zu stellen. Als ihn, ein Sergeant eine Depesche überreicht hatte, fragte er ihn: »Wieviel Fische gibts in der See?" — »So viele als noch nicht gefangen sind !" — »Wieweit ist es bis zuu, Monde?" — »Zwei von Eurer Exzellenz berühmten Eilniärschkn." — »Was würdest du tun, wenn deine Leute in der Schlacht Miene „rächten, zurückzu weichen?" — »ich würde ihnen sagen, daß dicht hinter der feindlichen Batterie ein Wagen mit Wntki-Tonnen stehe; die Batterie würde bald im Sturm genommen sein." Suwarow hatte seinen Mann gefunden; er freute sich, daß jener keine Antwort schuldig blieb, doch fragte er werter: »Welcher Unterschied ist zwischen deinem Oberst und nur?' — »Men, Oberst kann mich nicht zum Leutnant machen, Euer Exzellenz brauchen nur ein Wort zu verlieren!" — »Gut," sagte der Marschall, »ich sehe, du wirst einen guten Offizier abgeben !" Und der Sergeant erhielt sein Osfizierspatent. — Die englische Geschichte endlich berichtet das folgende: Ter Herzog von Elarence hielt einst in Portsmouth Flottenparade. Ein alter verwitterter Leutnant war ihm attachierl, der beim Avancement immer übersprungen worden war, west er bei Hofe keine Freunde hatte. Als der Veteran vor dem Prinzen den Hut lüstete, ward sein kahler Kopf sichtbar, und gutgelaunt meinte der Prinz: »Ah, ich sehe, Sie haben Ihr Haar ,m Dienst nicht geschont!" »Nein, Königliche Hoheit, gewiß nicht. Es sind so viele junge Leute über meinen Kopf hm avanciert, daß ich mich immer wunden, nuiß, überhaupt noch ein Haar auf ihm zu haben." Der Prinz lachte und sorgte für baldige Beförderung des witzigen Offiziers zum Kapitän. • Das deutsche Brot im englischen Parlament. Ter englische Minister Lloyd George hat bekanntlich kürzlich in euer Rede das mit Kartoffelzusatz gebackene deutsche Kri egsbrot seine:, Landsleuten als Symbol des Geistes vorgestellt, mit dem ein Land einer großen Not begegnen soll. Dieser „Kartoffelgeist" sei mehr zu fürchten als zu verlachen; er für seine Person fürchte ihn mehr als Hindenburgs Feldherrnkunst, so erfolgreich diese auch sei. Er war stets ein abgesagter Feind alles Deutschen, der sehr ehrenwerte Herr Llond George, bis ihn jetzt die deutsche Organ,- sationskunst wider Willen zur stärksten Anerkennung und Bewunderung, ja zur Nachahmung zwang. En, paar Jahre vor den, Kriege passierte dem damaligen Finanzminister mit dem deutschen Schwarzbrot eine merkwürdige Geschichte. Er setzte sich nämlich für eine Tarnänderung ein und erklärte dabei in einer Rede seinen Zuhörern: »Wenn Sie sie annehm-n, werden Sie auch fernerhin das gewohnte Weißbrot effen können, andermsalls muffen Sie sich mit den, »,inderwertigen, jedes Wohlgeschmackes entbehrenden Schwarzbrot der Deutschen begnüget,." Gegen dies llrteil über das deutiche Schwarzbrot erhob sich Widerspruch seitens der politischen Gegner, die. ganz gewiß nicht aus Vorliebe für uns, behaupteten. das Schwarzbrot sei nicht nur gesund, sondern auch schmackhaft. Sogar im englischen Parlament kam diese Sache zur Sprache. Um sie zur Entscheidung zu bringen, veranlaßte ein Ab« geordneter, daß im Speisesaal des Parlaments Schwarzbrot geführt wurde, das man eigens aus Deutschland kommen ließ. Der Vorsitzende des Küchena»>sschuffes Oberst Lookwood, ein anerkannter Feinschmecker, äußerte sich entzückt und begeistert über das Brot. Man veraisttaltete sogar eine Kostprobe, au der Abgeordnete aller Parteiei, teil«,ahmen; alle schlossen sich dem Urteil des Oberst Lookwood an. Der einzige, der sich nicht bekehrei, ließ, war — Lloyd George. __ vücherlisch. — Wilhelm Schäfer. Lcbenstag eines Menschensreurt- des. Georg Müller, Verlag, München. Wilhelm Schäfer bat mit seiner schwer zusasseuden Art einen ungelenken Stoff, her- genominen und mit wcrktüchtiger Hand ein solides Kunstwerk gearbeitet. Wie schvn einmal in Karl Stauffers Lebensgang, unternimmt er es, das Schicksal eines Mannes zu schildern, dessen Genialität mit innerer und äußerer Unbeholsenheit gepaart ist, nur daß diesmal, trotz aller Widerstände die Idee des Mannes den Sieg davonträgt. Dieser Mann ist der eigenartige Züricher Pädagoge Heinrich Pestalozzi, der sein Studium der Rechte aufgab, um Landwirt zu werden, auf dem verwirtschafteten Neuhof in Aargau — eine Armenanstalt gründete, die ihm den Rest seines Vermögens auszehrte, der später in Stanz mit rührender Menschenliebe den kriügsverwaisten Kindern Vater und Lehrer wurde, sie im gleichen Jahre verlassen mußte, nach einer vorübergehenden Schulmeistcrtätigkeit in Burgdorf eine Erziehungsanstalt gründete, die er nach Münchenbnchsee, dann nach Jfferten verlegte und nach zwanzig Jahren aufzulösen gezwungen wurde, um nochmals aus den Ncuhof z-urückznziehen und, bevor er seinen Lieblingsgastehe, — *11 einem einzigartigen Kunstwerk einer Charakter- gestaltung. Alle diese Eigenschaften erheben die Lektüre des Buches zu einem erlesenen, unverfälschten Genuß. — Vom Erbe Bismarcks. Eine Kriegsrede von Geheimrat Pros. Dr. Erich Marcks. Mk. I,—. Diese neueste, überaus zeitgemäße Schrift unseres hervorragendsten Bismarck-Biographen gibt uns Antwort auf eine Frage, die seit Kriegsbeginn jeden Deutschen bewegt hat: Wie würde unser großer Kanzler zu dem Wellkriege gestanden haben? Kein Name wird so oft angeriüen wie der seine; jeder sucht sich aus ihn zu berufen; einzelne unter ganz anderen Verhältniffen geschehene''Aussprüche oder Handlungen Bismarcks werden herangezogen, um daraus grundsätzlich ein oft sehr unbismarckjches Urteil über die Gegenwart ableilen zu wollen. Solchem Unterfangen wird hier endlich ein Riegel vorgeschoben. Der Verfasser, der in jahrzehntelanger Forschung wie kaum ein anderer in den Geist der Aismarck'schen Politik eingedrungen ist, legt dar, daß der heutige Krieg letzten Endes aus den großen Kanzler zurückgeht. Obgleich er ihn nicht gewollt, würde er ihn als eine neue Notwendigkeit ausgenommen und bis ans Ende durchgeführt haben: erfüllt von elementarem Natioualgeiühl, von Mut und von Machtstreben. — »Der Champagne-Kamerad" (Feldzeitung der 3. Armee), der sich rasch auch in der Heimat bekannt gemacht hat, kann dort jetzt, um zahlreicher Nachfrage zu genügen, auch durch sämtliche Postanstalten zum Preise von 1,95 Mk. vierteljährlich bezogen werden. — Das Flügel mädchen und andere Erzählungen von Lotte Gubalke. Band Nr. 1018 von Kürschners Büchersatptz 110 Seiten Umsang — Preis 20 Pfg. Hermann Hillger Barlog Berlin IV. 9, 124/125. _ vechlssrier-Aufgabe. 3 pmif, wb perk’ ky pmifir eorrwx, 3 pmif', ws perk' Jiy pmifir qekwx. Hrai wxyrhi oaqqx. bmi wxyrhi oaqqx, A.8 hy er kveifivr wxilwx yrh opekwx. (Auflösung in nächster Nummer.) Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer. Bücher, Blücher. Schnstleitung: Aug. Goetz. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen Universitäts-Buch- und Steiudruckerei. R. Lange, Gießen,