flm Loten See. Roman von RobertKohlrausch. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 'Ein hohes Gefühl von Kraft und Freude war in Basso Ws Bru-st. Doch ging es nicht in erster Linie von dem Fiunde aus, den er mit sich brachte. Vielmehr waren seine Gedanken bei der Baronin, und ein beglückendes Empfinden sagte ihm: „Diesen Mann liebt sie nicht." In der letzten Stunde hatte die schon in seinem Herze:: wohnende, frohe Beruhigung sich immer noch mehr z'u Hellem, heiterem Glücksgefühl gesteigert. Sein Zusalmnensein mit Breitenbach, seine plötzlich objektiv gewordene Beobachtung von dessen Persönlichkeit hatten es ihm bestätigt. „Diesen Mann kann sie nicht lieben." Und nun gärte in ihm ein mächtiger Drang, sich ihr gegenüber zu betätigen, zu handeln, ein Geheimnis ganz arrs dem Wege zu räumen, zu den: er den Schlüssel vielleicht bereits in diesem Augertblick bei süh trug. Der in den Baumkronen des Waldes wühlende und rauschende Wind schien ih:r anzufeuern und vorwärts zu treiben. Als er der Stelle nahekam, wo er den Diener zurückgelassen hatte, sah er mit freudigem Herzklopfen, daß die Baronin selbst an dessen Platz getreten war. Bei seinem Nahen erhob sie sich von der Steinbarrk, auf der sie gesessen hatte, und kam ihm rasch entgegen. Schon aus einiger Entfernung rief sie: „Das Rätsel ist gelöst, Ihr Versuch ist glänzend gelungen! Ich war ja vorbereitet auf Ihren Schuß, aber ick) bin doch vor Schrecken zusammen- gefahren; denn es war wieder, als wem: er unmittelbar neben mir ab gefeuert würde. Es ist kein Zlveisel mehr: von dorther, vom toten See ist auch an jenem Abend meines Mannes Hilferuf herüb er geklungen. Daß wir aber früher derartige Dürre nicht gehört haben, erklärt sich ebenso gut. Erst in: letzten Mai hat ja der Windbruch die Wald loa nd niedergelegt, über die kein Laut herüberdringen konnte. Dazu der selten hier wehende Sühwmd, — eins lvenigstens wissen wir nun mit Bestimmtheit." Sie sprudelte die Worte rasch hervor, wie ein Mensch, der ungeduldig darauf gewartet hat, eine wichtige Mit- teilung vom Herzen loszuwerden. Wer Bassow machte nur eine zustimmeude, eilige Kopfbewegnng; ihm brannte noch Neueres auf den Lippen. Er legte die gefundene Decke auf die Bank, breitete sie auseinander, daß ihr Inhalt sichtbar wurde, und sagte: „Wir lvisserr heute noch :nehr, Baronin. Hier liegen die Sachen vor Ihnen, die der Mörder meines Vetters geraubt hat." „Wo, — wo haben Sie das gefunden?" Er begann zu erzählen, sorgfältig, ausführlich. Sie aber stand mit nrederblickenden, starr auf die mattfunkelnden Gegenstände gerichteten Augen. Ihre Stirn hatte sich über der Nase zusammen gezogen; ihr Geist a^eitete offenbar angestrengt und rasch. Auch als Bassow seinen Bericht beendet hatte, bewahrte sie Stellung und Ausdruck unverändert, wie hypnotisiert von dem Anblick. Die Worte wägend, leise begann sie dann zu sprechen: „Es war also kein Raubmord." Bassow stutzte; dieser Gedanke war ihm noch nicht gekommen. „Meinen Sie, — warum?" „Ein Raubmörder wirft nicht fort, was der Preis des Verbrechens ist." „Vielleicht hat er Angst bekommen, daß ihn die gestohlenen Sachen verraten könnten." Sie schüttelte derhKopf, aber die Richtung ihrer Blicke veränderte sich nicht. „Nein. Er überlegt sich das vorher. Der Gewinn ist sein Ziel, die Tat ist Mittel zum Zweck. Diese Dinge sind nur zum Schein geraubt worden." „So vermuten Sie ein arideres Motiv des Mordes?" „Ja, — ein anderes Motiv." „Und welches?" „Ich weiß es nicht, — noch nicht." Beide schwiegen. Der Wind schien ihnen etwas zuzuflüstern, aber sie verstanden seine Sprache nicht. Jetzt fragte die Baronin: „Sie sagten, daß er — daß Breitenbach zornig war, weil man das Boot benutzt hatte?" „Ja, — sehr zornig." Wieder das drückende, seltsame Schweigen, in dem Geheimnisse schlummerten. Diesmal war es Bassow, der es unterbrach: „Baronin, ich habe eine Bitte. Legen Sie die Sache jetzt in meine Hand. Es ist nicht Frauensache, einem Verbrecher nachzuspüren. Und wenn Sie den Verdacht, van dem Sie gestern sagten, noch immer nicht aussprechen wollen, — es muß auch ohne das gehen. Ich bin im allgemeinen kein scharfer Denker, aber der Wunsch, Ihnen zu dienen, wird meinen Geist rege machen." Er begleitete seine letzten Worte mit einem gntnrütigen, ein wenig verlegenen Lächln, doch das Blitzen seiner Äugen verriet, wieviel Eifer mrd Energie dahinter schlummerten. Sie hatte langsam den Kopf erhoben und sah ihm in die Augen; ein weicher Ausdruck war auf ihrem Gesichte, den er sich nicht erklären konnte. „Sie sind gütig," sagte sie dann, und auch ihre Stimme war weich. „Und vielleicht haben Sie recht, wenn Sie meinen, daß ein Mann mehr auszurichten vermag in solchen Dingen. Aber ich kann es doch nicht erlauben." „Warum nicht?" „Weil Sie sich nicht in Gefahr begeben sollen, nicht in Gefahr um meinetwillen!" Sie hatte die Worte rasch und lebhaft hervorgestoßen und war mit ausgestreckten Händen aus ihn zugetreten. Ihm aber lveckte dieser Ausdruck nichts als hellen Jubel in der Seele. Sie wollte ihn schützen, ihn halten, sie zitterte für sein Leben, — gab es ein größeres Glück? Er wagte nicht, ihre Hände zu ergreifen, doch der ini:ere Jubel klang 78 in feine Worte hinein. „Gefahr? Ich habe sie niemals gefürchtet." _ r „Sie ist Ihnen vielleicht näher, als Sie glauben. Em Mann, der gemordet hat, ist wie ein angeschossenes, wildes Tier, das um sein Leben kämpft." „Ich würde mich freuen, mit ihm zu kämpfen. Und für Sie kämpfen zu können, Baronin, wäre mir das größte Glück. Nein, das dürfen Sie mir wirklich nicht verbietend Sie lächelte, doch schien es ihm, als wenn Tränen in ihren Augen ständen. „Wenn ich's nicht darf, — nun gut, ich will Sie nicht hindern. Aber versprechen Sie mir Vorsicht, Schonung für sich selbst. Ich bitte Sie darum." Jetzt ergriff er die ausgestreckte Hand, beugte sich nieder und küßte sie. „Alles, alles, — ich will alles tun, was Sie Mir befehlen." „Ich befehle nicht, Baron, ich bitte nur." „Aber Ihre Bitte gilt mir inehr als ein Befehl. Ich werde nicht ruhen und rasten, bis ich vor Sie treten kann Und Ihnen sagen: /Das Rätsel ist gelöst, und Sie stehen rein wieder da vor der Welt/" „Ach, die Welt!" Sie brach alb, sie sah ihm wieder in die Augen, um dann in sichtbarer Verlegenheit ihte Blicke von ihm abzuwenden und abermals auf die gefundenen Gegenstände hinabzuschauen. Und nach einer Weile sagte sie halblaut: „Ms ich die Decke hier stickte, dachte ich auch nichr, sie so einmal wiederzusehen. Es war ein Geburtstagsgeschenk für meinen Mann." „Und jetzt soll sie Helsen, seinen Mörder zu entdecken.^ „Vielleicht, — das Dunkel ist immer noch sehr dicht, und aus dem einen Rätsel ergeben sich andere, neue. Mir beide wissen jetzt, wo mein Mann ermordet wurde. Hier diese Dinge stammen aber aus dem Zimmer, in dem wir ihn fanden. Das goldene Falzbein wenigstens legte ich selbst an jenem Abend auf die eingegangenen Briese aus seinem Schreibtisch." Bassow dachte still einen Augenblick nach, um dann tyu sagen: „Die Sache ließe sich wohl erklären, aber —" ^Aber was?" „Es müßte dann mehr als eine Person an der Tat beteiligt, oder der eine müßte ein ungewöhnlich starker und großer Mensch gewesen sein." Die Baronin bewegte langsam den Kopf zur Bejahung. ^Groß und stark, — ja, Sie haben recht." „Aber ich meine, mit Grübeln und Fragen kommen wir nicht ans Ziel. Jetzt heißt es handeln. Ich! werde Klarheit schaffen; denn ich will sie schassen." „Der Wille kann viel." „Ein Manneswille kann fast alles in der Welt. Und nun lassen Sie mich gewähren, Baronin. Meine nächste § flicht ist es, diese Sachen hier der Polizei zu übergeben. ch reite gleich selbst aus die Gendarmeriestation und tiefere sie dort ab. Dann erst beginnt mein eigener Feldzug. Aus Wiedersehen, Baronin." „Auf Wiedersehen, — und vergessen Sie nicht, um was ich Sie gebeten habe." j,/Jch vergesse keins Ihrer Worte. Leben Sie wohkl." 10. Kapitel. Schon während er zur Gendarmeriestation hiinüberjagte, um den Fund abzuliefern, machte Bassow sich einen Plan für sein Tun. Für die nächsten Schritte wenigstens aus dem in Dunkel gehüllten Wege. Was Polizei und Gericht bereits durchforscht hatten, schob er beiseite. Dort noch etwas Neues auszufinden, erschien unwahrscheinlich. Sein Forschen mußte beginnen, wo jene — freiwillig oder gezwungen — aufgehört hatten. Wo war ein fester Punkt, von dem er ausgehen konnte? Die Figur der Krankenpflegerin, die auf dem Schloß- Hofe von Garchim unvermutet vor ihin aufgetaucht war, erschien plötzlich wieder vor seiner Seele. Sie hatte gesagt, sein Vetter habe das Schriftstück von ibr zu erhalten gewünscht, das nun in den Händen von dessen Witwe war. Er pries den Zufall im stillen als ein Glück, daß die 'Krankenpflegerin ihm ihre Karte eingehändigt hatte, und im eiligen Reiten zog er die Briestasche hervor, in der sie liegen mußte. Ja, da war sie! Seine peinliche Ordnungsliebe versagte auch diesmal nicht. „Barbara Zinsmeister, geprüfte Krankenpflegerin" stand ans der Karte, darunter die Adresse eines Hauses weit im Norden von Berlin, an der Chausseestraße. Der Entschluß, dort hinzu fahren, war gleich gefaßt. Auf der Gendarmeriestation erregte der neue Fun8 Aufregung und Freude. Bassow blickte jetzt bereits mit nachlassenoer Teilnahme darauf. Seine Gedanken strebten zu anderen Zielen, und sobald als möglich schwang er sich wieder aufs Pferd, um heimzureiten. Er war so voller Aufregung und Eile, seine Tatkraft zu erweisen, daß er am liebsten gleich mit dem nächsten Zuge nach Berlin gefahren wäre. Doch! war er nach genauerer Ueberlegung vernünftig genug, erst ein Telegramm! für Barbara Zinsmeister auszugeben und anzusragen, obi sie auch dort sei. Er hatte die Rückantwort bezahlt, und so war mittags bald nach dem Essen die gewünschte Nachricht rn seinen Händen. Barbara Zinsmeister telegraphierte: „Bin hier. Stehe hohem Herrn zu Diensten." Um halb acht Uhr war er in Berlin, fuhr in ein Hotel nahe bei der Ankunftsstation und nahm sich kaum Zeit, eilig ein wenig zu Abend zu essen. Dann brachte ein Automobil ihn rasch nach der Chausseestraße hinaus. Eine hohe Mietskaserne mit abgeblättertem, gelbgrauem Putz wies die Nummer auf, die Bassow suchte, und ein mangelhaft, nur durch ein paar bescheidene Lämpchen erleuchtetes Treppenhaus, in dem der Kohlgeruch von den Mahlzeiten der Mieter die Luft verdarb, nahm den Aussteigenden auf. Die Pflegerin wohnte hoch oben im vierten Stock; sie hatte, wohl dem erwarteten Besuch zu Ehren, auf einen kleinen Tisch neben ihrer Zimmertür eine brennende Kerze gestellt, so daß er gleich die wohlbekannte Visitenkarte bemerkte, die den Eingang be- zeichnete. Beim Geräusch seiner Schritte öffnete sie die Tür schon, bevor er geklopft hatte, und vor ihm erschien das flache Gesicht mit der kleinen Nase, auch hier im Hause von dem scheinbar niemals abgelegten, schwarzen Kopftuch umgeben. „Der Herr Baron geben mir persönlich die Ehre, — wenn ich bitten darf, Herr Baron. Dies ist meine bescheidene Wohnung." Bescheiden war das Zimmer in der Tat, das Bassow, eintretend, mit raschem Blick überflog. Ein Tisch, ein Bett, ein Schrank, ein paar Stühle aus billigem, braun gebeiztem Holz bildeten das ganze Mobiliar. Nur ein Kruzifix und mehrere daneben hängende bunt ornamentierte Papptafeln mit Bibelsprüchen in gotischen Buchstaben wiesen auf den besonderen Charakter der Bewohnerin hin. Sie sprach auch hier wieder zuerst, indem sie einen Stuhl an den Tisch heranrückte, auf dem eine Petroleumlampe mit halb grüner, halb weißer Glaskuppel stand. „Wenn ich den Herrn Baron bitten darf, — ich hatte gedacht, — als ich heute mittag das Telegramm bekam, — der Herr Baron waren von einer Krankheit befallen worden, woraus jeder von uns in jedem Augenblick vorbereitet sein muß. Aber natürlich habe ich mich geirrt." Bassow setzte sich mit freundlichem Lachen und schob die Lampe ein wenig weiter von sich ab. „Ja, Schwester Barbara, den Gefallen konnte ich Ihnen wirklich noch nicht tun. Ich habe augenblicklich gerade durchaus keine Zeit, um krank zu fein. Es ist eine ganz andere Suche, die mich zu Ihnen führt, aber ich bemerke gleich, daß ich Ihre Zeit nicht umsonst in Anspruch nehmen werde." „Ach, Herr Baron, icb snch^ keinen irdischen Gewinn, den doch nur Motten und Rost fressen." „Nun, leben müssen wir alle, Schwester Barbara, und von der Luft allein lebt man leider nicht." „Leider — nein." „Also hören Sie mich an. Sie waren doch vor einigem Zeit in Garchim und brachten der Witwe meines dort ermordeten Vetters ein Schriftstück, das er selbst bei Lebzeiten, wie Sie mir sagten, von Ihnen zu erhalten gewünscht hatte." „Ach — habe ich das gesagt?" „Ja, gewiß. Und ich nehme an, Sie haben damals die Frau Baronin gesprochen und ihr das Papier eingehändigt." „Hat sie das — wenn ich fragen darf — haben das die Frau Baronin dem Herrn Baron mitgeteilt?" „Ich will ganz aufrichtig gegen Sie sein, Schwester Barbara. Nein, sie hat es nur nicht mitgeteilt. Ans dem einfachen Grunde, weil ich sie nicht gefragt habe. Sie aber möchte ich darum fragen, und ich hoffe, Sie werden ebenso wahr gegen mich sein, wie ich gegen Sie. Dazu berechtigt mich schon Ihr frommer Beruf." (Fortsetzung folgt.) Der zrühling lätzt grüßen. Skizze von Paul Burg. Machdruck verboten.) Jochen Pätz lag in seinem Russenquartier und lauschte in die Stille der Nacht, Er konnte nicht schlafen. Neben seiner Bettstatt das Fenster nwr Halbaffen, und es dünkte ihn, als raunten draußen Luf der holprigen, schlammigen Vorstadtstraße hochragende Bäume »einander Geheimnisse zu, Bäume der deutschen Heimat. Das hatte wohl der Brief vermocht, den Jochen Pätz heute abend erhielt. Marie hatte ihm wieder einmal geschrieben, ferne geliebte Marie. Sie war noch immer Magd auf dem Gute, wre vor vier Jahren, als er zu den Soldaten kam. Damals schon hatten sie sich heimlich einander versprochen, er war auch ein paarmal vor dem Kriege auf Urlaub daheim gewesen, aber Marrens Großmutter, die das verwaiste Mädchen aufgezogen hatte, wollte nichts von einem einfachen Bauernknecht für ihr Enkelkind wissen. Aus-' getrotzt hatte er und die dralle blonde Märie vor den Augen der Ulten geküßt: „Ich werd' schon noch was; jetzt lern' ich erst mal Chauffeur . . ." Und kaum gab man ihm den Führerschein, da kam der Krieg. Nun war Jochen Pätz schon fast zwei Jahre im Kriege, unverwundet, nicht Autoinobilist, weil eS deren so viele gab, aber Gefreiter und der Stolz seines Hauptmanns. An die Heimat dachte er mit Sühnen, fürchtete sich abe' ein bißchen vor der Heimkehr, vor Mariens Großmutter. Und nun hatte ihm das Mädel, das liebe Mäoel, wieder einmal geschrieben. Er richtete sich auf, knipste seine Taschenlampe an Und las noch einmal die ungelenken, mühsamen Schriftzüge: „Lieber Jochen! Schmalz schicke ich Dir diesmal, es ist jetzt hier sehr knapp. Iß es mit guter Laune und denke an mich. Die Großmutter ist auch nicht mehr so barsch auf Dich wie früher. Sie wird alt und liest viel die Zeitung. Sie sagt, Du wärst wohl doch ein braver Kerl. Sie hat Dir auch aleicy was zuliebe getan> daß ich ganz baff war. Nun freue ich mich sehr. In dem Schmalz stecken gute Wünsche, Jochen. Und der Frühling läßt grüßen. ES küßt Dich Deine Marie." Jochen Pätz in seinem Russenquartier fuhr sich mit der Hand über die Augen. Er legte den Brief weg und sann. „Wenn ich bloß das Schmalz schon hätte!" sprach er laut zu sich in das Dunkel, denn er verspürte vom Wachen, Lesen und Nachdenken einigen Hunger. Lag noch eine Weile wach. „Es ist ivahrhaftia wie im Frühling heute nacht. Der Pätz bat auch sein Fenster offen. Soll seinen Morgengruß gleich haben." hörte er im Dämmern und Halbschlummer eine Stimme vor dem Fenster, die sich näherte und wieder entfernte. Zugleich fiel etwas hart und blechern auf den Boden, kollerte und rollte durch die niedere Russenstitbe. Eine Bombe! dachte Jochen Pätz augenblicks und fuhr erschreckt hoch. Mer noch ehe er Licht machte, kam ihm zum Bewußtsein, daß er ja die Stimme der Ordonnanz am Fenster gehört hatte, welche die Feldpost zu verteilen pflegte. Und sah eine sorgsam verschnürte und adressierte Blechbüchse am Boden. „Aha, das ist daS Schmalz von Marien ..." ' Bedächtig häb er die Büchse auf, entschnürte und öffnete sie, eine alte Kakaovüchse. Weiß wie Schnee leuchtete ihm daS Schmalz entgegen und er beugte sich darüber, sog den starken Duft ein. Und war glücklich. Das Messer zückte Jochen Pätz, kostete eine Messerspitze, schnalzte Mit der Zunge nrrd schnitt sich nun mit behaglichem Schmunzeln eine derbe Schnitte Kommißbrot herunter. Tief fuhr er mit seinem Taschenmesser in das Schmalz, wie er es daheim zu tun pflegte, wo der woMefüllte Schmälztopf inmier im Schranke stand. Einst . . . jetzt hätten sie wohl auch alle knapp. — Und wie er so mit dem Messer in das SchnMz stach, gab es einen Widerstand, ganz hart, und knirschte. Nanu. Die Marie hat dich doch nicht etwa in den April schicken wollen und die Büchse voller Steine geschickt, oben bloß Schmalz daraufgetan. Sie schreibt, der Frühling läßt grüßen, und zuzutrauen ist dem Racker alles. Wenn's auch noch seine lange Zeit hat bis zum ersten April ... Bedächtig nahm er mit der Linken die Taschenlampe hoch, die an die Wand gelehnt dastand, und leuchtete in deir Topf, während die Rechte das Messer in den: weichen, weißen Fett herumdrehte. Da klang und kratzte es noch einmal. Ganz eigen. Nun Längte Jochen Pätz die Lampe an die Wand, zog sich einen Stuhlheran und untersuchte die Sache. Warte, du Mädel dahleiml! Er wußte nicht recht, ob er sich ein bißchen ärgern oder freuen sollte über die mutwillige Marie. Leibhaftig stand sie vor seinem nun ganz wach gewordenen Geiste. Einen daumendicken Klumpen hob er aus der Büchse, noch einen und noch einen. Der letzte schimmerte, leuchtete durchscheinend wie herbstrotes Laub au den Bäumen. Ihn schabte er zuerst achtsam mit dem Messer ab, ganz vorsichtig, und enthüllte aus der »veißen Schmälzschicht — ein Goldstück, ein funkelneues Lwanzigmarkstück. Wie das aufleuchtete im Scheine der kleinen Taschenlampe. Ordentlich einen strahlenden Glanz krieg!« Jochen Kütz in seine Augen, als er es mit spitzen Fingern aufhob. Gold! Welch seltener Anblick! Wie lange war es wohl her, daß er daS letzte Goldstück gesehen, ja von einem Goldstück gehört hatte! Und auch die andern beiden Schmalzklumpen gaben noch leuchtende, orangene Goldstücke von sich. Jochen Pätz legte sie alle drei vor sich auf den Tisch und schaute sie nochmals an. Auf dem ersten war der Kaiser, auf dem andern der König von Württemberg im Bilde und auf dem dritten das Wappen der Freien Reichs- und Hansastadt Hamburg. Das letzte besah er sich ganz genau, weil er es noch nicht kannte. Und dann bestrich er sein Kommißbrot mit dem Schmälze, das er von den Goldstücken abgeschabt und wieder auf den Büchsenrand gedrückt hatte. Fing nachdenklich an zu essen. Wie war das doch? Gold gehört auf die Reichsbank! So stand in den Zeitungen groß und fett gedruckt, die er manchmal in die Hand bekommen hatte. Die Feinde durften kein deutsches Gold in die Finger kriegen. So wenig wie deutsches Land. Also konnte er doch die Goldstücke unmöglich hier in Rußland ausgeben, umwechseln. Aber es hatten doch voriges Jahr mal ein paar Kameraden für hundert Mark Gold zum Feldwebel gebracht und dafür ein paar Tage Urlaub gekriegt. Ahr! Das wollte also seine Marie bezwecken! lind dazu hatte die Großmutter das Gold aus dem Strumpfe hergegeben. „Sie hat dir auch was zuliebe getan, daß ich ganz baff war," stand in dem Briefe: er wußte ihn ja auswendig, soviel hatte er diese Nacht darüber gegrübelt. „Nun freue ich mich sehr. In dem Schmalz stecken gute Wünsche," schrieb Marie. Jochem Pätz schob den letzten Happen in den Mund, verwahrte die Goldstücke in seinem Brustbeutel und knipste das Licht aus. Dann stieg er gesättigt und hochbefriedigt wieder in sein Bett. Die Sache wollte überlegt und beschlafen sein. - „ . . . aber auf jeden Fall muß ich gleich weg, Herr Kamerad." So sprach es draußen am Fenster hin. Schnelle Schritte kamen. „Morgen abend, Herr Hauptmann. Sonst-einen Wagen hätte ich ja da, den kleinen Zweisitzer, den wir in Reserve haben. Aber einen Fahter dazu .... tut mir schrecklich leid." Das war der Leutnant vom Autokorps. Und der andere war der Hauptmann Schwarz, Jochen Pätz' Hauptmann, der so gute Stücke auf ihn hielt. Der Gefreite in seinen: Bett lauschte und hörte Mit eins die Bäume in seiner Heimat wieder rauschen. Sprang mit einem .gewaltigen Satz aus dem Bett, ans Fenster. „Der Fahrer zur Stelle, Herr Hauptmann!" rief er jubelnd hinaus. Die beiden Offtziere waren schon ein paar Schritte lveiter. Sie wandten sich betroffen um. „Wer?" „Wo?" „Gefreiter Pätz zu melden, Herr Hauptmänn." „Jochen Pätz! An euch habe ich ja gar nicht gedacht. Wo seid Ihr denn?" Der treue Kerl wollte, wie er dastand, in Unterhosen auS beim' niederen Fenster auf die Straße springen. „Na, na! So eilig ist's nicht. Anziehen, in zehn Minuten auf der Kommandantur sein, ja!" befahl der Hauptmaon, nickte Wir zu und ging befriedigt mit dem Autoleutnant werter. Jochen Patz fuhir wie der Sturmwind in seine Sachen und rannte durch die nachtstille Stadt nach der Kommandantur. Wie eine Säule stand er unter der roten Laterne vor dem Portal und wartete auf seinen Hauptmann. Aber das Herz ging ihm hoch. Vom Laufen und vor lauter Freude. Endlich kam der Hauptmann hochbepackt an. „Pätz, das ist ja famos. Nun sollt Ihr mal zeigen, daß Ihr fahren gelernt habt. Also wir fahren die, Chaussee nach Tilsit. Müssen in sieben Stunden dort sein, daß ich den 9-Uhr-Zug nach PillkaUen erreiche. Es eilt!" „Zn Befehl, Herr Hauptmänn. Ich-" „Na? Möchtet auch gleich mal mit nach Hause. Kreis Ragnrt, nicht wahr? Ist ja nahebei . . . wollen sehen, aber ich glaube es kauin. Jetzt ftx den Wagen her, Pätz. Fix, fix, Kerl!" Der .Hauptmänn war schon ungeduldig. Aber Jochen Pätz knöpfte seinen Waffenrock auf und zog den Brustbeutel, holte seine drei Goldstücke hervor und hielt die leuchtenden, so selten gewor- denen Stücke dem Hauptmann hin. „Herr Hauptmann. — ich — und meine Marie wir möchten uns gleich verloben. Richtig mit Ringen, Herr Hauptmann!" „Guter, dummer Kerl!" stieß ihm der Hauptmann die Hand mit den Goldstücken leicht gegen die Brust. Das Gold da schaffst du gleich in Tilsit, oder besser in Ragnit aus die Bank, sonst gibt's drei Tage Arrest statt Urlaub, verstanden?! Und die Trauringe, die schenke ich euch beiden, Pätz. Aber gleich heiraten, hörst Im? Was soll berat die ewige Berloverei? Kerl, ich habe ja selber eine so unbändige Freude, daß ich mal meine Frau wiedersehe." „Herr Hauptmann!" jubelte Jochen Pätz hinaus, machte Halt und rannte nach dem Autoschuppefl. „Der Frühling läßt grüßen!" Nun waren cs wirklich die rauschenden Bäume der deutschen Heimat. _ _ 80 Vermischtes. »Auf englischen Schiffen i m 1 8. Iah rh un d e r t. Der alle N e t t e l b e tf, der zähe Verteidiger Kolvergs, der in seiner Jugend ein kühner Seefahrer war, erzählt in seiner Lebensbeschreibung auch, wie es ihm bei den Engländern erging. Nach mancherlei Fahrten, die er hauptsächlich als Steuermann in holländischen Diensten gemacht hatte, gelüstete es ihn, es auch einmal bei den Engländern zu versuchen, die schon damals mit einem Dünkel und einer Anmaßung gegen die anderen seefahrenden Nationen auilraten, daß der ehrliche Preuße denken mochte, da müßte etwas ganz Besonderes dahinter stecken. Wie bitter wurde er enttäuscht! Sc & im halben März 1774 segelte er mit einer Transporlflotte von etwa 1500 Mann als Schiffslentnant von Portsmouth nach der Küste von Guinea ab. Aber seine Lust, sich im englischen Dienst umzusehen, hatte er mit dieser einen Reise für immer gebüßt. Sein aufrechter deutscher Sinn ist empört, wie „rauh und ungefügig es aus den Schiffen dieser Nation hergeht. Da ist feine Ehre und kein Respekt"; man hört den ganzen Tag nur fluchen und brutale Reden ohne Aufhören. Von der strengen Disziplin, die er hier zu finden glaubt, ist nichts zu spüren. Im Gegenteil. Vom geringsten Matrosen an lehnt sich jeder gegen die Befehle des Vorgesetzten aus. Ein Gehorsain, wie Nettelbeck ihn von holländischen und preußischen Schiffen kennt, ist nirgends zu finden. Nicht einnral die nötige Ordnung ist vorhanden. „Nicht selten hängt ein gekochtes Stück Fleisch voll 10 bis 20 Pfund am Mast, ivovon sich ein jeder abschneidet, wann und wieviel er will. Zu beiden Seiten daneben steht das Brotsaß und das Gesäß mit Grog, um die offene Tafel vollständig zu machen." Solche Zustände konnten dem an Ordnung und Pünktlichkeit Gewöhnten nicht gefallen, und sobald er mit seinem Schiff zurückgekehrt ist, nimmt ec seinen Abschied, um sich sofort wieder nach Rotterdam zu begeben. • D i e sidelen Gefängnisse in Montenegro. Fidele Gefängnisse, fast so ideal wie das in der „Fledermaus", in dem Frosch seine feuchtfröhliche Existenz als Gefangenenaufseher feiert, scheint es in Montenegro zu geben. So klein auch das Land ist, über das Nckita, der König der schwarzen Berge, sein Szepter schwang, so gibt es dort immerhin zwei Gesängnisse, deren Bewohner sich zum größten Teil aus Mördern zujammensetzen, die ihre Tat aus Gründen der Blutrache begangen haben und deswegen zur Haftstrafe verurteilt wurden. Die beiden Gesängnisse befinden sich in Eetinje und am.Skutarisee. In beiden Strafanstalten ist die Haft außerordentlich menschenfreundlich, ja geradezu „musterhaft*. Den im Eetinje-Gesängnis Inhaftierten ist tagsüber gestattet, sich frei zu bewegen, Besuche zu empfangen und zu machen, zu trinken, rauchen usw. Nur abends müssen sie zur Stelle sein, und zwar sehr pünktlich, und werden dann eingeschloffen. Wahrscheinlich sind diese Leute tagsüber die freundlichsten Lämmer und erst mit beginnender Dunkelheit ernst zu nehmen. Die Verschärfung der Strafe besteht im Anlegen von Fußsesseln. Das andere, idyllisch am Skutarisee gelegene Gefängnis ist für die schweren Verbrecher bestimmt, aber auch Ujnen ist ein ganz angenehmes Dasein beschieden. Da das Zuchthaus auf einer Insel gelegen ist, so ist eine Flucht beinahe ausgeschloffen, weshalb die Insassen wenigstens den Vorzug genießen, sich ziemlich frei bewegen zu können. * Seehunde im Belt. Von der Insel Asien wird gemeldet, daß dort die Seehunde überhandnehmen. In großer Menge treten sie nach einer Mitteilung der Jagdzeilschrist „St. Hubertus* im Wenningbund und der Außenföhrde zwischen dem Festlande und der Insel Asien aus. Die Netze der Fischer sind in steter Gefahr, da die Seehunde sie zerreißen, um an die darin gefangenen Fische gelangen au können. Auf das starke Auftreten der Seehunde wird es auch zurückgeführt, daß die Dorsch- und Herings- fischerei in der Föhrde zurzeit so geringe Erträge liefert, daß z. B. manchmal in Sonderbnrg überhaupt keine Fische aus öeu Markt kommen. Vielleicht hat die außergewöhnlich starke Kälte in den nordischen Ländern die Seehunde abwärts getrieben. An der Ostküste Dänemarks sind kürzlich ebenfalls zahlreiche Seehunde fest- gestellt, die cm vielen Stellen reiche Nahrung an den zahlreichen an die Küste geworfenen erfrorenen Heringen finden. Vüchertisch. - Arthur Schnitzler, „Komödie der Worte". (S. Fischer Verlag, Berlin.) Wir haben dieses Werk, das unter dein Sammeltitel „Komödie der Worte" die Etnakterfolge „Stunde des Erkeunens", „Große Szene" und „Das Bacchusfest" zusammen- faßt, anläßlich seiner Aufführung durch Kräfte des Stellen Theaters Frankflirt einer eingehenden Würdigung unterzogen. Wir eriilnern daran, indem wir noch einmal hervorheben, daß Schnitzler die Dialogführung wie kaum ein zweiter meistert und mit halben Worten und verschleierten Andeutungen über die zugrunde liegenden Probleme hinwegzugleiteil versteht, ohne daß auch nur einen Augenblick laug das Ullausgesprocheue — ungesagt bliebe. Schnitzler ist ein so feiner Kenner der vermickeltsten seelischen Getriebe, daß er auch hinter den Worten, oder, wenn man will, in der Schwingung Schrsitleitung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Bi des Wortes neue psychologische Erkenntniffe festhält. Die Jnter- pretierinlg des Werkes aus der Bühne gibt ihm wohl eine letzte Formulierung, kann aber öeu Feinheiten der inneren Konstruktion der drei Einakter und der Einsicht in bie überlegene Führung des Dialoges nicht so gerecht werden, wie die einsam nachschaffende Lektüre. — Karl Stielers Werke. Fünf Teile in einem Bande. Ausgewählt und herausgegeben voii Karl Quenzel. Leipzig, Heffe & Becker BeAag. Geb. 2,50 Mk. — Wenn je ein Dichter verdieiite, volkstünilich zu werden, so ist es der frühverstorbene Karl Stieler. ©eine Werke — darunter die prächtigen Gedichte in oberbayrischer Mundart, das ergreiselide „Wtnteridyll" und die wuiidervolleli Hochlandsschilderungen — sind so frisch, als waren sie erst gestern entstanden. Die Ausgabe bringt die hochdeutschen Dichtungen Stielers vollständig, die mundartlichen in einer reichlichen und guten Auswahl und schließlich eine sorgfältige Auslese aus den allgemeinverständlich gehaltenen Prosaarbeilen, darunter zeitgemäße Stimmungsbilder ailS dem Jahre 1870/71. — Eine neue Goethe-Biographie wird soeben von Wolsgang Thomas-San-Galli im Verlag von Arthur Hertz, München, herausgegeven (gebunden Bit. 10,—, geheftet Mk. 6,—). Je mehr über Goethe geschrieben wurde, desto schwerer ivard es, aus Öen tausenderlei kleinen Stücken das ganze Bild zu schauen. Je mehr klei-ne Züge gesucht nnö gefunden wurden» je weniger deutlich wurden die großen Linien, die dem Ganzen Richtung gaben. Thomas-San-Galli zeichnet mit freiem, klarem Blick, wie dieses gewaltige Leben aufgebant wurde, sich selber ailsgebaut hat: das ganze Werden des Menschen Goethe. Wir aber, die wir jetzt durch die größten Zeiten geschritten sind, müssen wieder einmal staunend sehen, wie das Leben dieses Menschen für alle Zeilen und Schicksale symbolisch ist. Aus dieser Zeit heraus, in der wir die größte Entwicklung unserer Nation erfahren sollten, lernen wir erneut, daß wir Goethe je mehr brailchen, je höher wir uns entwickeln. — Die österreichische Alpengrenze. Bon Dr. Albrechl P e n ck, Professor der Geographie an der Universität Berlin. Mit einer Karte im Maßstab 1:750 000. Preis Mk. 1.80. Ter um die österreichische Alpengrenze entbrannte heftige Kampf gibt dem Verfasser Veranlassung, die italienischen Ansprück-e nach einer natürlichen Grenze Italiens zu prüfen. Er meist nach, daß der Alpenkamm dafür imgeeignet ist. Die mitteleuvoppäische Natur reicht weit darüber hinaus bis nahe an den Südfuß des Gebirges, und hier zeichnen verkehrshindernde Talengen eine natürliche Grenze vor. Eine Karte der südöstlichen Alpenländer stellt die von Italien beanspruchte Grenze der Heilligen politischen gegenüber und läßt deutlich erkennen, daß diese sich den natürlichen Ver» hältnissen viel näher anschließt, als die von Italien beanspruchte. Wenn etwas am heutigen Grenzverlause nicht zutreffend ist, so ist es nicht, daß sich Oesterreich zu weit nach Süden erstreckt, sondern daß Italien an verschiedenen Stellen zu weit nach Norden reicht. Tank der Zähigkeit, mit welcher Oesterreich seine Grenze verteidigt, wird die Einzelschildcrrmg des Gebietes, die der Der-, fasser gibt, zugleich auch eine Schilderung des österreichisch-italienischen Kiegsschcmplatzes. Der Verfasser kennt diesen Grenzverlauf durch seine eigenen Forschungen und seine Schilderungen beruhen aus lebendiger eigener Anschauung. Mit dem Hinweis auf die Wichtigkeit von Triest für das Deutsche Reich schließt das Büchlein, das der Verfasser seinen im Felde stehenden Schülern gen widmet hat. — Modernste Kriegswaffen — alte -Erfin- düngen. Abel und Müller, Leipzig. 1 Mk. Ingenieur M. Feldbaus geht in diesem mit großem Fleiß zusammengetragenen Büchlein der Entwicklung unserer modernen Waffen von der Handfeuerwaffe bis zum Riesenmörser, vom Spaten bis zur kunstvollen Mimermaschine nach und zeigt, wie die meisten Errungenschaften der modernen Kriegstechnik in ihren grundlegenden Ideen schon vor langen Zeiten, manchmal schon im frühen Altertum vorhanden gewesen sind. Das Werkchen, das eine reiche Fülle wertvollen alten Bildermaterials bringt, darf nicht nur mit Rücksicht auf die kriegerische Zeit, sondern auch darüber hinaus lebhaftes kulturhistorisches Interesse in Anspruch nehmen. Scherzrätsel. Das würzige Erste der Feinschmecker liebt, Wenn man es zum Fleisch und zur Sauce ihm gibt. DaS Zweite, vom Faulen gar fleißig getreten, Ist teuer, zumal in den größeren Städten. Auch kann man vom Ersten im Bund mit der Zweiten Zum Woble der Menschheit ein Ganzes bereiten. Vas schmiegt sich recht innig und warm an die Brust. Du mußt's mal versuchen! Es ist eine Lust! (Auflösung in nächster Nummer.) Auslösung des Logogriphs in voriger NurnnMt Schatz, Schutz, Schütz. 'scheu Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.