Um toten See- Roman von RobertKohlrausch, (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Hefter dem Park lag die große, sonnige Stille des heißen Tages. Die Schwalben allein, die pfeifend hin uub weder schossen, brachten leise, Helle Töne in das tiefe Schweigen. Aber nnn — Bassow hatte wohl eine halbe Stunde nur Fenster dort gestanden — erweichte plötzlich ein anderer Klang. Musik! Die Akkorde eines von unsichtbaren Händen gespielten Flügels kamen durch den Sonüenglanz daher, "chu eine Stimme gesellte sich zu diesen Tönen, tveich, mild und inächtig zugleich, wie sie Bassow kaum jemals gehört hatte. Zuerst war es nur eine atemberaubende Ueber- raschnng, die er fühlte, dann runzelte sich seine Stirn. Es komrte niemand anders als die Baronin sein, die da sang. Hier in dem Trauerhause, in dem vor so kurzer Zeit ihres ermordeten Gatten Leiche gelegen hatte, konnte sie singen! War das nicht ein Beweis für ihres Herzens Kälte? Bassow versuchte, sich den her an dräng enden Tönen zu entziehen, wandte sich ab und ging weit ins Zimmer zurück. Aber es war wie ein Zauber, der ihn faßte, der Gesang! verfolgte ihn auch dort und zog ihn aufs neue ans Fenster. Sein Ohr hatte jetzt erkannt, was die Frau dort sang. Isoldens Liebestod war es, und er wußte nun: ja, das! durfte sie singen, auch im Trauerhause! Das war eine Klage, so gewaltig, nne das Mensch emrort allein sie niemals auszudrücken vermochte. Besiegt, versöhnt, hingerissen stand Bassow regungslos auf seinem Lauscherposten: mit Wonne trank er die Wundertöne dieser Stimme. Was ihm erst Frevel geschienen hatte, war ihm jetzt Offenbarung einer tief empfindenden, reinen Seele. Eine Frau, die so singen konnte, war keine Berbrecherin. Erschüttert vom jähen Wechsel und Widerstreit seines Gefühls, blieb er noch eine Weile stehen, auch als der Gesang schon verklungen war. After dann zog es ihn hinab in ften Park. Es war ihm eng und sehnsuchtsvoll urns Herz; es trieb ihn in die Freiheit, in Grün und Sonne. Und vielleicht, — aber das gestand er sich nicht ein, was hinter dieser Sehnsucht schlummerte. So ging er hinunter und aus der Terrasse entlang. Kein menschliches Wesen war im Park zu erblicken. Dre Sorme glänzte, brütete, reifte die Geschenke des gütigen Sommers. Aus dem Lichte trat Bassow hinein in die schattigen Gänge des Parkes. Dort war die Marmorftank, auf der er die Baronirr am Tage der Beifetzuug belarrscht hatte. Jetzt war die Stelle leer; rrur die Status der Diana daneben lächelte ihn an mit ihrem versteinerten Lächeln. Er setzte sich auf die Bank urrd sann vor sich hin Es war ihm wohl und weh zugleich. Plötzlich aber klopfte sein Herz nrit verdoppelten Schlägen. Der leise Ton eines Fußes auf denr Kies war zu ihm gedrungen. Und nun kanr eine schwarze Gestalt aus der grünen Wölbung des Laübganges hervor, ganz langsam, tief in Gedanken, den Kopf zur Erde geneigt Im sicheren Gefühl, allem und unbeobachtet zu sein, näherte die Frau sich mit instinktiver Kenntnis des vertrauten Weges dem Platze, wo Bassow saß, und blickte rnm erst auf, unmittelbar vor ihm. Er sah, wie heißes Rot ihr ins Gesicht stieg, — ohne Frage das Rot des Zornes. Sein Klang war auch in ihrer Stimme, als sie nach einer kleinen Pause der Ueberraschung die Sprache fand. „Das ist wider die Abrede!" Er war aufgesprungen. „Ja, ich weiß es. Aber ich bin früher zurückgekommen, um Sie noch einmal zu sprechen, und ich wußte, Sie würden meine Rückkehr nicht erwarten, wenn ich Nachricht gab. Ich möchte Sie um etwas bitten^ „lim was?" „Bleiben Sie noch hier! Es ist Ihr gutes Recht, und mir ist es ein furchtbar peinliches Gefühl, Sie aus Ihrem Besitz zu verdrängen. Wir werden uns einrichten, ich werde Ihnen aus dem Wege gehen und Sie in keiner Wmse durch meinen Anblick belästigen. Das Schloß ist groß genug." Sie schüttelte langsam den Kopf. „Nein, ment Entschluß ist gefaßt. Ich verlasse Garchim. Wahrscheinlich kehre ich zur Bühne zurück." „Zmn Theater?" „Ja. Meine Natur taugt nicht für ent stilles, untätiges Privatleben. Hier hat mir die Verwaltung eines großer: Hausstandes Ablenkung in genügendem Matze geboten. Das ist um: vorbei." „Also darum haben Sie gesungen?" sagte er langsam. „Haften Sie mich gehört?" „Ja, — vorhin." „Und Sie haben sich darüber gewmrdert. Sie haben gedacht: in eurem Trauerhaufe soll man nicht singen." Er war betroffen, wie richtig sie sein Gefüftl und seine Gedanken erkannte. Doch hob er den Kopf nna sagte, ihr in die Anger: blickend: „Ja, znerst habe ich das gedacht. Aber mein Urteil hat sich gänzlich geärrdert, als ich hörte, was und tvie Sie gesungen haben." Ein tveicherer Ausdruck verklärte ihr Gesicht. „Das ist ein gutes Wort," sagte sie nrit freundlich verwandeltem Ton. „Ich danke Ihnen dafür. Und Sie müssen ja auch bedenken, daß die Musik mein Beruf gewesen ist urrd in Zukunft meine einzige Liebe sein wird." „Könnte sie das nicht sein, auch wenn Sie der Bühne fernblieften ?" „Hassen Sie das Theater?" „Nein. Ich habe es einmal sogar sehr geliebt. Aber ich habe dann ertcrmrt, daß dort die Lüge zu Hause ist." „Man kcurn auch beim Theater der Wahrheit treu bleiben. Wenn Sie mich besser kennten, tnnrden Sie den Beweis dafür in meinem Leben finden." Er suchte nach einer Antwort, er hätte sie gern überredet. Im Suchen aber blieft er eine Sekunde lang stumm. Stolz erwiderte sie feinen auf sie gerichteten Blick. Urrd 60 bevor eins von ihnen wieder zu sprechen begann, wurden sie gestört. Aus dem Laubgang hervor tönten Schritte, und gleich erschien auch der Diener, der zwei Briese von großen: Format in der Hand hielt. ,,Was bringen Sie?" fragte die Baronin ein wenig ungeduldig. „;;yeiU ist doch nicht Postzeit.". „Nein, Frau Baronin^ entschuldigen, die beiden Briefe sind soeben von dem Lnnzlner Diener persönlich abgegeben worden." „Vom Diener des Herrn von Breitenbach?" ^ „Jawohl. Der eine ist für die Frau Baronin, der andere für den .Herrn Barm:." „Für mich?" „Ja. Ich war auf'dem Zimmer vom Herr:: Baron, aber weil der Herr Baron —" „Es ist gut. Geben Sie nur her." Der Diener gab jedem einen der ganz gleich gestalteten Briese und ging. Mit einem halblauten „Gnädigste Baronin gestatten" erbrach Bassow den seinen. Was er in Händen hielt, war eine Verlobnngsanzeige. Rittergutsbesitzer Erich von Breitenbach gab sich die Ehre, seine Verlobung mit Miß Edith Lowfeller aus Philadelphia mit- zuteiten. Gleichzeitig faltete Bassow das Papier wieder zu- sam:nen, um dann in äußerstem Erstaunen auf die Baronin zu blicken. Was ihn völlig kalt gelassen hatte, schien diese Frau in tiefster Seele zu bewegen. Ihre Augen glühten, ihr Atem ging rasch, ihre Hände bebten. Sie starrte nieder auf die entfaltete Anzeige, weit länger, als es nötig war, un: sie zu lesen. Und auch nachdem ihre Hände mit dem Papier langsam herabgesunken waren, behielten ihre schräg zu Boden gerichteten Blicke immer noch den Ausdruck eines leidenschaftlich gespannten Süchens uno Fragens. Bassow trat einer: Schritt auf sie zu. „Baronin —" Sie aber hob die Hand, sich gegen die Störung ihrer Gedanken wehrend. Ihre Lippen bewegten sich, doch vernahm er zunächst keine Worte. Plötzlich aber warf sie den Kopf zurück und sagte laut: „Ich habe meine Absicht geändert; ich mache von meinem Rechte Gebrauch und bleibe hier." Dann ging sie mit einem kurzen Abschiedswinken rasch an ihm vorüber und fort. Bassow blieb allein und schaute mit einem-der Bestürzung nahen Erstaunen umher, als wenn das alles ein Traum gewesen wäre. Sein Blick fiel ai:f die Statue der Diana, die höhnisch herabzulächeln schien. Dann ging er langsam den Weg, den die Baronin so eilig vorangeschr:tten svar. Er mußte seine Gedanken erst ordnen, bevor er anfangen konnte, nach einer Begründung für ihr seltsames Betragen zu suchen. Welche Bedeutung hatte diese Verlobungsanzeige für sie, wie konnte des Papiers Inhalt sie so ganz ergreifen und beherrschen? Bassow wußte nichts von dem Herrn von Breitenbach, als daß er der nächste Gutsnachbar von Garchim war und ein Freund seines verstorbenen Vetters. Darin lag doch kein Grund für der Baronin fassungsloses Betragen, — denn so war es zu nennen. Und wenn, — plötzl:ch blieb Bassow stehen, wie sestgehalten durch einen unsichtbaren Arm. Er atmete tief und schnell, seine Auge:: starrten auf den Boden, wie die der Baronrn es vorher getan hatten. Dann begann er zu lache::, em heiseres, häßliches Lachen, und schlug sich mit der Hand auf die Stirn. Wie war er blind, wie war er dumm gewesen, das nicht gleich zu sehen! Sie liebte diesen Mann, diesen Herrn von Breitenbach? Damit war alles erklärt. Nur d:e Berlobungsanzeige eines Menschen, den man liebt, kann solche Wirkung üben. Dann aber war drese Liebe auch schon in ihr gewesen, als ihr Mann noch lebte und wenn das der Fall war — zuerst erschrak Bassow vor dem Gedanken, um sich nach und nach mit einer schmerzhaften Wollust in ihn zu vertiefen — dann war hier das eigentliche, verborgene Motiv eines Verbrechens. Hier fand er den geheimen Grund für die Möglichkeit ihres Verlangens, von den Ehefesseln frei zu fern, vor allem aber, ern abgeandertes Testament ihres Gatten zu verhindern Daß Brerteiw ach sie trotzdem verschmähte und eine andere vorzog, war ke:n Grund, um die Liebe der Baronin zu ihm unmöglich oder auch nur unwahrscheinlich zu machen, wohl aber gab diese Liebe die Erklärung für ihr fetziges Verl-alten. S:e blieb in Garchim, weil sie nahe bei Lünzin ble:ben wollte, weil sie hoffte, Breitenbachs Ehe mit einer anderen doch vielleicht noch zu verhindern. Je mehr er darüber nachdachte, üm so mehr wurde für ihn diese Möglichkeit zur Gewißbeit. All das langsam hin geschw undene Mißtrauen stand mit einem Male wieder vor ihm gleich einem drohenden Gespenst. Er hatte ge- zweifelt, er batte vertraut, und er zweifelte nun mehr denn je zuvor. Aoer warum tat ihm das Herz bei dem Zweifel so weh? Was ging es ihn an, ob die Frau, die plötzlich wieder so tief gesunken war in seinen Augen, diesen Breitenbach liebte oder nicht? Er fragte sich-'s, er versuchte wieder zu lachen, aber zugleich schrie etwas in ihn: laut auf. Ja, es ging ihn an, es empörte ihn, es zerriß ihm das Herz! Nicht ihre Schuld mehr, ihre Liebe war es, was ihm so wehe tat. Mit einem tiefen Grausen vor sich selbst empfand er es zum ersten Male klar in diesem Augenblick: er selbst liebte diese Frau. Was er sorgsam im Dunkel gelassen hatte, woran er vorsichtig vorbeigeschlichen war, das richtete sich, von der aufzuckenden .Eifersucht plötzlich grell beleuchtet, vor ihm auf in kalter Deutlichkeit: er liebte sie, deren Schuld ihm niemals wahrscheinlicher gewesen war als eben jetzt. Taumelnd, mit unsicheren Schritten wie ein Kranker oder Trunkener ging er zurück ins Schloß. Er versperrte hinter sich die Tür seines Zimmers, schlug die Läden vor dem Fenster zu, das nach dem anderen Flügel hiuübersah, und lief stöhnend auf und nieder in dem Raume wie ein gefangenes Tier. So trieb er es, er wußte selbst nicht wie lange. Ein paarmal setzte er sich an den Schreibtisch, nahm Papier her und warf einige Zeilen darauf, um es immer gleich wieder in kleine Fetzen zu zerreißen. Endlich, als die Sonne schon zu sinken ansing, war er mit sich ins Reine gekommen, was er schreiben wollte. Nun war ein Brief in wenigen Augenblicken vollerchet, und er las die festen, energischen Zeilen mit gedämpfter Stimme sich selber vor: „Gnädigste Baronin! Unsere heutige Unterredung ist gestört worden, bevor sie eigentlich zu Ende war. Sie hatten allerdings die Gnade, mir mitzuteilen, daß Sie Ihre Absicht geändert hätten und in Garchim bleiben würden. Hinsichtlich der Gründe für diesen plötzlichen Willenswechsel überließen Sie mich aber meinen Vermutungen. Jedenfalls rechne ich mit der Tatsache. Unser Zusammen- oder vielmehr Nebeneinanderleben hixr im Schlosse dürfte sich meiner Ansicht nach am besten gestalten, wenn jeder tunlichst ein Leben für sich führt. Mit vorzüglicher Hochachtung" — Bassow lachte laut auf, als er diese Worte las — „Euer Hochwohlgeborcn ergebenster Kurt Freiherr v. Bassow." Nachdem der Brief gesiegelt war, klingelte Bassow dem Diener und übergab ihm das Schreiben, um es der Baronin hinüberzutragen. Als er wieder allein war, begann er sein unruhiges Umherwandern und Jnsichhineingrübeln aufs neue. Plötzlich blieb er stehen, die Arme sanken ihm schlaff am Leibe herab, seine Lippen zuckten in herber Bitterkeit, und er murmelte vor sich hin: „Für andere Menschen bedeutet die Liebe das Glück, auf meinem Leben liegt sie als Fluch!" Und als wenn er sich seiner Weichheit schämte, hob er sich gleich darauf stolz empor, schlug mit der Hand in die Luft und sagte: „Ach was, auch damit muß ein Mann fertig werden." Und er flüchtete sich an seinen Schreibtisch in die Arbeit. (Fortsetzung folgt.) Lin Held wider willen. Von Franz Neinhold Zen z. < em lang aufgeschossen er Hüne imrner ein Heldenherz in der Unken Brustseite schlagen haben? Nein. Die lange:: Nippen tuns allerne nicht, sonst wäre der Mertens wohl der herzhafteste Kinl :n der ganzen Umgebung gewesen, statt der verzagteste Hasenfuß zu fern. Anmerken ließ er sich das zwar nicht, denn es wäre fhm doppelt schmachvoll gewesen, bei seiner Länge, aber es graulte :hn des Nachts vor mutmaßlichen Gespenstern, und so fluchte er Mut an, wenn er nach einer Nachtschicht die zwanzig Mmuten Weg durch Hecke und Gebüsch nach seiner Wohnnüg machen mußte. So auch heute, da obendrein Vollmond am Himmel stand und Busch und Strauch beängstigende Formen annahmcn. Was half es, er mußte doch nach Hause. Eine Ausrede, niM,zu gehen, fand er nicht, und de: ferner Frau hätte er seine ganze Autorität ver- lomi, wenn er seine Hasenfüßigkeit eingestanden. , Also faßte er den „Henkelmann" fester, jenes Dopfgestell, m dam chm fern Essen zur Fabrik gebracht wurde u:ü> schritt langsam in die Mondnacht hinaus, »rwbei er de:: täglich von ihm begangenen Weg so vorsichtig abtastete, als sei es ein schwenkender Psao durch unbekanntes Sumpf gelgnde. Noch war er nicht weit gegangen, da sah er weit vor stch leine geduckte Gestalt über den Weg huschen. „Verdammt," seufzte Mertens, riß Mund und Nase auf und bekreuzigte sich. Ob er nun mit Gottes oder mit Teufels Hilfe den Spuk gebannt hatte, genug, er war weg, spurlos verschwunden. Nach minutenlangem Zögern traute sich der Mertens endlich weiter. Und als er an die Stelle kam, wo die Gestalt über den! Weg gehuscht, da war weit und breit nur der Angstschlag seines! Herzens zu hören. Zu sehen war nichts mehr. Tief atmete Mertens auf. Das hatte noch mal gut gegangen. Wso weiter. Weiter ging er aber doch nicht, ohne zur Vorsicht für alle Fälle sein großes Laschenmesser aufzuklappen und alle drei Schritte sich plötzlich umzudrehen, um jeder Ueberraschung Vorbeugen zu können. So kam er bis zu einem Erlengebüsch, das an und für sich schon bedrohlich -aussah und als er ganz nahe dabei war, raschelte es darin und ein schwerer Körper siel zur Erde. Gleichzeitig fiel Mertens Herz in den linken Stiefel und sein Besitzer, der damit sein Gleichgewicht verloren, hielt sich mühsam schioankend aufrecht. Seine langen Beine wurden in den Kniekehlen so schwach, daß das ganze dürre Knochengestell durcheinander schlotterte und von einem leisen Angstschweiß überrieselt wutde. Es half kein Fluch und half kein Gebet, das Rascheln blieb. Diesmal war Mertens kein Opfer eingebildeten Spukes. Diesmal war es wirklicher Spuk. Da sich aber dieser wirkliche Spuk weder durch Fluch, noch Gebet bannen ließ, so mußte er wohl! menschlicher Natur sein, und da Mertens nicht immerfort auf der Landstraße stehen bleiben konnte, so zog er sein Herz an dem Zwirnsfaden, woran es hing, wieder an den richtigen Fleck zurück und tat einen beherzten Schritt vorwärts. Damit schimmerte vor ihm im Mondlicht ein breiter roter Stteisen ans lehmfarbenem Untergründe auf. Und nun hatte Mertens eine Erkenntnis und diese Erkenntnis briillte er in seiner Ueberraschung wie einen Angstschrei in die Gegend hinein: „Ruß!" Als sei dies ein Kommando gewesen, sprangen ein — zwei — drei — Russen auf und standen stramm. In ihren Gesichtern spiegelte sich nicht weniger Angst und Ueberraschung, als in dem Mertens. Tenn mit den Geistern, die er da beschworen, wußte er erst recht nichts anzufangcn. Drei entsprungene Russen. — Und Mertens hatte nur sein Messer und leinen Henkelmann. Da konnten nur Geistesgegenwart imd Entschlossenheit helfen. Laufen lassen konnte er sie nicht. Er mußte sie bis zum nächsten Dorfe bringen Das war aber ein gefährliches Stück ^Arbeit, denn die pveie konnten den einzelnen, nur mit einem Messer Bewaffneten leicht um die Ecke bringen und Reißaus nehmen. Das alles sagte sich Mertens in einem verzweifelten Augenblick, daun ließ er sein Messer im Mondlicht blitzen und zeigte gebieterisch nach der Mitte der Straße. Woher ihm dieser Mut kam, wußte er nicht, da er doch selbst am liebsten Reißcurs genommen hätte. Sie kamen aber schön hervorgekrochen, die drei Russen und stellten sich dahin, wo Mertens wollte. Ihre dicken Mantelsäcke schleppten sie mit sich. „Los" kommandierte Mertens, und da sie ihn nicht verstanden, gab er dem einen einen gelinden. Tritt in eine nicht näher zu! bezeichnende Körpergegend und dem zloeiten einen Stoß mit dem Henkelmanne. Das verstanden sie und setzten sich mit kläglich hangenden Köpfen in Marsch. Mertens wollte schon einen stillen Triumph feiern, der ihn an: Stammtisch auf etwa die gleiche Stufe mit dein großen Rnssen- sänger Hindenburg stellen mußte, aber so leicht wurde ihm der Triumph denn doch nicht gemacht. Es ging auf ein Wäldchen zu und der eine Russe, der sich immer schon etwas seitab drückte, begann ans seine Schicksalsgenossen lebhaft 'einzureden. Mertens wußte, was dos zu bedeuten hatte. Sic wollten ihn Überfallen und unschädlich machen. Eine Heidenangst stieg in ihm auf, aber diese Heidenangst lieh ihm zum zweiten Male Witz und Geschicklichkeit. „Halt," rief er. Tie Rassen blieben stehen, um zu wissen, was er wolle. Auf den breiten stupsnüsigen Gesichtern lag das Mondlicht und ließ die brutale Rohheit der Züge schreckerregend hervortreten. Mertens wußte, daß es um sein Leben ging und ob die Angst selbst schmerzhaft durch seine Gedärme runrorte, so bezwang er sich doch »oenigstens äußerlich. Ja nichts anmerken lassen. Darauf jam es letzt an. Wieder hob 'er sein Messer und sagte: „Nix paverjepap." Dabei schlug er sich zur Erläuterung seines Befehles auf den Mund. Sie hatten verstanden, die Russen, denn sie begannen zu brummen, zumal der eine, der ihm besonders verdächtig vorkam. „Wollt ihr wohl still sein?" rief Mertens und schwang bedrohlich den Henkel mann über ihren Köpfen. Sie schioiegen, bis wus den einen. „Wart Freundchen," dachte Mertens, nahm den beiden Russen Mantelsäcke, Mäntel, alles, was sie bei sich hatten, ab und belud den dritten damit, daß er die Arme nicht mehr frei bewegen konnte. „So, und nun gehst du schön in der Mitte, damü du nicht ausrückst." Widerwillig ließ sich der Russe an die ihm bestimmte Stelle schieben. „Marsch!" Abermals setzte der Zug sich in Bewegung ans das Wäldchen zU. Nicht ganz hundert Meter lang führte der Weg hindurch und jenseits lag Mertens Haus, aber die hundert Meter waren das gefährlichste Stück Weges. Mertens war bald am Ende seiner seelischen Kraft. Noch einmal rettete ihn ein glücklicher Einfall. Wie andere Angsthasen im Walde zu singen anheben, so Hub er an zu fluchen, daß sich die Aeste bogen. Fluchte und drohte, daß die Russen ganz Kusch wurden und sittsain ihres Weges zogen, denn jedes Zögern, jeder Laut slawischer Zunge zog einen Rippenstoß des Henkelmannes nach sich. Am meisten aber wirkte sein Fluchen, denn damit bewies er ihnen gegenüber am ohrenfälligsten seine Autorität. Wie eine Erlösung aus tieffter Hölle war es Mertens, als er mit seinen drei Gefangenen in seinem Hofraume angelangt war. Ihm war eingefallen, daß er eine alte Vogels che ibenbnchs e zu Hause hatte, vom Großvater ererbt. Das Tang war nicht mehr zu brauchen, denn der Hahn war mit der Pulverpfanne zusammengerostet. Er sagte sich aber sehr richttg, daß es nur auf den Schein ankomme. Mertens stellte seine Russen mit dem Gesicht der Hauswand zugekehrt nebeneinander auf, zückte das Messer hinter ihrem Rücken U7ti) böllerte mit dem Henkelmanne so lange gegen die Türe, bis seine Frau oben im Fenster erschien. Einen Jauchzer hätte er ansstoßen mögen. Nun war er halb gerettet aus Russennot und -Gefahr. Aber nichts anmerken lassen, wenn die Tat nicht an Wert verlieren sollte. Hallo, Frau, Mfgemacht, schnell, schnell, aufgemacht. Die Büchse her, schnell, schnell, die Donnerbüchse!" „Waaaaaas?" „Tie Büchse, ei verflucht noch mal, die Donnerbüchse solllst du mir geben. Ich Hab doch drei Russen gefangen." „Ach, du lieb Herrgottche." „Zum Donnerwetter, gib doch die Büchse her. Drei Russen gefangen, ja. Kannst stolz sein ans deinen Mann. Wollt ihr wohl still sein, ihr verfluchten Kerle? Frau, kommst du denn noch nicht bald? Das ist denn doch . . ." Endlich ging die Türe auf und Mertens Frau erschien mit der Büchse und einer brennenden Kerze, die sie aber beim Anblick der drei Gestalten zitternd zu Boden fallen ließ. „Ach du lieb Herrgottche, die hast du gefangen?" „Ja, ich ganz allein," sagte Mertens und loarf sich in die Brust. „Jetzt«chft aber keine Zeit. Nachher erzähl ich dir. Ich muß zum "Gemeindevorsteher." „Ach, du lieb Herrgottche, nochmal fort mit den Hallunken?" /Jetzt, wo'ich die Büchse Hab, hats keine Bange mehr. Heh, Ruß, kennt ihr das?" damit hielt er den Lauf auf. sie gerichtet. Ta hoben die drei beschwörend die Häirde und flehten: „Nix — kaputt. Nix kaputt." Mertens nickte befriedigt. Nun war er seiner Ueberlegenheit enblid) versichert, wenn das Ding auch nicht geladen war. „Marsch," kommandierte er, „bis gleich, Fram" Wiederum zog er weiter und seine Frau jammerte nur ein übers andere Mal hinter ihm her: i „Ach, du lieb Herrgottche. Ach, du lieb Herrgottche." Mertens brachte seine Gefangenen diesmal richtig zum Gemeindehause, wo er viel Ueberraschung und Verwirrung anrichtete, bis die Russen eublid> im Spritzenhäuschen unter Obhut des Nachtwächters, der seinerseits auch die alte Donnerbüchse übernahm, untergebracht waren. „Mertens,, darauf müssen wir anstoßen," sagte der Gemeindevorsteher, „ich hol eine, gute Flasche aus dem Keller." Und als sie dann saßen, meinete er: „Nun mal erzählt, mein Lieber, wie denn, wo denn, loerden wohl froh gewesen sein, die armen Deubels, daß sie im wildfremden Lande jemand fanden, der sich ihrer annahm?" Dal wurde aber der Mertens wild, ails man ihm so seine Heldentat verkleinern wollte. Mit der Faust schlug er, allen Respekt vor denn Gemeindeoberhaupte außer acht lassend, ans den Tisch: ^,Ohv, Herr Gemeindevorsteher. Wenns nicht ein beherzter Kerl wie ich, war, dem der leibhaftige Satan nicht bange machen kann, dann hält' ers nicht geschafft. Und das sag ich trotz allein Stolz, wo ich jetzt Hab, wenn ich wüßt, daß mir morgen noch mal drei übern Weg liefen, dann tat ich lieber scckis Stunden Umwog wachem." Mit diesem Ausspruche war aber Merten- Ehrlichkeit erschöpft, von nun ab »oar er-, so oft er seinen Ricssenfang erzählte — und er erzählte ihn oft genug — von nun an mar er nur der unerschrockene Hell», der sich vorm leibhaftigen Satan nicht fürchtet. 53 Die Stunde der Erlösung. Bilder aus den Schreckenstagen von Mi tau. In ln Zeitschrift „Das Deutschtum im Ausland" veroffenö- fscht eine Baltin Schilderungen aus der schweren Zeit, die dre Deutschen in Mitau und in der Umgehend zu erdulden hatten, bevor mir 5 er Besetzung der Stadt durch die deutschen Gruppen dre er- icynte Sttmoe der Erlösung schlug. Die Deutschen in Mitau Goaren, so jagt sie, gleich einem gehetzten Wilde, den Hmrden prersgegoi oen, säsutz- mrd Rechtlos — und das aus deinem änderen Grunde als weil sie 'Deutsche mären. Zur Machtzeit 'drarrg Gendarm erre in die Wohnungen und nahm Haussuchungen vor, rnober dre nichtigsten Dinge verdächtig sein sollten — man verlernte jedes Erstaunerr, jedes Fragen nach einem Rechtsgruiw aller schlechten Behandlung, der ja airch nie vorlag. Die Willkür der Russen kamite keine Grenzeir. Eine deutsche Grundbesitzersfrau munw eine „Evakuation" über sich ergehen lassen. „Die ganze schöne Herde, soweit sie noch nicht regiririert lvar, wurde ihr. genommen. Mit großer Mühe und andereir Hilfsmitteln konnte sie drei Kühe zurückbehalten, um doch wenigstens dem Knecht und auch Famüren, die kleine Kinder hatten, etivas geben zu können; denn ja Die Leute dort im großen Hof kern Bich haben, sondern ans Much- deputat stehen, so wären wenigstens die kleinen Kinder wohl alle umgekommen. Alle Pferde und der gesanite Viehbestand, Rttider, Kühe, Schafe, Schweine, ja selbst Hühner, Gänse und Enten mußten fort — zu Tausenden wurden sie fortgetrieben aus dem bedrohten Bereich; was sie fressen sollten, ivar ganz gleichgültig, aber jeder requirierten Kuh, die nicht einmal bezahlt wurde, mußten 60 Pfund gutes Heu mitgegebcn tverden; war es nicht da, so mußte es für schweres Geld beschafft tverden. Es waren einfach himmelschreiende Zustände. Manche Familien gingen rn dre Wälder mit ihren Tieren, aber die meisten flohen vor dem drohenden Feind uno seinen Greueltaten. Es sollten alle Vorräte an Getreide, Heu, sogar Fleisch, Salz und Gemüse, überhaupt alle Vorräte fortgeschafft oder vernichtet werde,:: die Felder umgepflügt und alles Wachsende vernichtet werden. Ja, es hat sogar der Befehl Vorgelegen, alle Gebäude und Wälder niederzubrennen. Nun, gottlob kameil die Deutschen zu schnell herein, ehe alle diese Befehle ausgesührt werden konnten. Unsere Heimat, unser Gottesländchen wäre sonst zur Wüstenei geworden. Auch so ist schon übergenug geschehen. Mitau war voll von Militär. Der ganze Ritterschaftsausschuß rmd der Kreditverein mußten fort; mancher ging auch freiwillig mit, aber die große Mehrzahl blieb, obgleich man sich bewußt war, daß es für uns Deutsche sehr ernst stand. Einmal war hier schon eine Deittschen hetze im letzten Augenblick verhütet worden. Dann war etwa 14 Tage alles still, nur unaufhörlichen Kanonendonner hörte man, und daß die Deutschen zwölf Werst, stellenweise noch näher von hier, sich befestigt hätten. Manche Schwarzseher glaubten schon, daß es wieder nur eine Scheinbewegung wie im April sei und sie gar nicht kommen würden. Jede Postverbindung war unterbrochen, meist war die Eisenbahn für Personenverkehr gesperrt, nur ab und zu durfte ein Personenzug gehen. Am 5. Juli war Tuckum besetzt worden. Nun ging es ernstlich los. Die Polizei zog ab, und es wurde, wie schon im April, schnell eine Bürgerwehr gegründet. Der „sieghafte Rückzug" begann, aber da jetzt an verschiedenen Stellen dafür bereits Brücken über die Aa geschlagen waren, so war der nicht so zusammengedrängt und sichtbar wie im April. In der Nacht vom 18. zuml 19. Juli wurden hier alle Fabriken, Elekttizitätswerke, der Bahnhof mit seinen sämtlichen Werkstätten und Nebengebäuden gesprengt oder niedergebrannt. Alle Holzftapelplätze ließ man mit Hllfe von viel Pettoleum gleichfalls in Flamnten aufgehen, natürlich brannten auch viele Wohnhäuser mit ab. dä war entsetzlich! Am Bormittag durchzogen trunkene Kosaken und andere im Waffenrock steckende russische Horden die Sttaßen, plünderten die Mden, drangen sogar in einzelne Wohnungen und bedrohten! die Deutschen: einer Frau wurde auf der Straße von einem Kosaken der Schädel gespalten. Gottlob hatte ein deutscher Flieger am Morgen früh die Zerstörung hier gesehen und Nachricht gebracht, daraufhin waren dort Telegramme gewechselt worden und dev Befehl gekommen, sofort Mitau zu nehmen. Um die Mittagszeit etwa ging die Beschießung los. Die Granaten heulten, es war ein Getöse, wie es von uns allen wohl noch nie jemand gehört. Dazwischen noch die letzten Sprengungen der Eisenbahnbrücken. Was nur konnte, war in die Steinhäuser geflüchtet, viele m die ^ttller. Schon gegen 4 Uhr hielten die Deutschen von den verschiedensten Seiten ihven Einzug in die Stadt. Aus durck-aus glaubwürdigen Quellen hörten lvir nachher von verschiedenen Seiten, daß um 5 Uhr eine Teutschenhetze hatte stattfinden sollen. Jftm, oU wahr oder Nicht wahr — daß wir in größter Gefahr Bornrittagsstimmung, und wir alle hatten das Gefühl, daß Gott uns rn den deutschen Truppen unsere Lebens- retter^fthicki Satte. Dws G-fähl brach sich mit so hoher Urge- Walt Bahn, daß dre Retter mit Jubel empfangen wurden, mit Wlllkommmgrüßen, Zigarren, Speisen und Labetrunk ihnen entgegengelaufen wurde. Jübelstürme, Lob- und Danklieder durchtoben das Herz. Dis Deutschen in Mitau! Unser Mitau, wir Balten hier in deutschen D ätzden, in deutschem Schutz! Deutschland zu uns gekommen, frei, frei! Wer dies Jahr nicht durchlebt, kann es nicht fassen, was das für ein Gefühl war, und was das für ein Gefühl ist." verinischter. * Französischer Vandalismus i n M a z e d o n i e n. Die zahlreichen Niederlassungen der deutschen Landwirte in Süd- Mazedonien, die für die ganze Landwirtschaft Mazedoniens vorbildlich waren, haben in den letzten Kämpfen schwere Schäden da- vongetragen, während sie in den beiden vorhergegangenen Kriegen (dem ersten Balkankrieg und dem serbisch-griechisch-bulgarischen Kriege) verhältnismäßig nur wenig gelitten haben. Nach näheren Mitteilungen, die einem Mitarbeiter aus der dortigen Gegend zugegangen sind, haben die Franzosen, nachdem sie von den Billgaren geschlagen und zum Rückzuge genötigt worden waren, alle Gebäude dieser Güter niedergebrannt. Vor dern Brande. wiirdeu die Ge- bälide ausgeplündert, und die Franzosen hausten dabei ivie die Vandalen. Insbesondere ist das größte Gut, Palekura, dessen Gehöft mit seinen zahlreichen Gebäuden, in welchen Hunderte von Feldarbeitern mit ihren Familien untergebracht ivaren, einem mittleren Dorfe glich, vollständig in Asche gelegt worden, und es steht kaum mehr ein Stein üver dem anöern. Damit ist den fleißigen Landwirten, die ohnehin durch die Kriege seit 1912 schon schwer geschädigt^ waren, und die seit Beginn des Weltkrieges auch von ihren Besitztümern entfernt wurden, so daß Fremde darin nach Belieben schalten und walten konnten, ein kaum ivieder gut zu machender Schaden zugefügt worden; die Frucht jahrzehntelanger mühevoller Arbeit ist in blinden: Wüten vernichtet worden — nicht etwa von Türkeii, von Komitatschis, Albanern, Billgaren oder Serben, sondern von den „Trägern der Kultur", beit Franzosen I vüchertlsch. — Herr, Der l a n g e B a t t h a s a r. (Cotta'sche Buch- handlung, Stuttgart und Berlin.) Herr, der bekannte Verfasse, des Buches „Ter König der Bernina", schildert in vorliegendem Werke »Der laiige Balthasar" die Schicksale eiiies armen Schremergesellen, der als Findling zur Welt kain und bei seiner Armenerziehung vom Heißhunger bemllen wlirde. Sein Schicksal ist meisterhaft mit bem eiiies Liebespaares verknüpft, das durch ihn getrennt uno ivieder vereint ,vird. Die Handlung erhält ihren besonderen Reiz durch die Schilderungen des Hochgebirges, in dem sie sich abspielt. Alte volkstümliche Spiele sind eingeflochten, Erdgernch durchzieht das Buch und die ivechfelnde Gestaltimg der Natur ist wie ein Widerspiel der menschlichen Stilumungeli. Ein solches Buch, das weitab vom Weltkrieg und seinen Begleiterscheinungen in einen paradiesisch abgeschlossenen Erdenwinkel hinemführt, löst zinnal in diesen Zeiten eine besonders wohltuende Wirkung aus. — W i k i n g - B ü ch e r. Bd. 14: Paul G r a b e i n, D e r Brief der Sibylle Brand. (Verlag der Wiking-Bücher, Leipzig.) In Leinen 1 Mark. - Die besten Romane hat noch immer das Leben geschrieben, und so hat denn auch eine Laune des Zufalls vor Jahren dem Verfasser in seltsamer Weise, beim Kauf eines alten Mobiliars, einen Brief in die Hände gespielt, von einer unbekannten Franenhand, an den Mann, den sie liebte. Weder Adresse noch Unterschrift trug dieses Schreiben, so daß der Schleier eines ungelösten Geheimnisses über diesem Briese blieb, der das menschliche Dokument einer starken Persönlichkeit von seltener Aufrichtigkeit und mit tiefen seelischen Hintergründen darslellte. Lange hat den Verfasser dieser Brief innerlich beschäftigt, seine dichterische Schöpfungskraft hat sich um ihn gerankt, und so ist denn endlich daraus der vorliegende Roman erwachsen. Ltreuzrätsel. In die Felder nebenstehender _ Figur sind die Buchstaben a aeeeegg hhlihii iijllllnnoooööpp —- - rrrr bssss ttfc t uu _derart einzutragen, daß die senkrechten und wage rechten -Reihen gleichlautend folgendes ergeben: 1. Stadt in Dänemark. 2. Eine Zierpflanze. - 3. Französischen Revolutionär. - Auflösung in nächster Nummer. Auflösung der Charade in voriger Nummer: Störenfried (Stör, Friede,!). Schnfttettung: A«K> Goetz. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.