Nm toten Lee. ■ Rvman von Robert Kohlrausch. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 3. Kapitel. Herr von Breitenbach »var kaum geg>alvg>en, als der Gendarm eintrat. Er war ein dicker Mcnrn mit einer %u li>ett geschnallten Sä betkoppel um den Leib und einein Dienstehrenzeichen auf der Brust. Mit ihm zugleich Varn ein leiser Messing- und Ledergeruch herein. Er glühte Vom raschen Ritt, von Aufregung und Wichtigkeit. 9-achi- dem er in aller Ehrerbietung seiner Teilnahme an dem traurigen Borfall Ausdruck Mgeben hatte, worauf ihrn die Bavorrin nur durch eine wortlose Kopsbewegtmg Antwort gab, fing, er seine Nachforschungert an. Auch er konstatierte die blutunterlaufenen Stellen arn Halse des Voten rrnd verwandte besondere Sorgfalt auf die Feststellung der fehlenden Wertgegenstände. SeineFrage, vb sich mutmaßlich eine größere Smnme Geldes int Portte- nvonnaie ad er in der Brieftasche befunden habe, muhte die Baronin unbeantwortet lassen. Da ihr Mann von einer mehrtägigen Reise zurückgekehrt war, für die er sich ohne Frage reichlich mit Geld versehen hätte, so konnte sie art- nehmen, daß nach eine ansehnliche Sunrme davon übrig gewesen sei. Genaueres vermochte sie nicht airzngeben. Dagegen betonte sie die Unwahrscheinlichkeit, daß in dem ae- öss neben Schreibtische sich noch weiteres Geld befunden hrch der Baronrn als Staatsanwalt von Sieglitz vorstellte, war so stark, daß er breitbeinig gehen mußte, wie ein See- mar Pl' wahrend er den Leib vorstreckte und seinen Kopf zurucklegte, um das Gleichgewicht zu bewahren ™ - 5$, einen goldenen Kneifer aus der breiten und, ^ Nase schien er so dre Welt immer von unten her zu, betrachten. Ern langer Schmiß auf der linken Backe sprach von standevgemäß verbrachten Studienjahren; auch ein Stück f €i,V L WüV ^ m c damals abgeschlagen worden. Zn. dem starken Körper wohnte sonderbarerweise nur eine ® b ! e dnrch Schärse die abgehende Kraft unbestimmter Duft von schwerem Rotwein ging von dem Manne aus. ^ ö der von ihm als Referendar Wtdnki,ck» vorgeMlt wurde, war sehr elegant und modisch gekleidet und überragte den Herrn Staatsanwalt säst um Hauptes- lange ©em Gesrcht Ware freundlich und hübsch gewesen. — wohl durch angestrengtes Arbeiten nnd Nachdenken — vrer strahlenförmig von der Nasen- Wurzel ausgehende Falten scharf igr die Strrnhaut gegraben m-rn!/L^E »wnauslöschlich darin hafteten. Kein Wechsel im Geiichtsansdmcck vermochte sie zu verscheuchen, und sie gaben ihm den Anschein, als wenn er jeden Menschen immer nur t'l nqUU fc n ( t bet ™$ tete - Ein gestutzter, brauner Schnurr- ^^rmehrtenoch den Ausdruck des Fragenden infeincm tf ® em Ereisphysikus, der mit ihnen die gleiche Stadt bewohnte waren die Herren bereits bekannt, aber da sie ^"de noch picht lange am dortigen Gerichte tätig waren. Qdtte die Baronin sie bisher nicht gesehen. (Fortsetzung folgt.) Rückblicke auf bas welttriegsjahr fyfs. Kolonialkämpfe. r . am Jahresbeginn. cr:s lag in der Natur der ^che begründet, daü, wir feindliche Angriff auf die Dauer nicht Mrt Aussicht auf Erfolg verteidigen korm-ten, Sjo fiel gleich zn 19 KriegsbegknN ulifere ffeme Musterkolonie Togo, bte ringsum! fischen französfichen und englischen Besitzungen eingekeilt liegt nnd eme eigentliche militärische Besatzung überhaupt nicht hatte in dre Gewalt der Feinde. Samoa wurde am 29. August 1914 kampflos von den Engländern besetzt. Japan besetzte ungefähr zur Merck en Zeit die Karolinen, die Marianen, sowie die Ja lau- und Marschallsinseln. Nach heldenmütigem Widerstande, 70tägiger Belagerung und Neuntägiger ununterbrochener Beschießung siel am 7. November Mmtau. 3500 Deutsche hatten gegen 23 000 Japaner und 1000 Engländer gekämpft und ihnen Verluste in Höhe von 5400 Mann beigebracht. Dn dar-drei wehrfähigsten unserer Kolonien, Südwestafrika, Sudostafrika und Kamerun erlitten unsere Feinde bis zum Jahres- Musse 1914 nur Niederlagen. In Südwestafrika wurden die Umländer in Kämpfen am 35. September bei Sandfontein ge- £öer von der entgegengesetzten Seite, aus der portn- jimschen Kolonie Angola her unternommene Versuch, in unser Schutzgebiet nn zu dringen, wurde am 27. Dezember verlustreich abgewresen. Noch schlimmer erging es ihnen in Ostafrika. Dort wchten bei Tanga am 4. und 5. November 2000 Mann deutsche Truppen gegen 6000 Engländer (auf beiden Seiten überwiegend Farbige). Die Engländer erlitten 3000 bluttge Verluste, davon 600 Tote, verloren ferner acht Maschinengewehre, sehv viel Ge- wchrmnnition und sonstiges Kriegsmaterial Hierauf schifften sich dre Drgländer wieder ein und sind seitdem nicht wiedergekommen. Much in Kamerun erfochten die Deutschen am 29. August der Garua und am 6. September bei Nsanakang entscheidende Siege. Anderseits konnten die Küstenplätze natürlich gegen die gewaltige feindliche Uebermacht nicht gehalten werden. Duala fiel am 26. September. Als aber die englisch-französischen Lan- dun^trmppen weiter tot das Landtnnere vordrangen, wurden sie ^ o- Oktober bei Dorbassi zunächst geradezu vernichtend geschlagen. Zwei und einen halben Monat brauchte der Feind trotz acf>cn: Uebermacht, bis es ihm gelang, die nur durch 150 Mann verteidigte Nordbahn in seine Gewalt zu bringen Neu-Kamerun (d. tz. der aus Anlaß der Marokko-Angelegenheit von Frankreich abgetretene Teil) konnte nicht gehalten werden Einerseits war hier die französisch-belgische Uebermacht er dEerck, anderseits gestatteten die günstigen Schiffahrtsverhält- msse den Feinden, Hilfsmittel heranzuschaffen, welchen die auf die Landversorgung angewiesenen Deutschen nichts Gleichwertigeres entgegensetzen konnten. 3. Kämpfe int Jahre 1915. __ a) Südwestafrika. MS entscheide,rdeis Merkmal bei allen Kolonialkämpfen des vorigen Jahres hatte sich die Tatsache herausgestellt, daß. die Engländer nur dann etwas auszurichten vermochten, wenn sie entweder keinen Widerstand fanden, oder, wie in Tsingtau andere ins Feuer schicken konnten. Diese Hilfe fanden sie im neuen Jahr für Sildwestafvika bei den Buren, nachdem der Aufstand in ihren Rechen unterdrückt worden war. Die feindliche Uebermacht schrvoll schließlich auf das Zehnfache der deutschen Streitkräfte an Trotzdem ging die Besetzung des Landes langsam genug vor sich .Am 16. Januar wurde Swakopmnnd besetzt: am 20 April Keet- wanshoop und am 12. Mai Windhuk. Am 9. Juli ergab sich die auf 3500 Mann znsammengeschmolzene Schar tapferer Kämpfer, und auch diese Uebergabe wurde nicht durch Waffengelvalt erzwungen, sondern infolge unüberwindlicher Verpflegunqsschwieria- ketten nnabwendbar. b) Kamerun. Nur mit alleräußerster Langsamkeit konnten die Feinde wei- tere Fortschritte machen, nachdem ihnen irn vergangenen Jahre Oer Nordzipfel der Kolonie, ferner das ehemals französische Neu- Kamerun und der Küstenstrich zugefallen waren. Erst nach seck>s- Monatlicher Belagerung, nach Heranschafsung schwerer Geschütze Und sonsttaem ungeheueren Kräfteauswand, sowie elftägiger heftiger Beschießung konnte im Norden Garua gerwmmen werden: es fiel am 11. Juni Lomin, im ehenmls französischen Nen-Kainerun gelegen, aber Nicht niehc auf dem Wasserwege zu erreichen, konnte erst am 88. Julii (8 Monate später rvie der andere Teil der rrllyeren fraiizösischM Besitzungen) genommen werden. Damit Men di« Kampflust unserer Fernde erschöpft. Ter Sitz des Gouvernements war fcon JBuea nach Jaunde int Innern des Landes verlegt worden, dessen weite Flächen die deutschen Streit- v:afte siegreich behaiipteten. Im Spätherbst erhielt der Komman- bbur der Kaiserlichen ^chntz.trnppe, Oberstleutnant Zimmermann, das Eiserne Kreuz erster Klasse. m r e) Dentfchostafrik a. ^s^?^olgreich^ nne rn Kamerun gestalteten sich die Verhältnisse für uns in Ostafrrka. Eine Landung versuchten die Engländer nach dem großen Fehlschlag im November des Vorjahres g* mehr, fte&en abet turnt März ab eine Blockade der Küste wÄ' ,Wre Bereiche Wngegen, aus dem nordwestlichen Bin- Nenlande (Ugandagcchiet) in unsere Kolonie einzudringen, wurden ^/^ ^b^iesen. Im Herste gingen unsere Truppen sogar an- RNKlLLm" auf ***** &ditt üter unb Mcn s 3. Stand am Jahresschluß. Müch bis zum Jahresschlüsse sind weitere Nachrichten, von eini- ger B^eutunä mcht mehr bekannt geworden. In Kamerun slK unsere Feinde mehrfach kleiner Erfolge gerühmt. An ftch rst das ber ihrer starken Uebermacht möglich. Uebertriebenj ^5^ Gewohnheit gemäß ja jedenfalls haben. Mer alle ihre Behauptungen richtig wären; würde doch die Drache bestehen bleiben., daß sie immerhin nur unbedeutend^ striche an der Küste besetzen konnten, das Innere ist fest in unserer Hand. In Ostafrika hingegen haben die Engländer nir- f.bndwo auf unferem GeviÄe festen Fuß fassen können, hingegen U0 fteSTn Ü m ihre Besitzungen eingedrungen. inrf & ba ? f ™ an Nicht daß bte letzte Entscheidung über K?i £r w>^? r am£n Europa oder doch in den Kampfgebieten um Mittelmeer herum fallt. Das einzige, was wir dort auch *25» fö? t i* en 2S2 efe*?™' hellstrahlenden Ruhm, haben wir auch dort in rnchem Maße geerntet. XI. Der Seekrieg. 1. Stand am Jahresbeginn. iS SSjF 1 Uebervaschungen des Weltkrieges war die Bo^icht, mit welcher Eilgland ferne Flotte vor der Möglichkeit aridst- gewalttger Uebermacht V/. a^n 28. August bet Helgoland unsere 3 8einen Kreuzer „Köln , „Mainz und ,,Ariadne" an, welche natürlich unter- liegen mußten. Lahmendes Entsetzen ergriff aber die englische Flottenleitung, als am 22. September ein einziges deutsches Unterseeboot ftl 9 unter Kapitänleutnant Weddigen) 3 große urehr neue Panzerkreuzer, bei Hoek van Holland ^ÄÄ '^bnen wettere Opfer bald folgten. Nicht minder un- heimlich wurde ihr bald die Tätigkeit unserer Auslandskreuzer Am 1. November errang etn aus zwei großen und drei kleinen Kreuzern bestehendes deutsches Geschwader Unter Vizeadmiral Gras Spee erneu geradezu glänzenden Sieg über eine ungefähr -gleich- Masche Seemacht bei Santa Maria an der chilmisck-M SÄ*® 16 ^u swßen englischen Kreuzer sanken nach kurzem u !H ) J . ine beiden kleinen entkamen schwer beschädigt nur JJaifP ©dmfce Oa: Gewaltig waren die Anstrengungen, welche die Engländer machten, um diesen Stoß, den ihre Seegel- ^M.Mltten hatte, loreder auszugleichen. Nicht weniger wie 40 dahinter mpamsche, sollen verwandt worden sem, um das kühne Geschwader des Grafen Spee zu umschließen und ^u ver- Een-^. Für die Schlacht selbst, die am 8. Dezeinber bei den F^ laiidsmseln stattfand, standen den Engländern zur Verfügung- ^„beiden Treadiionghts Jnvincible und Inflexible, ein Linien- drei Panzerkreuzer, zwei kleine und ein geschützter Kreuzer sowie eine Anzahl Hilfsschiffe. Der Ausgang konnte unter \ g^ en Umstanden mcht zweifelhaft sein. Die großen Kreuzer ^^Aorst.und Gnetlenau sanken nach fmifstündigem Kamps«: E^uzer Leipzig und Nürnberg wurden bei dem ^StSUr fir » Uebermacht zu entziehen, einge^lt und ver- konnten die mehrfach überlegenen Engländer die Uffe, nicht aber den Ruhm vernichten, den sie sich erworben! hatten, vtur die kleme Dresden enttarn und wirfte noch, monatelang zum Vorteile und Ruhm der deutschen Sache. Ain Ende des Jahves betrug der Toiinengehaltz der m Verlust Qevattmti deutschen Kriegsfahrzeuge etwa 60 000, derjenige der englischen Verluste hriigegen 125 000 Tonnen; er war also mehr als doppelt so groß wie der unfrige. b) Handelsflotte. c • 3yx. bliß die bei Kriegsausbruch in Gewässern des feindiich.en Auslandes befindlichen Fahrzeuge der deutschen Handelsflotte verloreii waren. Es erreichte daher auch der Verlust un- serer Handelsflotte schon im ersten Kriegsmvnat eine Tonnengiffer von ^00 000, der den Engländern aber kaum von 50 000. Tann aber begann 'eine, d-err Eiigländern arlgenschenilich vöMg icnev- wartete doppelte Jagd einesteils durch unsere Auslandskreuzer, midernteils durä> die Unterseeboote. Die Heldentaten der ersteren, die namentlich bei der Emden ans märchenhafte streiften, aber auch bei der Dresden, Karlsruhe, Königsberg und anderen einen erstaunlich hohen Grad erreichten, können hier nicht im einzelnen geschi^ert wevden. Es genüg« vielmehr, festzustellen, daß schon etiva Mitte Oktober die Höhe der englischen Verluste diejenige der deutschen erreichte. Bon da ab wurde das Bild für uns immer gün- jttger. Tenn da unser Uebersee-Handel mit Ausnahme von Schweden soziusogen völlig unterbunden war, konnten auch kaum mehr weitere Verluste eintreden. Sie betrugen an: Jahresschlüsse bem 28000?f eI)aIte wn , „Tiger", „Prinzeß Royal", „stLerv-Zealand" und „In- 20 domitable", auf seiten der Deutschen vier: „Moltke", „Drrfflmger" und „Blücher". Die Zahl der kleinen Kreuzer und Torpedoboote hielt sich auf beiden Seiten annähernd die Wage. Von den deutschen Schiffen ging der „Blücher" unter, von den englischen der „Tiger", ein Schiff von 29 000 To., während der „Lion" schwer beschädigt abgeschlep.pt wurde, Hierauf „brachen die Engländer den Kampf ab, weil man Helgoland zu nahe ge- kourmen sei" (120 Seemeilen!). Der deutsche Sieg war also viel entschiedener, als utau — dank der englischen Entstellungen — lange Zeit angnrvmmen hatte. Dannt war der englische Wagemut der deutschen Flotte gegenüber endgültig gebrochen. Erhebliche Kräfte schien sie nochmals bei dem Dardanellen- Unternehmen ein. Sie verloren hier alleirr 6 Linienschiffe: „Irre- sistible" 18. März, türkisches Artilleriefeuer, „Ocecm" am gleichen Tage und aus gleicher Veranlassung, „Goliath" 13. Mai durch türkischen Torpedoschuß, „Triumph" 25. Mai, deutsches Unterseeboot, „Aganrennwn" am 27. Mai durch Torpedoschuß zum Wrack geschossen, „Majeftic" am gleichen Tage durch deutsches Unterseeboot zum Sinken gebracht. Ferner mehrere kleine Fahrzeuge. l?kußerdem verloren die Franzosen vor den Dardanellen Linienschiff „Bouvet" durch türffsches Artilleriefeuer (18. März) und Panzerkreuzer „Löon Gamdetta" durch ein österreichisches Unter- seecboot im ionischen Meer (26. April) und ebenfalls mehrere kleinere Fahrzeuge. Auch Italien verlor zwei Panzerkreuzer: „Amalfi" aur 7. Juli und am 18. desselben ?Ronats „Giuseppe Garibaldi", beide durch österreichische Unterseeboote: außerdem mehrere kleine Schiffe. Auch Japan und Rußland blieben von Verlusten nicht frei; letzteres insbesondere verlor zwei Panzerkreuzer bei einem Angriff auf den bulgarischen Hafen Warna (27. Oktober). Daneben blieben unsere Unterseeboote auch weiter in den englischen Gewässern mü> im Mittelmeer nicht untätig, wenn auch tue aufs Höchste getriebene englische Vorsicht die Verluste ihrer Flotte zu vernriudern verstand. Alles in ätlenr betrugen die Verluste unserer Feinde an Kriegsschiffen zusammen zwischen 500000 und 600 000 Domren, sehr wahrscheinlich näher der letzteren als der ersteren Zahl, wovon etwa drei Viertel auf England allein entfallen. Freilich kamen auch auf deutscher Seite einige schmerzliche Verluste hinzu (die beiden Kreuzer „Prinz Adalbert" und „Undine^- Ganz gering blieben die türkischen Verluste, und für Oesterreich sind bemerkenswerte Verluste gar nicht bekannt geworden. Im ganzen betragenunsere und unserer Verbündeten Verluste nicht urehr wie etwa ein Viertel der feindlichen. Ein Ergebnis, wie es so glänzend niemand voraussehen konnte! b) Handelsflotte. Am 4. Februar erschien im Deutschen Reichsanzeiger, veranlaßt durch die immer unerträglicher werdende Seetpronnei der Engländer den Neutralen gegenüber, die Ansage des verschärften U-Boot-Krieges, und 14 Tage spater trat sie in Kraft. Bis dahin waren die englischen Verluste auf etwa 320 000 Donnen angewach- sen, während die deutschen gegenüber dem Jahresschiluß kaum merklich, auf etwa 220 000 Tonnen gestiegen waren. ^ Bon jetzt ab ging die Steigerung sehr schnell von statten. Am Schluß des ersten Kriegsjahres, also Ende Juli, berechnete man die englischen Verluste auf 800000 Tonnen, die deutschen, welche im März aus mcht ganz ersichtlichen Gründen einige Steigerung erfahren hatten, auf 256 000 Tonnen. Für England betrug also die Steigerung gegenüber Mitte Februar 480 000 Tonnen, was eine Monatsleistung von fast 90 000 Tonnen ergibt. Inzwischen gelang es den Engländern, durch diplomatischen Truck mit Hilfe Amerikas, eine Aenderung unserer U-Boot-Taktik zu erzwingen. Das ist, wenngleich mmt die Art und den Umfang der eingetre- tenen Aenderung auch nicht kennt, zwar bedauerlich, immerhin aber kann man sich darüber mit der Tatsache himvegttösten, daß eine Verminderung unserer U-Boot-Erfolge damit keineswegs eingetreten ist. Tenn Ende Oktober betrug der Gesamtverlust der Engländer schon 1246 000 Tonnen; Zunahme in drei Monaten also rund 450 000 Tonnen oder monatlich 150000 Tonnen; also selbst dann eine erhebliche Steigerung, wenn man annimmt, daß die Zählung Ende Juli nicht ganz vollständig war, so daß in der Oktober-Zählung einiger weiter zurückliegende Verluste mitenthalten sind. Eine weitere Folge der veränderten Taktik war eine starke Zunahme der französischen Verluste; sie waren bis Ende Oktober auf 113000 Tonnen angewachsen. Angesichts dieser Vorgänge suchten die Engländer Anfang Oktober suh und ihre betrogenen Verbündeten mit der Schtvindel- nachrrcht zu trösten, daß bereits 60 deutsche U-Boote vernichtet seien. Demgegenüber stellte eine offizielle deutsche Mitteilung fest: 1. daß bisher nicht 60 U^Zoote, sondern weniger als ein Brettel dieser Zahl verloren gegangen seien, 2. daß z. Zt. (also wiederum Anfang Oktober) eine erheblich größere Anzahl U-Boote zur Verfügung stehe, wie bei Kriegs^ beginn. Für den Jahresfchtuß kann man, ziemlich zuverlässig, folgende Rechnung aufstellen: Englische Verluste 17a Millionen Donnert; Französische Verluste 200000 Tonnen; Russische und italienische zusamnren 60000 Donnen; Deutsck>e 260 bis 270000 Tonnen. Tie .der Engländer allein sind also fast sechsmal, diejenige^ unserer Feinde zusammen etwa sieben,nal so groß wie die unsrigen. So ist öS Mt der englischen Seeherrschaft bestellt. vticherlisch. — Die neuesten Heite (57 und 58) des .Völkerkrieg" (Herausgeber Dr. C. H. Baer, Verlag von JuljnS Hoff- nmnn in Stuttgart) bringen neben einer ausführlichen Schilderung der Wiedereroberung von Przemysl hauptsächlich Studien über die sonst wenig beachteten Flankenkämpfe zum galizifchen Durchbruch, einerseits den russiichen Druck in der Bukowina, der den Vorstoß der Verbündeten gegen den San durch ein Gegengewicht zur Ruhe bringen sollte, andererseits die begleitenden Kämpfe an der Rawka- und Pilizafront. Aus der Zeit der Russenherrschaft in Przemysl werden uns fesselnde Einzelheiten barbarischer Laune und Willkür neben Zügen natürlicher Gutmütigkeit im Verhalten der Russen erzählt. Die reizvollen Schilderungen behaglicher deutsch- österreichischer Unterstände an der Front in Polen sind durch freundliche, zun, Teil humoristisch iiberhauchte Bilder belebt. Der Darstellung des galizifchen Siegeswerkes wird wieder eine „H elden- galerie" angeschlossen, kurze Biographien der verdienstvollen Führer und ihre Würdigung von höchster Stelle ans; auch zu diesem Kapitel finden wir manches bedeutungsvolle Bild, aber das schönste ist doch das Vollbild „Generalfeldinarschall von Mackensen". - Schlußkapitel beschäftigen sich mit hervorragenden Persönlichkeiten Rußlands, mit der Kampfesweise der russischen und der verbündeten Truppen und mit der deutschen und österreichischen Verwaltung in Russisch-Polen. — Für die „Episoden" hat uns der Völkerkrieg aus dem Meer der Kriegsliteratur wieder einige echte, herzerfreuende Perlen ansgefischt. In der sinnvollen Zusammenstellung des Stoffes und der Bilder sind auch die neuesten Helte reich an Reiz und neben den früheren von unverminderter Frtsche. Jedes Heft kostet 30 Pfennig. — Lena E h r i st °. Unsere Bayern anno 1 4 116 . Dritter Teil. (Langens Kriegsbücher, Band 1.5.) Umschlagzeichnung von Eduard Thöny. Preis geheftet 1 Mk .7 ln Pappband 1,25 Mk. Verlag von Albert Langen in München. — Die ersten beiden Teile dieses Werkes haben den größten Beifall gesunden; und wie echt Lena Ehrfft nicht nur die Krieoszett in der Heimat, sondern auch das Leben und die Talen unserer tapferen Bayern draußen im Felde zu schildern weiß, haben die unzähligen Anerkennungsschreiben, die die Feldpost der Verlästern, und dein Verlag gerade von unseren Kriegern brachte, klar bewiesen. In dein seht erscheinenden dritten Teil bewährt die Verfasserin alle Gaben, die den ersten Teilen zu dem großen Erfolg verhallen, auls neue. — Prinzeß Irmgard. Eine Mädchensckmlgeschtchie von Else Eroner. Preis 2 Mk., gebunden 3 Mk. Verlag von Otto Janke, Berlin SW. — Der Roman ist ebenso spannend wie einwandfrei geschrieben und eignet sich daher besonders auch als Geschenk für Heranwachsende junge Mädchen. — S e l m ö Lagerlöf: Trolle und Menschen, Erzählungen. Preis geheftet 3 Mk., in Leinen gebunden 4,50 Mk. Verlag von Albert Langen in München. — In diesem Buche ist eine Reihe neuer Erzählungen der berühmten schwedischen Dichterin vereinigt, in denen von Menschen und allerhand guten oder bösen Geistern und ihren Beziehungen zueinander, ihren, Kämpfe, ihrer Freundschaft die Rede ist. Viel Schönes, viel Wunderbares geschieht in diesen Geschichten, aber alles schlicht, ohne große Gesten und überlautes Geschrei. Reiche Phantasie und dichterisches Schönheilsgefühl haben in jeder der sieben Erzählungen ein Werk von vollendetem Wohllaut geschaffen. An die Erzählungen schließen sich noch ein paar Reden und Abhandlungen der Dichterin, in denen der Leser die schlichte Größe wiedersindel, die uns diese Frau verehren läßt. _ Leiterrütsel. Die Buchstaben a c c e 0 hhhh ii II 00 ppp rrssssstt au sind in die Felder nebenstehender Letterfigur derart einzutragen, daß die Sprossen de,leiben, von oben angesangen, folgendes ergeben: 1. Alten Namen für einen Fisch. 2 . Badeort in Oberösterreich. 3. Römischen Kaiser. 4. Ein Spielzeug. Die beiden Seitenbalken der Leiter sollen, von oben nach unten gelesen, den Namen eines Geschichtsforschers bezeichnen. Auflösung in nächster Nummer. Auslösung des Versteckrätsels in voriger Nummer r Morgenstunde hat Gold im Munde. Hchristleituna: Aua. Gn-tz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.