Die Buße. Eine lustige Silvestergeschichte aus dem Osten. .Von Paul Burg. (Nachdruck verboten.) " . 8n den Tagen zwischen Weihnacht und Neujahr erschienen auf dem Kaiserlichen Polizeipräsidium in Libau zwei seltsame Besucher, und zwar erstlich, an einem grauen, kalten Vormittage eine junge, sehr hübsche Dame, die, in dicke Pelze vermummt, auf schmalen Füßen zur Tür hereintrippelte. Sie fragte auf gut Deutsch und geradewegs nach dem Maschinistenmaat Martin Martens, ob er in Libau aufhältlich sei und wo. Man war über diese Frage einer Einheimischen zwar erstaunt, verwies die rassige junge Schönheit aber kurzerhand an die Kommandantur, welche allein über milü tärische Personen Auskunft geben könne. Und dort nahm sich denn auch der diensttuende Oberleutnant die rätselhafte Fragestellerin gründlich vor, konnte aber nicht viel aus ihr herausholen. Erst als er versprach, bis zum andern Tage in den Listen sorgfältig nachzusehen, taute auch sie auf und verhieß, daß sie dann schwarz auf weiß ihre Beweggründe bei- bringen werde. Und gleichen Tags suchte ein schmucker, schlanker Maat die Straßen und Gassen in Libau auf und ab nach dem Einwohnermeldeamt, von dem man ihm gesagt hatte, es sei im ersten Stockwerk des Kaiserlichen Polizeipräsidiums. Aber eben dies Polizeipräsidium war reinweg nicht zu finden. Und der Maat hatte wenig Zeit. Endlich stand er vor dem ganz versteckt uno tief in der Stadt liegenden kleinen, weißgetünchten Neubau, der wie ein Theaterchen anmutet, erstieg schnell die breite Treppe und erkundigte sich im Einwohnermeldeamt, ob in Libau eine Dame namens Sascha Nebadzew noch anwesend sei, oder ob sie etwa vor der Einnahme Libaus durch die Deutschen mit ins Landinnere geflohen sei. „Dann wäre die Dame gewiß auch schon wieder hier, denn die meisten Flüchtlinge sind nach dem Fall der Festungen landeinwärts hierher zurückgekehrt und sind heilfroh darüber." Der Maat nickte und wiederholte seine Frage nach der jungen Dame. Aber der Beamte erklärte ihm: „Ohne ausdrückliche Erlaubnis der Kommandantur muß ich Ihnen eine Auskunft auf Ihre Frage verweigern. Also lassen Sie sich erst von Ihrer Vorgesetzten Dienstbehörde das Recht zu der Frage geben. Aber wenn Sie die Adresse der Dame wissen, ist es doch das richtigste und einfachste. Sie gehen hin und fragen an Ort und Stelle nach ihr." „Ja, freilich. Aber ich weiß doch ihre Adresse gar nicht." Der Matrose kratzte sich den Kopf und ging. „Scheint mir eine seltsame Geschichte!" murmelte der Beamte hinter ihm her. Das hörte der Maat, wandte sich auf der Schwelle und nickte, lächelnd: „Ja, höchst seltsam ist die Geschichte." Dann machte er sich, weil er fast seinen ganzen Stadturlaub wegen dieser dummen Fragerei verlaufen hatte, wieder auf den Weg zu der ein paar Stunden entfernten schweren Strandbatterie, zu der er letztens kommandiert war. Seinen Vorgesetzten den Fall unterbreiten, um Erlaubnis fragen... das schlug er sich schnell aus dem Kopfe. Soviel Wert hatte schließlich die ganze Geschichte nicht. Es war überhaupt Unsinn, daß er sich noch darum bemüht hatte. Man hatte sich lange genug das Herz schwer gemacht mit dieser aussichtslosen Liebschaft . . . Aber die Fragerin nach dem Maschinistenmaat Martin Martens erschien andern Tags zur Stunde wieder auf der Kommandantur, und der diensttuende Oberleutnant empfing sie mit höflicher Nengierde.' Er sagte, er habe nachgesehen und den Gesuchten in der Tat gefunden . . . aber erst müsse sie sich und ihre Frage hinreichend legitimieren. Er bot ihr einen Stuhl an und lehnte sich selber bequem in seinen Sessel zurück, denn interessant würde die Geschichte aus alle Fälle werden, vielleicht sogar ein bißchen gefährlich. Man konnte nie wissen . . . Und schön war diese junge Liebauerin, beim Himmel! — Er staunte noch mehr, als sie jetzt ihren Pelz öffnete, denn es war sehr heiß in dem Amtszimmer, und ihre schlanke, elegante Figur, ihre überaus gewählte, aber schlichte Kleidung sichtbar wurde. Donnerwetter nochmal! Und ein unverhohlenes Bewundern sprach aus seinen Blicken. Die junge Dame, ihrem Handtäschchen einige Papiere entnehmend, unterbrach ihn in seinem bewundernden Staunen: „Darf ich jetzt-—?" Em lächelnder Blick traf ihn. „Ich bin Sascha Nebadzew, hier ist mein Geburtszeugnis und hier mein Paß, wie ich ihn jedes Jahr nach Deutschland benutzte. Hier ist auch rnein Zeugnis über eine bestandene Prüfung am Leipziger Konservatorium und hier zwei Empfehlungsschreiben nach Dresden. Dort habe ich jeden Winter gelebt und konzertiert . . ." „Gnädiges Fräulein kennen Dresden? Das ist meine Vaterstadt! Bitte, zeigen Sie die Briefe nach Dresden!" Der Oberleutnant streckte interessiert die Hand über den Tisch, überflog die Schreiben und nickte. „Das reicht hin, Sie als unverdächtig erscheinen zu lassen. Sie haben bei Frau von G. und Kommerzienrat R. verkehrt? Das ist prächtig, davon müssen Sie mir erzählen, mein gnädiges Fräulein!" „Bitte, erst, nachdem ich Antwort auf meine Frage habe. Also hier ist das Corpus delicti. Die Schrift ist nicht gut leserlich, deshalb darf ich vorlesen,' ich kenne den Text... ich kenne ihn," verbesserte sie sich errötend. Er lauschte ihr entzückt, blickte in das zarte, vornehme Künstlergesrcht, während sie folgendes vorlas: Wir Unterzeichnete, Fräulein Sascha. Nebadzew aus Libau in Kurland und der Kandidat des Maschinenbaufachs an der Technischen Hochschule zu Dresden Martin Martens, einander bekannt seit längerer Zeit, haben uns hier oben auf dem Hexentanzplatz im Harze ain Silvestertage zufällig zu- sammengefunden. Zufällig, das sind wir beide bereit, zu de- 810 — schwören, und !vir haben den Weg ins neue Jicchtr zusammen sehr freundschaftlich und vergnügt angetreten, auch das zu beschwören wird-sich keiner von uns beiden je weigern. Wir beschwören aber auch in der heiteren Stimmung der Stunde, daß wir beide, wohin einen jeden von uns auch, die Zukunft auf ihren Mügeln führt, immer um die Wende des Jahres einer nach dem andern forschen wollen, ob der andere nicht in der Nähe sein möchte, so daß wir wieder Zusammen in des neuen Jahres erster Stunde unsere Freundschaft füreinander erneuern und befestigen können. Es soll wenigstens jeder aehalten sein, bei dem Einwohnermeldeamt des Ortes, in dem er sich befindet, oder des nächstgelegenen Ortes, wo Ln der Welt es auch sei, Nachforschungen nach dem andern KU halten und nicht nachzulassen, bis er einen bestimmten Bescl)eid (ja oder nein) erhalten hat, sonst kann ifym zur Strafe im neuen Jahre der andere, eine Buße auferlegen, die ganz in seinem Belieben steht und die nie verfallen soll. Bor Zeugen in zwei Exemplaren aufgesetzt, vorgelesen, genehmigt und beiderseits unterschrieben! Sascha Nebadzew. Martin Martens. Hexentanzplatz, am 1. Januar 1914. ' „Famoser Gedanke!" sagte der Oberleutnant. ,Lch wollte jetzt, ich hieße Martin Martens. Aber erlauben Sie mal, mein gnädiges Fräulein: Haben Sie denn nun auch am 1. Januar 1915 vorschriftsmäßig Nachforschungen an gestellt?" — Sie reichte ihm ein Papier über den Tisch. „Das ist ja Russisch!" rief er erstauirt. „Beglaubigung des Polizeipräsidiums in Charkow, daß ich an jenem Tage dort nach Martin Martens geforscht habe. Es hätte mir beinahe meine Freiheit gekostet, denn sie argwöhnten, ich sei eine Spionin in deutschen Diensten." Er sah sie voll an. „Na, wenn Ihnen de!r Gegenkontrahent so teuer ist, muß ich wohl meine Weisheit aus^- kramen. Also Martin Martens, Maschinistenmaat, ist zurzeit nach der schweren Strarrdbatterie X abkommmrdiert Voriges Jahr war er jedenfalls aus hoher See oder bei Ostende da herum. Diesmal haben Sie ihn ja nun näher " Sie wich errötend seinem Blicke aus. Aber dann erhob sie sich und schaute ihn mit ehrlichem Bitten an. „Wie kann ich ihn sehen? In der Neujahrsnacht! Bitte, geben Sie mir ehxen Rat!" „Nun, ich meine, wenn es dem Maat ebenso ernst darum ist wie Ihnen, so wird er doch den Weg nach Libau finden. Er weiß doch, daß Sie in Libau wohnen." „Aber er kennt meine Adresse nicht. Wir haben uns doch nie mehr gesehen oder geschrieben. Es kam doch auch der Krieg dazwischen. Vielleicht hat er mich überhaupt vergessen ..." . Kann man dich je vergessen? dachte der Oberleutnant bei sich. „Ich möchte ihn überraschen!" sprudelte sie heraus, r. n, ttes willen! Da werden Sie sicher vom erstbesten Posten festgestellt, mein Fräulein." ,L)as wäre das Schlimmste nicht, denn auf diese Weise sehe ich ihn doch wenigstens. Und wenn man mich hierher- brlngt, nicht wahr, Sie legitimieren mich?" Sie hob bittend die Hände zu ihm empor. Auch er war aufgetzanden. „Das ist alles ganz schön Ächt wa?r?"N^t' ^ an flößte den Maat einfach herzitieren, "^ u f.J e j ne c n geht doch wider die Abrede." „ rJtcl 1 *' 1 ®' '/d?. ^ Wenn er kein dummer Kerl ist, wird er sich schon auf die Strümpfe machen. Es ist ja auch noch drei Tage Zeit, warten wir es ab!" Sie ging. Kam nach drei Tagen wieder, im Abenddämmern. Die Deutschen waren in froh-wehmütiger Sil- vesterstimmnng. Da bat sie den Oberleutnant, er rnöge ihr ^^?-^vEEmandanten einen Passierschein zur Strand- ausmachen. Der Kommandant machte große Augen, horte interessiert zu und sagte schließlich gutmütig Ja, aber es gab noch viel Lauferei und Rederei am Fernsprecher mit dem Abschnittskommandanten, dem die Strand- batterie X unterstand. Ein Posten sollte sie hinbringen. Der r , an !Mer z, Vl * v ^7 VU D uu uiiiui vüm (jLUliUt. Uul UlUlt IC1|< Stelle zu seinem Verderben plötzlich vorhanden ist, liegt eben das Verdienst der Feldherrnkunst. Aller Augen waren gespannt aus Westpolen und namentlich auf Warschau gerichtet. Dann kam noch Ende 2lpril die Unternehmung gegen Kurland hinzu. Die Durchbruchsstelle war bisher in den Berichten aus beiden Lagern kauM genannt, geschweige denn jemals mit besonderer Wichtigkeit behandelt worden und noch weniger der Schauplatz starker Mntpfe gewesen. Da erfolgte am 1. Mai die natürlich auch hierbei unerläßliche, kurze, aber wirksame artLleristische Bor- bereitung, die am andereii Tage von 6 bis 10 Uhr morgens fortgesetzt wurde. Punkt 10 Uhr brechen an den besttmmten StÄlen vre Sturmkolonnen vors welche, da der Feind keine Zeit gehabt Hat, besondere Vorkehrungen zu treffen und dem Borwärtsorang' unserer Truppen von dem zermürbten Gsgner kein Einhalt geboten werden kann, vollen Erfolg haben. An der SturmstÄle wird me russische Front unmittelbar, wie Mit scharfem Mile, durchstoßen, aber auch in den benachbarten GÄleten, von der ungarischen Grenze bis zur Mündung des Dunajec mehrfach eingedrückt. Schon der erste Tag (3. Mai) brachte 32 000 Geangene, 16 Geschütze, 47 Maschinengewehre. Tie weitere Entwicklung war folgende. 4- Truppen der Verbüiidten durchbrechen jetzt auch an vielen Stellen die dritte Berteidllzungsltnie der Russen und erreichen damit, daß diese jetzt auch ihre Stellungsen in den Waldkarpathen, südöstlich von Dukla zu räumen beginnen. 6. Mai. Taruow wird zurückerobert. 7. Mai. Die Zahl der Gefangenen ist auf 70 MO gestiegen. 11. Mai. Die Verbündeten überschreiten den San in der Gegend von Soutok: dieser Matz wie auch Lrsko und Dynow kommen in den Besitz der Verbündeten. Die Russen fliehen ans Jaroslau, Vrzenchfl und Chvrow zu. Seit dem Durchbruch haben dle Verbündeten m zehntäaigen Kämpfen 130 Klm. zurückgelegt, 144 000 Gefangene gemacht sowie IM Geschütze und 130 Maschinengewehre erobert. Von jetzt ab bedingt die Notwendigkekt, die Verbände zu ordnen, die Trains heranzuziehlen usw., etwa 12 Tage eine verminderte Gefechtstätigkeit mid mühin eine Verlangsamung des Vorgehens. Während dieser Zeit wiLd JaroS- lau erobert: die Truppen Mackensens nähern sich allmählich Przwvfl, das am 26. ziemlich von allen Seiten einaeschlossen ist. 31. Mai bis 2. Juni Schlacht am Stryij, tm südlichen Ost- gattzien. Ergebnis: 13000 Mann gefangen, 14 Geschütze, 35 Mu- schinengewehre. o- Julli. PrzeNchfl wird, fast ohne eigentliche Belagerung, von deutschen und österreichischen Truppen zurückerobert. Der Eindruck dieser Tatsache, daß die Verbündeten innerhalb weniger ^age eine Festung nahmen, welche die Ritssen nur nach vier- euchalbmonatlicher Belagerung unter furchtbaren eigenen Verlusten hatten bezwingen können, war ein ganz gewaltiger. rf . r Unter M ei J, war Hindenburg in Kurland nicht lintätig geblieben. Aut 7. Mm hatten ferne Truppen Libau besetzt: eine andere Abteilung ging gegen Mitau vor, zog sich dann aber vor dem Anmarsch starker russischer Heeresmassen, da hier besondere i-r?' na r kent Vlane der deutschen Heeresleitung nicht ein- gcsetzt werden sollten, wieder zurück. Auch Schaulen wurde zekt- weuia dem Fernde wieder überlassen. Der Gesamtzweck des Vor stotzG: Gelandegewmn ohne nennenswerte Opfer und Slblenkung der Russen von dem beabsichtigten Durchbruch, war in vollendeter Werse erreicht worden. Im ganzen hatten die russischen Verluste während des Monats M an Gefangenen 300 000 Mann, außerdem 351 Geschütze rmd 57H Maschinengewehre betragen. 2. Vom Fall Przemysls bis zur Eroberung von Warschau. Mit Przemysl hatten die Russen in Galizien einen sehr starken Stützpunkt verloren, und wird das Vorgehm der Verbündeten nunmehr wieder ein wesentlich schnelleres. Vorwiegend zunächst auf dm beiden Mügeln, also in Galizien sowie den anschließenden Tellen von 'Lüdpolen einerseits uird in Kiirland sowie den benachbarten Gouvernements Suwalki uiid Kowiw anderseits, doch wird auch der Druck auf die Mitte, also die weitere Umgehend von Warschau, allmählich starker. Etwa am 10. Juni.beginnt auf der ganzen Linie von der Ostsee bis an den Drnestr, die einschließlich der Biegiurgen mindestens 10M Klm lang ist, ern allgemeines Vorgehen. x ^-.Juni. Der rechte Flügel der Oesterreicher überschreitet fr Ä säe;« *“■ ■"» *■" m« »«»• fcSSSU? - -- nk J 0, Y un ^ % mee . Mackensen geht in einer Breite 70 Ki^meter zwischen Czernraiva und Sieniawa vor; ein Ver- c zwischen dein San Und den Dnjestr-Sümpfm pstlich von Samhor diesen Bonnarsch zum Stehen zu bringen, wird blutig abgeschlagen: sie müssen weiter fliehen und verlieren! in diesen vier Tagen 40 000 Gefangene. 18. Juni. In Ostgalizien werden Grodek, Komarnow und Ulanow (alle nicht weit von Lemberg) im Sturm genominen und das südliche Tauew-Ufer vom Feinde gesaubmt. 32. Juni. Lemberg wird nach hartem Kampfe von den Oesterreichern Zurückerobert. _ . 27. Juni. Halsschi am Dnjestr wird erobert; damit ist der Dnrestr-UÄergaua. an allen Stellen Aakt gesichert. 30. Juni. Die Junibeute betrügl: Bei den Hindenburgschen Armeen: 25 700 Gefangene, darunter 121 Offiziere (einer auf 200 Mann), 7 Geschütze, 6 Mnen Werfer, 52 M aschinen gewehrt I FlüiMug, Ä-ahlreichLs Krtegsmaterial. Bei den Mrgcrrischen uns dm mit ihnen gemeinsam fechtsrd-e« deitts^n Trugen (Armee MarLnseu etngefthlsssery: 144 000 Mmm, L2L OMrere settrer auf 4M Mann), 93 ÄMtze, 364 Mafchine-lge- wechce, 78 MurllttmlsLLgen. 100 FeÜvbahTrwagen ufw. , anv Xi 8m Süden her russischen Front vom Marianrpol Löstllch von WuLuh^ven) M nördlich FiäeWw zwtrvgen uirfers Ge^ngen^wld^l^IM^^ b6§ Mck^uges; etwa 8000 2.^4. Juli. Zweite Schlacht ^ Krasnik. De Armee des (LKherzogs Jvtzf Ferdinand durchbricht er- ntut die wieder einigermaßen geschlossen gewordene russisthe LLnle. MLüst 11 500 Gefangene und ekbecttet 17 Maschinengewehre, 6 Gö schütze mrd viel Kr^sgerät. Zm übrchen trm etwa von Anfang Juli ab wiederum eine verhLttrismäßige Ruhe tzr dem Vovachen, zwerks R^ekung M Verpflegung imd des sorrstLgen NachMmes ein, bis am 12. Juli abwnalZ eine allgemenre Offensive im ganzen Osten beginnt, welche bis mi . ^ Älll! im HwdeubccrgichLn Befchlsreich etwa 40 000 und rm östemeiMchen üma 50000 Gefangne, nebst einer eictsprechen- den Arrzahl an Geschützen, MaschinenMvehren und sonstiger Beute ergibt. 30. Juli. Lublin wird von der Ainnee des Erzherzogs Josef FerdrnaNd besetzt. 31. Juli. Gcckawgeneu- und Beut«ahlen im Juli: a) zw Ecken Ostsee und Pilica (HiudenburgfchLr BefeUsbL» reicht: 95 000 Gefangene, 41 Geschütze, 4 Minenwerfer unb 230 M aschi neuaenrehr^; d) südlich davon (Oesterreich-Ungarische und mit ihnen zusammen feMende deutsche Truppen, einschließlich Armee Mackensen): 126 000 mann, 160 GeWtze, 202 Mchchinenaewchre. 1 Augccst. Mitau wird von deutschen Truppen besetzt. 3. August. Koarmorad wird gstommen. 6. August. Warschau rmrd von Truppen einer unter General selb marschall Prinz Leopold vor: Bayern neugebildeten HeerÄ- ^gruppe rn Besitz genommen, l 1 ^ , vermischtes. _ ^ ^ tx Freiluftsaal in der Krankenbehalrd^ lun g. Erchgegen den veraltMen Anschaitunsen, nach denen \rum L.nht und LH! für Lvmike -78 fckEich pachtete und die Kranken- mnter mügkrchst duEel und gefchlossen lg eit, verlangt die moderne Hygiene Acht und Luft hi hervorragendem Matze für die Br- uandlung dar Kranken, well sie geradezu Heiyaktoren sind In den neuen KrankvnhrrusbEten kommt diefsö Prinzip auch zum AnsdrilL Einen grasten Schritt in dieser Rnlitnng weiter machen me Vorschläge für einen KrankenhauStyp, die der 'Berliner Kr«iSen- dcnlÄetttr Dr. DoSquet MisLiN-'den hatt und die bei elurui BerLv?r KvankenhansirsÄnu sowie in btt Tl medisbisschen KlimL f ln Köln, die unter Leitung von ^of. Moritz stW, in Wc xajte unbesetzt wo»S>Si Mck. Me Mich! ist, die frumtin M rraifeitkAl in möglichst mmtftfeflto Berührung mit der frssckMt ist zu drttcgeu, wre tzjes sonst nur bei FreittrstdUen erreülp wutz. Um dies 8re! zri erreichen, werden nicht tiefe SLlr, sondern flach» MrllE. „Fi^ivsstsÄ-«^, Maut, dereti Front nicht eine gemaueäe Wand mit Fenstern darstellt, fvnderu tm allgemeüi«! ganz ossvi ist, dock) im Nollaltz dwcch Änstruktwwm aus Gbrs gt-friilo)Wst lverdeu kann. Die Kranken Liegen in Hallen, durch Hotz- wMide von einander getrennt, den DLck ins Freie gerächt^. Sre genusfeu also fortivährend frische Luft. Die Lustbelvegung und die Kuhle wird von den Kranken nach kurzer Gewöhnung als augenLsmi empfunden. Besonders den Fi^erudeu brachte die frische Luft Linderung ihrer Hitze. Einflußreich war daö Freiluftsaal- prinziv auch auf den Schlaf. Günstig beeinflußt ivurdm Limgen- erkrankungeitz besonders me Luusqientzündung. Zluch sehr gute Erfolge sind mit der sog. „offenen Wundbehandlung^ von eiterndcn Wunden im Freilllftsaale gemacht wyrden. Unter offener Wlmd^ behaudlung b^eickmet man belanutlich eine nenerdülgs uneder- warm emvfoMne HandlunaSweise, die aus das BetÜndcn der Wunden überhalipt versickstet, sondern sie her Luft an-SWU. Die Eitenmgen kamen im FrekdistsaM viel schneller zum Stillstand