Weihnacht 1915. von Gustav 5chüle,r.< ^Nachdruck verboten.j Und immer noch die Welt umkrallt Das würgende Verderben, Und immer noch tost die grause Gewalt, Und immer noch sichelt das Sterben! Und die Weihnachtsglocken verklingen im Schall Der schlitternden Geschütze, Und die Weihnachtslichtlein verlöschen all Im Geflacker tödlicher Blitze! Und doch darf der Liebe Himmelsklang Im Hasse nicht verfallen, Und doch mutz wieder der helle Gesang Des „Dom Himmel hoch" erschallen! Komm wieder, du Kind! Hinab in die Welt, Die von Not und Nacht überdunkelt, Datz wieder über das blutige Feld Deine heilende Lichterpracht funkelt! Datz eine selige Stunde lang Uns're Söhne dein Atem spüren, Datz sie horchen, wie einst, auf dem dunkeln Gang An den weihnachtsheimlichen Türen. Datz sie selig wieder zu Hause sind Mit den heimwehdurstigen Seelen — Auch im Sturm der Not darf dem deutschen Kind Die deutsche Weihnacht nicht fehlen! Heimat. Eine Geschichte aus dev Christnacht. Bon Karl August Rinck. (Nachdruck verboten.) Heber das kahle Feld strich in kurzen, seufzenden Stößen der Wendwind, klang wie dos wehe Atmen der vorn Eisen des Krieges wund geschlagenen Erde; lieh traumhaft die Glöckchen tönen, die als Alarmsignal im Drahtverhau hinein Stumm und schwarz lag die kriegsMnde Erde unter em eben erloschenen Himmel. Am Horizont tastete das Geisterlicht eines Scheinwerfers.über ihn hin; nichts sonst kündete Leben, Menschendasein. !Alles schien tot, wert und breit. Und doch barg dieses Stück Erde das Leben von Tausenden. Tief in ihren still duldenden Leib eingegraben, atmete wachte, lauerte es; stumm wie die Erde selbst. Stumm vor dem lauernden deutschen Feinde drüben, kaum eines Steinwurfs Weite entfernt. Mann an Mann hockten sie nebeneinander aus dem gefrorenen Grunde des Schützengrabens. Die Deutschen würden angreifen heute nacht, hatte es geheißen; gerade in dieser Nacht, wo nran sie nicht erwarten würde. Ddnn es war ihre Weihnacht. Reglos sahen sie da, ein jeder des Schicksals gewärtig^ das sie seit Monaten, Tag um Tag, tausendfältig hier sein Werk tun sahen. Brüder im Harren auf seine Erfüllung^ lehnten sie sich aneinander, erwärmten sich gegenseitig mit ihren Leibern und versicherten sich stumm ihrer Nähe. Und nur einer saß ganz am Ende des Grabens allein. Er besah keinen Freund unter diesen Männern, keinen, dem sein Schicksal ein wenig galt. Sie mieden, verachteten ihn; weit er nach Geburt und Namen ein Deutscher war; der kleine Müller. Jetzt löste sich aus der Stille ein Geräusch von Schritten über die hartgefrorene Erde des Grabens hin. Eine Gestalt mit abgeblendeter Laterne kam die enge Grabengasse herunter, beleuchtete die stummem: Gruppen der Mannschaft^ suchte in ihnen . . . uno sie alle wußten, wonach er suchte. Nach dem, der jetzt aus Posten hinaussollte. Das war sicherer Tod. Der Angriff konnte jeden Augenblick kommen. Tie erste Leuchtrakete von drüben — lund der Mann auf Posten wurde das erste Ziel. „Wer wird gehen?" sagte halblaut für sich der Korporal mit der Laterne im Weitergehen. Dieses Todesurteil auszusprechen, wurde ihm schwer. Und noch unschlüssig kam er da an das Ende des Grabens, sah den „Deutschen", den kleinen Müller, einsam am Boden hocken. „Auf Posten", befahl er Und der kleine Müller machte sich fertig, stieg hinauf in die freie Nackt, wo der Wind in den Drahten sein Magelied fang nutz leise hie Glöckchen tönten. Die schwarzen Schütten der Nacht Verschlangen ihn. Ja, sie wußten, daß sie sich lauf den „Deutschen" verlassen konnten, trotz allem. Er war keiner von denen, die überliesen. Sie wußten alle: er hatte damals, bei Kriegsausbruch, nach Deutschland hinüber gewollt und war festgehalten worden als französischer Bürger. Jetzt aber blieb er da stehen, wo ihn die Pflicht hingestellt hatte. Das wußten sie alle. Hätte er nicht hundertmal schon überlaufen, sich gefangen.geben können? Nein, er hatte es nicht getan, war nun im Herzen wohl längst auch kein Deutscher mehr. Der Haß aller gegen die Barbaren da drüben mußte ihn angesteckt, zu Frankreich bekehrt haben, meinten sie. Aber daß der kleine Müller in all den langen und schweren Grabenkäinpsen noch nie seine Kugel auf einen Deutschen gerichtet hatte, das wußte nur er allein. Das war sein teures Geheimnis, mit dem er seit Monden schon, solange es Krieg war, den Schmerz bezwang, gegen sein einstiges Vaterland stehen zu müssen. Und dem pflicht- getreuen, französischen Soldaten hatte noch keiner MM- — 794 — merkt, wie in seinem Herzen die Sehnsucht nach dem Lande der „Feinde" da drüben brannte; wie jener Schmerz sich des Nachts auf dem harten Lager zwischen den Kameraden in heimlichen Tränen lüste und den Todmüden nicht schlafen ließ. Tenn in Deutschland war er Kind gewesen; dort lag das Paradies seiner Jugend, lag alles, was ihm teuer war: die Mutter, der Vater, den die Sehnsucht seines Alters in die einstige Heimat zum Sterben zur üctge führt; und dort lag auch der Traum seiner eigenen Heimkehr, wenn er noch ein paar Jahre der Arbeit hinter sich haben Würde — da war dieser furchtbare Krieg gekommen . . . Oben im eisigen Wirrd stand er reglos, halb erstarrt, das Gewehr im Arm, den Blick dein feindlichen Graben zugekehrt. Nichts sah noch hörte er, außer den ächzenden, schwirrenden Lauten des Windes im Stacheldraht. Waren wirklich Feinde dort drüben? Die harte Erde schien sie verschlungen zu haben. Keine abgerissenen Laute wie sonst, kein gelegentliches, kurzes Auflachen, kein halblaut gepfiffenes Lied. Wie in bleiernem Schlaf lag alles. Und ein toter Himmel spannte sich sternlos über die Grabesstille... Es war die lähmende Stille vor dem Sturm . . . An diesen Sturm aber dachte der kleine Müller längst nicht mehr. Die Welt des Krieges um ihn her war vor seinen Sninen versunken. Und in der nachtstillen Einsamkeit blühte über btejer vergessenen Welt die andere auf, die ihm teuev war: die Welt seiner Heimat. Die Kindheit wob ihre Bilder wieder in fein Träumen hinein, und was weit da drüben, jenseits der zerstampften Erde voll Ruinen und Gräbern lag, das deutsche Land, fühlte er ruhen um sich herum unter den Schleiern de>- Nacht. Glocken klangen; in das Silber rieselnden Schnees strahlten helle Fenster Glück und Freude hinaus; sanfte Mutterhände breiteten sich auf den Scheitel des Kindes; vom Himmel kam's wie ein schönes Singen . . . Stille Nacht, heilige Nacht. . . m der kleine Müller zusammen. Er hatte ein Geräusch von Stimmen gehört. War's drüben der Befehl -um Sturm gewesen? . . . Atemlos lauschend stand er da. Sein Auge mühte sich, die starre Nacht zu durchdringen, etwas zu entdecken von dem, was sich dort vorbereitete Aber vergebens Nur ein schmaler Lichtstreif zog sich jetzt kaum sichtbar über die unterschiedlose Fläche der Erde hin • . . Wein Zweifel, sie trafen drüben die letzten Vorbereitungen. Auch das Stimmengeräusch schwoll manchmal an, starb wie- ? e Jv ® n Ll n - b c aä ?l te Schweigen; Schatten glitten durch den hellen Streif auf der Erde ... Müller wagte sich nicht zu rühren. Das Gewehr mit den froststarren Händen umspannt, stand er noch immer atemlos, nnt laut pochendem Herzen, jede Sekunde des Auf blrtzens der ersten Leuchtrakete, des Hervorbrechens der Deut scheu gewärtig . . . Aber nichts kam. Und da auf einmal hallte es voll und die angstvoll schweigende, lauernde Finsternis Stille Nacht, heilige Nacht . . . Der kleine Müller lauschte betroffen, ergriffen ein Weilchen; dann stürzten ihm jäh die Tränen hervor. Er weinie laut wie ein Kind. Und ein wildes, verzehrendes Sehnen nach deutscher Heimat kam über ihn. Unbewußt tat Schritte dem deutschen Graben zu, woher die Akkorde so heilig in die Nachtstille klangen . . . aber dann blieb er wieder stehen, lauschte weiter dem Singen. . oh lbr »ft 1 lbm J e6t >ene Heimat so nah! ... wie hätte er sich Schritten in die Arme werfen können! Das Sehnen war ihm wie die brennende Qual einer Wunde. C I biE 'p°" s'ch werfen? Hinübergehen und A.^,rhmt mich auf, auch ich bin ein Deutscher — laßt Mich teilhaben an eurer Weihnacht . . .? B £.»t ÄÄ! »i« . ^tsckstossen blieb er stehen wo er staub, bauschte weiter h^h™ n3eih J a ^ ^V 1 Lichtst^" drüben im Graben Heller SnTet ijatta? * m «bäumen, die sie jetzf an- plötzlich ein beistes Verlangen Wer ihn ^Chrnstbäume zu sehen. Wieder tat er ein paar Schritte ^ük^ ^n KU; doch oer war zu tief, als daß man auf diese !Etwas in ihm hätte sehen können. Sich näher heranschleichen? Da^u hätte er erst den eigenen dann den deutschen Drahtverhau zu passieren. Und der Posten drüben?M>, man würde gut auf der Wacht sein, wenn matt auch Weihnachten feierte! Aber ohne sich dessen recht bewußt zu sein, hatte der klerne Dtüller schon sein Gewehr abgelegt. Schon lag er auf! der frostharten Erde, begann sich unter den Dornen des! französischen Drahtverhaus hmdurchzuzwängeri, Werwand es, kroch weiter, und mit jedem gewonnenen Stück Boden wuchs in ihn: die Sehnsucht nach dem Anblick des Weih^ nachtsbaums. Das Singen drüben war längst verstummt. Jetzt war dort ein halblautes Lachen und Scherzen, jedes Wort deutlich vernehmbar in der frostklaren Nacht. Und der kleine Müller hatte auf seinem Wege schou den deutschen Drahtverhau fast erreicht — da tönte der Peitschenknall eines Schusses. Der Schmerzensschrei eines Merrschen folgte. Und dann ward es wieder ftiu wie zuvor. * Gegen 9 Uhr abends wurde aus dem Tvuppenv erbaute platz hinter den deutschen Gräben, wo sich noch Verwundete des letzten Kampfes befanden, ein bewußtloser Franzose eingeliesert. Sein Fall war schwer. Doch eben hatte man ihn zur Operation gelagert, da schlug er die Augen aus. Ein lautes Stöhnen kam Wer seine Lippen, während sein Blick leer und angstvoll Wer die fremde Umgebung glitt. Schon schien ihm vom Schmerz ferner Wunde wieder das Bewußtsein schwinden zu wollen — als plötzlich ein seltsames Leuchten in seine Züge trat. Das Auge belebte sich neu, und das Stöhnen verstummte, als seren jäh alle Schmerzen gewichen . . . oben, am Ende des Zeltes hatte der umherirrende Blick des Verwundeten den kleinen Christbaum entdeckt. Und auf dem ruhte er nun uu- verwandt, wie der Blick des Krudes auf schönen Sternen... Was er sah, war die Heimat. Weihnachten drinnen und draußen. Von Tr. K. Bernbeck-Gießen. } at bm ^ amm „Weihnachten" seinen entnommen, kerne — außer der deutschen, i destpulswerse rst aus dem lateinischer: natalis Geburtstag) enttehnt, das englische Christmas. ist dem aus bfx laf. Kircheirspvache stammenden „Christmesse" nachgebildet Wie kmnt deutschen Weihnachtens Das Althochdeutsche I w r?'“? noch nicht, wohl aber das Mittelhochdeutsche: „wrhen nahten , also einen Dat. Ptur., vor den die Präposition ze oder zno gesetzt werden muß: „Zu (in) den heiligen Nächten" (es war der Zeitabschnitt vom 25. Dez. bis 6. Jan.) Zwammengezogen wird aus dem Ausdruck unter Weglassung der Präposition- ^ iUge Nacht - Weichlachten! Wpa Ernen Schmelz, welch' erue Fülle von Wohllaut löst dres Wort aus! Einerlei, wann — wo und von wem es ausqe- Wrochen wird; glerchgultrg, ob des Kindes Rosenlippen es nur mit Much stammeln, oder der fahle Mund des au der Grenzscheide ^ e&Cn • Un '^ angekonlmeuen Greises es zitternd her- ” burerler, einem Zauberstabe gleich verfehlt dieses SS' f F ^2 saften gehört welche die deutsche Zunge geprägt hat, ferne Zauberwrrkrmg nicht, nie und nimmer. ü ..^bten Endes geht diese auf den Doppel inn des Wortes züruck. Es steht mcht fest, irr welck-em Jahr, geschweige denn an welchem Tage Jesus von Nazara geboren wurde. Anmerkunas- nUC ^ aI * Geburtsjahr das Jahr 5 ode/tt ^ a ^ 0p0rt ~ ?' anzusprechen ist, also die Zelt, rn der noch Varus, jedenfalls nicht Cyrenius, Landpsleaer von Syrien war. Für unsere Betrachtung schalten aber derartige StrettfvNen aus; für uns dreht es sick) nur darum, seit wann das Jesusgeburtsfest am 25. Dezember gefeiert wird. Sicherlich nicht ^u^hrhurrdert; die erste Urkunde hierüber stammt ^24. Vorher wurde, (und dies noch, im Jahre 358j das Geburtsfest Chttsti am 6. Januar gestiert.^Wie kommt es min, daß sich dre Kirche zu dieser Zurückverlegung verstand? Der Grund ist einzig und allein in dem Bestreben weltkluger römischer christlichen Feste deu besteheirden heidnischen zunächst zum mindesten zeitlich Sie waren sich bewußt Lk Seelen der jüngst bcMyvim oder noch zu bekehre- Völker leichter und sicherer erwerben würden, wenn sie deren Sn S^fprfl 0 öI ? , tcgenb angängig, zugleich mitüberriälMem So lieferte nachgewresenerinaßen der Mithrasknlt Beiträge für ^^Veburtsfest, ferner lassen sich Anklänge an heümisch^ ^rmanische Brauche als unzweifelhaft Nachweisen. Das letzte Drit- ^ Zeit, in wacher man das Sonnen-, lüa l die Alten der Sonnen wandtag, fcShJiM» 1 ? 6 Q uiU großem Gepränge gefeiert. Es war in unbesiegten Sonmmgottes: m ?bren zündete man aus Anlaß der Bunahine des Lichtes, das neue Hoffnung ins Menschenherz braäste, Sonnen wendseuer an. Für die Griechen war der 25. Dezember der Geburtstag des .Helios. (Der 25. Dezember war lange Zeit der Anfang des Kalenderjahres, man zählte „a nativitate domini". Interessant und des Schweißes der Forscher würdig ist es, den vielverschlungenen Pfaden nachtzugehen, die uns zu den Sitten und Bräuchen dieser Dezemberfeier bei den einzelnen Völkern führen. Aehnlichketten und Verschiedenheiten in Hülle und Fülle. So in der Vorzeit. In der Jetztzeit aber ist Weihnachrten kaum denkbar ohne den Weihnachtsbaum. Die Familie der Weihnachits bäume ist noch gar nicht alt, jeden falls nicht so alt, wie manckie glauben. Der erste geschichtlich nach- weisbare Ahne wird 1605 erwähnt. Vorher, lange, lange vorher waren es vornehnre Vettern, die Aepfel- und Kirschbäumchen (und »roar blühend, und das zur Winterszeit!), ferner zierliche Wacholders! ränä-er, welche mit ihrem Duft und Farbenspiel die Menschen erfreuten. Jahrhundertelang ging das so weiter, bis auf einmal die Tannenbänmchen das Erbe der stolzen Verwandten an- tralen. Es war um die Wende des 16. und 17. Jahrhunderts, da schrieb ein Straßburger Gelehrter seine Memorabilia quaedam Argentorati observata. Dort heißt es wörtlich: „Auff Weihe- Nachten richtett man Dannenbäum zu Straßburg in den Stuben auff, daran hencket man rohen auß vielfarbigen Papier geschnitten, Aepfel, Oblaten, Zischgolt, Zucker usw." — Also in Stvaßburg, im deutschen Elsaß, Hai man zuerst seine Freude an Tannenbäumchen gehabt. Deutsch war die Stadt damals und deutsch die Weihnachten, ein deutscher Tannenbaum stand im Mittelpunkt der Feier. Aber der Franzmann gönnte uns diese herrliche Stadt mit ihren schönen deutschen Bräuchen nicht und hat sie, mitten im Frieden, geraubt, bis sie 70/71 an uns zurückfiel. Daß sie aber immer deutsch bleibt, dafür werden unsere tapferen Soldaten jetzt schon sovgen. — In Straßburg blieb die schöne deutsche Sitte, trotzdem die Stadt ihre Besitzer wechseln mußte, weiter bestehen. Aus dem Jahre 1785 haben wir eine literarische Urkunde, die aus der Feder der Baronin von Oberkirch stammt; sie heißt: .. on prspare dans chague maison le Tannebaum, (le sapin) couvert de bougies et de bonbons, avec une grande illu- mination..." Hier werden zum erstenmal Lichter erwähnt, deren heller Glanz das dunkle Grün zu besonderer Wirkung gebracht haben mag; schon damals. Vielleicht sollten die Lichtchen am dies luminarium die Blüten der Kirsch- und Aepfelzweige versinnbildlichen. . • Ungefähr ziu derselben Zeit fanden die Weihnachtsbäumchen auch Eingang im schönen Hessenland und in den Nachbargebieten. In den „Leiden des jungen Werther" heißt es von diesem: „Er redete (zu Lotte) von dem Vergnügen, das die Kleinen haben würden, und von den Zeiten, da einen die unerwartete Oeffnung der Tür und die Erscheinung eines aufgeputzten Baumes nrit Wachslichtern, Zuckerwerk und Aepfeln in paradiesische Entzückung setze." Ties läßt Goethe seinen Werther sagen. Aber wer wüßte nur, daß Goethe selbst „Werthers Leiden" seine Generalbeichte genannt hat? Wenn nun einmal Goethe angeführt ist, muß man aus Billigkeitsgründen auch Schillers Erwähnung tun. Eine Stelle aus einem Brief, den er an Lotte schrieb, heißt: „... Auf dm Donnerstag komme ich nach Weimar-Ihr werdet mir hoffentlich einen grünen Baum im Zimmer aufrichten s!" Nachdem die beiden Dichterfürsten der Tannenbänmchen in allen Ehren gedacht und sie in den Vordergrund der Weihnachtsfeier gerückt hatten, war der Weg für das weitere Vordringen geebnet. Nur etwas fehlte daran noch; sie hatten noch keinen Namen. Goethe sah in den Ahnen der Christbäume einen „aufgeputzten Baum", Schiller hatte Sehnsucht nach seiner Braut und einem ,/grünen Baum". Aber, es dauerte nicht lange, da erhielten die grünen Bäume, soweit sie zum Christfest hin zu gezogen wurden, auch einen Namen, einen herrlichen Namen, den Namen „Weih- nachtsbaum". Seither hat das schlichte deutsche Weihnachtsbäumchen, au-ch ein an Erfolgen reicher Anwalt unwiderstehlichen Deutschtums, sich in ein paar Jahrzehnten fast den ganzen Erdball erobert. Nicht nur in Skandinavien mit seiner gut germanischen Bevölkerung, sondern auch in England, ferner im slawischen Rußland usw. usw. feiern zahlreiche Familien Weihnachten nur im Lrchtersttahl des aus deutschen Landen übernommenen Himmelsgastes. In Sandys Christmasttde steht: „Irr recent ttmes the EhristmaS tree has boen introduced from the conttnent" —, "Ochttinent" ist aber in diesem Zusammenhang gleichbedeutend mrt Deutschland". Sandy verrät uns weiter, daß der englische Wettwachtsbaum ähnlich wie der französische in einem mit Erde gefüllten, reich bekränzten Kübel steht. Dort in Frankreich 'J Hefter Linie durch deutsche Soldaten eingesührt »vorden: „Deutsche Soldaten in den Ruhmesjahren 1870/71 waren es. Me überall rn ihren Winterquartieren vom König bis zum einfachen Soldaten in ihren Lazaretten und sogar draußen im Freren Werhiiachtsbäume angezündet haben". von dem etrvaigen Einwand, die Weih- vachtsfeter elitbehre Heuer der Berechtigung, übertönen und zum ttd&iÄS die Regel war, fSSS nicht ermöglichen lassen? Ja, und tausendnial ja; . üut, vielleicht noch weihevoller und hehrer als in ttXr 1 ivenn auch die Form be- scheidcncr ist. dre Schale hat sich geändert, unverändert ist der Kern — das Uralte ist und bleibt ewig neu, denn Weihnachten ist das Fe»t der Liebe, der Familienliebe. Es ward vorhin mit Stolz betont, daß der Weihnachtsbaum m unaufhaltsamem Siegeszug beinahe die ganze Welt bezwungen hat. Diesem Erfolge möge der fernere Verlauf und das Ende des gegenwärtigen Kampfes, in dem es sich um nichts Geringeres als um Ehre, Freiheit, Vaterland dreht, voll und ganz entsprechen, und dies »vird der Fall sein, wenn Gott unfern Feld- 9™ .ihre bisherige „Bravour und Denkungsart" erhält und auch wetterlstn der gerechten Sache urrd ihren sieggeivohnten Waffen beisteht: Das ist der felsenfeste Glaubenden die wackeren Söhne unseres Vaterlandes uns glauben gelehrt haben und — in der e c felsenfesten — Hoffnung, daß dieser Glaube durch nichts auf Erden ins Wanken gebrack>t werden kanii, wollen wir — Drinnen wie Draußen — Weihnachten feiern, das Fest der Liebe! Lin Weihnachtserlebnis Kaffer §ranz Josefs. . . ,? eT alte Kaiser in Schloß Schünbrunn mag in der gegen-, wärtigen Zett oft der ersten Jahre seiner Regierung gedenken, lag er doch damals wie heute im Kampfe mit Italien — im Kampfs Aufständischen seines lombardisch-venetianischen Königreichs und den Truppen des Königs Karl Albert von Sardinien. Ter Feldherrnkunst Radetzkys gelang es, den Aufstand niedere werfen und die sardmisch-piemontesiichen Truppen »viederholt zu schlagen. Am 6. August 1849 kam nach langen Verhandlungen! der Friede zustande, aber es dauerte noch geraume Zeit, ehe die Erregung der Gemüter in der Lombardei und Venetien sich einiger«, r l l Qt ^ tte - November 1856 faßte der Kaiser den Entschluß, dorthin zu reisen, um durch sein persönliches Erscheinen Me friedliche Entwickelung des Landes nach besten Kräften zu fordern Seme Gemahlin und sein jüngstgeborenes Töchterchen begleiteten ihn. In Venedig nahm das Kaiserpaar längeren Aufenthalt. Als Wohnung diente ihm der Westflügel des Palazzo reale. Hier beging der Kaiser mit seiner Familie das Weihnachtsfest. Und es »var ein seltsames Fest, denn während der heiligen Nacht trug sich ein Ereignis zu, das die Freude an der kaiserlichen Tafel jäh unterbrach. * ■* ^er Kaiser mit den Seinen imd dem neunzigjährigen Feld* marschall Radetzky hatten sich um den Christbaum, einen reich« geschmückten und mit brennenden Kerzen besteckten mächtigen Lorbeerbaum, versammelt. Tie vielerlei Gaben der Liebe »varen schon ausgeteüt und die Unterhaltung in lebhaftem Gange. Alle An* wesenden befanden sich in glücklichster Stimmung. Ta drang plötzlich greller Feuerschein in den festlichen Raum und ließ di« Lichter trt den Kronen und im Christbaum erbleichen. Man geriet m Aufregung. Der Kaiser ttat schnell an eins der Fenster und wh mit Schrecken an der Dogana eine hoch zum Himmel lodernde ^euersaule — m der sternklaren Nacht em ,chaurig-7chöner Anblick. Usbald traf die Meldung ern, daß eine große nortoegische Han- delsbngg m Brand geraten und »vahrscheinlich verloren sei.' Der Kaiser nlte mit seinem Generaladjutanten, dem Grafen Grünste, und dem General Gorzkolvski zum brennenden Schiff. Unter des Kaisers Kommando wurden energische Rettungsversuche unternommen, aber die Macht des verheerenden Elements, das die Umgebung tageshell erleuchtete und den Himmel blutigrot färbte, machte alle Anstrengungen zuschanden. Es blieb Nichts anderes übrig, als das Schiff zu versenken. Zu diesem Zwecke wurden Kanonenkugeln gegen die Bordwand gefeuert — vergeblich das Fahrzeug hielt sich über Wasser, und die wild rasenden Flamen, die bis hoch über die Mastspitzen emporsck-ossen, drohten die rn der Nachbarschaft verankerten Fahrzeuge ebenfalls in Brand zu sehen Tie Glut war so ge»valttg, daß es kaum möglich schien, an den Schiffskörper heranzukommen. Doch es mußte sein, denn! ein Leck war nur mit Aexten und Beilen zu schaffen. Beherzt« Männer unternahmen das Wagnis. Auch der Kaiser und feine xealnter betnlicftcn sich an der harten Arbeit, trotzdem rnituift- etn ftimfenrcgcti fcrnkbermffeite und die flammenden Masten, Spieren und Rahen reden Augenblick zu stürzen drohten. lLtnnde auf Stunde verging, bis das schnnerige Werk vollbracht war. Dann aber brauste das Wasser in Strömen durchs Leck — ^ser sank das Fahrzeug, die Flammen erloschen allmählich und zischend und schäumend schoß die stolze Brigg in me Diese. - s. ^ Morgen war schon vorgerückt, als der Kaiser, nachdem P ie benachbarten Fahrzeuge beseitigt »var. die Brandstätte verließ und zum Palazzo reale zurückkehrte. So wie diese Chnstnacht des Jahres 1856 I w t Kaiser Franz Josef kein- ander-e in semern langen Leben verbracht. Oermischte-. * Fürstliche Weihnachtsgeschenke. Kaiser Wilhelm pflegte seinen fürstlichen Verwandten, mit denen er jetzt im Kriege liegt, Weihnachtsgeschenke zu machen und von ihnen solche zu empfangen. Alljährlich sandte er nach London einen riesigen WildschwemSkops. der in England ein seltener Leckerbissen ist. und der das Hauptgericht des WeihnechtSessens in Sandrinaham vUdete, auch stets unter besonderer Fe,erlicdkeit ausgctcagen zu werden pflegte. Aut einer riesigen silbernen Schussel prangte der Wildschweinskopf mit seinen sorgsam geglätteten weiden Hauern inmitten von allerlei schönen Dingen. Zwei Diener trugen ihn feierlich in den Saal, mtö dazu spielte die Kapelle, die zur Tisch- mufft besohlen war, ein.altes Lied, dessen Text etwa in deutscher Sprache so lautet: „Wir bringen dem König aus nuferer Hand Den Wildschtveinskopf aus fernem Land; Lorbeer und Rosinarin ihn schmückend bedecken, Ladt, meine Lieden, ihn gut euch schmeckenl" Die Gegengabe des Königs von England an beit deutschen Kaiser bildete inst regelmäßig eine Auswahl schölister Puten und Roastbeefs. Dom Kaiser von Rußland empfing der Kaiser gewöhnlich ein Fab vom allerbesten Kaviar. Dieser Brauch stammte ails der Zeit, da die Tochter des Königs Friedrich Wilhelms HI. Kaiserin von Rußland war. Aber schon hundert Jahre früher erhielt einmal Friedrich Wilhelm I. voiii russischen Kaiser ein Füßchen Kaviar gesaiidt, und war so entzückt von dieser Delikatesse, daß er sie gern ivieder genossen hätte. Als aber der Fürst, der bekanntlich sehr haushälterisch war, vernahm, was Kaviar kostete und wie teuer der Transport sei, verzichtete er lieber dar- aiü. Als dann im Beginn des vorigen Jahrhunderts sehr freundschaftliche Beziehungen zwischen dem russischen und preußischen Hose bestanden, kam regelmäßig zum Weihuachtssest ein Füßchen Kaviar. Kaviar, wie ihn Kaiser Wilhelm in den letzten Jahren empfing, dürste kaum käuflich zu erhalten sein, selbst nicht in Rußland, da die besten Qualitäten ausschließlich für den Zarenhos geliefert werden. * Ein rumänisches Märchen. In einer Sammlung r u m ä n i s ch e r Märchen aus der Bukowina findet sich auch das folgende hübsche Geschichtchen: Ein paar Landleute, die durch des Wetters Unbill in ihrem Leben schon viel zu leiden gehabt hatten, stritten einst darüber, wer am meisten zu fürchten wäre, der Wind, die Kälte oder die Hitze. Kurz darauf ging einer der Männer über Land und sah drei Gestalten aus sich zukommen. Die eine war der Wind, die andere die Kälte, die dritte die Hitze. „Guten Tag einem von euch dreien 1" sprach der Wanderer. Die drei gingen ein paar Schritte iveiter, dann blieb die Kälte stehen und sagte: „Mir galt geiviß sein Gruß!" Aber die Hitze ries: „Nein, mich hat er gemeint!" - „Keinem von euch beiden I" entschied jedoch lächelnd der Wind, der den Gruß für sich in Anspruch nahm. Und weil sie sich nicht einigen konnten, kehrten sie um und fragten den Mann. Dieser gab dem Winde recht, den er am meisten fürchtete und mit dem er sich darum nicht verfeinden wollte. —, „Warte nur, wenn der Winter kommt!" rief da ergrimmt die Kälte, und die Hitze brauste auf und zischte: „Dich will ich quälen zur Sommerszeit!" Der Wind aber strich dem Wanderer liebkosend über das Gesicht und tröstete: „Fürchte dich nicht, ich werde immer dein Freund sein I" — Und als der Winter kam und vor Frost die Bäume sprangen, merkte der Mann, daß die Herrschaft der Kälte doch 51 t ertragen war, weil der Wmd es unterließ, zu blasen. Und als im Sommer die Hitze ihn quälen wollle, da kam der Wind in seine Nähe und kühlte die Lust so angenehm ab, daß ihm das Atmen eine Lust war. Nun sah er ein, wie recht er gehabt hatte, gerade den Wmd nicht zu erzürnen. * W i e man von einem Lande f r ü h e r B e s i h e r- griff. Wenn man im 18. Jahrhundert ein Land okkupierte, geschah das in sehr wunderlicher Weise, wie der nachfolgende Fall zeigen »nag. Es handelie sich dabei allerdings nur um ein kleines Ländchen, nämlich um das zur friiheren Abteil Fulda gehörige Amt Fischberg, das im Jahre 1741 an das Herzogtum Weiiiiar gefallen war. Uni zunächst eines der Haupthoheitsrechte, die Gerichtsbarkeit über Hals und Hand, sich 311 wahren, errichtete man ein Hochgericht auf dem Neuberge bei Wiesenthal, um dort drei Missetäter hängen zu laffeu. Dem Akte wohnte ein weiinarischer Koinmissar bei, der angesichts der baumelnden armen Sünder die Exekution als Beiveis der tveimarischeil Territorialhoheit und höchsten Gerichtsbarkeit über das Amt Fischberg erklärte. Hierailf verfügte er sich auf eine Wiese, ließ ein Stück Rasen ausstechen, dann weiter aus einem Psarracker eine Erdscholle ausheben und Aehren abrupfen, in einer Waldung einen Erdklumpen ausstechen, Pistolen abschießen und Reiser abhauen. In der Sternmühle zu Fischberg und in der Unterschenke in Diedorf wurde ein Spahn aus der Haustür geschnitten, Feuer auf dem Küchenherde an- und ansgemacht, die Stubentür auf- und zugeschlagen. Ferner schlug der Kommissar in drei verschiedenen Ortschaften dreimal mit einer Peitsche in das dort vorüberfließende Flüßchen, ails einer weidenden Herde ließ er einen Hammel greifen und zupfte ihm eine Flocke Wolle heraus, irrt Piarr- und Schulhause schürte er Feuer an und löschte es wieder aus, machte Stubentür nnd Fenster auf und zu, rückte Tische tlnd Stühle, setzte sich nieder und stand wieder auf, schloß die Kirche auf, nahni mit seinem Gefolge Platz, ließ das Buch auf dem Altar aufschlagen und die Orgel anstimmen. Und bei allen diesen symbolischen Handlungen erklärte er stets feierlich vor dem mitaebrachten Notar irnd den ihn begleiteilden Zeugen, daß er damit Besitz ergreife von den Ländereien, Mühlen, Schenken, Flüssen, Schäfereien, Kirchen, Pfarreien und-Schulen. * Bauer und Telegraph in O st g a l i z i e n. Die Landbevölkerung in Ostgalizien ist über die Errungenschaften neuzeitlicher Technik noch wenig aufgeklärt. Der Telegraphenleitung wird eine ganz besonders große Verehrung entgegengebracht. Der o'tgalizische Bauer ist der Meinung. durch diesen Draht spreche der Kaiser mit seinen Beamten, indem er den Mund an das vergoldete Ende des Drahtes, das in Wien in seinem Zimmer hängt, legt und den Befehl hineinsprichl, der dann fortklmgt von Stande zu Stange. . . . „Mehr als einmal habe ich auf meinen Wanderungen einen Bauern getroffen/ schreibt Karl Emil Franzos in seinem Werke „Aus Halbasien", „der, das Haupt ehrstlrchtsvoll entblößt und das Ohr fest an die Stange gedrückt, dastalld und lauschte. „Er spricht, aber so still, man kann es nicht verstehen." Nur einmal, in einer Schenke bei Tluste, hat mir ein Bauer hoch und heilig geschworen, er habe ganz deutlich die Worte verstanden! „Ihr Lumpe, nächstens konune ich mit dem Kantschu über euch!" • Der Hund a l s Heilkünstler. Dem Hund wurde schon von altersher eilte große Heilkraft zugefprochen. In Griechenland iand man im Heiligtum des Asklepios in Eptdaurus in Stein gemeißelte lange Inschriften, die davon zu erzählen wissen, wie einige Kinder, denen Hunde die Augen beleckten, von Blindheit geheilt tvorden seien. Aus den alten Chroniken ersieht man, in ivie verschiedenartigen Krankheitsfällen die Hunde als Retter in der Not zu Hille gerufen wurden. Ost mußte ein Hund einen^ganzen Tag lang regiiitgslos neben einem Kranken liegen. Nach 24 Stunden ivar der Patient von einer ansteckenden Krankheit, Zahnschinerzen, Rheumatismus geheilt, der arme Hund aber wurde oit ein Opier seines Samariterdienstes. Man braucht gar nicht weit zurück- Anblicken. Erst vor einigen Jahren soll ein Professor in der Hygienischen Gesellschaft in Lausanne von zwei Rheumatismus- Heilungen berichtet haben, die dadurch beivirkl wurden, daß ein Hund 24 Stunden auf der kranken Stelle gelegen hatte. Die Bevölkerung der Auvergne benutzt noch heute den Hund 31 t derartigen Samariterdiensten. Früher ivurden auch Hunde bald nach-ihrer Geburt getötet, um bei Arzneimitteln Verwendung zu finden. In einer alten Schrift heißt es z. B-: Eine eben erst geborene Hündin gibt, in Stücke gehackt, mit Regenwürmern und Wachholderbeeren gemischt, eine gute Salbe. In einem Heilmittelbuch wird das „Oel von kleinen Hunden" zur Herstellung eines Pflasters empfohlen. Bei Schußwunden wurde eine Salbe aufgelegt, die hauptsächlich aus Hundefleisch bereitet war. Verschiedenen Organen des Hundes wurden besondere Heilwirkungen bei bestinunten Krankhenen zn- geschrieben. So wurde das Gehirn z. B. bei begimtenden Geistesstörungen, die Ohren bei Augenentzündungen, die Zähne bei Rheumatismus als heilsantes Mittel empfohlen. viichertisch. — „M elfter der Farbe" (E. A. Seemanns Verlag, Leipzig), 12. Jahrgang, Heft 136 und 317. (Je 2 Mk.) Auch in der Kriegszeit hat der Verlag Seernann sein schönes Werk fortgesetzt. Die beiden vorliegenden Hefte enthalten sehr feine, farbenprächtige Reproduktionen: in Nr. 136 prangen die Bllder btU gischer Maler; das andere Heft gibt ansehnliche Proben holländischer Kunst. Henri Everepoel ist mit einem ausdrucksvollen Bildnis! des Malers Baigneres (Brüsseler Museum) vertreten: auch die andern Bildern hängen zum größten Teil in den Brüsseler Galerien: Bon M. A. Maceotte „Das Treibhaus", ein in regem. Farbemvechsel überaus lebendiges Gemälde, von Auto Wiertz „Die Streiter Christi", die sehr deutlich erkennen lassen, daß der Meister auf den Rubens'schen Bahnen wandeln wollte. Ein interessantes Stück ist auch Jan Stobbaerts „Im Stall", nicht weniger lverb- voll unseres Erachtens als Liebermanns bekanntes Bild. Heft 137 ist ganz der holländischen Kunst gewidmet. Es enthält von: Jakob Maris „Hinter dem Pflug", „Granes Wetter", „Der Hühnerhof", alls kraftvoll und mit ausgezeichneter Technik gemeisterte Natur- anschannngen, dann vor allem von Josef Israels bedeutende Bilder „Jüdische HockHert" und „Der Angler". — Auch für den neuen Jahrgang der „Meister der Farbe" stellt der Verlag schöne Bilder in Aussicht, darunter eins von Boecklin, welcher Merstep bisher in der Sammlung noch fehlte. Logogriph. Mit u bereitet es dem faulen Schüler Qual, Mit a komnit es vom Berge her ztlm Tal. (Auflösung in nächster Nummer.) Auflösung der Skat-Aufgabe in vorigvr Nummer: Abkürzuiigen: tr — Treff, p — Pique, c — Coeur, car — Carreau, trB — Treff-Bube. pA — Pique-Aß, cD = Coeur-Dame usw. Im Skat liegen trB und cA. — 'Mittelhand erhielt: tr8, pA, pZ, pK, pD, p9, p7, carD, car9, Hinterhand die übrigen. Gang des Spiels: 1. V. 08 . M. o7. H. pB. 2. H. tr9. V. tr7. M. tr 8 . 3. H. car 8 . V. car7. M. car9. 4. M. p7. H. trA. V. p 8 . Jetzt erhält Vorhand den ganzen R-st und hat demnach den Ramsch mit 105 Augen gefangen. Schriftleitung: Aug. Goetz. - RotationSdriick utid Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Sleindruckerei, R. Lange, Gießen.