Die vom Rauhen Grund. Noman von Paul Grabein. Copyright 1914 by wrethlein & To.. G.m.b. tz.. Leipzig. Gesetzlich« For. Mel für den Schutz des Inhalts in den Vereinigten Staaten von Amerika. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) jittb diesem Abschied folgte ein anderer. Noch ergreifender vielleicht. Zum letzten Male waren sie ja hier alle beisammen in der Dorfgemeinde, die friedlich miteinander gehaust, so lange man denken konnte. Durch Bande der Verwandtschaft und Freundschaft waren sie fast alle untereinander verknüpft, eng verwachsen seit Geschlechtern schon. Nun kam der Tag, der sie voneinander riß und hinausstreute in alle Winde wie eine Handvoll Spreu. Denn hier und da hin trieb die heimatlos Gewordenen nun das Schicksal. Einige wenige nur hatten noch Platz zum Siedeln gesunden droben im Oberdorf oder unten in dem neu erstandenen Jndustrieort Reuschfelde. Die meisten fegten das Leben hinweg, nie wieder würden ihre Wege sich kreuzen. Von Scholle und Haus, von Freundschaft und Familie gerissen —, das war das Los derer von Rödig. Und in ernsten, wctterharten Männergesichtern glänzte es feucht, wie es nun an dieses Scheiden ging in den Trümmern des alten Gotteshauses. Da wandte sich Eke von Selbach still ab. Es kam ihr ein 'Gedenken. Noch einen andern Abschied gab es, an den sie alle nicht dachten in ihrem Leid, da drüben! So schritt sie hinaus, zu dem Friedhof, der die Kirche umgab. Da lagen sie, unter blühendem Hollunder und ernstem Taxusgrün, die stillen Schläfer, die vordem über diese Erde geschritten. Nun würden auch über ihre Hügel die dunkeln Wasser rauschen und ihnen ein Schlummerlied singen. Langsam ging Eke so über den, Gottesacker, bis hinten zu der besonders umfriedeten Familiengruft, wo „die wohledlen und ehrenwerten Herren von und zu Grund" lagen, seit mehr denn vier Jahrhunderten. Und sie wandelte die lange Reihe der hohen Grabplatten an der Mauer entlang, moosbedeckt, mit seltsam verschnörkelten Ornamenten und verwitterten Inschriften. Bis hin zu der letzten in der Reihe, die den Namen „Herrner von Grund" trug. Lange stand sie dort und blickte auf die Züge der Inschrift. Mm würde auch dieser Name ins Dunkel versinken wie der Boden, iiber den seine Träger dahingeschritten mit starken .Herrenschritten. Doch endlich wandte sich Eke ab !u!nd ging zurück dlrrchs Dorf. Ueberall begegneten ihr jetzt Familien, das Bündel in der Hand, oder aus hochbeladenem Wagen neben ihrer Habe. Denn es galt, sich zu eilen. Noch heute würden die Leute kommen^ die alles für die Sprengung morgen vorbereiten sollten. In derselben Stunde, wo morgen drunten das neu erstandene Mesenwerk der Sperre seine feierliche Weihe empfangen sollte, wiirde hier die .Vernichtung ihr Werk vollenden. Einer Flucht vor dem hereinbrechenden Feinde glich das Hasten in der letzten Stunde des Orts. Staunend hielt Eke daher bei ihrem Abschiedsgange jetzt den Schritt an. Vor einem Hause stand noch ein Wagen, nahezu voll oc* laden. Nur letztes Gerät trugen ein paar Männer noch herzu, in größter Eile. Der Spitz vor seiner Hütte sah es mit steigender Erregung an. Bei jedem Gegenstand, den ne aus dem Haust trugen, heulte er kläglich aus, als wurde ihm damit ein Stück des festen Bodens nach dem andern unter den Füßen sortgerissen. Und nun verkroch er sich mit klirrender Kette, ängstlich winselnd, in der hintersten Ecke ferner Hütte. Im seltsamen Gegensatz zu all dem stand die Ruhe einer alten Frau, die auf dem Bänkchen unter der Linkst vorm Hause saß mit still gefalteten Händen. So blickte sie geneigten Hauptes vor sich hin, als berühre sie das hastende Treiben um sie her gar nicht. .... Genauer unterschied Eke jetzt die Züge der Grersrn Und erkannte die Reusch-Mutter. Da trat sie zu ihr hrn mit freundlichem Gruß. Die Blinde hob fragend den Kopf. ,Hch bin Eke von Selbach." Die Greisin nahm ohne (Überraschung die ihr gebotene Hand. „So sind Sie doch auch gekommen, um Mschied zuj nehmen? Ja, ja — es hat sich vieles geändert seitdem." Und das Kirrn sank ihr müde auf die Brust. Eke blickte sie an in mitleidsvollem Verstehen. „Sie haben Schweres durchmachen müssen auf Ihre alten Tage, liebe Frau Reusch." Die Blinde nickte traurig. „Ich Hab's ja immer gesagt: es bringt kein Glück. Nun hat es ihnen auch keines gebracht — allen dreien nrchü Ich alte Frau bin allein Hier üsbrig, die längst schon hätte gehen sollen. Aber wie Gott will." Beide schwiegen sie in ernstem Sinnen, dann aber beugte die Blinde ihr Haupt vor und atmete tief. Ein sanft ver^ klärender Schein flog über ihre Züge. „Was die Linde schön duftet! Das ist alle Fahr' uw diese Zeit immer meine größte Freude gewesen. Seit meinen Kindertagen an. Nun nehme ich diesen Duft in Erinnerung mit mir fort, als letztes Geschenk der Heimat, in die Stadt." „Wie? Sie wollen in die Stadt ziehen?" „Mein Bruder will tzs so. Er langweilt sich hier, jetzt, wo er nichts mehr zu tun hat." „Aber das wird Ihnen schwerfallen, liebe Muttex Reusch. Auf ihre alten Tage noch." „Freilich. Und ich hätt's ja auch nicht gebraucht. Der Herr Bertschhat mir Unterkunft angeboten in seinem Hause, aber ich mochte doch meinen Bruder rächt allein lassen." „So, der Herr Bertsch —" „Ja, wir haben uns nämlich etwas aneinander gewöhnt, diesen Winter. Am Weihnackstsabend war's, da kam er zu uns. ^Lassen Sie mich ein Stündchen bei Ihnen blechen, 778 Reusch-Mutter/ sagte er zu mir, ,sonst packt mich noch das graue Elend, da droben in meinem einsamen Hause; man sitzt ja schon genug allein, Abend für Abend/ " Von Eke von Selbach form kein Laut, da fuhr die Blinde fort: „Da hat sich's denn halt so gemacht. Er ist öfter einmal gekommen, der Herr Bertsch, und schließlich hat er beinahe jeden Abend hier gesessen. ,Sie sind doch wenigstens ein Mensch, Reusch-Mutter, mit dem man reden kann, lieber alles, wenn's sein muß/ sagte er mir einmal. Und er hat mir denn auch so manches erzählt, wovon er wohl sonst nie zu einem Menschen ein Wörtlein gesagt. Bin ja freilich auch schon seiner Mutter selig die beste Freundin gewesen." Noch immer schwieg Eke. Aber ein schwerer Atemzug klang herüber zu der Greisin. Da wandte diese die lichtlosen Augen zu der jungen Frau hin. „Er ist ein guter Mensch, der Herr Bertsch. Es verkennt ihn wohl so mancher. Denn er ist hart und rauh nach ,außen. Es ist wahr — auch er hat seine Schwächen, und es ist heißes Blut in ihm. Das hat ihm wohl schon manchmal bitter Leid eingebracht. Ihm und andern. Aber ich meine: das kann halt nicht anders sein. Leute wie er, die I o Großes vollbringen im Leben, haben eben eine über- chäumende Kraft. Die macht sich einmal Luft, hier und >a. Aber wer ihm das zur schweren Schuld anrechnet- der tut ihm unrecht. Ganz gewiß." Wie ein leises, eindringliches Mahnen klang es. Da ging ein Regen durch Eke von Selbach. „Ja, wenn jeder dachte wie Sie —." Und sie reichte der Greisin die Hand. „Leben Sie wohl, liebe Frau Reusch. Sie werden alück- lich sein, wo Sie auch weilen, denn Sie haben das Beste in sich, was uns Menschen gegeben werden kann — die Güte, die alles versteht." Mit einem langen, schmerzlichen Pressen umfing die junge Hand die welken Finger, dann ein leises Aufrauschen der Gewänder — die Reusch-Mutter saß wieder allein unter der Linde. * Eke von Selbach stand auf dem Dalkopf. Gerade ihr KU Füßen lag drunten der Ort, dessen Stunden nun gezählt waren. Regungslos blickte sie auf die ausgestorbenen Gassen, die verlassenen Häuser. Und jener Stunde mußte sie gedenken, wo sie hier oben mit Gerhard Bertsch gestanden- wo er ihr den großen Plan enthüllt. Nun war zur Wirklichkeit geworden, was damals nur erst in seinen kühn hinstürmenden Gedanken lebte. Das Große war vollbracht. Aber wie anders, als sie beide es sich damals gedacht — Hand in Hand, mit hochaufschlagen- dem, glücksgewissem Herzen. Mit einem leeren Blick schaute sie hinaus über die totgeweihten Gründe drunten, die zum letztenmal der goldene Sonnenschein liebkoste. Doch nun riß sie ein lauter Weckruf aus ihrer Versunkenheit. Von weit her, aber deutlich vernehmbar: Fanfarengeschmetter, dann ein Choral. Feierlich wallten die ernsten, vollen Klänge über das schwer-^ gende Tal hin und kehrten in schwächerem Widerhall von den Bergwänden zurück. Drunten an der Sperrmauer begann die festliche Einweihung. Weit beugte sich Eke über die Brüstung vor. Auf der Höhe neben dem Staudamm ward ihr das buntbewimpelte Festzelt sichtbar. Da zuckte es um den herben Frauenmund. Nun verlebte er dort die große Stunde seines Lebens unter den Tausenden, deren bewundernde Blicke an ihm hingen. Nur sie war ihm fern. Uird wie in einer Vision sah ihre Seele, die es in leidvollem Suchen zu ihm hintrieb, was sich dort begab. Eine glänzende Versammlung, Männer von hohem Rang in jener Welt des äußeren Scheins, mit vornehmer Würde im Schmuck glitzernder Orden und goldprunkender Uniformen. Und zwischen ihnen er — in schlichtem, schwarzem Gewand, aber auf der kühn gewölbten Stirn das höchste Ehrenzeichen, das keine Fürstengnade verleihen kann. Nach Trompetengeschmetter und Choralklang die großen, tönenden Worte, die dem vollendeten Werke galten, seine gewaltige Bedeutung den herbeiströmenden Tausenden kündeten. Zwischen den stolz hinrollenden Lobhpmnen auf den unaufhaltsam vorwärtsdrängenden Siegeszug der Technik freilich auch ein ernster, stiller Seitenblick hin zu dem, was gefallen war unter dem malmenden Tritt des neuen, eisernen Zeitalters: den Männern von Rödig und ihren Leidens- gefährteti im Rauhen Grunde, die von ihrer Scholle hatten gehen müssen, ein ehrendes Gedenken ihrer schweren Opfer: „Sie gaben der Ahnen Gräber und den eigenen Herd." — Doch von den Besiegten hin zum Sieger! Und nun richteten sich die Augen all der Tausende auf ihn, zu dem sich jetzt der vornehme Sprecher wandte, mit huldvoll anerkennender Gebärde. „Da steht er vor uns, der Mann, dessen Haupt der schöpferische Gedanke entsprungen! Seine gigantische Wucht überkommt uns heute voll angesichts dieses Riesenwalls aus Quadern, die dem Anbranden eines entfesselten Ozeans trotzen zu sollen scheinen. Mit fast vermessener Kühnheit ersonnen, doch mit kühlem Scharfsinn durchdacht in seinen Einzelheiten, und mit stählerner Energie dann durchs geführt, allen Hindernissen zum Trotz, in jahrelangen Mühen, so steht heute das vollendete Werk vor uns — sich selber zum Ruhme und dem Manne, der es geschaffen!" Und wieder Fanfarengeschtnetter, brausende Zurufe der Tausende, aber starr steht der, dem die Huldigung gilt. Blaß im Bewußtsein des Augenblicks, doch im Antlitz jede Muskel gestrafft und um die Mundwinkel einen fast herben Zug. Jubel der Menge — nie hat er danach gegeizt. Er weiß, was er wert ist! Und der blendende Ordensstern, den ihm jetzt die Hand des vornehmen Redners an die Brust heftet —• was soll ihm das, dem Manne der Arbeit? Wohl hat er sich einmal einen Lohn gedacht in dieser Stunde an: Ziel. Aber wo waren die Augen, deren stummes Aufleuchten über die Köpfe der Tausende hinweg sein Herz voller Stolz hätte auf- schlagen lassen? — Und die, der sein Gedenken galt inmitten des brandenden Festjubels, saß einsam in selbstquälerischem Grübeln. Warum hatte alles so kommen müssen? Ach, daß sie damals, wo sie ihr Schicksal noch in der Hand gehabt, so töricht unerfahren gewesen war! Sich selber und dem Manne gegenüber. Warum war ihr damals noch nichts zu eigen von dem Wissen, das ihr dann die Ehe gebracht, in bitterem Leid? Warum nicht ein Funken nur von dem großen Verstehen der alten Frau da drunten, die mit einem einzigen klugen Wort den Schlüssel gefunden zu seinem Wesen, das sie erschreckt und davongescheucht hatte damals im Aufbäumen ihres törichten Mädchenswlzes. Warum — warum nicht? (Fortsetzung folgt.) Die Letzten von windeck. Von Otto Braun. (Schluß.) „Mar iftit des Maien Beginn, da sich zu erfüllen anhüb, was der Herre über Windeck beschossen, des Geschlechtes Schuld zu sühnen. Stand um die Auffindung des hochheiligen Kreuzes die Welt rings in einem Blühen, so man schöner sich nie gesehen zu haben erinnern vermochte. Da nun an jenem Tage begann auch der Jungfrau Ilse Geschick sich zu vollenden. Es schickt sich ein Ding auf mancherlei Weis. Des einen Unstern kommt staffelweis mrd allgemach, und einen andern iiberfällt sein Unglück als eine Merkte wilder Tier. Also ist es mit Jungfer Ilse gangen. Da dcw Junker Arnfried von einer Jagd heimkehret und nach ihr fraget, ihme aber bedeutet wird, sie sei auf den Turm gestiegen, ist er desselbiaen Weges. Siud die beiden nach Verlauf einer Stunden herabgerommen, vor dem Sckireiber bäefer Chronika, dem Gott eine selige Urständ schenken wolle, ein Eheversprechen zn besiegeln also, daß der Junker zu ihr und sie zu dem Junker halten wolle, bis sie vor dem Altar zusammengegeben und darüber bis an ihr Lebensende. Waren ein Pärlein, wie von Gott für einander geschaffen, den Schwälblein vergleichbar, so an der Hanswand ihr Nest zu bauen fliegen. Bescheidenttich sei dem Chronisten zu mutmaßen verstattet, daß folgend Zusammentreffen dem Junker die Zunge gelöset, also daß er sich zu sagen getrauet, was ihme das Herz schon länger beschwert haben mochte. Sollte zn jener Zeit nämlich der Junker Wolf, so an drei Jahren in der Fremden ge- weilet, zurückkehren, und wollte wohl der jüngere Arnfried vordem! sein Glück gesichert wissen. Vergingen ein Wochen auf zwei in eitel Lust und Wonnen. Aber zu Jubilate ist Junker Wolf aus der Fremden heim ge kehret auf sein väterlich Schloß, allwo ihme Mutter, Bruder, Jungfer Ilse ingleichen das Jngesind einen gar festlichen Willkomm bereitet haben. Ließ es aber der Herre ge- schehn, daß ihme heiße Leidenschaft zu seines Bruders angelobter Braut, so er lange Jahre nicht gesehn, ins Herze gefallen ist, dergestalt, daß er, an rasck>em Wesen und jachem Handeln seinem Vater nicht unähnlich, seinem Begehren nicht zu gebieten vermochte, vielinehr den Versuch gemacht hat, die Jungfrau Ilse zu überreden, von seinein Bruder 'abzulassen und ihme, Wolf, zu folgen, maßen 7T3 er lieber Me 'ewige Seligkeit denn seine Lieb zu ihr abzuschwören Willens sei. Hat aber die Jungfrau ihr Versprechen treulich gehalten und mit heißen Zähren allein dem Chronisten pflichtmäßig des Junkers An!innen kundgetan, bittend, ihr aus solcher Not ein Pförtlein zu Meisen. Woraus der Chronist dem Junker Wolf Äug in Lllrg sein Tun verwiesen, ihm vorstellend, er solle sich nicht in den Banden einer frevelhaften Leidenschaft verstricken lasten und ihn heiß bittend, nicht Unfrieden zu stiften sondern eingedenk zu sein unseres Herren Gottes Gebot, so da lautet: Du sollst nicht deines Nächsten Weib begehren. Hat der Junker versprochen unter Tränen, er wolle Einkehr in sich halten. Verfluchet sei die Stunde, da der Junker in dir, böse, arge Welt geboren ist worden. O ihr Berge und Hügel, fallet auf ihn am Lage deS jüngsten Gerichts mrd berget ihn vor dem Zorn des grimmigen Richters, der auf den Wolken sitzen wird. Denn am Lage nach dem Sonntage Rogate hat der Versucher Gewalt über den Junker bekommen asio daß er dem Bruder, so zu Roß die Burg verlassen hatte, die Heimkehr geweigert hat, indem er die Brücken aufgezogen, die Tore verschlossen und die Burg wie vor einem Feind gegen eine Belagerung begonnen hat zu verwahren. Hat alles Flehen an dem grausamen Werk nichts zu ändern vermocht. Dem Junker, so an einschmeichelndem Wesen und einnehmenden Willen absonderlich herfürragte, sind die Herzen gleich einem Schwarm Tauben, so die Bäurrn locket, zugeflogen, und ist das ganze Burggeiind auf seiner Seiten gestanden. Da aber der Junker Arnfried vor oie Burg geritten, ist er erstaunet vor Schrecken und Entsetzen, da er sich solchen Wesens von seinem leiblichen Bruder nicht versehn hat. Urro erwies sich zum andern Mal, daß der Apfel nicht über den 'Schatten des Baumes hinausrolllt, urdem Arnfried sich unter teuren Eiden verschworen, daß ihme das Herz stillestehn solle, so er den Schimpf und sein verraten Glück nicht blutig rächen werde. O Welt, du machest aus uns einen finstern Abgrund, ein elendes Erdreich, ein Kind des Zornes. Wer dir gedienet, dessen Seel kommt nach dem ewigen Urteil dereinst in Höllenbrand . . Wild prasseln im Kamin die Scheite. Die Flammen recken sich, ducken sich, springen wieder hoch. Ich schauiei in die unruhvolle Glut, die sick) verzehrt in rastloser, seltsamer Selbstvernichturig. Das schießt und wirbelt durcheinander und kracht und knackt und fällt zusammen und springt wieder auf, und tausend Gesichter, eins über dem andern, gaukeln ft: der augenverzehrenden Glut. Den alten Kerschenbeißer hat seine Gottinnigkeit schier verlassen. Der Böse treibt sein Wesen ans Wiirdeck. Die Leidenschaft flammt zum nächtigen Frühsommerhimmel. Ein junges Weib ringt die Hände. Eine Mutter fleht. Ein junger Wolf fletscht die weißen Zähne. Der Tod hält Ausschau vom Luginsland. Tie blinden Tiere der Gier und der Rache gehn um. Airs den Scharten glotzen die Kartaunen. Im Hofe hallt der Stahl, geschwungen vom prüfendem Arm!. Wachtfeuer brennen, der Schleifstein sprüht Funken. Hörnergellen Rennen von Troßbub und Knecht, Hufgestampf, Gewiccher und Gebell. Unter dem Entsetzen und Vernichleuwollen steht ein Mägdlein, von Schmerzen zerrissen und vom Entsagen gebenedeit, denn höret und bekreuziget euch: Aus Sturmfittiche:: ist ihr Herz davongeflogen und schreit wie ein vertriebener Vogel um sein zerstörtes Nest^bei Tagesürauen und Menddämmern, bei Sonnenglanz und Sternenschein nach der Liebe des Einen, des Einen. Und der Eine ist nicht Arnfried, der Treue, dem dies Herz aMelobt ist, sondern der andere, der Herrliche, der Sünder, der Starke, Aber die Jungfrau liegt vor dem Madonuenbftd und betet: Heiligste Mutter Maria, laß nichts hehlen können, wie ich ihn liebe! Nimm mein Leben, aber laß mich nicht treulos werden. Und ein Ritter trägt mit seinen Armen ein Kartaunenrohr über den Schloßhof, das drei Knechte nicht von der Stelle rühren können. Sagt, dort steht es nicht recht und dort nicht recht und trägt Und wuchtet, um es wieder und wieder zu verrücken. Ach, das Rohr steht recht an jeder Scharte, Ritter Wolf, aber heißes Blut muß im Joch gehn, sonst sprengt es' die leichten Fesseln. Und aus des Burg- kaplans alter, trauriger Schrift, die so nüchtern einen Buchstaben neben den andern malt, klingt in aller Zunge:: Süßigkeit Jung- Ilses Herzeleid, das dem alten Chronisten vertrant gewesen sein mochte wie die heftigen fünf Wunden. Ach, und wie der fromme Mann sich müht, nicht nach den grausen Rätseln der Vorsehung zu fragen! Und wie er sich doch nicht enthalten kann zu schreiben: Mägdelein mit den Blauaugen, lvarum mußtest du solches leiden, da du keinem Tierlein über den Weg gangen bist? Und mm das Schwerste kommt, llirrt Kerscbenberßers Wort wie Stahl, und hinter dichten: Visier birgt sich seine freundliche, biedere Seele. „War am! Tage vor Trinitatis, da der Junker Arnfried mit vielem reisigen Volk, so er zum großen Teil aus Bettlern und Landstürzern gedungen, ingleichen mit Sturm- und Schanzzeug, so er auf seine Kosten zu sam mengeführ et, gegen Windeck an- gangen ist, daselbst eine Belagerung oder Bercnnung gar wohl erwartet worden war. An diesem Tage ist die Jungfrau Ilse zu den: Schreiber dieser Chronika kommen, bitteird, ihr die heftige Beicht abzunehmen und den Leib deS Herrn yw reichen. Hat um die Mittagsstund des folgenden Tages der Junker Arnftied begonnen^ sein Volk gegen die väterliche Burg zu führen und die ersten Schüß aus seinen Stücken zu lösen. Hat mehrere Tag gedauert, ohne daß eine der Parteien einen merloaren Vorteft über diiö andere gewonnen hätte, derowegen sich der Belagerer Stückmeister verschriebe::. Hat zwar, bis solche aus Nürnberg herankommen sind, der grobe Kampf e:n paar Wochen aus gesetzt. So dann aber der Feind bogunn, mit Zwanzig Pfändern wider Me_ Burg zu schießen, sähe man des Kampfes ein grausam End Stund vor Stund näher heranrücken. Am andern Dag, da der Morgenstern im Osten herfürflackerte, sah man den Rittersaal in vollen Flammen stehend, aber niemand, der Zeit zu Löschen gefunden. Hätte man sollen festiglich glauben, daß es zweierlei Menschen in der Well gäbe, so nicht einerlei Geschlechts von Adam her, sondern wilde und zahme wären wie unvernünftige Tier, weil sie einander so grausam verfolgen. Ta es nun zum Höchsten gekommen und der Kampf um das Tor mit den Handwaffen begunn, hat man vom Luginsland Hornftöße vernommen und hinaufschauend hat man die Jungfrau Ilse gesehn, so hoch auf dem Mauerkranz gestanden ist, hinter sich den alten Wärtel, worauf der Kampf nachgelassen, maßen der Feind vermeinet, es soll von Uebergabe gesprochen sein. Da nun alle, Freund und Feind, auf den Turm geblicket, hat die Jungfrau die Arme gen Himmel gebreitet, einen Schritt vor sich getan und hat sich mit freiem Willen in die Tiefen gestürzet, allwo sie zerschmettert und ohne Leben aufgefunden worden. Solches Opfers hat sich die Vorsehung bedienet, einen Brudernrord zu hindern, wie dann Arnfried seine Leute von der Stell des begonnenen Werks entlassen hat. Haben sich an der Leiche der Jungfrau die Brüder die Hand zur Versöhnung gereichet. Hat sie keines seither mehr lachen sehn. Sind vielmehr in jungen! Jahren, der ältere in Nacht des Geistes, der jüngere auf dunllel Weis im Busch, verstorben..." Ohne ein versöhnend Wort bricht die Chronik ab. Nur unten in einer Ecke der letzten Seite stehen noch fern Und zierlich, zerschlissen und verblaßt, -ein paar verschlungene Zeichen: Posui finem curis. Spes et forfuna, valete: Ich habe den Sorgen ein End gemacht, Hoffnung und Glück, fahret dahin. Wer es ge-, schrieben, wird nie jemand toissen. Ohne Halt, ohne Zusammen, hang steht das da. Tränenschwer :md süß. Niemand weiß, ob der kleine Spruch die schuldlose Selbstmörderin meint, oder ob auch des Chronikschreibers Geschick mit dem ihren verstrickt gewesen. Erinnerungen eines alten Sanitäters. In der Handschriftensammlung der Königlichen Bibliothek zu Berlm befindet sich ein unansehnlicher, arg zerstoßener Band, dev 173 von einer unscheinbare::, schlechten Handschrift beschriebene; Blätter enthält. Aber diese keineswegs lockende Schale birgt euren Überraschend guten Kern. Denn das Buch hat sich bei näherer Prüfung als ein ungemein fesselndes und höchst wichtiges deutsches kulturgeschichtliches Denkmal erwiesen. Der bekannte Kultur- und Literarhistoriker Dr. Ernst Consenti:rs hat es als ein solches erkannt und in Druck gegeben. Es ist unter dem Titel „M e t ft e r § ohann Dietz" soeben erschienen. Wir kennen bisher keine ebensbeschreibung, die nur annährend mit solcher Ausführlichkeit von dem bürgerliche:: Leben in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts Kunde brächte wie die Selbstbiographie des Feldschers? und Hosbarbiers Johann Dietz nt Halle. Sie stellt ein rundes^ farbensattes Bftd jener Tage, wie sie der Bürger erlebte, vor uns hin und bftdet so eine neue Quelle, die unsere Kenntnis von den Zuständen dieser Zeit lvesentlich bereichert. Ir: seinem 70. Jahre begann Meister Dietz eine treue Beschreibung seines Lebens- „item alles dessen, was er wider die Türken, am Nordpol, in deutschen! Gauen und Gassen, rurter Soldaten, Räubern und Bürgern, Jungfern und Gespenstern, endlich in seiner Vaterstadt Halle mit zweien Frauen erfahre:: und so auf dieser Welt insgesamt hat' leiden müssen." Darin erklärt er an einer Stelle einige:: Breslauer Barbiergehilfen den Geist der Medizin, wie er chn begreift: ,,Nämlich: daß die Unive^al-Heil-Kur der Menschen hauptsächlich :n denen vegetabilibus, Kräutern, Gewächs und Baume:: verborgen, weil selbige mit dem menschlichen Leib und Geblüt ko:r- form. Die Minerftia aber selbigen zu hart, storrig, korrvsirisch und mehrentefts gefährlich und tödlich, wenn sie von denen U:v- erfahrnen gemacht; ja, wenn sie auch :wch so wohl präparieret^ dennoch bedenklich wäre:: und etwas Schlimmes hinter sich ließen. Ich machte ihnen :oe:tlLuftig das Argument, daß unsere eichen Elten:, Adam und 'Eva, von einem Baum die Siftwe in das ganze menschliche Geschlecht gebracht. Von der Sünde ftime der Tod und alle Krankheiten des Menschen, nach der Schrift. Nun Christus, unser Heft imb Seligkeit, als der rechte Samariter und Arzt zu helfen, habe nach der einigen Vorsehung Gottes am Holz des Kreuzes müssen leiden und sterben, uns dadurch wiedeimnt von den Sündenwunden zu beften, auch so viel Kraft und Vermögen in die Bäume, Wurzeln und Kräuter geleget, daß ich daftir halte: Wann wir die ersteve Erkenntnis vor dem Fall noch hätten (und nicht verloren), die Kräuter, Blunren mrd Stauden in ihrer rechten Zeit und Stunde zu kollizieren, wir würden damit große Miracula erweisen. Wie man teils itzo noch an einigen, ungelehrten Leuten mit höchster Verwunderung siehet, was sie tun." Auch an sich selbst brachte er diese Philosophie z:rr Ä:rwendung. Davon berichtet er, als er anno 1786 mit der bra:ft>enb:rrgischen Artillerie; als Feldscher die Belagerung der Festung Ofen mittnachte und von der roten Ruhr befallen toard, „so heftig, daß jedermann, lich selbst, meinte: ich müßte an dieftr schmerzhaften Krankheit sterben. Ich lag im Zelt mit alten Lumpen und Säcken bedecket. Keins Arznei joollte helfe::. Konnte gar nichts esse::, obwohl sonst Schmal-Hans unter vielen regierte . . . Nun, ich lag so da in — 760 nt entern Zelt und erwartete mein fceTtg Ende. Wär sehr mntt und schwach: ganz verlassen und halte keinen, der mrr ern n Trunk Wasser, so ich teuer bezahlen nrußte, bolete. Da ging ohngefahr etn Musketier vorbei, der hatte ein hölzern Spießchen mit saueren Gurken. Ich rüste und schrie: „Freund, geb' mir auch was, ich will's bezahlen!" Mein er wollte nicht; sagte: „Wollt rhr was haben, holet's im kaiserlichen Lager an der Donau." Ich rasttg mich zusammen: alle Kräfte bot ich auf; so großen Appetit zu den Gurken hatte ich. Mehr kriechend als gehend kam ich zu den Marketendern an der Donau, welche ganze Faß voll hatttm Ließ mir erst vor fünf Ungrisch bald einen Hut voll geben, welchen ich mit solcher Begierde aufaße, daß ich noch vor zwei Uugrrsch forderte. Da ward es mir gar kalt im Leibe. Und ich machte mich wieder auf die Heimreise nach dem Lager, gänzlich verrueinend, es würde nun mein Letztes sein. Kam ins Zelt. Da war einer von nreinen Kameraden, welcher mich fragte: wo ich gewesen, rndem er vermeinet, mich nicht wieder zu stnden. Ich sagte ihm, was geschehen. Nun, sagte er, das ist der Nagel zur Sterbekiste, mache dich mm fertig." Ich legte mich wird bat ihn, mich zuzudecken. So er auch tatest) gut er konnte. . . Sobald ich Mich geleget, bin ich iit Schlaf verfallen. Da er gememet, ich wär tot. Und habe sechs bis acht Stunden geschlafen. Da war es, als wäre ich neugeboren. Der Schmerz hatte aufgehöret; die Hitze war weg, m Summa, ich Wurde gesund. Das liest ich mir ein N. B. sein: was dre Natur mit Begier sucht, ist ihre Arznei! ".Es hat zwar dres seine Raison"; weil die Krankheit sehr hitzig und alle Teste relanci erende, die ein gernachten Gurken aber fühlend und adstrur- gierend. Doch mag ich dies Rezept nicht in mein Rezeptbuch schreiben, wse jener Doctor: Sauerkraut vor das, Fieber!" vermischtes» * Preiswert. Uns wird geschrieben: Zu den Lieblingsausdrücken im heutigen kaufmännischen Leben gehört das Wort „preiswert" im Sinne von .wohlfeil", „billig". Es findet sich namentlich häufig in den auf das Weihnachtsgeschäft bezüglichen Anzeigen, in denen preiswerte Spielsachen, preiswerte Mäntel usw. angeboren werden. „Ich verkaufe Ihnen die Schuhe sehr preiswert," sagt der Verkäufer zu einer Dame, und er meint, daß er die Schuhe besonders wohlseil verkaufe. Das Wort „preiswert" hat in neuester Zeit dieselbe Bedentungsveränderung erfahren, die schon früher das Wort „billig" durchgemacht hat. Die urfprüug- liche Bedeutung von „billig" können wir noch aus dem Zeitwort „billigen", sowie aus der Redensart „recht und billig" ersehen. Vom Standpunkt des Käufers ist ein wohlfeiler Preis ein billiger Preis in der ursprünglichen Bedeutung dieses Wortes, also ein Preis, der nicht teurer ist als sich gehört. Diese Bedeutung des Wortes „billig" als „wohlfeil" hat schon im 18. Jahrhundert bei uns allgemeine Geltung erlangt. Man achte nun einmal bei einem Weihnachtseinkauf ans die Sprache des Verkäufers oder der Verkäuferin ; man wird finden, daß sie das Wort „preiswert" in der- selben Bedeutung wie das Wort „billig" verwenden, ja, daß sie uns versichern, daß ein Gegenstand, den sie uns besonders preiswert — also wohlseil oder billig — verkaufen wollen, eigentlich einen höheren Preis verdienen, also eines höheren Preises wert sei. Derartige Bedeutnngsverändernngen, wie wir sie bei den Wörtern „preiswert" und „billig" seststellen können, stehen in unserer Sprache keineswegs vereinzelt da. Ans der Bibel ist uns z. B. die Bedeutung der Redensart „schlecht und recht" bekannt, in der sich noch die ursprüngliche Bedeutung von schlecht (schlicht, gerade, Gegensatz von krumm) ebenso wie in den Ausdrücken „schlechtweg, schlechthin, schlechterdings" erhalten hat. Wie weit davon ist aber die Bedeutung entfernt, die wir heute mit dein Worte „schlecht" verbinden! Die Ausdrücke „preiswert", „billig" und „schlecht" stellen also sehr lehrreiche Beispiele für die Bedeutungsveränderungen dar, die viele Wörter unserer Sprache im Laufe der Jahrhunderte erfahren haben. Dr. I. St. * Di e Würstchen im französischen Hauptquartier. Das folgende Geschichtcheu findet sich in dein Blatt „Paris-Midi" : „General Joffre ist nicht nur ein großer Stratege, sondern auch ein außerordentlich politischer Wirt. Ganz Frankreich weiß, daß der Ministerpräsident Briand nichts höher schätzt als ein Gericht saftig gekochter Würstchen. Was also tut Joffre ? Jedesmal, wenn Briand zu einer Besprechung int Hauptquartier erscheint, läßt der Generalissimus ihm die besagteit Würstchen vor- fetzen. Und die Folge davon ist, daß Herr Briand sich jedesmal nach seiner Rückkehr nach Paris begeistert über die Eindrücke seiner Reise im besonderen uttd die militärische Lage im allgemeinen ausspricht. Und es heißt, daß auch die andereit Minister Lust bekommen haben, dent Hauptquartier eingehendere Aufinerlsantkeit zu schenken." Wir wollen die Qualität der Hauptguartierswürstcheu nicht bezweifeln. Zweiselhafter erscheint uns ein Verhältnis zwischen Militär- und Regiernngsgewalt, dessen Einvernehmen aus ein Gericht Würstchen zurückzuführcn ist. Vüchertisch. — Deutschlands Eroberung der Luft. Die Entwicklung deutschen Flugwesens an Hand von 315 Wirklichkeitsaulnahmen, dargestellt von Ingenieur Willi Hackenberger. Mst einem Geleitwort von Hellmuth H i r t h. Sr. Exzellenz dem Grafen von Zeppelin gew d net. (Montanus-Bücher Band 9). Erster Dreißigtausenddruck. Verlag Hermann Dt o n t a n u s , Siegen. Preis Mk. 2. — . Erst unserem Zeitalter der Technik war es Vorbehalten, den alten IkaruStraum der Menschheit zu erfüllen, losgelöst von Mutter Ede der Sonne eutgegenzueileu, im Fluge durch das Luslmeer, dem Adler gleich, mit gewaltigen Schwingen durch die Wolken zu segeln. Was Meuschengeist ersonnen, was in ernster zielbewußter Arbeit des Flugtechuikers erbaut, was mit opserutüligem Sinn, nichlachteud Gesundheit und Leben, der Flieger praktisch erprobt, alles das ist heute zur Wirklichkeit geworden. Mit Stolz schauen ivir auf die Leisttlngen unserer Flieger und ihrer Maschinen während des jetzigeit, ntörderischen Weltkrieges. Mit viel Liebe und Sachkenntnis gibt uns das Werk in Text und Bild einen Ueberblick über das Entstehen und Werden unserer Luftschiff- und Flugzeugtyveu. Viele schöne Erinnerungen stotten Miterlebens und mancherlei früher gehabte Sorgen leben bei der Dtirchsicht dieses Buches iit uns auf. Es ist selbstverständlich, daß dem Bildlert ein Vollbild Sr.'Exzellenz des Grasen von Zeppelin voranaestellt wurde, in denr sich nicht nur die Triebfeder, sondern auch Kern und Wesen unserer deutschen Luflschiffahrt verkörpert. — Müller, Alfred Leopold, Das Gedächtnis und seine Pflege. Mit 22 Abbildungen. Geheftet 1,00 Mk., in Leinwand gebunden 1,80 Mk. Stuttgart, Kosmos, Gesellschaft der Naturfrermde, Geschäftsstelle: Franckh'sche Verkagshandlnng. — „D er Türmer" (Kriegs'ausgabe). Herausgeber I. E. Frhr. v. Grotthuß. Vierteljährlich (6 Hefte) 4 Mk. 50 Pfll-, Einzelheft 80 Pfg. Probeheft portoftei (Stuttgart, Greiner & Pfeiffer). >— Mus dem Inhalt des zweiten Dezemberheftes: Deutschlands Kindern zum Weihnachtsfest. Von Johannes Trojan. —• Weihnachten 1915. Von Karl Storck. — Ein Weihnachtsabend. Skizze von Paula Gura-Eivald (München). — America docet. Von I. E. Frhrn. v. Grotthuß. — Zur Verdeutschung der Heeressprache. Von Hauptmann G. Goeckel. — Der Zug nach Aegypten. — Den matten Seelen! — Die englischen „Friedensstifter". — Wie denkt man in Rumänien? — Kriegsspiele Weihnachten 1915. — „Vlamisch." — Pantenius und Troicrn f. Von K. St. — Kriegsbücher auf dem Weihnachtstisch. Von Karl Storck. — Kampf und Spiel unr die Kunst. Von Karl Storck. — Türmers Tagebuch: Der Krieg. — Slus der Warte. — Kunstbeilage. — „D er Krieg 1914/15 in Wort u n d Bi l d" (Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Berlin W. 57, wöchentlich ein Heft zum Preise von 'je 30 Pfg.) Neu erschienen Heft 54/56. — Die junge Wacht a m R h e i n. Ein Kriegsbuch für die Jugend von Thea von Harbou. Reich illustriert. Stuttgart. Verlag von Levy & Müller. - Die zehn netten, teils erlisten, teils mit Huinor geivürzteu Geschichten sind nicht nur nach Form und Inhalt gute Erzähluugskunst, sie sind aud) im Hinblick auf ihren sittlichen und erzieherischen Wert von Bedeutung für die Jugend. — „Feld raue Ge sch ich teil". Bilder aus der Zeit des großen Völkerringeuß 1914/15. Ein Jugendbuch von Lehrern und Freunden der Jugend. Mit Illustrationen von W. Merker. Originaleinbaud Preis Mk. 3.—. Verlag von A. Anton & Co., Leipzig. - Mit Geschick haben die Verfasser es verstanden, in hübschen Einzelbildern eine Geschichte des ganzen Krieges zu schreiben, in den Deiitschland uiid Oesterreich-Ungar,t verwickelt sind. Au Abenteuern und überraschenden Situationen fehlt es nicht, und so wird jeder Jimge, der dies Buch in die Hand be- koiumt, sicherlich seine Freude au ihm haben. — „Wir halten durch!" Eine Geschichte mit und um Hiudenburg. Der deiilschen Jugend erzählt vor, O t t o «u a r Stühr. Mit Bildern von G. Bachem. Verlag von Georg Wigand in Leipzig. — W e l t v o m S ch u ß. Ein lustiges Buch aus ernster Zeit. Von Frhr. von Schlicht. Mit farbigein Uiuschlag von E r n st H e i l e nt a n n. — Verlag von Otto Jaiike, Berlin 81V. — Weit voin Schuß spielt der neue Roiuau von Frhr. von Schlicht. Die Schatten und Lichter, die der Krieg in die kleine, aber feine Provinzstadt wirft, werden von Schlichts Meisterhand höchst humorvoll gezeichnet. -Jahrbuch 1916 für Deiltfche Privat-Bea m t e. 9. Jahrgang. Herausgcgeben vom Direktorium des Deutschen Privat-Beamtcu-Vereins in Magdeburg. Preis gebunden bei'sreier Zustellung Mk. 0.50. _ Charade. * ^ A \ Das Erste ist ein Kinderschuh Für dich, sobald erwachsen du. Das Zweite freut den Seemann meist, Sobalo er wieder abgereist. Das Ganze liegt im Ozean Und ist nicht frei von Größenwahn. Auslösung in nächster Nummer. Eil-; t\ - A , t .Auflösung des Rätsels in voriger Nummer- Spiegel — Siegel. Schristleitung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlaa der Brühl'fchcn UnwersitälS-Buch- und Steindruckerei. R. Lgnge. ©ie&eifc