Montag, den 13 Dezember Htmbec H' y c‘ — mf7\ — 1 r J*' a i fija Die vom Rauhen Grund. Roman von Paul Grabein. Copyright 1914 by Greihleln & To., ©.m.b. Q , Leipzig. Gesetzliche For- mel für den Schuh des Inhalts in den Vereinigten Staaten von Amerika. / , , (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Da verbraimte Eke den Brief, und nie kam ihr ein Wort davon zu Eberhard Wer die Lippen. Mer im tiefsten .Herzen saß doch der Stachel. Und wenn sie so manchmal ihren Mann ansah, und er dann seltsam unsicher ward unter ihrem stummen, ernsten Blick, dann fühlte sie ein schneidendes Weh: Es war wohl doch so! Indessen, hatte fie ent Recht, den Stab über ihn zu brechen, daß er der eurer andern suchte, was er nicht gefunden bei dem eigenen Werde? Da trug sie ihr Frauenleid, still Und stolz. Fremd lebten'so die beiden im Adligen Hause nebeneinander hin. Ein jeder ging seine eigenen Wege. Eke dro des Wohltuns und der Nächstenliebe. Besonders dre Kleinsten der Kleinen waren ihre Schützlinge. Wenn sie rn eurem Hause, wo die Mutter krank lag, für Wochen ein paar solcher Blondköpfchen betreuen durste, dann empfand sre manchmal fast etwas wie ein Glück. Auch heute abend war sie erst spät wiedergekommen von einem solchen Li-ebeswerk draußen. Mer selbst letzt noch aalt ihre Sorge den kleinen Schutzbefohlenen. Sre stand vor dem großen, schweren Eichenschrank tu der Halle und suchte in ihren Leinenschätz en, was sie >wohl davon herwenderr konnte zur Linderung der Not in einem Hause ihrer Psleg- ^ Das Anschlägen des Klopfers am Portal drang da plötzlich durch die Stille. Anne-Marie ging und kam wieder. Eke sah zu ihr hin. „Wer kam denn noch so spät?' ^ Und das Mädchen wollte rhr den Brres hrnrerchen. Unwillkürlich warf Eke einen Blick darauf. Ern modisches Format von fliederfarbenem Leinenpaprer, darauf Schrrft- züge, steil und groß, aber unverkennbar von einer Frauenhand. Da «wehrte Eke kurz ab. „Gib ihn nur selbst dem Herrn." Ruhig tat sie die Arbeit am Schrank werter. Nur der herbe Zug um ihre Mundwinkel hatte sich noch verschärft. Gleich daraus kam das Mädchen wieder zurück, in großer Eile, und verschwand im hinteren Ausgang nach dem Wrrt-- schaftshof zu. Nicht lange danach, und der Wagen rollte au» der Remise. Dumpf klapperten die Hufe auf dem Pflaster. Dann erschien ihr Mann. In Hut und Mantel, eine kleine Handtasche in der Linken. Ms er sie gewahrte, zuckte er zusammen. Er hatte sie wohl hier unten nrcht erwartet. Nun trat er auf sie zu: ,Lch muß sofort nach Köln - in geschäftlicher Angelegenheit." Sie nickte nur, aber unter ihrem Blick verwirrten sich seine Mienen. . . r . „Es ist wirklich so. Es hängt mrt derunglücklichen Geschichte zusammen — mit der Reuschschen Gründung. Auch ich hatte mich leider verleiten lassen, mrch zu beteiligen. Nur, ich hatte dir bisher nichts davon gesagt — um drch nrcht * U 0Wieder ^traf ihn der tiefdringende Blick. Dann kaml rhre,Arttwort. ^r !e{ue Rechenschaft schuldig. Weder Wer deine Geschäfte noch über deine sonstigen Angelegenherten. Eberhard von Selbach flatterte ein Rot über dre ans- qestörten Zisge. Sem Antlitz senkte sich. Wie unschlüssig stand er einen Augenblick. Doch jetzt schlug draußen vom Hof ein ungeduldiges Stampfen an fern Ohr. Dr gab er sich erneu Ruck. „Es ist die höchste Zeit, wenn ich den Zug noch erreichen will!" Er reichte ihr hastig die Rechte. Sie erwiderte leicht den flüchtigen Gruß. „Und wann kommst du wieder? Es rft des Wagens! wegen " * ,Ja so - natürlich! Also - schick mir Heinrich morgen zum "Mittagszug. Bis dahin wird alles in Ordnung sein — denk' ich." „ _ Wieder nur ihr ruhiges NrckeN. Da rrß er den noch immer zögernden Fuß gewaltsam vom Boden. „Also dann - leb'wohl!" Und er eilte hinaus. Fast ein Flüchten vor ihrem stummen, ernsten Blick. . . ., Eine Weile stand Eke von Selbach noch vor ihrem Linnen. Aber als das dumpfe Rollen über die Bohlen der Grabenbrücke in der Abendstille verhallt war, grng sie langsam zu dem Sessel in der Nische und ließ sich nieder. Das Antlitz in der aufgestützten.Hand verborgen, sann sie vor sich hin. Bitter lag es jetzt auf ihrem Antlitz. Als habe etwas Niederes, häßliches ihr lichtes Frauengewand gestreift. Lange saß sie so, bis eine leise Berührung am Knie sie aufsehen machte. Dell war es. Still war er aus serner dunkeln Ecke unter dem Altan hervorgekommen, und unverwandt hatte er die Herrin angesehen, die seiner nicht achtete.. Das alte Tier hatte sich nach seines Herrn Tode ganz an sre angeschlossen, als gehörten nun sie beide zusammen. Zurückkehrend aus ihrem traurigen Sinnen begegnete Ekes Blick den Augen des Hundes. Klar waren die, ein treuer Spiegel der Seele. Da senkte sich ihre Hand zu rhm nreder. „Du wenigstens kannst nicht lügen." , Und sie drückte des Hundes Kopf an sich mrt eurer Gebärde fröstelnder Verlassenheit. — -- Am andern Mittag kam der Wagen von der Station zurück ohne den Herrn. Der Kutscher war verwundert, -aber Eke sagte ruhig: „So kommt -er mit dem Abendzuge." Und «aufrecht grng sie vor dem Gesinde einher, trotzdem sie es fühlte mit dunrpf lastender Schwere: auch dann wurde 770 er nicht kommen; er kam nie mehr. Das Lebewohl gestern abend, das ihr gleich so seltsam geklungen — es war sein Abschied gewesen von ihr. Ekes Ah-n-en erfüllte sich. Auch der Abendzug brachte. Eberhard von Selbach nicht zurück. Dafür traf ein Brie' von ihm ein. Der lautete: „Liebe Eke, nun ist gekommen, was kommen mußte. Das Verhängnis ist im Anzug, und nichts wird es mehr aufhalten. Was ich Dir gestern abend sagte, es ist die Wahrheit gewesen. Ich habe mich durch Reusch zur Beteiligung an seinen Gründungen verleiten lassen. Mit seinem Zusammenbruch ist alles verloren, auch für mich. Soweit ich es bis jetzt übersehen kann, werden die gegen mich geltend gemachten Forderungen bis zum letzten Pfennig aufzehren, was mein Anteil ist an unserm gemeinschaftlichen Besitz. Aber das ist nicht das Schlimmste, was ich Dir angetan habe. Ich habe Dir die Treue gebrochen seit Monaten schon. Aber seit gestern abend erst weiß ich es: Du ahntest es, schon lange wohl, und schwiegst trotzdem. Das ist es, was mich jetzt zu Boden drückt. Vov solcher Gesinnung erscheint mir mein Verhalten, meine notgedrungene Heimlichkeit — ich durfte ja nicht reden um jener Frau willen — so schlecht, daß ich kein Wort Vorbringen kann, nicht einmal zur Erklärung, wie alles gekommen. Denn ich habe Dich einmal sehr lieb gehabt. Aber verzeih', daß ich es wage, jetzt noch davon zu reden. Die Frau, die mein Schicksal geworden ist, kennst auch Du. Es ist Marga Steinsiefen. Ihre Ehe ist unglücklich geworden, wie es die unsere ist. So fanden wir uns. Und nun gehöre ich zu chr und kann nicht mehr von ihr lassen. Schon längst planten wir einen entscheidenden Schritt. Jetzt gab die Katastrophe mit ihrem Bruder den Anstoß, Marga will der Schande aus dem Wege gehen, die ihre Familie betroffen. Da rief sie mich urch ich folgte. Wenn Du diese Zeilen liest, sitzen wir schon im Expreße der uns an die Riviera führt. .. Damit ist denn der Schritt getan, der uns auch äußerlich trennt, nachdem wir innerlich längst nicht mehr zueinander gehörten. Du wirst, ohne daß. ich Dich besonders darum bitten müßte, die Scheidung gegen mich und so wird in wenigen Monaten auch das letzte Band von Dir abfallen, das Dich noch der Form nach an mich bindet. - " Manchmal frage ich mich, wie das alles geschehen konnte, ^ch bin doch, stets als ein Mensch ohne große Leidenschaften ruhig meinen Weg gegangen. Warum nun >*" — Aber was nutzt bas Fragen,- es hat wohl nicht anders kommen sollen. Und was ich- Dir damit angetan — ich erbitte und erhoffe keine Verzeihung. Deinem Herzen habe ich ja keine Wunden geschlagen. Es hat mir nie gehört. Deinen Frauenstolz freilich habe ich mißhandelt. Aber wer kann gegen sein Schicksal? Und Du bist noch jung. Du wirst verwinden und vergessen, was Dir von mir geschehen wre mich selber den ein verhängnisvoller Irrtum in Derne Lebensbahn geführt hat. Eberhard." Eke hob die Augen von dem Schreiben. Nun sah sie erst: da stand ia noch Anne-Marie, die ihr den Brief gebracht, sammen e '* Cr saltete fte das Schreiben wieder zu- w A®! öut brauche dich nicht mehr. Uebrigens —" Mädchen war schon zur Tür hin —, „der Herr schreibt ^u, daß ferne Geschäfte chnnoch länger fernhalten — und mir alles?urech7"^ ^ Wfe a(fo aud} ' morgen früh. Leg' Dann war sie allein. Still war es um sie her die nun ganz einsam geworden. Nur ein leises, zitterndes Knistern klang von dem Brief, den ihre Rechte zusammengepreßt So stand sie lange. Doch dann schritt sie zuin Kamin ^ sot aufzungelnde Glut verzehrte Eberhard von Selbachs verblieb^" Häuflern grauer Asche — es war alles, was ging sie zum Schreibtisch, wo sein Bild' ftmtfr rrt schlichtem, dunkelm Bronzerahmen. Seine Gabe zu ihrer Verlobung. Lange bückte sie auf seine Züge. Es umr etwas GJiite3 / Offenes darin. Da atmete sie tief, wie unter einer {fe« HEe sie ein Recht, hier zu verdammen? Hatte er. in ferner Ehe tote Frau gefunden, die ihm ihre Liebe gegeben, so wäre er nie auf die Bahn geraten, die ihn nun ins Verderben zog. Da setzte sie das Bild auf den Tisch zurück und ging hinaus in ihr Schlafzimmer. Aber in der letzten Nacht, die Eke von Selbach unter dem Dach des Lldligen Hauses verbrachte, ohne eine Stunde Schlummer, in dieser Nacht brach der hochgespannte Stolz, alle Selbstgerechtigkeit ihres We- seus zusammen. Eine blasse, müde Frau schied am andern Morgen, um hiuauszujgehen in die Welt — weit fort) irgendwohin. Eine Frau, der nichts Menschliches mehr fremd, der das große Verstehen gekommen war für das Irren armer, von ihrem Dämon getriebener Herzen. * Der Winter war hingegangen über die Erde. Ein heißer Sommer war ihm gefolgt, und wieder war es Winter ge- worden. Hart und lang hatte seine frostklirrende Fessel das Land gedrückt. Endlich aber war auch er gewichen vor dem Befreier Lenz, und nun lächelte selige Sommerbläue über der neu ergrünten Flur. Ein großes Sehnen und Drängen nach Reife, nach Vollendung ging wieder durch die Natur. Vor seiner Vollendung stand da auch das gewaltige Werk von Menschenhand, das den Namen des Rauhen Grundes weithin trug durch alle deutschen Gaue. Seit Monaten schon meldeten es immer wieder die Zeitungen. Der Talsperrenbau dort oben im Siegerland, der einer der größten auf dem Kontinent sein würde, in kurzen Frist würde er seiner Bestimmung übergeben werden. Und nun waren es nur noch Tage bis dahin. Mit fiebernder Eile mühten sich Hunderte von Händen, noch die letzten Griffe zu tun an dem vollendeten großen Werke, um würdig alles vorzubereiten für die Feier, mit der es eröffnet werden sollte. (Fortsetzung folgt.) vairansreunoe. Von E. B r a n n h o f f. . , An: lange Feldjäger war bei mir zu Gast, der seit Beginn! des Krieges durch aller neutralen Herren Länder mit seiner Depeschenmappe reist. Er erzählte, wie er bei einer wilden Autofahrt büf hmter Kielce unter russischen Granaten und nächtlichen kleberfallen fern Eisernes Kreuz verdiente. Erzählte, wie er mit knapper Not dem feurigen Pfüchteper kroatischer Landsturmleute entronnen sei und wie er am_ Balkan drei Freunde erworben habe ... Er lachte in sich hinein. „Ja, meine drei Balkanfreun.de . . . Tie ^^r^, "bsonders da die politische Lage damals noch völlig luv 6Eart war, immerhin kleine Schattenrisse eines größeren Baues Ter erste war der bulgarische Posten in der Grenzstation. Ich hatte einige Formalitäten zu erledigen und wollte, daß der Soldat das mrr izahlrenh anvertraute, in seiner Nähe ausgeftapeltg Gepäck bis zu meiner Rückkehr im Auge behalten sollte. Ich zog meme Börse, wie >ich es von Rumänien her gewohnt war und war }. m r ^grlff den Posten daraufhin einfach anzusvrechen, als ein liebenswürdiger Beamter mich warnte. Ich würde hier tödlich beleidigen Und nun gabs eine entzückende Komödie. Ich hielt eme Rede von so viel Höflichkeit und Würde, als gelte es ^ Guust eures freren Standes Herrn nachzusuchen, und der Beamte f-wi ^ouso. Der Soldat grüßte stramm und antwortete mit feierlicher Freundlichkeit, ich und das Meine stündeu bis zur Nachit unter semem Schutze. Als er gegangen war, legte ich wortlos nn gwßes Geldstuck auf mein Gepäck und beobachtete ihn voll ferne Er ging auf und ab. Sah plötzlich das Geld. Verzog keine Miene vorüber, nur einen Schritt breit näher als vorher. Strich ^mitten lang werter auf und nieder, bis er dicht heran! war. Lehnte sich wre absichtslos an das Gepäck. Blinzelte in die Aonne, griff wie Stutze suchend langsam hinter sich.. Ein ÄE^.ller Blick den Bahnsteig entlang... Er nahm seinen Gang wieder auf, unbewegt und steinern wie ein Römer. Ich iiber- e n J 1 ^ 1 . lächelnd, daß mein .Geldstück seinen Weg gefunden hatte und gmg memm Geschäften nach. 9 1 Ci ? ei ‘ "och eine Ueberraschung: Als ich zurückkam prach mich der Beamte an, der Soldat ließe fragen, ob und wann ipLn 1 ? 1 ? ^ le 5s ^urchkäme. Er würde mir dann etwns zu über-, m 2??' "l"""ch sehr zu verwundern und antwortete, rch> käme wohl wieder, ich Wiste aber nicht, wann. Ich hatte diese kleine Episode ausser Rückreise längst öerqeffai. Soldat stand Posten. Wer siehe da. bet Sömmtecr* famite mich bei der Abfertigung, 1 um fte mir lächelnd und über-- Erstauntem eine kleine wertlose Stickerei dessen Frau gefertigt 'habe, „als lv ledergesehen, meinen bulgarischen x vielleicht treffe ich ihn nächstens in Serbien. Aber seine ruhrende Gape, ohne die bulgarische Ehre ihm verboten hätte. 771 — wein ziemlich hohes G-eschenk anzunehmen, — denn als Bezahlung eines Dienstes durfte er, auf Posten stehend, es nicht auffassen, «— hat mir viel zu denken und zu hoffen gegeben seither. Er ist 36 Dugu m(- zeichmmgen. (Mk. 1.20.) Minden i. Wests. Wilhelm Köhler, Vaterländische Verlagsanstalt. - Unter den Erscheinungen der relch- haltigeii Kricgsliteratnr wird man iinnier wieder ganz besonders auf die Erzählungen von Feldzngsteilnehmern. von Augerizeugen, von Leuten, die am eigenen Leibe alles Starke inid alles Schreckliche des Krieges erlebten, zurückgreisen müsse,l. Was der einfache Mann erlebte und fühlte, ivird den Leser nicht nur i,inner wieder fesseln und ergreifen, es bringt ihm das ganze Zeitgeschehen auch tatsächlich näher als irgend eine großzügige theoretische Abhandlung. Das Kriegstagebuch des Johannes Krafst verdient wegen seines tiefen reinen Empfindens und edlen, reinen Gedankenrelchtilms die Aufmerksamkeit iveiterer Kreise. — „Lieselottes Kriegstagebu ch". Eine Erzählung für junge Mädchen von Else von Steinkeller. Jllnstriert von G. Bachem. Preis in Originaleinband Mk. 3„-. Verlag von A. Anton & Eo., Leipzig und Berlin. - Eine ganz reizende ErzähliUig für junge Mädchen aus der Zeit der Russennot m Ostpreußen und vor dem Ailsbruch des Krieges. Ein Buch, m dem Vaterlandsliebe, tiefes Gemüt und liebenswürdiger Humor den Ton angeben. Die Schicksale einer Ossiziersfa,nil,e werden dar- gestellt, und es sind treffliche und vornehme Menschen zugleich, die vor uns hintreten, und die, was die Zeit anch über sie verhängt, Kops und Herz stets auf dem rechten Flecke haben. — „B a r b a r e n t ö ch t e r/ Eine Erzählung aus dein gegenwärtigen Weltkriege für junge Mädchen von Charlotte N i e s e. Mit Bildern von Emil Nosenstand. Preis fein gebimden Mk. 4.—. Verlag von Georg Wigand, Leipzig. - Ein anregenderes und verdienstvolleres Jungmädchenbuch als die .Barbarentochter der trefflichen Charlotte Niese kann kaum gedacht werden. Es dient nicht nur der Unterhaltung, sondern diese Kriegsgeschiclwe für die weibliche Jugend ist zugleich ein wertvolles Weck- und Mahnbnch. Es eröffnet weite Ausblicke, und die Verfasserin zeigt, welche große Aufgaben auch vor unseren Töchtern liegen, wenn sie sich besinnen wolle!,, daß es mehr und Höheres gibt, als das Leben nur zu vertändeln. — Die Geschichte der kleinen Fliege Ein Heine- Romon vvn Toris W i t t n e r. Verlag von G r e t h l e i n & C o. G m b.H. Leipzig. Tie Geschichte der kleinen Fliege spielt tn den Jahrzehnten der Romantik und die Gestalt von Heinrich .Heine bildet den Mittelpunkt des Werkes. Tie bedeutsamen Ereignisse seines so wechselvollen und zerklüfteten Lebens werden durch die hohe Künstlerschaft einer Frau zu einer lebensftarlen Achtung nr- woben. Seltsame Schicksale und Personen, wuchtiges Geschehen und zartestes Empfinden umgeben ihn: m diesem Buche ist das Grausen und die Leidenschaft, aber auch die sanft nbgestimmte Har- Mbnie und die PasteNfarbe lyrischer Stimmung. Weltbürgertum, Hochstaplergeschick und Frauenliebe aller Art schlingen sich zu buntem Reigen, und wie eine Arabeske rankt sich um Menschen und Schicksale die rührende und doch zugleich in ihrer eigenartigen, Seelendurchleuchtung beunruhigende Geschichte der „kleinen Fliege , jener seltsamen Frau, die in Heines letzten Lebzeiten auftrat, von der man auch heute noch nicht genau werk, nms und wie sie eigentlich war. Neben seinem fesselnden Inhalt, den wechselvollen Geschehnissen, die in einen Rahmen von wundersamer Anschaulichkeit gestellt sind, bringt das Buch ein tiefes Einfühlen m die Gedankenwelt Heines und seiner Zeitgenossen, deckt alles, was um ihn war, in seinen Zusammenhängen auf. Ganz wie er war, der bedeutende und leidende Mensch, vielgeliebt von Frauen, mehr noch gehaßt und verkannt von Männern, erscheint uns der Dichter, ergreifend deutlich — auch mit all seinen Jrrtümern und Schwächen. Eine leidenschaftliche Liebe zum Gewaltigen, besonders in der Natur, beseelt ihn und .mildert seinen Witz und seine scharfe Ironie, und sein Kampf .gegen alle und sogar gegen sich selbst übersieht auch in der Verbannung und in den Niederungen niemals das letzte Ziel: , das große, freie und deutsche Vaterland, wie er es ahnte, wünschte und — trotz alledem — auch selbst mit vorbereitete. Preis des 473 Seiten umfassenden Buches in geschmackvoller Ausstattung mit Titelzeichnung von Hermann Struck, geheftet Mk. 4.—, gebunden Mk. 5.—. - Theodor Wandt: Matterhorn. Ein Hochgebirgs- roman. Preis 4 Mk-, Verlag von Richard Bong, Berlin W. 67. Theodor Wnndt ist als Alpinist bekannt. J>n vorliegenden Werke gibt er uns seinen ersten Roman, den Roman eines reifen Mannes, dem die Hochgebirgswelt mit ihrer Größe inid ihren Gefahren ein unvergängliches Lebensidcal gezeigt hat. — Im blutigen Karst. Erinnerungen eines österreichischen Offiziers aus dem Kriegsiahr 1914, von Rifat Goz- dovic Pascha. 168 Seiten stark: Oktavsormat. Mit 8 Tondruckbildern und einem farbigen Titelbild nach Originalen von Willy Planck. Kartoniert Mk. 3.—. Vom ersten Kapitel an den Leser packend, schildert der Verfasser in seinem Buche die schweren Kämpfe und Strapazen der heldenmütigen österreichisch-ungarischen Truppen in den Karstöden der südlicher: Herzegowina, Süd- >dalmatiens und der montenegrinischen Grenzgebiete. Mit diesen Teilen der Dinarischen Alpen aus persönlichem Erleben bekannt wie keiner, vermittelt er ebenso neue, wie wahre und fesselnde Bilder der dortigen großartigen Natur, sowie aller Schrecknisse eines mörderischen Klimas und der Kampfesweise eines wilden Und unbändigen Bergvolkes, der die kaiserlichen Truppen zu begegnen haben. Hie und da auch heitere Episoden einstreuend, führt er uns den trotz Durst, Hitze und Nahrungsmangel unentwegt huuwivollen und mit Todesverachtung draufgehenden österreichischen Offizier und Soldaten in einer Weise—vor. die den Charakter und Wert der schwarz-gelben Bundesbrüder in das rechte Licht zu rücken imstande ist. Dieses Buch wird sich durch seine glänzende, farbenprächtige Darstellung einen dauernden Platz bei alt und jung sichern. — Spemanns Alpen-Kalen der 1916 (2 Mark, Verlag Spemaim, Stuttgart) erschien soeben in bekannt vorzüglicher Ausstattung. Für die zahlreichen Bergfreunde drauße>i im Felde ist eine versandfertige Feldpost-Ausgabe bestimmt. A l l g. S ch l o s s e r - K a l e n d e r für 19'1 6. Notiz- und Nachschlagebuch für Schlosser, Schmiede, Installateure. Monteure, Werkiührer. Verlag von Gustav Wolf, Dresden-A. 1. Preis Mk. 1.80. — Dem Schlosser unb Schmied Hilst das Taschenbuch schnell und sicher das finden, was er bei der Aussührlmg der Werkstälteuarbeit braucht, dem Installateur und Monteur bietet der Kalender ein Hilis- und Nachschlagebuch mit umfassenden technisch-wissenschaftlichem und praktisch erprobtem Inhalt. Für den Werkiührer und Meister soll das Taschenbuch ein ständiger Berater bei der Ausfertigung von Kostenanschlägen sein, wobei ihm die umsa>lgreiche»i Materialtabellen unschätzbare Dienste leisten. Diamanträtsel. In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben aaaa ach b b ddeeeegiiinnnnrrr derart einzutragen, daß die ,vagerechten Reihen folgendes bedeuten: 1. Einen Buchstaben. 2. Französischen Bildhauer. 3. Stadt in Schlesien. 4. Mythologischen Namen. 5. Ein deutsches Land. 6. Fluß in Oesterreich. 7. Einen Buchstaben. Die senkrechte und wagerechte Mittelreihe ergeben das Gleiche. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Scherzrätsels in voriger Nummer: Das Klavier. Schrlltl-itunI'Äug. Goetz. - Rotationsdruck und Bering der Brüht',chen Unw-rsiläts.Bnch- und eteinbmtoei, R. SieDeiw